Die Zukunft der Landwirtschaft?

7 11 2009

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

weiterführende Links:





„Home“ – ein Film für die Erde!

8 08 2009

Heute fand ich endlich Zeit, in aller Ruhe im Kreis der Familie den Film „Home“ anzuschauen, den ich bei einer Verlosung von Filme für die Erde gewonnen habe. Ich habe noch nie was gewonnen und darum war ich umso überraschter, als mich die Nachricht des Gewinns erreichte.

Kaum war der Abspann gelaufen, begann eine heftige Diskussion. Alle redeten durcheinander und jeder ereiferte sich über die Verantwortungslosigkeit der Menschen und die Gier der Konzerne im Besonderen. Aber in einem waren wir uns alle einig – es gibt wohl kein dämlicheres und bescheuerteres Wesen im Universum, als den Menschen! Wer diese wunderbare blaue Murmel aus der Entfernung sieht, wie sie – einer fragilen und zerbrechlichen gläsernen Kugel gleich – durch die einsame Schwärze des Alls zieht, der begreift sofort instinktiv, wie selten und kostbar unser Planet ist. Ein Planet, der akut gefährdet ist durch die Dummheit und die Gier des Menschen, der als einzelnes Wesen durchaus in der Lage ist zu begreifen, in welch einem hervorragend ausbalanciertem Gleichgewicht das Ökosystem der Erde sich befindet. In der Masse jedoch, als Verbraucher und Konsument (wie man das so schön nennt), ist er eine dumme, hirnlose Bestie die, wenn sie an der Universität die Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaft studiert hat, bar jeden Gewissens und ohne irgend ein Schuldgefühl, in der Anonymität eines großen Konzerns die Ressourcen der Erde plündert, ohne auch nur einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Und gleichzeitig engagieren sich solche Leute in ihrer Freizeit bei Greenpeace und anderen Umweltorganisationen! Opium für das unterschwellige schlechte Gewissen?

Aber wieder zu „Home“. Der Film von Yann Arthus-Bertrand, verbindet wunderbare, zum Teil noch nie gesehene Bilder unserer Erde mit der eindringlichen Botschaft, diese zu schützen. Wer diesen Film sieht und ich meine intensiv sieht, der bleibt nicht unberührt von dieser zarten schönheit, die wir Menschen Erde nennen und die doch so viel mehr ist, als einfach nur eine belebte Kugel in unserem Sonnensystem. Wer diese Bilder sieht, der spürt instinktiv, das ist nicht einfach nur ein Planet, das ist ein riesiger, lebendiger Organismus, das ist Gaia!

„Home“ zeigt aber nicht nur die Schönheit der Erde und die Schattenseiten der menschlichen Existenz, oder die Bedrohung, die der Mensch mit seinen Handlungen für das gesamte Ökosystem der Erde darstellt. Der Film macht auch Mut für die Zukunft, indem er darauf hinweist, dass es noch immer eine Chance zur Rettung Gaias gibt, aber wir müssen rasch, wir müssen sofort handeln! Jeder Mensch sollte diesen phantastischen Film gesehen haben. In jeder Schule sollte es zur Pflicht werden, diesen Film den Schülern (und selbstverständlich den Lehrern) zu zeigen und im Anschluß daran eine Diskussion über unsere Zukunft zu führen!

Ich jedenfalls habe mich entschlossen, „Home“ möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und Gespräche darüber anzustoßen, wie wir die hemmungslose Gier, die Profitsucht und den Egoismus des kapitalistischen Systems überwinden können!

Danke Yann Arthus-Bertrand für diesen wunderbaren Film!





Das Artensterben!

19 07 2009

Focus Online meldete am 2.7.2009 unter der Überschrift „Rote Liste: 17.000 Tierarten bedroht“. Eine wirklich erschreckende Zahl, zumal es nur diejenigen Tierarten sind, die akut vom Aussterben bedroht sind. Insgesamt stehen mehr als 44.000 Arten auf dieser Roten Liste und täglich werden es mehr.

