Wu Wei, das Prinzip des absichtslosen Handelns!

Will einer die Welt an sich nehmen
und an ihr handeln –
Ich sehe, dass es ihm nicht gelingt.
Nun,
die Welt ist ein heiliges Gefäß
und nicht etwas, woran man handelt.
Wer handelt, scheitert dabei.
Wer festhält, verliert´s.

(Daodejing 45/1)

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23 Jahre nach Tschernobyl!

Fast ein halbes Jahrhundert ist die Katastrophe von Tschernobyl jetzt her. Damals führte eine Verkettung von technischem Versagen und menschlicher Verantwortungslosigkeit zu einer Reaktorschmelze mit katastrophalen Folgen für Menschen und Umwelt in weiten Teilen der Ukraine, Weißrußlands und Rußlands. Zeit zum Gedenken an den atomaren Super-GAU vom 26. April 1986, bei dem 500 mal mehr Radioaktivität freigesetzt wurde, als beim Abwurf der Atombombe über Hiroshima. Tausende und abertausende Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen von Verstrahlung, die sie durch den radioaktiven Fallout erlitten haben, oder durch die Arbeiten zum Einschluß des havarierten Reaktors in einem „Sarkophag“ aus Beton und Blei.

Der ukrainische Staatschef Juschtschenko spricht auf einer Gedenkveranstaltung von 25.000 Opfern der Reaktorexplosion („23 Jahre Super-Gau – Tränen in Tschernobyl“, Artikel auf n-tv.de vom  26.4.2009) und straft damit die Lobbyisten der Atomindustrie in Deutschland und Europa Lügen die behaupten, an den Folgen der radioaktiven Verseuchung sei nicht ein einziger Mensch gestorben! 2,3 Millionen Ukrainer leiden bis heute an den Folgen der Reaktorkatastrophe. Fehl und Mißbgeburten mit schwersten Behinderungen sind in der Ukraine und Weißrußland bis heute an der Tagesordnung und der radioaktiven Verseuchung weiter Landstriche durch den atomaren Fallout zuzuschreiben.

Sasha, ein Junge aus Tschernobyl. Würde ein Atomlobbyist ins Gesicht sagen, dass Atomkraft sicher ist?

Sasha, ein Junge aus Tschernobyl. Würde ein Atomlobbyist ihm ins Gesicht sagen, dass Atomkraft sicher ist?

218.000 Quadratkilometer Landfläche wurde mit mehr als 37.000 Becquerel (37 kBq) Cs-137 pro m² radioaktiv belastet. Auch 23 Jahre nach dem Unglück ist die 30-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk noch immer nicht bewohnbar. Und das wird auch noch auf Jahrzehnte so bleiben! 70% des verseuchten Gebietes liegen in Rußland. Aber Rußland ist ja bekanntlich groß genug. Kiew,

weiterführende Links:

Landwirtschaft von morgen (Teil3)

Des weisen Masanobu Fukuokas Credo war:

Jeder kann 1.000-Quadratmeter-Bauer werden!

1.000 Quadratmeter, die auseichend sind, um eine Familie mit dem zu versorgen, was sie zum Leben braucht. Vielleicht können es an dem ein oder anderen Ort auf dieser Erde etwas mehr sein, je nachdem, wie fruchtbar oder gebirgig oder steinig der Boden ist. Aber in aller Regel sind 1.000 qm ausreichend.

Betrachten wir einmal, wie Fukuoka sich das Leben als 1.000-Quadratmeter-Bauer vorstellte und wie er selbst es lebte, als Beispiel für andere Menschen, die ihn in seinem fruchtbaren Obstagrten besuchten und einige Zeit bei ihm lebten und arbeiteten, um von ihm zu lernen. Masanobu Fukuoka sagte von sich selbst immer, er sei kein Lehrer. Aber vermutlich war er viel zu bescheiden um einzugestehen, dass die Menschen, die seine Bücher lasen und auch heute noch lesen oder die, welche zu ihm nach Japan reisten, um eine zeitlang in seinem Garten zu leben, ihn als einen solchen betrachten. Er versuchte die Menschen Bescheidenheit zu lehren und Selbstbeschränkung, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Seine Bücher sind eine Schatzkiste des Wissens und der Weisheit vieler Jahrzehnte eines erfüllten Lebens.

Ihr seht, ich bewundere diesen kleinen und unscheinbaren Mann, der seinen Beruf als Pflanzenpathologe aufgab, um Bauer zu werden. Diesen Schritt zu wagen, dazu gehört nicht nur Mut, sondern auch viel Vertrauen in die Natur und das göttliche Wesen der Mutter Erde. Er hatte dieses Vertrauen und er hat immer versucht sein Wissen weiter zu geben, damit die Menschen aus seinen Erfahrungen lernen können und die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung auch in der Zukunft sicher zu stellen, trotz einer weiter wachsenden Zahl von Menschen! Aber er wies auch immer darauf hin, dass es falsch sei, sich von ihm Patentrezepte zu erwarten, die universelle Gültigkeit hatten. Fukuoka erklärte den Menschen immer, sie müssten die Natur beobachten und dann die notwendigen Schlüsse daraus ziehen, welche Pflanzen gut zusammen gedeihen, wann der richtige Zeitpunkt der Aussaat ist und wie man dafür sorgt, dass der Boden nicht auslaugt.

