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Was für einen Mist wir fressen (müssen)!


Heute ist irgendwie ein fast bedeutendes Jubiläum zu feiern. Mein 300. Post auf diesem Blog. Nicht bedeutend für die Welt, aber doch für mich. In knapp einem Jahr, solange poste ich schon, 300 Artikel zu schreiben, zeigt doch, was für ein fleissiges Kerlchen ich doch sein kann – wenn ich will!

Und um diesen Post gebührend zu feiern, gibt´s heute was besonderes. Nicht zum, sondern mal wieder über das Fressen Essen. Vielmehr das, was uns die Industrie als sogenannte Lebensmittel auf die Teller wirft, wie der Sau im Stall das Fressen in den Trog. Denn eine wesentlich bessere Qualität als der Schweinefrass hat die für Menschen gedachte Nahrung nicht! Das konnten die Besucher der Berlinale aus berufenem munde erfahren, als sie sich entschlossen, zur Eröffnung des „Kulinarischen Kinos“ den Film Food Inc.  von US-Regisseur Robert Kenner anzusehen. Nur wenigen dürfte im Anschluß noch danach gewesen sein, sich am Buffet gütlich zu tun. Einige mussten, noch während der Vorführung, eiligen Schrittes den Saal verlassen, um sich an stillem Örtchen zu erleichtern. Wohl wurden vor allem die Verhältnisse in den USA beleuchtet und kritisiert, aber es gibt nicht den geringsten Anlass, daran zu zweifeln, dass in Europa andere Zustände herrschen. Hier, genauso wie in Amerika haben die Lobbyisten der Chemie-, Pharma- ud Lebensmittelindustrie, die oftmals ein und die selben sind, längst ihre vollen Geldtaschen über den armen und unterbezahlten Parlamentariern ausgeleert und sich so deren Ver- und Zutrauen und damit den entscheidenden Einfluss erkauft!

Am Beispiel der Gentechnik sieht man genau, wie hierzulande politische Entscheidungen getroffen werden: Einflussnahme durch Lobbyisten auf nahezu allen Ebenen der Politik durch gezielte, verdeckte und oft auch ganz offen ausgeübten Druck auf die Entscheidungsträger! Kaum einer besitzt den Schneid, den hauptberuflichen Arschkriechern den Stuhl vor die Tür zu setzen und wenn doch, so ist in der regel seine politische Tätigkeit rascher beendet, als ihm lieb sein kann!

Mit Händen und Füssen wehrt sich die Lebensmittelindustrie gegen die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln und zwar mit der Begründung, dies sei eine nicht akzeptable Vereinfachung! Was für ein Schwachsinn. Wer in Zukunft einen roten Punkt auf der Verpackung eines sogenannten „Kinderproduktes“ (die in der Regel viel zuviel Fett und Zucker enthalten!) findet, der weiss: “ Da ist zuviel Zucker drin!“ Wer erst ausrechnen muss (vorausgesetzt, er hat nicht vergessen zum Einkaufen seine Lesebrille oder Lupe mit zu nehmen, damit er die extrem klein gedruckte Zutatenliste überhaupt lesen kann!) wie viel Zucker und Fett in einem Becherchen „Fruchtzwerg“ enthalten ist, wenn nur der Wert für das gesamte Gebinde mit 6 Stück angegeben ist (bitte dran denken, die brille muss dabei sein!) der macht sich im Supermarkt genauso lächerlich wie der oberste Lebensmittellobbyist Matthias Horst (BLL Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. – der Lobbyverband der Lebensmittelindustrie!)…

…beim Versuch, den Zuckergehalt eben dieses „Fruchtzwerges“ auszurechnen. Getrieben wird diese „Lebensmittelindustrie“ von der schieren Angst, die Verbraucher könnten die von ihnen produzierte Scheiße (entschuldigung bitte, aber etwas anderes fällt mir in diesem Zusammenhang in diesem Zustand der Extase, in dem ich mich auf grund meines Zorns über solch Verhalten gerade befinde, nicht ein!) nicht mehr kaufen wollen!

