Die Hummel kann nicht fliegen…

…haben Wissenschaftler mal behauptet. Ihr Gewicht, ihre Form, die Größe ihrer Flügel, all dies dürfte eigentlich nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht dazu führen, dass sie sich in die Lüfte erhebt und umherschwebt, von Blüte zu Blüte, Nektar saugend und die Sonne genießend! Leider hat das der Hummel niemand gesagt und so fliegt sie, völlig unberührt von wissenschaftlichen Erklärungsversuchen, und brummelt weiter, wie es ihr gefällt! Sind schon geile Viecher die Hummeln. Ich liebe die fetten, haarigen Teile. Sie sind die Boten des Sommers, die gemeinsam mit den Bienen die Bestäubungsarbeit erledigen, die sonst womöglich arme Hartz IV-Bezieher per Hand mit einem kleinen Pinsel und in Zwangsarbeit erledigen müssten! Denn ohne diese kostenlose Dienstleistung, müssten wir Menschen binnen weniger Jahre verhungern…

Aber sie sind nich nur in Sachen Bestäubung unterwegs, nein, hin und wieder gönnen sie sich auch mal ein Päuschen und das haben sie sich redlich verdient. Wie man sieht, brauchen sie ihren Schlaf, nach getaner Arbeit! „Viel Schlaf tut auch Hummeln gut“ (schreibt Bild der Wissenschaft am 29.6.2010). Das es sich wahrscheinlich nicht gerade um Schönheitsschlaf handelt, sieht man an den üppigen Körperformen. Sympathisch sind sie aber trotzdem. Mögen sie noch lange des Sommers durch die Gegend brummen und ihren Job tun. Wir danken Euch dafür!

Hummel auf Arbeit...

Der Mord an Walen und Delphinen auf den Färöer-Inseln

Neulich wurde ich von meinem Freund Wolf (er betreibt das Netzwerk Rettet-die-Natur, schaut Euch das doch mal an und werdet dort Mitglied) auf ein schreckliches, blutiges Ritual aufmerksam gemacht, dass bei allem Zorn, der von Umwelt- und Tierschützern beständig über die walmordenden Japaner ausgegossen wird, übersehen zu werden droht. Während große Organisationen, wie Sea Shepherd teils massiv gegen die Walfangflotte der Japaner vorgehen und dabei Leib und Leben riskieren, geht das Schicksal, welches Wale und Delphine auf den Färöer-Inseln erleiden beinahe unter in der Flut der Berichterstattung über die Attacken der Umweltschützer auf japanische Walfänger. Diese finden unter der Bezeichnung WhaleWars ein zwar breites, aber auch entsetztes Publikum!

Dabei spielt sich quasi direkt vor unserer eigenen Haustüre, auf den Färöer-Inseln, die politisch zu Dänemark gehören, Jahr für Jahr mehrmals ein Massacker an den intelligenten Meeressäugern ab, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, wenn man die Bilder betrachtet. Begründet wird das Ganze damit, dass es nunmal „Tradition“ sei und man es darum eben auf den Färöer-Inseln als sein angestammtes Recht betrachtet, mit äußerster Grausamkeit eine Unzahl an Walen und Delphinen zu ermorden.

Blutbad auf den Färöer-Inseln

Grindwale auf den Färöer-Inseln, zusammengetrieben, aufgeschlitzt, ermordet!

Dabei hat das Fleisch wegen seiner enorm hohen Schadstoffbelastung eigentlich den Status von Sondermüll, kann also keinerlei, wie auch immer geartete, Ernährungsbedürfnisse befriedigen! Also wird hier nichts gemacht, als dem Männlichkeitswahn einer patriarchalischen Gesellschaft gefrönt. Mord um des mordens willen und um nichts anderes geht es hier! Natürlich könnte man sog. Traditionen, die längst schon nicht mehr in diese Zeit passen, abschaffen, ersetzen, vergessen. Aber man müsste das wollen. Schwierig in einem Land, das als eines der letzten die Diskriminierung der Homosexualität abschaffte und langsam als das zu akzeptieren beginnt, was sie ist – etwas menschliches, nichts, was man als abartig verurteilen und bekämpfen müsste.

Das Wasser ist rot vom Blut der Tiere! Tradition?

