beyond petroleum? BP und sein Verbrechen gegen die Umwelt!

27 04 2010
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen, besonders wenn es sich um Manager handelt, ihre eigenen Fähigkeiten und die ihrer Konzerne und deren technologischen Möglichkeiten überschätzen. Ein wunderbar scheußliches Beispiel dafür ist der zweitgrößte Energiekonzern der Welt, BP (British Petrol), der meist weniger durch praktizierten Umweltschutz auffällt, denn durch permanentes Greenwashing, Umweltverschmutzung in ungeheurem Ausmaß und einen besonders laxen Umgang sowohl mit Arbeitssicherheit, als auch mit allem, was die technische Sicherheit der Ölförder- und Raffinerieanlagen betrifft.
Bekanntlich geht einem Konzern das Shareholder Value über alles – die Quartalszahlen stehen über allem und die sind umso höher, je weniger man in die Infrastruktur, die technischen Anlagen und die Sicehrheit des Personals oder der Umwelt investiert! Das ist bei BP nicht anders, als bei den meisten anderen großen Konzernen, die gleich gigantishen Kraken die gesamte Welt umspannen und, getrieben von der Gier und kriminellen Energie ihrer Manager, die Ressourcen und Rohstoffe plündern um das zu gewinnen, was der Herzschlag der kapitalistischen Welt ist – Geld! Das wollen die Aktionäre so, sagt man und darum müsse man so handeln, sagt man. Natürlich nicht, ohne sich selbst dabei die Taschen zu füllen und die Verantwortung und die Folgen dieses Handelns den nachfolgenden Generationen und der Gesellschaft zu überlassen. Denn für die Umweltverschmutzung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, kann man ja nicht alleine die Kosten tragen. Böse Zungen behaupten, dies sei ein weiteres Prinzip, auf das sich der Kapitalismus gründet – Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung (d. h. wenn´s Scheiße läuft, oder irgendwas schief geht in diesem System, dann müssen gefälligst alle dafür sorgen, dass die Voraussetzungen für die Generierung von Gewinnen wieder geschaffen werden und sei es auf Kosten der Allgemeinheit!) der Verluste. Wer da eine gewisse Ähnlichkeit zur Rettung “notleidender” Banken während der Wirtschafts- und Finanzkrise sieht, liegt sicher nicht falsch. Weil man also mit allem, was knapp und daher teuer ist, phantastisch Geld machen kann, aber nur, wenn man nicht zuviel in die Sicherheit und Modernisierung investiert, lutscht man eben alte Förderanlagen und Raffinerien aus, bis sie auseinander fallen. Oder noch besser, man sourced die Förderung von Öl out, wie so schön sagt und stellt nur ncoh die Förderlizenz zur Verfügung! Das heisst Geld verdienen, ohne selbst irgendwas tun zu müssen, als nur noch die Hand aufhalten und kassieren. Weil aber die Unternehmen, die die ganze Arbeti für den Konzern erledigen, auch was verdienen wollen, an dem Geschäft, lassen sie die Maschinen, Fördertürme und Ölplattformen laufen, bis sie auseinander fallen! Und genau dies ist geschehen, als im Golf von Mexiko eine riesige Ölbohrinsel vermutlich in Folge eines Betriebsunfalls explodierte und in den Wellen versank! 11 Mann kamen bei dem Unglück um´s Leben, über 100 weitere konnte sich wie durch ein Wunder vor dem Flammeninferno in Sicherheit bringen. Die Umwelt hatte allerdings nicht so viel Glück. Sie konnte sich weder in Sicherheit bringen, noch sind die hochspezialisierten Ingenieure, die Spezialfirmen und wer auch immer, in der Lage die ungeheure Ölflut zu stoppen, die nun aus dem Bohrloch strömt und den gesamten Golf und die ihn umgebenden Küsten zu verseuchen droht. Natürlich tut es allen Beteiligten leid, aber machen kann man erstmal nix! D. h., das sowieso schon immer knapper und kostbarer werdende Erdöl, fliesst jetzt ungehindert in den Golf von Mexiko und niemand ist in der Lage das Bohrloch zu verschließen. Eine Dinosauriertechnologie wie das Verbrennen von Erdöl und seinen Derivaten zum Zwecke des Antriebs von Kraftfahrzeugen, beherrscht zwar die Förderung des Rohstoffes in großen Tiefen, aber ist nicht in der Lage, die einmal angebohrten Bohrlöcher wieder zu verschließen, wenn etwas schief geht! Und solchen verantwortungs- und ahnungslosen Konzernen will man staatlicherseits die Erlaubnis erteilen, die arktischen Öllager anzubohren? Macht sich irgendein Politiker Gedanken darüber, was noch alles passieren kann? Denkt niemand darüber nach, wie man die Atomtechnologie zu beherrschen gedenkt, wenn man nicht einmal die Ölförderung im Griff hat? Oder ist es vielmehr so, dass dicke Dollarbündel und “€”-Zeichen in den Augen die Sicht soweit trüben, dass man die Wunschträume kapitalistischer Konzern-Manager nicht mehr von der Realität zu unterscheiden vermag und sie sich deshalb zu eigen macht? Was wird im Golf passieren, wenn die “Experten” tatsächlich ein Vierteljahr brauchen um die in 1.500 m Meerestiefe sprudelnden Ölquellen zu versiegeln? Täglich strömen an die 150 t Erdöl aus dem Boden und der Ölteppich auf dem Wasser bedeckt bereits eine Fläche von 4.600 Quadratkilometern. Bezeichnend für das Unverständnis und die völlig falsche Einschätzung der Situation ist die mehr als dämliche Frage, die die US-Medien derzeit wohl am häufigsten stellen:”Ab wann müssen wir uns eigentlich wirklich Sorgen machen?” Die ebenso blöde Antwort, die darauf gegeben wird lautet:”Ab sofort!” Dabei wäre “seit dem Tag, als diese beschissene Ölplattform explodiert und im Meer versunken ist!” die einzig richtige Antwort darauf.

