Pack die Sonne in den Tank…

9 04 2012
…und hör endlich auf über die hohen Spritpreise zu jammern. Es gibt Alternativen, nur wollen sie weder die Automobilindustrie (wegen der ach so hohen Forschungskosten und Investitionen), noch die Energiekonzerne auf den Markt bringen und fördern (denn nur mit knappen Ressourcen kann man beständig und wunderbar die Preise nach oben schrauben, denn keiner kann nachprüfen, ob der Preisanstieg wirklich – und in dieser Höhe – gerechtfertigt ist).
Wir alle kennen das Spiel. Vor den Osterferien, vor den Sommerferien, ebenso wie vor jedem hohen katholischen oder sonst einem Feiertag, steigen die Spritpreise, genauso wie das Wasser in den Augen der Autofahrer. Und was tun die Autofahrer? Lassen sie ihre Karren stehen? Gehn sie ma ein Stück zu Fuß? Nicht die Spur! Man heult wie ein Hund, dem man auf den Schwanz getreten ist und zahlt JEDEN Preis, den die Tanke verlangt. Und in den Vorstandsetagen der Energiekonzerne sitzen feixend die Manager und lachen sich schlapp über diese ewig nöhlenden Idioten, die trotzdem nicht auf ihr liebstes und für die meisten Fahrten überflüssiges Spielzeug verzichten möchten (oder können, denn es ist ja auch eine Art Abhängigkeit, die Sucht nach dem Auto und das vermeintliche Grundrecht auf unbegrenzte individuelle Mobilität!
Wem fallen denn auf Anhieb ein paar Alternativen zum Benzin verbrennen ein? Kaum jemandem. Mal abgesehen vom Diesel verbrennen. Aber der Unterschied ist nur marginal! Es brennt und es stinkt, egal ob mit Katalysator oder ohne, ob mit Feinstaubfilter – vom Staat subventioniert – oder ohne, Hauptsache Gas geben…
Schaut doch einmal, was die Studenten vom SolarCar Project der Uni Bochum hier auf die Beine gestell haben. heute.de Computer berichtet am 9.4.2012 in dem Artikel Im Sonnenwagen um die Welt – Bochumer Studenten mit Soarauto auf Rekordfahrt, wie eine Gruppe junger innovativer Menschen daran geht, zu beweisen, dass man auch ohne einen Tropfen Benzin oder Diesel um die Erde fahren kann.

SolarWorld GT der Uni Bochum

Man muss eben einfach nur mal den Arsch hoch kriegen und sich was einfallen lassen! wem der bau eines Elektroautos dann doch zu kompliziert ist, der kann aber durchaus mal in den Autosalon seines Vertrauens spazieren und die freundlichen Verkäufer mal ganz gezielt auf alternative Antriebsarten bei ihrer Marke anhauen, oder sogar rotzfrech mal nach den so oft versprochenen und auf Autoshows immer mit viel Vorschusslorbeeren versehenen emissionsfreien Elektroautos zu fragen.
Keine Angst! Ihr werdet nicht gleich ein Elektromobil aufgeschwatzt bekommen. Außer verduzten Gesichtern wird man nicht viel zu sehen bekommen, schon garnichts, was vier Räder (und seien sie auch noch so schmal) und ein oder gleich mehrere Elektromotoren zu bieten hat. Es gibt nämlich nichts dergleichen…oder nicht sehr viel. Etwa den Renault Twizy, Citroen C-Zero/Mitsubishi iMiEV (wobei einem der Preis von 34.390,- € für den Mitsubishi iMiEV schon die Frage aufdrängt, wie lange man eigentlich für 2 €/Liter Benzin tanken kann, um auf dieselbe Investition zu kommen, wenn man sich ein Fahrzeug gleicher Grßenordnung mit Verbrennungsmotor zulegte?). Dagegen mutet der Twizy mit seinen knapp über 7.000,- € doch glatt wie ein Schnäppchen an.

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125 Jahre Automobil – ein Grund zum feiern?

6 02 2011
Die Entwicklung des Automobils

Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz ein Patent an, dass sich auf einen benzinmotorgetriebenen dreirädrigen Wagen bezog. Für gewöhnlich nimmt man daher dieses Datum als Startpunkt der automobilen Entwicklung in der Welt, obwohl nahezu zeitgleich nicht nur in Deutschland, das damals noch Deutsches Reich hieß, sondern auch in anderen Teilen der Welt, findige Menschen auf die Idee kamen, ihre Kutsche durch einen Benzin-, Gasmotor oder eine Dampfmaschine antreiben zu lassen.

Benz Motorwagen von 1888
Wirklich fortschrittliche Erfinder experimentierten bereits in den Anfangsjahren des Automobilbaus mit dem Elektroantrieb. Aber sie wurden von der Entwicklung der benzingetriebenen Kutschen überholt und schließlich abgehängt. Die entsprechende Technik war einfach noch nicht konkurrenzfähig. Bis heute hat sich an diesem Zustand wenig bis garnichts geändert, was einen nach 125 Jahren Entwicklungsgeschichte schon ein wenig nachdenklich werden lässt!

La Jamais contente, ein Elektrowagen, und
der Konstrukteur Camille Jenatzki 1899

Wollte man nicht oder konnte man nicht? Darüber kann man trefflich streiten, oder sich darauf verständigen, dass es einfach keinen Anreiz gab, leistungsfähige Elektroantriebe und Akkumulatoren mit der entsprechenden Speicherkapazität zu entwickeln. Ich behaupte einfach (und da bin ich mir der drohenden Angriffe der Verfechter des “Freien Marktes” durchaus bewusst), unter den Bedingungen des Marktes kommt es nicht zur Entwicklung ökologisch verträglicher und umweltfreundlicher Antriebe, solange es billige fossile Energieträger gibt!
Das ist heute auch nicht anders. Investitionen in zukunftstaugliche und umweltfreundliche Antriebstechnologien werden nicht als Investitionen in die Zukunft betrachtet, sondern als Belastung, welche das ShareholderValue schmälert und darum investiert man nur das in die Entwicklung, was der Staat den Konzernen in den Arsch zu schieben bereit ist. Das Ganze wird dann (man weiß ja, was man seiner PR und dem Greenwashing schuldig ist) mit ein paar Euros aus der Firmenkassen aufgepeppt (was sich freilich steuersenkend auf die Unternehmensgewinne auswirkt), damit man wenigstens den Anschein von eigenem Interesse erweckt.
Nun, nach Jahrzehnten vom Staat mit Entwicklungsgeldern gesponsorter Entwicklung “umweltfreundlicher und alternativer” Antriebstechnologien, ist man immer noch nicht viel weiter, als vor 125 Jahren (die Verbrennung fosslier Energieträger kann man daher offenbar mit dem Unwort des Jahres 2010 als alternativlos bezeichnen, jedenfalls aus Sicht der Automobilkonzerne).

BMW Hydrogen 7 aus dem Jahre 2007
Die Entwicklung des Wasserstoffantrieb, den BMW zunächst favorisierte, wurde mittlerweile eingestellt, nur damit sie von Daimler-Benz wieder aufgenommen werden konnte. Auf dem Markt der Elektroantriebe präferiert man nun den Hybridantrieb, der nicht auf den Verbrennungsmotor verzichtet, aber den Wagen durch die zusätzliche Technik so schwer macht, dass die Verbrauchsvorteile nahezu wieder aufgehoben werden! Besonders die großen SUV´s aus dem Premiumsegmant sollen mit dieser Technik ihren Ruf als spritfressende Straßendinosaurier, oder als Blech gewordener automobiler Hirnriss, verlieren!