Zumeist ist der Mensch durch sein Verhalten dafür verantwortlich, dass Tierarten von unserem Planeten verchwinden. Seit er begann sich in Sippen zu organisieren und auf die Jagd zu gehen, ging dies zu Lasten der Arten, die er bejagte. Er begann die Erde leer zu fressen sozusagen. Heute ist das Aussterben von Tier- aber auch vieler Pflanzenarten zumeist bedingt durch den Verlust der Lebensräume. Der Mensch breitet sich immer mehr auf der Erde aus und nutzt Flächen für die Landwirtschaft, die er früher nicht bewirtschaften konnte, weil ihm die technischen Möglichkeiten fehlten. Wälder werden abgeholzt und den Interessen weltweit operierender Großkonzerne geopfert. Was übrig bleibt wird in Viehweiden oder riesige Plantagen verwandelt, bis die Erosion ihren Job erledigt und die dünne fruchtbare Krume davongetragen hat. Sterben die Wälder, das ist allgemain bekannt, sterben auch die unzählige, auf diesen Lebensraum angewiesenen Arten. Von diesen sind die allermeisten noch immer nicht wissenschaftlich beschrieben. Und noch bevor sie entdeckt wurden, sind sie schon verschwunden.

Welch ungeheure Schätze werden einfach so weggeworfen und können nie zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden?

Natürlich sterben auch Arten aus, ohne dass der Mensch direkt dafür verantwortlich ist. Das war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Aber in den allermeisten Fällen hat der Mensch und sein unseliges Verhalten, seine Verantwortungslosigkeit und seine grenzenlose Gier das Aussterben verursacht. Manchmal allerdings ist es auch einfach nur Dummheit. Oder wie kann man das sonst nennen, wenn regionale Nutztierrassen einfach aussterben weil sie nicht mehr gezüchtet werden? Ausgetauscht gegen vermeintliche Superzüchtungen, deren Patente bei großen Konzernen liegen wie Turbokühe und Monsterschweine. Zu welchem Preis dieser Tausch der vielen auf die einzelnen geographischen und regionalen Bedingungen überall auf der Welt gegen einige wenige Einheitsrassen stattfindet, dämmert den Landwirten erst später. Klimatisierte Ställe, Kraftfutter (aus gentechnisch verändertem Soja beispielsweise), Medikamente (vor allem Antibiotika), Krankheiten (Mastitis, BSE, Schweinepest, usw.) sind notwendig, um diese Tiere am Leben zu erhalten. Aber die unschätzbaren Genressourcen der alten und unempfindlichen Rassen geht immer schneller verloren, für immer!





Die stille Invasion!

18 07 2009

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).




Was für Dreck als Nahrung verkauft wird!

12 07 2009

Jeder hat sich schon aufgeregt, wenn in der Presse einmal mehr von Gammelfleisch, Gammelkäse und sonst irgendwelche Lebensmittelskandale die Rede war. Man kann den Eindruck gewinnen, in den Regalen der Supermärkte liegt nur der letzte Dreck, den noch nicht einmal mehr die Müllkippe zur Entsorgung annehmen will. Ja es ist keine Freude, zum Einkaufen in den Supermarkt zu gehen und mit der permanenten Ungewissheit seine Auswahl zu treffen, ob man auch das bekommt, was man haben will – qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu einem, ich sage es mal ganz vorsichtig, angemessenen Preis!

Sicher spielt es eine Rolle, dass vor allem in Deutschland  eine „Geiz-ist-geil-Mentalität“ um sich gegriffen hat, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Die Deutschen gehören zu den Völkern, die nicht bereit sind, für ihre Lebensmittel einen Preis zu bezahlen, der den Erzeugern das wirtschaftliche Überleben ermöglicht. Es kann nicht billig genug sein und im Zweifel frisst man eben den letzten Dreck, hauptsache es ist billig! Wenn es dann zu Lebensmittelskandalen kommt, regen sich gerade die Deutschen ganz besonders darüber auf.

