Den Wald retten – bis 2020?

18 10 2009

Der WWF fordert in einem am 18.10.2009 erschienen Artikel („Waldschutz ist Klimaschutz – WWF fordert die Entwaldung bis 2020 zu stoppen“), die Vernichtung der Wälder müsse bis zum Jahr 2020 gestoppt werden. 20 Prozent des jährlichen Ausstosses an Treibhausgasen sei auf die weltweite Abholzung zurück zu führen.

Zwar weiss man seit langem, wie wichtig die Wälder für das Weltklima sind und vor allem für die Bindung von CO2 in Biomasse, aber das scheint einstweilen weder die Politik noch die Industrie und hier insbesondere die Holzkonzerne zu kümmern. Also sägt und brandrodet man was das Zeug hält. Diese Art des Umgangs mit unserer Umwelt sorgt dafür, dass 36 Fußballwälder Wald verschwinden – pro Minute. Das sind unfassbare 16 Millionen Hektar Wald jedes Jahr! Vernichtet, weil „Lebensmittel“konzerne Weideflächen für die riesigen Herden an Rindviechern brauchen, mit deren Fleisch sie Fastfood-Ketten wie McDonalds oder Burger King versorgen. Und so opfern die Rindviecher in den obersten Konzernetagen bedenkenlos den Regenwald in den tropischen Regionen dieser Erde für den Kommerz, während sie einige tausend Dollar oder Euro an Umweltschutzorganisationen spenden, oder in irgendwelche zweifelhaften Umweltprojekte investieren, um sich ein reines Gewissen zu erkaufen!

Ich stelle mir die Frage, ob im Jahr 2020 überhaupt noch ein nennenswerter Waldbestand vorhanden sein wird, den man erhalten kann! Obwohl jeder Idiot weiss, dass Bäume ungleich schneller gefällt werden, als sie nachwachsen können, selbst wenn man sofort im Anschluss an die Rodung mit Neuanpflanzungen beginnt, gibt es kaum Bestrebungen, die abgeholzten Flächen neu zu bepflanzen. Bei der Umwandlung von Wald in Weideland ist dies auch garnicht erwünscht. Bei der Gewinnung von Ackerland aus Regenwald, oder der Vernichtung des Waldes zu Gunsten von Plantagen für die Produktion von Biosprit, ist das Grundpoblem das gleiche – man vernichtet den Wald, um mit dem in Plantagen erzeugten Biosprit die Umwelt zu schützen? Was für ein Schwachsinn! Und es gibt wirklich Leute, sogar Wissenschaftler, die das wirklich glauben (oder zumindest vorgeben das zu glauben)!

Man vernichtet die Umwelt um die Umwelt zu schützen? Kann soviel Dummheit wirklich wahr sein?

Während die Wälder in den Industrieländern lange nicht so gefährdet sind wie die Regenwälder im Tropengürtel unserer Erde, den Umweltschutz-Organisationen sei Dank, gibt es genau dort, wo die artenreichsten Wälder dieses Planeten liegen die wenigsten Hemmungen diese dem Profit zu opfern! Korruption, Gier und das Streben nach Macht öffnen dem Raubbau an der Natur Tür und Tor! Genau dort, wo die meisten Menschen in bitterer Armut leben und am Existenzminimum vegetieren, haben die Konzerne leichtes Spiel. Sie winken mit dicken Dollarbündeln und man legt ihnen zu Füssen, was auch immer sie fordern. Aber das lindert nicht den Hunger. Im Gegenteil, es führt zu noch mehr Armut und Verzweiflung, weil die Dollars und Euros der Konzerne in den Taschen einer durch und durch verfaulten und korrupten Elite verschwinden. Und zu allem Überfluss nimmt man den einheimischen Bauern auch noch ihre Ernten und ihre Ackerflächen weg, damit die Menschen in den Industrieländern auch weiterhin 2/3 ihrer sogenannten lebensmittel in die Mülltonnen werfen können, bevor sie überhaupt auf dem Tisch gelegen haben! Ist das Gerechtigkeit?

Wer erwartet, das die Politik sich der Probleme annimmt, die die Menschheit global bedrohen? Niemand! Nicht umsonst ging vor Monaten der Spruch durch die Presse:„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ Und so werden sich vom 18.-23. Oktober in Buenos Aires mehr als tausend Waldexperten aus Behörden, Unternehmen und Regierungen zum Weltforstkongress der Vereinten Nationen treffen und vermutlich mit den gleichen frommen Wünschen wieder auseinander gehen, wie die Klimaexperten im Dezember in Kopenhagen! Ausser Spesen wird wie immer nichts gewesen sein, man hat einen schönen Kurzurlaub verbracht, wo auch immer auf der Welt man sich sonst um seine Probleme schert und das war es dann auch schon!

Wenigstens einen Vorteil haben diese massenhaften saisonalen Wanderungen von Wissenschaftlern, Experten und Politikern – die Regierungen der Industriestaaten brauchen den kriselnden Fluggesellschaften nicht direkt mit Staatknete unter die Arme zu greifen. Sie schicken ihre „wichtigsten“ Vertreter (oder die, die sich dafür halten) per Jet in die Fremde um sich mit den einheimischen Prostituierten zu paaren zu treffen und schwer an der Rettung unserer Welt, unseres Klimas und der Bekämpfung der Armut zu arbeiten! Aber zu erwarten, man könne 110 Milliarden Euro für die Rettung des Weltklimas von der deutschen Regierung erhalten, anstatt sie der HRE in sämtliche Löcher zu stopfen, ist ja nun wirklich ein klein bisschen zu viel erwartet!

weiterführende Links:





„Home“ – ein Film für die Erde!