Der sich ausbreitende Ölteppich im Golf von Mexiko

Aber einstweilen beschäftigt man sich damit, den Ölteppich vom Flugzeug aus mit Hilfe großer Mengen Chemikalien zu besprühen, in der schwachen Hoffnung, dieser würde sich mit der Zeit dadurch zersetzen.
Dieses Fiasko im Golf von Mexiko sollte uns der letzte Anstoß dafür sein, endlich Abschied zu nehmen von einer veralteten und unökonomischen Methode der Energiegewinnung durch Verbrennung fossiler Energieträger. Es gibt keine andere Möglichkeit, saubere Energie zu gewinnen, als durch regenerative Energien wie Wasser, Sonne, Wind! Niemand kann so doof sein, dass er die Problematik der Erdölgewinnung im Meer nicht einzusehen vermag, es sei denn, er lässt sein Gehirn vom Werbegeschwafel der Energiekonzerne vernebeln! Niemand in den Vorstandsetagen der Energiekonzerne hat ein Interesse daran, unsere Umwelt und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Das verspricht keinen Gewinn und ist daher ein Problem, dass die Gesellschaft auf ihre Kosten zu regeln hat! Begreift das endlich!

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Die neue Kolonialisierung der Welt!

14 01 2010

Was macht man, wenn die Landwirtschaft in einen Industrie- oder Schwellenland nicht in der Lage ist, die Bevökerung zu ernähren? Man sucht sich neue Ackerflächen, ganz einfach! Aber wo? Noch einfacher! Man sucht sie da, wo am wenigsten Widerstand zu erwarten ist, nämlich in den Ländern der Dritten Welt! (Welternährung: Kampf um das Korn von morgen, Artikel auf Focus Online vom 8.1.2010!)

Es ist ja nicht so, dass es in den Industrieländern keine Landwirtschaft mehr gäbe. Nein, im Gegenteil. Man bewirtschaftet die Ackerflächen zwar nicht nach ökologischen Gesichtspunkten, aber man bewirtschaftet sie immerhin. Man erzeugt allerdings keine Nahrungsmittel, denn für die kriegt man nciht genug Geld. Die Preise sind zerfallen, seit man begonnen hat, Nahrungsmittel aus Ländern der Dritten Welt einzuführen, die dort von Menschen erzeugt werden, die sich die eigenen Produkte nicht leisten können. Sie sind zu teuer!

Wäre die landwirtschaftliche Fläche im eigenen Land oft durchaus ausreichend, um die notwendige Menge an Nahrungsmittel zu erzeugen, die die Bevölkerung ernährt, sieht man aber in aller Seelenruhe zu, wie die Kleinbauern und Familienhöfe vernichtet und von ihrem Land vertrieben werden.  Dann gelangt das Ackerland in die Hände großer landwirtschaftlicher Unternehmen oder gar Konzerne und dient fortan der Erzeugung von Biosprit oder anderen Nutzpflanzen, die einen hohen Gewinn versprechen. Das Ganze verkauft man dann den Wählern als Umweltschutz! Das es doch nicht ganz so einfach ist, erkennt der, der sich fragt, woher eigentlich das Getreide kommt, aus dem der Bäcker in aller Frühe das leckere Brot oder die Brötchen backt, die wir mit unseren überdimensionierten Geländewagen täglich vom Bäcker holen. Oder den Reis, mit dem wir uns den Magen voll schlgen, ohne mit der Wimper zu zucken, während wir vor der Fernsehglotze sitzen und in den Nachrichten Bilder von hungernden Menschen betrachten, die Supermärkte plündern, weil sie sich die Grundnahrungsmittel nicht leisten können! Würden wir dann auf unsere wohl gefüllten Teller schauen, sähen wir den Reis der Hungernden auf unseren Tellern liegen. Denn die Produzenten verkaufen ihn lieber nach Europa oder Amerika, wo die Menschen mehr bezahlen können, als in den Ländern der Dritten Welt, wo er erzeugt wird!

Und weil die Landwirtschaft in den Industrieländern zum Sterben  verurteilt ist, so unproduktiv und unrentabel wie sie ist, kauft man riesige Landflächen in Staaten, die zwar relativ viel Fläche besitzen, aber keine ausgeprägte industrielle Landwirtschaft. Die einheimischen Kleinbauern werden enteignet und von ihrem Land vertrieben. Sie führen dann ein Leben als entrechtete Pachtbauern, die sowohl das Saatgut von großen ausländischen Konzernen kaufen müssen (oft auf Kredit), als auch die dafür notwendigen Mengen an Dünger und Unkrautvernichtungsmitteln. Sind sie pleite, werden sie gewaltsam vertrieben und das Land gerät ganz in den Einflussbereich der westlichen Konzerne!

Wir sollten uns klar darüber werden, dass diese Welt mittlerweile derartig von den Interessen der Konzerne dominiert wird, dass nichts anderes mehr zu zählen scheint, als der Profit. Dem ist man bereit alles unter zu ordnen, denn jeder Politiker, egal, für welche Partei er im Parlament sitzt, muss an die Zeit nach der Politik denken. Da will er dann natürlich nicht zum Hartz IV-Empfänger mutieren, sondern seinen verwöhnten Hintern in einem weichen Ledergestühl breit drücken, wie sie zu Hauf in den Vorstandsetagen der großen Konzerne stehen. Da kann man es sich natürlich nicht mit den mächtigen Herren (Frauen gibt´s da so gut wie garnicht!) verderben, die die Wirtschaft kontrollieren, die die Lobbyisten mit ihren eurogefüllten Lederköfferchen in die Ministerien der demokratisch gewählten Regierungen schicken, um “beratend” tätig zu werden! Nein, man ist ihnen zu Willen, kriecht ihnen in den Arsch und freut sich dann im Anschluß auf einen sorgen- und vor allem arbeitsfreien, aber dennoch bestbezahlten Job in irgendeinem Verwaltungsrat!

