Guerillagardening in der Schweiz?

Man kann den Schweizern viel nachsagen. Zun Beispiel, dass sie nur dem Gelde verpflichtet sind und dass ihnen ihr Steuergeheimnis heilig sei. Bisweilen wird das Ländli sogar als Steueroase bezeichnet, das davon lebe, unredlich verdientes Schwarzgeld wohlhabender aber keineswegs steuerehrlicher Zeitgenossen (nein, keine Eidgenossen, jedenfalls nicht nur…) anzuziehen.

Für besonders aggressive Maßnahmen zum Umweltschutz erwartet man von den Schweizern meist vergeblich. umso erstaunlicher ist der Kampf der Guerillagärtner in Zürich oder anderswo, die sich nächtens heimlich auf die Socken machen, um Brachflächen zu beackern und zu begrünen, oder gar mit Blumen zu verschönern.

Der Sinn des guerillagärtnerns ist der Kampf gegen die Betonwüsten der Städte, gegen Brachen und verwilderte Verkehrsinseln. Meist wollen die Stadtverwaltungen diese freiwillige Leistung ihrer Bürger aber nicht dulden, denn es ist viel einfacher und billiger, auf den meistn freien Flächen ein paar Grassoden und einige Sträucher zu pflanzen, die als Müllfänger dienen. Hin und wieder lässt man diese Flächen von Ein-Euro-Jobbern (jedenfalls in Deutschland) reinigen, ratzt da Gestrüpp so nachhalötig, dass es mehrere Monate braucht, um wieder auf die Beine, bzw. die Wurzeln zu kommen und lässt dann den lieben Gott einen guten Mann sein.

Guerillagärtner sind Anarchisten. Guerillagärtner sind konspirativ und handeln verdeckt. Nicht, dass es wirklich strafbar wäre, ein paar Samen auf Grünflächen zu verstreuen, solange es sich nciht um Hanf, oder andere Drogenpflanzen handelt, an denen sich die Bürger dann gratis bedienen und berauschen könnten (obwohls das auch schon gegeben haben soll. „Spezielle“ Guerillagärtner pflanzten Hanf in städtische Blumenkübel zwischen die regulären Vergißmeinicht und andere Pissnelken und die Stadtgärtner pflegten diese wochenlang mit und gossen sie eifrig, ohne dass jemand merkelte, was da sauberes heranwuchs – bis ein böser Polizist verdacht schöpfte, weil er die scharf gezackten grünen Blätter seltsam vorkamen…).

Die Übeltäter wurde nie gefunden, wenn ich es recht erinnere und das ist auch gut so!

Dieser spezielle schweizerische Guerillagärtner hier in dem Video hat nun schon mehr als 25 Jahre Kampf auf dem Buckel. Nun schiebt er ein Kochbuch nach, in dem er von ihm gegärtnerte und später wieder eingesammelte Guerilla-Pflanzen kocht und damit seinen Speisezettel ein wenig aufmöbelt…

So weit so gut. Aber der Sinn des Guerillagardening ist es nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen und sich zu outen. Handeln ist angesagt und das sich-dran-freuen an dem, was die harten Bedingungen des städtischen Umfelds überlebt und sich vermehrt.

Ich persönlich sehe das Guerillagardening am liebsten in seiner anarchistischen Form – unabahängig von der Duldung und/oder gar Genehmigung dieses Vorgehens durch die städtischen Behörden! Für mich muss eine Stadt essbar sein. Öffentliche Plätze sollten voller Obstbäume und -sträuchern sein, Gemüse (verständlicherweise selbstvermehrend und selbstaussäend) sollten auf allen öffentlichen Plätzen gesät, gesetzt und heimlich gepflegt werden, zur freien Verfügung für die Menschen in der Stadt! Aber man kann ja nicht alles haben. Wir arbeiten aber daran!

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Wir wissen nicht, was Ihr mit Eurem Schwarzgeld macht…

…wir empfehlen zum Waschen Ihrer an der Steuer vorbei geschleusten Gewinne Zypern, die als Staat getarnte Geldwaschmaschine, in der es sogar möglich ist, während der Schließeung von Banken und der Sperrung von Konten, Geld ins Ausland abfliessen zu lassen, während der dämliche Kleinsparer säuerlich darauf wartet, bis die übrig gebliebenen Banken nach mehr als einer Woche die Pforten unter Polizeischutz wieder öffnen.