8 08 2009

Heute fand ich endlich Zeit, in aller Ruhe im Kreis der Familie den Film „Home“ anzuschauen, den ich bei einer Verlosung von Filme für die Erde gewonnen habe. Ich habe noch nie was gewonnen und darum war ich umso überraschter, als mich die Nachricht des Gewinns erreichte.

Kaum war der Abspann gelaufen, begann eine heftige Diskussion. Alle redeten durcheinander und jeder ereiferte sich über die Verantwortungslosigkeit der Menschen und die Gier der Konzerne im Besonderen. Aber in einem waren wir uns alle einig – es gibt wohl kein dämlicheres und bescheuerteres Wesen im Universum, als den Menschen! Wer diese wunderbare blaue Murmel aus der Entfernung sieht, wie sie – einer fragilen und zerbrechlichen gläsernen Kugel gleich – durch die einsame Schwärze des Alls zieht, der begreift sofort instinktiv, wie selten und kostbar unser Planet ist. Ein Planet, der akut gefährdet ist durch die Dummheit und die Gier des Menschen, der als einzelnes Wesen durchaus in der Lage ist zu begreifen, in welch einem hervorragend ausbalanciertem Gleichgewicht das Ökosystem der Erde sich befindet. In der Masse jedoch, als Verbraucher und Konsument (wie man das so schön nennt), ist er eine dumme, hirnlose Bestie die, wenn sie an der Universität die Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaft studiert hat, bar jeden Gewissens und ohne irgend ein Schuldgefühl, in der Anonymität eines großen Konzerns die Ressourcen der Erde plündert, ohne auch nur einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Und gleichzeitig engagieren sich solche Leute in ihrer Freizeit bei Greenpeace und anderen Umweltorganisationen! Opium für das unterschwellige schlechte Gewissen?

Aber wieder zu „Home“. Der Film von Yann Arthus-Bertrand, verbindet wunderbare, zum Teil noch nie gesehene Bilder unserer Erde mit der eindringlichen Botschaft, diese zu schützen. Wer diesen Film sieht und ich meine intensiv sieht, der bleibt nicht unberührt von dieser zarten schönheit, die wir Menschen Erde nennen und die doch so viel mehr ist, als einfach nur eine belebte Kugel in unserem Sonnensystem. Wer diese Bilder sieht, der spürt instinktiv, das ist nicht einfach nur ein Planet, das ist ein riesiger, lebendiger Organismus, das ist Gaia!

„Home“ zeigt aber nicht nur die Schönheit der Erde und die Schattenseiten der menschlichen Existenz, oder die Bedrohung, die der Mensch mit seinen Handlungen für das gesamte Ökosystem der Erde darstellt. Der Film macht auch Mut für die Zukunft, indem er darauf hinweist, dass es noch immer eine Chance zur Rettung Gaias gibt, aber wir müssen rasch, wir müssen sofort handeln! Jeder Mensch sollte diesen phantastischen Film gesehen haben. In jeder Schule sollte es zur Pflicht werden, diesen Film den Schülern (und selbstverständlich den Lehrern) zu zeigen und im Anschluß daran eine Diskussion über unsere Zukunft zu führen!

Ich jedenfalls habe mich entschlossen, „Home“ möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und Gespräche darüber anzustoßen, wie wir die hemmungslose Gier, die Profitsucht und den Egoismus des kapitalistischen Systems überwinden können!

Danke Yann Arthus-Bertrand für diesen wunderbaren Film!





Die stille Invasion!

18 07 2009

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).




Zwei Grad…

9 07 2009
…soll die Grenze des Temperaturanstiegs auf diesem Planeten sein, gegenüber der Durchschnittstemperatur vor der Industrialisierung. Während unsere Bundeskanzlerin strahlend und bester Laune vor die Kameras und ins Blitzlichtgewitter der versammelten Journalisten trat und mit hörbarem Stolz (warum auch immer) verkündete, die G8-Staaten und die Schwellenländer hätten einen Durchbruch im Klimaschutz errungen, widersprach China, moserte Rußland herum und wollten sich die anderen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko nicht festlegen in welchem Zeitraum dieser Temperaturanstieg verhindert werden solle.

Na also, mal wieder viel Wind um nix. Mit solchen „weltbewegenden“ Klimaschutzvereinbarungen, die diesen Namen nicht verdienen, retten wir das Klima sicher nicht. Aber für die Politik ist selbst sowas immer ein Grund sich selbst zu beweihräuchern und sich im strahlenden Glanz dieser vermeintlichen Erfolge zu sonnen. Besonders gern gibt sich offensichtlich unsere Kanzlerin dafür her. Und daheim setzt man derweil fleissig auf Atomernergie (gesponsort von der Atomlobby und den großen Atomkonzernen) und lässt Vattenstörfall schalten und walten wie es denen gut dünkt. Und wer es denn trotzdem wagt, die Sicherheit der deutschen Atomanlagen anzuzweifeln, oder sogar die Lauterkeit und die Zuverlässigkeit der Atomkraftwerksbetreiber, der macht sich nicht nur bei der Union, sondern erst recht bei der FDP unbeliebt!