Es zeigt sich, das die Automobilindustrie ohne scharfe gesetzliche Abgasvorschriften nicht bereit ist Akzente zu setzen, freier Markt hin, freier Markt her! Kein Wunder, dass die Konzerne dabei mit der ganzen Macht ihrer Lobbyisten vorgehen und das mit Erfolg. Alles, wozu die Konzerne bewegt werden konnten, sind wachsweiche, “freiwillige Selbstverpflichtungen”, die nicht bindend sind! Und die Regierungen nahmen es taten- und hilflos hin.

Die automobile Infrastruktur
In den Anfangsjahren des Automobilbaus nutzten Autos und Fuhrwerke diejenigen Feldwege gemeinsam, die bereits seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden die Handelsrouten der menschen markierten und Städte und Staaten miteinander verbanden.

Kgl.-sächsische Postkutsche

Das Reisen auf diesen Wegen war sicher kein Vergnügen, Wind und Wetter waren noch lange Jahre die Hauptfeinde der Reisenden und außerdem waren die Autos auf Grund ihres enorm hohen Preises nur einem realtiv kleinen, wohlhabenden Kreis von Menschen vorbehalten. Die Masse nutzte für ihre seltenen Reisen die zur Zeit der ersten Autos bereits flächendeckend ausgebauten Verkehrsnetze der Eisenbahnen.
Aber mit den Jahren stieg die Zahl der Automobile und damit die Nachfrage nach Treibstoff, Ölen und Schmiermitteln, sowie Möglichkeiten die anfällige Technik allüberall reparieren zu können. Es entstanden Werkstätten und Tankstellen. Rund um das Automobil begann sich ein ganzer Industriezweig zu entwickeln und bereits nach kurzer Zeit wollte sich der verwöhnte Autler (so hießen die Autofahrer damals auf “Teutsch”) nicht mehr damit zufrieden geben, nur auf den alten Reiserouten hinter den Fuhrwerken her zu tuckern, nein, man verlangte nach Autostraßen, denn man wollte Gas geben und Spass haben!
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber anstatt Spass zu haben, steht man heute im Stau, weil der Strassenbau mit der Verkehrsentwicklung nicht Schritt hält und man gleichzeitig den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs sowie des Güterverkehrs systematisch zu Gunsten des Strassenverkehr vernachlässigt hat!
Millionen Tonnen Treibstoffe werden durch den Verkehr in die Luft geblasen! Die Feinstaubbelastung (nicht nur aus Industriebetrieben) hat enorm zugenommen und verpestet die Luft in unseren Städten! Autobahnen und Bundesstraßen ziehen hunderte Meter breite Schneisen durch nahezu alle Länder unseres Planeten, sind dabei für Wildtiere kaum zu überqueren und daher eine Todesfalle für die gesamte Natur! Die Abgase des Verkehrs lassen unsere Wälder sterben, der Lärm macht uns alle krank, weil wir dem Verkehrsgetöse an kaum einem Ort entkommen können. Nachts zerschneiden die Xenon-Lichtkegel der Autoscheinwerfer die Dunkelheit, lassen Tiere erstarren und den Autos zum Opfer fallen! Menschen sterben in und durch Autos, verbluten auf Strassen und sterben mit zerschmetterten Knochen und inneren Verletzungen nach Unfällen!

Aber das Auto wurde nicht nur zum bevorzugten Verkehrsmittel für die kleine oder große Reise. Die Entwicklung des Automobils sorgte auch dafür, dass die Armeen von der neuen Erfindung profitieren wollten. Schnell erkannte man das Potenzial des Autos, wenn man es panzerte und ihm Ketten gab – die ersten Panzer entstanden und ich glaube behaupten zu können, ohne den Panzer als eine der Hauptsäulen bewaffneter Auseinandersetzungen, wären die Blitzkriege der Nazis, mit denen sie fast ganz Europa unter ihre Knute zwangen, nicht möglich gewesen!

Panzer IV der Nazi-Wehrmacht 1940
Es gibt kein Entkommen vor dem Auto und dem Straßenverkehr. Aber ist das ein Grund zum feiern?

Die Folgen des Autowahns

Energiekonzerne holzen den Regenwald ab um “Bio”sprit aus riesigen Plantagen in Monokultur zu gewinnen. Mais und Weizen wandert in Anlagen, die daraus ebenfalls “Bio”sprit erzeugen, anstatt als Brot oder Tortillas die hungernde Menschheit zu ernähren! Und die Ökobilanz ist fast genauso beschissen wie die des Benzins oder Diesels aus Erdöl! Was also soll das bringen? Wie immer geht es um Profit, um schnellen Profit! Dabei gibt es keinen Grund, 125 Jahre Automobil zu feiern! Aber sagt das mal den Automobil- und Energiekonzernen, sagt es denen, die vom Automobil leben, vor allem sagt es denen die sich in ihren oversized SUV setzen, um sonntags die Brötchen von der nächsten Ökobäckerei zu holen! Sie werden euch genauso verständnislos anschauen wie ihre Autos…
Es scheint unmöglich, aus diesem Dilemma aus Umweltzerstörung, Umweltverschmutzung, Armut, Ausbeutung, Gewalt, Krieg und Hunger zu entkommen, die das Auto und seine Entwicklung mit sich brachte. In einer globalisierten Welt können wir nicht auskommen ohne eine Verkehrsinfrastruktur und Transportmitteln, mit denen wir Waren von einem Ort zum andern bringen können.
Es wäre absolut illusorisch, sich aus dieser weltweiten Vernetzung zurück ziehen zu wollen. Aber wir können ihre ebenso weltweiten Folgen nicht länger ignorieren. Aber genau das tut die Politik entgegen anderslautender Behauptungen. Nachhaltigkeit in der Verkehrspolitik sind ist nicht mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis, dass da endet, wo die Lobbyisten ihre Geldkoffer öffnen!
Wir können etwas dagegen tun, wenn wir uns Selbstbeschränkung auferlegen, indem wir Fahrräder benutzen, oder sogar unsere eigenen Beine, sofern sie unser Gewicht noch zu tragen im Stande sind. Es steht uns offen, regionale Produkte zu kaufen und so für uns persönlich der Globalisierung unser NEIN entgegen zu schreien! Wir brauchen keine Äpfel aus Chile und Weintrauben aus Südafrika, zu jeder Tages- und Nachtzeit und egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Genauso wie wir kein Fleisch von Tieren brauchen, die durch den halben Kontinent gekarrt wurden, um sie zu schlachten und anschließend mit dem LKW wieder zurück zu bringen. Wir brauchen auch keine Rosen aus Kenia oder Kolumbien, von Arbeiterinnen in einem Nebel aus Insektengift geerntet und mit Flugzeug und LKW heran gekarrt, um sie dann bei ALDI oder LIDL für 1,99 € je Bund zu kaufen und nach uwei Tagen in der Vase auf den Kompost zu schmeißen.
Wenn wir aber glauben, das Auto stehen lassen zu können, nur um dann mit dem Pauschalflieger für 19,90 € nach Malle zum Sangria saufen fliegen zu müssen, sind wir so dämlich, dass uns eigentlich der Blitz beim Scheißen erschlagen müsste, wenn es auch nur eine Spur Gerechtigkeit im Universum gäbe! Aber vielleicht geschehen ja wirklich noch Zeichen und Wunder, ich jedenfalls will nicht aufhören, daran zu glauben!!!

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Antreten zum Verändern der Welt! (Das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel der Zukunft)

9 09 2010

Wie kann man die Verkehrsprobleme in Städten und städtischen Ballungsräumen eigentlich wirksam angehen und möglicherweise sogar lösen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Forscher und Stadtplaner, sondern hin und wieder ganz gewöhnliche Menschen wie euch, oder auch mich und so mache ich mir beständig meine Gedanken zum Thema, die sich dann in solchen Blog-Artikeln wie diesem hier nieder schlagen.