Fukuoka lebte in einem großen Obstgarten, den er später mit seinem Sohn teilte, weil er die Bewirtschaftung im Alter nicht mehr allein schaffte. Unter den Bäumen laufen Hühner frei herum. Überall wächst halbwildes Gemüse (mehrjähriges, das sich selber aussät, wenn man nicht alles aberntet), z. B. der Daikon-Rettich. Der Boden ist mit Klee bedeckt, der die Erde schützt und alte Reissorten werden angepflanzt. Hier wird nicht gepflügt, oder die Erde gewendet. Es wird auch kein Kunstdünger oder zubereiteter Kompost ausgebracht, noch Schädlingsbekämpfungsmittel oder andere Gifte und Chemikalien versprüht. Dies ist das, was Masanobu Fukuoka als die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ bezeichnete. Es wäre fatal, dieses „Nichts-Tun“ mit Faulenzen gleich zu setzen. Die wahre Bedeutung des Begriffes liegt darin, dass man nicht viel mehr tun muss, als zu säen und zu ernten. Alles andere macht die Natur für den Bauern. Mehr ist auch garnicht nötig. Unkraut jäten ist überflüssig. Man bedeckt den Boden mit Klee der, zusammen mit Wintergetreide, in die reifende Reissaat gestreut wird. Nach der Ernte des Reises, liess ihn Masanobu Fukuoka drei Tage trocknen, bevor er ihn drosch und das Stroh dann anschließend ungeschnitten über den Feldern verteilte. Auch Hühnermist, so er welchen zur Hand hatte, verteilte er dann über dem Stroh. Anschließend formte er Tonkügelchen mit Reissamen, verteilte diese vor Neujahr auf dem Stroh und die Arbeit (dies ist seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ für seinen Garten in Japan gewesen) bis zur nächsten Ernte war erledigt. Mit dieser Methode erntete er jedes Jahr nahezu 22 Büschel (entspricht etwa 1.170 Pfund Wintergetreide) und etwa 22 Büschel Reis auf 1.000 qm. Fukuoka war sicher, die Erträge auf bis zu 33 Büschel je 1.000 qm steigern zu können. Diese Menge liegt im Bereich der Erträge, die mit teuren Hybridsaaten unter Einsatz großer Mengen Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Energie (für die Maschinen) zu erzielen sind. Aber um welchen Preis? Masanobu Fukuoka erklärte, die Arbeit von ein oder zwei Leuten reiche aus, um auf 1.000 qm Feldfrüchte anzubauen.

Sieht man sich dieses System an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich um Permakultur in ihrer reinsten Form handelt, um „permanente Agrikultur“ eben. Fukuoka ging ganz gezielt einen anderen Weg, als ihn die Verfechter der industrialisierten Landwirtschaft beschreiten. Die tun dies und tun das, spritzen hier und jäten da, düngen fleißig und pflügen was das Zeug hält! Fukuoka dachte nach, beobachtete die Natur und ihre Zusammenhänge und ließ dann weg, was er für überflüssig hielt. So reduzierte er nicht nur die Arbeit, sondern senkte auch die Ausgaben! Und im Ergebnis gaben ihm nicht nur seine Erträge recht, sondern auch die hervorragende Qualität seines Bodens, die voller nützlicher Insekten, Bakterien und anderer Lebewesen war, vom Regenwurm bis hin zum Maulwurf oder Kaninchen. Seine Grüne Philosophie zerstört nicht die Natur, den Boden und vernichtet auch nicht die Tiere, die zusammen ein stabiles System bilden, dass nicht von Krankheiten oder Schädlingsbefall vernichtet werden kann.

Schädlinge oder Krankheiten treten zwar überall auf, aber sie werden nur dort zu einer Bedrohung, wo Pflanzen in Monokultur angebaut, wo Tiere im KZ in Massentierhaltung gefoltert werden. Jeder sollte versuchen, sich ein Stück Land zu pachten/kaufen um darauf die Nahrung anzubauen, die er zur Ernährung seiner Familie benötigt. In der Stadt ist dies natürlich nicht so einfach. Auf dem platten Lande und in den Vororten ist es dagegen schon einfacher, ein Äckerle oder einen größeren Garten zu ergattern. 1.000 qm kosten zumindest in Pacht ja nun nicht gerade die Welt, wenn man sich kein Bauerwartungsland ausgesucht hat, das man nach kurzer Zeit wieder räumen muss. Ein Kleingarten in einer Anlage ist aber in aller Regel zu klein. Die Grundstücksgrößen liegen hier bei etwa 300 qm (jedenfalls hier in Baden) und die Verpflichtung, eine Hütte darauf zu stellen, schmälert den Grund noch zusätzlich. Außerdem hat der ein oder andere seine Probleme mit der unvermeidlichen „Vereinsmeierei“ in solchen Kleingartenverinen.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den bösen Nachbarn nicht gefällt!

Also, werdet 1.000-Quadratmeter-Bauern und macht Euch unabhängig von schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Baut gentechnikfreie Saaten an und erzeugt genfreie Nahrung. Dann braucht Ihr nicht auf die Ehrlichkeit der Lebensmittelkonzerne à la Néstle zu vertrauen oder darauf, dass Müller seine Kühe nicht mehr mit Tierfutter mit Genpflanzen füttert. Dann habt Ihr es selbst in der Hand und mit dem gesparten Geld könnt Ihr vernünftigeres anfangen. Vielleicht habt Ihr dann sogar den ein oder anderen Euro übrig, den Ihr für wohltätige Zwecke spenden wollt. Oder steckt ein paar Euros in Guerilla Gardening-Aktionen in Eurer Stadt und sorgt dafür, dass die Natur zurückkehrt in die Betonwüsten!

