Die Zukunft der Landwirtschaft?

7 11 2009

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

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Vertical Gardens/Vertikale Gärten (Teil 2)

31 10 2009

Warum werden unsere Städte eigentlich nicht einfach grüner, lebendiger gemacht, wenn man doch genau weiss, welche Folgen für´s Mikroklima die vorherrschenden Betonwüsten in unseren Städten haben? Die Antwort darauf ist relativ einfach – es ist zu teuer! Warum? Nun, offene Flächen in Städten und Ballungszentren sind extrem rar und darum sehr teuer. Die Quadratmeterpreise sind eine echte Unverschämtheit! Nicht umsonst muss man ständig auf der Hut sein, dass die wenigen noch vorhandenen Grünflächen nicht doch irgendwann zu Bauland werden und auf Grund akuter Finanznot der ewig klammen Stadtkämmerer meistbietend an irgendwelche großen Konzerne verscheuert werden, die in bester Lage ein repräsentatives Gebäude errichten wollen – möglichst nahe an den Schaltstellen der Macht, damit man so unauffällig wie möglich Einfluss nehmen kann!

Das macht es aber ebenfalls unmöglich, heute noch bebaute Flächen wieder in Grünflächen umzuwandeln! Zwei Fakten haben wir also nun als wichtig und richtig erkannt! Wir müssen mehr Grün in unsere Städte holen und genau dafür stehen keine Flächen zur Verfügung! Klar ist auch, dass die wenigen vorhandenen Grünflächen so angelegt sind, dass sie für die Kommunen möglichst „pflegeleicht“ sind – d. h. meist riesige Rasenflächen, über die man dann und wann einen Trupp Landschaftsgärtner oder auch Hartz IV-Empfänger mit Rechen und Rasenmäher drüber jagen kann und die ansosnten keiner weiteren Pflege bedürfen! Die paar Bäume, die in diese sogenannten Parkanlagen stehen, sind natürlich nicht in der Lage, nennenswerte Mengen an CO2 zu binden. Dazu sind ganze Wälder notwendig und dafür ist in den Städten erst recht kein Platz vorhanden.

Aber wenigstens das Klima ließe sich verbessern, wenn man für mehr Grünzeug sorgen würde. Aber dabei darf es sich selbstverständlich nicht nur um Rasen handeln, denn der bindet nicht nur nichts, nein, der reinigt auch die staubhaltige und mit Feinstaub versetzte Luft der Innenstädte nicht wirklich wirksam. Dazu bedarf es einer Flora (und natürlich auch Fauna), die artenreich und widerstandsfähig ist! Aber wo soll man diese Pflanzen wachsen lassen, wenn schon keine freien Flächen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?

Die Antwort ist so einfach, wie genial – wir müssen vertikale Gärten anlegen! Wir müssen die Wände als Gärten nutzen und davon gibt es in jeder Stadt jede Mengen – hässliche, graue Wände in allen erdenklichen Formen und Höhen und sie werden in keinster Weise genutzt! Also muss das Motto heissen:“Die Zukunft liegt in der Senkrechten, in der Vertikalen!“ Wir müssen die Wände begrünen, um nicht nur sauberere Luft in unseren Städten zu erhalten, sondern auch noch eine abwechslungsreiche und dem Auge schmeichelnde Umgebung zu schaffen. Wie das genau aussehen könnte, ist bei Biotope City zu sehen, oder auch hier in dem Buch „Vertikale Gärten“, von Jacques Leenhardt, Mario Ciampi, Anna Lambertini. Mit knapp unter 60,- € wird dieses Werk nicht gerade zum Schleuderpreis vertrieben, aber es ist sicher lesenswert, zumal es in deutsch erschienen ist und über weit mehr als 200 Fotos verfügt! Schon das Bild auf dem einband lässt im Betrachter den Wunsch nach „mehr“, nach „viel mehr“ gedeihen!

Das Prinzip der Vertikalen Gärten, der Vertical Gardens ist als ein denkbar einfaches. Wo es keinen Platz gibt, einen Garten „anzulegen, muss man eben mit einer sehr kleinen Grundfläche Vorlieb nehmen und dann die Höhe als maßgebliche Größe hinzu nehmen. Man lehnt seinen Garten also quasi an die Wand und spart so eine Menge Platz. Das funktioniert natürlich auch innerhalb von Gebäuden. Ideen dazu finden sich unter unter anderem auch auch hier im Blog, wo ich sie in verschiedenen Artikeln bereits beschrieben habe! Aber die Möglichkeiten sind nahezu unbeschränkt und die Forschung widmet sich dem Thema auch sehr intensiv. Freilich haben vertikale Gärten auch einen entscheidenden Nachteil – sie sind nicht umsonst zu haben und und niemand will das Geld dafür aufbringen! Deshalb muss noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, um eine grundsätzliche Änderung der Einstellung gegenüber der Natur herbei zu führen. Denn wer einen vertikalen Garten anlegt, weil er die Wandfläche besitzt, der tut ja nicht nur anderen damit etwas Gutes, sondern auch und vor allem sich selbst und seiner Immobilie. Wenn man mal davon ausgeht, dass die bisher für eine Fassadenbegrünung genutzten Kletter- und Schlingpflanzen (wie z.B. Efeu oder Wilder Wein) Die Fassaden eher schädigen, als sie zu begrünen, weil sie ihre Wurzeln naturgemäß in jede noch so kleine Ritze der Fassade zu drängen versuchen (sie sind nämlich sogenannte Lichtflüchter), können sie diese erheblich schädigen! Dazu kommt, dass die Rankgerüste in aller Regel nach wenigen Jahren von den sie bewachsenden Pflanzen verbogen und zerstört werden, sieht das ganze nicht mehr so schön aus. Schade, dass solche berankten Fassaden von Architekten konstruiert werden, die nicht den Hauch einer Ahnung davon haben, was sie damit den Pflanzen, wie auch dem Hausbesitzer antun. Werden Pläne mit fassadenbegrünten Außenwänden visualisiert, sehen sie immer hübsch, gepflegt und edel aus! Die Realität ist dann meist weit von den Plänen und den Wünschen des Investors entfernt! Und so stirbt die Fassadenbegrünung meist mit der ungedüngten und vor dem Haus in den Boden gepflanzten Ranke! Ein wahrhaftig traurige Anblick. Dass den Geldgebern unter solchen Umständen schnell die Lust an der stadtnahen Natur vergeht und sie die Würgepflanzen vor ihren Fassaden nach kurzer Zeit nicht als wichtig für das Stadtklima und als Bereicherung für die Menschen in den Städten ansehen, sondern als Schädlinge, die das Bauwerk angreifen und zerstören, kann man durchaus verstehen. Aber es geht auch anders, wie die Links hier in diesem Artikel und in meinem Post vom Sommer 2009 „Vertical Gardens/Vertikale Gärten“ zeigen.

