Schmetterling, du buntes Ding…

Das Naturtipps-Blog macht in seinem Artikel vom 23.5.2008 auf eine Aktion des BUND aufmerksam, bei der Schmetterlinge gezählt werden sollen. Solche Aktionen sind wichtig, um auf die Bedrohung dieser wunderbaren Geschenke Gaias an die Menschen, durch den vermehrten Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Auch der Lebensraum der taumelnden Falter, die als Gestalt gewordener LSD-Rausch in bunten Farben durch den Sommer flattern, wird immer kleiner.
Tun wir was dagegen! Wer braucht schon Golfrasen in seinem Garten, den er mit der Nagelschere stutzen muss und der außer Grün nichts weiter zu bieten hat? Jedenfalls keinen Lebensraum für Schmetterlinge, oder deren Raupen und anderes Getier. Genauso gut kann man seinen Garten betonieren und grün anstreichen, der Effekt ist der gleiche und beides bietet Insekten vermutlich ähnlich „günstige“ Lebensbedingungen!
Ein bisschen Wildwuchs in jedem Garten genügt bereits, um unseren heimischen Insekten eine Überlebenschance zu geben. Nicht nur summende Bienen (die mit ihrer Arbeit und dem sprichwörtlichen Fleiß die Blüten bestäuben und so ursächlich für die Fruchtbarkeit der Natur verantwortlich sind!), Wildbienen (die in unseren Landen sowieso schon selten genug sind) und dicke, haarige Hummeln gehören zum Sommer, sondern auch die bunten Schmetterlinge, die Marienkäfer und wer weiß, was noch alles!
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Kennt Ihr schon den "Apfelpapst"?

In einer Sendung des MDR lief am heutigen Mittwoch Vormittag ein Bericht über Dr. Werner Schuricht, einen promovierten Gartenbauexperten aus Jena. Er soll über 15.000 Apfelsorten kenne, die er sammelt, bestimmt, veredelt und vor dem Aussterben bewahren will.
Hand aufs Herz, wie viele Apfelsorten kennen wir denn? Im Supermarkt liegen sauber aufgereiht, gewachst, gespritzt, sehr wässrig und bonbonsüss Golden Delicious, Pink Lady, Granny Smith aus garantiert chilenischem oder neuseeländischem Anbau. Das Ganze wird selbstverständlich zu jeder Jahreszeit umweltschonend und CO2-sparend per Flugzeug nach Europa und die USA exportiert!
Dem ein oder anderen ist vielleicht noch Jonagold ein Begriff, aber dann verließen sie Euch auch schon. Und dann kommt da einer her, der kennt 15.000 Sorten, wobei das nur die Hälfte der tatsächlich 30.000 Apfelsorten ist. Was für ein ungeheurer Schatz sich da verbirgt, in alten Gärten, Restbeständen uralter Streuobstwiesen oder wo auch immer.
Muss man sich da wundern, warum so viele Menschen allergisch auf den Genuss von Äpfeln reagieren? Wo sind sie nur geblieben, die Wachsrenette, Prinzessin Luise, Hoßfelds Gulderling und wie sie alle hiessen? Abgeholzt, in den Kachelofen geschmissen und verfeuert, weil sie nicht so schnell wachsen wie die industriell angebauten Sorten, weil sie nicht so viel tragen und wahrscheinlich weil sie an die regionalen Bedingungen angepasst sind, unter denen sie gezüchtet wurden. Wenn jeder Mann oder jede Frau so wie früher einen oder mehrere Apfelbäume in ihrem Garten stehen hätte, oder wenigstens vor dem Haus, würden sie ja keine Äpfel für teures Geld kaufen brauchen! Das wäre ja furchtbar zumindest für die Agroindustrie und außerdem, wie sagt man so schön? – an apple a day keeps the doctor away!
Dr. Werner Schuricht ist übrigens Autor zahlreicher Bücher zum Thema alte Apfelsorten.
Im Pomologen-Verein e. V. sind viele rührige Menschen aktiv. Schaut Euch mal deren Homepage an und seht, wie Ihr helfen Könnt, die alten Obstsorten für Eure Kinder und Enkel zu erhalten. Sie werden es Euch danken!
Übrigens hab ich noch eine sehr interessante Seite gefunden. Sie nennt sich Projekt AgrarkulturErbe. Dort gibt es eine Seite die sich Sachgebiet 29 nennt und eine Datenbank für Haus-, Nutz- und Zuchttiere und ihre Erzeugnisse enthält. Hier findet man Links zu beinahe allen jemals in irgendeiner Form landwirtschaftlich genutzten Tierrassen, sowie zu Menschen, die sich deren Schutz und Erhaltung auf die Fahnen geschrieben haben.

