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Das System der Permakultur


Gemeinhin wird Mollison als der Vater der Permakultur bezeichnet. Er war einer der Ersten, der den Gedanken eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur und ihrer Ressourcen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Waren anfänglich nur einige wenige „Hippies“ offen für seine Anregungen, so entwickelte sich der Gedanke der Permakultur seit Ende den Neunziger Jahren zu einer immer breiter werdenden Bewegung. Bill Mollison wurde 1928 in Tasmanien/Australien geboren und gilt – zusammen mit David Holmgren – als Vater der Permakultur. Er hat mehrere Bücher geschrieben, in denen er seine Gedanken zu einem respektvollen Umgang mit der Natur darlegt und Vorschläge zur Schaffung sich selbst erhaltender Systeme macht.

1978 gründete er das Institut für Permakultur (Permaculture Institute). Seine Gedanken und Ideen werden in Kursen und Seminaren weiter gegeben.

Mit dem Prinzip der Permakultur sind auch ethische Gedanken verbunden, die auf einem Miteinander und nicht Gegeneinander der Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, Rassen und Religionen fußen. Permakultur lehrt einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und ein grundsätzliches Überdenken und Abwägen der Folgen einer bestimmten Handlung bevor diese in die Tat umgesetzt wird und nicht hinterher! Wir sind unseren Kindern und Enkeln gegenüber verpflichtet zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, zu einem sorgsamen Umgang mit den Ressourcen unserer Mutter Erde, die wir Gaia nennen.

Die Ethik der Permakultur gründet sich auf drei Säulen. Sie bildet die Basis für jedes Projekt, unabhängig vom Ausmass desselben (ich zitiere hier aus dem Artikel Permakultur von Wikipedia):

  1. Achtsamer Umgang mit der Erde (Earthcare) – diese ökologische Komponente zielt auf den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen (Ressourcen), die als ein Geschenk der Erde für alle Lebewesen aufgefasst werden. Um ein Permakultur Design als nachhaltig bezeichnen zu können, sollen die natürlichen Regenerationszyklen (Stoff- und Energiekreisläufe) der lebenserhaltenden Systeme bewusst und langfristig eingeplant werden.

  2. Achtsamer Umgang mit den Menschen (Peoplecare)diese soziale Komponente nimmt insbesondere Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Hier wird das Problem von Freiheit und Verantwortung besonders deutlich. Allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, erfordert eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Hieraus entspringt eine ethische Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen (Ressourcen) haben.

  3. Selbstbegrenzung (Wachstumsrücknahme) und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses) – Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit unseres Planeten Erde ab. Auch wir Menschen müssen lernen, eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung in Bezug auf die Befriedigung unserer Bedürfnisse auszuüben: als Einzelne und als Menschheit gegenüber der Erde (Tiere, Pflanzen, …), sowie als Einzelne und als Gemeinschaft untereinander. Die dritte Komponente steht daher für eine bewusste Umsetzung von Selbstbegrenzung und einer (Rück-)Verteilung der gemeinsam erzielten Überschüsse. Letztere bezieht sich auch auf die adäquate Rückführung in natürliche Kreisläufe. Damit schließt sich der Kreis zu Earthcare und Peoplecare, bzw. überschneiden sich die drei ethischen Aspekte.

An diesen drei ethischen Grundsätzen muss sich jedes Permakulturprojekt messen lassen.

Welche Methoden der Landwirtschaft und des Gartenbaus sind denn nun geeignet, um in der Permakultur Verwendung zu finden? Mit welchen Methoden kann man den Einsatz von Kunstdünger oder Düngemitteln überhaupt vermeiden und wie sich gegen unerwünschten Pflanzenwuchs oder Insekten und andere Tiere behaupten?