Und weil das so ist, eröffnen die Politiker den Konzernen die Möglichkeit, das Land und die Landwirtschaft nach ihren Vorstellungen zu formen, sie zu industrialisieren und wenn es nicht so einfach möglich ist, wie früher, als man fehlendes Land einfach zu besetzen pflegte (denkt and den “Lebenraum im Osten”, nach dem nicht nur Hitler und die NSDAP, sondern auch die Industrie sich so sehr sehnte, dass sie dafür den II. Weltkrieg vom Zaune brachen), öffnen die Politiker den Konzernen nun froen Mutes die Türen zu den Regierungen der Staaten der Dritten Welt und schafft ihnen dadurch die Möglichkeit, an die begehrten Ackerflächen zu kommen. Und die Regierungen dort, korrumpiert durch das Geld der Konzerne und die Abermillionen an “Entwicklungshilfe”, die jedes Jahr die Taschen der sogenannten Eliten in der Dritten Welt zum Bersten füllen, verschachern das Land ihrer eigenen Bürger und lassen aufbegehrende Bauern, die sich gegen den Landraub wehren, von der eigenen Armee zusammenschießen! Dies ist nichts anderes, als die Fortsetzung der Kolonialisierung der Welt mit anderen, moderneren Mitteln. Und dazu sind nicht einmal Diktaturen notwendig. Dies betreiben Staaten, die sich demokratisch nennen, oder jedenfalls eine demokratische Verfassung haben. Die – das muss man allerdings eingestehen – ihre Seelen, sofern man bei einem Staat überhaupt davon sprechen kann, dem Kapitalismus, also den Konzernen verkauft haben!

Waren es früher die imperialistisch ausgerichteten europäischen Staaten, die nach “dem Platz an der Sonne” strebten – wie man im 19. Jahrhundert zu sagen pflegte – und überall auf der Welt Kolonien erwarben, die sie mit brutalster Gewalt und himmelschreiendem Unrecht ausplünderten. Ungezählte Menschenleben fielen der Gier der Europäer zum Opfer. Nicht von ungefähr waren auch damals große Konzerne die Haupttriebfeder des Kolonialismus, sie waren auch die einzigen Nutznießer der rücksichtslosen Plünderung der Ressourcen in den Kolonien.

Heute geht die neue Kolonialisierung ohne den Umweg über den Staat, ebenfalls von großen Konzernen aus, die sich – ganz nach dem biblischen Gebot – die Erde untertan machen. Und dabei sind sie genauso rücksichtslos und auf Gewinn bedacht, wie es damals bereits der Fall war. Es sind nicht mehr die Staaten, die die Politik machen und die Kontrolle über die Ressourcen dieser Erde besitzen, es sind die Konzerne, die uns beherrschen werden, wenn wir sie nicht daran hindern!

Die Selbsverständlichkeit, mit der sich die Industrie- und die reichen Erdölstaaten, bzw. die großen Konzerne einfach Ackerland da kaufen, wo die Menschen sowieso schon schrecklichste Not leiden, ist in Wahrheit eine bodenlose Unverschämtheit. Man nimmt den armen Ländern die einzige Möglichkeit, sich durch Entwicklung ihrer Landwirtschaft nachhaltig und auf Dauer selbst zu ernähren, indem man ihnen einfach die guten Ackerböden raubt und sie der Nutzung der Menschen zu Gunsten der Gewinnbestrebungen der Konzerne vorenthält! Das muss um jeden Peis verhindert werden, denn es ist Unrecht!

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Permakultur als Lebensprinzip – Teil1

22 12 2009

Da ich nun schon einmal dabei bin, wollen wir uns nun ganz dem Prinzip Permakultur zuwenden und dieses System, dass sich auf alle Bereiche des Lebens bezieht, einer genauen Betrachtung unterziehen.

Warum haben wir die Probleme mit dem Klima, der Ernährung und den schwindenden Ressourcen auf unserer Erde, die uns heute so schlimme Kopfschmerzen bereiten? Der Anfang aller unserer Probleme liegt vermutlich in der Zeit, als die Menschen sich von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern (weiter-)entwickelten. Ob das wirklich eine Weiterentwicklung war, müssen wir hier und jetzt nicht diskutieren und auch nicht abschliessend beantworten. Es steht uns nicht zu und es liegt auch nicht in unserer Macht, diese einmal eingeschagene Entwicklung zurück drehen zu wollen. Aber es liegt in unserer Macht, die derzeitige Entwicklung in eine neue Richtung voran zu treiben, die uns als Spezies ein Überleben auf Dauer auf diesem Planeten ermöglicht.

Dazu müssen wir zuerst erkennen, dass die Entwicklung, wie sie derzeit vonstatten geht, eine falsche ist. Schuld daran ist ein Wirtschaftssystem, dass von einer unendlichen Verfügbarkeit sämtlicher irdischer Ressourcen ausgeht und keine Grenzen bei deren Ausbeutung kennt und diese auch garnicht akzeptieren würde. Denn geht ein Rohstoff auf diesem Planeten zur Neige, so ist das für die Industrie überhaupt kein Anlass, nach neuen Rohstoffen zu suchen, die den alten, schwindenden, ersetzen können. Je seltener ein Rohstoff wird, desto höher ist der Preis, den die Konzerne für ihn verlangen können. Und das tun sie auch. Die gesamte Wirtschaft ist darauf ausgerichtet, möglichst hohe Preise für Rohstoffe und Produkte zu erwirtschaften und das geht am besten, wenn der Rohstoff, oder das Produkt knapp ist. Wie wahr diese Behauptung ist, zeigt sich an den Versuchen von Konzernen, eine Marktführerschaft anzustreben. Diese ermöglicht es den Konzernen, die Preise zu diktieren. Und wer die Preise diktiert, der senkt sie nicht, sondern erhöht sie und presst diejenigen aus, die auf die davon betroffenen Rohstoffe und Produkte angewiesen sind. Ein deutliches Beispiel dafür ist der Markt für Energie, der von wenigen riesigen Konzernen dominiert wird, die die Preise bestimmen. Sinken die Preise  für Rohöl, aus welchen Gründen auch immer, wird entweder die Produktion gedrosselt, große Mengen eingelagert, oder Spekulanten kaufen Massen von Öl auf, um sie wieder auf den Markt zu werfen, wenn die Preise hoch sind. Aber sie werden stets so hoch gehalten, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien immer unrentabel erscheint.  Schließlich scheut man die “astronomischen” Investitionen. Wer investiert, der verdient nicht, jedenfalls nicht jetzt sondern bestenfalls in der Zukunft!

