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Gequälte Kreaturen!


Noah vom Blog Mentio hat in einem kurzen Post auf die Problematik von Kaninchen in Massentierhaltung aufmerksam gemacht. Die possierlichen Tierchen werden, ebenso wie beispielsweise Hühner,  in Drahtkäfigen unter massivem Einsatz von Medikamenten, unnatürlichem Futter und in drangvoller Enge aufgezogen. Die Nachfrage nach Kaninchenfleisch wird immer größer, weil es cholesterin- und fettarm ist. Unter welchen Bedingungen die Kaninchen ihr kurzes, mit Folter zu vergleichendes Leben fristen müssen, ist geradezu unsäglich. Den Verbraucher aber interessiert´s meist nicht oder nur am Rande, denn er will billiges Fleisch! Und der Mäster? Der will den höchstmöglichen Gewinn, bei niedrigstem „Materialeinsatz“. Das dabei die Todesrate der Tiere, die unter diesen abartigen Bedingungen verrecken im Bereich zweistelliger Prozentzahlen liegen, ist nur eine unbedeutende Randnotiz!

Wer sich die Bilder der neu ins Netz gestellten Seite Kaninchenmast Nein Danke! antun will sei mit einem starken Magen ausgestattet. Die Bilder sind z. T. recht unappetitlich, genau richtig aber, um den Menchen zu zeigen, was sie mit ihrer Scheissegal-Einstellung und der Gier nach billigem Fleisch bewirken. Leidtragende sind – wie überall – die Tiere! Der Regierung ist das Los der Tiere weitgehend egal, denn die gesetzlichen Vorschriften besagen, dass für die Haltung von Kaninchen eine Fläche von der Größe eines DIN A4-Blattes ausreichend ist. Das es im Ausland um das Los der Tiere noch weit schlimmer steht, ist nicht wirklich ein Trost, denn das Fleisch der Opfer dieser Art von Massentierhaltung wird auch in unseren Supermärkten verkauft!

Wer sich nicht damit abfinden will, dass Tiere so elend vegetieren müssen, damit hinterher „gesundheitsbewusste“ Menschen zartes Kaninchen oder Geflügelfleisch zu „Geiz-ist-geil-Preisen“ essen können, der sollte sich mal nach brauchbaren Alternativen umschauen.

Ich hätte da was anzubieten – Seitan! Dabei handelt es sich um eine Art pflanzliches Fleisch, das man aus einfachem Mehl sehr leicht selbst herstellen kann. Hab´s selbst ausprobiert und muss sagen, es geht wirklich ganz einfach. Man sagt, Seitan sei von japanischen Mönchen erfunden worden und von daher eine schon jahrhundertealte traditionelle Art des Fleischersatzes. Im Internet findet ihr nahezu unzählige Rezepte, wie ihr Seiten herstellen könnt. Und damit Ihr seht, wie einfach das funktioniert (sogar solche Küchendeppen wie ich kriegen das hin!), will ich Euch das kurz erklären:

1 kg Weizenmehl, könnt Ihr vorher durchsieben (das kann ein fein ausgemahlenes Weizenmehl sein. Vollkorn ist nicht notwendig, weil die Ballaststoffe und die Stärke sowieso ausgewaschen wird) und 600 ml Wasser.

Das Ganze verknetet Ihr zu einem Teig, am besten in einer Teigschüssel, was etwa 10-15 Minuten dauern dürfte. Denn Teig bedeckt Ihr mit lauwarmem Wasser und lasst das dann 30 Minuten ruhen. Dann könnt Ihr in der Zwischenzeit einen Sud ansetzen, in dem Ihr später die Seitanstücke einlegen und kochen könnt. Ich habe ein halbes Fläschchen Sojasoße („bio“ versteht sich), eine kleine gehackte Zwiebel und 2 zerdrückte Knoblauchzehen, sowie noch einiges an Gewürzen genommen (etwas Rosmarin, Pfeffer, Salz, ein wenig Curry, Chilipulver, Paprika). Orientiert Euch dabei an Eurem eigenen Geschmack. Wer´s nicht so schaaaaf mag, der sollte etwas zurückhaltender sein. Denkt aber daran, dass die Würze im Seitan nicht so scharf oder salzig ankommt, wie man denkt. Lasst das 20 Minuten köcheln und würzt eventuell nach!