  1. Mischkultur:

    Es gibt bekanntermaßen die unterschiedlichsten Nutzpflanzen, die entweder zur Ernährung von Mensch und Tier, oder zur Erzeugung von Rohstoffen genutzt werden können. Obst, Gemüse, Pilze, Getreide, sowie Heil- und Arzneipflanzen. Während einige Arten sich überhaupt nicht miteinander vertragen, d.h. sie stören und behindern sich gegenseitig im Wachsen und Gedeihen und im schlimmsten Fall gehen sie sogar ein. Andere Arten dagegen stören sich überhaupt nicht an anderen Gewächsen in ihrer direkten Nachbarschaft. Wieder andere Pflanzen gedeihen erst dann richtig gut, wenn sie bestimmte Pflanzen in ihrer direkten Nachbarschaft haben. Sie bringen größere und bessere Früchte hervor, als wenn sie allein oder in Monokulturen wachsen.

    Monokulturen sind eines der Grundübel der industriellen Landwirtschaft, fördern sie doch die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingsbefall. Die richtigen Pflanzen in der richtigen Gemeinschaft angebaut, schützen und unterstützen sich gegenseitig. Früher war das allgemein bekannt. Aber mit dem Einzug der industriellen Landwirtschaft, geriet dieses uralte Wissen in Vergessenheit – man hatte ja Kunstdünger und das, was man üblicherweise als Pflanzenschutzmittel bezeichnet.

    Links:

    freeware-kiel.de (hier gibt es eine Software, die bei der Planung einer Misch- oder Zwischenkultur hilft).

  2. Mulchen:

    Bezeichnet eine Methode, zwischen angebauten Pflanzen den Boden mit unverrottetem, organischem Material zu bedecken, um ihn vor Witterungseinflüssen (Austrocknung und Verkrustung des Bodens) und unerwünschtem Pflanzenwuchs zu schützen. Außerdem führt das Verrotten des aufgebrachten Materials zu einer Zuführung von Nährstoffen.

    Zum Mulchen können alle organischen Materialien genutzt werden, wie sie z.B. in der Landwirtschaft oder bei der Gartenarbeit anfallen. In der industriellen Landwirtschaft ist es mittlerweile üblich geworden, mit Plastikfolien zu mulchen. Das widerspricht natürlich dem ursprünglichen Gedanken des Mulchens als einer schützenden Bodenbedeckung, die durch der Verrottungsprozess dem Boden auch noch Nährstoffe zuführt. Unter der Folie wird es sehr heiß und es muss Kunstdünger zugeführt werden, da der Boden sonst seine Fruchtbarkeit verliert. Um Plastikfolien zu produzieren sind Unmengen von Erdöl notwendig, einer endlichen und teuren Ressource, aus deren Abhängigkeit wir uns so schnell wie möglich befreien müssen. Mulchen mit Folien widerspricht daher dem Prinzip der Permakultur.

    Kraut und Rüben (Magazin für biologisches Gärtnern und naturgemäßes Leben)

  1. regional angepasste, alte Tier- und Pflanzenarten:

    Permakultur ist eine sehr regionale Angelegenheit. Jede Region hat ihre eigenen, spezifischen Bedingungen, was die Geographie, das Klima und die Geologie betrifft. Über die Jahrhunderte hinweg haben unzählige Generationen von Bauern Tier- und Pflanzenarten heran gezüchtet, die auf genau diese Bedingungen spezialisiert waren. Das bedeutete, dass sie unempfindlich waren gegen Krankheiten und extreme Witterung, aber trotzdem gute Ernten hervorbrachten. Leider gingen in den vergangenen 50 Jahren sehr viele dieser alten und bewährten Arten verloren, weil sie durch einige wenige, hochgezüchtete, maschinengerechte und neue Arten ersetzt wurden.

Videos bei YouTube (hier habe ich einige Links gesetzt, die sich mit dem Thema Permakultur befassen und eine Fülle von Informationen zum Thema bieten):

Bill Mollison (http://www.tagari.com) über das Permaculture Concept:

Urban Permaculture Strategies:

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