Was sagt uns die Permakultur zu dem Thema Energie? Nun, sie sagt das, was sie prinzipiell zu allen anderen Problemen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems sagt – Kreislaufwirtschaft! Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass alles, was in irgendeinen Produktionsprozess eingebracht wird, sich nicht auf einer Einwegstraße bewegen darf, sondern nach dem Ende seines Lebenszyklus dem Stoffkreislauf des Planeten wieder zugeführt werden muss. Und zwar zu 100%! Und genau das trifft beim Verheizen von fossilen Treib- und Brennstoffen in Kraftwerken, Heizungen und Fahrzeugen keinesfalls zu. Es trifft eigentlich auf überhaupt kein Produkt zu, das in großindustriellem Maßstab hergestellt wird und genau das ist die Krux. Massenproduktion in automatisierten Fabriken, Verkauf an möglichst viele Verbraucher zu einem vorgeblich günstigen Preis und schließlich die Entsorgung nach dem Ende der Nutzungsdauer auf Kosten der Allgemeinheit. Natürlich gibt es heute, besonders in Deutschland verscheidene Rücknahmesysteme und die Verpflichtung der Hersteller (zumindest von Elektrogeräten) diese wieder zurück zu nehmen und sie dem Recycling wieder zuzuführen. Schön und gut. Aber die Frage ist doch, warum Kunststoffflaschen mit Pfand belegt werden, damit man diese wieder einsammelt, einschmilzt und sie bei der Produktion neuer Kunststoffflaschen oder anderer Kunststoffprodukte wieder nutzt? Der Energieaufwand und die Tatsache, dass diese Kunststoffflaschen letztlich aus erdöl hergestellt werden, sollte diese Art der Nutzung eigentlich verbieten. Und wenn man Getränkeflaschen aus Kunststoff (die übrigens auch noch Weichmacher, Hormone und andere chemische Zusatzstoffe an ihren Inhalt abgeben) schon mit Pfand belegt, warum dann auch nicht alle anderen Kunststoffverpackungen? Shampooflaschen, Folien in denen Obst und Gemüse verpackt werden, sämtliche anderen Verpackungen für Wurst und Käse (die teilweise sogar einzeln eingepackt werden, so dass die Verpackung rein rechnerisch gesehen deutlich teurer sein dürfte als der Inhalt), Verpackungen für Süssigkeiten, Blisterverpackungen usw. die wandern in den Abfall. Natürlich heißt er in dem Fall Wertstoff, aber in Wahrheit ist es nichts anderes als Müll. Kunststoffe sind nur dann wiederverwertbar, wenn sie absolut sortenrein recycelt werden. Das was in der Wertstofftonne landet, ist bestenfalls als Brennstoff für die Müllverbrennungsanlagen geeignet, oder als Exportartikel in die ärmsten Länder der Dritten Welt!

Permakultur fordert ohne wenn und aber ein Kreislaufsystem. Ein Produkt wird aus einem erneuerbaren Rohstoff hergestellt und nachdem es nicht mehr genutzt werden kann, weil es defekt ist, muss es zu 100% dem Kreislauf wieder zugeführt werden! Und das betrifft alle Komponenten des Produktes und nicht nur Teile davon! Um so ein sinnvolles System der Nutzung von Rohstoffen und deren Rückführung in den Rohstoffkreislauf zu garantieren, sind gesetzliche Vorgaben notwendig und der Wille, diese auch konsequent um zu setzen. Aber bereits da stossen wir an Grenzen. Denn der Staat sieht sich nicht in der Lage, der Industrie und den Konzernen verbindliche Vorgaben darüber zu machen, wie diese ihre Produkte zu gestalten haben, um die Umwelt weder zu belasten, noch sie zu zerstören. Das oft verwendete Argument, mit dem sich die staatlichen Stellen vor ihrer Verantwortung zu drücken pflegen lautet: Wettbewerbsverzerrung! Und damit kann man praktisch alles totschlagen, was die Konzerne daran hindern könnte, ihren Gewinn zu steigern. Nichts ist so undemokratisch und unsozial, wie ein Unternehmen und ganz besonders ein Konzern! Daher wird die Wirtschaft nie freiwillig Rücksicht auf die Belange des Klimaschutzes und auf unsere Erde nehmen!

Gesetze können umgangen werden. Das beweisen uns die Konzerne jeden Tag auf´s Neue mit geheimen Preisabsprachen, Aufteilung von Märkten und dem Drang zur Monopolisierung. Eines aber versteht jeder Konzernchef – die Sprache des Geldes! Bleibt das Geld auss, d. h. schrumpfen die Umsätze und Gewinne, fangen die Unternehmen an sich zu bewegen. Sie beginnen andere Unternehmen (meist direkte Konkurenten zaufzukaufen, um ihren Kundenkreis zu vergrößern und mehr Druck auf die Märkte ausüben zu können. Das dafür notwendige Geld müssen sich die Unternehmen von Banken leihen, was sie in Abhängigkeiten treibt, die zu ihrem Untergang führen können, wenn sie nicht im gleichen Maße wie sie expandieren, ihre Umsätze steigern können!