Landwirtschaft von morgen (Teil2)

Masanobu Fukuoka wurde am 2.2.1913 in Japan geboren und machte eine Ausbildung zum Mikrobiologen. Irgendwann entschied er sich, Bauer zu werden und schuf eine Synthese aus herkömmlicher Landwirtschaft und buddhistischen, sowie daoistischen Ideen, die er – in Ermangelung eines besseren Namens – Nichts-Tun-Landwirtschaft nannte. Das Grundprinzip seines Handelns lautete…

…die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten, sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Die von ihm geschriebenen Bücher gehören zu den Standardwerken der Permakultur. Besonders wichtig ist ihm der spirituelle Aspekt der Landwirtschaft, die er als eine Art Gottesdienst versteht. Er vertrat die Ansicht, gesunde Nahrung könne nur auf gesunden Böden erzeugt werden und dazu sei weder künstlicher Dünger, noch chemische Pflanzenschutzmittel notwendig. Die Natur befinde sich in einem Gleichgewicht, sagte er. Treten Schädlinge und Krankheiten oder Pilze in größeren Mengen auf, sei dieses Gleichgewicht gestört. Wenn man die Natur und die natürlichen Vorgänge beobachtet, kann man die Ursachen erkennen und behutsam gegensteuern. Dann heilt sich die Natur selbst und stellt das Gleichgewicht wieder her.

Die Arbeit in dem von ihm bewirtschafteten Garten in Japan, liess er die Natur für sich erledigen. Er beschränkte seine eigenen Arbeit nahezu zur Gänze auf das Aussäen der richtigen Samen zur richtigen Zeit und auf die Ernte der Früchte. Er verwendete keinen Pflug und auch sonst keine Maschinen zur Bodenbearbeitung, außer einer Art Sichel, mit der er die Ernte bis ins hohe Alter eigenhändig einbrachte.

1988 erhielt Masanobu Fukuoka den Ramon Magsaysay Award, einen alternativen Nobelpreis, für seine Arbeit zum Wohle der Menschheit.

Fukuoka-san erkannte auch durch Beobachtung in der Natur, dass nicht die Wüste sich ausbreitet und dadurch der Regen ausbleibt, was die Bäume zum Absterben bringt. Er erkannte, dass die Ausbreitung von Wüsten das Ergebnis des Verlustes der Wälder ist. Wenn die Wälder fallen, bleibt der Regen aus und erst dann entsteht Wüste und breitet sich aus! Dieser Vorgang lässt sich jedoch umkehren, indem man Bäume sät und so dafür sorgt, dass wieder Wälder entstehen können. Wälder sind eine Grundvoraussetzung für ein feuchtes und fruchtbares Klima. Sie halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und speichern im Wurzelwerk große Mengen Wasser, das über die Blätter in die Atmosphäre abgegeben wird, wo in Form von Wolken und Regen die kostbare Feuchtigkeit wieder an die Erde und die Pflanzen zurück gegeben wird. Der Kreislauf des Wassers entsteht wieder auf´s Neue!

Wir beobachten die Natur viel zu wenig. Das war einer der Hauptkritikpunkte, die Fukuoka den Wissenschaftlern vorhielt. Die sind nämlich der Meinung, sie bräuchten alles nur in immer kleinere Teile zerlegen, diese dann zu erforschen und „schwuppdiwupp“ würden sie alles verstehen, von der einfachen Amöbe, bis hin zur komplexen wunderschönen Blüte, die ganze fantastische Welt eben. Aber dem ist nicht so. Dem ist bei Weitem nicht so.

Trotz all der Technik, all der superschnellen Computer, der Rasterelektronenmikroskope, können die Wissenschaftler noch immer keine einfache Pflanze konstruieren. Sie müssen einen Samen aussäen, ihn keimen und wachsen lassen!

Ja, klar, solche Konsorten wie die von Monsanto können Gene in die Pflanzen einbauen und sie verändern. Sie verändern sie, damit sie ein Patent darauf anmelden können, dass sie in die Lage versetzt die Bauern, die diese Pflanze anbauen wollen zu erpressen, sie abhängig von „ihrem“ Saatgut und den „Pflanzenschutzmitteln“, sowie dem Kunstdünger machen, die sie für viel Geld gleich dazu verkaufen. Allerdings sind sie nach wie vor nicht in der Lage, Pflanzen komplett und vollständig selber zu konstruieren, zu schaffen. Sie sind nicht Gott, obwohl sie das vielleicht denken mögen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Pflanzen zu nehmen, die es bereits seit ewigen Zeiten gibt, die von Menschen über hunderte, möglicherweise tausende von Jahren aus Wildformen herausgezüchtet wurden, verändern ein paar Gene und melden ein Patent an!

Warum, so frage ich diejenigen, welche die Gentechnik befürworten, gibt es heute nur noch ein paar wenige Hybridsorten des Getreides im konventionellen Anbau? Weil die so gut sind? So perfekt an alle möglichen geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst? Nein, das sind sie nicht! Sie sind empfindlich, sie brauchen Unmengen an Wasser, sie brauchen Dünger, sie brauchen Pestizide, Herbizid, Fungizide und Insektizide. Die kosten natürlich eine Menge Geld und sorgen dafür, dass Monsanto keine Probleme mit der Weltwirtschaftskrise hat – denn die Menschen müssen immer essen. Jeden Tag müssen Menschen essen und es werden immer mehr Menschen, die essen wollen und die bescheren Monsanto und seinen Konkurrenten märchenhafte Gewinne.

Früher, es ist noch gar nicht so lange her, gab es regional angepasste Sorten, robust, widerstansfähig und unempfindlich. In trockenen Gegenden gediehen Sorten, die an diese Bedingungen angepasst waren. In feuchtem Klima gediehen Sorten, die damit gut zurecht kamen. Sie mögen eventuell nicht so hohe Hektarerträge hervorgebracht haben, aber die Ernten waren ziemlich sicher und regelmäßig. Außerdem konnte der Bauer einen Teil der Ernte einbehalten und im nächsten Jahr wieder aussäen, ohne dafür an Monsanto, Pioneer, Bayer und BASF Lizenzgebühren zahlen zu müssen!

