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Der Krieg der USA gegen die Indianer


Kaum ein Land auf der Welt hält sich soviel auf seine demokratischen Werte und die Menschenrechte zugute, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, die USA. In „gods own country“, in Gottes eigenem Land also, kann es jeder vom Tellerwäscher zum Millionär bringen (so sagt man), wenn er nur fleissig genug ist, wenn er rackert, wie ein Schwein und wenn er kein Schwarzer (aber sogar dann hat er vielleicht eine Chance in der Entertainement-Branche, als was auch immer, denn hier kann man es nur zu etwas bringen, wenn man exotische genug aussieht, das Können ist dabei Nebensache), kein Kranker, Behinderter, oder gar einer der Natives ist, also ein Angehöriger jener Rasse, die einst ganz Amerika bevölkerte und bereits kurz nach der Entdeckung des Kontinent durch den Falschfahrer Christoph Columbus, von den in Massen herbeiströmenden weißen Einwanderern, an die Wand und die unfruchtbaren Gebiete des Kontinents gedrängt wurden.

Dabei setzte man nicht nur Pfeil und Bogen überlegene Handfeuerwaffen und Kanonen ein, sondern bediente sich auch weniger hehrer Methoden, um sich der unerwünschten Kinder Manitous zu entledigen.

Indianer, die sich nicht mit Glasperlen und anderem wertlosen Plunder „überreden“ lassen wollten, ihr fruchtbares Land den Weißen zu überlassen, verfrachtete man mit Gewalt in unwegsame Gebirge und knochentrockene Wüsten, wo man ihnen in sogenannten Reservationen gewisse „Rechte“ und später auch eine Art Selbstverwaltung einräumte, freilich unter der Oberaufsicht und der Knute des weißen Mannes, der sich selbst nicht nur als die Krone der Schöpfung betrachtete, sondern dies auch sehr deutlich zeigte. Er behandelte die Indianer als unmündige, dumme und verantwortungslose Kinder, die einer strengen „Erziehung“ zu unterwerfen seien, damit sie zu „guten“ und vor allem christlichen Menschen wurden, die verlernt haben zu widersprechen und ihre eigenen Interessen zu vertreten.

Diese Einstellung, vom überlegenen Weißen und den kindlich naiven Indianern, hat sich bis heute erhalten und ist damit nicht mehr und nicht weniger als eine Form des Rassismus, der bis auf den heutigen Tag als selbstverständlich betrachtet, gesellschaftlich akzeptiert und genauso praktiziert wird!

Heute sind die Indianer, die einst frei und stolz die Prärien durchstreiften und den riesigen Büffelherden (ein Mosaiksteinchen im Krieg der USA gegen die Ureinwohner war daher zu allererst die Vernichtung der großen Büffelherden. In der Folge verhungerten unzählige Indianer, der Rest wurde in abgelegene Reservationen deportiert) hinterher zogen, die ihre Lebensgrundlage bildeten, auf viele mehr oder weniger große Reservate verteilt, wo sie, weil es keine Jobs und auch sonst keine Industriebetriebe gibt, auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Glücksspiel, Korruption, Gewalt, Drogen und Alkoholmissbrauch sind daher in den Reservationen an der Tagesordnung und Diabetes, der seine Ursachen in der Fehl- und Mangelernährung durch den Fastfood-Fraß des weißen Mannes hat, ist zu einer wahren Plage geworden. Der soziale Zusammenhalt der Stämme, Sippen und Familien, ist weitestgehend zerstört, die Bildung auf einem erschreckend niedrigen Niveau! Indianer haben in der Berufs- und Arbeitswelt der weißen „Herrenrasse“ so gut wie keine Chance!

Ihrer Kultur, ihrer Geschichte, hat man sie gezielt entfremdet und ihre religiösen Zeremonien über Jahrzehnte hinweg verboten. Wer trotzdem daran teilnahm, oder auch nur dabei zusah, lief Gefahr, verhaftet und ins Gefängnis geworfen zu werden.

Heute tötet der weiße Mann nicht mehr einfach Indianer, oder lässt sie in der Wüste verhungern und verdursten. Er geht mittlerweile weit subtiler vor und verurteilt Indianer, die ihre Rechte einfordern nach regelrechten Schauprozessen jahre- und jahrzehntelang ins Gefängnis, isoliert sie und breitet den Mantel des Schweigens darüber.

Besonders erbittert wurden die Auseinandersetzungen von beiden Seiten geführt, als man den Indianern auch noch das letzte bisschen Land abnahm, sobald man darunter auch nur eine Spur wertvoller Bodenschätze vermutete, beispielsweise Gold, Öl, Uran und was sich sonst noch auf dem Weltmarkt gewinnbringend (aber in der Regel ohne Beteiligung der betroffenen Indianer) verscherbeln lässt!