Es wäre schließlich fatal, wenn die einfachen Leute ihre paar gesparten Kröten in Panik von den Konten holen und lieber unter die Matratze legten, wo sie doch die Kosten der Bankenkrise tragen sollen -und zwar allein, nicht wahr?

Dieses ganze Affentheater um die Heranziehung von Vermögen über 100.000,- € zur Rettung Zyperns ist nicht nur eine Lachplatte (wenn es nicht so verdammt ernst wäre!), sondern ein Testlauf, wie man dem Bürger an seine Notgroschen geht, ohne den Geldadel mit solch profanen Dingen zu behelligen! Sch(r)äuble, der rollende Bad-Bankster der EU testet die Grenzen des Machbaren aus – wie ein Kleinkind das bei seiner Mutter versucht!

Die Zahlungsgarantien, die Deutschland für die Eurotrettung eingegangen ist, sind derart horend, dass nicht im Ernst daran geglaubt werden kann, dass man diese, im Falle eines Falles, auch nur ansatzweise erfüllen könnte, ohne die eigene finanzpolitische Handlungsfreiheit zu verlieren. Also muss jemand anders dafür blechen und wer wäre besser dafür geeignet, als der einfache Bürger von nebenan, der Arbeiter, der kleine Angestellte, oder der Beamte?

In Zypern wird getestet, wie weit man gehen kann, bevor das Kartenhaus der EU zusammen bricht!

Kapital ist ein scheues Reh (sagt man!), so scheu, dass es entflieht, kaum dass es auch nur die kleinste Unsicherheit an der Börse, oder Zweifel an der Zahlungsfähigkeit eines Landes gibt, egal, wie klein und unbedeutend es auch sein mag! Und es ist so scheu, dass es sogar entfleucht, obwohl die Banken geschlossen und die Konten gesperrt sind und das muss ihm erst mal jemand nachmachen!

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Der Ausverkauf der Menschenrechte?

Heute ist der 22. März. Genauer gesagt, der 22. März 2013, wobei die Jahreszahl eher von untergeordneter Bedeutung ist, in diesem Fall immerhin. Warum dieses Datum von Bedeutung ist? Ganz einfach, es ist der Tag des Wassers!

Wasser, sauberes Trinkwasser, ist ein Menschenrecht! Sagen die UN – allerdings auch erst seit drei Jahren! Wasser ist überlebenswichtig für alle Menschen, für die Tiere auch und nicht zuletzt, für nahezu die gesamte belebte Natur! Trotzdem hat ein großer Teil der Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser!

Tausende Kinder sterben jeden Tag an Durchfallerkrankungen, Millionen Menschen leiden weltweit an Infektionserkrankungen, die durch verschmutztes Trinkwasser übertragen werden. Sogar bei uns in den „zivilisierten“ westlichen Ländern Europas und Nordamerikas wird sauberes Wasser immer knapper, weil die Menschen es vergeuden, verschleudern, verdrecken und verschmutzen! Drogen, Medikamente, Psychopharmaka, Chemikalien, Schmutz und Unrat, all das findet sich in immer größeren Mengen in unseren Trinkwasserreservoiren und was noch an sauberen Quellen vorhanden ist, das wird, weltweit versteht sich, zur profitorientierten Ausbeutung einigen wenigen Großkonzernen überlassen!

Wasser ist ein Menschenrecht, so heisst es, trotzdem muss ein Großteil der Menschheit auf sauberes Wasser zum Trinken und zum Waschen verzichten, weil sich die wichtigsten Quellen bereits in den Händen großer Konzerne befinden. Und wie wir wissen, haben große Konzerne sicherlich sehr viel. Sehr viel Geld zum Beispiel, daraus folgernd noch mehr politischen Einfluss und einen unaufhörlich steigenden Profit aus dem sich verknappenden Gut Wasser!