Diese Zeiten sind fast vorbei, denn es gibt nicht mehr sehr viele dieser alten und robusten Sorten von Nutzpflanzen. Genau das aber ist das Ziel der Konzerne – die totale Kontrolle über die Nahrungserzeugung ermöglicht die totale Kontrolle über die Menschen!

Der Weg, den Mosanobu Fukuoka vorschlägt, geht in eine andere Richtung. Er führt fort von der Kommerzialisierung und Patentierung der Pflanzen. Er nutzt eine alte Reissorte in seinem Garten, den er seit Jahrzehnten bewirtschaftet, ohne auch nur einmal zu pflügen, oder gar zu düngen. Fukuoka bekämpft keine Schadinsekten, oder Krankheiten, sondern schafft Verhältnisse, die die Natur in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen. Dazu nutzt er Mischkulturen, die erwähnten alten Sorten und Bodenbedeckung durch Kleesaat.

Nach der Ernte des Reises, der in seinem Ertrag mit dem moderner Hybridsorten nahezu gleichauf liegt, aber ungleich weniger Arbeit und Aufwand erfordert (daher der Name Nichts-Tun-Landwirtschaft) bringt er das ausgedroschene Stroh wieder auf den Feldern aus.

Masanobus Fukuokas Art der Landwirtschaft beruht auf der Beobachtung der Natur, nicht auf Wissenschaft und Gentechnik. Das reicht aus, um Erträge zu erzielen, die fast genauso hoch sind wie die der unverhältnismäßig teueren modernen Hybridsorten. Seine Sorge galt sets dem Menschen und er suchte nach Möglichkeiten, seine Ernährung dauerhaft zu sichern, selbst unter schwierigen Bedingungen. Was ihn immer verwundert hat, war die Tatsache, dass seine Erfolge wohl anerkannt wurden. Aber Wissenschaftler, die sein System der Landwirtschaft erforschen wollten, sah er so gut wie keine. Kein Wunder, kann man die Bedingungen seines Gartens nicht im Labor nachstellen, sondern nur in der Natur und zu der hat die Wissenschaft schon immer ein gepaltenes Verhältnis gehabt – bis heute!

Masanobu Fukuoka

Masanobu Fukuoka

Es gilt also den Weg fort von der modernen industrialisierten Landwirtschaft zu suchen, zurück zu den Ursprüngen, aber nicht in die Vergangenheit. Beobachtung der Natur ist nicht gleichzusetzen mit Rückschritt. Lernen aus der Erfahrung unserer Ahnen ist der Weg des Wissens und der Weisheit. Machen wir uns diesen Schatz zu Nutzen und sorgen wir dafür, dass das Saatgut frei bleibt. Damit alle Menschen genug zu Essen haben, auch in Zukunft!

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weiterführende Links:

Landwirtschaft von morgen (Teil1)

Wie wir in den letzten Jahren mehr als deutlich gesehen haben, gibt es Grund zu der Annahme, dass in der Zukunft die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung nicht gesichert ist. Jedenfalls nicht mit den Methoden, wie man es bisher getan versucht hat – mit der industriellen Landwirtschaft. Zwar ist es in unseren Breiten seit einigen Jahrzehnten zu keiner größeren Versorgungskrise mit Lebensmitteln oder gar einer Hungersnot gekommen. Aber die Versorgung der Bevölkerung mit einer ausreichenden Menge an Nahrung wurde in den letzten Jahren verstärkt auf Kosten der Menschen in den Ländern der Dritten Welt sichergestellt.

Die Natur findet einen Weg

Die Natur findet einen Weg

Die vollmundigen Versprechen der Chemieindustrie und der Genkonzerne, mit Hilfe gentechnisch veränderter Nutz- und Nahrungspflanzen die Ernährungsprobleme der Menschheit lösen zu können, haben sich als völlig haltlos erwiesen. Sie dienten lediglich dem Ziel, der Agrarindustrie den Markt zu öffnen, kleine Bauern in den Ruin zu treiben und sich auf dem Wege der Patentierung von Pflanzen und Tieren, die Kontrolle über die Nahrungsressourcen der Menschheit zu sichern. Zusammen mit dem Einsatz von Monokulturen, chemischen Giften wie Pestiziden, Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden, sowie dem Einsatz ungeheurer Mengen fossiler Energie und gigantischer Maschinen, haben die Agrarkonzerne die Produktion und Verteilung von Nahrungsmitteln in ihre schmutzigen Hände bekommen. Die Folgen sehen wir täglich in den Nachrichten. Millionen Menschen in den Ländern der Dritten Welt hungern. Kinder sterben jeden Tag zu hunderten oder gar tausenden an den Folgen katastrophaler Fehl- und Mangelernährung. Die Äcker und Felder sind verseucht, weil alljährlich Unmengen von Chemikalien auf und über landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Flüsse, Seen und Brunnen trocknen aus, weil das gesamte Wasser zur Bewässerung verwendet wird. Und weil das alles noch nicht genug ist, verkaufen die Konzerne die so gewonnenen Nahrungsmittel selbstverständlich da, wo sie das meiste Geld verdienen können – in Europa, Nordamerika und Japan! Was die Menschen in den Ländern der Dritten Welt essen, interessiert die Manager der großen Konzerne nicht im geringsten. Shareholder Value ist das einzige was zählt! Menschenleben haben in dieser Art des wirtschaftens keinen Wert!

