Die Zukunft der Landwirtschaft?

7 11 2009

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

weiterführende Links:





Vertical Gardens/Vertikale Gärten (Teil 2)

31 10 2009

Warum werden unsere Städte eigentlich nicht einfach grüner, lebendiger gemacht, wenn man doch genau weiss, welche Folgen für´s Mikroklima die vorherrschenden Betonwüsten in unseren Städten haben? Die Antwort darauf ist relativ einfach – es ist zu teuer! Warum? Nun, offene Flächen in Städten und Ballungszentren sind extrem rar und darum sehr teuer. Die Quadratmeterpreise sind eine echte Unverschämtheit! Nicht umsonst muss man ständig auf der Hut sein, dass die wenigen noch vorhandenen Grünflächen nicht doch irgendwann zu Bauland werden und auf Grund akuter Finanznot der ewig klammen Stadtkämmerer meistbietend an irgendwelche großen Konzerne verscheuert werden, die in bester Lage ein repräsentatives Gebäude errichten wollen – möglichst nahe an den Schaltstellen der Macht, damit man so unauffällig wie möglich Einfluss nehmen kann!

Das macht es aber ebenfalls unmöglich, heute noch bebaute Flächen wieder in Grünflächen umzuwandeln! Zwei Fakten haben wir also nun als wichtig und richtig erkannt! Wir müssen mehr Grün in unsere Städte holen und genau dafür stehen keine Flächen zur Verfügung! Klar ist auch, dass die wenigen vorhandenen Grünflächen so angelegt sind, dass sie für die Kommunen möglichst „pflegeleicht“ sind – d. h. meist riesige Rasenflächen, über die man dann und wann einen Trupp Landschaftsgärtner oder auch Hartz IV-Empfänger mit Rechen und Rasenmäher drüber jagen kann und die ansosnten keiner weiteren Pflege bedürfen! Die paar Bäume, die in diese sogenannten Parkanlagen stehen, sind natürlich nicht in der Lage, nennenswerte Mengen an CO2 zu binden. Dazu sind ganze Wälder notwendig und dafür ist in den Städten erst recht kein Platz vorhanden.

Aber wenigstens das Klima ließe sich verbessern, wenn man für mehr Grünzeug sorgen würde. Aber dabei darf es sich selbstverständlich nicht nur um Rasen handeln, denn der bindet nicht nur nichts, nein, der reinigt auch die staubhaltige und mit Feinstaub versetzte Luft der Innenstädte nicht wirklich wirksam. Dazu bedarf es einer Flora (und natürlich auch Fauna), die artenreich und widerstandsfähig ist! Aber wo soll man diese Pflanzen wachsen lassen, wenn schon keine freien Flächen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?

Die Antwort ist so einfach, wie genial – wir müssen vertikale Gärten anlegen! Wir müssen die Wände als Gärten nutzen und davon gibt es in jeder Stadt jede Mengen – hässliche, graue Wände in allen erdenklichen Formen und Höhen und sie werden in keinster Weise genutzt! Also muss das Motto heissen:“Die Zukunft liegt in der Senkrechten, in der Vertikalen!“ Wir müssen die Wände begrünen, um nicht nur sauberere Luft in unseren Städten zu erhalten, sondern auch noch eine abwechslungsreiche und dem Auge schmeichelnde Umgebung zu schaffen. Wie das genau aussehen könnte, ist bei Biotope City zu sehen, oder auch hier in dem Buch „Vertikale Gärten“, von Jacques Leenhardt, Mario Ciampi, Anna Lambertini. Mit knapp unter 60,- € wird dieses Werk nicht gerade zum Schleuderpreis vertrieben, aber es ist sicher lesenswert, zumal es in deutsch erschienen ist und über weit mehr als 200 Fotos verfügt! Schon das Bild auf dem einband lässt im Betrachter den Wunsch nach „mehr“, nach „viel mehr“ gedeihen!