Wie lange soll das sinnlose Sterben noch andauern? Wann hält die Vernunft Einzug in den Köpfen und die Einsicht, dass der Mensch eigentlich ein lernfähiges Wesen ist, oder zumindest sein sollte! Aber es gibt ja auch in unseren Breiten noch genug Menschen – vorwiegend Männer – die meinen, sie würden mit der Jagd auf Rehe, Hirsche und Wildschweine der Umwelt etwas Gutes tun oder gar die Natur schützen!

Bei einem Teil der Menschen ist jedoch schon die Einsicht durchgedrungen, dass wir ganz offensichtlich nicht die einzigen Lebewesen sind, die zu sozialem Handeln und umfassender Kommunikation fähig sind, die bewusst und uneigennützig kranken oder verletzten Artgenossen und manches Mal auch artfremden Lebewesen ihre Hilfe angedeihen lassen.

Wale und Delphine besitzen eine viel höhere Intelligenz, als bisher angenommen und dürften damit durchaus bessere kognitive Fähigkeiten an den Tag legen, als mancher halbgebildete Mensch dies vermag! Sie scheinen auch ein Selbstbewusstsein entwickeln zu können und sind sogar fähig, komplexe Gesellschaften zu organisieren. Natürlich wird das von Ländern wie Japan, Island und auch Norwegen heftig bestritten. Die Behauptung, dies liege daran, dass ausgerechnet diese Staaten auch über die größten Walfangflotten der Erde verfügen, ist natürlich nur ein übles Gerücht!

Aus diesem Grund forderten Teilnehmer einer Konferenz an der Uni Helsinki 21. – 22. Mai 2010 die Anerkennung des Rechts auf Leben und Freiheit für Wale. Das käme einer echten Revolution gleich und hätte faktisch den Stopp jeden Walfangs zur Folge! Eine mehr als überfällige Entwicklung! Denn diese intelligenten Wesen dürfen nicht länger als Ressource für die Gewinnbetrebungen der Konzerne betrachtet werden, sie sind Geschöpfe, die genau wie der Mensch ein Recht auf Unversehrtheit hat, wenngleich das noch nicht einmal Realität für alle Menschen ist!

schwerelos gleiten die Riesen der Ozeane durch das Wasser

Wale, phantastische Geschöpfe der Meere!

weiterführende Links:

  • Whaling in the Faroer Islands (Artikel auf Wikipedia in Englisch)
  • Sea Shepherd Deutschland (Die deutsche Sektion soll in 2010 gegründet werden. Umweltschutzorganisation, die kompromisslos gegen Walfang und die Ausbeutung und Verschmutzung der Ozeane eintritt)
  • Grindadráp (so wird das Wal- und Delphinabschlachten auf den Färöern genannt)
  • Cetacean Rights (tritt für ein Recht auf Leben für Wale und Delphine ein)
  • OceanCare Blog (ein super Blog zum Thema Ozeane, sowie schutz von Meeressäugern und Umwelt)

BP – eine Zwischenbilanz

Ausgerechnet am 22.4.2010, dem 40. Jahrestag des „Earth Day“ (bittere Ironie des Schicksals), explodiert die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ und versinkt brennend im Meer. Elf Arbeiter, die nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten, werden vermisst, die Suche nach ihnen kurz darauf eingestellt! Das Bohrloch, dass sich in 1.500 m Wassertiefe befindet schlägt leck. Zunächst lässt sich jedoch kein Ölteppich feststellen.

Die Bohrinsel wurde im Auftrag des zweitgrößten Ölkonzerns der Welt, BP betrieben, von dem man weiss, dass er es um des Profits willen (wie die meisten anderen Großkonzerne auch) mit der Sicherheit nicht ganz so genau nimmt. Die übliche Reaktion auf Probleme ist denn auch Verschweigen, Leugnen, Lügen und wenn das nicht hilft, Bestechen und Kaufen! The show must go on!