Dies ist eine Chance, die sich den Menschen bietet. Verweigern wir uns den Konzernen als Kunden, behalten also unser sauer verdientes Geld und legen es unter unsere Kopfkissen, so können wir ihr Verhalten maßgeblich beeinflussen – in unserem Sinne. Natürlich können wir uns nicht von heute auf morgen jedem Konzern verweigern. Es bedarf schon einiger Vorbereitungen, um die durch den Boykott entstehenden vermeintlichen Verluste an Gütern und sogenannter Lebensqualität zu vermeiden. Energie ist ein wichtiger Faktor. Aber wenn wir nicht bereit sein wollen, Energie zu fast jedem Preis von den Monopolisten der Branche zu kaufen, müssen wir selber zu Energieerzeugern werden! Reduzieren wir gleichzeitig unseren Verbrauch, schädigen wir die Energiekonzerne gleich doppelt. Viele kleine regionale Energieerzeuger sind ein Gräuel für die großen Konzerne, verlieren sie doch dadurch die totale Kontrolle über die Menschen und die Energieversorgung! Dann werden Atomkraftwerke so überflüssig wie der sprichwörtliche Kropf und in letzter Konsequenz bleibt nix anderes übrig, als sie wegen der hohen Kosten abzuschalten.

Genau das ist das Prinzip der Permakultur. Energie erzeugen, ohne die Erde zu plündern, aus Energiequellen zu schöpfen, die unerschöpflich sind. Viele kleine Kraftwerke (Windräder, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke oder Solaranlagen) ersetzen ein großes Kraftwerk und machen die zentral erzeugte und kontrollierte Energie überflüssig und damit auch die von den Konzernen bevorzugten riesigen, hochkomplizierten, anfälligen und sehr gefährlichen Anlagen. Auf Sonnenenergie aus riesengroßen Solaranlagen in Afrika (Strom aus der Wüste: Ein guter Plan? Artikel auf Zeit Online vom 31.8.2009), die über weite Strecken und durch neu zu errichtende Stromnetze transportiert werden müsste, kann so verzichtet werden. Die einzigen, die von dieser Technologie einen Nutzen hätten, sind die Konzerne. Wir würden dabei nichts anderes tun, als die Abhängigkeit von den Ölquellen des Nahen- und Mittleren Ostens gegen eine Abhängigkeit von den Solaranlagen in Nordafrika zu tauschen!

Dieses Prinzip der Permakultur, der Kreislaufwirtschaft, lässt sich grundsätzlich in jedem Bereich umsetzen. Es erfordert nur ein wenig Nachdenken und die Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann und darf! Lasst uns der Globalisierung mit seinem immer größer immer weiter, immer mehr, immer billiger, eine konsequente Regionalisierung entgegen setzen, die auf Selbstbesgrenzung, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, regenerative Energien und gesunde, ökologische Nahrungserzeugung baut!





Die Zukunft der Landwirtschaft?

7 11 2009

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. “Ja, toll”, werden jetzt einige sagen,”die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.” Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

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Die Zukunft der Atomkraft! (mal wieder)

18 07 2009

Wir steuern im Superwahljahr 2009 auf die Bundestagswahl zu, am 27.  September ist es soweit und schon geht das Gezerre um das Thema Atomkraft wieder los! Eine Weile war Ruhe und nachdem die Asse, Krümmel und der angeblich so umweltfreundliche Atomstrom fast in der Versenkung verschwunden sind, ging es plötzlich um so heftiger wieder los! Nach 2 Jahren Stillstand wegen Problemen mit abgefackelten Trafos, die natürlich von Vattenfall ganz anders – aber auf jeden Fall wie üblich nicht als meldepflichtiger Vorfall – eingestuft wurden. Nachdem trotz allem, man war ja unschuldig und nie hatte zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestanden, hoch und heilig Besserung versprochen worden war, ging man wieder ans Netz. Und? Erneut explodierte ein Trafo! Man hatte schlicht “vergessen” ein wichtigen Messgerät zu installieren, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hatte. Aber, wer hätte etwas anderes vermutet, niemand war gefährdet und überhaupt war auch das kein meldepflichtiger Vorgang – jedenfalls nach Meinung von Vattenfall!

Bedauerlicherweise sehen das einige Leute ein klein wenig anders. Während der Streit losbrach, warum Vattenfall sich nicht an die erteilten Auflagen hält, hub die Union, allen voran der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger und gleich darauf auch seine Bundeskanzlerin an zu frohlocken, dass alle deutschen Atomkraftwerke sicher seien – offensichtlich wider besseres Wissen. Oder sollte möglicherweise die prallen Budgets der Atomlobby dafür gesorgt haben, dass die Union sich plötzlich ihrer wahren Bestimmung als Vorkämpferin für die “umweltfreundliche” Atomkraft erinnerte?

Wie dem auch sei. Sigmar Gabriel, ganz eloquenter Bundesumweltminister brachte den vereinbarten Atomausstieg wieder ins Spiel, den die Union ganz offen ablehnt. Bei einer Mehrheit für schwarzgelb im September dürfte es mit diesem Atomausstieg vorbei sein. Vermutlich brechen dann traumhafte Zeiten für die Atomindustrie an. Noch immer kein taugliches Endlager in Sicht, aber “auf Atomkraft setzen um´s Klima zu retten”? Dabei ist das einzige, was gerettet wird, die Boni für die Manager der Atomkonzerne! Und justament zu diesem Zeitpunkt stellt sich auch noch heraus, dass die Asse leckt wie eine Wasserleitung in einem hundert Jahre alten öffentlichen Klo.

Ja, ok, die Asse ist ja nur ein Versuchsendlager gewesen, so wird behauptet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Dreck da unten liegt und jede Menge Wasser fröhlich da durch plätschert. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass das salzige Wasser radioaktive Rückstände aus den undichten Fässern ausspült und sich dann in großen Pfützen auf den Solen sammelt, die so strahlen, wie ein Vattenfall-Manager, wenn er das Wort Umweltschutz in den verlogenen Mund nimmt!