Nun, nachdem der Teig ein schönes Bad genommen hat, kann man ihm die Flausen (bzw. die Stärke und die Ballaststoffe) austreiben. Dazu knetet Ihr den Teig im Wasser gut durch. Wenn das Wasser weiss geworden ist (und das geht recht schnell), schüttet es weg und füllt frisches Wasser nach (bewährt hat sich der Wechsel zwischen kaltem und lauwarmem Wasser. Das schont eure Hände!). Knetet so lange weiter, bis das Wasser wieder weiss ist und wiederholt das, bis sich das letzte Wasser kaum  noch trübt. Beim Auswaschen solltet Ihr daruaf achten, dass der teig seienn Zusammenhang verliert und wenn Ihr das Wasser wechselt, gießt die Stärkebrühe durch ein Sieb, sonst habt Ihr am Ende nicht mehr genug Seitan übrig, um was Brauchbares damit anzufangen. Nach 7-8 Waschungen, vielleicht auch 9, ist der Seitan dann soweit fertig, dass man ihn weiter verarbeiten kann. Er sieht nun etwa aus wie ein gräulicher Schwamm und fühlt sich auch so an. Allerdings ist er schwerer.

Wenn sich der Teig nicht mehr rauh anfühlt (das sind noch verbliebene Stärketeilchen) ist er fertig. Das ist das pflanzliche Fleisch, dass Ihr nun entsprechend Euren Bedürfnissen und Eurem Appetit portioniert. Ihr könnt Schnitzel schneiden, Ragout (kleinere Teile halt) oder auch das komplette Stück als Braten verwenden. Wenn Ihr den Seitan schneidet, benutzt kein Holzbrett, da Ihr Euer Fleisch kaum noch von der Unterlage bekommt. Verwendet eine Unterlage aus Kunststoff oder Keamik, die Ihr nass haltet, damit nichts anklebt.

Gebt nun nacheinander alle geschnittenen Stücke in den kochenden Sud und drückt ordentlich auf die Tube (richtig einheizen). Die Seitanstücke sollten nun 5-10 Minuten kräftig kochen. Achtet darauf, dass Ihr einen Topf wählt, der genug Fassungsvermögen hat, denn die Stücke quellen ordentlich auf und sie sollen ja nicht miteinander verkleben! In dieser Phase nimmt der Seitan die Geschmacksstoffe des Sud auf. Anschließend kann ca. 30 Minuten mit geringer Hitze weiter geköchelt werden. Stellt dann den Topf zum Abkühlen vom Herd und füllt später den Seitan in ein größeres Gefäß um, dass Ihr 2 Tage lang in den Kühlschrank stellt. So erhält der Seitan die abschließende Würze. Im Anschluß brauch Ihr den Seitan (mit oder ohne den Sud) nur noch portionieren und einfrieren.

Wenn Euch dann der Kohldampf überkommt, holt Euren selbst gemachte Seitan aus der Kühltruhe, paniert ihn als schnitzel oder macht Gulasch aus den kleineren Stücken und wenn Euch der Sinn nach einem Brate steht, ist auch das kein Problem. Bei mir hat das gleich beim ersten Mal geklappt. Ich hab ein schnitzel paniert und gebraten und hab´s meinem Sohn gegeben. Der hat das Teil verschlungen, ohne dass er einen Unterschied zu echtem Fleisch gemarkt hat. Konsistenz und Kaugefühl, alles hat gestimmt, sogar die Würzung hat ihm zugesagt. Allerdings ha ich es wohl etwas zu lange im Sud liegen lassen, so dass es ein klein wenig weicher war als Fleisch, etwa so wie Fleischkäs.

Auf jeden Fall ist das nicht nur eine sinnvolle Alternative zum Fleisch, sondern auch eine sehr kostengüsntige. 1 kl Mehl bekommt Ihr beim Discounter schon für 0,50 oder 0,60  Euronen. probiert es mal aus. Das lohnt sich wirklich!

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