Containern als Protest gegen den Kapitalismus!

Wenn das Essen aus der Abfalltonne oder dem Müll-Container kommt (daher auch die Bezeichnung Containern), dann sind meist zwei Möglichkeiten gegeben, warum dies der Fall ist. Auf diese Geschichte wurde ich durch die netzeitung (Mülltauchen gegen den Kapitalismus: Wenn das Essen aus der Tonne kommt; Artikel in der netzeitung vom 28.6.2009) aufmerksam, obwohl ich sie auch früher schon einmal in dem ein oder anderen Blog gelesen habe. Was sind das für Menschen, die sich aus Mülleimern ernähren?

1. es handelt sich um Menschen, die so arm sind, dass sie sich von den Resten aus den Abfalltonnen anderer ernähren müssen…

…oder…

2. …um Menschen, denen die Kritik am kapitalistischen System und den damit verbundenen Auswüchsen (wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln, anstatt sie kostenlos an Arme abzugeben!), bzw. die strikte Verweigerung des Konsums, das Containern als eine wichtige Möglichkeit des Widerstandes erscheint.

Meist ist die Grundhaltung dieser Verweigerer eine anarchistische. Einer der Hauptkritikpunkte der Containerer ist die Tatsache, dass das Entnehmen von Nahrungsmitteln aus dem Müll-Container rechtlich gesehen als Diebstahl gewertet werden kann. Zudem stehen die Conmtainer oft in abgezäunten Bereichen und wenn die Gelände mit einem „Betreten verboten“-Schild gekennzeichnet sind, ist man wegen Hausfriedensbruch dran!

Die Supermärkte, die eigentlich die Hauptanlaufpunkte für die Containerer sind, argumentieren zwar, sie würden noch genießbare Nahrung, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, an die „Tafeln“ weitergeben. Das tun zwar wirklich einige, aber längst nicht alle. Schließlich gibt es weit mehr arme und bedürftige Menschen, als die Tafeln Nahrungsmittel requirieren und bereitstellen können. Wie sonst würden trotz allem noch genießbare Lebensmittel weiter im Müll landen, wo sie die Containerer dann bergen?

Das schlimme an der Geschichte ist meiner Ansicht, das in unserer Gesellschaft und in diesem Wirtschaftssystem sogar Müll einen Wert hat. Und ich meine jetzt nicht Rohstoffe, die recycelt werden können, sondern Biomüll. Dadurch will man offenbar auch noch den letzten Menschen in dieses kapitalistische System hineinzwingen und vermutlich wäre es den Verantwortlichen am liebsten, wenn die die nichts bezahlen können für ihre Nahrung, eben auch kein Recht auf Nahrung haben!

Das Containern ist jedoch meist wirklich nicht aus der Not geboren, sondern als Ausdruck des Protestes gegen die Wegwerfgesellschaft zu verstehen. Die meisten Containerer haben einen festen Job und ein geregeltes Einkommen! Nun, es ist nicht gerade mein Stil, Essen aus dem Container zu fischen und damit meinen „Schwimmring“ zu füttern. Da steh ich schon mehr auf die frischen Sachen. Aber ich kann mich auch unglaublich darüber aufregen, wenn ich sehe, wie Nahrung – trotz der großen Not vieler Menschen auf dieser Welt – einfach im Müll landen. Dies ist Ausdruck einer Einstellung und eines Wirtschaftsystems, das es nicht hinnehmen will, wenn jemand ohne zu bezahlen essen und leben kann. Die Lebensmittelkonzerne produzieren Unmengen Nahrungsmitteln und werfen riesige Mengen davon einfach in den Müll! So kann man die Preise schön hoch halten, weil man das Angebot verknappt?

Wer´s nicht glaubt, der kann sich den Film „We feed the World“ hier mal anschauen. Wem es davon noch nicht übel genug wird, der kann auch zum Containern gehn, denn das geht garantiert auf den Magen (das Video meine ich). Wenn man die gesammelten Lebensmittel ordentlich schrubbt und wäscht, warum sollen sie nicht gegessen werden können? Wenn man sich mal bewußt macht, was für Zustände in manchen Betrieben herrschen, in denen unsere sogenannten Lebensmittel hergestellt werden, der wird sich noch über die hygienischen Zustände in einer Mülltonne freuen!

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Stoltenberg ist Schuld!

Na endlich! Ein Schuldiger für die Asse ist nun gefunden! Der ehemaliger Forschungsminister Gerhard Stoltenberg ist verantwortlich dafür, dass die Asse als Endlager eingerichtet wurde und damit den Stromkonzernen eine kostengünstige Möglichkeit bot, ihren radioaktiven Restmüll zu entsorgen – auf Kosten der Gesellschaft und nicht der Stromkunden. Denn wären die realen Kosten in den Preis des Atomstrom mit eingeflossen, kein Mensch hätte zugestimmt, sich mit dieser „umweltfreundlichen“ und „klimaschonenden“ Form des Stroms beliefern zu lassen. Jeder hätte auf Grund des Preises gemerkt, was er sich da antut, bzw. seinem Geldbeutel! (Artikel auf SpiegelOnline vom 27.6.2009 „Atommüll: Forscher gibt Stoltenberg Verantwortung für Asse-Skandal“).