Aber ich schweife ab. Bringt das die Welt wirklich weiter? Etwa eine solche Vereinbarungen (hier wird das Wort Minimalismus völlig neu definiert!), von denen a) keiner weiss, wie man sie einhalten, b) wie man sie kontrollieren und c) in welchem Zeitraum man sie umsetzen kann? Etwa solche wachsweichen Zusagen, die weder die Treibhausgasemissionen  begrenzen, noch überhaupt festlegen, wie viel Treibhausgas in welchem Zeitraum eingespart werden soll?

Und während man wenigstens dem Anschein nach versucht ein wenig Aktivismus zu zeigen, um die daheimgebliebenen Wähler in Sicherheit zu wiegen, setzt Berlusconi den Neubau von Atomreaktoren in Italien durch (Artikel auf spiegelonline vom 9.7.2009; „Kernkraft: Italien kehrt zur Atomenergie zurück“). Aber wir können beruhigt sein, auch in Italien hat niemand eine Ahnung, wie und vor allem wo der Atommüll endgelagert werden soll.

Ein Tipp von mir: Der Mafiaboss ihres Vertrauens kümmert sich sicherlich gern um die Entsorgung ihrer radioaktiven Müllmassen – gegen einen entsprechenden Obolus versteht sich (genauso, wie sich die schweigenden Herren schon in der Vergangenheit um die „fachgerechte“ Entsorgung von Giftmüll nach Afrika oder sonst wohin gekümmert haben).

Außer heisser Luft hat das G8-Gipfeltreffen nicht viel gebracht. Und heisse Luft gibt es bereits genug. Bedauerlich, dass man nicht versucht hat, die Erwärmung des Klimas bei diesem Pseudo-Umwelt-Klimaschutzgipfel zu vermeiden. Das hätte der Welt sicher gut getan!

weiterführende Links:





Ameisen, die unterschätzte Macht! (Teil 2)

5 07 2009

Als ich einem Link folgte, den Noah in seiner Mentio geposte hatte, fand ich beim Weiterlesen den sehr interessanten Artikel „Entomologie: Ameisen-Superkolonie breitet sich über drei Kontinente aus“ (auf SpektrumDirekt vom 3.7.2009). Hier wird beschrieben, wie die kleinen Krabbler praktisch die gesamte Welt erobert haben, ausser der Antarktis. Dort dürfte es den unglaublich anpassungsfähigen Insekten denn doch ein wenig zu kühl sein – noch. Warten wir mal ab, wie sich der Klimawandel weiterentwickelt und schauen wir dann, wie er sich auf die Verbreitung der Ameisenpopulation auswirkt.

Die Tiere, die diese sogenannte Superkolonie bilden, stammen offenbar ausnahmslos von der Argentinischen Ameisen (Linepitherna humile) ab und verbreiten sich ungebremst über Nordamerika, Europa und Japan. Sie bildet gigantische Kolonien von mehreren hundert Kilometern Länge. Die Superkolonie an der europäischen Mittelmeerküste die mit mehr als 6.000 km Länge die bei weitem größte. Phantastische Tierchen also. Vielleicht sollten wir uns mal Gedanken darüber machen, ob diese Superkolonien nicht einmal irgendwann so etwas wie Intelligenz, vielleicht so eine Art  Super-Schwarmintelligenz entwicklen und uns die Herrschaft über den Planeten streitig machen könnten.

Man kann mal dahin gestellt sein lassen, ob das für die Natur so schlimm wäre, wenn die Ameisen die dominante Spezies dieses Planeten wären. Der Mensch mit seinem Ressourcenverbrauch und seiner Neigung, die Natur und die Umwelt nach seinem Gutdünken und dem Gewinnstreben seiner Konzerne zu verändern, bzw. diese verändern zu lassen, ist sicher kein Glücksfall für Gaia gewesen. Ob es die Ameisen wären? Wer weiss?

Ein wenig mulmig wird mir bei dem Gedanken dann schon, dass die Erde und die Menschen möglicherweise einmal von einer Meta-Ameisenpopulation beherrscht werden könnten. Menschliche Sklaven, eingeschlossen in gigantischen Ameisenbauten, wo sie mit der Zucht von Pilzen beauftragt sein könnten und damit, für die Brut der Kolonie zu sorgen – vielleicht sogar als „Lebendfutter“? Wenn ich an den Film „Formicula“ denke, den ich in meiner Jugend einmal gesehen habe und der mich dermaßen tief beeindruckt hat, dass ich lange Zeit einen Heidenrespekt vor den kleinen, starken Tieren hatte, wird mir ganz anders. Auch wenn die damalige „Tricktechnik“ (oder was man dafür hielt) heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken und den StarWars-verwöhnten Kids von heute nur noch ein müdes Stirnrunzeln abringen würde.





MON810 und kein Ende!