Freilich ist nicht jeder im Besitz eines Hauses. Mancher lebt, so wie ich auch, zur Miete. Aber auch hier ist es möglich, mit günstig zu erstehendem Material aus dem Baumarkt, seine Wohnung zu begrünen und sich das ein oder andere Gemüse nicht nur auf der Fensterbank, sondern auch an der Wohnzimmerwand zu ziehen. Etwas handwerkliches Geschick ist dabei schon von Vorteil.

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Die Büchse der Pandora!

21 10 2009

Wer sich schon einmal, vielleicht auch nur zwangsweise in der Schule, mit griechischer Mythologie beschäftigten musste, hat schon von ihr gehört – der Büchse der Pandora! Für alle, die dieses Teil nicht kennen, oder denen die griechische Mythologie sonstwo vorbei geht, hab ich den Wikipedia-Link eingefügt, damit sie sich mal kurz informieren können. Aber was soll das Ganze, werdet Ihr Euch fragen und ich will Euch natürlich nicht allzu lange auf die Antwort warten lassen.

Seit kurzem warnt das Umweltbundesamt vor Produkten, die Nano-Partikel enthalten, weil man offensichtlich völlig unerwarteterweise gemerkt hat, dass diese Nano-Partikel in der Lage sind, die natürlichen Barrieren im Körper zu überwinden, z. B. die Blut-Hirn-Schranke! Und weil man nicht weiss, was diese winzig kleinen Partikel im Körper, aber auch in der Umwelt anrichten, warnt man nun die Verbraucher vor deren Nutzung.  Fakt ist, etwa 800 Unternehmen in Deutschland verarbeiten bereits Nano-Partikel und in etwa 600 Produkten, beispielsweise Nahrungsmittel, Kosmetika, aber auch in Kleidungsstücken, sind Nano-Partikel enthalten. Das Problem jedoch ist – es gibt keinerlei Kennzeichnungspflicht für Nano-Zusätze in Produkten jedweder Art! Keine Sau hat sich bisher dafür interessiert. Warnende Stimmen werden noch stets als Panikmache herabgewürdigt, Kritiker als fortschrittsfeindlich diffamiert! Die Industrie nimmt für sich das Recht in Anspruch alles aus zu probieren, wenn es nur dem Profit dient. Von Technikfolgenabschätzung vor der Nutzung neuer Technologien und ihren Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt, keine Spur. Was man nicht weiss (oder nicht wissen will!), macht einen nicht heiss, wie es scheint!

So steht der Verbraucher nun vor dem Dilemma, wie er sich vor etwas schützen soll, wenn es keine Kennzeichnungspflicht gibt, er also beim besten Willen nicht feststellen kann, was in den von ihm erworbenen Produkten eigentlich enthalten ist? Man ist ja von Staats wegen noch nicht mal in der Lage die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel durchzusetzen! Es bleibt ein schlechter Nachgeschmack bei der ganzen Geschichte. Die meisten Menschen haben bei neuer Technologie, die so verantwortungslos eingesetzt und verbreitet wird, ein sehr flaues Gefühl in der Magengrube. Ob Atomkraft, die der Mensch niemals sicher wird beherrschen können, Gentechnik, die die Konzerne für harmlos und segenbringend (jedenfalls für ihre Kassen) halten, oder eben die Nanotechnologie, kaum einer weiss bei der Einführung, welche Folgen dies haben wird. Trotzdem werden sie eingeführt nach dem Motto…

…solang es nicht verboten ist, ist es erlaubt und wenn wir nicht über die Folgen nachdenken, brauchen wir die Verantwortung für unser Handeln nicht zu tragen!

Der Staat ist gefragt, solche Experimente am Kunden  (quasi Menschenversuche am lebenden Objekt) von vorne herein zu unterbinden, indem die Einführung neuer Technologien erst dann erlaubt wird, wenn klar ist, welche Folgen die Nutzung für Mensch, Tier und Umwelt haben können! Und wenn diese Folgen auch beherrschbar sind! Aber der Staat hat wichtigeres zu tun, als sich um die Sicherheit und den Schutz seiner Bürger zu kümmern. Seine vordringlichste Aufgabe scheint es zu sein, den Konzernen bei ihrem Treiben nicht im Wege zu stehen und ihnen in voraus eilendem Gehorsam alle möglichen Probleme und lästige Einwände kleinkarierter Verbraucher vom Halse zu schaffen. Aber so  ist das nun mal! Die Büchse der Pandora ist geöffnet worden. Schließen kann man sie nicht mehr, also wird – ausser dem Aufruf des Umweltbundesamtes – vermutlich nicht viel mehr passieren. Wer sich mit Sonnencreme einreibt, die Nano-Partikel enthält, braucht sich hinterher nicht beklagen, wenn er an Krebs erkrankt, oder was auch immer. Schließlich hätte man ja darauf achten können, was in der Sonnencreme enthalten ist. Wie? Keine Ahnung, aber wen interessiert das schon?

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Den Wald retten – bis 2020?

