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Die Deppen der Nation!


Irgendwie und irgendwo verdient sich jeder seinen Lebensunterhalt. Mancher wird mit dem güldenen Löffel im jackedgecrownten Maul geboren, oder erreicht durch andere glückliche Umstände eine relativ hohe soziale Stufe. Dann gibt es die, die ohne einen Finger krumm zu machen ein riesen Vermögen erben und dann meinen, sie wären ein Käse. Dabei merken sie garnicht, dass sie eigentlich nur stinken. Ein guter Teil der Menschen aber ist gezwungen, jeden morgen den bleischweren Hintern aus dem warmen Bett zu hieven und sich nach einigen Tassen schwarzen Kaffees in ein klimagekühltes oder überheiztes Büro einzufädeln, um sich die mittäglichen Brötchen mit dem obligatorischen Pfund Fleichkäse (respektive dem Leberkas oder der Bulette) an der Snackbar zu verdienen.

Und dann gibt´s die, denen die meisten Menschen am liebsten nicht bei der Arbeit zusehen möchten, weil sie dann daran erinnert werden, dass es massenweise Menschen auch in unserem reichen Lande gibt, denen es noch wesentlich schlechter als einem selber geht. Das sind die, die man so unmenschlich als Prekariat bezeichnet, einem Ausdruck, der jedes Mass an Menschenwürde vermissen lässt und Menschen beschreibt, die in prekären wirtschaftlichen Beschäftigungsverhältnissen um ihre Existenz ringen (also der Müll oder Bodensatz des Kapitalismus).

Da wäre als ein Beispiel die Reinigungskraft zu sehen, die für einen Hungerlohn dafür sorgt, dass sich der besser dünkende Teil der kapitalistiuschen Gesellschaft morgens in ein sauberes Büro setzen und seiner viel wichtigeren Arbeit nachgehen kann ohne im Dreck zu versinken. Selbstverständlich bezahlt man nicht gern dafür, dass andere einem den Müll wegräumen und den Schmutz entfernen. Schliesslich will man sowas nciht gern selber erledigen, weil es unter eines gebildeten Menschen Würde ist und darum ist diese Arbeit, sind die Menschen die sie erledigen ebenfalls nichts wert. Was es bedeutet, für 8,15 €/Std. (brutto versteht sich) spät abends, oder gar nachts den Buckel krumm zu schaffen und dabei genauso viel soziale Anerkennung zu erfahren wie ein Strassenräuber, kann sich nur der vorstellen der – aus welchen Gründen auch immer – schon mal so einen Job gemacht hat! Wer von edlen Gutmenschen macht sich Gedanken darüber, dass bei einer in Vollzeit tätigen Reinigungskraft am Ende des Monats knapp 1.300 € (auch brutto) in der Kasse „klingeln“? Aber dann kommt Vater Staat und langt erstmal richtig hin und das was dann übrig bleibt, soll reichen für die Miete, Kleidung, ab und zu mal einen Kinobesuch, die Spielzeuge der Kinder und ständig brauchen die neue Schuhe und Klamotten, weil die einfach so schnell wachsen. Freilich bleiben da locker mal jeden Monat 50 Öcken übrig, damit man privat für´s Alter vorsorgen kann, denn der Lebensstandard im Alter lässt sich nur halten, wenn man selsbt Verantwortung übernimmt (wie es so schön heisst). Ein Auto kaufen? Kannste vergessen! Urlaub fahren? Wovon? Da muss man schon zu Fuss nach Malle, oder die „umweltfreundlichen“ Flugtickets für 5 € buchen! Und wenn dann am Ende des Winters die Heizkostenabrechnung kommt, dann stehst Du mit so einem Gehalt vor dem Ruin.

Und die Unternehmer-Lobby (allen voran die CDU/CSU und die „besserverdienenden Leistungsträger“ von der FDP) wehrt sich natürlich mit Händen und Füssen gegen Mindestlöhne. Is ja klar, denn woher nehmen, wenn nicht stehlen. Der Kunde jedenfalls will nicht mehr bezahlen, also trägt man das auf dem Rücken der Reinigungskräfte aus: höhere Leistungsvorgaben, dass einem die Augen tränen und die Gewissheit, die prekär Beschäftigten werden sich den Arsch schon aufreißen, denn sie sind auf den Arbeitsplatz und das Geld angewiesen und für die Aufmüpfigen wird laut betont, dass genug Leute auf der Strasse stehen und nur darauf warten, dass jemand den Bettel hinschmeißt!

Wer denkt nicht an den Müllmann, der mit seinem Scheiß Müllwagen absichtlich die Strasse blockiert und dann in aller Seelenruhe den Müllcontainer über die Straße zerrt, ihn betont langsam leert und dann wieder zurück schiebt. Er tut das aus reiner Boshaftigkeit, weil er dem Porsche Cayenne S- und dem Dacia-Fahrer (oder wie heissen die „Kleinwagen“ mit dem Stern aus Untertürkheim?) ihren verdienten Wohlstand neidet. Dabei veranstaltet er auch noch einen Lärm, dass der wohlsituierte Banker am wohlverdienten Wochenende unmöglich ausschlafen kann!

Die Friseurin, die einen Lohn etwa in der Höhe des Taschengeldes meines 17-jährigen Sohnes bezieht und trotzdem ihren Job macht, freut sich ebenfalls über die gierigen Pfoten des Staates, der am Monatsende in ihrer Lohntüte wühlt, dass kaum noch etwas zum Leben übrig bleibt.

Es gäbe noch viel mehr aufzuzählen, aber das würde sicherlich den Rahmen dieses bescheidenen Blog sprengen. Und eigentlich wollte ich mit meinem Geschreibsel auf die brisanz aufmerksam  machen, die in einer Meldung steckt, die ich heute erst im Radio hörte und dann in meinen News gefunden habe. Während die Politiker sich rühmen, eine gerechte Politik zu machen, die den Menschen zu Gute kommt und für soziale Sicherheit sorgt, meldet sueddeutche.de unter „Studie der OECD – Lastesel Arbeitnehmer“ am 12.5.2009, das der deutsche Staat mit ganz besonderer Vorliebe und Energie in die Taschen der Menschen greift, die mit niedrigen und mittleren Einkommen ihren Unterhalt bestreiten müssen. Übertroffen wird er da nur noch von Belgien. Aber wen interessiert das schon? Die Politiker? Höchstens vor den Wahlen, denn da muss man den Deppen der Nation ja irgendwie klar machen, warum sie ihr Kreuzchen ausgerechnet bei denen machen sollen, die sie gleich nach der Wahl wieder über den Löffel barbieren! Aber von Menschen, die ihre Bildung aus der BILD beziehen, kann man vielleicht nicht verlangen, dass sie dieses Affentheater durchschauen – schade eigentlich, ich würde gern sehen, was dann passiert!

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