Das Prinzip der Vertikalen Gärten, der Vertical Gardens ist als ein denkbar einfaches. Wo es keinen Platz gibt, einen Garten „anzulegen, muss man eben mit einer sehr kleinen Grundfläche Vorlieb nehmen und dann die Höhe als maßgebliche Größe hinzu nehmen. Man lehnt seinen Garten also quasi an die Wand und spart so eine Menge Platz. Das funktioniert natürlich auch innerhalb von Gebäuden. Ideen dazu finden sich unter unter anderem auch auch hier im Blog, wo ich sie in verschiedenen Artikeln bereits beschrieben habe! Aber die Möglichkeiten sind nahezu unbeschränkt und die Forschung widmet sich dem Thema auch sehr intensiv. Freilich haben vertikale Gärten auch einen entscheidenden Nachteil – sie sind nicht umsonst zu haben und und niemand will das Geld dafür aufbringen! Deshalb muss noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, um eine grundsätzliche Änderung der Einstellung gegenüber der Natur herbei zu führen. Denn wer einen vertikalen Garten anlegt, weil er die Wandfläche besitzt, der tut ja nicht nur anderen damit etwas Gutes, sondern auch und vor allem sich selbst und seiner Immobilie. Wenn man mal davon ausgeht, dass die bisher für eine Fassadenbegrünung genutzten Kletter- und Schlingpflanzen (wie z.B. Efeu oder Wilder Wein) Die Fassaden eher schädigen, als sie zu begrünen, weil sie ihre Wurzeln naturgemäß in jede noch so kleine Ritze der Fassade zu drängen versuchen (sie sind nämlich sogenannte Lichtflüchter), können sie diese erheblich schädigen! Dazu kommt, dass die Rankgerüste in aller Regel nach wenigen Jahren von den sie bewachsenden Pflanzen verbogen und zerstört werden, sieht das ganze nicht mehr so schön aus. Schade, dass solche berankten Fassaden von Architekten konstruiert werden, die nicht den Hauch einer Ahnung davon haben, was sie damit den Pflanzen, wie auch dem Hausbesitzer antun. Werden Pläne mit fassadenbegrünten Außenwänden visualisiert, sehen sie immer hübsch, gepflegt und edel aus! Die Realität ist dann meist weit von den Plänen und den Wünschen des Investors entfernt! Und so stirbt die Fassadenbegrünung meist mit der ungedüngten und vor dem Haus in den Boden gepflanzten Ranke! Ein wahrhaftig traurige Anblick. Dass den Geldgebern unter solchen Umständen schnell die Lust an der stadtnahen Natur vergeht und sie die Würgepflanzen vor ihren Fassaden nach kurzer Zeit nicht als wichtig für das Stadtklima und als Bereicherung für die Menschen in den Städten ansehen, sondern als Schädlinge, die das Bauwerk angreifen und zerstören, kann man durchaus verstehen. Aber es geht auch anders, wie die Links hier in diesem Artikel und in meinem Post vom Sommer 2009 „Vertical Gardens/Vertikale Gärten“ zeigen.

Freilich ist nicht jeder im Besitz eines Hauses. Mancher lebt, so wie ich auch, zur Miete. Aber auch hier ist es möglich, mit günstig zu erstehendem Material aus dem Baumarkt, seine Wohnung zu begrünen und sich das ein oder andere Gemüse nicht nur auf der Fensterbank, sondern auch an der Wohnzimmerwand zu ziehen. Etwas handwerkliches Geschick ist dabei schon von Vorteil.

weiterführende Links:





Pisse zu Wasser!

31 05 2009

Wer schon mal die Bibel gelesen hat, der weiss vermutlich auch, warum Jesus bei seinen Leuten so überaus beliebt war. Nun, wenn Ihr jetzt passen müsst, dann helfe ich euch ein bisschen auf die Sprünge. Es lag nicht nur daran, dass er durch Handauflegen Krankheiten heilen konnte. Er konnte aus Wasser Wein machen – angeblich. Und das grenzt schon an ein Wunder, denn der Mensch ist für gewöhnlich nur in der Lage, Wein in Wasser zuverwandeln. Damals wie heute war also die Fähigkeit des Jesus für viele Leute sicher eine Eigenschaft, die dafür sorgte, dass er mehr Freunde hatte, als ihm vielleicht lieb war.