18 10 2009

Der WWF fordert in einem am 18.10.2009 erschienen Artikel („Waldschutz ist Klimaschutz – WWF fordert die Entwaldung bis 2020 zu stoppen“), die Vernichtung der Wälder müsse bis zum Jahr 2020 gestoppt werden. 20 Prozent des jährlichen Ausstosses an Treibhausgasen sei auf die weltweite Abholzung zurück zu führen.

Zwar weiss man seit langem, wie wichtig die Wälder für das Weltklima sind und vor allem für die Bindung von CO2 in Biomasse, aber das scheint einstweilen weder die Politik noch die Industrie und hier insbesondere die Holzkonzerne zu kümmern. Also sägt und brandrodet man was das Zeug hält. Diese Art des Umgangs mit unserer Umwelt sorgt dafür, dass 36 Fußballwälder Wald verschwinden – pro Minute. Das sind unfassbare 16 Millionen Hektar Wald jedes Jahr! Vernichtet, weil „Lebensmittel“konzerne Weideflächen für die riesigen Herden an Rindviechern brauchen, mit deren Fleisch sie Fastfood-Ketten wie McDonalds oder Burger King versorgen. Und so opfern die Rindviecher in den obersten Konzernetagen bedenkenlos den Regenwald in den tropischen Regionen dieser Erde für den Kommerz, während sie einige tausend Dollar oder Euro an Umweltschutzorganisationen spenden, oder in irgendwelche zweifelhaften Umweltprojekte investieren, um sich ein reines Gewissen zu erkaufen!

Ich stelle mir die Frage, ob im Jahr 2020 überhaupt noch ein nennenswerter Waldbestand vorhanden sein wird, den man erhalten kann! Obwohl jeder Idiot weiss, dass Bäume ungleich schneller gefällt werden, als sie nachwachsen können, selbst wenn man sofort im Anschluss an die Rodung mit Neuanpflanzungen beginnt, gibt es kaum Bestrebungen, die abgeholzten Flächen neu zu bepflanzen. Bei der Umwandlung von Wald in Weideland ist dies auch garnicht erwünscht. Bei der Gewinnung von Ackerland aus Regenwald, oder der Vernichtung des Waldes zu Gunsten von Plantagen für die Produktion von Biosprit, ist das Grundpoblem das gleiche – man vernichtet den Wald, um mit dem in Plantagen erzeugten Biosprit die Umwelt zu schützen? Was für ein Schwachsinn! Und es gibt wirklich Leute, sogar Wissenschaftler, die das wirklich glauben (oder zumindest vorgeben das zu glauben)!

Man vernichtet die Umwelt um die Umwelt zu schützen? Kann soviel Dummheit wirklich wahr sein?

Während die Wälder in den Industrieländern lange nicht so gefährdet sind wie die Regenwälder im Tropengürtel unserer Erde, den Umweltschutz-Organisationen sei Dank, gibt es genau dort, wo die artenreichsten Wälder dieses Planeten liegen die wenigsten Hemmungen diese dem Profit zu opfern! Korruption, Gier und das Streben nach Macht öffnen dem Raubbau an der Natur Tür und Tor! Genau dort, wo die meisten Menschen in bitterer Armut leben und am Existenzminimum vegetieren, haben die Konzerne leichtes Spiel. Sie winken mit dicken Dollarbündeln und man legt ihnen zu Füssen, was auch immer sie fordern. Aber das lindert nicht den Hunger. Im Gegenteil, es führt zu noch mehr Armut und Verzweiflung, weil die Dollars und Euros der Konzerne in den Taschen einer durch und durch verfaulten und korrupten Elite verschwinden. Und zu allem Überfluss nimmt man den einheimischen Bauern auch noch ihre Ernten und ihre Ackerflächen weg, damit die Menschen in den Industrieländern auch weiterhin 2/3 ihrer sogenannten lebensmittel in die Mülltonnen werfen können, bevor sie überhaupt auf dem Tisch gelegen haben! Ist das Gerechtigkeit?

Wer erwartet, das die Politik sich der Probleme annimmt, die die Menschheit global bedrohen? Niemand! Nicht umsonst ging vor Monaten der Spruch durch die Presse:„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ Und so werden sich vom 18.-23. Oktober in Buenos Aires mehr als tausend Waldexperten aus Behörden, Unternehmen und Regierungen zum Weltforstkongress der Vereinten Nationen treffen und vermutlich mit den gleichen frommen Wünschen wieder auseinander gehen, wie die Klimaexperten im Dezember in Kopenhagen! Ausser Spesen wird wie immer nichts gewesen sein, man hat einen schönen Kurzurlaub verbracht, wo auch immer auf der Welt man sich sonst um seine Probleme schert und das war es dann auch schon!

Wenigstens einen Vorteil haben diese massenhaften saisonalen Wanderungen von Wissenschaftlern, Experten und Politikern – die Regierungen der Industriestaaten brauchen den kriselnden Fluggesellschaften nicht direkt mit Staatknete unter die Arme zu greifen. Sie schicken ihre „wichtigsten“ Vertreter (oder die, die sich dafür halten) per Jet in die Fremde um sich mit den einheimischen Prostituierten zu paaren zu treffen und schwer an der Rettung unserer Welt, unseres Klimas und der Bekämpfung der Armut zu arbeiten! Aber zu erwarten, man könne 110 Milliarden Euro für die Rettung des Weltklimas von der deutschen Regierung erhalten, anstatt sie der HRE in sämtliche Löcher zu stopfen, ist ja nun wirklich ein klein bisschen zu viel erwartet!

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Wer schützt unser Klima?

15 09 2009

Wer schon den ein oder anderen Artikel in meinem Blog Tempel der Gaia gelesen hat, der kennt vermutlich meine Einstellung zu der neuesten Mode der Politik und der Wirtschaft, allem, aber auch wirklich allem, einen monetären Wert bei zu messen. Ganz genau, ich halte nicht das Geringste davon! Dabei will ich nicht bestreiten, dass beispielsweise die Natur an und für sich einen Wert hat. Natürlich ist sie wertvoll, sogar sehr und zwar deshalb, weil wir ohne sie nicht überleben können auf unserer wunderbaren blauen Kugel. Dieser Wert ist meiner Meinung aber ein ideeller Wert und eben nicht monetär.

