Das Artensterben!

Focus Online meldete am 2.7.2009 unter der Überschrift „Rote Liste: 17.000 Tierarten bedroht“. Eine wirklich erschreckende Zahl, zumal es nur diejenigen Tierarten sind, die akut vom Aussterben bedroht sind. Insgesamt stehen mehr als 44.000 Arten auf dieser Roten Liste und täglich werden es mehr.

Zumeist ist der Mensch durch sein Verhalten dafür verantwortlich, dass Tierarten von unserem Planeten verchwinden. Seit er begann sich in Sippen zu organisieren und auf die Jagd zu gehen, ging dies zu Lasten der Arten, die er bejagte. Er begann die Erde leer zu fressen sozusagen. Heute ist das Aussterben von Tier- aber auch vieler Pflanzenarten zumeist bedingt durch den Verlust der Lebensräume. Der Mensch breitet sich immer mehr auf der Erde aus und nutzt Flächen für die Landwirtschaft, die er früher nicht bewirtschaften konnte, weil ihm die technischen Möglichkeiten fehlten. Wälder werden abgeholzt und den Interessen weltweit operierender Großkonzerne geopfert. Was übrig bleibt wird in Viehweiden oder riesige Plantagen verwandelt, bis die Erosion ihren Job erledigt und die dünne fruchtbare Krume davongetragen hat. Sterben die Wälder, das ist allgemain bekannt, sterben auch die unzählige, auf diesen Lebensraum angewiesenen Arten. Von diesen sind die allermeisten noch immer nicht wissenschaftlich beschrieben. Und noch bevor sie entdeckt wurden, sind sie schon verschwunden.

Welch ungeheure Schätze werden einfach so weggeworfen und können nie zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden?

Natürlich sterben auch Arten aus, ohne dass der Mensch direkt dafür verantwortlich ist. Das war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Aber in den allermeisten Fällen hat der Mensch und sein unseliges Verhalten, seine Verantwortungslosigkeit und seine grenzenlose Gier das Aussterben verursacht. Manchmal allerdings ist es auch einfach nur Dummheit. Oder wie kann man das sonst nennen, wenn regionale Nutztierrassen einfach aussterben weil sie nicht mehr gezüchtet werden? Ausgetauscht gegen vermeintliche Superzüchtungen, deren Patente bei großen Konzernen liegen wie Turbokühe und Monsterschweine. Zu welchem Preis dieser Tausch der vielen auf die einzelnen geographischen und regionalen Bedingungen überall auf der Welt gegen einige wenige Einheitsrassen stattfindet, dämmert den Landwirten erst später. Klimatisierte Ställe, Kraftfutter (aus gentechnisch verändertem Soja beispielsweise), Medikamente (vor allem Antibiotika), Krankheiten (Mastitis, BSE, Schweinepest, usw.) sind notwendig, um diese Tiere am Leben zu erhalten. Aber die unschätzbaren Genressourcen der alten und unempfindlichen Rassen geht immer schneller verloren, für immer!

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Die stille Invasion!

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).

Die Zukunft der Atomkraft! (mal wieder)

Wir steuern im Superwahljahr 2009 auf die Bundestagswahl zu, am 27.  September ist es soweit und schon geht das Gezerre um das Thema Atomkraft wieder los! Eine Weile war Ruhe und nachdem die Asse, Krümmel und der angeblich so umweltfreundliche Atomstrom fast in der Versenkung verschwunden sind, ging es plötzlich um so heftiger wieder los! Nach 2 Jahren Stillstand wegen Problemen mit abgefackelten Trafos, die natürlich von Vattenfall ganz anders – aber auf jeden Fall wie üblich nicht als meldepflichtiger Vorfall – eingestuft wurden. Nachdem trotz allem, man war ja unschuldig und nie hatte zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestanden, hoch und heilig Besserung versprochen worden war, ging man wieder ans Netz. Und? Erneut explodierte ein Trafo! Man hatte schlicht „vergessen“ ein wichtigen Messgerät zu installieren, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hatte. Aber, wer hätte etwas anderes vermutet, niemand war gefährdet und überhaupt war auch das kein meldepflichtiger Vorgang – jedenfalls nach Meinung von Vattenfall!