Bei diesem Ölunfall nun, scheint es zunächst genauso abzulaufen, wie bei den vielen anderen Störungen, die es in den Jahren davor schon gegeben hat. Die US-Behörden,, die für die Vergabe von Bohrlizenzen zuständig sind, hat man erfolgereich unterwandert, korrumpiert und gekauft, sodas von dieser Seite keine Kontrollen und unangenehme Fragen zu befürchten sind. Für die Presse und andere kritische Beobachter von Seiten der Öffentlichkeit und der Regierung entfaltet man heftigen Aktionismus, der aber letztlich wirkungslos ist! Ein um´s andere Mal bittet man die Bevölkerung und die öffentlichkeit um Hilfe. Man brauche Vorschläge, wie das Bohrloch, aus dem nun doch große Mengen Öl austreten, zu verschließen wäre. Ob das ernst gemeint ist, lässt sich nicht beurteilen. Es zeigt aber sehr deutlich, dass sich keine Sau darüber Gedanken gemacht zu haben scheint, was passieren kann, wenn ein großer Unfall in solcher Tief passiert und schon garnicht, wie man eine Leckage oder abgerissenes Förderrohr wieder abdichten kann!

BP tritt regelmäßig, zusammen mit Behördenvertretern, vor die Presse und kündigt ständig neue Abdichtversuche an, die aber allesamt fehlschlagen! In Amerika scheint das Problem kleingeredet zu werden. Die meisten Menschen sind sich der verheerenden Ausmaße dieses Ölunfalls garnicht bewusst. Womöglich liegt das daran, dass BP bewusst die ware Menge des austretenden Öls verschweigt. Im Laufe der Zeit stellt sich jedoch heraus, dass die Ölschwaden, die täglich in Meer ausströmen wesentlich größer sind, als der Konzern behauptet.

BP erpresst die Menschheit

Jetzt, nachdem die Quelle schon knapp 6 Wochen lang das Meer verseucht und mittlerweile eine Ölmenge ausgetreten ist, die den Unfall mit der „Exxon Valdez“ vor Alaska wie eine kleinere Katastrophenübung aussehen lässt, feiert sich der Konzern, weil es ihm gelungen ist, das verbogenen Förderrohr abzuschneiden. Leider ist es aber so, dass dieser Schnitt den Rohrquerschnitt vergrößert hat, denn vorher war er durch das Abknicken  des Förderrohres, während des Untergangs der Deepwater Horizon, deutlich kleiner. Es strömen nun nach unterschiedlichen Angaben etwa 20% mehr Öl ins Meer, als vorher. Nachdem BP nun eine Art Trichter auf das Förderrohr aufgesetz hat, kann ein Teil des Öls nun abgesaugt und an der Meeresoberfläche in einen bereitstehenden Tanker gepumpt werden (natürlich ist das gut für den Konzern, denn dieses Öl kann er in die Raffinerie bringen und dann teuer als Benzin verkaufen…). Die Menge des abgesaugten Öls soll bei nur etwa 10-20% des gesamten ausströmenden Öls liegen. Ich bin ja nun nicht gerade der Hellste und vielleicht habe ich auch die ein oder andere Gehirnzelle in meiner Jugend durch übermäßigen Alkoholgenuß verloren. Aber wenn ich all meine kogniiven Fähigkeiten zusammen nehme und mal so über den Daumen peile, dann stelle ich fest, dass nach dieser Rechnung die ausfließende Ölmenge nahezu gleich geblieben ist, während der Konzern BP nun wenigstens den Teil, der ohne diesen Schnitt nicht ausgetreten wäre, gewinnbringend verkaufen kann! Wenn ich falsch liege, korrigiert mich bitte!

Deepwater Horizon nach der Explosion am 22.4.2010

Auch wenn BP dieses Ereignis nun als Erfolg verkaufen will, ändert sich an der Katastrophe nicht wirklich etwas. Das Öl strömt und strömt und strömt auch weiterhin ungehindert ins Meer. Die beginnende Hurrican-Saison wird dafür sorgen, dass sich die Ölmassen ordentlich mit dem Wasser vermischen und in großen Mengen und über hunderte von Kilometern verteilt auf die Strände gespült werden. Dazu kommt noch, dass die Unmengen von Corexit 9500 (Hersteller ist der Chemiekonzern Nalco Chemical Company), die man bereits kurz nach der Entdeckung des Lecks ins Meer schüttete (so ist es auch kein Wunder, dass man lange Zeit keine größeren Ölteppiche auf dem Meer herunschwimmen sah, denn Corexit spaltet das Öl in kleinste Tröpfchen auf, die sich dann umso leichter im Wasser verteilen…solange, bis man vor einigen Wochen entdeckte, dass sich große Ölfilme auf dem Meeresgrunde gebildet hatten, die die Lebensgrundlagen der Meereswesen zu zerstören drohen), vermutlich sehr viel giftiger sind, als das Öl selbst.