Das Problem der immer mehr aufkommenden Angewohnheit nur das zu schützen oder schützenswert zu finden, das einen in Dollar oder Euro messbaren Wert besitzt, ist eben jener Geldwert. Und wie´s der Teufel will, fand ich gestern diesen Artikel bei FAZ.Net, der sich dieses Problems widmet. Allerdings in einer etwas anderen Beziehung, als ich es mir wünschte. Nun, ich will kein Geheimnis daraus machen, dass ich die FAZ mittlerweile für ein recht reaktionäres Blatt halte, das sich zwar einen objektiven Anstrich zu geben versucht, letztendlich aber wohl mehr oder weniger ein Sprachrohr der Wirtschaft und der mit ihr verklüngelten politischen Kreise ist. Aber wie dem auch sei! Die Presse ist relativ frei in unserem Lande, wenn sie überwiegend das schreibt, was die Herrschenden zu hören wünschen und so kann man der FAZ nicht wirklich einen Vorwurf machen, wenn sie die Fragen des Umweltschutzes aus der ihr eigenen, freiheitlich-christlich unterwanderten Sicht betrachtet. Wem das nicht gefällt, der braucht´s ja nicht zu lesen. Ich tat es trotzdem, natürlich nur, um mich königlich darüber aufzuregen.

Der Artikel „Klimaschutz: Wie man Milliarden für die Atmosphäre verbrennt“ (FAZ.Net vom 14.9.2009) widmet sich den Anstrengungen des Klimaschutzes. Wer sich durch den Artikel liest und ein ganz klein wenig an Umwelt- und Klimaschutz interessiert ist, wird sich verwundert  die Äuglein reiben, wenn er liest

„Die deutsche und die europäische Klimapolitik können einem die Tränen in die Augen treiben“, klagt der Umweltökonom Joachim Weimann von der Universität Magdeburg.

Dass dem wirklich so ist, hielt ich immer für eine Folge verfehlter Umwelt- und Klimapolitik. Weil eben nicht genug dafür getan, weil regenerierbare Energien nicht genug gefördert und die Forschung dieser Technologien nicht genug unterstützt werden, wird wesentlich mehr CO2 ausgestossen, als der Umwelt zuträglich ist. Die FAZ sieht das ein bisschen anders und zwar von der ökonomischen Seite her. Man vertritt den Standpunkt, CO2 könne nur auf eine Art wirklich gespart werden…

…will man verhindern, dass eine Tonne CO2 in die Atmosphäre geblasen wird, kann man an der Leipziger Energiebörse ein Zertifikat für eine Tonne CO2 kaufen und dieses sperren, so dass die Industrie und die Stromkonzerne weniger CO2 ausstoßen dürfen. Ein solches Zertifikat kostet derzeit knapp 15 Euro, in der Spitze waren es vor drei Jahren 30 Euro – also ein Bruchteil der Kosten, die eine Solaranlage zur Einsparung derselben Menge verursacht.

So weit so gut, oder auch nicht. Man hört den weinerlichen Unterton, der lauthals darüber klagt, dass der „Wert“ dieser Zertifikate immer weiter fällt. Und weil es so schön ist, behauptet man gleich – natürlich untermauert von den Theorien der Ökonomen – die Förderung von umweltfreundlichen Technologien zur Energieerzeugung spare nicht nur keine einzige Tonne CO2, nein sie sei wegen der Subventionen dafür verantwortlich, dass der Preis der Zertifikate immer mehr sinke! Der Umweltökonom Christoph Böhringer von der Uni Oldenburg behauptet sogar…

Der Umweltökonom Christoph Böhringer von der Universität Oldenburg geht noch einen Schritt weiter: …“wenn wir die Erneuerbaren Energien zu viel subventionieren, sinkt der CO2-Preis so stark, dass davon die schmutzigsten Technologien profitieren.“

Das genau das möglicherweise auch der Knackpunkt des Zetifikatehandels ist, scheint dabei niemanden zu interessieren!

Naja! Das die Politik, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Politik macht, die unserer Umwelt am meisten zugute kommt, mag daran liegen, dass die Wirtschaft durch die allgegenwärtigen Lobbyisten mit ihren prall gefüllten Geldsäcken, einen größeren Einfluss haben, als absaufende Eisbären, schmelzende Gletscher oder steigende Meeresspiegel. Die Wirtschaft ist an einem umfassenden Umweltschutz aus naheliegenden Gründen wenig bis garnicht interessiert. Erstens kostet er Geld, das dann eben beim Gewinn fehlt und zweitens sorgt er angeblich dafür, dass die davon betroffenen Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Und spo kommt man zu dem Schluss…

…“die Klimapolitik ist im Würgegriff der Bürokraten“, kritisierte Böhringer. Er plädierte dafür, den Markt stärker zu nutzen. Der Emissionshandel sei das richtige Instrument. Dabei entsteht der geringste Wohlstandsverlust, weil genau jene Unternehmen und Wirtschaftsbereiche ihre Produktion verringern, die hohe Emissionen und hohe Vermeidungskosten haben. Der Zwang zum Kauf von CO2-Zertifikaten treibt den technischen Fortschritt an und fördert Investitionen, um Emissionen zu reduzieren.