4 07 2009

Tja, fleissige Lobbyarbeit, so teuer sie letzten endes auch sein mag, zahlt sich doch irgendwie immer aus. Das müssen sich die dezent gekleideten Damen und Herren von Monsanto, Bayer, BASF und Konsorten gedacht haben, die mit dicken Geldtaschen, Luxusreisen und anderen Annehmlichkeiten – aber selbstverständlich ohne jedes wirtschftliche Interesse – um die Politiker herum schleichen, wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei.

Und wie man sieht, scheint der Erfolg für sich zu sprechen. Jedenfalls – völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der Anbau des MON810 Genmais von Monsanto in etlichen europäischen Staaten wegen ernsthafter Bedenken und befürchteter gesundheitlicher Gefahren verboten wurde, will ihn die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nun trotzdem wieder zulassen (EFSA befürwortet Wiederzulassung von Genmais MON810, Artikel auf greenpeace vom 30.6.2009)! Und damit der Konsument es nicht ganz so einfach hat und dieses Teufelszeug im Lebensmittelregal boykottieren kann, hat man sich bereits auf gesetzliche Regelungen geeinigt, die es nicht leicht machen, genveränderte Produkte ohne weiteres zu erkennen. was die Menschen wollen, ist offenbar uninteressant. Was Monsanto will dagegen schon eher.

In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz ist der Anbau von Mon810 teilweise bereits seit Jahren verboten. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner schloß sich – vermutlich eher aus parteitaktischen Erwägungen und den neuen CSU-Kurs der Gentechnik-Ablehnung – dieser Eischätzung an und zog mit einem Verbot nach (Aus für Genmais MON810 in Deutschland, Artikel auf greenpeace vom 14.4.2009)! Obwohl ein erster Schritt hin zu einem kompletten Verbot von genveränderten Pflanzen, sollte man diese Entscheidung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Wenn´s an´s Eingemachte geht, war sich die Union noch nie zu schade, auf ihre Versprechen von gestern zu pfeifen (ich benutze hier bewusst nicht den Ausdruck „sch..ssen“ in diesem Zusammenhang, obwohl er mir zweifellos auf der Zunge lag!).

Während Frau Aigner wie eine Löwin für die deutschen Verbraucher und gegen den Genmais kämpfte, muss sie sich allerdings so sehr verausgabt haben, dass sie es nicht schaffte, auch gleich die genveränderte Kartoffel Amflora (von BASF, einem zumindest teilweise deutschen Unternehmen, ist das nicht merkwürdig?) ebenfalls die Erlaubnis zu verweigern. Obwohl hier genauso Gefahr droht wie beim Genmais, entschied man einfach mal anders (Genkartoffel: Aigners „Zickzackkurs“ in der Kritik; Artikel auf tagesschau.de vom 28.4.2009). Management bei Würfelspiel? Wer weiss das schon. Vielleicht liegt´s auch daran, dass einstens der olle Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Genkartoffel erstmals zugelassen hat. Das wäre es wohl ein Affront sondersgleichen gewesen, seine Lauterkeit und seine Weisheit anzuzweifeln und das Zeug doch noch final zu verbieten. So was überlebt man  – auch als Ministerin – nicht lange, denn als bayrischer Ministerpräservativ ist Seehofer auch nicht ganz ohne Macht und Einfluss. Und Aigner will in der CSU sicher noch mal was vernünftiges werden!





Containern als Protest gegen den Kapitalismus!

28 06 2009

Wenn das Essen aus der Abfalltonne oder dem Müll-Container kommt (daher auch die Bezeichnung Containern), dann sind meist zwei Möglichkeiten gegeben, warum dies der Fall ist. Auf diese Geschichte wurde ich durch die netzeitung (Mülltauchen gegen den Kapitalismus: Wenn das Essen aus der Tonne kommt; Artikel in der netzeitung vom 28.6.2009) aufmerksam, obwohl ich sie auch früher schon einmal in dem ein oder anderen Blog gelesen habe. Was sind das für Menschen, die sich aus Mülleimern ernähren?

1. es handelt sich um Menschen, die so arm sind, dass sie sich von den Resten aus den Abfalltonnen anderer ernähren müssen…

…oder…

2. …um Menschen, denen die Kritik am kapitalistischen System und den damit verbundenen Auswüchsen (wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln, anstatt sie kostenlos an Arme abzugeben!), bzw. die strikte Verweigerung des Konsums, das Containern als eine wichtige Möglichkeit des Widerstandes erscheint.

Meist ist die Grundhaltung dieser Verweigerer eine anarchistische. Einer der Hauptkritikpunkte der Containerer ist die Tatsache, dass das Entnehmen von Nahrungsmitteln aus dem Müll-Container rechtlich gesehen als Diebstahl gewertet werden kann. Zudem stehen die Conmtainer oft in abgezäunten Bereichen und wenn die Gelände mit einem „Betreten verboten“-Schild gekennzeichnet sind, ist man wegen Hausfriedensbruch dran!

Die Supermärkte, die eigentlich die Hauptanlaufpunkte für die Containerer sind, argumentieren zwar, sie würden noch genießbare Nahrung, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, an die „Tafeln“ weitergeben. Das tun zwar wirklich einige, aber längst nicht alle. Schließlich gibt es weit mehr arme und bedürftige Menschen, als die Tafeln Nahrungsmittel requirieren und bereitstellen können. Wie sonst würden trotz allem noch genießbare Lebensmittel weiter im Müll landen, wo sie die Containerer dann bergen?