In Großbritannien z. B. ist Corexit wegen seiner sehr hohen Toxizität verboten! Aber mit solchen Kleinigkeiten hält man sich in Amerika nicht weiter auf, wie sich zeigt – man bohrt nach Öl in Meerestiefen, die sich bei Störfällen der direkten Einflussmöglichkeiten entziehen und für die man so gut wie keine tauglichen oder auch nur halbwegs erprobten Techniken hat, geschweige denn wurden Technikfolgenabschätzungen vorgenommen, oder Notfallpläne erarbeitet!

Während sich also der Ölteppich immer weiter ausbreitet und die ersten Hurricane sich unweigerlich bilden werden, haben Forscher nun  festgestellt, dass durch den Golfstrom, der im Golf von Mexiko seinen Ursprung hat, eitere Gefahr droht! Geraten die Ölrückstände, wie auch das Gift in diese gewaltige Strömung, dann droht nicht nur der westküste Floridas eine Ölpest ungeahnten Ausmaßes. die Ölflut kann auch bis an die Ostküste der USA getrieben werden und, haltet Euch fest, eventuell bis in den Nordalantik! So hat wenigstens jeder was davon.

Tony Hayward, CEO von BP, aber sieht keinen Grund, seinen Posten zu räumen. Ich meine, warum auch. Er tut schließlich, was er kann. Das ist zwar nicht viel, aber was will man schon erwarten. Er verdient Geld für seinen Konzern. das dabei die Sicherheit auf der Strecke bleibt? Hey, that´s kapitalism, you know? Den Gewinn kriegt der Konzern, die Schäden und Folgen werden sozialisiert, so ist das nun mal! Und weil sich Hayward sehr um den „guten“ Ruf seines Konzerns sorgte, gab er jüngst 50 Millionen Dollar für eine PR-Kampagne aus, anstatt den von der Katastrophe betroffenen Menschen zumindest mal vorab ein paar Dollar Entschädigung zu bezahlen.

Auch US-Präsident Obama, der sich eigentlich viel lieber in Glanz und Glamour öffentlichkeitswirksamer Ereignisse (allerdings im positiven Sinne) gefiele, musste bereits zum 3. Mal in die von der Ölpest bedrohten Küstenregionen reisen und dort den bösen Mann mimen. Sein Zorn ist zwar verständlich, aber die Art und Weise, wie er der Ölpest und der Macht des Konzerns BP gegenüber steht, lässt ihn genauso hilflos wirken, wie George W. Bush beim Wirbelsturm Katrina. Das Krisenmanagement war und ist in beiden Fällen wenig bis garnicht souverän und das dürfte sich nicht gerade positiv auf die Amtsführung und die Zustimmung der Bevölkerung auswirken

weiterführende Links:

  • BP – British Petrol (Homepage des Konzerns – zweitgrößter Ölkonzern der Welt. Ist schon häufiger durch seinen extrem laxen Umgang mit der Sicherheit auf seinen Ölplattformen aufgefallen. Die Konzernführung scheint für entsprechende Gewinnaussichten bereit zu sein, über Leichen zu gehen!)
  • Nalco Chemical Company (Homepage des Konzerns – Hersteller des Ölbekämpfungsmittels Corexit 9500, das in großen Mengen im Golf von Mexiko nach der Havarie auf der Deepwater Horizon zum Einsatz kam. Corexit spaltet das Öl in kleinste Tröpfchen auf, die sich dann großzügig im Meer verteilen sollen und so angeblich leichter abgebaut werden sollen.)
  • Corexit 9500 (Sicherheitsdatenblatt, leider auf englisch)
  • Corexit 9500A (Produktbeschreibung des Herstellers, auch auf englisch)
  • Transocean (Homepage des Konzerns – das Unternehmen betreibt Ölbohrinseln und Ölplattformen, die von den Ölkonzernen geleast werden. das geförderte Öl wird auf Rechnung der Ölkonzerne vermarktet. Transocean war Betreiber der Deepwater Horizon Ölplattform, die am 22.4.2010 in den Fluten des Golf von Mexiko versank und 11 Arbeiter in den Tod riss!)