Nun ist es also der olle Gerhard Stoltenberg gewesen? Schade nur, dass er 2001 im biblischem Alter von knapp 73 Jahren verblichen ist und darum nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. In den Jahren von 1965 – 1969 war er Bundesminister für wissenschaftliche Forschung und hatte damals bei allen Entscheidungen – vermutlich tatkräftig und moralisch, oder wie auch immer, von den Profiteuren dieser Entscheidungen unterstützt – seine Finger im Spiel!

Nun ist es ja nicht so, dass man jedem politisch tätigen Menschen von vorne herein böse Absicht oder gar Bestechlichkeit und Vorteilsannahme unterstellen will. Aber man kann auch nicht leugnen, dass der intensive Einsatz von Lobbyisten, der damals möglicherweise noch nicht ganz so intensiv war wie heute, unter Berücksichtigung der überzeugenden Wirkung von dicken Geldbeuteln und exquisiten Mitbringseln, durchaus eine sehr überzeugende Wirkung haben kann. Damals wie heute! Vermutlich ist es auch so, dass diejenigen, die von den Zuwendungen großer Konzerne profitieren, zwar nach außen hin die Meinung vertreten, sie würden all ihre Entscheidungen objektiv und ohne jeden Interessenkonflikt treffen können. In Wahrheit ist es aber so, dass die Realität ein klein wenig anders aus sieht. Man beisst – das ist das erte, was Hunde und Politiker vermutlich lernen müssen – nicht in die Hand, die einen füttert! Also kann man auch nicht Entscheidungen treffen, die zu Lasten der Konzerne und ihrer Interessen gehen. Schließlich, das habe ich schon des öfteren betont, steht das Wohlergehen der Wirtschaft über allem.

Wen interessieren dabei schon solche Lapalien wie Umweltschutz, Menschenrechte, oder gar die Würde des Menschen? Wen interessiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn dabei die Profite der Industrie auf dem Spiel stehen! Spätfolgen? Wie man sieht, hat es Stoltenberg genau richtig gemacht – nach mir die Sintflut. Zwar war damals schon bekannt, dass die Asse über kurz oder lang absäuft, aber es gelang allen folgenden Bundesregierungen und zuständigen Behörden, die Erkenntnisse zu verheimlichen und zu verschleiern – bis heute! Aber wie gesagt: jetzt, wo man weiss, wer Schuld ist, kann man nichts mehr machen, weil Stoltenberg bereits den Weg alles irdischen gegangen ist und – da er es sicher in gutem Glauben und mit reinstem Gewissen getan hat – auch garnichts gegen ihn in der Hand gehabt hätte. Oder kennt jemand ein Beispiel dafür, dass jemals ein Politiker für sein Handeln die Verantwortung hätte tragen müssen? Nein!

Aber ich kenn jemanden, der muss nicht nur die Verabtwortung für „unseren“ Atommüll tragen wird müssen – der dämliche Bürger. Denn der muss die Verantwortung ganz sicher mit seinen Steuern tragen, während die Stromkonzerne und Atomkraftwerksbetreiber weiterhin rotzfrech behaupten dürfen, die Atomenergie sei klimaschonend und umweltfreundlich, sicher und sauber und  – sowieso – billig! Die Früchte des Lobbyismus haben in der Union und in der FDP ganz besonders Früchte getragen. Darum kämpfen diese auch ganz engagiert für den intern schon beschlossenen Ausstieg aus dem „unumkehrbaren“ Ausstieg. Aber vor den Verlockungen des Kapitals sind auch die Sozialdemokraten nicht gefeit!

Darum bleibt uns nichts anderes übrig, als selber die Stimme zu erheben und mit drohend erhobenem Zeigefinger auf die Gefahren für die Umwelt, die Menschen und die gesamte Welt hinzuweisen!

Philosophische Gedanken?

Ob das jetzt Philosophie ist, oder eher nicht, interessiert mich eigentlich weniger. Aber es sind Gedanken, die mich gerade beschäftigen und darum müssen sie auch niedergeschrieben werden. Es ist ja nicht so, dass man heutzutage damit rechnen muss auf dem Scheiterhaufen der nächstgelegenen größeren Stadt zu enden, wenn man die Frage in den Raum wirft:“Sind wir allein?“ Ich meine allein in diesem Universum, das so groß und doch nicht unendlich ist. Man kann darüber geteilter Meinung sein und mit Recht einwerfen:“Was interessiert´s mich, solange ich das weder überprüfen, noch beweisen kann?“ Und da ist zweifellos was dran. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, so ist es durchaus…nun wahrscheinlich, dass wir nicht allein sind. Jedenfalls wenn man es logisch betrachtet. Dabei ziehen auch die so „logisch“ aufgebauten Gegenargumente der Wissenschaft nicht, genauso wenig wie die Behauptung religiöser Fundamentalisten, die da die Ansicht vertreten, der Mensch sei doch wirklich die Krone der Schöpfung! Jede Kritik an dieser Auffassung wird auch heute noch als Ketzerei bezeichnet und dem ein oder anderen „frommen“ Christen juckt es sicher bei solchen Diskussionen in den Fingern, wenn er ein Feuerzeug sieht!

