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Wo wird das alles enden?


Im Gefolge der Finanz- und damit verbunden der Wirtschaftskrise, hervorgerufen durch die Gier und die Geldgeilheit der kriminellen Banker nahezu sämtlicher großer Kreditinstitute, werden Jobs abgebaut, das einem das kalte Grauen kommen könnte!

Nicht alle Unternehmen, die einem großen Teil ihrer Mitarbeiter den Stuhl vor die Tür setzen, sind wirklich ernsthaft von den sinkenden Absatzzahlen oder Insolvenz betroffen. Manche nutzen wohl einfach nur die Gunst der Stunde, wie das in solchen Fällen immer geschieht. Mal schnell „ein paar überflüssige Mitarbeiter“ loswerden, die „Produktivität der übrigen Mitarbeiter steigern“ (das heisst im Klartext, die verbleibenen Menschen bis an die Grenzen der körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit auszulutschen und manches mal auch darüber hinaus!), damit man auch weiterhin als Manager einen dicken Scheck am Monatsende zur Bank tragen und den Aktionären ein paar Cent Dividende mehr zahlen kann! Langfristige Überlegungen spielen dabei keine Rolle. Alles ist auf den kurzfristigen Gewinn ausgerichtet. Von strategischen Planungen keine Spur! Jeder will soviel wie nur irgend möglich – in möglichst kurzer Zeit – für sich heraus holen. Denn man ist sich sehr wohl darüber im Klaren, dass man mit solchem Geschäftsgebahren über kurz oder lang jedes Unternehmen an die Wand fährt – und dann will man ja vorgesorgt haben!

Hier eine „kleine“ Liste der Unternehmen, die gerade in den letzten Tagen den massiven Abbau von Stellen beschlossen haben. Und viele davon haben bereits im letzten Jahr einemTeil ihrer Belegschaft den Laufpass gegeben. Noch sind die meisten dieser Unternehmen US-Konzerne, aber mit SAP und Hertie springen auch vermehrt deutsche Firmen auf den Zug auf und versuchen lästige Mitarbeiter wieder „dem Arbeitsmarkt zuzuführen“:

  • Caterpillar, der weltgrößte Baumaschinenhersteller, -20.000 Mitarbeiter.
  • Pfizer, der Pharmariese steht trotz der Krise finanziell sehr gut da. So gut, dass er den Konkurrenten Wyeth kurzerhand kaufen und im Zuge von „Synergieeffekten“ mal eben einen Teil der Mitarbeiter an die frische Luft setzt; -20.000 Mitarbeiter.
  • Sprint Nextel, ein US-Telekommunikationskonzern, -8.000 Mitarbeiter (14% der Belegschaft!).
  • Home Depot, eine US-Baumarktkette, -7.000 Jobs (2% der Mitarbeiter!). Wem das Häuschen zwangsgeräumt wurde, der hat vermutlich keine große Lust mehr darauf, dort auch noch Hand an zu legen!
  • General Motors, mal eben wieder -2.000 Mitarbeiter.
  • IBM, der IT-Konzern baut trotz guter Quartalszahlen Stellen ab, -2.800 (laut Angaben der Gewerkschaft Communications Workers of America).
  • Texas Instruments, -3.400 Mitarbeiter.
  • Circuit City, US-Elektronikkette, ist Pleite und wird liquidiert, -30.000 Mitarbeiter.
  • Microsoft, der Software-Gigant baut Stellen ab, -5.000 Mitarbeiter. Da bekommt der Microsoft-Slogan… „Where do you want to go today?“ – zum Arbeitsamt natürlich!…eine ganz neue Bedeutung!
  • Conoco Phillips, Energiekonzern, schmeißt  Mitarbeiter raus, weil der Ölpreis sinkt. -1.350!
  • Schlumberger, ein Erdöl-Explorationsunternehmen, macht ebenfalls wegen des niedrigen Ölpreises für einen Teil der Belegschaft Schicht im Schacht. -5.000 Mitarbeiter.
  • Boeing, der Dreamliner kommt nicht aus den Startlöchern, oder von der Startbahn weg und nun sollen es weniger Mitarbeiter endlich auf die Reihe kriegen? -5.000 Mitarbeiter.
  • United Airlines, -1.000 Mitarbeiter, nach 1.500 bereits in 2008.
  • General Electric, -7.000 Mitarbeiter (9% der Belegschaft) in der Finanzsparte.
  • Autovermieter Hertz, -4.000 Mitarbeiter.
  • AMD, -900 Mitarbeiter.
  • Motorola, -4.000 Mitarbeiter, davon 3/4 in der Mobiltelefonbranche.
  • Alcoa, ein Aluminiumkonzern, -13.500 Mitarbeiter (13% der Belegschaft).
  • Starbucks, -1.000 Mitarbeiter (den Leuten ist wohl der Appetit auf Kaffee vergangen?).
  • SAP, der deutsche Softwarekonzern, spürt nach eigenen Angaben die Absatzkrise, steht aber gar nicht so schlecht da, wie behauptet wird, prophylaktisch mal eben -3.300 Mitarbeiter.

