Was für Dreck als Nahrung verkauft wird!

12 07 2009

Jeder hat sich schon aufgeregt, wenn in der Presse einmal mehr von Gammelfleisch, Gammelkäse und sonst irgendwelche Lebensmittelskandale die Rede war. Man kann den Eindruck gewinnen, in den Regalen der Supermärkte liegt nur der letzte Dreck, den noch nicht einmal mehr die Müllkippe zur Entsorgung annehmen will. Ja es ist keine Freude, zum Einkaufen in den Supermarkt zu gehen und mit der permanenten Ungewissheit seine Auswahl zu treffen, ob man auch das bekommt, was man haben will – qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu einem, ich sage es mal ganz vorsichtig, angemessenen Preis!

Sicher spielt es eine Rolle, dass vor allem in Deutschland  eine “Geiz-ist-geil-Mentalität” um sich gegriffen hat, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Die Deutschen gehören zu den Völkern, die nicht bereit sind, für ihre Lebensmittel einen Preis zu bezahlen, der den Erzeugern das wirtschaftliche Überleben ermöglicht. Es kann nicht billig genug sein und im Zweifel frisst man eben den letzten Dreck, hauptsache es ist billig! Wenn es dann zu Lebensmittelskandalen kommt, regen sich gerade die Deutschen ganz besonders darüber auf.

Jetzt kommt ans Tageslicht, dass viele Hersteller von sogenannten Lebensmitteln mittlerweile dazu übergegangen sind, die natürlichen Bestandteile, aus denen auch vorgefertigte Nahrungsmittel, oder Tiefkühlprodukte bestehen, durch künstlichen Stoffe zu ersetzen. Schinken auf Pizza, oder in Schinkennudeln werden durch Kunstschinken ersetzt, der zwar in Konsistenz und Aussehen dem üblichen Kochschinken gleicht, aber eben aus anderen  – künstlichen – Stoffen besteht und wesentlich billiger in der Herstellung ist (“Lebensmittelimitate: Bauern geben Preisdruck Schuld an Mogelkäse”; Artikel auf WeltOnline vom 11.7.2009). Besonderes Augenmerk gilt im Moment dem sogenannten Analogkäse, der mit natürlichem Käse soviel gemeinsam hat, wie Atomstrom mit Windenergie – nichts! Diese künstlichen Bestandteile in Nahrungsmitteln sind Betrug am Verbraucher, wenn es nicht auf der Verpackung steht. Denn keiner will den Dreck aus dem Chemielabor freiwillig fressen. Und die Produzenten machen einen Reibach damit, dass sie die billigen Ersatzstoffe verwenden und den Verbraucher darüber im Unklaren lassen. So wir aus dem Analogkäse eine sprudelnde Geldquelle. Jedenfalls für den Hersteller. Und der Verbraucher merkt den Unterschied sowieso nicht, weil er zu dämlich ist, die komplizierten und verklausulierten Auflistungen auf der Rückseite der Lebensmittelverpackungen zu lesen (die dazu noch so klein geschrieben sind, dass man sie nur mit Lupe oder echten Adleraugen fehlerfrei entziffern kann) und außerdem nicht weiss, was z. B. Mononatriumglutamat ist.

Das hat natürlich Methode, denn in diesen Auflistungen der Inhaltsstoffe verbergen sich noch ganz andere, teilweise brisantere Informationen, von denen die Hersteller, allen voran die großen Lebensmittelkonzerne, am liebsten nicht wollen, dass der Verbraucher von ihrem Vorhandensein Kenntnis bekommt. Zum Beispiel davon, wenn Soja und Lezithin enthalten sind, was meist darauf schließen lässt, dass es sich um Produkte handelt, die mit gentechnisch veränderten Bestandteilen versetzt sind, denn auch die will kaum jemand freiwillig auf seinem Teller und anschließend in seinem Magen haben.

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Hunger!

10 07 2009

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man “großzügig” Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die “Entwicklung” der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge “Pflanzenschutzmitteln” beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des “Gesundschrumpfens” sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem “erworbenen” Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit “Bio”sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit “Bio”sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst “ungenutzt” (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als “sauberen” Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will (”Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss”; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

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Zwei Grad…

9 07 2009
…soll die Grenze des Temperaturanstiegs auf diesem Planeten sein, gegenüber der Durchschnittstemperatur vor der Industrialisierung. Während unsere Bundeskanzlerin strahlend und bester Laune vor die Kameras und ins Blitzlichtgewitter der versammelten Journalisten trat und mit hörbarem Stolz (warum auch immer) verkündete, die G8-Staaten und die Schwellenländer hätten einen Durchbruch im Klimaschutz errungen, widersprach China, moserte Rußland herum und wollten sich die anderen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko nicht festlegen in welchem Zeitraum dieser Temperaturanstieg verhindert werden solle.

Na also, mal wieder viel Wind um nix. Mit solchen “weltbewegenden” Klimaschutzvereinbarungen, die diesen Namen nicht verdienen, retten wir das Klima sicher nicht. Aber für die Politik ist selbst sowas immer ein Grund sich selbst zu beweihräuchern und sich im strahlenden Glanz dieser vermeintlichen Erfolge zu sonnen. Besonders gern gibt sich offensichtlich unsere Kanzlerin dafür her. Und daheim setzt man derweil fleissig auf Atomernergie (gesponsort von der Atomlobby und den großen Atomkonzernen) und lässt Vattenstörfall schalten und walten wie es denen gut dünkt. Und wer es denn trotzdem wagt, die Sicherheit der deutschen Atomanlagen anzuzweifeln, oder sogar die Lauterkeit und die Zuverlässigkeit der Atomkraftwerksbetreiber, der macht sich nicht nur bei der Union, sondern erst recht bei der FDP unbeliebt!