Bedauerlicherweise sehen das einige Leute ein klein wenig anders. Während der Streit losbrach, warum Vattenfall sich nicht an die erteilten Auflagen hält, hub die Union, allen voran der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger und gleich darauf auch seine Bundeskanzlerin an zu frohlocken, dass alle deutschen Atomkraftwerke sicher seien – offensichtlich wider besseres Wissen. Oder sollte möglicherweise die prallen Budgets der Atomlobby dafür gesorgt haben, dass die Union sich plötzlich ihrer wahren Bestimmung als Vorkämpferin für die „umweltfreundliche“ Atomkraft erinnerte?

Wie dem auch sei. Sigmar Gabriel, ganz eloquenter Bundesumweltminister brachte den vereinbarten Atomausstieg wieder ins Spiel, den die Union ganz offen ablehnt. Bei einer Mehrheit für schwarzgelb im September dürfte es mit diesem Atomausstieg vorbei sein. Vermutlich brechen dann traumhafte Zeiten für die Atomindustrie an. Noch immer kein taugliches Endlager in Sicht, aber „auf Atomkraft setzen um´s Klima zu retten“? Dabei ist das einzige, was gerettet wird, die Boni für die Manager der Atomkonzerne! Und justament zu diesem Zeitpunkt stellt sich auch noch heraus, dass die Asse leckt wie eine Wasserleitung in einem hundert Jahre alten öffentlichen Klo.

Ja, ok, die Asse ist ja nur ein Versuchsendlager gewesen, so wird behauptet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Dreck da unten liegt und jede Menge Wasser fröhlich da durch plätschert. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass das salzige Wasser radioaktive Rückstände aus den undichten Fässern ausspült und sich dann in großen Pfützen auf den Solen sammelt, die so strahlen, wie ein Vattenfall-Manager, wenn er das Wort Umweltschutz in den verlogenen Mund nimmt!

Auch der Uralt-Reaktor Biblis harrt des viel beschworenen Umschwungs zu einer atomfreundlichen Politik unter der CDU/FDP. Verspricht man sich doch wahrhaft goldene Zeiten, wenn die Restlaufzeiten drastisch erhöht werden und die Reaktoren im Prinzip laufen dürfen sollen, bis sie auseinander fallen – was sie ja eigentlich schon jetzt tun. 1 Million Euro Gewinn pro Tag ziehen die Atomkonzerne aus einem abgeschriebenen (also uralten) Atomreaktor! Wen interessiert da noch die Sicherheit außer denen, die neben solchen Schrottanlagen wohnen? Das sind doch sowieso nur Querulanten, Ökospinner und sonstige unzurechnungsfähigen Leute, die keine Ahnung haben!

Bleibt nur meine inständige Hoffnung, dass die Wähler – in ihrer Weisheit – dem selbstmörderischen Energiekurs der Union und der in sie verliebten FDP des Guido Westerwelle eine klare Absage erteilen mögen.

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Was für Dreck als Nahrung verkauft wird!

Jeder hat sich schon aufgeregt, wenn in der Presse einmal mehr von Gammelfleisch, Gammelkäse und sonst irgendwelche Lebensmittelskandale die Rede war. Man kann den Eindruck gewinnen, in den Regalen der Supermärkte liegt nur der letzte Dreck, den noch nicht einmal mehr die Müllkippe zur Entsorgung annehmen will. Ja es ist keine Freude, zum Einkaufen in den Supermarkt zu gehen und mit der permanenten Ungewissheit seine Auswahl zu treffen, ob man auch das bekommt, was man haben will – qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu einem, ich sage es mal ganz vorsichtig, angemessenen Preis!