Jetzt kommt ans Tageslicht, dass viele Hersteller von sogenannten Lebensmitteln mittlerweile dazu übergegangen sind, die natürlichen Bestandteile, aus denen auch vorgefertigte Nahrungsmittel, oder Tiefkühlprodukte bestehen, durch künstlichen Stoffe zu ersetzen. Schinken auf Pizza, oder in Schinkennudeln werden durch Kunstschinken ersetzt, der zwar in Konsistenz und Aussehen dem üblichen Kochschinken gleicht, aber eben aus anderen  – künstlichen – Stoffen besteht und wesentlich billiger in der Herstellung ist („Lebensmittelimitate: Bauern geben Preisdruck Schuld an Mogelkäse“; Artikel auf WeltOnline vom 11.7.2009). Besonderes Augenmerk gilt im Moment dem sogenannten Analogkäse, der mit natürlichem Käse soviel gemeinsam hat, wie Atomstrom mit Windenergie – nichts! Diese künstlichen Bestandteile in Nahrungsmitteln sind Betrug am Verbraucher, wenn es nicht auf der Verpackung steht. Denn keiner will den Dreck aus dem Chemielabor freiwillig fressen. Und die Produzenten machen einen Reibach damit, dass sie die billigen Ersatzstoffe verwenden und den Verbraucher darüber im Unklaren lassen. So wir aus dem Analogkäse eine sprudelnde Geldquelle. Jedenfalls für den Hersteller. Und der Verbraucher merkt den Unterschied sowieso nicht, weil er zu dämlich ist, die komplizierten und verklausulierten Auflistungen auf der Rückseite der Lebensmittelverpackungen zu lesen (die dazu noch so klein geschrieben sind, dass man sie nur mit Lupe oder echten Adleraugen fehlerfrei entziffern kann) und außerdem nicht weiss, was z. B. Mononatriumglutamat ist.

Das hat natürlich Methode, denn in diesen Auflistungen der Inhaltsstoffe verbergen sich noch ganz andere, teilweise brisantere Informationen, von denen die Hersteller, allen voran die großen Lebensmittelkonzerne, am liebsten nicht wollen, dass der Verbraucher von ihrem Vorhandensein Kenntnis bekommt. Zum Beispiel davon, wenn Soja und Lezithin enthalten sind, was meist darauf schließen lässt, dass es sich um Produkte handelt, die mit gentechnisch veränderten Bestandteilen versetzt sind, denn auch die will kaum jemand freiwillig auf seinem Teller und anschließend in seinem Magen haben.

weiterführende Links:





Hunger!

10 07 2009

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man „großzügig“ Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die „Entwicklung“ der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge „Pflanzenschutzmitteln“ beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des „Gesundschrumpfens“ sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem „erworbenen“ Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit „Bio“sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit „Bio“sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst „ungenutzt“ (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als „sauberen“ Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will („Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss“; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

weiterführende Links:





MON810 und kein Ende!

4 07 2009

Tja, fleissige Lobbyarbeit, so teuer sie letzten endes auch sein mag, zahlt sich doch irgendwie immer aus. Das müssen sich die dezent gekleideten Damen und Herren von Monsanto, Bayer, BASF und Konsorten gedacht haben, die mit dicken Geldtaschen, Luxusreisen und anderen Annehmlichkeiten – aber selbstverständlich ohne jedes wirtschftliche Interesse – um die Politiker herum schleichen, wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei.