Aber ich schweife ab. Bringt das die Welt wirklich weiter? Etwa eine solche Vereinbarungen (hier wird das Wort Minimalismus völlig neu definiert!), von denen a) keiner weiss, wie man sie einhalten, b) wie man sie kontrollieren und c) in welchem Zeitraum man sie umsetzen kann? Etwa solche wachsweichen Zusagen, die weder die Treibhausgasemissionen  begrenzen, noch überhaupt festlegen, wie viel Treibhausgas in welchem Zeitraum eingespart werden soll?

Und während man wenigstens dem Anschein nach versucht ein wenig Aktivismus zu zeigen, um die daheimgebliebenen Wähler in Sicherheit zu wiegen, setzt Berlusconi den Neubau von Atomreaktoren in Italien durch (Artikel auf spiegelonline vom 9.7.2009; “Kernkraft: Italien kehrt zur Atomenergie zurück”). Aber wir können beruhigt sein, auch in Italien hat niemand eine Ahnung, wie und vor allem wo der Atommüll endgelagert werden soll.

Ein Tipp von mir: Der Mafiaboss ihres Vertrauens kümmert sich sicherlich gern um die Entsorgung ihrer radioaktiven Müllmassen – gegen einen entsprechenden Obolus versteht sich (genauso, wie sich die schweigenden Herren schon in der Vergangenheit um die “fachgerechte” Entsorgung von Giftmüll nach Afrika oder sonst wohin gekümmert haben).

Außer heisser Luft hat das G8-Gipfeltreffen nicht viel gebracht. Und heisse Luft gibt es bereits genug. Bedauerlich, dass man nicht versucht hat, die Erwärmung des Klimas bei diesem Pseudo-Umwelt-Klimaschutzgipfel zu vermeiden. Das hätte der Welt sicher gut getan!

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Lasst es Euch schmecken – Asseln im Trinkwasser!

8 07 2009

Heute fand ich diesen unappetitlichen Artikel auf sueddeutsche.de. Unter der Überschrift “Trinkwasser – Wenn Assel-Kadaver aus dem Hahn sprudeln”, kann der interessierte und nach kurzer Lektüre durchaus ein wenig angeekelte Leser erfahren, was so alles in seinem Trinkwasser rumschwimmt. Merkwürdigerweise nehmen die Wasserversorger allerdings gerne für sich in Anspruch, das sauberste Lebensmittel zu erzeugen. Naja, wer´s glaubt.

War man in der Vergangenheit schon schockiert, wenn da Rost aus den Leitungen kommt, sobald man den Hahn öffnet, kann man bei der sueddeutschen nun erfahren, dass es sich bei dem vermeintlichen Rost oft um Asselkot (also schlichtweg Scheisse von kleinen Krabbeltieren handelt). Besonders schlimm sei das Problem in den neuen Bundesländern, da sei das Leitungsnetz marode und die Bevölkerung zieht aus den ländlichen Gegenden weg, um näher an den Antragsstellen für Hartz IV Arbeitsplätzen zu leben. Dadurch veröden die Gegenden und es wird vielerorten nur noch selten der Wasserhahn aufgedreht, um die Leitungen mal wieder ein bisschen durchzuspülen.

Ganz unbekannt ist das Problem auch im Westen nicht. Allerdings hängt man dieses Hygieneproblem verständlicherweise nicht gern an die große Glocke. Wo man sein Geschäft mit “sauberem” Trinkwasser macht, kann man solchen Dreck in den Leitungen und in der Tagespresse nicht gebrauchen. Bekanntlich sind private Konzerne gerade dabei, die öffentliche Wasserversorgung in die Hand zu bekommen. Private Konzerne aber müssen Gewinne machen, wenn sie rentabel arbeiten und die Gier ihrer Aktionäre und Manager befriedigen wollen. Also wird weiter Trinkwasser durch alte und marode Leitungen zu den Kunden gepumpt. Wasservergeudung, und nichts anderes ist in meinen Augen das regelmäßige Durchspülen von Rohrleitungsnetzen, soll dann dafür sorgen, dass die Leichen der darin gestorbenen Asseln und die von ihnen quasi als Erbschaft hinterlassene Scheisse hinfortgespült werden. Da kommt doch richtig Freude auf und lässt in mir die Frage keimen:”Ist unser Trinkwasserverteilsystem wirklich das Nonplusultra?”

Eine Antwort auf diese Frage fällt mir auch gleich ein:”Nein! Es ist nicht das Nonplusultra.” Aber die Sanierung der Netze ist extrem teuer und weil der Staat und die Kommunen das nicht bezahlen können oder wollen (vielleicht ist ihnen die Gesundheit ihrer Bürger ja auch egal), verkauft/vermietet man die Wasserwerke und Netze an sogenannte private Investoren (die in der Regel im Ausland sitzen) und least sie dann für teueres Geld zurück (ein besonders beliebtes Modell bei Kommunen war und ist das sogenannte Cross-Boarder-Leasing, hier die Erläuterungen auf Wikipedia. Wenn man das mal genau durchliest, wird zumindest mir schlecht und nicht umsonst sind viele Gemeinden mit solchen Geschäften mächtig auf die Schnauze gefallen!).