Wer kein oder nicht genug Geld hat, um sich Wasser in Plastikflaschen von den Konzernen zu kaufen, der muss saufen, was so herum schwimmt, in den verdreckten Flüssen und Seen. Der kann sich am verschmutzten, salzigen Meerwasser laben, oder die Brühe aus Abwässern, Kläranlagen und Fäkalgruben trinken. Darin sehen viele Politiker, besonders wenn sie konservativ oder liberal sind, keinerlei Widerspruch. Für sie geht das wunderbar zusammen – Wasser als Menschenrecht, dass man sich kaufen muss, oder eben darauf verzichten!

Der Konzern, der sich neben sogenannten „Lebensmitteln“ auf die Kontrolle von Trinkwasserquellen und den Verkauf des abgefüllten Trinkwassers spezialisiert hat, ist das schweizerische Unternehmen Nestlé! Seine Strategie zielt eindeutig auf die Kontrolle sämtlicher verfügbarer Trinkwasserreserven ab! Und tatsächlich finden sich immer wieder genug Politiker, die nicht das Geringste dabei finden, die Trinkwasservorräte zu „privatisieren“ und sie der Gier der Konzernmanager zu opfern!

Wird das Trinkwasser priovatisiert, wird es immer und zwangsläufig teurer. Gleichzeitig sinken Qualität und Reinheit, denn Investitionen in das Leitungsnetz schmälern den Profit! Konzerne übernehmen also in der Regel Leitungsnetze, die mit dem Geld der Allgemeinheit durch den Staat gebaut wurden und verdienen sich damit dumm und dämlich! Die Politiker, die dies zulassen sind auch dumm und dämlich, weil sie behaupten zu glauben, Wasser würde erst dann maßvoll und sinnvoll konsumiert, wenn es einen kostendeckenden Preis habe!

Genauso wie Politiker, die für die Privatisierung sind, haben Konzerne und ihre Manager keinerlei Gewissen. Sie sind profitorientiert und belasten scih nicht mit so überflüssigen Dingen, wie sozialer Verantwortung.

Trinkwasser zu gewinnen und der Gesellschaft in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen, ist eine DER wichtigen Aufgaben des Staates. ebenso wie die Kontrolle von Infrastruktur zur Versorgung der Menschen mit Energie, die Verkehrsinfrastruktur und dergleichen unverzichtbarer Dinge. Dies sind Aufgaben, die der Staat nie privatisieren und Profitinteressen opfern darf!

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Die Dummschwätzer!

Betrachtet man einmal, ganz ohne Vorurteile, sofern das überhaupt möglich ist, die unselige Debatte um die Energiewende und der daraus unweigerlich folgenden Strompreisexplosion, kann man nur zu einem Schluss kommen – in der Bundesregierung können eigentlich nur Berufsdilletanten sitzen, die nicht nur nichts können, sondern auch garnichts wollen; selbst wenn sie wollten!

Der Herr Altmaier, ein Fleischberg, durch dessen schiere Masse die Größe seines Gehirns als völlig unterentwickelt angesehen werden muss, hat sich seit seiner Machtübernahme im Bundesumweltministerium durch nichts ausgezeichnet, außer vielleicht durch einen kaum zu überbietenden Aktionismus, durch den hemmungslosen Drang sich nicht nur unentwegt mittzuteilen, sondern auch dadurch, mit Leidenschaft viel anzukündigen und dann nichts umzusetzen.

In dieser Hinsicht scheint er sehr erfolgreich bei der BundesankündigungsministerIn Aigner in die Lehre gegangen zu sein und gerade in dieser Diziplin scheint er sie locker ausstechen zu können. Allein darunter leiden nicht nur die Natur und die Umwelt, sondern auch die Bürger!