Korrupte Regierungsbeamte verhökern bis heute die Rechte an Grund und Boden, Polizeigewalt sorgt dafür, dass sich die Indianer nicht wehren können. Das Ganze wird dann mit politischer Vorteilsnahme kombiniert und schon können die Kräfte des freien Marktes ihre segensreiche Wirkung entfalten (bedauerlicherweise nur segensreich für die Konzerne!).

Die betroffenen Indianer müssen mit der Umweltverschmutzung und der Zerstörung ihrer heiligsten Stätten leben, für ihre Rechte interessiert sich kein Schwein in der Regierung (und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich nun um Demokraten oder Republikaner handelt!). Offensichtliches Unrecht wird nicht wieder gut gemacht, sondern vertuscht. Die Opfer der Schauprozesse, des Staates und der Konzerne leiden bis heute unter den Folgen des Rohstoffhungers der Welt! Vom Staat gezahlte Entschädigungen in Millionenhöhe verschwanden in korrupten Kanälen und dienten der Bereicherung einiger weniger einflussreicher Indianer, die sich mit den Weißen arrangiert haben.

Ein besonders krasses Beispiel für eine willfährige, staatshörige und abhängige Justiz und die bewusste Missachtung der Menschenrechte, stellt der Fall Leonard Peltier dar.

Leonard Peltier

Leonard Peltier ist ein indianischer Aktivist des AIM und seine Arbeit und sein Einsatz für die Rechte der Indianer brachte ihn 1977 vor ein US-Gericht, dass ihn wegen Mordes an zwei FBI-Beamten zu zweimal lebenslänglicher Haft verurteilte. Seit dieser Zeit, mithin also seit fast 35 Jahren, sitzt er unter teilweise unmenschlichen Bedingungen in politischer Haft.

Seit dem 27. Juni hält man den heute 66-jährigen Leonard Peltier, der an Diabetes und Herz-Kreislaufbeschwerden leidet, in einer 1,8 m x 2,4 m winzigen Zelle in Isolationshaft gefangen.

Auf Grund lächerlicher und an den Haaren herbei gezogener Anschuldigungen wurde er zu 6 Monaten Einzelhaft verurteilt. Die gnadenlose Vollstreckung dieser Strafe ist unter den genannten Bedingungen und dem allgemein schlechten Gesundheitszustands des Delinquenten lebensbedrohlich. Es zeigt sich deutlich, dass hier ein Exempel statuiert werden soll, wobei das Leben, die Gesundheit und die Menschenrechte des Leonard Peltier keine Rolle spielen!

INFO: Natürlich will ich keine Falschmeldungen verbreiten und aus diesem Grunde weise ich auf Informationen hin, die ich kürzlich erhalten habe. Diese besagen, dass Leonard Peltier nicht mehr in diesem Höllenloch in Isolationshaft gefangen gehalten wird.

Sein derzeitiger Status wird mit Disciplinary Segregation beschrieben. Darunter ist wohl eine Isolation von allen anderen Gefangenen zu verstehen. Dies ist als Maßnahme der Disziplinierung für begangene (oder vermeintlich begangene) Straftaten während der Verbüßung der ursprünglichen Haftstrafe zu verstehen. Hier sind der Willkür Tür und Tor geöffnet, da bei solchen strafverschärfenden Disziplinierungsmaßnahmen vor Gericht keine Anwälte zur Verteidigung zugelassen sind! Vielfach, so wie vermutlich auch im Falle Leonard Peltiers, werden solche Disziplinierungen benutzt, um die Betroffenen zu demütigen und gefügig zu machen!

In jedem Fall dürften sie mit der Menschenwürde nur sehr schwer oder garnicht zu vereinbaren sein!

Wer den Freiheitskampf Leonard Peltiers unterstützen möchte, kann sich am Email-Protest beteiligen, mit dem Präsident Obama aufgefordert wird, den Schwerkranken zu begnadigen!

Das Unrecht, dass Leonard Peltier durch die US-Justiz angetan wird, steht den Verbrechen der US-Militärjustiz an den Gefangenen in Guantanamo Bay in nichts nach! Es ist ein Krieg gegen die indianischen Völker, die Ureinwohner Amerikas. Die USA haben unter dem Deckmantel der Menschenrechte und der Demokratie überall auf der Welt Kriege begonnen und geführt, während sie im eigenen Land diese recht emit Füßen treten. Es gibt keine unabhängige Justiz, sondern nur eine rassistische und parteiische Justiz, die sich den Wünschen der Mächtigen unterwirft und Kritiker mundtot zu machen und durch unmenschliche Haftbedingungen auszurotten versucht!