Dazu muss man neben den Mietkosten auch noch den Unterhalt und die Instandhaltung der vermieteten und zurückgeleasten Anlagen tragen. Nicht schlecht – jedenfalls für den Investor! Und so kommt es, wie es kommen muss. Dem kurzfristigen Segen für die geplagten öffentlichen Kassen, steht eine erhöhte Belastung durch die laufenden Kosten der Folgejahre gegenüber. Also werden weiter die alten Leitungen geflickt, wird Wasser vergeudet, indem man Unmengen davon durch die Leitungsnetze jagt, um die Asseln und ihre Scheisse hinauszuspülen! Und die “Investoren”? Die investieren nichts, die kassieren nur. Von wegen, die Wasserversorgung könne so verbessert werden!

Zwar soll, so behauptet man, die Asselscheisse im Trinkwasser ungefährlich sein und die darin herumschwimmenden (an Altersschwäche?) gestorbenen und verwesenden Asselkadaver würden wohl Bakterien freisetzen, aber wenn man nicht gerade eine offene Wunde unter einem nach zwei Wochen zum ersten Mal wieder geöffneten Wasserhahn auswaschen würde, könne vermutlich nichts passieren. Wie tröstlich, wenn auch sehr unappetitlich. Da bleibt mir nur eins zu sagen:”Prost!” Und wenn´s Hahnwasser zu sehr nach Leiche schmeckt, dann trinken wir eben Mineralwasser. Das bringt den Konzernen zwar auch Gewinn und einen noch höheren, denn das Mineralwasser ist wesentlich teurer – aber wenigstens ist es sauber. Hoffentlich!





Ameisen, die unterschätzte Macht! (Teil 2)

5 07 2009

Als ich einem Link folgte, den Noah in seiner Mentio geposte hatte, fand ich beim Weiterlesen den sehr interessanten Artikel “Entomologie: Ameisen-Superkolonie breitet sich über drei Kontinente aus” (auf SpektrumDirekt vom 3.7.2009). Hier wird beschrieben, wie die kleinen Krabbler praktisch die gesamte Welt erobert haben, ausser der Antarktis. Dort dürfte es den unglaublich anpassungsfähigen Insekten denn doch ein wenig zu kühl sein – noch. Warten wir mal ab, wie sich der Klimawandel weiterentwickelt und schauen wir dann, wie er sich auf die Verbreitung der Ameisenpopulation auswirkt.

Die Tiere, die diese sogenannte Superkolonie bilden, stammen offenbar ausnahmslos von der Argentinischen Ameisen (Linepitherna humile) ab und verbreiten sich ungebremst über Nordamerika, Europa und Japan. Sie bildet gigantische Kolonien von mehreren hundert Kilometern Länge. Die Superkolonie an der europäischen Mittelmeerküste die mit mehr als 6.000 km Länge die bei weitem größte. Phantastische Tierchen also. Vielleicht sollten wir uns mal Gedanken darüber machen, ob diese Superkolonien nicht einmal irgendwann so etwas wie Intelligenz, vielleicht so eine Art  Super-Schwarmintelligenz entwicklen und uns die Herrschaft über den Planeten streitig machen könnten.

Man kann mal dahin gestellt sein lassen, ob das für die Natur so schlimm wäre, wenn die Ameisen die dominante Spezies dieses Planeten wären. Der Mensch mit seinem Ressourcenverbrauch und seiner Neigung, die Natur und die Umwelt nach seinem Gutdünken und dem Gewinnstreben seiner Konzerne zu verändern, bzw. diese verändern zu lassen, ist sicher kein Glücksfall für Gaia gewesen. Ob es die Ameisen wären? Wer weiss?

Ein wenig mulmig wird mir bei dem Gedanken dann schon, dass die Erde und die Menschen möglicherweise einmal von einer Meta-Ameisenpopulation beherrscht werden könnten. Menschliche Sklaven, eingeschlossen in gigantischen Ameisenbauten, wo sie mit der Zucht von Pilzen beauftragt sein könnten und damit, für die Brut der Kolonie zu sorgen – vielleicht sogar als “Lebendfutter”? Wenn ich an den Film “Formicula” denke, den ich in meiner Jugend einmal gesehen habe und der mich dermaßen tief beeindruckt hat, dass ich lange Zeit einen Heidenrespekt vor den kleinen, starken Tieren hatte, wird mir ganz anders. Auch wenn die damalige “Tricktechnik” (oder was man dafür hielt) heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken und den StarWars-verwöhnten Kids von heute nur noch ein müdes Stirnrunzeln abringen würde.





MON810 und kein Ende!

4 07 2009

Tja, fleissige Lobbyarbeit, so teuer sie letzten endes auch sein mag, zahlt sich doch irgendwie immer aus. Das müssen sich die dezent gekleideten Damen und Herren von Monsanto, Bayer, BASF und Konsorten gedacht haben, die mit dicken Geldtaschen, Luxusreisen und anderen Annehmlichkeiten – aber selbstverständlich ohne jedes wirtschftliche Interesse – um die Politiker herum schleichen, wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei.