In Städten und städtischen Ballungsräumen haben wir als wichtigstes Problem vor allem das des beschränkten Platzes. Häuser Läden, teilweise Unternehmen und industrielle Fertigungsanlagen, drängen sich auf engstem Raumzusammen und teilen sich den wenigen Platz auch noch mit Rad- und Gehwegen, Straßen, Plätzen, Parks und Parkplätzen (die in meinen Augen eine besondere Verschwendung sind), sowie mehr oder weniger umfangreichen Schienennetzen des öffentlichen Personennah- und Personen- und Güterfernverkehrs.

Während Rad- und Gehwege wenigstens dauerhaft genutzt werden, indem Menschen darauf Rad fahren oder laufen, während auf Straßen rund um die Uhr der motorisierte Individualverkehr tobt und daneben auch die vielfältigen logistischen Aufgaben einer Stadt zu bewältigen haben (Ver- und Entsorgung z. B.), Plätze und Parks der Naherholung und der Verbesserung des Mikroklimas dienen, wird ein großer Teil des zur Verfügung stehenden städtischen Raumes durch parkende und damit nicht genutzte Autos voll gestellt. Sie stehen einfach nur rum und nehmen Platz weg, der sicher sinnvoller genutzt werden könnte.

Doch damit nicht genug. Wochentäglich findet außerdem eine regelrechte Völkerwanderung von Menschen statt, die entweder außerhalb der Stadt “im Grünen” wohnen (und so zur Zersiedelung der Landschaft beitragen) und in der Stadt arbeiten, oder umgekehrt. Selbst wenn diese vielen Menschen vernünftigerweise öffentliche Verkehrsmittel nutzten, auch die Öffis verbrauchen mit ihrer Infrastruktur jede Menge Platz in der Stadt. Jedenfalls wenn sie oberirdisch verkehren.

Verlegt man sie unter die Erde, muss man jede Menge Geld in die Hand nehmen (ein besonders “schönes”…äh…krasses Beispiel dafür ist Stuttgart 21 – Stuttgart: eindeutige Ablehnung von Stuttgart 21, Artikel auf SDR.de vom 8.9.2010) und man kann mit Sicherheit davon ausgehe, dass der an der Oberfläche gewonnene Platz nicht zur Hebung der Lebensqualität in den Städten genutzt, wohl aber den Wünschen der Automobillobby geopfert werden wird! Von den jahrelangen Baustellen mitten in der Stadt mal ganz abgesehen.

Bleiben die Öffis oberirdisch, so nehmen die Streckennetze durch den ständig wachsenden Fahrgaststrom derartige Ausmaße an, dass für andere Verkehrsteilnehmer kaum noch Platz übrig bleibt! Die immer enger getakteten Fahrzeuge auf den Linien (sowieso stets zu klein und darum immer hoffnungslos überfüllt) lassen anderen Verkehrsteilnehmern kaum eine Chance die Strecken zu überqueren. Die Unfallgefahr steigt rapide an. Gibt es dann noch technische Probleme wie z. B. mit den jedes Jahr auf´s neue völlig überraschend auftretenden winterlichen Straßen- und Verkehrsverhältnissen, gerät oft das gesamte System aus dem Takt und droht zu kollabieren!

Was also tun? Individualverkehr? Will jeder! Aber bei der Nutzung von Autos, schleppt man in der Regel ca. 1 Tonne besten Stahl und 4-5 Sitzplätze nebst enormem Stauraum mit sich herum, obwohl man meist allein im Fahrzeug sitzt. Was für eine Verschwendung von kostbaren und teuren fossilen Energieträgern? Was für eine Vergewaltigung des Weltklimas?

Der Platz wird immer knapper, der Treibstoff immer teurer und die Öffis immer voller!

Will man nun den Verkehr in der Stadt reduzieren, so kann dies eigentlich nur beim motorisierten Individualverkehr sinnvoll sein. Der umweltfreundliche und -schonende öffentlcihe Nahverkehr kann und darf dabei nicht eingeschränkt werden!. Im Gegenteil muss er deutlich ausgebaut, mehr in die Fläche gehen und billiger werden. Daneben müssen auch Möglichkeiten geschaffen werden, die auch den öffentlichen Nahverkehr individueller gestalten, beispielsweise durch mehr und kleinere Fahrzeuge (macht sicher mehr Sinn, als wenige sehr große Züge auf wenigen Strecken). Freilich erfordert auch dies zunächst hohe Investitionen vor allem in Forschung und Entwicklung (denn bisher ging der Trend immer nur in Rrichtung “Größer, Schneller, Teurer”!). In diesem Bereich stehen wir noch weitgehend am Anfang und nur ein paar “spinnerte” Profs an einigen wenigen Hochschulen setzen sich bisher mit solchen individuellen Massenverkehrssystemen auseinander. Über das Experimentierstadium ist man meines Wissens aber noch nicht hinaus gekommen!

Also suchen wir nach Alternativen, die klein, billig, schnell verfügbar, dazu komfortabel und leicht zu fahren sind. Daneben sollen sie natürlich kostengünstig herzustellen, zu warten und zu reparieren sein!

Dieses Lastenheft lässt einen aufgeklärten Menschen eigentlich sofort an eine der genialsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte denken – das Fahrrad! (225. Geburtstag! Karl Drais – Der Mann, der das Fahrrad erfand; Artikel auf WeltOnline vom 29.4.2010)

Fahrräder gibt es in allen nur denkbaren Varianten, für alle vorstellbaren Einsatzgebiete. Es ist kostengünstig herzustellen, kann aber auch, in Handarbeit hergestellt in edlen Manufakturen mehrere tausend bis zehntausen Euro kosten!

Es gibt Liegeräder, die besonders geeignet sind für höhere Geschwindigkeiten und Langstrecken. Für Outdoor-Freaks bieten sich Mountainbikes zum Offroadeinsatz an. Citybikes und Cruiser erlauben ein entspanntes Radeln in der Stadt.

Lastenfahrrad

Lastenräder, die Arbeitstiere unter den Fahrrädern (oder neudeutsch Cargo- oder Workbikes) genügen den Ansprüchen großer Familien mit kleinen Kindern und dürften auch kleine Gewerbetreibende zufrieden stellen können.

Für die Freunde extremerer Designs finden sich alle möglichen Arten von Choppern

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Orange Tequila Sunrise von Jason Battersby

und in Kleinserien gebaute Räder, die einem Fan das Auge tränen lassen, denn leider hat man nur einen Hintern, den man auf ein Bike setzen kann. Schade eigentlich, bei der Auswahl an fahrbaren Untersätzen.

In den letzten Jahren kamen die sogenannten Pedelecs, Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb immer mehr in den Focus vor allem des Genussradlers, denn unabhängig von Wind und Steigungen erlauben die von Akkus gespeisten Elektromotoren ein sehr entspanntes und komfortables Fahren, auch für die etwas älteren Semester unter uns. Aber die Zeiten, als das Pedelec aussah und sich auch so fuhr wie ein Krankenkassenrollstuhl von der Gesetzlichen, sind lange vorbei! Auch Fahrraddesigner sind lernfähig wie wie man sieht.

Zwar kann man auch hier noch viel tun, aber man ist auf einem guten Weg. Die Entwicklung des Fahrrads zu einem wichtigen, wenn nicht dem wichtigsten individuellen urbanen Verkehrsmittel der Zukunft ist noch lange nicht zu Ende. Sie hat gerade erst begonnen.