Das Logo des AIM

Die Gesamtsituation der Indianer in Nord- und Südamerika

Überall auf dem Doppelkontinent Amerika, der bekanntlich aus den Teilen Nord- und Südamerika und der die beiden Kontinente verbindenden Landbrücke Mittelamerika besteht, wurden die Indianer, nach der Eroberung durch Spanier (Cortéz, Pizzaro), die Portugiesen, Franzosen, Engländer, Holländer und wen auch immer, unterdrückt, versklavt und ausgebeutet.

Besonders gravierend wahren die Verfolgungen in den Teilen der Neuen Welt, die zum gigantischen Kolonialreich Spaniens gehörten. Mit beispielloser Brutalität wurden hier die Indios in die Gold- und Silberminen getrieben, oder auf den Haziendas und Plantagen gnadenlos verheizt. Ein übriges tat die spanische Inquisition, die mit Feuer und Schwert die ungläubigen Indios zum christlichen Glauben zu bekehren trachtete.

Politisch waren die Natives zur Tatenlosigkeit verdammt und damit zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Aufstände wurden mit brutalster Gewalt beantwortet und ohne jede Rücksicht niedergeschlagen, selbst nachdem die ehemaligen spanischen Kolonien die Herrschaft der Krone abgeworfen hatten, änderte sich an der Situation der Indios erst einmal garnichts. In Brasilien beispielsweise wurde die Sklaverei erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verboten!

Überall bietet sich dem aufmerksamen Beobachter in Süd- und Nordamerika das gleiche traurige Bild – die Indianer, als die Ureinwohner des Kontinents, sind gleichzeitig die rechtlosesten und am grausamsten unterdrückte Minderheit, selbst Schwarze, Latinos und Chinesen erfahren mehr Anerkennung als die Natives.

Heute wie damals nimmt keine Regierung Rücksicht auf die Bedürfnisse, kulturelle und religiöse Identität der Indianer und Indios. Kaum waren sie in die letzten unwegsamen Urwälder verdrängt, oder in andere, abgelegene Wüsten und Ödnisse deportiert, begann man auch schon die geschlossenen Verträge zu brechen, wenn man sie denn überhaupt jemals für ernst genommen hatte (was man aber getrost verneinen darf!).

Die Wälder (besonders der Amazonasregenwald) fallen den Motorsägen des weißen Mannes zum Opfer, ebenso wie die kläglichen Reste der Küstenregenwälder Nordamerikas der Gier der US-Holzindustrie. Hunderte Jahre, oder sogar mehr als tausend Jahre alte Baumriesen werden ohne mit der Wimper zu zucken gemordet und zu Bauholz und Zellulose für die Papierproduktion verarbeitet. Was stehen bleibt, wird ein Raub der Flammen, mit denen die Handlanger multinationaler Konzerne Weideland schaffen, um darauf Rindviecher zu züchten, damit der Nachschub an Hamburgerfleisch nicht nachlässt und die Nachfrage nach Gensoja gestillt werden kann…bis die Erosion die nackte, gequälte Erde hinweg gespült hat.

Wo Erdöl entdeckt wird, fallen die Ingenieure und Arbeiter der Mineralölkonzerne wie Heuschreckenschwärme ein, vergiften den Wald und die Flüsse,

zerstören die Natur und hinterlassen eine ölverpestete Mondlandschaft. Politische Aktivisten werden von Killerkommandos ermordet, die Frauen vergewaltigt und die Gewinne ins Ausland geschafft. In diesem grausamen Spiel tanzen die korrupten Systeme der Staaten in Nord- und Südamerika einen kriminellen Tanz mit den von Profitgier besessenen Managern westlicher Konzerne!

Im Indioland schürfen illegale Goldsucher nach dem edlen Metall und verseuchen die Flüsse mit Quecksilber. Drogenkartelle zwingen die Indios, Marihuana, Koka und Mohn anzubauen, die Rohstoffe für Suchtmittel liefern und wenn die Armeen der westlichen Länder den Kampf gegen den Drogenhandel in die Länder tragen, wo der Rohstoff heranwächst, dann leiden auch darunter die Indios am meisten!

Es ist ein Scheißspiel, in dem Menschen herum geschoben werden wie Figuren auf einem Schachbrett und genau wie die Bauern werden sie dem Profit geopfert und geschlagen.

Leonard Peltier ist ein Symbol für den Widerstand der Indianer gegen die Ungerechtigkeit und den Kampf für die Menschenrechte und darum müssen wir für seine Freiheit eintreten!

Free Leonard Peltier

weiterführende Links:

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die völlige Teilnahmslosigkeit am Schicksal Leonard Peltiers durch die großen Tageszeitungen, besonders der Boulevardpresse in Deutschland. gerade Letztere stürzen sich ja üblicherweise wie Aasgeier auf jede Geschichte, mit der sich die Verkaufszahlen in die Hohe treiben lassen. Aus irgendeinem Grunde scheint man aber nicht unangenehm auffallen zu wollen…

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