Das schlimme an der Geschichte ist meiner Ansicht, das in unserer Gesellschaft und in diesem Wirtschaftssystem sogar Müll einen Wert hat. Und ich meine jetzt nicht Rohstoffe, die recycelt werden können, sondern Biomüll. Dadurch will man offenbar auch noch den letzten Menschen in dieses kapitalistische System hineinzwingen und vermutlich wäre es den Verantwortlichen am liebsten, wenn die die nichts bezahlen können für ihre Nahrung, eben auch kein Recht auf Nahrung haben!

Das Containern ist jedoch meist wirklich nicht aus der Not geboren, sondern als Ausdruck des Protestes gegen die Wegwerfgesellschaft zu verstehen. Die meisten Containerer haben einen festen Job und ein geregeltes Einkommen! Nun, es ist nicht gerade mein Stil, Essen aus dem Container zu fischen und damit meinen „Schwimmring“ zu füttern. Da steh ich schon mehr auf die frischen Sachen. Aber ich kann mich auch unglaublich darüber aufregen, wenn ich sehe, wie Nahrung – trotz der großen Not vieler Menschen auf dieser Welt – einfach im Müll landen. Dies ist Ausdruck einer Einstellung und eines Wirtschaftsystems, das es nicht hinnehmen will, wenn jemand ohne zu bezahlen essen und leben kann. Die Lebensmittelkonzerne produzieren Unmengen Nahrungsmitteln und werfen riesige Mengen davon einfach in den Müll! So kann man die Preise schön hoch halten, weil man das Angebot verknappt?

Wer´s nicht glaubt, der kann sich den Film „We feed the World“ hier mal anschauen. Wem es davon noch nicht übel genug wird, der kann auch zum Containern gehn, denn das geht garantiert auf den Magen (das Video meine ich). Wenn man die gesammelten Lebensmittel ordentlich schrubbt und wäscht, warum sollen sie nicht gegessen werden können? Wenn man sich mal bewußt macht, was für Zustände in manchen Betrieben herrschen, in denen unsere sogenannten Lebensmittel hergestellt werden, der wird sich noch über die hygienischen Zustände in einer Mülltonne freuen!

weiterführende Links:





Stoltenberg ist Schuld!

27 06 2009

Na endlich! Ein Schuldiger für die Asse ist nun gefunden! Der ehemaliger Forschungsminister Gerhard Stoltenberg ist verantwortlich dafür, dass die Asse als Endlager eingerichtet wurde und damit den Stromkonzernen eine kostengünstige Möglichkeit bot, ihren radioaktiven Restmüll zu entsorgen – auf Kosten der Gesellschaft und nicht der Stromkunden. Denn wären die realen Kosten in den Preis des Atomstrom mit eingeflossen, kein Mensch hätte zugestimmt, sich mit dieser „umweltfreundlichen“ und „klimaschonenden“ Form des Stroms beliefern zu lassen. Jeder hätte auf Grund des Preises gemerkt, was er sich da antut, bzw. seinem Geldbeutel! (Artikel auf SpiegelOnline vom 27.6.2009 „Atommüll: Forscher gibt Stoltenberg Verantwortung für Asse-Skandal“).

Nun ist es also der olle Gerhard Stoltenberg gewesen? Schade nur, dass er 2001 im biblischem Alter von knapp 73 Jahren verblichen ist und darum nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. In den Jahren von 1965 – 1969 war er Bundesminister für wissenschaftliche Forschung und hatte damals bei allen Entscheidungen – vermutlich tatkräftig und moralisch, oder wie auch immer, von den Profiteuren dieser Entscheidungen unterstützt – seine Finger im Spiel!

Nun ist es ja nicht so, dass man jedem politisch tätigen Menschen von vorne herein böse Absicht oder gar Bestechlichkeit und Vorteilsannahme unterstellen will. Aber man kann auch nicht leugnen, dass der intensive Einsatz von Lobbyisten, der damals möglicherweise noch nicht ganz so intensiv war wie heute, unter Berücksichtigung der überzeugenden Wirkung von dicken Geldbeuteln und exquisiten Mitbringseln, durchaus eine sehr überzeugende Wirkung haben kann. Damals wie heute! Vermutlich ist es auch so, dass diejenigen, die von den Zuwendungen großer Konzerne profitieren, zwar nach außen hin die Meinung vertreten, sie würden all ihre Entscheidungen objektiv und ohne jeden Interessenkonflikt treffen können. In Wahrheit ist es aber so, dass die Realität ein klein wenig anders aus sieht. Man beisst – das ist das erte, was Hunde und Politiker vermutlich lernen müssen – nicht in die Hand, die einen füttert! Also kann man auch nicht Entscheidungen treffen, die zu Lasten der Konzerne und ihrer Interessen gehen. Schließlich, das habe ich schon des öfteren betont, steht das Wohlergehen der Wirtschaft über allem.

