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Ude, die SPD und das Geheimnis des Erfolgs


Ja, sie ist vorbei, Gott sei´s bedankt, ist man geneigt, zu sprechen, die Bayernwahl! Nach einem grandiosen Sieg des Seedoofer Horst sah es ja vorher schon aus, aber dass es dann doch so kam, wie geweissagt, war für den ein oder anderen dann doch überraschend. Besonders für die FDP, die sich behutsam anschickt, in wohl verdienter Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Keine Frage, dass die SPD nicht nur frohlockt, weil sie fast zwei Prozent mehr „errang“ als bei der letzten Landtagswahl in Bayern, die ihr ein Ergebnis von sagenhaften etwas mehr als 18% beschert hatte! Nicht genug damit, dass man, in Verkennung der Realitäten, von einem guten Ergebnis spricht, man raunt auch von Rückenwind für die Bundestagswahl. Nahles klopft dumme Sprüche, Steinkrück will in dieser Wahl die Fortsetzung eines Trends erkennen, da hier in Bayern die 13. schwarzgelbe Katastrophenkoalition abgewählt worden sei – mit der Folge, dass die Schwarzen nun völlig allein regieren! Ist das jetzt Schönreden aus dem Lehrbuch, oder einfach nur Realitätsverlust?

Aber gute Oppositionsarbeit kann ja auch einiges bewirken, wenn sie stattfindet, so sagt man! Einstweilen müssen wir uns aber wohl damit begnügen auch weiterhin Christian Ude beim Antechen des ersten Fasses Oktoberfestbier zuzusehen und seinen weisen Worten zu lauschen, wenn er verkündet: „O´zapft is!“

Ein desaströses Wahlergebnis ist also nach wie vor kein Grund zum Verzweifeln. So schlecht kann kein Ergebnis sein, als dass man es nicht noch schonreden könnte. Denke ich an die letzte Landtagswahl in Bayern, die der SPD ein historisch beschissenes Ergebnis einbrachte, höre ich noch heute die Stimmen der Parteibonzen, die das Ergebnis ein gutes nannten mit der Begründung, es hätte ja auch schlechter sein können! In der Tat, solange auch nur ein Prozent vor dem Komma steht, hätte es wahrhaftig noch schlimmer kommen können!

Und Gottkönig Hoast I. Ihrognaden und höchstselbst, sowie auch persönlich, unumschränkter Herr von Bayern, Schwaben und Franken, stolzieren einstweilen in der Gegend herum wie ein aufgeblasener Pfau, gehüllt in aufwändigst hergestellten Filz, ach nein, feinsten Zwirn und nimmt die Huldigung seiner vom Konservatismus und der katholischen Kirche zurechtgehämmerten Untertanen entgegen. Naja, wenigstens einer, der sich freuen kann, sogar angesichts der holden AignerIn, die mit beinahe frivolem Augenaufschlag verbal in des wahren Herrschers gut geschmierten Analkanal kriecht, um sich dorten einzurichten, bis der Tag der Abrechnung gekommen ist!

Derweil der Aiwanger von den Freien Wählern (ich erlaube mir an dieser Stelle die bescheidene Frage, wovon die eigentlich frei sind, wobei die Antwort wahrscheinlich „Hirn“ lauten muss!) lauthals eine „Dorfmetzgerei-Offensive“ für Bayern fordert. Das ist nicht allzuviel Substanzhaltiges, aber es ist immerhin so etwas wie ein Wahlprogramm. Zwar ist die Eindimensionalität vergleichbar mit derjenigen der Alten Naiven für Deutschland, die erst garnicht angetreten sind, aber wenigstens ist es ein Programm mit Zukunft. Schließlich lässt sich die nach wie vor existente Arbeitslosigkeit nur durch die Schaffung von Arbeitsplätzen weiter senken – und seien es auch nur Arbeitsplätze für füllige Wurst- und FleischereiverkäuferInnen!

Da die Freien Wähler mit ihren grandiosen Forderungen noch vor den Grünen landeten, lässt das nur zwei Schlüsse zu – entweder die Grünen konnten ihr eigenes Programm nicht kommunizieren (was angesichts des verschwurbelten Geschwafels auch nicht verwundern würde), oder der Großteil der bayrischen Wähler ist  tatsächlich so einfältig, wie Seehofer und Aiwanger aussehen!

Schade für die Linken, die mit ihren 2,1% wenigstens die Piraten hinter sich lassen konnten, aber niemand hat daran geglaubt, dass die Linke in BAyern auch nur den Hauch einer Chance hat. In diesem Zentrum des sogenannten Wertkonservatismus, gibt es nichts für Sozialisten zu holen, noch nicht einmal für die durch die Seeheimer geläuterten und zum Marktradikalismus bekehrten Sünder von der SPD. Alles, was die SPD kann, kann die CSU besser. Sie ist populistischer als Berlusconi, verfilzter als der Kölsche Klüngel und erst recht sozialistischer als die Nachfolger der SED, jedenfalls bei Bedarf! Und noch immer gilt in Bayern der alte Grundsatz, das die CSU bestimmt, was konservativ ist. Wer immer noch Zweifel hat, der frage einen echten Bayern und höre staunend die frohgemute Antwort:“Mia san mia!“

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