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Wie jetzt? Doch weniger Kinder statt mehr in 2008?


Am 9.3.2009 meldet der Spiegel Online unter „Bevölkerung: Für 2008 deutet sich ein Geburtenrückgang an“ und steht damit im krassen Widerspruch zu den vollmundigen Jubelgesängen der Familienministerin Ursula von der Leyen, die lauthals verkündet hatte, die Zahl der Geburten in 2008 sei signifikant gestiegen und – logischerweise – nur ihrer hervorragenden Familienpolitik zu verdanken! Dann scheint es also doch nix geworden zu sein mit der Aktion „Ficken für´s Vaterland“, welche die Familienministerin aus der Taufe (huch, ein Wortspiel der besonders perfiden Art!) gehoben hat. Nähere Informationen kann man dem „Familien Report 2009“ aus von der Leyens Familienministerium entnehmen.

Aber man muss sich fragen, ob das wirklich schlimm ist? Deutschland hat sich noch nie, seit ich denken und mich mit diesem Thema beschäftigen kann, als besonders kinderfreundlich erwiesen. Von den derzeit ca. 15 Millionen Kindern, die in unserem (reichen) Land wohnen, wachsen 5 Millionen, also jedes 3. Kind, in armen Familien auf! Mit Hinblick auf die noch jahrelang andauernden Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, wird es in einigen Jahren sogar jedes 2. Kind betreffen. Was gedenkt man denn dagegen zu tun? Milliarden werden für die Rettung „systemrelevanter und notleidender“ Banken verpulvert. Die einzigen aber die für das gesamte Land systemrelevant sind, unsere Kinder, sind dem Staat keinen Pfifferling wert („Kinderschutzbund: Die Kleinsten zahlen die Zeche“, Artikel auf Focus Online am 9.3.2009).

Ganze 10,- Euronen Kindergeld mehr, pro Kind und Monat, da werden sicher einige potenzielle Eltern überlegen, ob sie nicht mit der massenhaften Zeugung von Kindern für die Schutzpatronin der Kinder und werdenden Mütter, die heilige Ursula (von der Leyen) beginnen. Und dann noch eine Einmalzahlung von 100,- für jedes Kind (wann gibt´s die eigentlich? Oder kann es sein, dass ich die schon ausgegeben habe, ohne es zu merkeln?), quasi als Verschrottungsprämie für…äh…ja wofür eigentlich? Was kann man dafür einem Kind kaufen? Zwei Jeans? oder 4 T-Shirts? Um ein noch brauchbares Auto zum Schrotthändler zu fahren und eines zu kaufen, dass nicht den geringsten Bedingungen zum Schutz der Umwelt genügen muss, werden 2.500,- Euronen gelöhnt – is das nicht paradox? Aber das steht auf einem anderen Blatt und als Eltern sollte man über jeden Cent froh und dankbar sein, denn dies wird für lange Zeit bestimmt das letzte sein, was man an „finanziellen Hilfe“ vom Staat zu erwarten hat!

Eigentlich bin ich schon aus dem Alter raus, wo man wegen des Geldes Kinder zu zeugen pflegt. Da überlässt man die Arbeit lieber den Jüngeren. Wenn immer mehr Menschen ins „Prekariat“ abrutschen, dürfte dies in der näheren Zukunft die einzige Möglichkeit sein, zu etwas Geld zu kommen. Vor allem, wenn man seinen Bedarf an Alkohol und Tabakwaren decken muss. Aber jetzt bin ich wirklich fast so weit, mir ein Bildnis der Frau von der Leyen übers eheliche Bett zu hängen, auf das mich ihr streng-mütterlicher Blick jeden Abend daran erinnere, meiner Pflicht dem Vater- oder doch lieber Mutterland gegenüber nachzukommen, ob ich will, oder kann, oder nicht. Mal sehen, was meine Frau dazu sagt! (Vorsicht bitte, bei diesem letzten Absatz handelt es sich um bittere Ironie! Für die Folgen, die das Lesen bei Euch hervorruft, seid Ihr selbst verantwortlich und für die daraus entstehenden Kinder ebenfalls!).

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