Und wie man sieht, scheint der Erfolg für sich zu sprechen. Jedenfalls – völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der Anbau des MON810 Genmais von Monsanto in etlichen europäischen Staaten wegen ernsthafter Bedenken und befürchteter gesundheitlicher Gefahren verboten wurde, will ihn die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nun trotzdem wieder zulassen (EFSA befürwortet Wiederzulassung von Genmais MON810, Artikel auf greenpeace vom 30.6.2009)! Und damit der Konsument es nicht ganz so einfach hat und dieses Teufelszeug im Lebensmittelregal boykottieren kann, hat man sich bereits auf gesetzliche Regelungen geeinigt, die es nicht leicht machen, genveränderte Produkte ohne weiteres zu erkennen. was die Menschen wollen, ist offenbar uninteressant. Was Monsanto will dagegen schon eher.

In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz ist der Anbau von Mon810 teilweise bereits seit Jahren verboten. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner schloß sich – vermutlich eher aus parteitaktischen Erwägungen und den neuen CSU-Kurs der Gentechnik-Ablehnung – dieser Eischätzung an und zog mit einem Verbot nach (Aus für Genmais MON810 in Deutschland, Artikel auf greenpeace vom 14.4.2009)! Obwohl ein erster Schritt hin zu einem kompletten Verbot von genveränderten Pflanzen, sollte man diese Entscheidung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Wenn´s an´s Eingemachte geht, war sich die Union noch nie zu schade, auf ihre Versprechen von gestern zu pfeifen (ich benutze hier bewusst nicht den Ausdruck “sch..ssen” in diesem Zusammenhang, obwohl er mir zweifellos auf der Zunge lag!).

Während Frau Aigner wie eine Löwin für die deutschen Verbraucher und gegen den Genmais kämpfte, muss sie sich allerdings so sehr verausgabt haben, dass sie es nicht schaffte, auch gleich die genveränderte Kartoffel Amflora (von BASF, einem zumindest teilweise deutschen Unternehmen, ist das nicht merkwürdig?) ebenfalls die Erlaubnis zu verweigern. Obwohl hier genauso Gefahr droht wie beim Genmais, entschied man einfach mal anders (Genkartoffel: Aigners “Zickzackkurs” in der Kritik; Artikel auf tagesschau.de vom 28.4.2009). Management bei Würfelspiel? Wer weiss das schon. Vielleicht liegt´s auch daran, dass einstens der olle Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Genkartoffel erstmals zugelassen hat. Das wäre es wohl ein Affront sondersgleichen gewesen, seine Lauterkeit und seine Weisheit anzuzweifeln und das Zeug doch noch final zu verbieten. So was überlebt man  – auch als Ministerin – nicht lange, denn als bayrischer Ministerpräservativ ist Seehofer auch nicht ganz ohne Macht und Einfluss. Und Aigner will in der CSU sicher noch mal was vernünftiges werden!





Containern als Protest gegen den Kapitalismus!

28 06 2009

Wenn das Essen aus der Abfalltonne oder dem Müll-Container kommt (daher auch die Bezeichnung Containern), dann sind meist zwei Möglichkeiten gegeben, warum dies der Fall ist. Auf diese Geschichte wurde ich durch die netzeitung (Mülltauchen gegen den Kapitalismus: Wenn das Essen aus der Tonne kommt; Artikel in der netzeitung vom 28.6.2009) aufmerksam, obwohl ich sie auch früher schon einmal in dem ein oder anderen Blog gelesen habe. Was sind das für Menschen, die sich aus Mülleimern ernähren?

1. es handelt sich um Menschen, die so arm sind, dass sie sich von den Resten aus den Abfalltonnen anderer ernähren müssen…

…oder…

2. …um Menschen, denen die Kritik am kapitalistischen System und den damit verbundenen Auswüchsen (wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln, anstatt sie kostenlos an Arme abzugeben!), bzw. die strikte Verweigerung des Konsums, das Containern als eine wichtige Möglichkeit des Widerstandes erscheint.

Meist ist die Grundhaltung dieser Verweigerer eine anarchistische. Einer der Hauptkritikpunkte der Containerer ist die Tatsache, dass das Entnehmen von Nahrungsmitteln aus dem Müll-Container rechtlich gesehen als Diebstahl gewertet werden kann. Zudem stehen die Conmtainer oft in abgezäunten Bereichen und wenn die Gelände mit einem “Betreten verboten”-Schild gekennzeichnet sind, ist man wegen Hausfriedensbruch dran!

Die Supermärkte, die eigentlich die Hauptanlaufpunkte für die Containerer sind, argumentieren zwar, sie würden noch genießbare Nahrung, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, an die “Tafeln” weitergeben. Das tun zwar wirklich einige, aber längst nicht alle. Schließlich gibt es weit mehr arme und bedürftige Menschen, als die Tafeln Nahrungsmittel requirieren und bereitstellen können. Wie sonst würden trotz allem noch genießbare Lebensmittel weiter im Müll landen, wo sie die Containerer dann bergen?

Das schlimme an der Geschichte ist meiner Ansicht, das in unserer Gesellschaft und in diesem Wirtschaftssystem sogar Müll einen Wert hat. Und ich meine jetzt nicht Rohstoffe, die recycelt werden können, sondern Biomüll. Dadurch will man offenbar auch noch den letzten Menschen in dieses kapitalistische System hineinzwingen und vermutlich wäre es den Verantwortlichen am liebsten, wenn die die nichts bezahlen können für ihre Nahrung, eben auch kein Recht auf Nahrung haben!