Die Daten habe ich einer Aufstellung von telebörse.de entnommen und das Ganze firmiert dort unter dem Titel „Adagio für Streicher – Rezession kostet weltweit Jobs“.

Diese Liste wird sich in den nächsten Tagen und Wochen sicher noch ein ganzes Stück nach unten fortsetzen.

Wo, so frage ich mich, soll das enden? Wer fühlt sich  in den Vorstandsetagen überhaupt noch für die Mitarbeiter oder gar für die Gesellschaft verantwortlich? Hier kann man echt den Eindruck gewinnen, dass erst die Banken das Geld verzockt haben, dann den Staat (also den Steuerzahler) um Hilfe angehen, aber selbst keine Veranlassung sehen, für sich Konsequenzen zu ziehen. Danach gerät die gesamte Wirtschaft ins Wanken, weil die eben mit Milliarden gestützten Banken keine Kredite mehr vergeben, die Automobilindustrie gerettet werden muss, weil sie sehenden Auges in den Untergang steuerte (Autos völlig am Markt, den Bedürfnissen der Verbraucher und der Umwelt vorbei entwickelt und produziert und was weiss ich noch alles falsch gemacht hat) und nun am Tropf des Steuerzahlers hängt (sog. „Umweltprämie“ für Altautos hin oder her). Und weil das alles noch nicht genügt, drückt man dem Steuerzahler auch noch die Verantwortung für die hunderttausenden entlassenen Mitarbeiter auf´s Auge!

Es ist übrigens äußerst bemerkenswert, dass die Kinder in Deutschland dem Staat eine „Sonderzahlung“ von einmalig 100,- € wert sind, ein altes Auto aber 2.500,- € – was für eine Schande für eines der reichsten Länder der Erde! Aber Politik wird hier konsequent gegen das Volk genacht, sonst wäre es nicht zu erklären, dass man Kindern von Hartz IV-Empfängern (jaja, ich weiss, die sind alle arbeitsscheu!)  in unserem Lande nur 60% des Regelsatzes eines Erwachsenen zugesteht. Obwohl Kinder einen hohen Verschleiß an Kleidung haben, obwohl sie ausgewogen und vernünftig ernährt werden müssten – mit 210,- €/Monat? Das diese Regelung gesetzwidrig ist, war der Regierung bewußt. Denn sonst hätte sie nicht im Vorgriff auf das gestrige Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel die Regelsätze im Rahmen des Konjunkturpaketes um 10% (lächerlich! Meine persönliche Meinung!) erhöht!

Bleibt abzuwarten, welche Lügen uns nun im Superwahljahr von den Parteien aufgetischt werden, damit man ihnen die Stimme geben möge. Ich bleibe dran und werde berichten.

weiterführende Links:

  • „Weltsozialforum: Protest gegen Armut und Klimawandel“ (Artikel auf Spiegel-Online vom 27.1.2009); so schnell kann´s gehen, gestern noch einen guten Job in einem großen Unternehmen und heute schon – auf die Strasse gesetzt – kann man sich nicht mal mehr den Zweitwagen leisten? Ich will damit sagen: Der Wohlstand, auf dem unsere Gesellschaft aufbaut ist in einem mehr als fragilen Gleichgewicht – immer mehr Arbeitslose bedeuten immer weniger Steuereinnahmen und dass, derweil man den Konzernen das sauer vom Steuerzahler erpresste Geld mit vollen Händen hinterherschmeisst!
  • „Hartz IV-Urteil – Die Arbeitslosen nagen am Gordischen knoten“ (Artikel auf sueddeutsche.de am 27.1.2009). Bei den Regelsätzen von Hartz IV bleibt den Arbeitslosen auch nix anderes übrig, als am Gordischen Knoten zu nagen, zum Sattessen reicht das Geld sowieso nicht! Hartz IV ist meiner Meinung nach ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
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4 Kommentare zu “Wo wird das alles enden?