Bei Treehugger habe ich jetzt gelesen, dass es offenbar eine Möglichkeit gibt, aus der eigenen Pisse Wasser zu machen. Vermutlich heisst es deshalb, man müsste Wasser lassen, wenn einen der Druck überkommt und man eine Stange an den Baum stellen muss, oder seinen Namen in den Schnee pinkeln. Der Artikel „Pee-to-Water Converter is Neat and Kinda Gross“ (vom 26.5.2009 auf Treehugger). Mein Englisch ist zwar nicht so berauschend, aber das dürfte soviel bedeuten wie:“Der Pisse-zu-Wasser Umwandler is ne tolle Sache“ (wer´s genauer weiss, der kann mir gern ne Email schreiben!). Angesichts der Tatsache, dass trinkbares, sauberes Wasser in Zukunft nicht nur immer knapper, sondern auf Grund der zunehmenden Monopolisierung der kostbaren Ressource, unter der Herrschaft einiger weniger großer Konzerne, auch immer teurer werden dürfte, scheint dies eine Möglichkeit zu sein, das Überleben der Menschheit zu sichern. Warum nicht auf dem Planeten nutzen, was in der Raumstation ISS schon praktiziert wird (Green Your Pee, NASA-Style, Artikel auf GreenPlanet vom 18.211.2008)?
Mal abgesehen davon, dass man im Allgemeinen eine gewisse Abneigung gegen den eigenen Urin hat, besonders wenn es darum geht, ihn zu trinken, ist dies an sich aber eine Flüssigkeit, die neben den weniger edel duftenden Beimengungen einen ganzen Haufen wertvoller Mineralien und Salze enthält, die gewöhnlich in der Toilette verschwinden. Mit jeder Menge Trinkwasser verdünnt, führt man sie in der Kanalisation der Kläranlage zu – oder auch nicht, je nachdem in welcher Gegend der Welt man zu Hause ist – und versucht die Brühe dann mit Hilfe von Hochtechnologie und Bakterien unschädlich zu machen. Anschließend wird sie dann dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Da der Mensch aber nach spätestens 3 Tagen dermaßen ausgetrocknet ist, dass er vor dem Exitus steht, muss er seinen Flüssigkeitsanteil im Körper immer relativ konstant halten und so verwandelt jeder von uns täglich 3 – 5 Liter Wasser in Urin. Ein niemals versiegender Strom, den man ungenutzt im Orkus verschwinden lässt. Sollte sich diese Idee durchsetzen, könnte man sehr viel Trinkwasser sparen – denn in der Toilette wird in den allermeisten Fällen reinstes Trinkwasser zum Spülen verwendet! Angeblich soll das Endprodukt sehr wohlschmeckend sein, wobei nicht ganz klar zu sein scheint, ob das Gerät auch in der Lage ist, das zarte und doch unvergleichliche Aroma nach dem Genuss von 2 kg Spargel zu neutralisieren.
Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit den Urin, sei er nun menschlichen oder tierischen Ursprungs, sinnvoll zu nutzen. Britta & Rebecca, die schon die Idee des Window Garden aus meinem letzten Artikel entwickelt haben, bieten in Seminaren das KnowHow an, das man braucht, um aus seinem eigenen Urin Dünger zu gewinnen. drink.pee.drink.pee nennen sie das Ganze passenderweise und auch das heisst nicht mehr und nicht weniger als:“Trink.Pisse.Trink.Pisse!“ Naja, wenn´s denn so sein soll!

und noch eins





Window Garden

31 05 2009

Bei einer meiner endlosen Reisen durch das WorldWideWeb habe ich eine interessante Seite gefunden, die sich mit den Methoden des Hydroponic Gardening beschäftigt, also der Anbaumethode für Nutz- und Nahrungspflanzen, die man in Deutschland für gewöhnlich mit Hydrokultur beschreiben würde. Es scheint aber so, dass die Bedeutung von Hydrokultur mehr das Aufziehen von Nutz- und zierpflanzen meint, Hydroponic dagegen eher das Heranziehen von Nahrungspflanzen wie z. B. Salate, Basilikum, oder auch Bohnenpflanzen und Kiwi meint. Die Seite heisst Window Farm und ist englischsprachig.

Es gibt auch zwei Videos, die ich hier verlinke, damit Ihr Euch mal einen Eindruck von der Idee machen könnt.

und

Die Idee, die dahinter steckt, ist genial, ja genial einfach, kann man sagen. Sie beruht im Prinzip auf dem Gedanken des Home Farming, über den ich schon das ein oder andere Mal berichtet habe. Allerdings ist diese Art der Nahrungserzeugung schon etwas aufwändiger, da man sowohl ein Bewässerungssystem benötigt, als auch Pflanzcontainer, die entsprechende Beleuchtung, gegebenenfalls Belüftung und eine Portion handwerkliches Geschick. Beim Window Garden sieht es anders aus. Hier handelt es sich um eine Vereinfachung der Ideen des Home Farming. Die notwendige Beleuchtung wird dadurch gewährleistet, dass man die zur Verfügung stehenden Fenster  seiner Wohnung nutzen kann – daher auch der Name. Als Pflanzcontainer finden alte Plastikwasserflaschen Verwendung, die mit Hilfe eines Teppichbodenmessers leicht zurecht geschnitten werden können (Aber denkt daran, wenn Ihr mit so einem scharfen Messer hantiert, schützt bitte Eure Hände, damit nicht hinterher die Finger abgetrennt auf dem Boden liegen und Ihr mir die Schuld gebt).