Das Containern ist jedoch meist wirklich nicht aus der Not geboren, sondern als Ausdruck des Protestes gegen die Wegwerfgesellschaft zu verstehen. Die meisten Containerer haben einen festen Job und ein geregeltes Einkommen! Nun, es ist nicht gerade mein Stil, Essen aus dem Container zu fischen und damit meinen “Schwimmring” zu füttern. Da steh ich schon mehr auf die frischen Sachen. Aber ich kann mich auch unglaublich darüber aufregen, wenn ich sehe, wie Nahrung – trotz der großen Not vieler Menschen auf dieser Welt – einfach im Müll landen. Dies ist Ausdruck einer Einstellung und eines Wirtschaftsystems, das es nicht hinnehmen will, wenn jemand ohne zu bezahlen essen und leben kann. Die Lebensmittelkonzerne produzieren Unmengen Nahrungsmitteln und werfen riesige Mengen davon einfach in den Müll! So kann man die Preise schön hoch halten, weil man das Angebot verknappt?

Wer´s nicht glaubt, der kann sich den Film “We feed the World” hier mal anschauen. Wem es davon noch nicht übel genug wird, der kann auch zum Containern gehn, denn das geht garantiert auf den Magen (das Video meine ich). Wenn man die gesammelten Lebensmittel ordentlich schrubbt und wäscht, warum sollen sie nicht gegessen werden können? Wenn man sich mal bewußt macht, was für Zustände in manchen Betrieben herrschen, in denen unsere sogenannten Lebensmittel hergestellt werden, der wird sich noch über die hygienischen Zustände in einer Mülltonne freuen!

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Stoltenberg ist Schuld!

27 06 2009

Na endlich! Ein Schuldiger für die Asse ist nun gefunden! Der ehemaliger Forschungsminister Gerhard Stoltenberg ist verantwortlich dafür, dass die Asse als Endlager eingerichtet wurde und damit den Stromkonzernen eine kostengünstige Möglichkeit bot, ihren radioaktiven Restmüll zu entsorgen – auf Kosten der Gesellschaft und nicht der Stromkunden. Denn wären die realen Kosten in den Preis des Atomstrom mit eingeflossen, kein Mensch hätte zugestimmt, sich mit dieser “umweltfreundlichen” und “klimaschonenden” Form des Stroms beliefern zu lassen. Jeder hätte auf Grund des Preises gemerkt, was er sich da antut, bzw. seinem Geldbeutel! (Artikel auf SpiegelOnline vom 27.6.2009 “Atommüll: Forscher gibt Stoltenberg Verantwortung für Asse-Skandal”).

Nun ist es also der olle Gerhard Stoltenberg gewesen? Schade nur, dass er 2001 im biblischem Alter von knapp 73 Jahren verblichen ist und darum nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. In den Jahren von 1965 – 1969 war er Bundesminister für wissenschaftliche Forschung und hatte damals bei allen Entscheidungen – vermutlich tatkräftig und moralisch, oder wie auch immer, von den Profiteuren dieser Entscheidungen unterstützt – seine Finger im Spiel!

Nun ist es ja nicht so, dass man jedem politisch tätigen Menschen von vorne herein böse Absicht oder gar Bestechlichkeit und Vorteilsannahme unterstellen will. Aber man kann auch nicht leugnen, dass der intensive Einsatz von Lobbyisten, der damals möglicherweise noch nicht ganz so intensiv war wie heute, unter Berücksichtigung der überzeugenden Wirkung von dicken Geldbeuteln und exquisiten Mitbringseln, durchaus eine sehr überzeugende Wirkung haben kann. Damals wie heute! Vermutlich ist es auch so, dass diejenigen, die von den Zuwendungen großer Konzerne profitieren, zwar nach außen hin die Meinung vertreten, sie würden all ihre Entscheidungen objektiv und ohne jeden Interessenkonflikt treffen können. In Wahrheit ist es aber so, dass die Realität ein klein wenig anders aus sieht. Man beisst – das ist das erte, was Hunde und Politiker vermutlich lernen müssen – nicht in die Hand, die einen füttert! Also kann man auch nicht Entscheidungen treffen, die zu Lasten der Konzerne und ihrer Interessen gehen. Schließlich, das habe ich schon des öfteren betont, steht das Wohlergehen der Wirtschaft über allem.

Wen interessieren dabei schon solche Lapalien wie Umweltschutz, Menschenrechte, oder gar die Würde des Menschen? Wen interessiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn dabei die Profite der Industrie auf dem Spiel stehen! Spätfolgen? Wie man sieht, hat es Stoltenberg genau richtig gemacht – nach mir die Sintflut. Zwar war damals schon bekannt, dass die Asse über kurz oder lang absäuft, aber es gelang allen folgenden Bundesregierungen und zuständigen Behörden, die Erkenntnisse zu verheimlichen und zu verschleiern – bis heute! Aber wie gesagt: jetzt, wo man weiss, wer Schuld ist, kann man nichts mehr machen, weil Stoltenberg bereits den Weg alles irdischen gegangen ist und – da er es sicher in gutem Glauben und mit reinstem Gewissen getan hat – auch garnichts gegen ihn in der Hand gehabt hätte. Oder kennt jemand ein Beispiel dafür, dass jemals ein Politiker für sein Handeln die Verantwortung hätte tragen müssen? Nein!