Die Entwicklung leistungsfähiger Akkus schreitet ebenfalls zügig voran und je nach Wetter, Topografie des Geländes, Temperatur und Windverhältnissen, sind zwischen 30 und bis zu 100 km Rechweite keine Utopie mehr. Natürlich spielt auch eine Rolle, wieviel man für sein Bike auszugeben bereit und in der Lage ist.

Der Möglichkeiten als Verkehrsmittel sind dem Fahrrad und den von dieser Grundkonstruktion abgeleiteten Derivaten fast unbegrenzt. Ein-, zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge mit elektrounterstütztem Muskelantrieb gibt es heute schon in allen Variationen. Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Noch etwas mehr Mut der Designer und der Hersteller und ein “bisschen” mehr Unterstützung für dies umweltfreundlichste Art der individuellen Fortbewegung durch die Politik, wären sehr hilfreich.

Three-wheeler von Matias Conti

Three-wheeler Design-Studie von Matias Conti

Man darf nicht immer nur das Auto als Hauptverkehrsmittel sehen, dem es den Weg sprichwörtlich zu ebnen gilt. Das Auto ist groß, laut, teuer und verbraucht viel zuviel Platz und kostbare Energie! Die Kommunen müssen die Radverkehrswege massiv ausbauen und den Radfahrern die Möglichkeit geben, jeden Ort einer Stadt in angemessener Zeit und auf ordentlichen Straßen speziell für die Nutzer dieser elektrounterstützten Muskelkraftfahrzeuge zu erreichen. Dann werden auch viel mehr Menschen als heute diese umweltfreundlichen Alternativen zur Fortbewegung nutzen. Auch zwischen größeren Städten muss es radtaugliche Verbindungsstraßen geben, quasi Radautobahnen also, auf denen ein angenehmes Fahren langer Strecken gewährleistet ist, mit Rastplätzen, Ausschilderungen und Notrufeinrichtungen.

Wie man sieht, ist die Lösung der Verkehrsprobleme in den Städten und städtischen Ballungsräumen eigentlich garnicht sooo schwer. Vorausgesetzt, man legt sich nicht frühzeitig auf das Auto als Träger des Individualverkehrs fest und richtet die gesamte Infrastruktur und Verkehrsführung danach aus! Die Möglichkeiten das zu ändern gibt es schon, aber der politische Wille fehlt…bislang! Nur einige wenige Städte haben sich bislang der Radfahrer angenommen und nehmen deren Bedürfnisse ernst. Freiburg im Breisgau ist ein von ihnen (allerdings wird diese Einstellung nicht von allen Radfahrern in Freiburg geteilt).

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Elektro-Fahrräder – Mobilität von Morgen!

3 01 2010

Nachdem ich schon den ein oder anderen Artikel zum Thema Fahrrad und Mobilität auf diesem Blog veröffentlicht habe, will ich heute mal ein wenig über die Elektromobilität schreiben. Dabei soll es heute vor allem um elektrisch angetriebene Fahrräder gehen die entweder ganz oder teilweise den pedalierenden Fahrer bei seinem manchmal doch sehr anstregeneden Tun unterstützen. Besonders mit schwerer Beladung, heftigen Anstiegen in bergigen Gegenden und oft auch zunehmendes Alter, können einem die Lust und die Freude an der Bewegung in frischer Luft deutlich verleiden.

Freilich ist so ein Elektro-Fahrrad, besonders, wenn es gewisse Qualitätsstandards erfüllen soll, nicht gerade eine billige Anschaffung, die man mal eben so aus der Portokasse bezahlt. Und auf Qualität sollte man schon achten, wenn man sicher sein will, dass einem das Teil bei der ersten stärkeren Belastung nicht unter dem Arsch zusammen bricht! Und da bietet sich als Alternative ein Bausatz an, den man mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst installieren können sollte. Zumal, wenn einem eine komplette Einbauanleitung mitgeliefert wird. So wird man also in die Lage versetzt, aus einen bereits vorhandenen Drahtesel in ein elektrisch angetriebenes Fahrrad zu verwandeln, mit allen Vorteilen, die das im Allgemeinen bietet! Leise, schnell, weniger eigener Kraftaufwand und eine erhebliche Erweiterung des Aktionsradius. Und erheblich umweltfreundlicher als das Verbrennen fossiler Brennstoffe in einem Auto (hier nenne ich in der Regel als Hinweis auf den verbreiteten automobilen Wahnsinn besonders gern den Porsche Cayenne Turbo mit seinen 500 PS, will aber dieses eine mal ausnahmsweise darauf verzichten o.O)

Wie sieht die Zukunft der Elektromobilität aus?

Nun, ich bin ein großer Freund von Design-Ideen, die futuristische Fahrzeuge zeigen, seien es nun 2-, 3- oder 4-rädrige Gefährte. Aber für meinen Geschmack müssen sie unbedingt elektrisch sein, da ich diese Form die individuellen Mobilität nicht nur für die zukunftsträchtigste, sondern auch für die ökologisch vernünftigste halte. Klar gibt es Leute, die sind da anderer Meinung. Die vertreten den Standpunkt, elektrische Mobilität sei mindestens genauso umweltschädlich wie der Individualverkehr, der sich auf die Verbrennung von fossilen Energieträgern stützt. Schließlich müsse auch die Elektrizität in Kraftwerken erzeugt werden, die von Elektromobilen und Elektrofahrrädern verbraucht wird. Zwar ist das richtig, verschweigt aber bewusst die Tatsache, dass Elektrofahrzeuge möglichst leicht und doch stabil konstruiert werden, weil ihre Akkus in der Regel ein ganz erhebliches Gewicht besitzen, wenn eine größere Reichweite gewährleistet werden soll. Aber die Akkutechnik schreitet voran und die Akkus werden mit jeder neuen Generation leichter und lassen sich immer schneller aufladen.

Betrachtet man den Bereich der Elektro-Fahrräder und der Dreiräder, kann man einen Trend erkennen zu extremem Leichtbau, verbunden mit kleinen Elektrokomponenten und kleinen, leichten Akkus, die eine akzeptable Reichweite garantieren. Die Elektrofahrzeuge der Zukunft sind klein, leicht undbesitzen höchstens 2 Sitzpläze. Mehr werden in der Regel nicht benötigt. Und das diese Teile absolut verschärft designed werden können, zeigen die Bilder, die hier in diesem Bike-Blog zu finden sind. Klickt Euch mal durch und stellt Euch dann vor, mit so einem krassen Teil durch die Gegend zu fegen. Also mir würde das einen Heidenspass machen. Für die täglichen Erledigungen ist eine Reichweite von 50-60 km absolut ausreichend. Morgens zur Arbeit, Abends wieder heim und danach noch zum shoppen in die Stadt (wo man mit so einem kleinen Teil garantiert immer einen Parkplatz bekommt), vielleicht mit der/dem Liebsten. Und Sorgen um die “Umweltzonen” in vielen Städten braucht man sich auch keine mehr zu machen.