Die Seite WindowFarms hat angekündigt, ab etwa Mitte eine Website zu launchen, auf der man lernen kann, wie eine Window Farm gebaut wird und auf der man seine Erfahrungen mit anderen Window Farmern teilen kann. So kann man leicht den Einstieg finden in das weite Feld der Hydroponic. Denn wie gesagt – wenn wir unsere Umwelt erhalten und die Natur schützen wollen, müssen wir Mittel und Wege finden, die uns von der konventionellen Landwirtschaft zu befreien. Nebenbei bringt das den Vorteil, dass man genau weiss, was in dem selbst gezogenen Gemüse drin ist. Nämlich genau das, was man ihm während des Heranziehens zugeführt hat.

Also, überlegt mal, ob Ihr nicht auf diese Art und Weise in die „Landwirtschaft“ einsteigen könnt!

weiterführende Links:





Aquaponic-Forum.de

30 03 2009

Wer sich für Aquaponic oder Hydroponic interessiert, der sollte sich mal das Aquaponic-Forum von Simon ansehen. Das gibt es seit Februar 2009 und hat bereits 14 Mitglieder, die sich zum Thema austauschen. Simon selber baut sich gerade ein Aquaponic-System mit Tilapiazucht auf und berichtet darüber auf seiner Homepage Youpal, wo Ihr auch einige Fotos zum Thema finden könnt. Im Aquaponic-Forum gibt es auch einen Thread, der sich um Hydroponic dreht. Hier können Fragen gestellt oder eigene Erkenntnisse eingebracht werden und da es sich um das wohl erste derartige Projekt im deutschen Sprachraum handelt, sollten sich alle Interessenten anmelden und ihr Knowhow dort einbringen. So kann eine Community entstehen, die über eine Menge praktisches Anwenderwissen verfügt und die Nutzung aquaponischer und hydroponischer Systeme bei uns entscheidend voran bringt

Was ist Aquaponic?

Bei Aquaponic-Systemen handelt es sich um eine Fischzucht, bei der das mit den Fischfäkalien belastete Wasser über einen Fluttisch oder durch ein hydroponisches System gleitet wird, in dem die enthaltenen Nährstoffe für die Zucht von Gemüse, Obst, Kräutern und Früchten genutzt werden. Es ist eine Art geschlossenes Kreislaufsystem, in dem man nur die Verluste an Wasser ersetzen muss. Im Ergebnis kann man sowohl Fisch, als auch die Produkte aus dem Hydroponic-System ernten.

Und Hydroponic?

Hydroponic ist im Prinzip nichts anderes, als ein Hydrokultur-System. Während im deutschen Sprachraum Hydrokultur für den privaten Bereich eigentlich ausschließlich für die Haltung von Zierpflanzen genutzt wird, kann man in gewerblichen Gartenbaubetrieben und Gärtnereien durchaus hydroponische Systeme zur Zucht von Gemüse und Früchten (z.B. Erdbeeren), Kräutern (z.B. Basilium) finden. Man sagt der Hydroponic (deren Hauptanwendungsgebiet in Europa wohl in den Niederlanden liegen) nach, man könne damit nur sogenannte „Wassertomaten“ ziehen. Vermutlich kommt das daher, dass die Pflanzen eben nur in Wasser, bzw. in einer Nährlösung gezogen werden, wobei der Einsatz von Erde vermieden wird.

Was bringt das denn?