Die Politik, völlig abhängig von Wohl und Wehe der Wirtschaft, sieht diese Zusammenhänge nicht, will sie offenbar gar nicht sehen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie die Augen vor der Realität verschließt und ernsthaft glaubt, diese Art der industriellen Landwirtschaft sei die einzig richtige Art unsere Nahrungsversorgung in der Zukunft zu sichern. Alternativen werden nicht in Betracht gezogen, geschweige denn mit öffentlichen Forschungsgeldern gefördert. Dafür sorgt die allgegenwärtige Agrarlobby. Forschungsgelder fließen nahezu zur Gänze in Programme der großen Agrar-, Chemie- und Gentech-Konzerne. Druck und Geld, das in der anderen Richtung von den Agrarkonzernen in die Taschen der Politik fliesst, sorgt dafür dass in der Beziehung keine Unklarheiten aufkommen und vor allem kein Sinneswandel. Ansonsten müsste jeder halbwegs klar denkende Mensch merken, dass eine solche Landwirtschaft, die ihre eigenen Grundlagen vernichtet und zudem noch auf Kosten anderer Menschen praktiziert wird, keine Zukunft haben kann!

Eine Landwirtschaft, die das Land, die Erde, die Gaia zerstört, hat keine Zukunft!

Ist es wirklich so vermessen zu glauben, dass es eine andere Art der Landwirtschaft gibt? Ist jeder Mensch, der die Ideen eines Masanobu Fukuoka zumindest intensiver Studien und Versuche  für wert erachtet, tatsächlich ein „Esoteriker“ (ich gebrauche das Wort hier mal ganz im Sinne von Spinner, Ökodepp, wie das bei Politikern so üblich ist, wenn man jemanden diskreditieren will) und nicht mehr? Und das nur, weil er der Meinung ist, die Erde sei ein lebendiger Organismus?

Menschen die in Ländern leben, die von Natur aus als sehr fruchtbar angesehen werden können müssen Hunger leiden, weil beispielsweise der Reis, der auf ihrem Land angebaut wird, ins Ausland exportiert wird, um Gewinne zu erwirtschaften. Das gab es so lange nicht, wie der größte Teil des Landes von Kleinbauern bewirtschaftet wurde, die mit den Erzeugnissen ihres Landes die eigenen Familie ernährten und eventuelle Überschüsse auf den Markt brachten. Natürlich weiss auch ich, dass es zu allen Zeiten und in allen Teilen der Welt, besonders der Dritten Welt Großgrundbesitzer gab, die die Pächter „ihres“ Bodens bis auf´s Blut ausbeuteten. Aber die Tatsache, dass aus den Großgrundbesitzern heute Großkonzerne geworden sind, hat an der Aubeutung nichts geändert. Sie wurde allerdings professionalisiert!

Die Bauern in Europa, speziell in Deutschland werden von Großkonzernen unter Druck gesetzt, die die vorbehaltlose Unterstützung der Regierung geniessen. Man redet den kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben ein, nur schiere Größe sei die Garantie für ein rationelles und rentables Arbeiten. Maschineneinsatz und die Verwendung von Chemikalien zwingen die Bauern in eine Kostenspirale, der sie nicht mehr entkommen können, wenn sie erst einmal darin gefangen sind. Saatgut, Maschinen, Energie, Chemikalien, alles muss für teures Geld von großen Konzernen gekauft werden! Produkte aus konventioneller landwirtschaftlicher Erzeugung werden aber nur schlecht bezahlt, weil die Verbraucher wissen (oder zumindest ahnen) dass diese von der Qualität her niemals auf dem Niveau ökologisch erzeugter Produkte liegen können.

Trotzdem scheint von offizieller Seite niemand auf die Idee zu kommen, dass dieser Weg der falsche, vielleicht sogar eine Sackgasse sein könnte. Warum sonst steckt die Regierung jedes Jahr -zig Millionen Euro in die Erforschung „neuer“ industrieller Landwirtschaftstechniken und so gut wie gar nichts in alternative Anbaumethoden? Zumal die Steuergeschenke (ich nenne sie mal einfach so), die den großen Konzernen in den Arsch geschoben werden, damit sie ihre eigenen industriellen Anbaumethoden weiter entwickeln, ohne dass sichtbare Gegenleistungen erbracht werden – aber da bin ich mir nicht ganz sicher, denn ich bin ein böser Mensch, der in Politikern nur opportunistische, selbstsüchtige und egoistische Menschen sieht, die nichts ohne Gegenleistung tun. Jedenfalls nicht für die Wirtschaft. Dort sorgt ihr fürsorgliches Tun dafür, dass sie sich nach ihrer politischen Karriere bequem zur Ruhe setzen können – gegen eine angemessene Aufwandsentschädigung versteht sich. Und damit das alles auch reibungslos klappt, fängt man mit dieser Tätigkeit bereits an, wenn man noch Mandatsträger ist (nur böswillige Menschen wie ich sehen darin allerdings in jedem Fall einen heftigen Interessenkonflikt, aber Politiker selber sind nicht so zimperlich!). Ich frage mich wirklich, wie Menschen so einfältig und uneinsichtig sein können. Mir ist natürlich klar, dass es nicht ganz einfach ist, eigene Fehler einzugestehen, wenn man diese bemerkt. Vor allem wird es problematisch, wenn andere die Fehler bemerken und einen darauf hinweisen. Da schalten die meisten Menschen gern auf stur. Ich auch. Aber ich halte mich für jemanden, der sein Handeln regelmäßig überprüft, seine Entscheidungen reflektiert und dann hin und wieder bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Diese Eigenschaft hat sich im Laufe der Evolution bei Politikern wohl ausgemendelt (heisst das so?). Sie sind von Natur aus perfekt, die Entscheidungen grundsätzlich fehlerfrei und die Bürger nur zu dämlich, um die wunderbare politische Arbeit der Politiker zu würdigen oder gar zu verstehen!