Aber ich kenn jemanden, der muss nicht nur die Verabtwortung für “unseren” Atommüll tragen wird müssen – der dämliche Bürger. Denn der muss die Verantwortung ganz sicher mit seinen Steuern tragen, während die Stromkonzerne und Atomkraftwerksbetreiber weiterhin rotzfrech behaupten dürfen, die Atomenergie sei klimaschonend und umweltfreundlich, sicher und sauber und  – sowieso – billig! Die Früchte des Lobbyismus haben in der Union und in der FDP ganz besonders Früchte getragen. Darum kämpfen diese auch ganz engagiert für den intern schon beschlossenen Ausstieg aus dem “unumkehrbaren” Ausstieg. Aber vor den Verlockungen des Kapitals sind auch die Sozialdemokraten nicht gefeit!

Darum bleibt uns nichts anderes übrig, als selber die Stimme zu erheben und mit drohend erhobenem Zeigefinger auf die Gefahren für die Umwelt, die Menschen und die gesamte Welt hinzuweisen!





Philosophische Gedanken?

18 06 2009

Ob das jetzt Philosophie ist, oder eher nicht, interessiert mich eigentlich weniger. Aber es sind Gedanken, die mich gerade beschäftigen und darum müssen sie auch niedergeschrieben werden. Es ist ja nicht so, dass man heutzutage damit rechnen muss auf dem Scheiterhaufen der nächstgelegenen größeren Stadt zu enden, wenn man die Frage in den Raum wirft:”Sind wir allein?” Ich meine allein in diesem Universum, das so groß und doch nicht unendlich ist. Man kann darüber geteilter Meinung sein und mit Recht einwerfen:”Was interessiert´s mich, solange ich das weder überprüfen, noch beweisen kann?” Und da ist zweifellos was dran. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, so ist es durchaus…nun wahrscheinlich, dass wir nicht allein sind. Jedenfalls wenn man es logisch betrachtet. Dabei ziehen auch die so “logisch” aufgebauten Gegenargumente der Wissenschaft nicht, genauso wenig wie die Behauptung religiöser Fundamentalisten, die da die Ansicht vertreten, der Mensch sei doch wirklich die Krone der Schöpfung! Jede Kritik an dieser Auffassung wird auch heute noch als Ketzerei bezeichnet und dem ein oder anderen “frommen” Christen juckt es sicher bei solchen Diskussionen in den Fingern, wenn er ein Feuerzeug sieht!

Nun, sei´s drum. Es schert mich nicht die Bohne, was solche Leute denken. Ich gestatte es mir, eine eigenen Meinung zu haben und diese auch zu vertreten. Dieses Recht gestehe ich jedem anderen Menschen ebenfalls zu, also warum soll ich es für mich nicht auch in Anspruch nehmen dürfen?

Aber der eigentliche Grund für diesen Artikel ist nicht die Frage nach dem Alleinsein im All, oder nicht. Meine philosophischen Gedanken drehen sich in diesem Fall um die weit bescheidenere, aber nichts desto weniger existenzielle Frage nach dem Grund unserer Existenz. Mir ist freilich klar, dass auch die Beantwortung dieser Frage eine Sache ist, bei der sich sämtliche Religionen angesprochen fühlen. Angesprochen fühlen müssen, denn sonst wären sie bar jedes Existenzrechtes, oder? Das Problem ist allerdings, dass jede Religion diese Frage für sich und ihre Anhänger anders beantwortet. Und jede hat natürlich Recht, behauptet sie jedenfalls. Wer etwas anderes behauptet, ist dann eben ein Ketzer, so einfach ist das.

So stelle ich sie denn nun, diese ominöse Frage:

“Was ist der Grund für die Existenz des Menschen auf dieser Erde?”

Weiss jemand von Euch die Antwort? Was denkt Ihr darüber?

Nun, solange ich keine Begründung höre, die mich wirklich überzeugt, muss die Antwort auf diese – zugegebenermaßen von einigen als provokant empfundenen Frage – in weiteren Fragen liegen. Diese können vielleicht beim intensiven “in-sich-gehen”, das man auch als meditieren bezeichnen könnte, zu einer tieferen Einsicht führen. Bei mir wahrscheinlich eher nicht, obwohl, vielleicht ja doch.

Wenn Menschen auf der Erde existieren, muss das einen Grund haben. Oder ist es doch vielleicht nur ein Zufall? Ein Zufall, der sich über Milliarden von Jahren hinweg vom einzelligen Bakterium zum Menschen entwickelt hat? Die Religionen sehen das anders. Für sie gibt es diesen Zufall nicht. Sie behaupten, ein ewiger Schöpfer habe den ersten Menschen erschaffen (wie auch immer). Ich sehe das ein wenig anders. In meiner Gedankenwelt ist der Mensch zwar ein mit Vernunft begabtes Wesen, das sich aber meistens seiner Intelligenz nicht zu bedienen pflegt und lieber mit der Keule umeinander haut, um seine Probleme zu lösen. Dabei bedient er sich der uralten und noch heute überall geübten Praxis des…

…es gibt kein Problem, das nicht mit Gewalt gelöst werden kann…

…was im Laufe der menschlichen Geschichte zu eienr Unzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen und Abermillionen Todesopfern geführt hat. Ungeachtet der Strafen, die den Übeltätern von den Religionen angedroht werden – aber nur den Verbrechern von der gegnerischen Seite – finden sich immer genug bereitwillige Idioten, die andere Menschen auf Befehl töten, weil sie der Meinung sind, das Recht sei auf ihrer Seite! Und so schlägt man sich die Schädel gegenseitig ein und fühlt sich vom bösen Feind zu Unrecht angegriffen und verfolgt.

