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Der Kampf gegen die Betonwüsten der Städte!


Was sind Städte und warum konzentriert sich die menschliche Rasse in ihnen? Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt. Wer auf Wikipedia nach „Stadt“ sucht, findet eine Definition, die besagt, Städte seien eine größere, zentralisierte und abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. So weit, so gut! Wer heute durch eine, („seine“) Stadt geht, nimmt sie als eine große bis gigantische Ansammlung von Gebäuden, Fabriken, Geschäften und Straßen wahr. In den Innenstädten drängen sich hohe Häuser aneinander, um jeden Quadratmeter Bodens möglichst effektiv auszunutzen. Denn Boden ist teuer in den Städten. Da ist kein Platz für ein bisschen Grün. Hier und da gibt es „Parkanlagen“, bzw. das, was die Stadtverwaltung und das Grünflächenamt dafür hält. Es sind meist leblose Rasenflächen mit ein paar Sträuchern drauf, die im Frühling durch einige Blumen, die aus verschiedentlich eingegrabenen Blumenzwiebeln sprießen. Solcherart „Parkanlagen“ sind leicht zu pflegen – man mäht sie alle paar Wochen, rupft mit Hilfe von 1-Euro-Jobbern hin und wieder das „Unkraut“ raus und hält das dann für einen schönen, sauberen und gepflegten Park. Naja, die Geschmäcker sind verschieden und der Geschmack der Stadtverwaltung ist ausschließlich geprägt, von der Größe ihres Budgets.

Das Leben in Städten ist nicht gerade gesund. Die Luft ist verschmutzt durch die Abgase von Autos, Heizungen und Fabriken, die meist in einem Ring um die Städte herum gelegen sind. Zwar heizt man heut nicht mehr so viel mit Kohle wie in früheren Zeiten, aber da es keinen nennenswerten Pflanzenwuchs gibt, der den Staub aus der Luft filtern und CO2-Emissionen binden könnte, ist die Luft verschmutzt mit Feinstaub. Dazu kommt Strassenverkehrslärm nahezu rund um die Uhr von Autos, Eisenbahnen und Flugzeugen, die starten und landen und dabei die Anwohner an der Leistung ihrer Triebwerke Anteil haben lassen.

Ja noch nicht einmal der Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit ist ohne gesundheitliche Gefahren zu bewältigen. Enge Geh- und Radwege, deren Oberfläche derart uneben ist, dass man ohne Gefahr nicht darauf laufen, geschweige denn sicher mit dem Fahrrad fahren kann, sorgen dafür, dass die Bewohner sich lieber des Autos bedienen und so natürlich selbst zur Luftverschmutzung beitragen, über deren Auswirkungen sie sich hinterher beklagen. Aber was kann man tun, gegen diese Betonwüsten, in die sich unsere Städte im Lauf der Jahrhunderte verwandelt haben? Nun, wir können den Betonwüsten den Kampf ansagen, ihnen den Krieg erklären, indem wir uns in Guerilla Gärtner verwandeln, die danach trachten, der Natur – auch und gerade innerhalb unserer Städte – wieder zu ihrem Recht verhelfen. Beginnen können wir dort mit unserem Kampf, wo sich in den Städten Nischen auftun und seien sie auch noch so klein!

Guerilla Gärtner sollten sich in kleinen, locker vernetzten Gruppen zusammen tun, die über soziale Netzwerke kommunizieren und sich gegenseitig über geplante Aktionen, geeignete Flächen und wichtige Termine informieren. Man muss sich nicht persönlich kennen. Es ist absolut ausreichend, wenn man sich mit dem Spitz- oder Kampfnamen kennt. Guerilla Gärtner treffen sich zu gemeinsamen Pflanzaktionen und informieren anschließend die Öffentlichkeit über erfolgreiche Aktionen, indem sie Artikel in Blogs veröffentlichen und dazu Fotos (am besten sind vorher-nachher-Fotos) ins Netz stellen.

Besonders Flächen, die vom Grünflächenamt betreut werden, bieten sich dafür an, schöne und für die Ernährung von Menschen nützliche Pflanzen zu säen. Seedbombs/Seedballs können mit verschiedenen Mischungen von Samen hergestellt werden. Hat man als Ziel einer Guerilla-Aktion eine Baumscheibe ausgewählt, ist es sinnvoll, dort nur Blumen zu säen, da diese Flächen oft als Hundeklo genutzt werden. Und wer will schon Gemüse auf einer solchen Fläche ernten, wo „verantwortungsvolle und tierliebe“ Mitmenschen ihre Fiffis hinkacken lassen? Genau, keiner!

Es ist sinnvoll, sich gelegentlich zu treffen und gemeinsam Seedballs/Seedbombs herzustellen. Wenn ein paar Leute zusammen arbeiten, kann man in recht kurzer Zeit eine ansehnliche Menge fertigen. Nach dem Trocknen der Seedballs, können diese auf die Teilnehmer verteilt werden, so dass jeder von ihnen über eine Anzahl dieser „Hauptwaffe“ der Guerilla Gärtner verfügt und diese bei Streifzügen durch die Stadt per Wurf zu verteilen. Diese Geschosse können sogar dort hin geworfen werden, wo man durch Zäune oder was auch immer daran gehindert wird, direkt zur Aussaat zu schreiten.

Des weiteren gibt es Hinterhöfe, die begrünt werden wollen, Verkehrsinseln, die einfach nur eine Rasenfläche sind und nach bunten Blumen förmlich schreien. Wer einen Balkon besitzt, der soll ihn bepflanzen mit Blumen und Gemüse, das er in Blumenkästen ziehen kann. Wer nicht weiss, was er anpflanzen kann oder soll, der kann mal hier nachschauen, in der Pflanzendatenbank.

Überall gibt es Flächen zum Bepflanzen und seien sie auch noch so klein. Auch ein Keimling ist sehr klein. Er hat sehr kleine Wurzeln. Aber doch ist diese Wurzel in der Lage in die kleinste Spalte in hartem Stein einzudringen und sich ihren Weg zu bahnen bis hinunter zum Mutterboden! Es gibt Pflanzen, die ranken und klettern die glattesten Fassaden hoch, dem Licht, der Sonne entgegen. Wo es der Platz zulässt, soll ein Seedball abgelegt werden und seine Segen bringende Aufgabe erfüllen – der Natur zu ihrem Recht in den Stein- und Betonwüsten der Städte zu verhelfen! Wo Brachen sind, verwahrloste Grundstücke, Industriebrachen wo Fabriken schließen mussten, geht hin und begrünt, bepflanzt sie und macht aus diesen Flächen kleine Paradiese für Menschen und Tiere!

Die Städte gehören Euch, Ihr Menschen! Begrünt sie!

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