Das Altmaier naturgemäß keinen leichten Stand gegen den liberalen Zwergenkönig Rösler hat, der sich weder der Umwelt, noch den lästigen Bundesbürgern verpflichtet fühlt, sondern ausschließlich der Wirtschaft, ohne die er vermutlich nicht viel mehr wäre, als ein arbeitsloser Augenarzt, wundert nur den, der sich der fehlgeleiteten Meinung hingibt, die FDP sei eine demokratische Partei und für das politische Gefüge der Bundesrepublik Deutschland wahrhaftig unverzichtbar. Allerdings steht man mit solch einer Einstellung allein auf weiter Flur, bzw. in den Fluren des Bundestages, denn die FDP steht immer da, wo´s warm rauskommt. Und entsprechend ist auch die Politik – stets darauf bedacht, was der Wirtschaft Freude macht! Und Freude machen den Bossen der Konzerne beispielsweise ein niedriger Strompreis, denn der böse Wettbewerb quält die Unternehmen, vom 18-Loch-Golfplatz bis hin zu den Brauereien, nicht jedoch die Umwelt, die Natur, oder die Interessen des gewöhnlichen Feld-, Wald- und Wiesenhamsters, schon garnicht die Nöte des Bundesbürgers!

Und über allem thront, wie eine fette Glucke auf den Eiern, wie eine Muttersau, die ihre Ferkel säugt, die Muddi, die Lichtgestalt des bundesdeutschen Wirtschaftswunders 2.0, die nicht nur keine Ahnung hat, warum die Wirtschaft boomt, noch warum die Bundesbürger unter ihrer gütigen Herrschaft verdammt nochmal nicht einfach die Fresse halten und glücklich sein können!

Das mag an ihrem Phlegma liegen, mit welchem sie durchregiert, wenn man das so nennen will. Dieses hindert sie beständig daran, irgend etwas zu tun, zu veranlassen, oder auf irgend etwas zu reagieren. Bisher ist es ihren Spin-Doktoren noch stets gelungen, die hektischen Lenkbewegungen, die den Dampfer Deutschland unter ihrer Führung zu einem unberechenbaren Zickzackkurs durch die Wirtschafts- und Finanzkrise veranlassen, als die souveränen Kurskorrekturen einer allwissenden und mit ruhiger Hand steuernden Kapiteuse am Steuerrad zu verkaufen! Und der Bürger, dem schon lange der Überblick über die Chaos-Politik der Regierungskloalition verloren gegangen ist, glaubt das auch noch. Anders sind die Beliebtheitswerte von Muddi bei Umfragen nicht zu erklären!

Das böse Erwachen wird noch kommen! Spätestens dann, wenn Deutschland richtig an die Wand gefahren worden ist. Wenn Wolfgang Sch(r)äuble, der rollende Nosferatu der Finanzpolitik das erste Mal Milliarden aus den übernommenen deutschen Verpflichtungen überweisen muss! Einstweilen kann man den Bürger noch ordentlich schröpfen – Rentenalter rauf! Renten runter! Strompreise rauf, denn die Energiewende ist schuld und eigentlich war die Atomenergie ja doch nicht so gefährlich! Umweltschutz ist nur was für Versager, denn gut ist, was der Wirtschaft frommt! Und die Wirtschaft brummt nur dann, wenn die arbeitenden Massen auf Lohnzuwächse verzichten, zum Wohle der Konkurrenzfähigkeit in einer globalisierten Welt…und natürlich zum Wohle der Profite in den Unternehmen und Konzernen. Denn wo kämen wir hin, wenn der Arbeiter oder der kleine Angestellte auch seine Scheibe abhaben wollte vom ökonomischen Aufschwung der Wirtschaft. Die baut nämlich auf Bescheidenheit auf und zwar der Bescheidenheit der Beschäftigten, nicht der Manager!

Hier haben wir sie also, die Kloalition der Dummschwätzer! Altmaier, Rösler und Muddi, das sind die Bremser in unserem Land, neben vielen anderen! Unfähig sich politisch zu bewegen (was nicht nur an der Körperfülle liegt) und unfähig, wirklich gesetzgeberisch einzugreifen zu Gunsten der Bundesbürger. Und so wird der Strompreis auch weiterhin nur eine Richtung kennen – up, up and away…

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Scheiß auf das Klima!

Irgendeine Form der Glaubwürdigkeit hat die deutsche Umwelt- und Klimapolitik eigentlich noch nie gehabt. Dafür hat spätestens Frau Merkel, die einst recht vollmundig „KlimakanzlerIn“ genannt wurde, gesorgt. Sie, der man mit gutem Recht vorwerfen kann, ja vorwerfen muss, dass sie ihren Hosenanzug stets in den Wind hängt, der ihr am günstigsten deucht, besitzt weder umweltpolitisches Rückgrat, noch irgendeine Art von Masterplan zur Rettung des Klimas. Aber das braucht man auch garnicht, wenn man sowieso nicht gewillt ist, die Zukunft der Menschen zu sichern, sondern lediglich darauf bedacht, was der Wirtschaft nützt!