Sicher spielt es eine Rolle, dass vor allem in Deutschland  eine „Geiz-ist-geil-Mentalität“ um sich gegriffen hat, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Die Deutschen gehören zu den Völkern, die nicht bereit sind, für ihre Lebensmittel einen Preis zu bezahlen, der den Erzeugern das wirtschaftliche Überleben ermöglicht. Es kann nicht billig genug sein und im Zweifel frisst man eben den letzten Dreck, hauptsache es ist billig! Wenn es dann zu Lebensmittelskandalen kommt, regen sich gerade die Deutschen ganz besonders darüber auf.

Jetzt kommt ans Tageslicht, dass viele Hersteller von sogenannten Lebensmitteln mittlerweile dazu übergegangen sind, die natürlichen Bestandteile, aus denen auch vorgefertigte Nahrungsmittel, oder Tiefkühlprodukte bestehen, durch künstlichen Stoffe zu ersetzen. Schinken auf Pizza, oder in Schinkennudeln werden durch Kunstschinken ersetzt, der zwar in Konsistenz und Aussehen dem üblichen Kochschinken gleicht, aber eben aus anderen  – künstlichen – Stoffen besteht und wesentlich billiger in der Herstellung ist („Lebensmittelimitate: Bauern geben Preisdruck Schuld an Mogelkäse“; Artikel auf WeltOnline vom 11.7.2009). Besonderes Augenmerk gilt im Moment dem sogenannten Analogkäse, der mit natürlichem Käse soviel gemeinsam hat, wie Atomstrom mit Windenergie – nichts! Diese künstlichen Bestandteile in Nahrungsmitteln sind Betrug am Verbraucher, wenn es nicht auf der Verpackung steht. Denn keiner will den Dreck aus dem Chemielabor freiwillig fressen. Und die Produzenten machen einen Reibach damit, dass sie die billigen Ersatzstoffe verwenden und den Verbraucher darüber im Unklaren lassen. So wir aus dem Analogkäse eine sprudelnde Geldquelle. Jedenfalls für den Hersteller. Und der Verbraucher merkt den Unterschied sowieso nicht, weil er zu dämlich ist, die komplizierten und verklausulierten Auflistungen auf der Rückseite der Lebensmittelverpackungen zu lesen (die dazu noch so klein geschrieben sind, dass man sie nur mit Lupe oder echten Adleraugen fehlerfrei entziffern kann) und außerdem nicht weiss, was z. B. Mononatriumglutamat ist.

Das hat natürlich Methode, denn in diesen Auflistungen der Inhaltsstoffe verbergen sich noch ganz andere, teilweise brisantere Informationen, von denen die Hersteller, allen voran die großen Lebensmittelkonzerne, am liebsten nicht wollen, dass der Verbraucher von ihrem Vorhandensein Kenntnis bekommt. Zum Beispiel davon, wenn Soja und Lezithin enthalten sind, was meist darauf schließen lässt, dass es sich um Produkte handelt, die mit gentechnisch veränderten Bestandteilen versetzt sind, denn auch die will kaum jemand freiwillig auf seinem Teller und anschließend in seinem Magen haben.

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Hunger!

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man „großzügig“ Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die „Entwicklung“ der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge „Pflanzenschutzmitteln“ beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des „Gesundschrumpfens“ sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem „erworbenen“ Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit „Bio“sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit „Bio“sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst „ungenutzt“ (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als „sauberen“ Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will („Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss“; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

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Zwei Grad…

…soll die Grenze des Temperaturanstiegs auf diesem Planeten sein, gegenüber der Durchschnittstemperatur vor der Industrialisierung. Während unsere Bundeskanzlerin strahlend und bester Laune vor die Kameras und ins Blitzlichtgewitter der versammelten Journalisten trat und mit hörbarem Stolz (warum auch immer) verkündete, die G8-Staaten und die Schwellenländer hätten einen Durchbruch im Klimaschutz errungen, widersprach China, moserte Rußland herum und wollten sich die anderen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko nicht festlegen in welchem Zeitraum dieser Temperaturanstieg verhindert werden solle.