Auch der Uralt-Reaktor Biblis harrt des viel beschworenen Umschwungs zu einer atomfreundlichen Politik unter der CDU/FDP. Verspricht man sich doch wahrhaft goldene Zeiten, wenn die Restlaufzeiten drastisch erhöht werden und die Reaktoren im Prinzip laufen dürfen sollen, bis sie auseinander fallen – was sie ja eigentlich schon jetzt tun. 1 Million Euro Gewinn pro Tag ziehen die Atomkonzerne aus einem abgeschriebenen (also uralten) Atomreaktor! Wen interessiert da noch die Sicherheit außer denen, die neben solchen Schrottanlagen wohnen? Das sind doch sowieso nur Querulanten, Ökospinner und sonstige unzurechnungsfähigen Leute, die keine Ahnung haben!

Bleibt nur meine inständige Hoffnung, dass die Wähler – in ihrer Weisheit – dem selbstmörderischen Energiekurs der Union und der in sie verliebten FDP des Guido Westerwelle eine klare Absage erteilen mögen.

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Wie die Stadt Karlsruhe die WWF Earth Hour 2009 sieht!

27 03 2009

Nachdem ich hier auf meinem Blog für die WWF Earth Hour 2009 getrommelt habe, schrieb ich einen vorbereiteten Brief an unseren verehrten Herrn Oberbürgermeister Fenrich. Natürlich habe ich nicht ernsthaft damit gerechnet, er würde mir selber antworten, noch sich überhaupt für mein Geschreibsel interessieren. Nun habe ich aber heute doch – ich fasse es nicht – eine Antwort-Mail erhalten und zwar von einer Frau Ulrike Sattler vom Stadtmarketing, Messen und Kongresse, KVVH, Stadtwerke, vom berühmt-berüchtigte Dezernat 4. Diese Email will ich Euch nicht vorenthalten, darum hier der Wortlaut im Original:

Sehr geehrter Herr O.,

vielen Dank für Ihre Mail an Herrn Oberbürgermeister Fenrich vom 20. März,

in dem Sie auf eine Beteiligung an der Aktion Earth Hour ansprechen.

Wir haben eine Beteiligung in der Vergangenheit diskutiert, aber die Idee
letztlich nicht aufgegriffen. Diese Aktion und die damit verbundene
Öffentlichkeitsarbeit des WWF ist sicherlich geeignet, der Diskussion über
den Klimaschutz auf breiter gesellschaftlicher Ebene  Impulse zu geben.
Insbesondere auch, weil die Aktion als solche bei Fachleuten in ihrer
Sinnhaftigkeit umstritten ist (siehe auch aktuellen Artikel bei
Spiegel-Online).

Karlsruhe setzt jedoch auf pragmatischere Ansätze wie eine fundierte
Energieberatung durch die Stadtwerke oder die Energie-Sparlampen Aktion,
ganz im Sinne der von zahlreichen Umweltschutzinitiativen artikulierten
Antwort auf die Earth Hour : “Licht an – aber richtig!”

Wir sind der Überzeugung, hiermit die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger in

ihrem Bestreben, sich für den Klimaschutz zu engagieren, nach Kräften und

vor allem auch dauerhaft zu untersützen.

Mit  freundlichem Gruß

Ulrike Sattler

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Stadt Karlsruhe
Dezernat 4

Ulrike Sattler
Stadtmarketing,
Messen und Kongresse,
KVVH, Stadtwerke
Tel. 00 49 (0) 721 133 1043
Fax 00 49 (0) 721 133 1049
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Den genannten Artikel auf Spiegel-Online findet Ihr hier unter “Earth Hour: Mensch, mach das Licht aus!”, erschienen am 24.3.2009. Da wird über die Earth Hour abgelästert, sie sei lediglich Aktionismus, um ein bisschen was für das Klima zu tun – zumindest ein wenig guten Willen zu zeigen. Möglicherweise speilt bei der Ablehnung der Aktion durch den Spiegel auch eine gewisse Animosität gegen die Bild-Zeitung eine Rolle, die sich im Jahre 2007, als die Earth Hour das erste Mal veranstaltet wurde, sehr stark dafür engagierte. Nun ja, folgt man der Email, steht die Stadt Karlsruhe auf dem Standpunkt, dass solche symbolischen Aktionen der reine Schwachsinn sind und man daher lieber “Taten”, also harte Fakten sprechen lässt.
Das diese sich dann leider in einer Energieberatung durch die Stadtwerke erschöpfen (an der die Stadt selber wohl niemals teilgenommen hat. Denn sonst sollte wenigstens auf einigen wenigen öffentlichen Gebäuden mit Dächern in Südlage, eine Solaranlage installiert sein. Aber ich will ja nicht ungerecht sein, schließlich gibt es auf dem Müllberg der Stadt am Rheinhafen eine kleine Solaranlage und immerhin 3 Windkraftanlagen, die zwar nur sehr selten laufen, aber das hat wohl andere Gründe) und in einer Energie-Sparlampen-Aktion , zeigt wenigstens, welchen Stellenwert das Thema Klima in unserer Stadt genießt! Bezeichnend ist aber auch, dass diese “Aktionen zur Rettung des Klimas” nur Privatleute und Uternehmen betrifft. Welche Sparpotenziale in den maroden Gemäuern der Stadtverwaltung steckt, ist eine andere Sache. Das genug Dachflächen vorhanden sind, um darauf  Solaranlagen zu installieren, dürfte außer Frage stehen. Aber schließlich sitzt ja die EnBW in Karlsruhe (übrigens ein überzeugter Betreiber von Kernkraftwerken) und mit denen will man es sich wohl nicht verderben. Die müssen ja auch von irgendwas leben, damit sie dann ihre Dankbarkeit der Politik gegenüber zeigen können. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Sonst noch Fragen? Dann schreibt doch der Dame vom Dezernat 4 und teilt Ihr mit, wie überwältigt Ihr von den Aktionen der Stadt Karlsruhe zum Schutz des Klimas seid! Sicher freut sie sich über Eure Zuschriften.




100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit!

