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Die Philosophie des Masanobu Fukuoka


Gestern bekam ich ein Päckchen von Amazon, dessen Inhalt ich herbeigesehnt hatte. Zwei Bücher von Masanobu Fukuoka, die ich mir bestellt hatte, um mich mit seiner Philosophie der „natürlichen Landwirtschaft“, der sogenannten „Nichts-Tun-Landwirtschaft“, eingehender auseinander zu setzen. Das eine trägt den Titel „Rückkehr zur Natur, die Philosophie des natürliche Anbaus“, das andere heisst „Die Suche nach dem verlorenen Paradies, Natürliche Landwirtschaft als Ausweg aus der Krise“. Flugs begann ich mit der Lektüre des Ersteren, um mir einen Überblick zu verschaffen.
Weil das Thema so interessant ist, jedenfalls halte ich es für sehr interessant, habe ich mich entschlossen, die Erkenntnisse des mittlerweile 94-jährigen Japaners unters Permakultur-Volk zu bringen. Jedenfalls das, was ich für die Essenz des ganzen halte.
Das Erste, was ich erkannte ist, das mir das Prinzip des „Nichts Tun“ außerordentlich gut gefällt. Wem nicht? Ich persönlich kenne niemanden, der freiwillig arbeiten und rackern würde wie ein Stück Vieh, wenn er das gleiche, oder sogar ein besseres Ergebnis erzielen könnte, ohne einen Finger und seinen Rücken dafür krumm zu machen.
Es ist ja das gleiche mit einem Menschen, der eine Ausbildung macht, nachdem er die Schule beendet hat. Nehmen wir mich als Beispiel. Nach dem Schulabschluss erlernte ich den Beruf des Kfz-Mechanikers (so hieß das jedenfalls damals noch). Nachdem ich auch diese Ausbildung erfolgreich gemeistert hatte, wurde ich einem Altgesellen zugeteilt, der mich in die Feinheiten des Berufs einweisen sollte, oder wollte, oder wie auch immer. Jung und ungestüm, wie ich damals war, empfand ich das als eine Herabsetzung und Beleidigung, denn ich hatte meine Ausbildung ja beendet. Ich hatte eine sehr gute Note und sogar einen Buchpreis erhalten und dachte: „Jetzt hebst du die Welt aus den Angeln! Alle warten nur auf dich!“
Ich stürzte mich also mit Feuereifer auf jeden Reparaturauftrag und arbeitete mit einem atemberaubenden Tempo, dass meinem Kollegen nur ein Kopfschütteln entlockte und die Bemerkung: “ Überlege vorher, was du tust und tue es dann gewissenhaft und ohne Hektik!“
Allein, ich wollte nicht hören und so war ich jeden Abend völlig ausgepumpt und fertig mit der Welt, ging erschöpft nach Hause und fiel todmüde ins Bett, während mein Kollege abends mit Freunden wegging und am nächsten Morgen frisch und munter am Arbeitsplatz erschien. Ich stand mit dickem Schädel und unausgeschlafen in der Werkstatt und fragte mich, wie er das schaffte. Irgendwann habe ich herausgefunden, wie er das gemacht hat. Er arbeitete ruhig, konzentriert und überlegt und dabei nutzte er das, was man früher Erfahrung nannte und heute als Knowhow bezeichnet.
Aber nun will ich Euch nicht weiter mit meiner Lebensgeschichte langweilen. Mein Kollege, von dem ich in den nächsten beiden Jahren übrigens sehr viel lernte, starb später an Leberzirrhose. Das dauernde Ausgehen ist ihm offenbar nicht so gut bekommen.
Was ich aber damit sagen will ist das folgende. Man arbeitet und lebt sicher am Besten, wenn man auf die Erfahrungen der Älteren baut. Nur will das in jungen Jahren kaum einer wahr haben und so versucht jede Generation das Rad neu zu erfinden, anstatt aus dem Wissen der Alten zu schöpfen. Und genau das ist es, was Masanobu Fukuoka sagt. Wir lernen nicht von der Natur, indem wir sie beobachten, die ja seit Milliarden Jahren existiert und sicher am Allerbesten weiß, wie man Pflanzen aussät, sie keimen und wachsen lässt.
Nein, wir modernen Menschen denken dass wir alles besser wissen, dass wir die Natur verstanden haben, ohne das wir ihr zu hören und das wir sie beherrschen können. Die Wissenschaftler erfinden immer neue Methoden, um die Landwirtschaft effektiver zu machen und keiner merkt dabei, dass dies nur dazu führt, den Boden und die Natur zu zerstören. Immer größere und schwerere Maschinen bearbeiten mit immer weniger Menschen das Ackerland und die Felder. Immer mehr Energie, Düngemittel und Pestizide werden eingesetzt, obwohl die Erträge durch diesen Aufwand nicht zu rechtfertigen sind.
Zu allem Überfluss beglückt uns die Industrie nun auch noch mit gentechnisch veränderten Pflanzen, Patenten auf Lebewesen usw. und behauptet, damit das Nahrungsproblem in Zukunft lösen zu können. Niemand nimmt dabei wahr, dass diese Art der Landwirtschaft den Boden und seine Lebewesen ja, die gesamte Natur zerstört.
Darum, so schlägt Fukuoka vor, sollen wir zurückkehren zur Natur. Wir sollen die Natur das machen lassen, was eigentlich nur sie kann, nämlich Pflanzen und Tiere praktisch aus dem Nichts entstehen lassen! Eigentlich brauche kein Samenkorn einen gepflügten, gefrästen und gedüngten Ackerboden. Die Natur hat die Samen in die Lage versetzt zu keimen, wenn die Bedingungen günstig sind, selbst wenn sie einfach nur auf den Boden fallen. Einen „bearbeiteten“ Boden brauchen nur künstlich gezüchtete Samen, die überzüchtete Pflanzen hervorbringen, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu vermehren. Das ist ganz und gar nicht natürlich. Es ist der Anfang vom Ende. Deshalb müssen wir umkehren und unser Heil nicht in immer noch mehr Wissenschaft und Forschung suchen, sondern in der Rückkehr in den Schoss der Natur, in den Schoss von Mutter Erde!
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