Wie sieht die Landwirtschaft von morgen aus? Ist es die vollautomatisierte industrielle Landwirtschaft, oder die natürliche Landwirtschaft, die sich auf regionale Nutzpflanzenarten stützt? Die Art der Landwirtschaft,  die in Jahrhunderten der Auslese Sorten hervorgebracht hat, die an die unterschiedlichsten geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst sind? Oder liegt unsere Zukunft in riesigen Monokulturen, in denen Einheitssorten von Hybridpflanzen angebaut werden, unterstützt durch künstliche Bewässerung, unter Einsatz von Gentechnik, Kunstdünger, Chemikalien, Energie und Maschinen? Die Ernährung der Menschheit in den Händen einiger weniger gigantischer Konzerne? Die Politik ist davon überzeugt, dass es so ist, weil die Agrarindustrie dies behauptet. Aber es ist nicht richtig, einigen Konzernen die Kontrolle über die Nahrung und andere wichtige Ressourcen zu überlassen. Selbst wenn deren Manager behaupten, sie hätten das Wohl der Menschheit im Sinn, so ist doch deren vorrangigste Aufgabe die Erzielung von Gewinnen! Daran gibt es nichts zu rütteln. Es wäre vermessen zu glauben, die Konzerne hätte irgendein Interesse daran, Menschen zu helfen, die nicht für die Hilfe bezahlen können. Und 2/3 der Menschheit sind nicht in der Lage die Produkte zu bezahlen, die die Industrie auf ihre Kosten erzeugt! Einen Ausweg aus dieser Misere werden wir nur finden, wenn wir die Macht der Konzerne beschneiden und ihnen Grenzen aufzeigen, die sie nicht übertreten dürfen. Die Erzeugung von Nahrung muss in der Hand vieler kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe verbleiben, deren oberste Priorität der Erhalt der Ressourcen Erde, Wasser, Natur und vor allem des Waldes sein muss.

Meiner unmaßgeblichen persönlichen Meinung nach, sind die Ideen des Masanobu Fukuoka, den ich für einen sehr bedeutenden Lehrer der Menschen halte, eine hervorragende Basis, auf der wir eine neue Welt aufbauen können. Eine Welt, in der Menschen nicht hungern müssen, weil ihnen die Rindviecher der Reichen das Getreide, den Mais oder die Sojabohnen wegfressen. Landwirtschaft ist gemeinsam und mit der Natur möglich, ohne Chemie, ohne Maschinen und (das will schon gar keiner glauben) ohne viel Arbeit. Beobachten wir die Natur und lernen wir von ihr. Wir müssen sie uns nicht untertan machen, um unsere Nahrung zu erzeugen. Wir müssen sie verstehen und ihre Möglichkeiten nutzen! Wenn das die Politiker nicht begreifen, weil sie es nicht begreifen wollen, werden sie eines Tages vor den Scherben ihrer verfehlten politischen Entscheidungen stehen und sich dafür verantworten müssen! Aber wir können und wollen nicht so lange warten, bis es zu spät ist! Lasst uns vorher was tun und die Welt verändern. Dafür lohnt es sich zu arbeiten.

Von Nullen regiert?

Am 3.4.2009 berichtete die Netzeitung unter der Überschrift „Nullen allein machen nicht satt“ zum Ausklang des G20-Gipfels, wie man sich – wieder einmal – auf nichts konkretes einigen konnte. Außer ein wenig Larifari, damit man nicht ganz den Anschein erwecke, man habe sich nur zu freundschaftlich-belanglosem Palaver getroffen. Was war nun das Ergebnis? Hat es sich gelohnt, dass dafür ein Mensch in London sterben musste? Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, sagte resigniert…

…“Mal wieder wurden auf einem Gipfeltreffen große Summen verkündet, aber was zählt ist das ernsthafte und dauerhafte Bemühen um ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem»…

…und…

…«Nullen allein machen nicht satt!»

Nachdem ich ein wenig darüber nachgedacht habe, komme ich nun zu dem Schluss, dass dieser Mann absolut recht hat. Natürlich machen Nullen allein nicht satt. Ganz besonders dann nicht, wenn sie in der Mehrzahl in der Politik und der Wirtschaft anzutreffen sind und zwar in der Funktion des hauptberuflichen Bedenkenträgers und des Zockers!  Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus und so verstehen sich die Politiker als die Wasserträger der Wirtschaft und die Wirtschaft hat es gern, wenn man ihr den Arsch küsst und die Stiefel leckt! Das braucht natürlich kein Politiker ohne Gegenleistung zu tun. Die warmen Sessel in den Vorstandsetagen sind schon bereitet, darinnen man sich nach getaner Arbeit „zum Wohle des Volkes“ gemütlich breit machen kann.

Und so sieht Politik – nicht nur hierzulande – dann auch aus! Lange, viel zu lange, haben wir uns darauf verlassen, dass die Politiker das, was sie als Amtseid eblegen, nämlich, dass sie Schaden vom deutschen Volk abwenden und seinen Nutzen mehren wollen, auch wirklich ernst nehmen. Nun wurden wir eines besseren belehrt. Diejenigen, die das Desaster der „Finanzmärkte“ verschuldet haben, die Banker die das Geld hemmungslos verzockt haben, ohne einen Funken Unrechtsbewusstsein oder eine Spur der Reue und die Politiker, die sich der Illusion hingegaben, der Markt reguliere sich selber, verteilen großzügigst das Geld des Steuerzahlers, ohne mit der Wimper zu zucken! Und ohne wirksame Kontrollmechanismen zu installieren! Würde man tatsächlich auf die Wirksamkeit der „Selbstreinigungskräfte“ des Marktes vertrauen, hätte man die Banken, die sich selbst in den Ruin getrieben haben, Pleite gehen lassen. Stattdessen erklärte man sie zu systemrelevanten Institutionen und verpulvert für ihre Rettung das Geld der Steuerzahler!