Aber ganz so einfach ist es mit der Elektrifizierung von 2-Rädern nun auch nicht. Es gibt da, wie in unseren Gefilden nun mal üblich, die üblichen bürokratischen Hürden. Zwar sind wir hier angeblich das Land der Dichter und Denker, aber wer hier dichten und denken (und vor allem erfinden und konstruieren will) der sollte dabei tunlichst die einschlägigen Vorschriften und Gesetze beachten. Sonst zieht er am Ende die Aufmerksamkeit der Staatsmacht auf sich und die kennen mit Leuten, die sich ohne Fahrerlaubnis und/oder Zulassung oder was auch immer auf öffentlichen Straßen bewegen kein Pardon – da kann man so umweltfreundlich fahren wie man will. Es gibt die sogenannten Pedelec (das sind Teile, die den Radler mit elektrischer Unterstützung entlasten und nur dann Power geben, wenn gleichzeitig in die Pedale getreten wird). Die sind führerscheinfrei, wenn der Motor bis max. 25 km/h unterstützt. Sogenannte E-Bikes, deren elektrische Antrieb auch ohne die Unterstützung durch einen kräftigen Tritt in die Pedale abgerufen werden kann, sind versicherungspflichtig und es wird ein Mofa-Führerschein aber kein Helm benötigt! Wer´s genauer wissen möchte, sollte sich durch die einschlägigen Publikationen lesen oder bei einem Verein erkundigen, die sich mit der MAterie befassen. Denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

weiterführende Links:

  • Akku Bike.de (Seite, die Umrüstsätze für Fahrräder anbietet, zu relativ moderaten Preisen. Ein Ladengeschäft gibt es nicht, dafür ist die Homepage sehr informativ und man kann auch Probefahrten vereinbaren. Die Einbausätze bewegen sich preislich zwischen 240,- und 255,- €).
  • Energie Technik Silz ETS (Das ETS- Elektro-Bike wird in verschiedenen Versionen als komplettes Rad geliefert und die Preis ebewegen sich zwischen 1.348,- € für ein Klapprad und bis zu 2.398,- € für ein komplettes Dreirad).
  • PDA-Tech (Seite mit Umbausätzen in verschiedenen Preisklassen, z.T. gebraucht, scheint recht günstig zu sein)
  • ExtraEnergy e. V. (Verein für Elektro-Leichtfahrzeuge).
  • akkurad.com Lohmeyer Leichtfahrzeuge (3-rädrige Leichtfahrzeuge und Umrüstsätze für alle möglichen Fahrzeuge)
  • eROCKIT (von mir immer wieder gern präsentierte Homepage zu einem elektrisch betriebenen Zweirad, dass in seiner Konzeption schlicht einmalig sein dürfte. Ich persönlich empfinde dieses Teil als eine der ästhetischsten Fahrmaschinen der neueren Zeit. Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung. Einziges wirkliches Manko dürfte der zu erwartende astronomische Preis von um die 10.000,- € sein!).




Hose runter, rauf auf´s Rad!

8 06 2009

via treehugger habe ich gerade noch rechtzeitig einen coolen Bericht entdeckt. Am 13. Juni 2009 findet der World Naked Bike Ride statt. In 70 Städten in 20 Ländern dieser Erde treffen sich radbegeisterte Menschen, denen der Autoverkehr sozusagen am Arsch vorbei geht. Und damit das auch keder sehen kann, fahren sie eben nackich Rad. Ich finde die Idee bestechend. Sie hat so was von Freiheit und irgendwie sind das meine geheimsten Träume seit frühester Jugend gewesen – glaube ich jedenfalls. Um euch einzustimmen, gibt´s auch noch eine Slideshow mit einigen netten Fotos. Schaut Euch das mal an und wenn Ihr schon immer ein Problem mit diesen merkwürdigen Radlerhosen aus Lycra hattet, dann könnte das die Lösung sein. Wenigstens im Sommer!

weiterführende Links:

  • World Naked Bike Ride (WBNR) – Naked People Bicycle Power! (Die Homepage der Veranstalter. Sehr nett aufgemacht und quietschbunt. Da gibt es eine Liste mit den Städten, in denen solche Aktionen stattfinden. Also Münschen scheint dabei zu sein am 13./14. Juni 2009 und Münster – wer hätte das gedacht – am 27. Juni und 4. Juli 2009).




Pedal Power Plant – Energiegewinnung auf umweltfreundliche Art!

24 05 2009

Gelegentlich erwähnte ich schon, was für eine wirklich geniale Erfindung das Fahrrad, in allen seinen verschiedenen Formen und Ausführungen ist. Aber nicht nur das. Die großartige Möglichkeit, die durchaus beeindruckende Kraft menschlicher Beine, mittels eines Tretkurbelantriebs, in eine rotierende Bewegung umzuwandeln, die man dann zur ökonomischen und ökologischen Fortbewegung, oder auch zum Antrieb von Maschinen, sowie zur Erzeugung absolut sauberer und umweltfreundlicher Energie nutzen kann.

Auf der Seite Ecofriend fand ich am 23.5.2009 unter der Überschrift “Eco Gadgets: DIY exercise bikes keep you fit and generate electricity” (auf der Homepage Gotwind.org) einen interessanten Artikel über die Erzeugung von Energie. Man treibt einen Generator an, indem man sich auf einem Fahrrad fit hält, das stationär montiert ist. So kann man das nützliche mit dem Angenehmen verbinden und sich den Zivilisationsspeck abtrainieren, während man eine Batterie auflädt, mit der man dann mehrere Energiesparlampen betreiben kann. Hört sich doch interessant an. Die oben verlinkte Page bietet Baupläne an, sowohl zum Thema Windenergieanlagen, als auch stationäre, fahrradbetriebene Stromgeneratoren

elektrischer Generator mit Fahrradantrieb

elektrischer Generator mit Fahrradantrieb

Die Preise für die Pläne halten sich in Grenzen und der Herausgeber behauptet, solch ein umweltfreundlicher Energieerzeuger sei für unter 10 $ zu bauen, vorausgesetzt, man habe ein altes Fahrrad im Keller. Gute Voraussetzungen, um in das Geschäft mit der Energieerzeugung einzusteigen. Jedenfalls im häuslichen Bereich. Auch auf dieser Seite hier, die David Butcher gehört, findet Ihr die Möglichkeit Baupläne zu erwerben, die Euch die Kontruktion umweltfreundlicher fahrradbetriebener Generatoren erklären!

Genauso wie AtomicZombie (auf die ich in meinen Post “Eine geniale Erfindung…” und “Eine geniale Erfindung Teil2″ bereits hingewiesen und Links gesetzt habe), die ebenfalls hochinteressante und bereits erprobte Baupläne verkaufen. Wer nicht grad zwei linke Hände mit fünf Daumen an jeder Hand hat, sollte mit etwas Übung die geilen Räder zusammen geschustert kriegen. Andernfalls muss man eben ein paar tausend Euro in die Hand nehmen, wenn es denn ein komfortables Liegerad ab Werk sein soll. Und wer hat schon so viel Knete rumliegen, um sich ein Fahrrad zu kaufen? Wenn´s aber was echt Spezielles sein soll, kommt man leicht in Bereiche, die einem das Auge lange und anhaltend tränen lassen – bevor man sich bitter weinend nach Hause zurückzieht, um mit seinem Schicksal zu hadern.

Wer mich und meinen Blog kennt, der weiss wahrscheinlich schon, dass ich ein echtes Faible für sog. Quadcycles habe, also praktisch vierrädrige Fahrräder. Diese Teile halte ich für geeignet, in einer ökologisch korrekten Zukunft eine bedeutende Rolle im Individualverkehr auf kürzere Distanzen zu spielen. Und um Euch den Mund etwas Wässrig zu machen, hier mal ein Bild vone einem Gerät, das es mir besonders angetan hat

Racing Quadcycle (Builder: Zack Wasil and Frank Villasenor)

Racing Quadcycle (Builder: Zack Wasil and Frank Villasenor)

Aber ok, vielleicht ist das ja auch Wunschdenken von mir. Trotz allem ist die Fortbewegung mit Hilfe eines Fahrrades die effizienteste Form, um von “A” nach “B” zu kommen. Ob mit zwei oder drei oder auch vier Rädern, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wer ein echter Freak auf dem Gebiet des Bike-Selbstbaus ist, oder es werden will, der kann sich ein paar Anregungen auf der Homepage von ChopZone.com holen. Kaum zu glauben, dass man mit sowas auch fahren kann.