Ist das vielleicht der Grund, warum Menschen existieren? Damit sie sich bis in alle Ewigkeit gegenseitig schlachten und vernichten und nach dem verdienten Sieg über ihre Feinde so lange triumphieren, bis ein neuer Gegner auf der Bildfläche erscheint, dem sie nicht gewachsen sind und dann unterliegen? Wenn das der göttliche Wille ist, kann ich nur sagen:”Ist´s auch Schwachsinn, so hat es doch Methode!”

Aber mal angenommen, der Krieg, die ständige Auseinandersetzung mit anderen Menschen sei garnicht der Grund unserer Existenz, weil es einfach nur Schwachsinn ist, sich gegenseitig zu bekämpfen und zu töten, warum tut man es dann? Warum finden sich immer Menschen, die sich über andere erheben, weil sie der Meinung sind, sie seien besser als diese? Sind Menschen besser als andere, weil sie studiert haben und darum einen gut bezahlten Beruf haben, der ihnen ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht? Oder ist es vielmehr so, dass die einen sich auf Kosten der anderen bereichern und glauben, sie hätten das Recht dazu?

Was macht normale Menschen, die ihre Familien, ihre Kinder lieben, zu skrupellosen Managern und Unternehmensführern, die ohne das geringste Fünkchen Schuldbewusstsein und ohne mit der Wimper zu zucken, die Lebensgrundlagen ganzer Völker, ja sogar der gesamten Menschheit, zu opfern bereit sind, um ihrem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung und fette Gewinne zu sichern? Liegt es daran, dass normale Menschen im Gefüge eines anonymen Großkonzerns zu einem kleinen Rädchen in einem großen Uhrwerk werden und die Verantwortung bei dem Unternehmen aber nicht bei sich selbst sehen? Das erinnert mich irgendwie an die vielen “bedeutungslosen” funktionierenden Mitläufer, an die “Ja-Sager” und die “Zujubler”, die nie auch nur eine Sekunde lang daran gezweifet haben, das Richtige zu tun, denn von den KZ´s, von der Vernichtung der Juden, vom Vernichtungskrieg im Osten, von der Sklavenarbeit, hatte ja keiner was gewusst. Und niemand hatte das gewollt. Jeder kannte einen “guten” Juden, der natürlich nur eine Ausnahme war und soweit ganz in Ordnung. Und doch hat sich niemand den Häschern in den Weg gestellt und die Deportationen verhindert. Alle haben weggesehen!

In meinen Gedanken vergleiche ich Konzerne mit totalitären Regimen. Sie machen es ihren Mitarbeitern leicht, sich in einer als Masse anonymen Belegschaft zu verstecken. Normalerweise kommt es nicht ans Licht, wer was, wann, wie und warum tut. Die Verantwortlichen werden hervorragend bezahlt um Entscheidungen zu treffen, die sie im privaten Leben, wenn sie für alle deutlich sichtbar die Konsequenzen tragen müssten und die Entscheidungen auch direkt vor den Betroffenen zu rechtfertigen hätten, niemals treffen würden. Denn dort sind sie Menschen. In “ihren” Unternehmen sind sie dagegen nur Mitarbeiter, die die Verantwortung für “ihre” Entscheidungen als sogenannte Sachzwänge verkleiden und somit aus der eigenen Verantwortung hinausdrängen können. Man schaue sich nur die Manager von Konzernen an, die händeringend um Staatsgelder flehen. Sie setzen zehntausende Mitarbeiter an die Luft und besitzen die Dreistigkeit, den Staat um Hilfe anzugehen. So wollen sie eine Krise bewältigen, die sie durch ihre Überheblichkeit, Einfältigkeit und Dummheit, gepaart mit Aroganz selbst herbeigeführt haben. Während die Mitarbeiter ihre Existenzgrundlage verlieren, wenn der Job weg ist, wartet auf die “bewährten” Manager schon die nächste verantwortungsvolle Aufgabe. Und wenn nicht, dann dürfte der vorzeitige Ruhestand vermutlich trotz allem nicht in der Hartz-IV-Abteilung der Arbeitsagentur enden!

Ist das also die Aufgabe des Menschen? Ist das der Grund seiner Existenz? Einen möglichst großen “Fußabdruck” in der Gesellschaft hinterlassen, selbst auf die Gefahr hin, andere dabei platt zu treten? Wenn das so ist, dann ist es traurig genug. Aber es scheint so, dass an den Universitäten eben nur Management gelehrt wird. Menschlichkeit und Verantwortungsbewußtsein, kommt als Studienfach nicht vor. Und wird von den Konzernchefs auch garnicht gewünscht. Ein Nachwuchs-Manager, der womöglich beim Cost-Cutting Gewissensbisse bekommt, das wäre ein Unding. Oder?

Naja, ich sehe schon, das führt heute zu keinem Ende! Das der Grund für die Existenz des Menschen in sich selbst begründet liegt, könnte eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben. Soll ein allmächtiger Gott verantwortlich sein? Das kann glaube wer will. Ich halte es einstweilen mit der Gewissheit, dass wir auf einem riesigen Organismus leben, einem lebendigen Planeten. wir wissen nicht, was wir ihm mit unserer Gier und Dummheit antun, weil wir es nicht wissen wollen. Wir verlassen uns darauf, dass sich schon ein Ausweg aus dem Dilemma finden wird, wenn wir nur verzweifelt weiter das tun, was wir bisher immer getan haben – die Erde zerstören, das Wasser verseuchen und die Luft verpesten. Wenn das mal nicht ein Irrtum ist! Auf jeden Fall aber könnte es uns eine Antwort auf die Frage geben, warum wir auf dieser Erde sind! Wir sind hier (noch), weil der Zufall es so wollte! Und wir werden wieder verschwinden, weil wir zu dumm zum Überleben waren?