Dem Bürger gaukelt man vor, er könne mit einer „Umweltprämie“ in Höhe von 2.500 € das Klima retten, wenn er sein „altes“ Auto verschrotte und sich ein neues Fahrzeug zulege! Natürlich ist diese Umweltprämie an keinerlei Umweltauflagen für das neue Auto gebunden, denn sonst könnten die deutschen (Premium-) Hersteller ihren Laden gleich dicht machen. Denn Autos mit geringem Spritverbrauch und niedrigem CO2-Ausstoss, sind nicht gerade die Stärke der deutschen Hersteller! Was viel wichtiger wäre als das zweifelhafte Vergnügen jede – noch so unwichtige – Besorgung mit Hilfe eines Autos erledigen zu können, nämlich die Versorgung der Weltbevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln, interessiert kein Schwein, solange die eigenen Bevölkerung genug zum beissen hat. Und noch ist das der Fall, obwohl es auch in der westlichen Hemisphäre immer mehr Menschen gibt, die sich aus eigener Kraft nicht mehr ernähren können. In den USA bespielsweise sind mehr als 32,2 Millionen Bürger auf Lebensmittelhilfe angewiesen (Artikel auf n-tv.de vom 3.4.2009 „Lebensmittelhilfe in den USA – Jeder zehnte Bürger bedürftig“). Und auch wer hier in Deutschland auf Hartz IV-Niveau angelangt ist, kann ein Lied davon singen, wie man sich mit diesen paar Kröten, die einem monatlich als Almosen auf´s Konto überwiesen werden, ausgewogen ernähren kann!

Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen zu essen und zwar in ausreichender Menge und guter Qualität. Aber das ist überall auf der Welt genauso. Und weil die großen Genkonzerne mit ihrem patentierten Saatgut das vollmundige Versprechen, den Welthunger zu besiegen, wenn man nur gentechnisch veränderte Nahrungspflanzen anbaut, nicht halten konnten und dies auch in Zukunft nicht schaffen werden, hat man nun begonnen, die besten Böden in den Ländern der Dritten Welt aufzukaufen (sueddeutsche.de in einem Artikel vom 1.4.2009 unter „Nahrungsmittelkrise – Die Erde wird knapp“), um die schwindende Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Europa und Nordamerika auszugleichen. Ist das gerecht? Ist das einfach nur Kapitalismus? Oder ist es die Kapitulation vor der Macht der Großkonzerne? Wir fressen unsere Äcker kahl und zerstören sie mit Unmengen künstlicher Düngemittel und dem massiven Einsatz von giftigen Chemikalien (und die Regierung subventioniert nach altbewährtem Muster den Raubbau an unseren Ressourcen. Das Thema ist der Politik so heikel, dass die Agrarsubventionen bis vor kurzem noch streng geheim waren – Artikel bei greenpeace vom 24.9.2008 „Agrarsubventionen: Die Transparenz kommt viel zu spät“). Wir lassen es zu, dass große Konzerne die Regenwälder abholzen um Plantagen für Biospritpflanzen anzulegen, damit wir auch morgen noch mit unseren SUV´s zum Bäcker Brötchen holen fahren können. Und weil das alles immer noch nicht genug ist, nehmen wir den Menschen in der Dritten Welt auch noch den letzten Rest fruchtbare Ackerlandes ab, um unsere eigenen Bedürfnisse – die mittlerweile weit über dem liegen, was  zu einem guten Leben notwendig wäre – zu befriedigen!

Wie egal zumindest der deutschen Regierung der Zustand der Ackerböden in unserem Lande ist, zeigt schon die Tatsache, dass mehrere Millionen Euro jedes Jahr in die Erforschung herkömmlicher industrieller Anbaumethoden gepumpt werden – natürlich zum Wohle der großen Chemiekonzerne. Die Summe (als solche eigentlich gar nicht zu bezeichnen), die für die Forschungen auf dem Gebiet alternativer Anbaumethoden oder gar der Permakultur, sind vernachlässigbar! Da hier nicht viel Geld zu holen ist, weil nur wenige kleine oder gar keine Maschinen eingesetzt werden, weil keine Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die sehr teuer sind und nicht zuletzt, weil kein teures, gentechnisch verändertes Saatgut eingekauft werden muss, an dem nur die Chemie- und Genkonzerne verdienen, ist diese Art der Landwirtschaft sowohl für die Konzerne, als auch die Politik uninteressant!

Wer jetzt immer noch behauptet, die Politik habe das Wohl der Menschen im Sinn, der ist möglicherweise unbelehrbar! Die…

…Bürger sind für die Politiker diejenigen, die sie beim Regieren stören…

…und damit sie nicht vergessen, für wen sie ihre Posten bekleiden, dürfen wir nicht aufhören, ihnen unsere Meinung zu sagen und ihnen auf die schmutzigen Finger zu klopfen! Also denkt dran: „Wer schweigt hat schon verloren!“ Um noch einmal auf die Bemerkung des Herrn Preuß zurück zu kommen. Nullen machen wirklich nicht satt, aber wir haben es auch satt, von ihnen regiert zu werden.

Ameisen, die unterschätzte Macht!

Als ich noch ein kleiner Junge war, hatte ich immer eine Menge Spass daran, mir im nahen Wald einen der riesigen Ameisenhaufen zu suchen und dann stundenlang die mehr als einen halben Zentimeter langen fleissigen Waldameisen bei ihrem Tun zu beobachten. Es war ein Gewusel, dass ich nicht durchschauen konnte, weil ich keine Ahnung von dem hatte, was die Ameisen antrieb und vor allem, wie sie es untereinander kommunizierten. Aber es war faszinierend zu sehen, wie sie im Verhältnis zu ihrer geringen Größe unglaublich große und schwere Teile aus dem Wald in ihren Bau schleppten. Blätter, kleine Äste, und geschlachtete Tiere, von der Heuschrecke bis zum kompletten Regenwurm – alles verschwand in den unergründlichen Gängen des Baus.