weiterführende Links:
Arbeitsgemeinschaft Streuobst , hier ist vor allem die Linkseite sehr zu empfehlen.
Boomgarden e. V. ,propagiert die Erhaltung von regionaltypischen Obstsorten.
Slow Food Deutschland , langsam essen und regionale Nahrungsmittel genießen, quasi das Gegenteil von Fastfood.

Urban Gardening

Beim Stöbern im Internet bin ich im Zusammenhang mit der Permakultur auf ein weiteres, äußerst interessantes Thema gestoßen, das sogenannte „Urban Gardening“. Permakultur stellt ja nicht nur eine Perspektive für Menschen dar, die auf dem Lande wohnen, und sich und ihre Familien wieder gesund ernähren möchten. Dieser Aspekt ist auch und gerade ein Thema für Menschen, die in der Stadt leben, weil sie dies aus den unterschiedlichsten Gründen eben müssen.
Da es sich dabei um den weitaus größten Teil der Menschen zumindest in diesem Lande handelt, stellt dieses Urban Gardening eine Möglichkeit dar, die industriell gefertigten Lebensmittel durch solche zu ergänzen, die in der eigenen Wohnung, auf dem Balkon oder vielleicht auch auf dem Dach gezogen wurden.
Natürlich gehört schon eine Portion guter Wille und Erfindungsreichtum dazu, denn unsere Wohnungen sind auf Grund ihrer konstruktiven Gestaltung als reiner Wohnraum nur unter einigen Schwierigkeiten zu Orten agronomischer Tätigkeiten umzugestalten. Wer meinen Artikel zum Thema „Skyfarming“ und „Vertical Farming“ gelesen hat und die Links verfolgt hat, der weiss aber auch, dass dies grundsätzlich möglich ist.
Und wer mag bezweifeln, dass ein Blättchen Basilikum aus eigenem Anbau auf der Fensterbank nicht besonders gut schmeckt, besser jedenfalls, als das geschmacklose Zeugs aus dem Gewächshaus?
Permakultur ist auch auf dem kleinsten Fleckchen möglich. Es ist nur wichtig, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um erfolgreich daheim Ackern und Gärtnern zu können. Wo es zu dunkel ist, da schafft Licht. Wo es zu trocken ist, da wässert, wo es zu warm ist – und das ist in den meisten Wohnungen der Fall – da sät Pflanzen, die Wärme lieben! Denkt nach, lest entsprechende Bücher und lernt!
Nicht umsonst heißt es, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Und dieser Weg muss nicht immer aus hochtechnisierten Geräten und/oder teurem Equipment bestehen. Anstatt einer vollautomatisierten Bewässerungsanlage, tut es doch auch eine Gießkanne. Klagen gegen die widrigen Lebensumstände hilft nicht. Gejammer über zu hohe Lebensmittelpreise auch nicht. Tun hilft! Wenn es auch recht selten der Fall sein dürfte, dass man seinen kompletten Nahrungsbedarf aus Pflanzen decken kann, die man in der eigenen Wohnung oder auf dem Balkon gezogen hat, so sind sie doch eine echte Bereicherung eines jeden Speisezettels. Probiert es einfach mal aus!
Um Euch den Mund ein bisschen wässrig zu machen, hier ein paar Links zum Thema:

Hier sind einige gute Ideen und Links, die zu weiterführenden Informationen leiten, zu finden.
Wer sich ein wenig bemüht, der kann aus seiner Wohnung durchaus eine kleine Farm machen , und Kräuter, Gemüse und Obst selber anbauen.