Ich sehe das Fahrradfahren mittlerweile als eine Art kreativen Protest gegen die automobile Gesellschaft und die Zerstörung unserer Umwelt an. Je freakiger und verrückter die Räder, auf denen wir uns umweltfreundlich fortbewegen, desto besser!





Porsche nagt am Hungertuch…

18 05 2009

…und wir sollen jetzt Mitleid haben mit diesem arroganten Gesindel?

Das ist ein klein wenig zu viel des Guten, finde ich. Was Josef Ackermann bei der Deutschen Bank, ist Wendelin Wiedeking bei Porsche, ein großspuriges Großmaul, dass sich die eigenen Taschen derart großzügig füllte, dass jedem Normalsterblichen die Augen übergehen würden, wenn er solche Zahlen auf seinem Kontoauszug entdecken würde. Nur damit das niemand vergisst. Dieser Herr hat im Jahr 2008 das durchaus stolze Sümmchen von 100 Millionen Euronen eingesteckt (Artikel “Der Durchstarter” vom 28.12.2008 auf tagesspiegel.de)! Porsche machte 2008 einen Gewinn von 8,7 Milliarden Euro, bei einem Umsatz von lediglich 7,5 Milliarden. Wie das geht fragt Ihr Euch? Ganz einfach. Man nehme einen als genial bezeichneten und ziemlich skrupellosen Finanzchef namens Holger Härter und lasse ihn machen. Dank der lauthals angekündigten Übernahme von VW durch Porsche, waren die VW-Aktien, von denen Porsche bereits ein sattes Kontingent besaß, plötzlich einen Wert von über 1.000 Euro – pro Stück! So einfach ist dass, reich werden durch Spekulation.

Leider ist es aber nun mal so, dass sich nicht nur die Banker in nahezu sämtlichen deutschen Geldhäusern (ein krasses Beispiel: “Finanzmarktkrise: Die HRE und das 900-Milliarden-Risiko”, Artikel auf spiegel.de vom 5.10.2008)  mit ihren hochriskanten Anlagen und Schrottpapieren verzockt und einen großen Teil der Konzern- und nach den milliardenschweren Rettungspaketen und Hilfsaktionen auch des Steuerzahlers durchgebracht haben. Auch Porsche, mit seinen hochkarätigen und über jeden Zweifel erhabenen Spezialisten an der Spitze, steht nun im neuen Jahr mit leeren Händen da. Nein, ich lüge! Porsche steht sogar mit mehr als 9 Milliarden Euro Schulden da, weil man nicht nur die Übernahme von VW gründlich vergeigt, sondern sich vollkommen überhoben hat. Für mich sieht das aus der Ferne schlicht und einfach so aus, dass die Manager jedes Maß und jede Kontrolle – vor allem über sich selbst – verloren haben. Und jetzt halten sie allen ernstes die Hand auf? Ganz so, wie Opel, BMW (“Porsche und BMW – Autokonzerne spekulieren auf Staatshilfe”, Artikel auf sueddeutsche.de vom 17.5.2009), General Motors, Chrysler, sämtliche Banken, Schaeffler (“Hoffen auf Staatshilfe: Schaeffler erkauft sich Stütze mit Stellenabbau”, Artikel auf WeltOnline vom 12.5.2009) und was weiss ich noch wer?

Vom Größenwahn getriebene und offenbar völlig beratungsresistente Großunternehmer und Manager versuchen die Kassen des Staates zu plündern, dessen Einmischung sie sich bis vor kurzem mit der Begründung verbeten hatten, der Staat sei nicht der bessere Unternehmer! Das ist wohl wahr. Aber besonders gut waren die Unternehmer ja auch nicht, sonst würden sie heute nicht finanziell auf dem Zahnfleisch kriechen, oder? Und, das kommt noch erschwerend hinzu, wenn der Staat schon das Geld seiner Bürger in marode Unternehmen stecken sollte, dann hat er nicht nur das verdammte Recht, sondern auch die Pflicht, Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen, die für die Zukunft gefällt werden müssen! Die einzigen, die – neben dem steuerzahlenden Bürger – Opfer werden bringen müssen, um den in der Scheisse steckenden Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, sind die Beschäftigten. Leider/Gott sei dank liegen sie nach der Entlassung nicht mehr den Unternehmen auf der Tasche, sondern ebenfalls dem Staat und den Bürgern.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell aus den eifrigsten Verfechtern des Kapitalismus und der sogenannten freien Marktwirtschaft arschkriechende und um Geld bettelnde Bittsteller werden können. Warum machen wir jetzt nicht mal richtig einen auf Kapitalismus? Porsche kann seine 9 Milliarden Schulden nicht Schultern? Pech gehabt, so ist das nun mal. Hypo Real Estate braucht nochmal 110 Milliarden frisches Geld? Na und, macht den Laden dicht! Zu viele Autokonzerne produzieren zu viele Autos, die der Kunde nicht will und die Umwelt nicht braucht? Tja Leute, das war´s dann ja wohl! Der Markt bereinigt sich schon selbst – so die Auffassung der Erzkapitalisten aus der Wirtschaft. Der Staat aber hat Angst vor noch mehr arbeitslosen Wählern. Die Manager dagegen fürchten um ihre fetten Bankkonten. Aber warum eigentlich? Wo Unternehmen kaputt gehen, entstehen gleichzeitig neue – sagt der Kapitalismus. Aber die Pfeifen aus der Wirtschaft sehen das etwas anders – Kapitalismus ja, aber nicht mit uns und nicht in diesem Fall, schließlich sind wir systemrelevant!

Bis heute vermisse ich eine Presseerklärung vom scheinheiligen Wendelin, in der er die Rückerstattung von 100 Millionen Euro wegen eigener Unfähigkeit ankündigt. Schade! Aber da ist wohl mal wieder der Wunsch der Vater des Gedankens, wie so oft!

weiterführende Links:

  • Finanzkrise (Artikel auf Wikipedia)
  • Porsche: Wenn Luxus um Stütze bettelt (Artikel auf FAZ.NET vom 18.5.2009; Porsche stellt, umwelttechnisch gesehen, die größten Dreckschleudern in ganz Europa her. Was mit einem einzigen Porsche Cayenne in die Luft geblasen wird, reciht für einen kompletten Fuhrpark knuffiger Fiat 500 aus. Allein aus diesem Grunde haben Fahrzeuge vom Schlage eines 911er, Cayenne, oder gar dem neuen Panamera eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr. Dienen sie doch vorzugsweise als Schwanzverlängerung für impotente Pseudodynamiker vom Typ “was-bin-ich-doch-für-ein-toller-Hengst-und-schau-mal-was-ich-mir-alles-leisten-kann”).
  • Autobauer in Not – Porsche und das Gespenst der Insolvenz (Artikel auf sueddeutsche.de vom 23.5.2009; so was nennt man wohl “an die Wand gefahren!”).