Wen interessieren dabei schon solche Lapalien wie Umweltschutz, Menschenrechte, oder gar die Würde des Menschen? Wen interessiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn dabei die Profite der Industrie auf dem Spiel stehen! Spätfolgen? Wie man sieht, hat es Stoltenberg genau richtig gemacht – nach mir die Sintflut. Zwar war damals schon bekannt, dass die Asse über kurz oder lang absäuft, aber es gelang allen folgenden Bundesregierungen und zuständigen Behörden, die Erkenntnisse zu verheimlichen und zu verschleiern – bis heute! Aber wie gesagt: jetzt, wo man weiss, wer Schuld ist, kann man nichts mehr machen, weil Stoltenberg bereits den Weg alles irdischen gegangen ist und – da er es sicher in gutem Glauben und mit reinstem Gewissen getan hat – auch garnichts gegen ihn in der Hand gehabt hätte. Oder kennt jemand ein Beispiel dafür, dass jemals ein Politiker für sein Handeln die Verantwortung hätte tragen müssen? Nein!

Aber ich kenn jemanden, der muss nicht nur die Verabtwortung für „unseren“ Atommüll tragen wird müssen – der dämliche Bürger. Denn der muss die Verantwortung ganz sicher mit seinen Steuern tragen, während die Stromkonzerne und Atomkraftwerksbetreiber weiterhin rotzfrech behaupten dürfen, die Atomenergie sei klimaschonend und umweltfreundlich, sicher und sauber und  – sowieso – billig! Die Früchte des Lobbyismus haben in der Union und in der FDP ganz besonders Früchte getragen. Darum kämpfen diese auch ganz engagiert für den intern schon beschlossenen Ausstieg aus dem „unumkehrbaren“ Ausstieg. Aber vor den Verlockungen des Kapitals sind auch die Sozialdemokraten nicht gefeit!

Darum bleibt uns nichts anderes übrig, als selber die Stimme zu erheben und mit drohend erhobenem Zeigefinger auf die Gefahren für die Umwelt, die Menschen und die gesamte Welt hinzuweisen!





Philosophische Gedanken?

18 06 2009

Ob das jetzt Philosophie ist, oder eher nicht, interessiert mich eigentlich weniger. Aber es sind Gedanken, die mich gerade beschäftigen und darum müssen sie auch niedergeschrieben werden. Es ist ja nicht so, dass man heutzutage damit rechnen muss auf dem Scheiterhaufen der nächstgelegenen größeren Stadt zu enden, wenn man die Frage in den Raum wirft:“Sind wir allein?“ Ich meine allein in diesem Universum, das so groß und doch nicht unendlich ist. Man kann darüber geteilter Meinung sein und mit Recht einwerfen:“Was interessiert´s mich, solange ich das weder überprüfen, noch beweisen kann?“ Und da ist zweifellos was dran. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, so ist es durchaus…nun wahrscheinlich, dass wir nicht allein sind. Jedenfalls wenn man es logisch betrachtet. Dabei ziehen auch die so „logisch“ aufgebauten Gegenargumente der Wissenschaft nicht, genauso wenig wie die Behauptung religiöser Fundamentalisten, die da die Ansicht vertreten, der Mensch sei doch wirklich die Krone der Schöpfung! Jede Kritik an dieser Auffassung wird auch heute noch als Ketzerei bezeichnet und dem ein oder anderen „frommen“ Christen juckt es sicher bei solchen Diskussionen in den Fingern, wenn er ein Feuerzeug sieht!

Nun, sei´s drum. Es schert mich nicht die Bohne, was solche Leute denken. Ich gestatte es mir, eine eigenen Meinung zu haben und diese auch zu vertreten. Dieses Recht gestehe ich jedem anderen Menschen ebenfalls zu, also warum soll ich es für mich nicht auch in Anspruch nehmen dürfen?

Aber der eigentliche Grund für diesen Artikel ist nicht die Frage nach dem Alleinsein im All, oder nicht. Meine philosophischen Gedanken drehen sich in diesem Fall um die weit bescheidenere, aber nichts desto weniger existenzielle Frage nach dem Grund unserer Existenz. Mir ist freilich klar, dass auch die Beantwortung dieser Frage eine Sache ist, bei der sich sämtliche Religionen angesprochen fühlen. Angesprochen fühlen müssen, denn sonst wären sie bar jedes Existenzrechtes, oder? Das Problem ist allerdings, dass jede Religion diese Frage für sich und ihre Anhänger anders beantwortet. Und jede hat natürlich Recht, behauptet sie jedenfalls. Wer etwas anderes behauptet, ist dann eben ein Ketzer, so einfach ist das.

So stelle ich sie denn nun, diese ominöse Frage:

„Was ist der Grund für die Existenz des Menschen auf dieser Erde?“

Weiss jemand von Euch die Antwort? Was denkt Ihr darüber?

Nun, solange ich keine Begründung höre, die mich wirklich überzeugt, muss die Antwort auf diese – zugegebenermaßen von einigen als provokant empfundenen Frage – in weiteren Fragen liegen. Diese können vielleicht beim intensiven „in-sich-gehen“, das man auch als meditieren bezeichnen könnte, zu einer tieferen Einsicht führen. Bei mir wahrscheinlich eher nicht, obwohl, vielleicht ja doch.