Kommentar zum Armutsbericht für Deutschland

Heute Nachmittag wird der Armutsbericht für Deutschland veröffentlicht. Er ist alarmierend, keine Frage, aber was wird geschehen? Vermutlich genau so viel wie sonst auch!
Während nach diesem nt-v Artikel vom 19.5.2008 die SPD sofort nach Steuererhöhungen schreit (nur für die Reichen natürlich), lamentiert die Union über Steuersparprogramme um die Armen, die sowieso keine Steuern zahlen, noch „weiter zu entlasten“ – wunderbar, da geht einem echt das Herz über. Gleichzeitig dürfen wir uns laut einem Artikel, der ebenfalls am 19.5.2008 bei nt-v erschienen ist auf die „Rationalisierung von medizinischen Leistungen“ gefasst machen. Das macht doch alles richtig Mut für die Zukunft. Unter solchen Voraussetzungen können wir alle voller Tatkraft und hoch motiviert daran gehen die Schulden zu tilgen, die die Bundesregierungen nach dem Krieg angehäuft haben und für die wir – die Leistungsträger dieser Gesellschaft – natürlich die Verantwortung zu tragen haben und zwar in Geld! Also Steuern rauf! Leistungen runter! Wer durch den Rost fällt, der hat eben Pech gehabt. Ich meine, ein wenig Eigenverantwortung muss doch auch sein, oder? Von irgendwas muss der Staat ja auch leben. Wer später mal nicht genug Rente hat, der hätte eben privat vorsorgen müssen, schließlich wusste man ja schon seit Langem dass künftig nur noch eine Grundrente gewährt werden kann. Und wer zu seinem Vergnügen in Kur gehen will, weil ihm der Flug in den Urlaub zu teuer geworden ist (ein Hartz- IV-Empfänger kann sich halt nicht einfach dreimal im Jahr ein 19,-€-Ticket nach Malle leisten), der soll auch sehen, dass Gesundheit nicht umsonst zu haben ist.
Privat vorsorgen heisst die Devise, wie man allenthalben vernehmen kann. Und das dürfte angesichts von Stundenlöhnen im Bereich von 5,-€/brutto mit denen sich Arbeitnehmer aus dem Präkariat begnügen müssen ja wohl kein Problem sein. Wem das, was er verdient zum Leben nicht reicht, der muss sich halt einen besser bezahlten Job suchen. Oder einfach ein bisschen mehr arbeiten (ich meine nicht nur bis 68 oder 75 oder vielleicht 80 Jahre, bevor er dann keine Rente kriegt). Man kann dann halt nicht nach 8 Stunden Arbeit einfach heim gehen, um seinen Alkoholpegel wieder auf 1,2 Promille Standgas hoch zu fahren. Man muss dann eben 12-14 Stunden am Tag arbeiten. Wo ist denn da das Problem?
Wie sagte doch Norbert Blüm so schön in den 80er Jahren, als die Welt und Deutschland unter Bundeskanzler Helmut Kohl noch in Ordnung waren? Nein, ich meine nicht den mittlerweile legendären Ausspruch: „Die Renten sind sicher!“ Er gab auch so weise Worte von sich wie: „Früher fuhren die Menschen fröhlich mit 65 Jahren in die Grube, heute jammern sie sich bis 85 durch!“ Jedenfalls sinngemäß.
Ich weiß, ich weiß, eigentlich ist dies hier kein reines Politikgeschwafel-Blog, aber das musste ich einfach mal los werden. Es freut mich, wenn ihr mir diesen emotionalen Ausbruch nachsehen könntet. Für die Zukunft werde ich mich etwas mehr zurückhalten und mich auf mein eigentliches Anliegen, den Schutz der Natur und unseres Planeten konzentrieren!
Ein Wort noch zum Schluss. Ich wünsche den Politikern, die mit ihren Entscheidungen über Wohl und Wehe der ihnen anvertrauten Menschen entscheiden und mit einem Federstrich dafür sorgen, ob sie medizinisch versorgt werden oder nicht, ob sie im Alter von ihrer Rente existieren können oder zum Sozialfall werden, dass sie wenigstens einmal im Leben eine zeitlang vom Einkommen einer Reinigungskraft leben müssen. Vielleicht sind sie dann in der Lage die Sorgen und Nöte der Menschen, die sie gewählt haben oder auch nicht (aber auch das ist ja eine Art von Abstimmung) zu verstehen und vor der Verabschiedung eines Gesetzes über dessen Folgen nach zu denken und nicht erst hinter her, wenn überhaupt!