Nun, sei´s drum. Es schert mich nicht die Bohne, was solche Leute denken. Ich gestatte es mir, eine eigenen Meinung zu haben und diese auch zu vertreten. Dieses Recht gestehe ich jedem anderen Menschen ebenfalls zu, also warum soll ich es für mich nicht auch in Anspruch nehmen dürfen?

Aber der eigentliche Grund für diesen Artikel ist nicht die Frage nach dem Alleinsein im All, oder nicht. Meine philosophischen Gedanken drehen sich in diesem Fall um die weit bescheidenere, aber nichts desto weniger existenzielle Frage nach dem Grund unserer Existenz. Mir ist freilich klar, dass auch die Beantwortung dieser Frage eine Sache ist, bei der sich sämtliche Religionen angesprochen fühlen. Angesprochen fühlen müssen, denn sonst wären sie bar jedes Existenzrechtes, oder? Das Problem ist allerdings, dass jede Religion diese Frage für sich und ihre Anhänger anders beantwortet. Und jede hat natürlich Recht, behauptet sie jedenfalls. Wer etwas anderes behauptet, ist dann eben ein Ketzer, so einfach ist das.

So stelle ich sie denn nun, diese ominöse Frage:

„Was ist der Grund für die Existenz des Menschen auf dieser Erde?“

Weiss jemand von Euch die Antwort? Was denkt Ihr darüber?

Nun, solange ich keine Begründung höre, die mich wirklich überzeugt, muss die Antwort auf diese – zugegebenermaßen von einigen als provokant empfundenen Frage – in weiteren Fragen liegen. Diese können vielleicht beim intensiven „in-sich-gehen“, das man auch als meditieren bezeichnen könnte, zu einer tieferen Einsicht führen. Bei mir wahrscheinlich eher nicht, obwohl, vielleicht ja doch.

Wenn Menschen auf der Erde existieren, muss das einen Grund haben. Oder ist es doch vielleicht nur ein Zufall? Ein Zufall, der sich über Milliarden von Jahren hinweg vom einzelligen Bakterium zum Menschen entwickelt hat? Die Religionen sehen das anders. Für sie gibt es diesen Zufall nicht. Sie behaupten, ein ewiger Schöpfer habe den ersten Menschen erschaffen (wie auch immer). Ich sehe das ein wenig anders. In meiner Gedankenwelt ist der Mensch zwar ein mit Vernunft begabtes Wesen, das sich aber meistens seiner Intelligenz nicht zu bedienen pflegt und lieber mit der Keule umeinander haut, um seine Probleme zu lösen. Dabei bedient er sich der uralten und noch heute überall geübten Praxis des…

…es gibt kein Problem, das nicht mit Gewalt gelöst werden kann…

…was im Laufe der menschlichen Geschichte zu eienr Unzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen und Abermillionen Todesopfern geführt hat. Ungeachtet der Strafen, die den Übeltätern von den Religionen angedroht werden – aber nur den Verbrechern von der gegnerischen Seite – finden sich immer genug bereitwillige Idioten, die andere Menschen auf Befehl töten, weil sie der Meinung sind, das Recht sei auf ihrer Seite! Und so schlägt man sich die Schädel gegenseitig ein und fühlt sich vom bösen Feind zu Unrecht angegriffen und verfolgt.

Ist das vielleicht der Grund, warum Menschen existieren? Damit sie sich bis in alle Ewigkeit gegenseitig schlachten und vernichten und nach dem verdienten Sieg über ihre Feinde so lange triumphieren, bis ein neuer Gegner auf der Bildfläche erscheint, dem sie nicht gewachsen sind und dann unterliegen? Wenn das der göttliche Wille ist, kann ich nur sagen:“Ist´s auch Schwachsinn, so hat es doch Methode!“

Aber mal angenommen, der Krieg, die ständige Auseinandersetzung mit anderen Menschen sei garnicht der Grund unserer Existenz, weil es einfach nur Schwachsinn ist, sich gegenseitig zu bekämpfen und zu töten, warum tut man es dann? Warum finden sich immer Menschen, die sich über andere erheben, weil sie der Meinung sind, sie seien besser als diese? Sind Menschen besser als andere, weil sie studiert haben und darum einen gut bezahlten Beruf haben, der ihnen ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht? Oder ist es vielmehr so, dass die einen sich auf Kosten der anderen bereichern und glauben, sie hätten das Recht dazu?

Was macht normale Menschen, die ihre Familien, ihre Kinder lieben, zu skrupellosen Managern und Unternehmensführern, die ohne das geringste Fünkchen Schuldbewusstsein und ohne mit der Wimper zu zucken, die Lebensgrundlagen ganzer Völker, ja sogar der gesamten Menschheit, zu opfern bereit sind, um ihrem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung und fette Gewinne zu sichern? Liegt es daran, dass normale Menschen im Gefüge eines anonymen Großkonzerns zu einem kleinen Rädchen in einem großen Uhrwerk werden und die Verantwortung bei dem Unternehmen aber nicht bei sich selbst sehen? Das erinnert mich irgendwie an die vielen „bedeutungslosen“ funktionierenden Mitläufer, an die „Ja-Sager“ und die „Zujubler“, die nie auch nur eine Sekunde lang daran gezweifet haben, das Richtige zu tun, denn von den KZ´s, von der Vernichtung der Juden, vom Vernichtungskrieg im Osten, von der Sklavenarbeit, hatte ja keiner was gewusst. Und niemand hatte das gewollt. Jeder kannte einen „guten“ Juden, der natürlich nur eine Ausnahme war und soweit ganz in Ordnung. Und doch hat sich niemand den Häschern in den Weg gestellt und die Deportationen verhindert. Alle haben weggesehen!