Und wie man sieht, scheint der Erfolg für sich zu sprechen. Jedenfalls – völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der Anbau des MON810 Genmais von Monsanto in etlichen europäischen Staaten wegen ernsthafter Bedenken und befürchteter gesundheitlicher Gefahren verboten wurde, will ihn die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nun trotzdem wieder zulassen (EFSA befürwortet Wiederzulassung von Genmais MON810, Artikel auf greenpeace vom 30.6.2009)! Und damit der Konsument es nicht ganz so einfach hat und dieses Teufelszeug im Lebensmittelregal boykottieren kann, hat man sich bereits auf gesetzliche Regelungen geeinigt, die es nicht leicht machen, genveränderte Produkte ohne weiteres zu erkennen. was die Menschen wollen, ist offenbar uninteressant. Was Monsanto will dagegen schon eher.

In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz ist der Anbau von Mon810 teilweise bereits seit Jahren verboten. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner schloß sich – vermutlich eher aus parteitaktischen Erwägungen und den neuen CSU-Kurs der Gentechnik-Ablehnung – dieser Eischätzung an und zog mit einem Verbot nach (Aus für Genmais MON810 in Deutschland, Artikel auf greenpeace vom 14.4.2009)! Obwohl ein erster Schritt hin zu einem kompletten Verbot von genveränderten Pflanzen, sollte man diese Entscheidung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Wenn´s an´s Eingemachte geht, war sich die Union noch nie zu schade, auf ihre Versprechen von gestern zu pfeifen (ich benutze hier bewusst nicht den Ausdruck „sch..ssen“ in diesem Zusammenhang, obwohl er mir zweifellos auf der Zunge lag!).

Während Frau Aigner wie eine Löwin für die deutschen Verbraucher und gegen den Genmais kämpfte, muss sie sich allerdings so sehr verausgabt haben, dass sie es nicht schaffte, auch gleich die genveränderte Kartoffel Amflora (von BASF, einem zumindest teilweise deutschen Unternehmen, ist das nicht merkwürdig?) ebenfalls die Erlaubnis zu verweigern. Obwohl hier genauso Gefahr droht wie beim Genmais, entschied man einfach mal anders (Genkartoffel: Aigners „Zickzackkurs“ in der Kritik; Artikel auf tagesschau.de vom 28.4.2009). Management bei Würfelspiel? Wer weiss das schon. Vielleicht liegt´s auch daran, dass einstens der olle Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Genkartoffel erstmals zugelassen hat. Das wäre es wohl ein Affront sondersgleichen gewesen, seine Lauterkeit und seine Weisheit anzuzweifeln und das Zeug doch noch final zu verbieten. So was überlebt man  – auch als Ministerin – nicht lange, denn als bayrischer Ministerpräservativ ist Seehofer auch nicht ganz ohne Macht und Einfluss. Und Aigner will in der CSU sicher noch mal was vernünftiges werden!





Window Garden

31 05 2009

Bei einer meiner endlosen Reisen durch das WorldWideWeb habe ich eine interessante Seite gefunden, die sich mit den Methoden des Hydroponic Gardening beschäftigt, also der Anbaumethode für Nutz- und Nahrungspflanzen, die man in Deutschland für gewöhnlich mit Hydrokultur beschreiben würde. Es scheint aber so, dass die Bedeutung von Hydrokultur mehr das Aufziehen von Nutz- und zierpflanzen meint, Hydroponic dagegen eher das Heranziehen von Nahrungspflanzen wie z. B. Salate, Basilikum, oder auch Bohnenpflanzen und Kiwi meint. Die Seite heisst Window Farm und ist englischsprachig.