Betrachtet man die Zahl der Menschen auf dieser Erde und die zum Ackerbau geeigneten Flächen, so erscheint die Hydroponic als eine Möglichkeit, die Menschen mit Gemüse zu versorgen, ohne die Landschaft mit industrieller Landwirtschaft zu vergewaltigen. Hydroponische Systeme können in jeder Form und Größe angelegt werden und sogar in den Zentren der Städte in sogenannten Vertical Farms (als Farm genutzte Hochhäuser) eingerichtet werden. Dies hat den unschätzbaren Vorteil, dass die Natur im Umkreis der urbanen Zentren nicht mehr in Ackerland umgewamdelt werden muss, um Nahrungsmittel oder Biospritpflanzen in industriellem Massstab anzubauen. Diese Flächen könnten Gaia zurück gegeben werden, um darauf Wälder wachsen zu lassen (was extrem wichtig ist für die Bindung von CO2). Außerdem fallen die langen Transportwege für die Ackererzeugnisse weg, wenn sie direkt in unseren Städten wachsen und dort auch verarbeitet werden können. Schließlich – so erstrebenswert das auch scheinen mag – ist es unmöglich alle Menschen dieser Erde (immerhin 6 Milliarden und täglich werden es mehr) mit Bioprodukten zu versorgen. Mit Hilfe hydroponischer Systeme könnten wir es immerhin schaffen wenigstens alle Menschen ausreichend und relativ ausgewogen zu ernähren, ohne dabei die gesamte Erde zu zerstören und nebenbei den Genkonzernen auch noch in die Suppe spucken. Denn unter den Bedingungen hydroponischer Systeme dürfte eine Nutzung von genveränderten Pflanzen nicht  notwendig sein.

Weil Hydroponic eigentlich eher im angelsächsischen Sprachraum beheimatet ist, gibt es die meisten Links, interessanten Seiten, sogar Blogs zum Thema eben in Englisch. Es ist also kein Fehler, seine Kenntnisse in Schulenglisch hervor zu kramen, wenn man Informationen braucht. Und genau das ist der Grund, warum wir hier in Deutschland ein echtes Netzwerk brauchen, in dem die notwendigen Informationen gesammelt und der Community zur Verfügung gestellt werden! Übrigens habe ich selber vor, mir ein hydroponisches System zu selber bauen. Die vorgefertigten Systeme, die es am Markt gibt sind mehrheitlich für gewerbliche Betriebe gedacht und von daher recht groß, aufwändig und auch teuer. Da ich der Meinung bin, dass es möglich ist, einen Teil der für die eigenen Ernährung benötigten Nahrungsmittel in der eigenen Wohnung zu erzeugen, möchte ich dies auch praktizieren (und zwar das ganze Jahr hindurch, denn die Wohnungen sind im Sommer sicher warm genug und im Winter werden sie sowieso durchgängig geheizt, denn keiner von uns will sich bei Minustemperaturen den Arsch abfrieren!). Ein Problem stellen lediglich die Lichtverhältnisse innerhalb einer Wohnung dar (aber hier kann man mit Hife von Lampen, die ein dem Licht der Sonne ähnliches Lichtspektrum abgeben, Abhilfe schaffen!). Das Material dazu gibt es in jedem größeren Baumarkt günstig zu kaufen. Sobald ich mit meinen Experimenten beginne, werdet Ihr es hier erfahren.

Wer vorab mal sehen will, wie so ein aqua- oder hydroponisches System aussieht und funktioniert, kann diese Suchbegriffe mal bei YouTube eingeben und wird dann von der Zahl der eingestellten Filme schier erschlagen! Das dabei eine ganze Reihe Leute erläutern, wie man mit diesem System auch Canabispflanzen ziehen kann, hier auch am Rande erwähnt. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies Illegal ist und eine Anzeige wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Folge haben kann!!

weiterführende Links zu diesem umfangreichen Themenkomplex:

Die Linkliste ist beileibe nicht vollständig und wird in der nächsten Zeit öfters erweitert werden. Wer Vorschläge machen möchte, was da hinein gehört, kann mir gern eine Email schreiben (nach eingehender Prüfung des Links, stelle ich ihn dann Online). Die Aufnahme einer Seite, eines Blogs oder eines Händlers beinhaltet keinerlei Wertung!