In meinen Gedanken vergleiche ich Konzerne mit totalitären Regimen. Sie machen es ihren Mitarbeitern leicht, sich in einer als Masse anonymen Belegschaft zu verstecken. Normalerweise kommt es nicht ans Licht, wer was, wann, wie und warum tut. Die Verantwortlichen werden hervorragend bezahlt um Entscheidungen zu treffen, die sie im privaten Leben, wenn sie für alle deutlich sichtbar die Konsequenzen tragen müssten und die Entscheidungen auch direkt vor den Betroffenen zu rechtfertigen hätten, niemals treffen würden. Denn dort sind sie Menschen. In „ihren“ Unternehmen sind sie dagegen nur Mitarbeiter, die die Verantwortung für „ihre“ Entscheidungen als sogenannte Sachzwänge verkleiden und somit aus der eigenen Verantwortung hinausdrängen können. Man schaue sich nur die Manager von Konzernen an, die händeringend um Staatsgelder flehen. Sie setzen zehntausende Mitarbeiter an die Luft und besitzen die Dreistigkeit, den Staat um Hilfe anzugehen. So wollen sie eine Krise bewältigen, die sie durch ihre Überheblichkeit, Einfältigkeit und Dummheit, gepaart mit Aroganz selbst herbeigeführt haben. Während die Mitarbeiter ihre Existenzgrundlage verlieren, wenn der Job weg ist, wartet auf die „bewährten“ Manager schon die nächste verantwortungsvolle Aufgabe. Und wenn nicht, dann dürfte der vorzeitige Ruhestand vermutlich trotz allem nicht in der Hartz-IV-Abteilung der Arbeitsagentur enden!

Ist das also die Aufgabe des Menschen? Ist das der Grund seiner Existenz? Einen möglichst großen „Fußabdruck“ in der Gesellschaft hinterlassen, selbst auf die Gefahr hin, andere dabei platt zu treten? Wenn das so ist, dann ist es traurig genug. Aber es scheint so, dass an den Universitäten eben nur Management gelehrt wird. Menschlichkeit und Verantwortungsbewußtsein, kommt als Studienfach nicht vor. Und wird von den Konzernchefs auch garnicht gewünscht. Ein Nachwuchs-Manager, der womöglich beim Cost-Cutting Gewissensbisse bekommt, das wäre ein Unding. Oder?

Naja, ich sehe schon, das führt heute zu keinem Ende! Das der Grund für die Existenz des Menschen in sich selbst begründet liegt, könnte eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben. Soll ein allmächtiger Gott verantwortlich sein? Das kann glaube wer will. Ich halte es einstweilen mit der Gewissheit, dass wir auf einem riesigen Organismus leben, einem lebendigen Planeten. wir wissen nicht, was wir ihm mit unserer Gier und Dummheit antun, weil wir es nicht wissen wollen. Wir verlassen uns darauf, dass sich schon ein Ausweg aus dem Dilemma finden wird, wenn wir nur verzweifelt weiter das tun, was wir bisher immer getan haben – die Erde zerstören, das Wasser verseuchen und die Luft verpesten. Wenn das mal nicht ein Irrtum ist! Auf jeden Fall aber könnte es uns eine Antwort auf die Frage geben, warum wir auf dieser Erde sind! Wir sind hier (noch), weil der Zufall es so wollte! Und wir werden wieder verschwinden, weil wir zu dumm zum Überleben waren?

Pelikan reagiert auf Email-Protest!

Vor einigen Tagen, genauer gesagt am 9.6.2009, wurde ich via Der Waldblog auf eine Email-Aktion aufmerksam, die sich an den Pelikan-Konzern richtete. Grund war, dass für sogenannte Künstlerpinsel, Stiele aus Ramin gefertigt wurden. Dabei handelt es sich um ein Tropenholz, das artengeschützt ist. Ich gebe hier das Antwortschreiben von Pelikan auf meine Protest-Email als Zitat wieder, denn wir wollen ja neben allem Gemecker auch eines nicht vergessen – wenn auf Proteste reagiert wird und Einsicht zu erkennen ist, soll das auch honoriert werden!

Pelikan stellt sich der Verantwortung:

Stellungnahme zu Pinseln aus Ramin Holz

Wir bedanken uns für Ihre email. In den letzten Tagen erhielten wir ausgelöst durch die Sendung Report Mainz am 08.06.2009, eine Reihe von Anfragen unserer Kunden und Partner, die wissen wollten, was es mit der  Verwendung von Tropenhölzern durch Pelikan auf sich hat. Wir möchten Sie deshalb hierzu direkt informieren

Die Marke Pelikan steht für qualitativ hochwertige und sichere Produkte. Das gilt uneingeschränkt auch für alle unsere Pinsel, die intensiven Qualitätskontrollen unterliegen.