Wenn Menschen auf der Erde existieren, muss das einen Grund haben. Oder ist es doch vielleicht nur ein Zufall? Ein Zufall, der sich über Milliarden von Jahren hinweg vom einzelligen Bakterium zum Menschen entwickelt hat? Die Religionen sehen das anders. Für sie gibt es diesen Zufall nicht. Sie behaupten, ein ewiger Schöpfer habe den ersten Menschen erschaffen (wie auch immer). Ich sehe das ein wenig anders. In meiner Gedankenwelt ist der Mensch zwar ein mit Vernunft begabtes Wesen, das sich aber meistens seiner Intelligenz nicht zu bedienen pflegt und lieber mit der Keule umeinander haut, um seine Probleme zu lösen. Dabei bedient er sich der uralten und noch heute überall geübten Praxis des…

…es gibt kein Problem, das nicht mit Gewalt gelöst werden kann…

…was im Laufe der menschlichen Geschichte zu eienr Unzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen und Abermillionen Todesopfern geführt hat. Ungeachtet der Strafen, die den Übeltätern von den Religionen angedroht werden – aber nur den Verbrechern von der gegnerischen Seite – finden sich immer genug bereitwillige Idioten, die andere Menschen auf Befehl töten, weil sie der Meinung sind, das Recht sei auf ihrer Seite! Und so schlägt man sich die Schädel gegenseitig ein und fühlt sich vom bösen Feind zu Unrecht angegriffen und verfolgt.

Ist das vielleicht der Grund, warum Menschen existieren? Damit sie sich bis in alle Ewigkeit gegenseitig schlachten und vernichten und nach dem verdienten Sieg über ihre Feinde so lange triumphieren, bis ein neuer Gegner auf der Bildfläche erscheint, dem sie nicht gewachsen sind und dann unterliegen? Wenn das der göttliche Wille ist, kann ich nur sagen:“Ist´s auch Schwachsinn, so hat es doch Methode!“

Aber mal angenommen, der Krieg, die ständige Auseinandersetzung mit anderen Menschen sei garnicht der Grund unserer Existenz, weil es einfach nur Schwachsinn ist, sich gegenseitig zu bekämpfen und zu töten, warum tut man es dann? Warum finden sich immer Menschen, die sich über andere erheben, weil sie der Meinung sind, sie seien besser als diese? Sind Menschen besser als andere, weil sie studiert haben und darum einen gut bezahlten Beruf haben, der ihnen ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht? Oder ist es vielmehr so, dass die einen sich auf Kosten der anderen bereichern und glauben, sie hätten das Recht dazu?

Was macht normale Menschen, die ihre Familien, ihre Kinder lieben, zu skrupellosen Managern und Unternehmensführern, die ohne das geringste Fünkchen Schuldbewusstsein und ohne mit der Wimper zu zucken, die Lebensgrundlagen ganzer Völker, ja sogar der gesamten Menschheit, zu opfern bereit sind, um ihrem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung und fette Gewinne zu sichern? Liegt es daran, dass normale Menschen im Gefüge eines anonymen Großkonzerns zu einem kleinen Rädchen in einem großen Uhrwerk werden und die Verantwortung bei dem Unternehmen aber nicht bei sich selbst sehen? Das erinnert mich irgendwie an die vielen „bedeutungslosen“ funktionierenden Mitläufer, an die „Ja-Sager“ und die „Zujubler“, die nie auch nur eine Sekunde lang daran gezweifet haben, das Richtige zu tun, denn von den KZ´s, von der Vernichtung der Juden, vom Vernichtungskrieg im Osten, von der Sklavenarbeit, hatte ja keiner was gewusst. Und niemand hatte das gewollt. Jeder kannte einen „guten“ Juden, der natürlich nur eine Ausnahme war und soweit ganz in Ordnung. Und doch hat sich niemand den Häschern in den Weg gestellt und die Deportationen verhindert. Alle haben weggesehen!

In meinen Gedanken vergleiche ich Konzerne mit totalitären Regimen. Sie machen es ihren Mitarbeitern leicht, sich in einer als Masse anonymen Belegschaft zu verstecken. Normalerweise kommt es nicht ans Licht, wer was, wann, wie und warum tut. Die Verantwortlichen werden hervorragend bezahlt um Entscheidungen zu treffen, die sie im privaten Leben, wenn sie für alle deutlich sichtbar die Konsequenzen tragen müssten und die Entscheidungen auch direkt vor den Betroffenen zu rechtfertigen hätten, niemals treffen würden. Denn dort sind sie Menschen. In „ihren“ Unternehmen sind sie dagegen nur Mitarbeiter, die die Verantwortung für „ihre“ Entscheidungen als sogenannte Sachzwänge verkleiden und somit aus der eigenen Verantwortung hinausdrängen können. Man schaue sich nur die Manager von Konzernen an, die händeringend um Staatsgelder flehen. Sie setzen zehntausende Mitarbeiter an die Luft und besitzen die Dreistigkeit, den Staat um Hilfe anzugehen. So wollen sie eine Krise bewältigen, die sie durch ihre Überheblichkeit, Einfältigkeit und Dummheit, gepaart mit Aroganz selbst herbeigeführt haben. Während die Mitarbeiter ihre Existenzgrundlage verlieren, wenn der Job weg ist, wartet auf die „bewährten“ Manager schon die nächste verantwortungsvolle Aufgabe. Und wenn nicht, dann dürfte der vorzeitige Ruhestand vermutlich trotz allem nicht in der Hartz-IV-Abteilung der Arbeitsagentur enden!

