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Das war´s dann wohl…


…mit der Reue. Zumindest bei Klaus Zumwinkel, dem Schutzpatron der Steuerhinterzieher und Schutzheiliger der verkannten und zu unrecht angeklagten und verurteilten Millionäre. Eben noch im Büßerhemd im Gerichtssaal den Spruch…

…das war der größte Fehler meines Lebens!…

medienwirksam herausposaunt und dann nach dem – wohl trotz allem als ziemlich milde einzustufenden – Urteil von 2 Jahren auf Bewährung wegen Steuerhinterziehung und 1 Million Euro Geldstrafe, ist es Essig mit dem Schuldbewußtsein! Jetzt wird nachgekartet. Die Sueddeutsche schreibt am 27.1.2009 passend: „Steuerhinterziehung – Zumwinkel beendet Reuephase“.

Da wird nun über die Ungerechtigkeit gegen sich selbst, seine Prominenz (oder sollte man sagen Exzellenz?) die „öffentliche Hinrichtung“ durch die Medien – ach mir kommen die Tränen! Am meisten werden ihn die Euros schmerzen, die man ihm als Geldstrafe auferlegt hat. Aber nicht, weil ihm die Zahlung weh tun würde, mitnichten. Sowas zahlt ein Herr wie er aus der Hosentasche. Eher, weil er die mühsam vom Munde abgesparten Gelder einem Staat hinterher werfen muss, der mit Geld genauso wenig umgehen kann, wie die deutschen Manager in den großen Unternehmen. Und wer wüsste das besser als einer, der selber in der obersten Etage gesessen hat und mit einem Federstrich hunderte und tausende Arbeitsplätze wegrationalisieren konnte, wenn es mal nicht ganz so glatt lief?

Vom Vorzeigeunternehmer in null komma nix zum Buhmann der Nation, gleich neben, oder vielleicht sogar noch über Josef Ackermann, der sich auch für keinen dummen Spruch zu schade ist und keinerlei Schuldbewußtsein für nichts erkennen lässt! schuld sind immer nur die andern! Der Staat, der den Managern ihre horrenden Gehälter nicht gönnt. Der bescheuerte Bürger, der ebenfalls vom Neid zerfressen ist und jemanden an den Galgen hängen will, je prominenter, desto besser! Dabei hat doch jeder die Möglichkeit es soweit zu bringen wie Ackermann oder Zumwinkel. Er muss nur ehrgeizig und skrupellos genug sein, aber das ist natürlich das Problem jedes Einzelnen.

Von einer moralischen Vorbildfunktion sind solche Typen soviele Meilen entfernt, wie der Mond von der Erde. Verantwortung? Was ist denn das? Ob es jetzt wirklich Absprachen zwischen Verteidigung und Gericht gegeben hat oder nicht, ist nicht relevant, da sowieso nicht zu beweisen. Es bedarf nur einiger kleinerer Tricks, um die zur Disposition stehende Summe der hinterzogenen Steuern auf unter eine Million herunter zu rechnen und schon wird aus der drohenden Gefängnis- einen leicht zu verschmerzende Bewährungsstrafe – weil man ja so einsichtig, kooperationbereit und reuig war!

Irgendwie bin ich wirklich froh, dass nicht alle Menschen so sind wie diese selbsternannten Propheten des Turbokapitalismus!

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