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Der Anwärter auf den Titel: Auto der Vernunft/ April 2008


Es gibt Dinge auf unserem schönen Planeten, die lassen die Frage aufkommen ob das, was technisch machbar ist, auch tatsächlich gemacht werden muss. Um die Widersprüche zu verdeutlichen, die eine schier unüberbrückbare Kluft zwischen ökologischem Anspruch und technischer Realität bilden, wird hier monatlich ein Kraftfahrzeug vorgestellt, dass durch seinen technischen Daten geeignet ist, uns am Verstand der mit der Entwicklung beauftragten Ingenieure – so genial sie auch sein mögen – zweifeln zu lassen.
Der erste Platz gebührt im Monat April/08 einem Fahrzeug, das wie kein zweites ein Sinnbild deutscher Ingenieurskunst geworden ist und gleichzeitig ein Symbol dafür, wie wissenschaftliches Talent und Erfindungsreichtum vergeudet werden könne, anstatt sie sinnvoll zum Wohl der menschen und der Erde einzusetzen: der

Porsche Cayenne turbo S

Die technischen Daten, die er vorzuweisen hat, klingen wahrhaftig beeindruckend, angefangen von den 383 kw (521 PS) aus satten 4,5 Litern Hubraum, verteilt auf 8 Zylinder. Wir stehen hier vor einem schieren Monument deutscher Motorenbaukunst, dass ob seiner gewaltigen Kraft sprachlos macht.
Fährt man dieses Monstrum „gefühlvoll“, soweit das überhaupt möglich ist, begnügt es sich mit dem Konsum von „mageren“ 15,7 Litern Super plus. Zieht man es aber vor ein wenig flotter unterwegs zu sein und zu was sonst animiert einen ein solches Ungeheuer, ist der 100 Liter fassende Tank schon nach knapp 300 km leergeschlürft. Angesichts eines Rohölpreises von mehr als 110 $ je Barrel müssten sich jedem vernünftigen Menschen die Fußnägel aufrollen. Nicht so dem Treiber eines Porsche Cayenne turbo S, der für das zweifelhafte Vergügen die Umwelt mit mehr als 358 g CO2/100 km zu „beglücken“ mehr als 117.500 € Grundpreis zu berappen bereit ist.
Dieser Wagen, mit einem Leergewicht von knapp 2,4 Tonnen, der damit genauso viel wiegt, wie zwei voll ausgestattete VW Golf Diesel, ist der blechgewordene Hirnriss und erhält deshalb von mir die Wertung: so überflüssig wie ein Kropf um damit – wie es uns die Werbung im Fernsehen so passend empfiehlt – auf der Geburtstagsparty des vorlauten Sprößlings die Kiddies durch das ruhige Vorstadtviertel zu kutschieren, aber auch für alles andere, was man mit einem Auto normalerweise so anstellt.

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