29 01 2009

Bei Twitter (Artikel bei Wikipedia mit Link zu Twitter) ist mir neulich der Blogger Hannes Offenbacher aus Österreich aufgefallen, der sich ganz vehement und mit sehr viel Nachdruck für Nachhaltigkeit (Hier auf Wikipedia findet Ihr eine genaue Definition zum Thema Nachhaltigkeit, – Drei-Säulen-Modell – damit Ihr Euch orientieren könnt, um was es dabei eigentlich geht)! engagiert. Unter anderem hat er einen Nachhaltigkeitskalender aus der Taufe gehoben, auf dem jeder Veranstaltungen und Events zum Thema Nachhaltigkeit eintragen kann. Email genügt, mit einer kleinen Erklärung warum und wieso, dann schaltet er den Kalender für den Betreffenden frei. Sein Blog heisst “Besser gehts immer” und damit hat er zweifellos recht.
Auf Facebook (Artikel auf Wikipedia mit Link zu Facebook) hat der gute Mann eine Aktion losgetreten, mit der er ein Netzwerk nachhaltig orientierter Menschen schaffen will. Ziel bis Ende 2009 sind 100.000 Mitglieder (Darum heisst die Gruppe logischerweise auch “100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit”) in dieser Gruppe weltweit – zugegeben, eine etwas kühne, aber dennoch eine Zielmarke, die nicht unmöglich sein muss. Schließlich hat das Jahr erst angefangen und als ich mich heute eintrug, da waren es immerhin schon 666 Mitglieder und wenn Ihr Euch anschließt und darüber berichtet, dann wird bald die 1.000 geknackt! Also, auf geht´s!
Gute Ideen kann man nicht oft genug unterstützen und wenn´s um Nachhaltigkeit geht, sowieso! Mit so ner Masse Leute im Rücken kann man schon was bewegen!





Kann es ein Ende des Atomzeitalters geben?

25 01 2009

Am 24.1.2009 fand ich diesen putzigen Artikel im FAZ.NET. Unter der Überschrift “Das Ende des Atomzeitalters?” wird da über dessen mögliches kommendes Ende – im Gefolge des Messias Heilsbringers Obama fabuliert! Oh man, ich glaub es ja nicht! Zwar erwarte auch ich mir einiges von ihm, nämlich endlich frischen Wind im verkrusteten und von Lobbyisten kontrollierten politischen system der USA und ein wenig mehr Umwelt- und Klimaschutz aber Wunder, nein Wunder erwarte ich nicht von ihm!

Und da setzten sich die ehrwürdigen Herren Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Egon Bar und Hans-Dietrich Genscher zusammen und erarbeiten in ihrem doch recht fortgeschrittenen Alter ein Strategiepapier mit dem Ziel der drastischen Verringerung der atomwaffen auf der Welt. Fürwahr ein nobler Plan, doch wozu? Während die Senioren der deutschen Nachkriegsdemokratie darüber nachsinnen, wie man Atomwaffen vernichten kann, haben ihre Parteien nichts besseres zu tun, als den Ausstieg aus dem Atomausstieg vorzubereiten und uns die Atombomben in Form von Atomkraftwerken vor die Haustür zu stellen!

Auch Atomkraftwerke sind Bomben! Das zeigt schon das Beispiel von Tschernobyl und gerade weil die Folgen eines solchen Desasters ncith zu kontrollieren sind, dürfen solche tickenden Zeitbomben nicht gebaut werden! Schön, werden die Statistiker unter den Befürwortern nun einwenden. Aber statistisch gesehen kommt es alle 33.000 Jahre (nach Berechnungen der Deutschen Risikostudie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) von 1989 ist für eines der deutschen Kernkraftwerke alle 33.000 Betriebsjahre mit einem schweren Unfall zu rechnen. Werden 17 laufende Kernkraftwerke in Deutschland (Stand 2005) und 30 Betriebsjahre berücksichtigt, liegt demnach die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Unfall in Deutschland innerhalb von 30 Jahren bei etwa 1,5 %; Quelle: Wikipedia) zu einem solchen verheerenden Unfall nach dem Muster von Tschernobyl, zu einem sogenannten Supergau. Aber genau das ist ja auch das Problem, denn der Supergau kann schon im ersten Jahr eintreten, oder nach 33.000 Jahren, in beiden Fällen findet einer im genannten Zeitraum statt! Also was für ein Schwachsinn, die Sicherheit einer Atomanlage mit statistischen Berechnungen begründen zu wollen.

Wie kurz in manchen fällen diese 33.000 Jahre sein können, kann man dieser Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen entnehmen! Es gibt kaum eine andere Art der Energieerzeugung die im Falle einer Störung solch verheerende Folgen nach sich zieht, die zum Teil über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte zu spüren sein werden. Und trotzdem erdreistet sich die Atomindustrie im Gleichschritt mit der Bundesregierung, uns diese Atomkraftwerke als umweltfreundlich und sicher zu verkaufen.

Aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab. Die genannten Herren beabsichtigen also die Atomwaffen abzuschaffen, oder zumindest zu reduzieren. Ausgerechnet Rußland (das gerade beschlossen hat, wieder neue Atomwaffen zu bauen) und die USA (die nun von einem wahrhaftigen Schwarzen Präsidenten regiert werden, der offenbar auf einen recht gesunden Menschenverstand verfügt) sollen den Anfang machen, weil sie über die meisten Atomwaffen besitzen. Die anderen atommächte, so hofft man inständig, sollen sich dadurch veranlasst fühlen, ebenfalls ihre Atomwaffenbestände zu reduzieren oder sogar komplett zu vernichten.

Ist das jetzt Altersstarrsinn, beginnender Alzheimer (der die Betroffenen im Anfangsstadium oftmals die Realität falsch einschätzen lässt?) oder einfach nur Wunschdenken? Pakistan und Indien stehen sich bis an die Zähne bewaffnet (u. a. mit Atomwaffen) gegenüber und warten nur auf eine Provokation der Gegenseite. China sieht sich als neuen Herrn der Welt und tut dies nicht nur lauthals kund, sondern baut seine Militärmacht in immer rasanterem Tempo auf. Nordkorea wird von Idioten regiert, die schon in der dritten Generation nicht mehr wissen was sie tun, sonst würden sie nicht ihr eigenes Volk verhungern lassen und in ihrem Größenwahn die westliche Welt mit der vernichtung durch Atomwaffen bedrohen. Und dann ist da noch Israel, das sich eines Tages genötigt sehen könnte, die Araber zu nuklearisieren, um sich den nötigen Lebensraum zu verschaffen. Großbritannien und Frankreich möchte ich auch noch kurz erwähnen, die zwar klein und bescheiden in und am Rande Europas liegen, aber in ihrer eigenen Vorstellung immer noch “Weltmächte” sein möchten, obwohl sie kaum noch einer Ernst nimmt.