Es gibt auch zwei Videos, die ich hier verlinke, damit Ihr Euch mal einen Eindruck von der Idee machen könnt.

und

Die Idee, die dahinter steckt, ist genial, ja genial einfach, kann man sagen. Sie beruht im Prinzip auf dem Gedanken des Home Farming, über den ich schon das ein oder andere Mal berichtet habe. Allerdings ist diese Art der Nahrungserzeugung schon etwas aufwändiger, da man sowohl ein Bewässerungssystem benötigt, als auch Pflanzcontainer, die entsprechende Beleuchtung, gegebenenfalls Belüftung und eine Portion handwerkliches Geschick. Beim Window Garden sieht es anders aus. Hier handelt es sich um eine Vereinfachung der Ideen des Home Farming. Die notwendige Beleuchtung wird dadurch gewährleistet, dass man die zur Verfügung stehenden Fenster  seiner Wohnung nutzen kann – daher auch der Name. Als Pflanzcontainer finden alte Plastikwasserflaschen Verwendung, die mit Hilfe eines Teppichbodenmessers leicht zurecht geschnitten werden können (Aber denkt daran, wenn Ihr mit so einem scharfen Messer hantiert, schützt bitte Eure Hände, damit nicht hinterher die Finger abgetrennt auf dem Boden liegen und Ihr mir die Schuld gebt).

Die Seite WindowFarms hat angekündigt, ab etwa Mitte eine Website zu launchen, auf der man lernen kann, wie eine Window Farm gebaut wird und auf der man seine Erfahrungen mit anderen Window Farmern teilen kann. So kann man leicht den Einstieg finden in das weite Feld der Hydroponic. Denn wie gesagt – wenn wir unsere Umwelt erhalten und die Natur schützen wollen, müssen wir Mittel und Wege finden, die uns von der konventionellen Landwirtschaft zu befreien. Nebenbei bringt das den Vorteil, dass man genau weiss, was in dem selbst gezogenen Gemüse drin ist. Nämlich genau das, was man ihm während des Heranziehens zugeführt hat.

Also, überlegt mal, ob Ihr nicht auf diese Art und Weise in die „Landwirtschaft“ einsteigen könnt!

weiterführende Links:





Das Ende des Regenwaldes!

28 05 2009

Bis zum Jahr 2050 wird der Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste restlos vernichtet sein, wenn die Entwaldung so weiter geht, wie bisher! Und es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern wird, solange es auch noch einen einzigen Baum in dem Gebiet gibt (das berichtet n-tv.de am 28.5.2009 unter dem Titel „Bis 2050 völlig verschwunden: Das Ende des Regenwaldes“). 93% des regenwaldes sind bereits verschwunden und verantwortlich dafür seine die Land- und Holzwirtschaft. Das gerodete Land wird vorwiegend für Soja-Anbau (hier hat garantiert Monsanto seine Pfoten im Spiel) und Viehzucht genutzt (MCDoof und WürgerKing lassen grüßen)! Auf Sumatra und Borneo wird es nicht mehr so lange dauern, bis der Wald weg ist. 5 oder 10 Jahre, dann ist tutti. Überlegt denn niemand von den Idioten, die unsere Mutter Erde derat vergewaltigen, was danach sein wird? Glauben diese geistigen Kleinrentner etwa tatsächlich, sie könnten mit ein paar Setzlingen innerhalb einiger weniger Jahre das wieder gutmachen, was in Jahrtausenden gewachsen und binnen 30 Jahren restlos vernichtet worden ist? Schaut Euch diese Bilder an…

http://www.n-tv.de/archiv/Das-rapide-Schwinden-der-Urwaelder-article12372.html

Wenn man sieht, für was der Wald sterben muss, dann kommt mir echt das große Kotzen! Dann denke ich, dass es doch an der Zeit ist, der Gewalt gegen Gaia, endlich massiv entgegen zu treten. Der Mensch braucht die Erde und damit meine ich nicht nur unsere Mutter. Er braucht die Erde, um zu überleben, weil er seine Nahrung auf der Erde anpflanzen muss. Wo will man säen, wenn der Regen den nackten, verbrannten Boden weggespült hat? Glauben diese Ignoranten wirklich, dass die großen Saatgut-Konzern (ganz genau, ich meine Bayer, Monsanto, Syngenta usw.) mit ihrer Gensaatscheiße die Lösung des Ernährungsproblems für 6 oder 7 Milliarden Menschen in den Händen halten? Die Konzerne wollen Geld verdienen, viel Geld! Die Menschen sind ihnen scheiß egal. Wer nicht zahlen kann braucht auch nix zu fressen, heisst die Devise. Darum und nur darum, wird die Nahrung in den Ländern der Dritten Welt immer teurer. Hier bei uns in den Industriestaaten, kann man mit Nahrung gutes Geld verdienen!