Für mich persönlich stellt sich dieses Problem ein wenig anders dar. Ich glaube, dass alles, was man nach einem Wert in Dollar oder Euro bewerten und beurteilen kann, auch gehandelt werden kann. Soweit würde mir wahrscheinlich sogar die FAZ zustimmen. Was aber einen pekuniären Wert hat, das wird auch auf dei ein oder andere Weise verkauft, wird zum Ziel von Spekulation und kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Länder in finanzieller Not könnten sich gezwungen sehen, oder vielleicht auch gezwungen werden, ihre Anteile beispielsweise am Regenwald, CO2-Emissionen, die Meere, Rohstoffe und was auch immer an Spekulanten und/oder Konzerne zu verkaufen. Und was geschieht dann? Holzkonzerne zum Beispiel könnten Regenwald billig erwerben (wie sie es heute schon mit den Lizenzen zum Holzeinschlag tun, indem sie korrupte Beamten bestechen und Regierungsstellen schmieren) um diesen dann abzuholzen und zu Gartenmöbeln verarbeiten. Wer will sie daran hindern, wenn sie Eigentümer des Waldes sind? Alles was gehandelt wird, lädt zu Spekulation und zum Betrug ein. Die Finanzkrise, die wir angeblich bereits überwunden haben, ist ein „wunderschönes“ Beispiel. Glaubt wirklich jemand, die von Gier zerfressenen Bankster, die das gesamte Bankensystem mit ihrer Zockerei fast in den Ruin getrieben haben, würden vor der Umwelt oder dem Schutz der Atmosphäre haltmachen? Sobald die Preise für Zertifikate steigen, sobald der regenwald einen wirklichen Wert darstellt, wird er zum Ziel von hemmungsloser Spekulation werden. Die Atmosphäre interessiert nur, wenn man an den CO2-Zertifikaten Gewinn machen kann und zwar je mehr desto besser!

Sind wir bereit oder besser, sind wir in der Lage, diese Spekulationen zu verhindern und notfalls aberhunderte von Milliarden Dollars und Euros in ein marodes Zertifikatshandelssystem zu pumpen, wenn das Klima umkippt? sicher nicht! Aber den Spekulanten schmeissen wir es gern hinterher, damit sie – kaum ein Jahr nach dem Beinahezusammenbruch (oder der Fast-Kernschmelze, wie Steinbrück es formulierte), kennt die Gier des kapitalistischen System keinerlei Grenzen mehr. Nichts gelernt aus den Fehlern, oder sie bewusst ignoriert, frei nach dem Motto, wir fressen jetzt Kreide, bis die Krise vorbei ist und dann schneiden wir uns wieder ein Stück aus dem Kuchen heraus? Die andeutungsweise eingeführte Kontrolle durch den Staat, die in den Industrieländern mit den milliardenschweren Staatshilfen verbunden war, wir rasch wieder abgeschüttelt (schließlich ist sie nicht nur lästig, sondern hindert die Bankmanager auch daran das zu tun, was sie ihrer Meinung nach am besten tun können – Geld machen!).

Wer das Klima retten will, wer dafür sorgen will, dass es auch in 50 Jahren noch so etwas wie Regenwald auf diesem Planeten gibt, wer unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen will, der darf eines nicht tun – die Natur, das Klima, den Regenwald dem Zugriff der Spekulanten ausliefern! Der sogenannte freie Marktwirtschaft – andere sagen schlicht und einfach der Kapitalismus – lässt sich nicht nur nicht kontrollieren und versucht von daher sich jeder staatlichen oder sonstwie gearteten Kontrolle zu entziehen, er will auch alles zu Geld machen und Gewinn erzielen. Liegt der meiste Gewin darin die Luft zu verschmutzen, dann wird es getan. Liegt der vermeintliche Gewinn in der Abholzung des Regenwaldes, dann wird er diesem Streben geopfert ohne Gnade, ohne jede Rücksicht! Das Kapital, der Markt und die Konzerne wirtschaften nur im Eigeninteresse, nie zu Gunsten der Allgemeinheit. Wer sich der Hoffnung hingibt, der Markt reguliere das mit dem Umwelt- und Klimaschutz schon, nur weil ein paar CO2-Zertifikate auf den Markt geworfen werden, der gibt sich einem verhängnisvollen Trugschluss hin. Schließlich hat die Einführung der Strombörse in Leipzig auch sehr rasch dazu geführt, dass die Preise manipuliert und die Strommengen künstlich verknappt wurden, um den Preis hoch zu treiben!

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Politik und Moral

28 08 2009

Nach einigen Tagen des Nachdenkens die, der geneigte Leser hat es vermutlich schon gemerkt, zu einigen Wochen geworden sind, sehe ich mich nun genötigt, wieder einmal ein bisschen Dampf abzulassen. Ganz allgemein und ohne Bezug zur Realität. Denn die Realität, so wie ich sie wahrnehme, ist offenbar etwas ganz anderes als dass, was andere Menschen, insbesondere Politiker, so empfinden. Womit ich schon mitten in der Problematik stecke. Was ist überhaupt Realität und was geht es mich an?

Nichts könnte man jetzt behaupten und so ist es wohl bei den meisten. Politiker treten in Parteien ein, voller toller Ideen und Ideale, getragen von Enthusiasmus, der sie beflügelt und beschwingt und sie – einem Rausch gleich – in die „Höhen“ der kommunalen Politik führt. Also in den Ortsverein, um genauer zu sein. Und dort kriegen sie ihre ersten Flausen schon ausgetrieben. Programm hin, Programm her, hier geht es um kommunale Politik (wie schon gesagt) und die hat mit der Politik auf Landes- und/oder Bundesebene nicht das geringste zu tun. Hier, im Ortsverein, herrscht ein erbitterter Krieg. Jeder gegen jeden. Jeder versucht Macht und Einfluss auf den und im Ortsverein zu erlangen und seine persönlichen Animositäten und Interessen durchzusetzen. Das ist nicht viel anders, als im Kleingartenverein, wo jeder seine 150 qm mit der Nagelschere getrimmten Rasen und die heimlich vergrößerte Gartenlaube gegen das Unkraut und den Neid der bösen Gartennachbarn verteidigen muss!