Wen wundert´s? Welche Eltern wollen ihren lieben Kleinen schon, in vollem Wissen um die Gefährlichkeit solcher Produkte, diese Mastmittel bewusst zur Aufzucht ihrer Kinder einsetzen? Wer fügt seinen Kindern schon bewusst  und wissentlich Schaden zu, indem er „Nahrungsmittel“ (was für eine euphemistische Umschreibung für diesen Dreck!) diesen Kalibers verfüttert?

An die Politik muss ich in diesem Zusammenhang die Frage richten: „Was ist eigentlich mehr Wert? Die Gesundheit unserer Kinder (denkt doch wenigstens mal an die armen, unterfinanzierten Krankenkassen, wenn euch schon die Kinder scheißegal sind!) oder die Profite der Großkonzerne? Ich weiss schon, ihr würdet das sowieso nie zugeben und euch irgendwelche gewundenen unverständlichen Phrasen dreschen, dass einem hören ud Sehen vergeht. Eine klare Stellung beziehen und dann zu gunsten der Gesundheit abzustimmen, dazu seid ihr nicht in der Lage. Schließlich wollt ihr euch ja nicht den Zugang zu den Chefetagen der Konzerne verbauen, wenn´s mit der Politikerkarriere mal nicht mehr so gut läuft, nicht wahr?

Und eins ist auf jeden Fall klar. Egal, was die Konzerne in ihrer Werbung den verbrauchern an wunderbaren Effekten versprechen, die angeblich durch ihre Produkte zu erwarten sind. Sie denken nur und in erster Linie an ihren Profit und nicht – ich wiederhole: nicht! – an unsere oder die Gesundheit unserer Kinder!

weiterführende Links:

  • foodwatch.de (Organisation, die gegen verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie eintritt. Ihr könnt euch hier an Aktionen beteiligen indem Ihr vorbereitete Emails versendet!).
  • Super_Size_Me (Dokumentation von Morgan Spurlock. Genauso interessant wie Food Inc., zeigt dieser Film die Problematik der Fastfood-Ernährung auf – war beim Kinostart ein echter Aufreger. Schaut´s Euch an, dann wisst Ihr auch warum!).
  • abgeordnetenwatch.de (Organisation, die den abgeordneten der Landes- und des Bundesparlament auf die Finger schaut).
  • LobbyControl (Initiative für Tranzparenz und Demokratie, LobbyControl klärt auf über Lobbying, PR-Kampagnen und Denkfabriken – Eigendefinition).
  • Lecker, reichlich und schön fett – die Industrie mästet unsere Kinder (entlarvendes Interview u. a. mit Prof. Matthias Horst, dem Chef vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, am 15.1.2004 in der Sendung Kontrast – und so einer ist im Auftrag der Lebensmittelindustrie, mit Erfolg wie er sagt, bei den Politikern unterwegs und „hilft“ diesen bei ihren Entscheidungen in Bezug auf Gesetze, die den Verbaucher schützen könnten, wenn man dies nur wollte!).
  • Pressemitteilung des BLL (vom 4.2.2009 zum Thema Ampelkennzeichnung – macht nochmal sehr deutlich, dass und warum der BLL von der Ampelkennzeichnung nix hält. „Der Verbraucher werde irregeführt und bevormundet“ – in meinen Augen ist das eine bodenlose Frechheit. Aber die Jungs vom BLL, allen voran besagter Prof. Horst, sind dran an dem Problem, hautnah und vermutlich kneten sie gerade mal wieder die liebe Frau Aigner, sowie inder Pressemitteilung!).
  • Nestlé – Die Krake von Vevey (Artikel auf dem Konsumpf-Blog – Forum für kreative Konsumkritik).
  • Werbung gegen Realität, Teil 10: Zucker (vs. Stevia) (Artikel ebenfalls auf dem Konsumpf-Blog vom 29.1.2009).
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