Na also, mal wieder viel Wind um nix. Mit solchen „weltbewegenden“ Klimaschutzvereinbarungen, die diesen Namen nicht verdienen, retten wir das Klima sicher nicht. Aber für die Politik ist selbst sowas immer ein Grund sich selbst zu beweihräuchern und sich im strahlenden Glanz dieser vermeintlichen Erfolge zu sonnen. Besonders gern gibt sich offensichtlich unsere Kanzlerin dafür her. Und daheim setzt man derweil fleissig auf Atomernergie (gesponsort von der Atomlobby und den großen Atomkonzernen) und lässt Vattenstörfall schalten und walten wie es denen gut dünkt. Und wer es denn trotzdem wagt, die Sicherheit der deutschen Atomanlagen anzuzweifeln, oder sogar die Lauterkeit und die Zuverlässigkeit der Atomkraftwerksbetreiber, der macht sich nicht nur bei der Union, sondern erst recht bei der FDP unbeliebt!

Aber ich schweife ab. Bringt das die Welt wirklich weiter? Etwa eine solche Vereinbarungen (hier wird das Wort Minimalismus völlig neu definiert!), von denen a) keiner weiss, wie man sie einhalten, b) wie man sie kontrollieren und c) in welchem Zeitraum man sie umsetzen kann? Etwa solche wachsweichen Zusagen, die weder die Treibhausgasemissionen  begrenzen, noch überhaupt festlegen, wie viel Treibhausgas in welchem Zeitraum eingespart werden soll?

Und während man wenigstens dem Anschein nach versucht ein wenig Aktivismus zu zeigen, um die daheimgebliebenen Wähler in Sicherheit zu wiegen, setzt Berlusconi den Neubau von Atomreaktoren in Italien durch (Artikel auf spiegelonline vom 9.7.2009; „Kernkraft: Italien kehrt zur Atomenergie zurück“). Aber wir können beruhigt sein, auch in Italien hat niemand eine Ahnung, wie und vor allem wo der Atommüll endgelagert werden soll.

Ein Tipp von mir: Der Mafiaboss ihres Vertrauens kümmert sich sicherlich gern um die Entsorgung ihrer radioaktiven Müllmassen – gegen einen entsprechenden Obolus versteht sich (genauso, wie sich die schweigenden Herren schon in der Vergangenheit um die „fachgerechte“ Entsorgung von Giftmüll nach Afrika oder sonst wohin gekümmert haben).

Außer heisser Luft hat das G8-Gipfeltreffen nicht viel gebracht. Und heisse Luft gibt es bereits genug. Bedauerlich, dass man nicht versucht hat, die Erwärmung des Klimas bei diesem Pseudo-Umwelt-Klimaschutzgipfel zu vermeiden. Das hätte der Welt sicher gut getan!

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Lasst es Euch schmecken – Asseln im Trinkwasser!

Heute fand ich diesen unappetitlichen Artikel auf sueddeutsche.de. Unter der Überschrift „Trinkwasser – Wenn Assel-Kadaver aus dem Hahn sprudeln“, kann der interessierte und nach kurzer Lektüre durchaus ein wenig angeekelte Leser erfahren, was so alles in seinem Trinkwasser rumschwimmt. Merkwürdigerweise nehmen die Wasserversorger allerdings gerne für sich in Anspruch, das sauberste Lebensmittel zu erzeugen. Naja, wer´s glaubt.

War man in der Vergangenheit schon schockiert, wenn da Rost aus den Leitungen kommt, sobald man den Hahn öffnet, kann man bei der sueddeutschen nun erfahren, dass es sich bei dem vermeintlichen Rost oft um Asselkot (also schlichtweg Scheisse von kleinen Krabbeltieren handelt). Besonders schlimm sei das Problem in den neuen Bundesländern, da sei das Leitungsnetz marode und die Bevölkerung zieht aus den ländlichen Gegenden weg, um näher an den Antragsstellen für Hartz IV Arbeitsplätzen zu leben. Dadurch veröden die Gegenden und es wird vielerorten nur noch selten der Wasserhahn aufgedreht, um die Leitungen mal wieder ein bisschen durchzuspülen.