Und das ist eine harte Schule. Statt Politik zu machen, lernt man hier, wie man seine Interessen vertritt und wenn die „richtig“ vertreten werden, dann haben auch andere was davon und somit ist Politik erfolgreich. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Ortsverein auch mal zusammentritt und diskutiert. Manchmal aber ist das nicht der Fall und als neu eingetretenes Parteimitglied fragt man sich eigentlich schon, wie man die anderen Mitglieder eigentlich kennen lernt. Und darauf gibt es eine einfache Antwort:“Bei der Jahreshauptversammlung!“ Die findet zwar erst im Januar nächsten Jahres statt und im September diesen Jahres sind Bundestagswahlen. Aber wen interessiert das schon, denn der Ortsverein bringt nicht einmal so viele Leute zusammen, dass an 2 Wochenenden Wahlstände aufgebaut werden können um Wähler davon zu überzeugen, die richtige Partei (also die eigene) zu wählen. Wundert es unter solchen Umständen wirklich jemanden, dass einige Parteien ihre Wählerschaft, oder das was sie dafür halten, nicht mobilisieren können?

Wenn man eine Veransaltung besucht, zu der man mit einem tollen Schreiben eingeladen wurde, fällt einem sofort auf, dass der Altersdurchschnitt der Anwesenden irgendwo jenseits der 65 liegt. Wäre man jetzt geschmacklos, könnte man sagen zwischen 65 und scheintot. Aber das bin ich nicht! Wenn außer ein paar Anzugträgern unter 35 niemand da ist, der den Schnitt merklich senken kann, wie soll eine Partei überleben? Als Seniorenvereinigung? Kein Nachwuchs und die Jugend denkt:“Leckt uns doch am Arsch mit Euren bescheuerten Parteien, Ihr kriegt doch eh nix auf die Reihe!“ Und recht haben sie.

Wer erst einmal die Niederungen der kommunalen Politik hinter sich gelassen hat, den beginnt man rund zu schleifen und ihn ordentlich einzunorden, damit er weiss, wohin der Hase läuft. Utopien und Ideale aus Jugendtagen? Schmeiss sie auf den Müllhaufen deiner eigenen Geschichte, sonst bringst Du es in keiner Partei zu etwas. Wenn Du es ganz nach oben schaffen willst, solltest Du Dich frühzeitig im Arschkriechen und Opportunismus üben, sonst wird das nix. Such Dir bei Zeiten ein paar Lobbyisten, denen Du von Nutzen sein kannst und verlass Dich auf ihre Unterstützung sowohl, was die finanzielle, als auch die organisatorische Seite betrifft. Bau Dir ein Netzwerk auf und suche Dich mit den Leuten zu vernetzen, die Dir im Rahmen Deiner politischen Tätigkeit von Nutzen sein können. Du wirst sehen, das wirkt wahre Wunder.

Das ist dann das, was man den politischen Werdegang nennt. Aber in Wahrheit bedeutet es nichts anderes, als dass Du gegangen wirst. Du hast kein einfaches Leben als Politiker. Deine Gegner halten Dich für ein Arschloch und das sagen sie auch jedem (hinter vorgehaltener Hand versteht sich, denn man beleidigt doch keine Kollegen – Mobbing ist da ein viel wirkungsvolleres und vor allem anonymeres System). Deine Wähler sind der Meinung, Du lässt Dich nur dann bei ihnen blicken, wenn Du geil auf ihre Stimmen bist, also kurz vor den Wahlen! Und so passiert es, dass die meisten Politiker im Laufe der Jahre immer angepasster werden, um zu Amt und „Würden“ zu kommen, denn so sagt man zu den „Fleischtöpfen“, zu den Pfründen, die einem ein angenehmes und artgerechtes Leben ermöglichen. Dahin kommt man aber nicht, wenn man sich immer und überall querstellt. Also passen sich die meisten Politikern dem an, was sie für das beste (für sich, nicht für die Politik und die Wähler) halten. So ist der Gang der Dinge. Was das mit Moral zu tun hat, was Politik mit Moral zu tun hat, fragt Ihr Euch? Keine Ahnung. Moral kommt da meistens nicht vor. Sie wird von Sachzwängen verdrängt (wie man so schön sagt) und es bedeutet, dass die hehren Ideale des Einzelnen auf dem Altar der Politik und dem kleinkarierten innerparteilichen Gezänk geopfert werden. Moral braucht kein Schwein, jedenfalls solange, wie es einen nicht selber betrifft!

Trotzdem sollte man sich engagieren. Man sollte Politik machen, mitgestalten und es nicht anderen überlassen (und sich dann hinterher beschweren). Nur wenn möglichst viele Menschen sich einmischen und Demokratie leben, dann kehrt auch die Moral in die Politik zurück. Wir können nicht davon ausgehen, die gewählten Politiker werden es schon richten und wenn die nicht das tun, was ich erwarte, dann kriegen sie eben einen Denkzettel indem ich einer extremistischen Partei meine Stimme hinterher werfe. Aber das ist ein Trugschluss. Wenn die extreme Rechte oder die extreme Linke gestärkt werden, setzenw ir unsere Demokratie auf´s Spiel und das ist niemals gut für die Gesellschaft. Also – bringt Euch ein, mischt Euch ein, macht was, bewegt was. Macht Euren Mund auf und sagt den Politikern, was Ihr wollt, was Ihr braucht und wie Ihr die Zukunft seht. Nur dann wird sich etwas verändern und zwar zum Vorteil.

weiterführende Links:

  • CDU Christlich Demokratische Union – führt den Titel christlich im Namen, wobei nicht ganz klar ist, worauf sich das eigentlich im Parteiprogramm bezieht.
  • CSU Christlich Soziale Union – beruft sich ebenfalls auf irgendwelche ominöse christliche Grundwerte. Vermutlich aus diesem Grund bildet die CSU zusammen mit der CDU die sogenannte Union. CDU tritt nicht in Bayern an, die CSU dafür nicht bundesweit. Die CDU hängt sich ein bürgerlich/konservatives Mäntelchen um, während die CSU sektiererische Strömungen auffängt und am rechten Rand Stimmen zu fischen versucht.
  • SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands – die älteste Partei Deutschlands. Ursprünglich an den Interessen der Arbeiter und Angestellten orientiert.
  • FDP Freie Demokratische Partei – hält sich selbst für die Partei der Besseverdienenden und Leistungsträger. Dürfte aber eher als eine Lobbyistenorganisation der Wirtschaft einzustufen sein.
  • Bündnis 90/die Grünen – aus der Antiatombewegung der 70er Jahre hervorgegangene Partei, die sich hauptsächlich auf Umweltthemen bezog. Mittlerweile ein Stück weit der bürgerlichen Behäbigkeit von Menschen zum Opfer gefallen, die nach einer Jugend mit Protesten gegen Atomkraft nunmehr in gutdotierten Positionen in der Wirtschaft untergekommen sind und den Kontakt zu den Unterprivilegierten verloren haben!
  • die Linke – aus der SED über den Umweg der PDS hervorgegangen. Hat zwar keinen großen Rückhalt auf Bundesebene, kann aber durchaus auf Landesebene die Politik intensiv mitgestalten, besonders in den östlichen Bundesländern. Wurde zu einem Auffangbecken für SPD-Dissidenten, die sich mit dem Einfluss der „Seeheimer“ nicht abfinden wollten.
  • Piratenpartei Deutschland – entstand als Protestbewegung gegen die ständig zunehmende Zensur des Internet nach dem Vorbild der schwedischen Piraten.




„Home“ – ein Film für die Erde!

8 08 2009

Heute fand ich endlich Zeit, in aller Ruhe im Kreis der Familie den Film „Home“ anzuschauen, den ich bei einer Verlosung von Filme für die Erde gewonnen habe. Ich habe noch nie was gewonnen und darum war ich umso überraschter, als mich die Nachricht des Gewinns erreichte.

Kaum war der Abspann gelaufen, begann eine heftige Diskussion. Alle redeten durcheinander und jeder ereiferte sich über die Verantwortungslosigkeit der Menschen und die Gier der Konzerne im Besonderen. Aber in einem waren wir uns alle einig – es gibt wohl kein dämlicheres und bescheuerteres Wesen im Universum, als den Menschen! Wer diese wunderbare blaue Murmel aus der Entfernung sieht, wie sie – einer fragilen und zerbrechlichen gläsernen Kugel gleich – durch die einsame Schwärze des Alls zieht, der begreift sofort instinktiv, wie selten und kostbar unser Planet ist. Ein Planet, der akut gefährdet ist durch die Dummheit und die Gier des Menschen, der als einzelnes Wesen durchaus in der Lage ist zu begreifen, in welch einem hervorragend ausbalanciertem Gleichgewicht das Ökosystem der Erde sich befindet. In der Masse jedoch, als Verbraucher und Konsument (wie man das so schön nennt), ist er eine dumme, hirnlose Bestie die, wenn sie an der Universität die Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaft studiert hat, bar jeden Gewissens und ohne irgend ein Schuldgefühl, in der Anonymität eines großen Konzerns die Ressourcen der Erde plündert, ohne auch nur einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Und gleichzeitig engagieren sich solche Leute in ihrer Freizeit bei Greenpeace und anderen Umweltorganisationen! Opium für das unterschwellige schlechte Gewissen?

Aber wieder zu „Home“. Der Film von Yann Arthus-Bertrand, verbindet wunderbare, zum Teil noch nie gesehene Bilder unserer Erde mit der eindringlichen Botschaft, diese zu schützen. Wer diesen Film sieht und ich meine intensiv sieht, der bleibt nicht unberührt von dieser zarten schönheit, die wir Menschen Erde nennen und die doch so viel mehr ist, als einfach nur eine belebte Kugel in unserem Sonnensystem. Wer diese Bilder sieht, der spürt instinktiv, das ist nicht einfach nur ein Planet, das ist ein riesiger, lebendiger Organismus, das ist Gaia!

„Home“ zeigt aber nicht nur die Schönheit der Erde und die Schattenseiten der menschlichen Existenz, oder die Bedrohung, die der Mensch mit seinen Handlungen für das gesamte Ökosystem der Erde darstellt. Der Film macht auch Mut für die Zukunft, indem er darauf hinweist, dass es noch immer eine Chance zur Rettung Gaias gibt, aber wir müssen rasch, wir müssen sofort handeln! Jeder Mensch sollte diesen phantastischen Film gesehen haben. In jeder Schule sollte es zur Pflicht werden, diesen Film den Schülern (und selbstverständlich den Lehrern) zu zeigen und im Anschluß daran eine Diskussion über unsere Zukunft zu führen!

Ich jedenfalls habe mich entschlossen, „Home“ möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und Gespräche darüber anzustoßen, wie wir die hemmungslose Gier, die Profitsucht und den Egoismus des kapitalistischen Systems überwinden können!

Danke Yann Arthus-Bertrand für diesen wunderbaren Film!





Das Artensterben!

19 07 2009

Focus Online meldete am 2.7.2009 unter der Überschrift „Rote Liste: 17.000 Tierarten bedroht“. Eine wirklich erschreckende Zahl, zumal es nur diejenigen Tierarten sind, die akut vom Aussterben bedroht sind. Insgesamt stehen mehr als 44.000 Arten auf dieser Roten Liste und täglich werden es mehr.

Zumeist ist der Mensch durch sein Verhalten dafür verantwortlich, dass Tierarten von unserem Planeten verchwinden. Seit er begann sich in Sippen zu organisieren und auf die Jagd zu gehen, ging dies zu Lasten der Arten, die er bejagte. Er begann die Erde leer zu fressen sozusagen. Heute ist das Aussterben von Tier- aber auch vieler Pflanzenarten zumeist bedingt durch den Verlust der Lebensräume. Der Mensch breitet sich immer mehr auf der Erde aus und nutzt Flächen für die Landwirtschaft, die er früher nicht bewirtschaften konnte, weil ihm die technischen Möglichkeiten fehlten. Wälder werden abgeholzt und den Interessen weltweit operierender Großkonzerne geopfert. Was übrig bleibt wird in Viehweiden oder riesige Plantagen verwandelt, bis die Erosion ihren Job erledigt und die dünne fruchtbare Krume davongetragen hat. Sterben die Wälder, das ist allgemain bekannt, sterben auch die unzählige, auf diesen Lebensraum angewiesenen Arten. Von diesen sind die allermeisten noch immer nicht wissenschaftlich beschrieben. Und noch bevor sie entdeckt wurden, sind sie schon verschwunden.