Illegale Holzimporte in die EU

1 04 2009

Überall auf der Welt verschwinden die Wälder. Der Amazonas-Regenwald, das Gebiet mit der wohl größten Artenvielfalt auf diesem Planeten, stirbt – abgeholzt, niedergebrannt, zu Weideland “umgewidmet”, damit McDonalds und Konsorten darauf ihre Rindviecher züchten, die sie dann als Hamburger verbraten. Oder man macht daraus Plantagen für Biospritpflanzen (Artikel bei tagesschau.de am 11.3.2009 “Palmöl-Gewinnung mit fatalen Folgen – wie Klimaschutz zum Urwald-Killer werden kann”), wie das momentan groß in Mode ist – grün ist die vorherrschende Farbe dieser Plantagen, aber Artenvielfalt? Fehlanzeige! Aber wen interessiert das hier in Europa, speziell in Deutschland außer ein paar bescheuerten Umweltschützern? Ganz genau, niemanden! Oder sollte ich mich doch in denMenschen geirrt haben? WWF-Deutschland berichtet am 30.3.2009 unter “Über 90% der EU-Bürger fordern Verbot gegen illegale Holzimporte” und das ist es, was besonders verwunderlich ist. Wenn man beispielsweise in Deutschland im Dezember dabei überrascht wird, wie man sich “günstig” einen Weihnachtsbaum im Wald besorgt, quasi direkt an der Quelle, muss man damit rechnen, dass einem der Förster kurzerhand die Eier abschneidet, oder eine Ladung Schrot in den Hintern schießt (außerdem kann man Bekanntschaft mit einen deutschen Gericht machen, wegen Waldfrevels oder so). Die Einfuhr illegal gefällten Tropenholzes hingegen, steht nicht unter Strafe! Kein Schwein kümmert es, dass die Holz-Mafia märchenhafte Gewinne macht, indem sie der Welt die grüne Raucherlunge amputiert. Wie groß die Bedeutung der Regenwälder für das Erdklima ist, bestätigt auch die Wissenschaft “Klimafaktor Regenwald”. Die Vernichtung des Regenwaldes wirkt sich verheerend auf das Klima der gesamten Erde aus. Dies kann man den dort aufgeführten nackten, kalten Zahlen entnehmen. Je mehr Wald verloren geht, desto weniger CO2 wird in Form von Holz gespeichert und so seiner schädlichen Auswirkungen auf das Klima beraubt. Jeder weiss es, jeder schimpft, keiner tut was dagegen?

BaumwurzelBaumwurzel

Es ist ja auch ziemlich verlockend, wenn man Gartenmöbel aus Tropenholz auf seine Terasse stellen kann, die zu Spottpreisen in den Baumärkten angeboten werden. Wer was auf sich hält (und das sind nun mal in unserem Lande Hinz und Kunz) stellt sich das Zeug in seinen Garten, selbst wenn der nur die Größe eines Handtuchs hat. Haste was, biste was (das denkt hoffentlich der vor Neid erblassende Nachbar)! Woher das Holz kommt, aus dem die Möbel oder auch Tür- und Fensterrahmen hergestellt werden, will keiner wissen. Es gibt ja genug Wald. Und auf die paar Bäume kommts nicht an, oder doch? Schaut mal auf dem Waldblog von Gerhard Zirkel vorbei und schaut Euch an, wie die Wälder in den Tropen heute aussehen. Lesenswert ist auch das Waldportal. Auf beiden Seiten könnt Ihr Euch aktiv in den Kampf für die letzten Wälder einbringen und an Aktionen teilnehmen. Ich fand übrigens auf dem Waldportal dieses kleine aber feine Zitat:

“Erst ignorieren sie Dich.

Dann lachen sie über Dich.

Dann bekämpfen sie Dich.

Dann gewinnst Du.”

(Mahatma Gandhi)

Das es der Wald in Deutschland auch bitter nötig hätte, dass man ihn schütze und ihn vor den schwefligen und giftschwangeren Ausdünstungen der Industrieschlote bewahre, konnte man unlängst beim NABU lesen, der über den Waldzustandsbericht 2008 referierte (“Wald im Stress – Waldzustandsbericht 2008 zeigt: Eiche so krank wie nie”). Wir haben also auch in unserem eigenen Land genug Probleme, die zu lösen die ein oder andere unpopuläre Entscheidung gegen die Konzerne und ihre Gewinnbestrebungen erfordern würde – aber keine Angst, Ihr Manager, soviel Mumm besitzt die Politik nicht! Noch nicht!

Also wird einstweilen nicht passieren, garnichts, denn die Industrie droht mit dem Abbau von Arbeitsplätzen, sobald man ihrem unkontrollierbaren Treiben Zügel anlegen will und außerdem ist sie sowieso der Meinung, die Krise sei…

…eine große Wachstumschance für die Zukunft…

so konnte man es jedenfalls bei tagesschau.de lesen (“Industrie und Regierung optimistisch – Krise als Chance für den Klimaschutz?”). Und jeder denkende Mensch weiss aus Erfahrung, wenn die Industrie optimistisch ist, dann ist höchste Vorsicht geboten! Schließlich gehen jedes Jahr weltweit 13 Mio. ha Wald verloren – abgeholzt von der Mafia, abgefressen von den unzähligen Rindviechern und der Rest verbrannt um Weide- und “Ackerland” zu schaffen. Das entspricht laut fuereinebesserewelt-Blog einer vernichteten Fläche von 36 Fußballfeldern – PRO MINUTE (“Der Tag des Waldes” 21.3.2009)! Zum gleichen Anlass forderte WWF-Deutschland “Zum Tag des Waldes: WWF fordert mehr Schutz der globalen Waldgebiete”.

weiterführende Links:





Immer die Radfahrer – Menschen 2. Klasse!

31 03 2009

Nachdem es so viel Tamtam um die bisweilen als “Umweltprämie” bezeichnete Subvention von unrentablen Automobilkonzernen mit ihren für den Klimaschutz völlig untauglichen Automodellen gegeben hat, sorgt jetzt die Stadt Mannheim für Schlagzeilen. Mit einer Prämie in Höhe von satten 50,- € winkt der SPD-Oberbürgermeister Peter Kurz, aber nur für die ersten 100 Fahrradkäufer, die ihr neues Bike im Fachhandel (hier immer besonders billig zu haben) und die Rechnung vorlegen. Dies berichtet heute.de unter “Mannheim führt Abwrackprämie für Fahrräder ein: 50 Euro für altes Rad beim Kauf eines neuen”.

Ken Runyans Ironman Bike mit exquisitem Bambus-Rahmen

Ken Runyan's Ironman Bike mit exquisitem Bambus-Rahmen

Ich will ja nun nicht alles zerreden, was die Politik so verbricht im Laufe der Zeit, aber ich halte das für ein bisschen wenig. Zahlen denn etwa Radfahrer weniger Steuern als Autofahrer? Natürlich werden manche jetzt antworten, das tun sie in der Tat. Und das stimmt auch, berücksichtigt man die Kfz-Steuern. Aber wie sieht es denn mit den Lohn oder Einkommenssteuern aus? Ich denke da gibt es keinen Unterschied in der Besteuerung. Der positive Einfluss des Radfahrens auf das Klima ist auch unbestritten. Im Gegensatz dazu stehen die Schäden, die durch die Nutzung eines Autos angerichtet werden, in keinem Verhältnis! Was also ist es, was die Politik denken lässt, die umweltbewussten Radfahrer mit 50,- € abspeisen zu können? Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Prämie in der Form sowieso eine Mogelpackung ist, weil der Staat davon ja logischerweise gleich wieder 19% Mehrwertsteuer für sich abzwackt. So  bleiben von den 2.500,- € für´s neue Auto nach Abzug der MwSt. nur noch 2.025,- € übrig und von den 50,- € für´s neue Radl mal eben noch 40,50 €. Soviel zu den großzügigen Zuschüssen von Vater Staat, bzw. Mutter Mannheim. Die Abwrackprämie für´s heilige Blechle kann ürbigens nur noch Online beantragt werden. Und schon meldet tagesschau.de die ersten Datenschutzprobleme unter “Abwrackprämie – Auf Computerpanne folgt Datenschutzpanne” am 31.3.2009.