Hydroponic
Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.
Hydrotip.de
3sat.online
AeroGarden Bargains
American Hydroponics | Home
Chris Jacobs Vertical Farm
Dave’s Hydroponics Experiments
Discount Hydroponics – Hydroponic Systems
Dummies Guide To Precision Farming
Ecoponics – Mother Nature’s ecosystem in your own backyard
eppenberger-media, Webdesign, PR , Journalismus » Afrikanische Buntbarsche lassen Tomaten spriessen
CropKing.com | Helping to Establish and Grow Your Hydroponic Greenhouse Produce Business for Over 25
TreeHugger: Futurama Farming in New York
Garden Blog of a girl growin’ Southern: Hydroponics for Dummies
GENERAL HYDROPONICS EUROPE GHE
Home Hydroponics Gardening
HydroponicsBay.com
TreeHugger: Aquatic Chicken
4SeasonGreenhouse
Agricare.org
Be Well Hydroponics and Urban Gardening
Esoteric Hydoponics
Compost Guy
Hydroponics – Soil-less gardening
greenroofs.com
Hydrofarm
Hydroponic Gardening
instablogsimages.com/images/2008/03/10/indoor-hydroponic-garden_1333.jpg
GrowBox
Hydroponics Review
HowStuffWorks:“Will there be farms in New York City’s skyscrapers?“
Hydrokultur – Wikipedia
Hydroponics | General Hydroponics and Indoor Gardening information.
Hydroponic.EU
Hydroponics Growing Systems
Hydroponics Online – Hydroponics Frequently Asked Questions
Growco Indoor Garden Supply
Hydroponik Garden Blog
Inhabitat
Ipm
Kweekhuis – Online-Shop
OmegaGarden Hydroponics Designs
Practical Hydroponics & Greenhouses Magazine
Simply-Hydroponics.com
Simple Sand Hydroponics
New York Magazine: Skyfarming
EarthFirst.com: Start Seedlings Indoors with a Recycled PC Case Grow Box |
The Growing Edge Hydroponic Basics
trisystem.pdf (application/pdf-Objekt)
Vertical farming – Wikipedia
Wapedia – Wiki: Hydrokultur
Wassertank IBC und Zubehör
KitchenGardenToday
What is a Vertical Farm?
Ökotau Easy Green GmbH
Hydroponics Farming
Plant´s Stories
Food and Shelter News
Organic Food For All





Skyfarming und Vertical Farming

1 05 2008
Bekanntlich ist nicht jeder Boden auf unserer Mutter Erde fruchtbar und zum Anbau von Nahrungsmitteln oder zur Viehzucht geeignet! Gleichzeitig darf man aber keinem Menschen sein ureigenes Recht auf Leben, Nahrung, sauberes Wasser, eben auf ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen absprechen. So muss es einer der Hauptaufgaben der Wissenschaft sein, Nahrungsressourcen für alle Menschen zu erschliessen, unabhängig davon, wo sie leben. Es gibt auch schon Pläne, wie man dieses Problem angehen könnte.
Eine Möglichkeit bietet das Skyfarming, ein Prinzip, dass ähnlich arbeitet wie das Vertikal Farming.
Auch dieses Video von YouTube gibt einen Einblick in die Funktionsweise eines solchen Farmhochhauses. Hauptproblem dürfte jedoch die Finanzierung eines solchen Projektes darstellen, besonders, wenn es in Ländern der Dritten Welt verwirklicht werden soll.
Ich persönlich gehe zwar davonaus, dass es die Aufgabe des Staates sein muss, die notwendigen Ressourcen zum Überleben seiner Bevölkerung bereit zu stellen, sei es nun Trinkwasser, Energie, oder Nahrungsmittel! Naturgemäß sieht das die kapitalistische Wirtschaftsordnung ein ganz klein wenig anders, was auch die Hauptursache für die ständig steigenden Preise ist. Hohe Nachfrage bedingt hohe Preise und – logischerweise – hohe Gewinne!
Man muss aber auch sehen, dass man mit der Lieferung von Lebensmittelspenden auf Kosten der Industrienationen, bzw. der Alimentation ganzer Völker durch die UNO einen Haufen Geld ausgibt, dass man auch anders sinnvoller einsetzen könnte. Eben um solche Skyfarming-Projekte zu finanzieren. Darüber sollte man mal intensiv nachdenken!
Wie ich gerade bei Spiegel-Online gelesen habe, hat man dort das Thema am 2.5.2008 ebenfalls aufgegriffen und in einem recht interessanten Artikel verarbeitet. Schaut Euch den Link mal an und seht, dass es zwar von staatlicher Seite wenig Vorbehalte gegen solche Projekte zu geben scheint, aber die Menschen sich für solcherart „industriell“ erzeugte Nahrungsmitteln nicht recht erwärmen können, obwohl – möchte ich an dieser Stelle mal behaupten – die meisten sowieso nicht wissen, wie und wo ihre täglichen Nahrungsmittel überhaupt erzeugt werden, denn sons twürden sie jeden Tag aufs Neue hektoliterweise ihr Frühstück auskotzen!