Der fette Herr Altmaier kippt die Klimarettung und die KanzlerIn findet es gut! Das der Handel mit CO2-Zertifikaten nix weiter is als gequirrlte Scheiße, wussten informierte und interessierte Kritiker schon seit langem. Die Bundesregierung, die sowieso nie hinter der Klimarettung stand, verabschiedet sich nun, step by step von den Programmen, die Geld kosten – und das sind so ziemlich alle!

Elektromobilität? Gestern noch einer der Eckpfeiler von Merkels ´Zukunftsmobilität, heute schon ein Auslaufmodell! Energiewende? Vor einem Jahr noch der Massstab für die Geschwindigkeit des Atomausstiegs, heute nur noch lästige Fußangel für die Energiekonzerne und deren Gewinninteressen! Und wenn sich der Herr Altmaier schon mal zu einer Aktion hinreissen lässt, die der Umwelt nützen könnte (wenn man es denn nur richtig machte), dann ist auch schon der unglaubliche Hulk der FDP da, Philipp Rösler, der nach seiner Amtszeit als Wirtschaftsminiter in dieser Katastrophenkloalition, mit dem Segen des allein selig machenden DIHK zum Schutzpatron aller Berufslobbyisten erhoben werden soll!

Wenn man die Umwelt schützen will, die Natur erhalten und das Klima retten, dann kann man das nicht auf Basis „freiwilliger Selbstverpflichtungen“ der global agierenden Großkonzerne tun, sondern nur durch scharfe gesetzliche Vorgaben, an die sich alle Marktteilnehmer zu halten haben!

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eBikes, Elektromotorräder und Elektroautos

Nachdem ich eine Weile durch das www gesegelt bin und dies und das gesucht und dabei etwas anderes gefunden habe, möchte ich Euch ein paar Links vorstellen, die mir ins Auge gestochen sind. Da ich ja selbst und immer noch ein überzeugte Fan und Befürworter der Elektromobilität bin, sogar nachdem ich nun selbst mit einem eher mittelmäßigen Elektroauto (Renault Z.E.) von Dienst wegen gequält und gepeinigt werde, suche ich nach elektrisch betriebenen Teilen, die etwas mehr Zukunft versprechen, als einfach nur ein umgebautes Großserienauto, dem man einen lumpigen Bleiakku verpasst hat!

Eigentlich, und das seh wohl nicht nur ich so, müssen elektrisch betriebene Fahrzeuge nach völlig anderen Prinzipien entwickelt und konstruiert werden, als konventionell mit einer Verbrennungsmaschine angetriebene Fahrzeuge. Dabei spielt das Gewicht, sowohl des Fahrzeugs, als auch des Akkusatzes eine tragende Rolle. Bedauerlicherweise zeichnen sich Akkus dadurch aus, dass sie entweder enorm teuer, mit schlechter Speicherkapazität ausgestattet, oder ungeheuer schwer sind! Die Effizienz des Antriebs ist schon relativ gut und besitzt einen Wirkungsgrad, von dem der Konstrukteur eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor nur träumen kann. 

Aber an der transportablen Speichertechnik für den Strom sieht man deutlich, dass der Elektromobilität knapp 100 Jahre Entwicklungszeit fehlen, eine Zeit, in der sämtliche ingenieurtechnischen Fähigkeiten sich darauf konzentrierten, Verbrennungsmotoren immer effizienter, leichter, sparsamer und stärker zu machen und seit etwa 20 Jahren auch noch immer abgasärmer.

Um die CO2-Effizienz eines Elektromotors braucht man sich nur insofern Gedanken machen, als die Herstellung in Kraftwerken umweltfreundlich zu erfolgen hat. In großtechnischem Massstab ist das ohne weiteres praktikabel, geht aber zu Lasten der Energiekonzerne und das wollen die natürlich nicht.