Richtig ist, dass in der Vergangenheit für die Produktion etlicher Pelikan Pinselschäfte aus Malaysia stammendes offiziell freigegebenes Quotenholz der Sorte Ramin verwendet wurde.

Für jede Ausfuhr des zu Pinseln verarbeiteten Ramin Holzes aus Malaysia liegen Ausfuhrgenehmigungen der zuständigen Behörde nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) vor. Das Material für die Pinselschäfte wurde dabei nicht aus wertvollem Stammholz, sondern ausschließlich aus Ästen und Reststücken gewonnen, die üblicherweise verbrannt werden.

Die Pelikan Pinsel wurden zollrechtlich ordnungsgemäß deklariert. Bei der Einfuhr wurde allerdings versäumt, die formell zusätzlich erforderliche Einfuhrgenehmigung nach der EG-Artenschutzverordnung einzuholen. Wir bemühen uns derzeit bei der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), um eine nachträgliche Genehmigung.

Dennoch haben wir aus dieser Diskussion gelernt und ziehen deshalb klare Konsequenzen.

Angesichts der ökologischen Grundausrichtung wird Pelikan zukünftig weder Ramin  Holz noch  jegliche andere Art von geschützten Tropenhölzern  zu Pinseln verarbeiten,  selbst wenn diese von der Artenschutzbehörde CITES freigegeben sind. Wir werden ausschließlich auf artenschutzrechtlich unbedenkliche Holzsorten zurückgreifen.  Zudem bieten wir auch Kunststoffpinsel mit spezieller Griffzone an.

Wir bemühen uns, diese neuen Produkte so schnell wie möglich in den Handel zu bringen. Bereits gefertigte Pinsel werden nach Genehmigung durch das Bundesamt für Naturschutz abverkauft.

Darüberhinaus streben wir auch eine Nachhaltigkeit der Produktionskette an und bemühen uns um eine FSC (Forest Stewardship Council ) Zertifizierung unserer Produkte.

Wir hoffen, dass wir Ihnen auf diesem Wege die Situation aufzeigen konnten und Sie auch weiterhin der Marke Pelikan Ihr Vertrauen entgegen bringen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Simone Bahrs
European PR
fon: +49 (0) 511 6969-145
fax: +49 (0) 511 6969-266
e-mail:
simone.bahrs@pelikan.com


Pelikan Vertriebsgesellschaft mbH & Co.
KG, Germany, 30163 Hannover, Werftstraße 9
Domicile:Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRA 24756)

Personally liable shareholder:Pelikan Vertrieb Verwaltungs GmbH
Domicile: Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRB 51230)
Managing Directors:Peter Raijmann, Gunther Andrée, Arno Telkämper

Es kann vielleicht nicht schaden, wenn der ein oder andere sich noch an die Aktion mit anhängt (wurde übrigens angeleiert von Rettet den Regenwald e. V. ), um die nachhaltige Wirkung zu garantieren. Denn natürlich muss man dran bleiben und nach einer angemessenen Zeit auch überprüfen ob das, was versprochen wurde, auch eingehalten worden ist.

Einstweilen sage ich für meinen Teil erstmal Dank an die Initiatoren der Aktion, wie auch an Pelikan für die Reaktion!

Wir bleiben dran, denn die Umwelt geht uns nicht am Arsch vorbei!

weiterführende Links:

  • Rettet den Regenwald e. V. (die Seite zur Rettung der grünen Lungen unserer Gaia benötigen auch für viele andere Aktionen noch ein paar eifrige Unterstützer, die per Email ihren Unmut über die hemmungslose Ausbeutung unserer Ressourcen kundtun wollen. Es geht um unser aller Zukunft!)

Glas – alter Rohstoff mit Zukunft?

Es wird mal wieder Zeit, über die Möglichkeiten des wertvollen und zu hundert 100% recyclefähigen Rohstoffes Glas zu schreiben. In einem Artikel vom 7.5.2009 schrieb ich unter „Recycling, Rohstoffquelle der Zukunft“ über die hervorragenden Eigenschaften des Glases, das beim Recycling nicht – wie beispielsweise Kunststoff – nur zu einem kleinen Teil aus wiederverwerteten Stoffen bestehen kann, sondern zu 100%. Dabei sind die Eigenschaften genauso ausgezeichnet, als wäre das Glas frisch aus Quarzssand gewonnen worden. Eine Eigenschaft, die sonst kein anderer Stoff besitzt!

