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Ein deutscher Traum?


 

Man fragt sich oft, was wir eigentlich wollen, wir Deutschen. Und diese Frage ist durchaus berechtigt in einer Zeit, in der es noch nicht einmal mehr politische Utopien zu geben scheint, die anzustreben sich die Parteien auf die schwarze, gelben oder roten Fahnen geschrieben hätten.

 

Aber das ist ja auch kein Wunder. Niemand will sich etwas ans Bein binden, das er hinterher so leicht nicht mehr los wird.

 

Die Union hat sich von ihrem sprichwörtlichen Konservatismus losgesagt und lauert auf Ideen aus der SPD, derer sie sich unter Muddis Vorsitz bemächtigen kann, gleich einem Pfaffen, der sich der Moral bemächtigt und sie nach eigenem Gusto zurecht biegt und vergewaltigt!

 

Die SPD, die sich längst davon verabschiedet hat, mit ihren „Brüdern (und emanzipierten Schwestern) zur Sonne, zur Freiheit“ zu marschieren, oder gar für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit einzustreten, behauptet munter, dass es die Arbeiterklasse nicht mehr gäbe und wirft sich, mit einem „Genossen der Bosse“ an der Spitze dem Kapital an den Hals, wie die Nutte dem besoffenen Freier. Und anschließend wundert man sich doch tatsächlich, wenn man bei Wahlen bereits mehrfach an der 20%-Hürde bedrohlich nahe gekommen ist – und zwar von oben!

 

Die Grünen freilich haben alle Skrupel über Bord geworfen, ihre einstigen Ziele und Ideale ebenso verraten wie die Genossen von der SPD und sind von einem Sammelbecken linker, umweltbewegter Revoluzzer zu einer grünen CDU metamorphiert, die teilweise deutlich konservativer ist, als das schon längst verknöcherte Original!

 

Einzig die FDP ist ihren Idealen treu geblieben, wenn es so etwas in der Politik überhaupt gibt. Freiheit, freiheit, Freiheit, heißt das Credo und meint die Freiheit der Reichen, der Besitzenden, des Kapitals, noch reicher zu werden und den lumpigen rest der Gesellschaft nach Lust und Laune auszuplündern und auszubeuten und auf dessen Kosten ein behütetes Leben in Luxus, Sicherheit und Saus und Braus zu führen.

 

Freie Märkte ohne Schranken und vor allem ohne jede Regel und Kontrolle sind ihre liberale Litanei! Sogenannte „Eigenverantwortung“ für die Bürger sind das Halleluja, das nichts anderes besagt, als das jeder allein seine Lebensrisiken zu tragen habe und sich auf eigene Kosten dagegen absichern muss. Wer das nicht kann hat nach den ehernen Gesetzen des Sozialdarwinismus eben Pech gehabt und soll dafür niemand anderen in die verantwortung nehmen dürfen, als sich selbst. Und zu Guter letzt folgt noch das Amen der liberalen Weltanschauung in einer hemmungslosen Bevorzugung von großen Konzernen gegenüber kleinen Handwerkern und dem normalen Pöbel!

 

Das ist nicht viel, aber immerhin etwas. Und die FDP macht zumeist auch überhaupt keinen Hehl daraus, dass sie genau dess´ Liedchen zu singen pflegt, dess´ Brot sie auch frisst. Dieses Handeln zieht sich wie ein roter Faden durch die liberale Politik, seit das sozialliberale Modell der 60er und 70er Jahre in rücksichtslosem Opportunismus über Bord ging. Nun herrscht in den reihen der Liberalen das archaische Recht des Stärkeren und das ist immer das Recht der Reichen.

 

Wir haben also vom Grundsatz her eine Politik, die sich den gesellschaftlichen Belangen der Bürger und den sozialen Notwendigkeiten in einer Art und Weise verschließt, deren Konsequenz schon irgendwie beeindruckend ist. Man erkennt Ignoranz an allen Orten und an den Schaltstellen der Macht, die zum herrschenden Prinzip einer Scheindemokratie erhoben wurde!

 

Beispiele? Okay!

 

 

  1. Man fuhr die Gesundheitsfürsorge herunter und führte die Selbstbeteiligung der Patienten je Rezept und für jeden Tag Aufenthalt im Krankenhaus aus eigener Tasche ein und bis vor kurzem auch noch die Praxisgebühr einmal je Quartal! In der Folge gehen Menschen mit geringem Einkommen seltener zum Arzt, weil sie sich das nicht leisten können. Arme Menschen kann man in der Regel am Zustand ihrer Zähne erkennen, bzw. Auf ihr Einkommen an Hand fehlender Zähne schließen!