Heute bin ich zwar etwas älter geworden, viel älter um genau zu sein, aber von ihrer Faszination haben die Ameisen nichts verloren. Das ist auch der Grund, warum ich heute über sie schreiben möchte. Mit den warmen Temperaturen des heranrauschenden Frühlings, werden auch sie wieder aktiv und durchstreifen Feld und Flur auf der Suche nach Nahrung und Baumaterial. Überall kann man sie antreffen und wenn man sie sich genau anschaut, stellt man fest, dass es viele unterschiedliche Arten von Ameisen gibt. Rote, Gelbe, Große und Kleine und nur sehr selten treten sie allein, dafür aber viel mehr in Scharen auf. Denn eine Ameise (Formicidae) allein ist nicht mehr als ein winziges und wehrloses Insekt aus der Familie der Hautflügler (Hymenoptera) um genau zu sein.

Aber wie gesagt, meist trifft man sie nicht allein an, denn Ameisen gehören zu den staatenbildenden Insekten und es gibt sie seit 130 Millionen Jahren, wie Fossilien beweisen. Ameisen sind für ein intaktes Ökosystem unverzichtbar, denn sie sind Allesfresser und verzehren auch große Mengen an Insekten, aber auch Aas und sie bedienen sich auch einiger Lausarten, deren Ausscheidungen (Honigtau) sie verzehren, ebenso wie Pollen, Samen und Früchte. Um sich des Nachschubs an süssem Honigtau zu versichern, halten sich Ameisen pflanzensaugende Insekten wie Nutztiere und leben in einer Symbiose mit ihnen. Während die Honigtaulieferanten die Ameisen mit dem begehrten Stoff versorgen, verteidigen diese sie wiederum gegen Fressfeinde, wie z.B. Marienkäfer. Manche Ameisenarten lassen die Blattläuse und deren Nachwuchs sogar im eigenen Nest überwintern.

Unter den 12.500 bekannten Ameisenarten befinden sich auch solche, die gemeisam auf die Jagd gehen, wie beispielsweise die Treiberameise, die sich ausschießlich räuberisch ernähren. Wanderameisen dagegen sind reine Nomaden, die ebenfalls mit Hilfe der Jagd ihre Nahrungsbedürfnisse befriedigen und sogar Vögel, kleinere Säugetiere und Schlangen erbeuten. Ameisen, so klein und unscheinbar sie auch aussehen nögen, sind wahre Wunderwerke der Bilologie und verfügen über die unterschiedlichsten Systeme zr Orientierung bzw. Kommunikation. Ameisenvölker besitzen eine Art Kollektivintelligenz, die es ihnen ermöglicht, gemeinsam relativ komplexe Aufgaben zum Wohle des gesamten Staates zu erledigen. Dazu gehören die Jagd, der Transport größerer Gegenstände oder Beutetiere. Ameisen bedienen sich ebenso der Pilzzucht in ihren Bauten, um in der Nahrungsversorgung autark zu sein. In diesem Zusammenhang sind sie sogar in der Lage, ihre Baue zu klimatisieren. Ameisen können ihre Nester durchaus auch an Stellen bauen, wo sie dem Menschen im Wege sind. Dann kann es zu Schäden kommen. Sie können Wege untergraben, in Häuser eindringen, oder Holzteile fressen, so dass die Standfestigkeit von Gebäuden gefährdet ist.

Termiten

Termiten

Mit den ebenfalls staatenbildenden Termiten (Isoptera) aus der Familie der Fluginsekten (Pterygota), sind sie jedoch nicht näher verwandt. Diese ernähren sich bevorzugt von totem Holz. Nicht zu unterschätzen ist deren Ausbreitung in heute gemässigte Zonen im Zuge der Klimaerwärmung.

Rote Waldameise

Rote Waldameise

Wenn Ihr also bei Euren Spaziergängen in Feld, Wald und Wiesen ein Ameisennest endeckt, so könnt Ihr es zwar bestaunen und das scheinbar planlose und chaotische Gewimmel betrachten, aber zerstört es nicht. Haltet Euch vor Augen, dass Ameisen ein ganz besonders wichtiger Teil jedes funktionierenden Ökosystems sind und die Rote Waldameise, die auf der Roten Liste der besonders bedrohten Arten steht, ist bei uns besonders geschützt.

Jedes Lebewesen hat seinen Platz in der Natur. Wenn eine Art überhand nimmt und in unseren Lebensraum eindringt, so ist der Grund nicht darin zu suchen, dass sie uns ärgern wollen. Entwickelt sich eine Art zur Plage, so nur deshalb, weil der Mensch das ökologische Gleichgewicht gestört, oder zerstört hat. Es ist die Art Gaias, uns zu sagen, dass wir etwas falsch gemacht haben und auf diesem Wege nicht weiter gehen dürfen. Eine Art, die wir als Schädling bezeichnen, können wir nicht mit Hilfe von Insektiziden oder anderen Giften ausrotten. Hoher Verfolgungsdruck resultiert immer in einer erhöhten Reproduktionsrate. Dies ist der Grund, warum es uns nicht gelingen kann z.B. Moskitos und Stechmücken auszurotten. Geben wir der Natur aber ihr Recht zurück, so findet sie immer selbst ein Mittel gegen die massenhafte Vermehrung einiger weniger Arten. Sie stellt das Gleichgewicht wieder her und erhält es aufrecht.

Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass die Natur einen Teil der verlorenen Lebensräume zurückerobern kann, die sie benötigt. Bescheidenheit ist es, die wir lernen müssen, die Einsicht, freiwillig Verzicht zu üben, denn wir können nicht ohne die Natur existieren. Die Natur ohne den Menschen schon!

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