  1. Es ist übrigens äußerst bemerkenswert, dass die Kinder in Deutschland dem Staat eine “Sonderzahlung” von einmalig 100,- € wert sind, ein altes Auto aber 2.500,- € – was für eine Schande

    Nunja, dafür gibt es aber auch kein monatliches Autogeld. Aber was ist schon gerecht – das werden „Schlüsselindustrien“ massiv mit Geld versorgt, doch anstatt Besserung liegt der kleine Sparer nun bei 2% Zinsen. 2500 € für ein Auto ist ja schön, hat aber wenig mit Klimaschutz zu tun.

    Derzeit kann man eh nur mit dem Kopf schütteln wer warum Geld bekommt.

    • Da stimme ich dir zu. Der Unterschied zwischen Auto und Kind liegt aber doch wohl im Menschsein begründet. Darum braucht man für das Kind eben „Kindergeld“. Hat man kein Geld für´s Auto, stellt man´s in die Garage und gut is. Hat man kein Geld für´s Kind, wirft man es zum Fenster raus? Das kann ja wohl nich wahr sein! Aber was das Thema „Schlüsselindustrien“ betrifft, kann man doch nur sagen: Die Schlüsselindustrie von heute ist morgen die Schlüsselindustrie von gestern!
      Und den Kopf schütteln, da muss man auch vorsichtig sein. Wie schnell aht man sich ein Scheludertrauma geholt in der heutigen Zeit?
      Liebe Grüsse von andrejo

  2. Danke für die Antwort. Ohne eine Welle der Empörung lostreten zu wollen reicht mir „Kindergeld begründet sich im Menschsein“ nicht als Erklärung aus. Kindergeld ist eine Erfindung der Neuzeit und nicht wenige Eltern planen genau dieses Geld auch schon im Vorfeld ein.

    Ich denke prinzipiell sollten noch immer die Eltern dafür verantwortlich sein unter welchen Umständen ein Kind großgezogen werden kann und nicht die Allgemeinheit. Hilfe von außen ist sozial und wichtig, aber nicht pauschal und für jeden, sondern für jene die wirkliche Hilfe benötigen.

    Und genug Kinder leben ja dennoch unter bedenklichen Umständen. Daran würde weder eine Verdreifachung noch die Einstellung des Kindergeldes etwas ändern.

    • Das ist zweifellos korrekt, was Du da sagst. Es gibt genug „Eltern“, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Hab das selbst in der Nachbarschaft erlebt. Fakt ist auch, Menschen die in keinster Weise auf Kindergeld angewiesen sind, bekommen es trotzdem. Ebenso wie Menschen, die nicht genug verdienen um sich selbst zu ernähren und zu kleiden. Wie man mit seinen Kindern über die Runden kommt, bleibt eh jedem selbst überlassen. Und obwohl es sicher einige Menschen gibt, die das Kindergeld als eine Art staatlichen Zuschuß zur Befriedigung des Bedarfs an alkoholischen Getränken oder auch Nutzen, um damit die Tabakindustrie zu sponsorn. Eine Gesellschaft, die so reich ist wie die unsere, jedenfalls nominal, kann es sich durchaus leisten, ein wenig von dem vielen Geld an die Eltern von Kindern weiter zu geben. Die Höhe des Kindergeldes ist dabei sicher zweitrangig, weil es allein nicht ausreichend ist, um Kinder damit groß zu ziehen. Auch dürften nur die wenigsten Eltern Kinder zeugen, um sich des Kindergeldes zum eigenen Lebensunterhalt zu bedienen.
      Ich würde aber doch eine prinzipiellen Unterschied zwischen einem Kind und einem Auto sehen wollen – und der liegt für mich nun mal darin, dass ein Kind ein Mensch ist und ein Auto eben nicht!
      Wenn Hilfe von außen deiner Meinung nach sozial und wichtig ist, wer entscheidet darüber, wer Hilfe benötigt? Sind es nicht gerade diejenigen, die sich nicht selber helfen können, die unsere Hilfe benötigen und auch bekommen sollten? Also nicht nur Kinder, sondern auch Alte, Gebrechliche und Behinderte?
      Das Kinder unter bedenklichen Umständen leben müssen ist immer eine Sache des Umgangs der Gesellschaft mit denen die Hilfe brauchen. Wer als oberste Maxime des miteinander Umgehens nur seine Ellenbogen hat, der findet es vermutlich auch gut, wenn Autos staatlich gefördert werden. Ich jedenfalls finde das nicht korrekt, sorry dafür,

      Gruß von andrejo

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