  2. Das Renteneintrittsalter wurde deutlich ehruaf gesetzt auf derzeit 67 Jahre. Da die Menschen aber in sehr vielen Fällen schon arbeitslos sind, oder krank, bevr sie das Renteneintrittsaklter erreichen, kann man dies als probaten Weg zur Rentenkürzung betrachten. Denn während er Arbeitslosigkeit werden auch keine Beträge merh in die Rentenkasse gezahlt, so dass es de facto zu deutlich niedrigeren Renten kommt. Gleichzeitig erfand man die rentenlücke, die dem gewöhnlichen Feld-, Wald- und Wiesenrentner droht, wenn er nicht fleissig riestert (von was auch immer!) und damit die vermeintliche Rentenlücke, die sich aus Rentenkürzung (Absenkung des Rentenniveaus) und fehlender Einzahlungen in die Rentenkasse im Fall von Arbeitslosigkeit ergibt. Das nennt man dann „Eigenverantwortung“ und man überträgt die verantwortung für die Sicherheit der teilweise über Jahrzehnte eingezahlten Beiträge für eine private Rentenversicehrung an die Bürger, obwohl nicht einmal der Staat in der Lage ist, beispielsweise Währungs- und Spekulationsrisiken abzusichern. Und genau das ist es, womit die Versicherungen Geschäfte machen – Spekulation! Geht dann eine Versicherung pleite und wie man sieht ist so ein Fall alles andere als unwahrscheinlich, sind die privaten Sparer ihre Kröten los und haben also Pech gehabt! Treten Währungsrisiken auf, oder wie bei der EU-Krise Zisnsätze für Staatsanleihen, die nicht einmal das Inflationsrisiko abdekcne, hat der provate Sparer…richtig…Pech gehabt. Sein Geld hat er in den Sand gesetzt, weil er nicht den Hauch eines Einflussen auf das Geschäftsgebahren der Versicherungen und Banken hat, denen er gezwungen ist, sein Geld anzuvertrauen, damit er im Alter die böse „Rentenlücke“ schließen kann (immer vorausgesetzt, er hat überhaupt die finanziellen Möglichkeiten, einen Riestervertrag abzuschließen)!

 

 

Walter Riester jedoch, der Erfinder der Rentenlücke und einstmals 2. Vorsitzender der IG Metall, tritt heute (Zitat Wikipedia Walter Riester) als Referent bei verschiedensten Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche in Erscheinung und ist Aufsichtsratsmitglied von ArcelorMittal Bremen.[2] Zum 1. Oktober 2009 wurde Walter Riester Aufsichtsrat des Finanzdienstleisters Union Asset Management Holding. Die geschäftlichen Verbindungen Riesters (und Bert Rürups) zum Finanzdienstleister AWD kritisierte Transparency International als „Beispiel für politische Korruption“[3].

 

Dem ist nichts, garnichts hinzu zu fügen!

 

Der deutsche Traum ist ausgeträumt! Das Wirtschaftswunder lange vorbei! Heute muss sich nur noch der wundern, der sich zu den Reichen zählt, wie es sein kann, dass seine Einkünfte immer schneller immer höher steigen und die Steuern im Gegenzug immer weiter sinken, während der Rest des dämlichen Wahlvolkes immer ärmlicher lebt, sich mit immer weniger bescheiden muss und dann, wenn es ihm endlich gelungen ist, das Renteneintrittsalter einzuholen, das vor ihm mit riesengroßen Schritten davon zu eilen scheint, von der Hand in den Mund und der Großzügigkeit des Staates zu leben gezwungen wird, anstatt den Lebensabend genießen zu können, wie man es sich einst erträumte!

 

Ausgeträumt! Alles zu teuer für den „Sozial“staat! Nach dem Eintritt in die Rente gibts oft noch fünf, sechs halbwegs unbeschwerte Jahre, bevor sich die Demenz bemerkbar zu machen beginnt…

 

Aber einen Vorteil hat sogar das – wir vergessen dann schneller, wie sehr man uns betrogen und ausgebeutet und um unseren wohl verdienten Ruhestand beschissen hat!

 

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