Genauso wenig sind die  Hersteller von Automobilen bereit, großzügig in die Entwicklung effizienter Speichermedien zu investieren, damit die Elektromobilität endlich den Schub bekommt, den die Umwelt so sehr braucht. Aber nach bewehrtem Muster erwarten die Autokonzerne auch in diesem Fall jede Menge staatlicher Entwicklungsgelder für die Grundlagenforschung und die Abfederung oder Vermeidung unternehmerischer Risiken, ist aber nicht bereit, die anschließend zu erwartenden Gewinne mit der Gesellschaft zu teilen, sondern möchte sie ausschließlich ihren Shareholdern zugänglich machen…

Aber es geht auch anders. In kleinerem Massstab, ohne Großserienproduktion, einfach nur mit viel Enthusiasmus. Und es entstehen wunderbare fahrbare Untersätze mit Charakter, innovativem oder Retro-Design und viel Freude am Fahren. Hoffen wir inständig, dass es sich irgendwann in der Großserie niederschlagen wird und die Menschen auch weiterhin individuell mobil sein können…

 

Herstellerlinks

 

GRACE (Michael Hecken baut nahe Berlin tolle eBikes aus hochwertigen Komponenten und je nach Modell schon ab 2.999,- €).

eROCKIT (Stefan Gulas fertigt das absolute Höllengerät für die Straße, das mit atemberaubenden 12 PS und Geschwindigkeiten bis zu 81 km/h das eBike auf eine neue Stufe hebt! Allerdings auch den Preis. Mit deutlich mehr als 12.000,- € ist das eROCKIT wahrlich kein Schnäppchen, das man sich mal eben so leistet. Aber allein das Design erhebt einen weit über das Rentner-Pedelec-Image hinaus! Natürlich darf das eROCKIT keine Fahrradwege benutzen, sondern ausschließlich die Straße, denn es ist als Leichtkraftrad zugelassen und erfordert einen Motorradführerschein).

PG Bikes (abartig schöne eBikes mit Charakter und einem dementsprechenden Preis – das ist sehr schade! Aber es gibt auch echte Customfahrräder)

3Elements (baut das eBike eSpire, ein nicht ganz billiges, aber gut durchgestyltes Elektrobike)

Zero Motocycles (Unternehmen aus Santa Cruz in Kalifornien/USA, das Elektromotorräder herstellt und auch in Europa vertreibt. Die Modelle reichen vom Sportbike bis zur Motocross-Maschine, die Preise bewegen sich zwischen 9.495,- € für die Zero MX Electric Motorcycle Motocross-Maschine, bis 13.995,- € für die Zero DS Dual Sport – und das sind nur die Grundpreise, versteht sich. Aber wer schön sein will, und elektrisch und umweltfreundlich, der muss wohl einfach leiden…)

Brammo (Hersteller von elektrischen Motorrädern aus Oregon/USA mit Vertriebspartnern in Europa und Deutschland. Preise gibt es auf Anfrage, offenbar redet man nich so gern darüber? Naja, die Elektroteile sehen jedenfalls sehr gut aus)

Segway (eine besondere Gattung elektrischer Fahrzeuge stellt der Segway dar, ein Gerät, bei dem man aufrecht steht, während man fährt und mit dem Körper lenkt, indem man das Gewicht verlagert. Die Reichweite ist sehr begrenzt, so dass man die Segways am Besten in der Stadt, oder in städtischer Umgebung einsetzen sollte. Bei einem Preis von deutlich mehr als 7.500,- € können einem allerdings die Sinne schwinden, wenn man die Größe dieses Geräts und seine Reichweite bedenkt. Für eine umweltfreundliche Massenmobilisierung von Stadtbewohnern ist der Segway damit allerdings untauglich…)

Tesla Motors (der, in meinen Augen, ultimative Elektrofahrzeughersteller. Tesla Roadster, Tesla X und Tesla S – so geht Elektromobilität, man muss sie sich nur leisten können).

Renault Z.E. (der französische Automobilhersteller hat ein paar elektrishe Eisen im Feuer, z. B. Den Kangoo Z.E., den Fluence Z.E., den ZOE und, besonders schnuggelisch, der Twizzy, von dem man nicht so recht weiss, für was er gut sein könnte. Ist er ein Motorrad mit vier Rädern? Eine rasende Einkaufstasche ohne Kofferraum? Was auch immer, er sieht aus, als mache er viel Spass).