Einmal mehr zeigt sich hier, dass umweltfreundliches Verhalten in unserem Land nicht im geringsten honoriert wird. Obwohl jeder weiss, dass man mit dem Fahrrad nicht bei jedem Wind und Wetter fahren kann, ohne sich und seine Gesundheit ernsthaft zu gefährden, hat man als Radfahrer eben Pech gehabt. Also sollte es doch wenigstens eine Jahreskarte 2. Klasse mit der Deutschen Bahn zusätzlich geben, dann wären die Radfahrer sicher gerne Menschen 2. Klasse. Der Verkehrsclub Deutschland VCD hatte bereits am 20.2.2009 auf seiner Homepage einen Antrag veröffentlicht, mit dem man der Politik zeigen kann, was man von der “Umweltprämie” für Autos hält. Jeder Radfahrer, der sich ebenso wie ich ungerecht behandelt fühlt, sollte diesen Antrag zur Beantragung der Umweltprämie für die Verschrottung seines alten Fahrrades ausfüllen und gleich per Email absenden. Aufmerksam auf diese nette Aktion wurde ich durch das Blog andrea me, das ich schon eine gane Weile verfolge. Schaut ruhig mal vorbei.

Aber ich muss auch zugeben, dass die Stadt Mannheim mit dieser Aktion (leider begrenzt auf nur 100 Fahrradkäufer) wenigstens in der Beziehung eine Vorreiterrolle übernimmt, obwohl gerade sie nicht zu den finanziell besonders gesegneten Städten im Lande gehört. Aber gerecht ist dies gegenüber den Radfahrern und denen, die es werden wollen trotzdem nicht. Wann also, rufe ich der Politik (im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass sie mich ebenso gekonnt und konsequent ignorieren wird) zu: “Bewegt endlich mal Eure Ärsche und tut etwas für die Leute, die wirklichen Umweltschutz betreiben, indem sie radfahren! Posaunt nicht bloss in der Gegend herum, wieviel Euch das Klima “wert” ist (vermutlich garnichts, denn sonst würde mal was in der Richtung passieren), sondern handelt, bevor es zu spät ist!”

Mittlerweile dürfte jedem denkenden Menschen klar geworden sein, dass mit Geschwafel das Klima nicht zu retten ist  und mit “freiwillig” auferlegter Selbstbeschränkung der Konzerne erst recht nicht! Aber was rege ich mich schon wieder auf? Es gibt wichtigeres als das doofe Klima, nämlich der NATO-Gipfel 2009 in Baden-Baden-Kehl-Straßburg, oder die armen Autokonzerne, oder die “notleidenden Banken” (wer kann sich noch an die HRE erinnern?). Das Klima kommt später dran, vielleicht, wenn es zu spät ist, aber dann richtig!





Grenzenlose Freiheit!

12 03 2009

Nachdem ich bereits einige Ausflüge in die wunderbare Welt des Fahrrades gemacht habe, jene wunderbare Welt, die völlig frei ist von klimaschädlichen Abgasen – außer vielleicht Euren Blähungen, wenn Ihr die zum Betrieb des Fahrrades notwendigen Kohlenhydrate in Form eines Tellers Bohnen oder Hülsenfrüchten gönnt – keinen Motorenlärm verursacht und noch dazu sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich mich noch ein wenig im Netz umgesehen. Ich habe bereits erwähnt, dass es sich beim Fahrrad um die wohl genialste Erfindung handelt, seit der Mensch erkannt hat, was man mit einem Rad alles anfangen kann! Auch die Wissenschaft hat erkannt, welches Potenzial im Fahrrad steckt und macht sich daran, es zu verbessern. Wobei man anerkennen muss, dass sich am Grundprinzip wenig bis garnichts geändert hat. 2 Räder, stabiler Rahmen (meist in “Diamantform”, neuerdings aber auch in vielfältigen anderen Formen), Tretkurbelantrieb und meist mit einer Gangschaltung (wobei diese nicht unbedingt notwendig, aber in bergigem Gelände doch recht nützlich ist).

In der letzten Zeit beginnt sich auch das Design zu verändern, wird zunehmend futuristischer und man experimentiert mit den verschiedensten Stoffen ud Materialien. Kohlefaser, Carbon, Leichtmetalle, es gibt nichts, was nicht in den Fahrradbau Einzug gehalten hätte. Das absolut eleganteste Material ist meiner Meinung nach aber Holz, welches hin und wieder für ganz besonders exquisite Modelle Verwendung findet. Die Fotografin Susan Downey hat ein paar fantastische Bilder eines Bikes gemacht, das einen Rahmen aus Birkenholz besitzt (das Projekt heisst Birch Bike und ist ein Eigenbau von Alan Downey). Schaut Euch das Teil mal an und urteilt selbst. Freilich sind die Einsatzmöglichkeiten dieses schicken Teils arg beschränkt, aber ein Augenschmaus ist es allemal. Aufmerksam wurde ich auf dieses wunderschöne Rad durch den Bike-Blog, auf das ich bei meinen Segelflügen durch das Netz gestossen bin. Hier gibt es eine Liste über 12 englischsprachige Bike-Blogs, die mit allerlei krassen Aktivitäten, Ideen und Bikes aufwarten können. Das Thema Fahrrad ist allerdings in jeder Beziehung nahezu unerschöpflich. Es gibt fast nichts, was man mit dem Fahrrad nicht machen könnte.

  • Urlaub und Fernfahrten? Geht alles. Naturgemäß schränkt man sich mit dem Gepäck etwas ein, aber es geht alles. Notfalls hängt man eben einen Trailer ans Rad, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. So lernt man wenigstens, sich auf das wesentliche zu beschränken.
  • Sport? Klar, geht alles. Leider ist der Radsport durch die unsäglichen Dopingvorfälle in Verruf geraten und kämpft nun um seine Reputation. Aber für den Durchschnittssportler ist Radsport eine gute Möglichkeit, die Ausdauer und den Kreislauf zu trainieren!
  • Logistik und Transport? Aber immer doch. Es gibt in unseren Innenstädten kaum ein Fahrzeug, oder besser überhaupt kein Fahrzeug, dass schneller wäre, als das Fahrrad. Es ist ideal um die Ballungsräume von schädlichen Emissionen zu entlasten, insbesondere CO2, sowie den Lärm zu reduzieren.

Besonders der Sektor der Logistik, eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Denn im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass logistische Lösungen, die auf dem Einsatz von Fahrrädern und anderen mit Muskelkraft betriebenen Fahrzeugen basieren, seien rückständig, ist genau das Gegenteil der Fall. In einer Welt schrumpfender Ölreserven, wird es allerhöchste Zeit, sich nach brauchbaren Alternativen zum motorisierten Individual- und Transportverkehr um zu sehen. Ich habe schon in einem anderen Artikel auf die Vorteile dieser Art von Logistik hingewiesen und kann Euch hier noch einige Links anbieten, die sich zu dem Thema ausführlich äußern und viele Links zu Herstellern von Transporträdern anbieten. Gefunden habe ich sie unter Work Bikes for a Low-Energy Future und More Work Bikes auf dem Blog Permaculture & Regenerative Design News. Wie gesagt, es gibt für dieses universelle Transportgerät kaum irgendwelche Grenzen. Und für die Leute, die es besonders krass mögen, sei hier auch einmal auf Atomic Zombie verwiesen. Die bieten Baupläne zum Download für alle möglichen und unmöglichen Arten von muskelbetriebenen Fahrzeugen an. Kostet zwar die Kleinigkeit von jeweils 16,95 $, aber in Zeiten von Paypal sollte das kein größeres oder gar unlösbares Problem darstellen!








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