Ist das also die Aufgabe des Menschen? Ist das der Grund seiner Existenz? Einen möglichst großen „Fußabdruck“ in der Gesellschaft hinterlassen, selbst auf die Gefahr hin, andere dabei platt zu treten? Wenn das so ist, dann ist es traurig genug. Aber es scheint so, dass an den Universitäten eben nur Management gelehrt wird. Menschlichkeit und Verantwortungsbewußtsein, kommt als Studienfach nicht vor. Und wird von den Konzernchefs auch garnicht gewünscht. Ein Nachwuchs-Manager, der womöglich beim Cost-Cutting Gewissensbisse bekommt, das wäre ein Unding. Oder?

Naja, ich sehe schon, das führt heute zu keinem Ende! Das der Grund für die Existenz des Menschen in sich selbst begründet liegt, könnte eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben. Soll ein allmächtiger Gott verantwortlich sein? Das kann glaube wer will. Ich halte es einstweilen mit der Gewissheit, dass wir auf einem riesigen Organismus leben, einem lebendigen Planeten. wir wissen nicht, was wir ihm mit unserer Gier und Dummheit antun, weil wir es nicht wissen wollen. Wir verlassen uns darauf, dass sich schon ein Ausweg aus dem Dilemma finden wird, wenn wir nur verzweifelt weiter das tun, was wir bisher immer getan haben – die Erde zerstören, das Wasser verseuchen und die Luft verpesten. Wenn das mal nicht ein Irrtum ist! Auf jeden Fall aber könnte es uns eine Antwort auf die Frage geben, warum wir auf dieser Erde sind! Wir sind hier (noch), weil der Zufall es so wollte! Und wir werden wieder verschwinden, weil wir zu dumm zum Überleben waren?





Satz mit „X“, war wohl nix…

12 06 2009

…könnte das kurz und knappe Fazit der Klimakonferenz in Bonn lauten. Der WWF befindet in seinem Artikel vom 12.6.2009 unter „Klimaverhandlungen in Bonn: Zwei Wochen ergebnisloses Taktieren“ und in der Subline können wir lesen, dass…

…die Staatengemeinschaft kaum vorangekommen sei!

So kann man es, wenn man es milde sagen und sich nicht mit allen Teilnehmern verscherzen will, auch ausdrücken. Aber es ist auch deutlich genug formuliert, um zwischen den Zeilen zu lesen, dass es sich hierbei mal wieder um einen recht teuren Betriebsausflug für Politiker und Wissenschaftler gehandelt haben dürfte, der außer heißer Luft (und davon haben wir in Folge des ungebremsten CO2-Ausstosses wohl mehr als genug!) absolut nichts gebracht hat. Eigentlich war vorgesehen, auf dieser Konferenz ein Papier zu erarbeiten, das die Basis für die am Ende des Jahres in Kopenhagen stattfindende Weltklimakonferenz bilden sollte. Mehr als ein paar belanglose Floskeln kamen aber mal wieder nicht zustande. Wer wirklich Fortschritte erwartet hatte, sieht sich enttäuscht. Bewegung war von vornherein nicht drin. Man saß zusammen und spielte das, was man üblicherweise als Beamten-Mikado bezeichnet – wer sich zuerst bewegt, hat verloren!

FAZ.NET textet derweil launig „Bonner Klimakonferenz: Das große Pokern bis Kopenhagen“, um weiter unten etwas deutlicher zu werden…

Die dänische Umweltministerin Connie Hedegaard, die dann in der zweiten und dritten Dezemberwoche nicht weniger als fünfzehn tausend Teilnehmer in ihrer Heimat erwartet, gehört zu den Enttäuschten von Bonn: „Kein Zweifel, die Sache geht zu langsam voran.“ Statt über den schon konkreten Textvorschlag zu verhandeln, habe man ihn einmal gelesen und dann auf mehr als zweihundert Seiten aufgeblasen. „Das ist eine Schande“, kommentierte Hedegaard das Ergebnis.

Wer weiss, welche gewaltigen Fortschritte uns im Dezember in Kopenhagen zum Schutz unseres Klimas präsentiert werden? Schließlich geht dieses Thema uns alle an. Jeder jammert rum, aber tun will keiner was. Es könnte ja Geld kosten und womöglich das eigene. Da kommt die Finanz- und Wirtschaftkrise gerade recht. So hat man wenigstens einen Vorwand, warum man kein oder nur sehr wenig Geld zu Verfügung hat. Und jeder hofft wohl insgeheim, dass es so schlimm schon nicht kommen wird!

Welch ein Geschrei wird sich erheben, wenn der Meeresspiegel erst soweit angestiegen ist, dass er Oberkante Unterlippe steht? Wenn´s den Bangladeshis, oder den Birmanen ins Maul läuft, wird das vermutlich noch keinen jucken. Aber wenn der Hamburger Fischmarkt, oder Amsterdam ganzjährig unter Wasser stehen, das ist allerdings eine furchtbare Vision!

Es ist allerhöchste Zeit, der Politik gehörig Feuer unter dem Arsch zu machen! Es muß etwas geschehen und zwar rasch. Denn es ist unsere Zukunft, die die Politik da gerade vergeigt und die Zukunft unserer Kinder!

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