Elmoto (Elektrokleinkraftrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zum Preis von 3.699,- € in der EnBW-Edition. Ob das jetzt besonders günstig ist, kann ich Euch nicht sagen, da mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, aber ich halte es für fragwürdig genug für einen Energiekonzern Werbung zu fahren, der sein Geld u. a. mit dem Betreiben von Atommeilern verdient!)

KTM (Freeride E, ein echtes Offroad-Motorrad mit Elektroantrieb)

Brutus Electric Motorcycle (Die Brutus 2.0 ist mal ein echtes Motorrad, für echte Biker, davon kriegt man Haare auf der Brust und dieses verdammt geile Drücken im Gesicht – brutales Design! Wäre was für mich. Die Reichweite soll irgendwo bei 60 km liegen, die Endgeschwindigkeit so um die 160 km/h. Ist also wohl eher etwas für Naschkatzen, die sich den Mund wässrig machen wollen und dann, wenn´s so richtig Spaß zu machen beginnt, ist der Akku leer! Scheiße!)

Zümaround (Hybrid Kick Scooter, oder wie man bei uns sagen würde ein Tretroller für Erwachsene, den man auch mit elektrischer Unterstützung haben kann…allerdings derzeit nur in den Staaten zu haben)

Urban Arrow (holländisches Unternehmen, dass Cargobikes baut, die man individuell nach seinen Wünschen und Bedürfnissen konfigurieren kann. Elektrische Unterstützung macht das Radeln mit Lasten etwas weniger anstrengend und dürfte dafür sorgen, dass man die Fitness mit Spass verbinden kann)

Marrs Electric Cycle Co. (als ich zum ersten Mal ein Bild dieses geilen Monsters sah, war ich regelrecht sprachlos – und das passiert mir nicht sehr oft! Exquisites, puristisches Design, Retro at its best und die Preise beginnen bei „moderaten“ 7.500,- $. Diese Teile sind einfach schön. Ob sie auch praktisch sind, kann sich jeder selber überlegen, aber für die Fahrt von zu Hause ins Büro irgendwo in der Stadt, sollte es allemal reichen. Vorausgesetzt, man hat einen gut gesicherten Platz, damit man am Abend auch wieder nach Hause tuckern kann. Mit aufgeladenem Akku und diesem fetten Bike! Natürlich kommt es aus Southern California/USA)

Juicer emotorbikes (noch ein wunderschönes handgefertigtes eBike aus den Staaten, dessen Retro-Design sich an den Anfängen des Motorradbaus orientiert und seinen elektrischen Antrieb in der markanten V-Form eines Harley-Davidson-Triebwerkes stolz zur Schau trägt!

Der Fortschritt ist eine Schnecke…Teil 2

Nun fährt er endlich wieder! Der Renault Kangoo Z.E.! Elektrisch! Mit funktionierenden Bremsen! Und ohne Fehlermeldung bzgl. des Bremssystems! –  wenn er nicht gerade am Ladekabel hängt, und er hängt leider häufiger am Ladekabel, als dass er fährt. Aber der Reihe nach…

Eigentlich könnte ich nun glücklich sein. Ein umweltfreundliches, elektrisch angetriebenes Fahrzeug, sogar mit Klimaanlage. Aber ich bin nicht glücklich. Ich weiss natürlich, dass das undankbar ist, aber so bin ich nun mal. Es gibt jedoch einen Grund, warum ich so bin, wie ich bin – verschnupft nämlich und zwar nicht nur im übertragenen Sinn. Warum? Sicher habt ihr alle mitbekommen, dass es die letzten Tage ziemlich, um nicht zu sagen erbärmlich, kalt war. Mit Schnee und Eis und allem, was dazu gehört. Genau das Wetter also, das man sich sofort vorstellt, wenn von Klimaerwärmung die Rede ist!