Glas ist ein sehr alter Rohstoff. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse des Glases stammen aus der Zeit von etwa 1600 v. Chr. Aber alt bedeutet – wenigstens in diesem Fall – keineswegs altmodisch. Während man Jahrunderte oder Jahrtausende Flüssigkeiten, insbesondere Wein, in Tonkrügen und Amphoren lagerte und transportierte, was sich vermutlich nicht unbedingt vorteilhaft auf den Geschmack der darin aufbewahrten Flüssigkeiten auswirkte, war Glas in den wenigen begüterten Häusern ein absoluter Luxusartikel, dessen hervorragende Eigenschaften man aber erst später zur Kenntnis nahm. Dies mag zum Teil daran gelegen haben, dass Glas so teuer war und damit nicht geeignet, um Güter des täglichen Bedarfs daraus herzustellen. Zum anderen war die Haltbarkeit, durch die noch recht primitiven Herstellungsmethoden, eher eingeschränkt. Erst später fand man Möglichkeiten, glas wirklich stabil zu machen, so dass man es auch da einsetzen konnte, wo man es vorher für unmöglich gehalten hatte.

Aber es gibt noch unzählige andere Möglichkeiten, Glas als Werkstoff einzusetzen, wobei seine spezifischen Eigenschaften ihm eine Sonderstellung einräumen. Glas lässt Licht durch, wenn dies gewünscht wird und wenn nicht, wird es eingefärbt, so dass bestimmte Bereiche des Strahlungsspektrums reflektiert oder herausgefiltert werden. Schon vor Jahrhunderten kamen schlaue Menschen auf die geniale Idee, Glas zum Bau von Gewächshäusern zu verwenden, um Pflanzen und Tiere in geographischen Regionen zu halten, in denen sie natürlicherweise garnicht vorkommen. Früher war das ein Privileg adliger Kreise, die sich den sehr teuren Werkstoff Glas leisten konnten. Mit der Zeit wurde die Herstellung von Glas immer billiger, was aber keinesfalls heißen soll, dass es sich hier um einen sprichwörtlich „billigen“ Stoff handelt.

Ein Nachteil der Glasherstellung ist der sehr hohe Energieverbrauch. Das liegt daran, dass zum Schmelzen des Quarzsandes enorm hohe Temperaturen notwendig sind, die jenseits von 1.400° C liegen. Aber einmal hergestellt, ist Glas leicht zu reinigen, weil seine Oberfläche sehr glatt ist und auch von agressiven Stoffen nur in geringem Umfang angegriffen wird. Angesichts der Tatsache, dass man Glas bei entsprechender Pflege nahezu unbegrenzt verwenden kann, ohne dass es seine guten Eigenschaften verliert, kann man den hohen Energeieinsatz bei der Herstellung leichter verschmerzen.

Nachdem ich mich mit den Eigenschaften von Glas sehr intensiv beschäftigt habe und mich diese überzeugten, habe ich meine Konsumgewohnheiten verändert. Während ich fürher – ja, ich bekenne mich schuldig – Wasser aus Plastikflaschen vom Discounter gesoffen habe, ziehe ich es heute vor, mir ein feines Mineralwasser aus der Glasflasche zu genehmigen, welches ich natürlich in einem stilvollen, dünnwandigen Glas mit Stiel (oh, da ist mir ein echter Kalauer gelungen, was?) genieße! Ja, sogar meinen Trinkwassersprudler habe ich weggeschmissen und mir einen zugelegt, zu dem es Glaskaraffen gibt. Es ist in beiden Fällen ein Unterschied wie Tag und Nacht, kann ich Euch sagen. Probiert es selbst aus und Ihr werdet mir zustimmen, wenn ich sage:“Wasser hat einen so edlen Geschmack, den kann man nur dann richtig geniessen, wenn man es aus einem Glas trinkt!“ Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Bier und Wein. Wer will sich das schon freiwillig aus einem Plastikbecher in den Hals kippen?

Wo aber liegt die Zukunft des Rohstoffs Glas? Nachdem es als Getränkebehälter fast von der billigen und auch genauso aussehenden Plastikflasche oder der Blechbüchse verdrängt worden ist, wurde die Aufmerksamkeit des Verbrauchers durch die Hormonbelastung von Mineralwasser in Plastikflaschen beim Verbraucher wieder geweckt und eine kleine persönliche Meinungsumfrage beim Getränkemarkt meines Vertrauens, brachte eine gestiegene Nachfrage nach Wasser in Glasflaschen zum Vorschein – na bitte! Und da sage nochmal einer, die Verbraucher wollten immer nur den billigsten Mist!

Ich denke, in der Welt von morgen wird Glas, neben dem unvermeidlichen Beton, einer der wichtigsten Baustoffe überhaupt sein. Große Teile von Gebäuden – und damit meine ich nicht nur die Fenster – werden künftig aus Glas gebaut. Große Teile der Gebäude werden verglast und schaffen so einen Übergang aus der Natur in den geschlossenen Wohn- und/0der Arbeitsbereich. Das kann man sich als eine Art Mischung aus Gewächshaus und Büro- oder Wohngebäude vorstellen. Die einfallende Strahlung der Sonne heizt das Gebäude mit und dient gleichzeitig dazu, eine grüne Lunge innerhalb des Gebäudes zu schaffen. Das wird auch bitter nötig sein, wenn wir weiterhin wie die Raubsäue durch die Natur rasen und mit unserer grenzenlosen Gier die Umwelt zerstören. Vertical Farming in Hochhäusern wird dafür sorgen, dass wir auch morgen noch was zum reinbeißen haben werden, denn die Ackerböden gehen als Folge der industriellen Landwirtschaft unwiederbringlich verloren.

Es wird Fensterscheiben geben, die das einfallende Licht gezielt in die dahinter liegenden Räume leiten und so dafür sorgen, dass auch innerhalb der Häuser natürliches Licht herrscht. Gleichzeitig ist die Entwicklung von Solaranlagen absehbar, die durchsichtig sind und darum auf Fenster- und Glasflächen aufgebracht werden können. So kann Sonnenenergie gewonnen werden, während gleichzeitig Licht durch die Fenster in die Räume fällt. Auch aus der Raumfahrt dürfte Glas nicht wegzudenken sein. Besonders, wenn es darum geht, außerhalb der Biosphäre bewohnbare Habitate zu errichten, beispielsweise auf dem Mond. Aus welchem Material könnte man diese wohl besser bauen, als aus Glas? Auch auf unserer Erde denkt man bereits darüber nach, ganze Städte unter Glaskuppeln zu erbauen, um schädliche klimatische Einflüsse in einer sich rasant ändernden Welt beherrschen zu können und die Co2-Emissionen (und andere Treibhausgase wie z. B. Methan usw.) zu kontrollieren.

Das alles hat dann zwar nicht wirklich etwas mit einer natürlichen Umgebung zu tun, aber es ist immerhin eine Möglichkeit, die Bewohnbarkeit unseres Planeten zu garantieren und der Natur den Platz zu lassen, den sie braucht um zu überleben. Denn wenn wir Gaia das Lebensrecht streitig machen, und auf diesem Wege befinden wir uns gerade, dann müssen wir damit rechnen, dass uns der Planet das ziemlich übel nimmt und Massnahmen einleitet, die dafür Sorge tragen könnten, dass es uns als Spezies nicht mehr allzu lange gibt!

weiterführende Links:

Satz mit „X“, war wohl nix…

…könnte das kurz und knappe Fazit der Klimakonferenz in Bonn lauten. Der WWF befindet in seinem Artikel vom 12.6.2009 unter „Klimaverhandlungen in Bonn: Zwei Wochen ergebnisloses Taktieren“ und in der Subline können wir lesen, dass…

…die Staatengemeinschaft kaum vorangekommen sei!

So kann man es, wenn man es milde sagen und sich nicht mit allen Teilnehmern verscherzen will, auch ausdrücken. Aber es ist auch deutlich genug formuliert, um zwischen den Zeilen zu lesen, dass es sich hierbei mal wieder um einen recht teuren Betriebsausflug für Politiker und Wissenschaftler gehandelt haben dürfte, der außer heißer Luft (und davon haben wir in Folge des ungebremsten CO2-Ausstosses wohl mehr als genug!) absolut nichts gebracht hat. Eigentlich war vorgesehen, auf dieser Konferenz ein Papier zu erarbeiten, das die Basis für die am Ende des Jahres in Kopenhagen stattfindende Weltklimakonferenz bilden sollte. Mehr als ein paar belanglose Floskeln kamen aber mal wieder nicht zustande. Wer wirklich Fortschritte erwartet hatte, sieht sich enttäuscht. Bewegung war von vornherein nicht drin. Man saß zusammen und spielte das, was man üblicherweise als Beamten-Mikado bezeichnet – wer sich zuerst bewegt, hat verloren!

FAZ.NET textet derweil launig „Bonner Klimakonferenz: Das große Pokern bis Kopenhagen“, um weiter unten etwas deutlicher zu werden…

Die dänische Umweltministerin Connie Hedegaard, die dann in der zweiten und dritten Dezemberwoche nicht weniger als fünfzehn tausend Teilnehmer in ihrer Heimat erwartet, gehört zu den Enttäuschten von Bonn: „Kein Zweifel, die Sache geht zu langsam voran.“ Statt über den schon konkreten Textvorschlag zu verhandeln, habe man ihn einmal gelesen und dann auf mehr als zweihundert Seiten aufgeblasen. „Das ist eine Schande“, kommentierte Hedegaard das Ergebnis.

Wer weiss, welche gewaltigen Fortschritte uns im Dezember in Kopenhagen zum Schutz unseres Klimas präsentiert werden? Schließlich geht dieses Thema uns alle an. Jeder jammert rum, aber tun will keiner was. Es könnte ja Geld kosten und womöglich das eigene. Da kommt die Finanz- und Wirtschaftkrise gerade recht. So hat man wenigstens einen Vorwand, warum man kein oder nur sehr wenig Geld zu Verfügung hat. Und jeder hofft wohl insgeheim, dass es so schlimm schon nicht kommen wird!

Welch ein Geschrei wird sich erheben, wenn der Meeresspiegel erst soweit angestiegen ist, dass er Oberkante Unterlippe steht? Wenn´s den Bangladeshis, oder den Birmanen ins Maul läuft, wird das vermutlich noch keinen jucken. Aber wenn der Hamburger Fischmarkt, oder Amsterdam ganzjährig unter Wasser stehen, das ist allerdings eine furchtbare Vision!

Es ist allerhöchste Zeit, der Politik gehörig Feuer unter dem Arsch zu machen! Es muß etwas geschehen und zwar rasch. Denn es ist unsere Zukunft, die die Politik da gerade vergeigt und die Zukunft unserer Kinder!

weiterführende Links:

Sondermüll Zigarettenfilter!

Im Oktober 2008 schrieb ich einen Artikel unter der Überschrift „Wann wird das Rauchen endlich verboten?“, in dem ich unter anderem bereits auf das Problem mit den Überresten des Zigarettenkonsums hingewiesen habe. Nun fand ich am 10.6.2009 bei treehugger unter „Should Cigarette Butts Be Banned?“ einen Post zum Thema, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die beiden tödlichsten Müllarten, die die Meere verseuchen sind Plastikverpackungen und…Zigarettenkippen. Diese beiden zusammen machen knapp die Hälfte des im Meer zu findenden Abfalls aus. Das hat eine Studie der United Nations Environment Program (Umweltprogramm der Vereinten Nationen – Artikel auf Wikipedia!) festgestellt.

Sicher wird in Kürze ein lautes Aufheulen der Zigarettenindustrie zu vernehmen sein, die da behauptet, verantwortungsbewusster Umgang mit dem Tabakkonsum sei genauso umweltfreundlich, wie das Fahren mit dem Fahrrad. Warten wir´s ab. Jahrzehntelang haben renomierte Wissenschaftler schließlich im Auftrag der Tabakkonzerne geglaubt behauptet, Rauchen sei nicht gesundheitsschädlich!

Ist schon erstaunlich, dass sich überhaupt jemand Gedanken darüber macht, was mit einem so kleinen, scheinbar so unbedeutenden Ding, wie einer Zigarettenkippe geschieht, wenn man sie nach dem Rauchen in die Gegend schnippt. Zwar hat man in unserem Land bereits erkannt – merkwürdig, warum das so lange gedauert hat – dass es ziemlich unangenehm für andere Menschen ist, wenn sie in die saftig-stinkende Hinterlassenschaft eines Hundes treten und manch ein netter Hundebesitzer sieht das auch in so fern ein, als er das Geschäft seines vierbeinigen Freundes anschließend einpackt und entsorgt. Aber der Tabakkonsum und seine hochgradig verseuchten Rückstände werden mit einer Selbsverständlichkeit in der Umwelt entsorgt, dass es einen graust. Hier muss angesetzt werden. Nicht nur aus Gründen des Gesundheits-, sondern auch aus solchen des Umweltschutzes, sollte man daher Massnahmen ergreifen.

Natürlich ist die Politik offiziell gegen das Rauchen, wenigstens zum Teil und in Bayern hält man ja bekanntermaßen den alkoholgeschwängerten Zigarettendunst in Bierzelten für eine derart wichtige kulturelle Errungenschaft, dass man sie auch in Zukunft nicht missen möchte. Unabhängig davon, ob den Nichtrauchern das nun passt oder nicht, ob andere Menschen zum Passivrauchen gezwungen werden, oder nicht.  Man tut zwar so, als habe man Verständnis für die Belange der Nichtraucher, aber letzten Endes möchte man nicht so weit gehen, das Rauchen massiv einzuschränken, weil man möchte ja nicht die Arbeitsplätze zehntausender schlecht bezahlter Frauen in der Zigarettenindustrie gefährden und auf die prall gefüllten Geldbeutel der Tabaklobby möchte man erst recht nicht verzichten. Über die wegbrechenden Steuereinnahmen aus der Tabaksteuer möchte ich hier erst garnicht anfangen zu reden. Hat eben alles zwei Seiten. Gesundheit ist ja schön und gut, aber wo kriegen wir dann die fehlenden Steuern her?

weiterführende Links:

  • Deutscher Zigaretten Verband (Interessenvertretung der Zigarettenindustrie und ganz klar – hier ist von Verantwortung die Rede und dem besonderen Anliegen, für Lösungen zu werben, mit denen die Bedürfnisse von Nichtrauchern und Rauchern gleichermaßen berücksichtigt werden. Hört sich das toll an, oder eher toll? Marianne Tritz, die Geschäftsführerin der DZV, ist übrigens keine ganz Unbekannte in der Politik. Geboren 1964 in Dannenberg, Niedersachsen, war bis zu ihrem Einstieg beim DZV Vorstandsreferentin im Bundestagsbüro des Fraktionsvorsitzenden Fritz Kuhn, Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2005 saß Tritz als Abgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Von 2001 bis 2002 arbeitete sie als Referentin für Fundraising und Unternehmenskontakte beim Bundesvorstand der Grünen. 1999 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der Grünen in Niedersachsen für die Europawahl. Sie war Dozentin für Neue Medien, Pressesprecherin und Geschäftsführerin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg und hat einen Gesellenbrief als Polsterin und Raumausstatterin. Marianne Tritz ist seit 1985 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.) – Interessant, oder?
  • Aktiv Rauchfrei (Homepage zum Thema Rauchen und Nichtrauchen, mit vielen Studien und Links zu interessanten Themenbereichen).
  • Karriere: Grünen-Politikerin wird Cheflobbyistin der Zigarettenindustrie (Artikel auf SpiegelOnline vom 10.3.2008 – und solche Leute vertreten dann die Interessen der Wähler? Obwohl, auch die Tabakindustrie wählt vermutlich und zwar sehr geschickt, wie man nun sieht!)