Ach ja, oder der Kampf um den Artenschutz!

Wie ich einem Artikel der Zeit-Online vom 19.5.2008 entnehmen konnte, begann heute unter sder Schirmherrschaft des Sigmar Gabriel die Artenschutzkonferenz in Bonn. Wie nicht anders zu erwarten, wird bereits im Vorfeld vor verbindlichen Vereinbarungen und zu hohem Erwartungen gewarnt!
Die Fakten: etwa 5.000 Teilnehmer aus 191 Ländern der Erde (vermutlich sind sie alle mit Segelflugzeugen und Solarmobilen in die ehemalige deutsche Hauptstadt gereist, denn der Verkehr ist ja Hauptverursacher für den Klimawandel und damit selbstredend auch für das Artensterben!) treffen sich für die Dauer von 2 Wochen um darüber zu verhandeln, wie man welche Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung bewahren kann. Welch hehres Ziel, ohne jede Aussicht auf irgendeine nennenswerte Vereinbarung ausser bürokratischem Wischiwaschi und unverbindlichen Absichtserklärungen, die für niemanden verbindlich sind!
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Jeden Tag verschwinden 150 Tier- und Pflanzenarten. Allein in der Zeit, die diese Konferenz dauert, sind dies 2.100 Arten, die unwiderbringlich von diesem Planeten verschwinden, viele ohne jemals von den Menschen entdeckt worden zu sein. Wieviele Pflanzenarten mögen vergangen sein, ohne das die Menschheit ihren pharmazeutischen Wert erkannt hätte. Aber vielleicht ist dies auch besser so. Sonst hätten sich vermutlich die Pharmakonzerne auf sie gestürzt und in einem neuerlichen Akt der Biopiraterie diese Arten nicht nur einfach ausgerottet, sondern auch noch ordentlich daran verdient!
Um in Zukunft solche sinn- und nutzlosen Megakonferenzen zu vermeiden und das dadurch eingesparte Geld nachhaltiger in Bildungs- und Erziehungsprojekte für die Kinder des Präkariats in Deutschland und die chancenlosen Menschen in der Dritten Welt einsetzen zu können, schlage ich vor sich künftig per Videokonferenz nicht zu einigen! Das schont die Umwelt ebenso wie den Geldbeutel und führt zum gleichen Ergebnis!

Nochmal Bayer!

Im Waldblog habe ich diesen interessanten Artikel über die Machenschaften des Bayer CropScience-Konzerns in enger Zusammenarbeit mit der Daimler AG und dem US-Unternehmen Archer Daniels Midland Company (ADM) in Indien gefunden. Mit Hilfe von Knebelverträgen bindet man Bauern an sich und zwingt sie zum Anbau des Jatropha-Strauches, aus dem dann Biodiesel gewonnen werden soll.
Das Prinzip ist bekannt, es funktioniert beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Ländern der Dritten Welt genauso => Bauern abhängig machen, zur Abnahme von Saatgut, „Pflanzenschutzmitteln“ und Dünger per Vertrag verpflichten und die satten Gewinne selber einstecken. So macht man Geschäfte heutzutage.