Was der Menschheit durch ihre eigene Dummheit verloren geht, ist geradezu unfassbar! Regierungen verraten und verkaufen ihre eigene Bevölkerung an die Konzerne und halten selber die Hand auf. Dafür, dass sie den Konzernen in die Ärsche kriechen, fällt ein schönes Stück vom Kuchen für sie ab. Dafür kann man ruhig mal seine hehren Prinzipien verraten! Diese Prinzip funktioniert überall auf dieser Welt, denn jeder ist nur noch sich selbst der Nächste! Auch wenn jetzt gerade alle Augen auf Großbritannien gerichtet sind, ob des aufgedeckten Spesenskandals, kann man doch getrost behaupten, die Politiker sind in keinem anderen Land dieser Welt besser!





Giftpflanzen auf den Weiden!

23 05 2009

Sueddeutsche.de berichtet am 23.5.2009 unter der Überschrift „Giftiges Jakobskreuzkraut – Die Gefahr wuchert“ über eine zunehmende Gefahr, die von ungenügend gepflegten Weiden ausgeht. Das Jakobskreuzkraut ist eine wild wuchernde, etwa 1m hoch wachsende und mit vielen hübschen gelben Blüten ausgestattete Giftpflanze, die bisweilen in Kräutertees zu finden ist. Aber auch in Salatmischungen hat man das Kraut schon ausfindig gemacht. Die besondere Gefahr dieser Pflanze geht nicht direkt von den Pyrrolizidinalkaloiden, auch kurz PA genannt aus, die von der Pflanze gebildet werden. Es sind die Abbauprodukte, die mit Hilfe von Enzymen in der Leber der Lebewesen entstehen, die das Jakobskreuzkraut gegessen, oder in Form von Kräutertees zu sich genommen haben. Sie sind reinstes Gift und in der Lage, schon in geringsten Dosen die Leber nachhaltig zu schädigen. Die sueddeutsche.de schreibt…

…Maximal ein Mikrogramm dieser Giftstoffe darf ein Mensch über Arzneimittel und Kräutertees am Tag zu sich nehmen, schreibt der Gesetzgeber vor. Außerdem sollte die Anwendung nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr dauern…

Jakobskreuzkraut (Foto: dpa)

Jakobskreuzkraut (Foto: dpa)

Es hat schon Tiere das Leben gekostet, weil sie größere Mengen von dem gefährlichen Kraut auf der Weide gefressen hatten. Besonders Kühe und Pferde sind gefährdet. Trotzdem gibt es aber doch genug Idioten, die aus allem was Feld, Wald und Wiese so hergeben, Kräuterteemischungen herstellen und keine Ahnung davon haben, was sie da eigentlich tun. Die Kunden, beseelt von dem Gedanken, sich etwas Gutes zu tun, schlürfen einen giftigen Tee und hoffen auf Heilung von ihren Zivilisationsgebrechen. Das ist doch vollkommen absurd, wenn man es recht betrachtet.

Übrigens ist das Jakobskreuzkraut nicht die einzige Pflanze, die solche Pyrrolizidinalkaloide erzeugt. Andere, bekanntere Gewächse wie z.B. Huflattich, Beinwell oder auch Pestwurz, gehören auch dazu. Sie sollten – wenn überhaupt – nur in kleinsten Mengen genossen werden. Bevor Ihr Euch also ds nächste Mal einen zünftigen Kräutertee einschüttet, solltet Ihr mal die Verpackung studieren und nachschauen, was da alles drin ist – besser ist das!

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