Ich muss also jeden Morgen meinen Kangoo Z.E. aus dem Schnee ausgraben, anschließend die Scheiben rundum vom Eise befreien und mich dann, genau, ihr habt´s sofort erraten, in ein ebenso frostiges Auto setzen, wie dies die Außentemperaturen implizieren – knapp über der – 10° C-Marke!

Aber, kein Problem, dachte ich bei mir, schließlich besitzt mein Fahrzeug nicht nur eine Klimaanlage für den Sommer, sondern auch eine Heizung für die kalten Klimawandelwintertage – genau wie jetzt! Also, Heizung an und den Luftstrahl des Gebläse volles Brett auf die Frontscheibe gerichtet, damit sie nicht wieder zufriert und losgefahren. Vorsichtig, im Ökonomie-Modus und in aller Ruhe zog der Kangoo Z.E. leise sirrend an.

Die digitale Anzeige signalisierte bei einem fast vollen Akku genau 72 km reichweite. nicht gerade viel versprechend, aber dennoch machte ich mich frohen Mutes auf den kalten Weg ins 20 km entfernte Bruchsal, wo ich einiges erledigen musste und darauf vertraute, in den von mir besuchten Räumlichkeiten eine Steckdose zu finden, um dem gestressten Akku ein klein wenig Erholung zu gönnen. Nach nur 2 Kilometern Fahrstrecke hatte sich die Reichweite jedoch bereits um 6 km verringert, was mich zum Nachdenken brachte…

…ein Elektroauto heizt, mangels Verbrennungsmotor, mit demselben Strom, den der umweltfreundliche Antrieb notwendigerweise aus dem Bleiakku lutscht! Die Folge ist eine, nicht nur wegen der niedrigen Außentemperatur, schlechtere Speicherkapazität des Akkus, sondern auch ein detulich höherer Stromverbrauch. Also hatte ich nur eine Alternative und die war alternativlos – entweder Heizung an, Akku auf halber Strecke leer, mit anschließendem Frieren, oder aber Heizung aus, Ziel mit Müh´ und Not erreichen und die ganze Zeit über frieren! Ich entschied mich für Letzteres und tröstete mich  ein bisschen mit dem Gedanken daran, dass uns Autler (ich benutze diesen sehr altertümlichen Ausdruck aus den Kindertagen des individuellen Automobilismus ganz bewusst!) die elektrische Mobilität auf diese Weise zu den Ursprüngen des Autofahrens zurück führt und die bereits seit Jahrzehnten abhanden gekommene abenteuerliche Komponente wieder in die Mobilität einfließen lässt!

Renault Kangoo Z.E. leicht unterkühlt

 Ich erreichte also Bruchsal halb tot gefroren und trotz Handschuhen mit steif gefrorenen Fingern, sowie mit von innen durch meine Atemluft vereisten Scheiben. Eine Steckdose fand ich auch, konnte allerdings die Türe des Raumes, in dem sie sich befand nicht schließen, da das Ladekabel hindurch geführt werden musste. Also fror ich auch dort, während ich mich meiner Arbeit widmete.

Schon nach nur vier Stunden hatte ich soviel Energie im Akku, um mich mit halbwegs sicherem Gefühl auf den Weg zurück nach Karlsruhe zu machen – ohne Heizung, versteht sich!

Renault Kangoo Z.E. nuckelt an seinem Ladekabel

Nun sitze ich wieder in meinem warmen Büro (während der Kangoo Z.E. erneut an der Dose hängt) und finde die Zeit, diesen Artikel zu schreiben. Ich hoffe inständig, dass mir dieser erste Winter in einem Elektroauto nicht noch zu allem Überfluss eine Lungenentzündung einbringt.

Mir ist klar geworden, dass die Elektromobilität tatsächlich zu den Wurzeln des Automobils zurück führt. Schon Bertha Benz fuhr ja (Wind und Wetter ausgesetzt) quasi von Apotheke zu Apotheke, um dort literweis das benötigte Benzin zu erwerben. Der Elektroautomobilist hangelt sich von Steckdose zu Steckdose, oder von Ladestation zu Ladestation, sofern er überhaupt eine findet und die notwendige Zeit mitbringt und die Fähigkeit, sich während des sich über Stunden hinziehenden Ladezyklus´ sinnvoll zu beschäftigen…