Sollte ich eine Atommacht vergessen haben, so bitte ich um Nachsicht. Es ist spät am Abend und da kann mir die eine oder andere Atombombe schon mal durch gehen. Diese Atommächte sollen also, zur Sicherheit der ganzen Welt und der Menschheit auf das liebste Spielzeug ihrer Generäle freiwillig verzichten?

Da muss ich doch ganz bescheiden meine Zweifel anmelden. Eher verkündet der Papst auf YouTube seinen Übertritt zum Islam!

Es gibt nur einen kompletten Verzicht auf Atomenergie, egal ob zur friedlichen oder zur militärischen Nutzung! Alles andere ist nur Augenwischerei. Die gesamte Atomtechnologie muss geächtet werden, damit man sie verbannen kann!





Endlich – Wikia Green auch auf Deutsch!

18 01 2009

Wie das fuereinebesserewelt-Blog meldet, wurde mein inständiges Flehen endlich erhört und jetzt gibt es Wikia Green, die Plattform für Nachhaltigkeit von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, auch auf Deutsch. Dieser grüne Wiki wird hoffentlich ein weiterer wichtiger Knotenpunkt im Netzwerk für Nachhaltigkeit in unserem Lande. Schaut gleich mal vorbei. Das ganze nennt sich Wikia Green Germany und macht schon mal einen ganz ordentlichen Eindruck, wie ich finde.

Bleibt abzuwarten, wie sich Wikia Green Germany weiter entwickelt, aber das liegt sicher zu einem nicht unerheblichen Teil an der Bereitschaft der Menschen, sich in dieses Projekt einzubringen! Daher meine Bitte, teilt Eure Erfahrungen und Euer Wissen zu allen Bereichen und Themen der Nachhaltigkeit, um es weiteren Kreisen zugänglich zu machen und unseren ökologischen Einsatz für eine bessere, saubere und lebenswerte Welt aus der Ecke der ökologischen Spinnerei heraus zu holen!





Mir wird´s ganz warm um´s Herz!

17 12 2008

Spiegel-Online berichtet am 16.12.2008 unter der Überschrift “Klimabilanz: 2008 war eines der wärmsten Jahre“, wie sich unser Klima nach Feststellung der Wissenschaftler rapide verändert. Von den 7 wärmsten Jahren seit 1901 liegen allein 5 im neuen Jahrtausend. Es handelt sich um die Jahre 2000, 2002, 2006 und 2007. Obwohl das subjektive Temperaturempfinden im Winter zumindest mir immer “zu kalt” signalisiert, sagt die wissenschaftliche Messung etwas ganz anderes aus. Das Temperaturmittel leigt nach Aussage der Wissenschaftler deutlich über dem zu erwartenden Wert und weist damit eindeutig auf eine Klima wandel hin!

Dabei ist es zunächst einmal völlig egal – was die Folgen der Klimaveränderung betrifft – ob die Ursachen nun in der CO2-Emission des Menschen oder in natürlichen Klimaschwankungen begründet liegt. Wichtig ist vor allem, ob wir Menschen durch eine Änderung unseres Verhaltens was den CO2-Ausstoß betrifft, den zu erwartenden Folgen entgegenwirken können. Das die Industrialisierung weiter Teile unserer Erde sich nicht unbedingt positiv auf die Natur und die Artenvielfalt, oder auf die Gesundheit der Menschen auswirkt, ist unbestritten. Mit den Folgen des Klimawandels haben wir auf jeden Fall zu kämpfen.

Selbst wenn die Ursachen des Klimawandels natürliche Veränderungen auf unserem Planeten sind, kann es nicht sein, dass wir lieber die Natur durch hemmungslosen Raubbau vergiften und ausbeuten, anstatt uns technologisch und wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Das Wissen für den Einsatz umwelt- und ressourcenschonender Wirtschaftsweisen ist vorhanden. Aber aus Bequemlichkeit wird nicht das umgesetzt, was umgesetzt werden könnte. Nein, im Gegenteil macht man den größten Umweltverschmutzern die größten Zugeständnisse, was die Verschmutzung der Atmosphäre und die Schädigung des Klimas betrifft.

Solange unsere Politiker keinen Grund sehen, die Wirtschaft zur Änderung ihres von Profitgier bestimmten Handelns zu zwingen (denn freiwillig werden die Manager der Großkonzerne sich nicht von liebgewonnenen Gewohnheiten verabschieden wollen!), wird es auch in der Bevölkerung genug Idioten geben, die dieselbe Meinung vertreten wie die Industriekapitäne (und die auch weiterhin Porsche Cayenne oder BMW X5 fahren).

Wie es um das Klima bestellt ist, weiss man übrigens nicht erst seit gestern. Eindringlich warnten UN-Forscher unter der Schlagzeile “Wann kollabiert das Klima” bereits im Jahre 2007 vor den globalen Folgen des Klimawandels, die Menschheit habe nur noch etwa 15 Jahre Zeit, um auf den rasend schnell voranschreitenden Klimawandel zu reagieren. Passenderweise hat man die wichtigsten Teile der Klimastudie damals erst garnicht veröffentlicht! So hat die Politik leichtes Spiel weiter auf den Faktor Zeit zu setzen, denn wie heisst es so schön? Kommt Zeit kommt Rat! Aber da wartet man bei unseren Politikern vergeblich drauf. Rat ist unerwünscht und wird dementsprechend konsequent ignoriert und mit dem Eintritt von Weisheit ist erst recht nicht zu rechnen!

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