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Was ist ein Menschenleben wert?


In einer Zeit, da die Regierungen der reichsten Staaten dieses Planeten den „notleidenden“ Banken unzählige Milliarden Euro oder Dollar in den Arsch blasen, als sei es Staubzucker, muss die Frage erlaubt sein, warum man nicht wenigstens mit einem Teil dieses Geldes den Kampf gegen Hunger und Armut finanziert? In 33 Ländern verhungern Menschen (Artikel auf sueddeutsche.de), weil sie nicht genug zu Essen, geschweige denn sauberes Wasser zum Trinken haben!

Natürlich ist es furchtbar, wenn der Manager einer Bank sein Institut durch Dummheit und Selbstüberschätzung an die Wand fährt. Und ebenso furchtbar ist es, wenn bei der anschliessenden Pleite hunderttausende von Sparern ihren letzten Cent verlieren, weil sie ihn der Bank anvertraut haben, um im Alter ein gesichertes Auskommen zu haben. Schließlich war der Staat nicht in der Lage die Renten zu garantieren und jeder – ob er nun über die finanziellen Ressourcen verfügt oder nicht – muss jetzt eben selbst privat vorsorgen. Der Zusammenbruch des sowieso verkorksten Finanzsystems ist somit fatal für die Menschen, die auf ihre Ersparnisse im Alter angewiesen sein werden! Da nimmt es schon wunder, woher ein Staat wie der unsere plötzlich derart viele Milliarden Euro nimmt, nur um sie den Banken hinterher zu schmeißen und eben noch hörten wir von einem Tag zum nächsten neue Hiobsbotschaften und die Aufforderung unser Gejammer auf hohem Niveau endlich zu beenden und unsere Gürtel enger zu schnallen?

Die Manager aber, die diesen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems zu verantworten haben, sitzen weiter in ihren Chefetagen, fahren mit gepanzerten Limousinen in der Gegend herum und arbeiten für die Regierung ein Rettungspaket aus, dass alle bekannten Dimensionen sprengt, anstatt ihrer Ämter enthoben zu werden und ins Kittchen zu wandern, wie man es wohl mit jedem gewöhnlichen Gauner machen würde. Aber wie man sieht, es gibt immer Menschen, die sind gleicher als die andern und können  sich dementsprechend mehr erlauben. Und Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, seines Zeichens noch bis vor kurzem der Erzkapitalist, der sich eine Einmischung des Staates in die Geschäfte der Banken aufs heftigste verbat, singt nun als einer der Ersten Hosianna und greint nach staatlicher Hilfe (aber selbstverständlich ohne jede messbare Gegenleistung).

Bei solch fundamentalen Meldungen im Fernsehen, den lieben langen Tag, erschreckt von einer Horromeldung nach der anderen, geht leicht der Blick für die Menschen verloren, die sowohl unter den ständig steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen, als auch unter dem zusammenbrechenden Finanzsystem am meisten zu leiden haben – die Hungernden der Dritten Welt! Während man sich hier Gedanken darüber macht, ob man jetzt ein neues Auto kaufen soll oder lieber doch erst nächstes JAhr, kämpfen diese Menschen jeden Tag um das nackte Überleben. Verbrannt von der sengende Sonne, ausgebeutet von den Konzernen und verraten von den eigenen Regierungen, die sich die Taschen mit den Geldern aus der Entwicklungshilfe vollstopfen. Sie haben kein sauberes Wasser zum Trinken und um sich zu waschen. Die Kinder erkranken und sterben an Infektionskrankheiten, die durch die katastrophalen sanitären Bedingungen verursacht werden. Die Rechte dieser Menschen werden mit Füssen getreten. Niemanden interessiert es scheinbar, dass in einer Zeit wie dieser Menschen vom Hungertod dahin gerafft werden!

Für mich ist es kein Unterschied, ob man die plötzich auf wundersame Weise auftauchenden Milliarden und Abermilliarden Euro in den Taschen der Banken verschwinden, oder in den Taschen korrupter Eliten, denn das dürften eh dieselben Taschen sein. Aber der echte Wille zur Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen scheint immer noch nicht da zu sein und so sterben sie still und abseits der öffentlichen Berichterstattung einen gruasamen und sinnlosen Tod!

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