Ganz unbekannt ist das Problem auch im Westen nicht. Allerdings hängt man dieses Hygieneproblem verständlicherweise nicht gern an die große Glocke. Wo man sein Geschäft mit „sauberem“ Trinkwasser macht, kann man solchen Dreck in den Leitungen und in der Tagespresse nicht gebrauchen. Bekanntlich sind private Konzerne gerade dabei, die öffentliche Wasserversorgung in die Hand zu bekommen. Private Konzerne aber müssen Gewinne machen, wenn sie rentabel arbeiten und die Gier ihrer Aktionäre und Manager befriedigen wollen. Also wird weiter Trinkwasser durch alte und marode Leitungen zu den Kunden gepumpt. Wasservergeudung, und nichts anderes ist in meinen Augen das regelmäßige Durchspülen von Rohrleitungsnetzen, soll dann dafür sorgen, dass die Leichen der darin gestorbenen Asseln und die von ihnen quasi als Erbschaft hinterlassene Scheisse hinfortgespült werden. Da kommt doch richtig Freude auf und lässt in mir die Frage keimen:“Ist unser Trinkwasserverteilsystem wirklich das Nonplusultra?“

Eine Antwort auf diese Frage fällt mir auch gleich ein:“Nein! Es ist nicht das Nonplusultra.“ Aber die Sanierung der Netze ist extrem teuer und weil der Staat und die Kommunen das nicht bezahlen können oder wollen (vielleicht ist ihnen die Gesundheit ihrer Bürger ja auch egal), verkauft/vermietet man die Wasserwerke und Netze an sogenannte private Investoren (die in der Regel im Ausland sitzen) und least sie dann für teueres Geld zurück (ein besonders beliebtes Modell bei Kommunen war und ist das sogenannte Cross-Boarder-Leasing, hier die Erläuterungen auf Wikipedia. Wenn man das mal genau durchliest, wird zumindest mir schlecht und nicht umsonst sind viele Gemeinden mit solchen Geschäften mächtig auf die Schnauze gefallen!).

Dazu muss man neben den Mietkosten auch noch den Unterhalt und die Instandhaltung der vermieteten und zurückgeleasten Anlagen tragen. Nicht schlecht – jedenfalls für den Investor! Und so kommt es, wie es kommen muss. Dem kurzfristigen Segen für die geplagten öffentlichen Kassen, steht eine erhöhte Belastung durch die laufenden Kosten der Folgejahre gegenüber. Also werden weiter die alten Leitungen geflickt, wird Wasser vergeudet, indem man Unmengen davon durch die Leitungsnetze jagt, um die Asseln und ihre Scheisse hinauszuspülen! Und die „Investoren“? Die investieren nichts, die kassieren nur. Von wegen, die Wasserversorgung könne so verbessert werden!

Zwar soll, so behauptet man, die Asselscheisse im Trinkwasser ungefährlich sein und die darin herumschwimmenden (an Altersschwäche?) gestorbenen und verwesenden Asselkadaver würden wohl Bakterien freisetzen, aber wenn man nicht gerade eine offene Wunde unter einem nach zwei Wochen zum ersten Mal wieder geöffneten Wasserhahn auswaschen würde, könne vermutlich nichts passieren. Wie tröstlich, wenn auch sehr unappetitlich. Da bleibt mir nur eins zu sagen:“Prost!“ Und wenn´s Hahnwasser zu sehr nach Leiche schmeckt, dann trinken wir eben Mineralwasser. Das bringt den Konzernen zwar auch Gewinn und einen noch höheren, denn das Mineralwasser ist wesentlich teurer – aber wenigstens ist es sauber. Hoffentlich!