Pelikan reagiert auf Email-Protest!

17 06 2009

Vor einigen Tagen, genauer gesagt am 9.6.2009, wurde ich via Der Waldblog auf eine Email-Aktion aufmerksam, die sich an den Pelikan-Konzern richtete. Grund war, dass für sogenannte Künstlerpinsel, Stiele aus Ramin gefertigt wurden. Dabei handelt es sich um ein Tropenholz, das artengeschützt ist. Ich gebe hier das Antwortschreiben von Pelikan auf meine Protest-Email als Zitat wieder, denn wir wollen ja neben allem Gemecker auch eines nicht vergessen – wenn auf Proteste reagiert wird und Einsicht zu erkennen ist, soll das auch honoriert werden!

Pelikan stellt sich der Verantwortung:

Stellungnahme zu Pinseln aus Ramin Holz

Wir bedanken uns für Ihre email. In den letzten Tagen erhielten wir ausgelöst durch die Sendung Report Mainz am 08.06.2009, eine Reihe von Anfragen unserer Kunden und Partner, die wissen wollten, was es mit der  Verwendung von Tropenhölzern durch Pelikan auf sich hat. Wir möchten Sie deshalb hierzu direkt informieren

Die Marke Pelikan steht für qualitativ hochwertige und sichere Produkte. Das gilt uneingeschränkt auch für alle unsere Pinsel, die intensiven Qualitätskontrollen unterliegen.

Richtig ist, dass in der Vergangenheit für die Produktion etlicher Pelikan Pinselschäfte aus Malaysia stammendes offiziell freigegebenes Quotenholz der Sorte Ramin verwendet wurde.

Für jede Ausfuhr des zu Pinseln verarbeiteten Ramin Holzes aus Malaysia liegen Ausfuhrgenehmigungen der zuständigen Behörde nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) vor. Das Material für die Pinselschäfte wurde dabei nicht aus wertvollem Stammholz, sondern ausschließlich aus Ästen und Reststücken gewonnen, die üblicherweise verbrannt werden.

Die Pelikan Pinsel wurden zollrechtlich ordnungsgemäß deklariert. Bei der Einfuhr wurde allerdings versäumt, die formell zusätzlich erforderliche Einfuhrgenehmigung nach der EG-Artenschutzverordnung einzuholen. Wir bemühen uns derzeit bei der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), um eine nachträgliche Genehmigung.

Dennoch haben wir aus dieser Diskussion gelernt und ziehen deshalb klare Konsequenzen.

Angesichts der ökologischen Grundausrichtung wird Pelikan zukünftig weder Ramin  Holz noch  jegliche andere Art von geschützten Tropenhölzern  zu Pinseln verarbeiten,  selbst wenn diese von der Artenschutzbehörde CITES freigegeben sind. Wir werden ausschließlich auf artenschutzrechtlich unbedenkliche Holzsorten zurückgreifen.  Zudem bieten wir auch Kunststoffpinsel mit spezieller Griffzone an.

Wir bemühen uns, diese neuen Produkte so schnell wie möglich in den Handel zu bringen. Bereits gefertigte Pinsel werden nach Genehmigung durch das Bundesamt für Naturschutz abverkauft.

Darüberhinaus streben wir auch eine Nachhaltigkeit der Produktionskette an und bemühen uns um eine FSC (Forest Stewardship Council ) Zertifizierung unserer Produkte.

Wir hoffen, dass wir Ihnen auf diesem Wege die Situation aufzeigen konnten und Sie auch weiterhin der Marke Pelikan Ihr Vertrauen entgegen bringen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Simone Bahrs
European PR
fon: +49 (0) 511 6969-145
fax: +49 (0) 511 6969-266
e-mail:
simone.bahrs@pelikan.com


Pelikan Vertriebsgesellschaft mbH & Co.
KG, Germany, 30163 Hannover, Werftstraße 9
Domicile:Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRA 24756)

Personally liable shareholder:Pelikan Vertrieb Verwaltungs GmbH
Domicile: Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRB 51230)
Managing Directors:Peter Raijmann, Gunther Andrée, Arno Telkämper

Es kann vielleicht nicht schaden, wenn der ein oder andere sich noch an die Aktion mit anhängt (wurde übrigens angeleiert von Rettet den Regenwald e. V. ), um die nachhaltige Wirkung zu garantieren. Denn natürlich muss man dran bleiben und nach einer angemessenen Zeit auch überprüfen ob das, was versprochen wurde, auch eingehalten worden ist.

Einstweilen sage ich für meinen Teil erstmal Dank an die Initiatoren der Aktion, wie auch an Pelikan für die Reaktion!

Wir bleiben dran, denn die Umwelt geht uns nicht am Arsch vorbei!

weiterführende Links:

  • Rettet den Regenwald e. V. (die Seite zur Rettung der grünen Lungen unserer Gaia benötigen auch für viele andere Aktionen noch ein paar eifrige Unterstützer, die per Email ihren Unmut über die hemmungslose Ausbeutung unserer Ressourcen kundtun wollen. Es geht um unser aller Zukunft!)