Welch ungeheure Schätze werden einfach so weggeworfen und können nie zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden?

Natürlich sterben auch Arten aus, ohne dass der Mensch direkt dafür verantwortlich ist. Das war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Aber in den allermeisten Fällen hat der Mensch und sein unseliges Verhalten, seine Verantwortungslosigkeit und seine grenzenlose Gier das Aussterben verursacht. Manchmal allerdings ist es auch einfach nur Dummheit. Oder wie kann man das sonst nennen, wenn regionale Nutztierrassen einfach aussterben weil sie nicht mehr gezüchtet werden? Ausgetauscht gegen vermeintliche Superzüchtungen, deren Patente bei großen Konzernen liegen wie Turbokühe und Monsterschweine. Zu welchem Preis dieser Tausch der vielen auf die einzelnen geographischen und regionalen Bedingungen überall auf der Welt gegen einige wenige Einheitsrassen stattfindet, dämmert den Landwirten erst später. Klimatisierte Ställe, Kraftfutter (aus gentechnisch verändertem Soja beispielsweise), Medikamente (vor allem Antibiotika), Krankheiten (Mastitis, BSE, Schweinepest, usw.) sind notwendig, um diese Tiere am Leben zu erhalten. Aber die unschätzbaren Genressourcen der alten und unempfindlichen Rassen geht immer schneller verloren, für immer!





Die stille Invasion!

18 07 2009

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).




Die Zukunft der Atomkraft! (mal wieder)

18 07 2009

Wir steuern im Superwahljahr 2009 auf die Bundestagswahl zu, am 27.  September ist es soweit und schon geht das Gezerre um das Thema Atomkraft wieder los! Eine Weile war Ruhe und nachdem die Asse, Krümmel und der angeblich so umweltfreundliche Atomstrom fast in der Versenkung verschwunden sind, ging es plötzlich um so heftiger wieder los! Nach 2 Jahren Stillstand wegen Problemen mit abgefackelten Trafos, die natürlich von Vattenfall ganz anders – aber auf jeden Fall wie üblich nicht als meldepflichtiger Vorfall – eingestuft wurden. Nachdem trotz allem, man war ja unschuldig und nie hatte zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestanden, hoch und heilig Besserung versprochen worden war, ging man wieder ans Netz. Und? Erneut explodierte ein Trafo! Man hatte schlicht „vergessen“ ein wichtigen Messgerät zu installieren, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hatte. Aber, wer hätte etwas anderes vermutet, niemand war gefährdet und überhaupt war auch das kein meldepflichtiger Vorgang – jedenfalls nach Meinung von Vattenfall!

Bedauerlicherweise sehen das einige Leute ein klein wenig anders. Während der Streit losbrach, warum Vattenfall sich nicht an die erteilten Auflagen hält, hub die Union, allen voran der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger und gleich darauf auch seine Bundeskanzlerin an zu frohlocken, dass alle deutschen Atomkraftwerke sicher seien – offensichtlich wider besseres Wissen. Oder sollte möglicherweise die prallen Budgets der Atomlobby dafür gesorgt haben, dass die Union sich plötzlich ihrer wahren Bestimmung als Vorkämpferin für die „umweltfreundliche“ Atomkraft erinnerte?

Wie dem auch sei. Sigmar Gabriel, ganz eloquenter Bundesumweltminister brachte den vereinbarten Atomausstieg wieder ins Spiel, den die Union ganz offen ablehnt. Bei einer Mehrheit für schwarzgelb im September dürfte es mit diesem Atomausstieg vorbei sein. Vermutlich brechen dann traumhafte Zeiten für die Atomindustrie an. Noch immer kein taugliches Endlager in Sicht, aber „auf Atomkraft setzen um´s Klima zu retten“? Dabei ist das einzige, was gerettet wird, die Boni für die Manager der Atomkonzerne! Und justament zu diesem Zeitpunkt stellt sich auch noch heraus, dass die Asse leckt wie eine Wasserleitung in einem hundert Jahre alten öffentlichen Klo.

Ja, ok, die Asse ist ja nur ein Versuchsendlager gewesen, so wird behauptet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Dreck da unten liegt und jede Menge Wasser fröhlich da durch plätschert. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass das salzige Wasser radioaktive Rückstände aus den undichten Fässern ausspült und sich dann in großen Pfützen auf den Solen sammelt, die so strahlen, wie ein Vattenfall-Manager, wenn er das Wort Umweltschutz in den verlogenen Mund nimmt!

Auch der Uralt-Reaktor Biblis harrt des viel beschworenen Umschwungs zu einer atomfreundlichen Politik unter der CDU/FDP. Verspricht man sich doch wahrhaft goldene Zeiten, wenn die Restlaufzeiten drastisch erhöht werden und die Reaktoren im Prinzip laufen dürfen sollen, bis sie auseinander fallen – was sie ja eigentlich schon jetzt tun. 1 Million Euro Gewinn pro Tag ziehen die Atomkonzerne aus einem abgeschriebenen (also uralten) Atomreaktor! Wen interessiert da noch die Sicherheit außer denen, die neben solchen Schrottanlagen wohnen? Das sind doch sowieso nur Querulanten, Ökospinner und sonstige unzurechnungsfähigen Leute, die keine Ahnung haben!

Bleibt nur meine inständige Hoffnung, dass die Wähler – in ihrer Weisheit – dem selbstmörderischen Energiekurs der Union und der in sie verliebten FDP des Guido Westerwelle eine klare Absage erteilen mögen.

weiterführende Links: