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Sondermüll Zigarettenfilter!


Im Oktober 2008 schrieb ich einen Artikel unter der Überschrift „Wann wird das Rauchen endlich verboten?“, in dem ich unter anderem bereits auf das Problem mit den Überresten des Zigarettenkonsums hingewiesen habe. Nun fand ich am 10.6.2009 bei treehugger unter „Should Cigarette Butts Be Banned?“ einen Post zum Thema, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die beiden tödlichsten Müllarten, die die Meere verseuchen sind Plastikverpackungen und…Zigarettenkippen. Diese beiden zusammen machen knapp die Hälfte des im Meer zu findenden Abfalls aus. Das hat eine Studie der United Nations Environment Program (Umweltprogramm der Vereinten Nationen – Artikel auf Wikipedia!) festgestellt.

Sicher wird in Kürze ein lautes Aufheulen der Zigarettenindustrie zu vernehmen sein, die da behauptet, verantwortungsbewusster Umgang mit dem Tabakkonsum sei genauso umweltfreundlich, wie das Fahren mit dem Fahrrad. Warten wir´s ab. Jahrzehntelang haben renomierte Wissenschaftler schließlich im Auftrag der Tabakkonzerne geglaubt behauptet, Rauchen sei nicht gesundheitsschädlich!

Ist schon erstaunlich, dass sich überhaupt jemand Gedanken darüber macht, was mit einem so kleinen, scheinbar so unbedeutenden Ding, wie einer Zigarettenkippe geschieht, wenn man sie nach dem Rauchen in die Gegend schnippt. Zwar hat man in unserem Land bereits erkannt – merkwürdig, warum das so lange gedauert hat – dass es ziemlich unangenehm für andere Menschen ist, wenn sie in die saftig-stinkende Hinterlassenschaft eines Hundes treten und manch ein netter Hundebesitzer sieht das auch in so fern ein, als er das Geschäft seines vierbeinigen Freundes anschließend einpackt und entsorgt. Aber der Tabakkonsum und seine hochgradig verseuchten Rückstände werden mit einer Selbsverständlichkeit in der Umwelt entsorgt, dass es einen graust. Hier muss angesetzt werden. Nicht nur aus Gründen des Gesundheits-, sondern auch aus solchen des Umweltschutzes, sollte man daher Massnahmen ergreifen.

Natürlich ist die Politik offiziell gegen das Rauchen, wenigstens zum Teil und in Bayern hält man ja bekanntermaßen den alkoholgeschwängerten Zigarettendunst in Bierzelten für eine derart wichtige kulturelle Errungenschaft, dass man sie auch in Zukunft nicht missen möchte. Unabhängig davon, ob den Nichtrauchern das nun passt oder nicht, ob andere Menschen zum Passivrauchen gezwungen werden, oder nicht.  Man tut zwar so, als habe man Verständnis für die Belange der Nichtraucher, aber letzten Endes möchte man nicht so weit gehen, das Rauchen massiv einzuschränken, weil man möchte ja nicht die Arbeitsplätze zehntausender schlecht bezahlter Frauen in der Zigarettenindustrie gefährden und auf die prall gefüllten Geldbeutel der Tabaklobby möchte man erst recht nicht verzichten. Über die wegbrechenden Steuereinnahmen aus der Tabaksteuer möchte ich hier erst garnicht anfangen zu reden. Hat eben alles zwei Seiten. Gesundheit ist ja schön und gut, aber wo kriegen wir dann die fehlenden Steuern her?

weiterführende Links:

  • Deutscher Zigaretten Verband (Interessenvertretung der Zigarettenindustrie und ganz klar – hier ist von Verantwortung die Rede und dem besonderen Anliegen, für Lösungen zu werben, mit denen die Bedürfnisse von Nichtrauchern und Rauchern gleichermaßen berücksichtigt werden. Hört sich das toll an, oder eher toll? Marianne Tritz, die Geschäftsführerin der DZV, ist übrigens keine ganz Unbekannte in der Politik. Geboren 1964 in Dannenberg, Niedersachsen, war bis zu ihrem Einstieg beim DZV Vorstandsreferentin im Bundestagsbüro des Fraktionsvorsitzenden Fritz Kuhn, Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2005 saß Tritz als Abgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Von 2001 bis 2002 arbeitete sie als Referentin für Fundraising und Unternehmenskontakte beim Bundesvorstand der Grünen. 1999 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der Grünen in Niedersachsen für die Europawahl. Sie war Dozentin für Neue Medien, Pressesprecherin und Geschäftsführerin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg und hat einen Gesellenbrief als Polsterin und Raumausstatterin. Marianne Tritz ist seit 1985 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.) – Interessant, oder?
  • Aktiv Rauchfrei (Homepage zum Thema Rauchen und Nichtrauchen, mit vielen Studien und Links zu interessanten Themenbereichen).
  • Karriere: Grünen-Politikerin wird Cheflobbyistin der Zigarettenindustrie (Artikel auf SpiegelOnline vom 10.3.2008 – und solche Leute vertreten dann die Interessen der Wähler? Obwohl, auch die Tabakindustrie wählt vermutlich und zwar sehr geschickt, wie man nun sieht!)
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