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Immer auf die Kleinen?


Meinen Segen hat die GDL! Es wird Zeit, dass mal wieder anständig gearbeitskämpft wird! Wo ist denn die Fünf-Tage-Woche, für die schon in den sechziger Jahren gekämpft wurde? Wo der verdammte Acht-Stunden-Tag? Was ist aus Urlaubs- und Weihnachtgeld geworden und aus unserer Rente? Alles geopfert auf dem Altar des Kapitalismus und zum Wohle der Wirtschaft! Sieht so soziale Politik aus? Dat glaubt ihr doch selber nicht und wenn doch, wieso wundert ihr Euch dann, warum keine Sau mehr SPD wählen mag? Da ist ja sogar Muddi sozialer eingestellt als die Spezialdemokraten…ich könnt grad schon wieder abkotzen!!!

Und weil´s dann gerade so gut passt und auch noch genug Geld in den Kriegskassen der Deutschen Bahn und der Wirtschaft sowieso ist und weil sich so mancher Politiker (selbst von der SPD, der ehemaligen Arbeiter- und kleine-Leute-Partei) gern vor den Karren der Wirtschaft spannen lässt, wird nun ein Propagandafeldzug gegen die GDL und ihren Vorsitzenden Weselsky geführt, der einem Rufmord schon recht nahe kommt!

Und da auch schlechte PR irgendwie ja trotzdem PR ist, reiht sich bei dem eifrigen Haudrauf auf die Gewerkschaft, besonders wenn sie klein und unbequem ist, gleich der dicke Sigmar Gabriel (SPD) in die Front der Gegner ein und schreitet, stilecht sozialdemokratisch, Seit´ an Seit´ mit Oppermann und solchen Charakterzwergen wie dem Verkehrsminister Dobrindt (CSU), der gleich vorschlägt, gerichtlich gegen die GDL vorzugehen (und vermutlich in diesem besonders schweren Fall auch das Standrecht befürwortet). Dazu die Muddi höchstselbst und dann auch noch persönlich!

Wer fehlt nun noch? Richtig, die breite Andrea Nahles, die zur Abrundung des Ganzen, Simsalabim, ein Gesetz zur Gleichschaltung der Gewerkschaften auf den Tisch des Hauses legt. Man will sich ja von Weselsky nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Schließlich missbraucht er nach fast einhelliger Meinung (der Wirtschaft und der neoliberalen Politik) das Streikrecht, für was auch immer!

Und damit wären wir auch schon bei der finalen Frage angelangt. Wozu ist das Streikrecht da? Etwa um den Profit der Unternehmen und Konzerne zu erhöhen, die Gewinne zu maximieren und die Gier sowohl der Politik, als auch der Shareholder zu befriedigen? Ist es dazu da, nicht genutzt zu werden, damit die Wirtschaft keine Einbussen zu erleiden hat, weil Lohnansprüche der Arbeitnehmer und deren Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten grundsätzlich sittenwidrig und Schuld am Elend der Welt sind?

Nein, Freunde, das Streikrecht ist dazu da, um die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer durchzusetzen! Und was berechtigtes Interesse ist, das entscheiden die Arbeitnehmer und eben nicht die Arbeitgeber, irgendwelche halbseidenen Wirtschaftsbosse, oder gekaufte Politiker, die schon aus Eingennutz den Hals nicht voll genug bekommen und darum keinem noch so kleinen Zubrot aus den Portokassen der Wirtschaft abhold sind!

Mach weiter so, GDL und Dir, liebe EVG, empfehle ich ganz warm, dir mal ein Beispiel an diesem Arbeitkampf zu nehmen! Wer so viele Mitglieder in seinen Listen führt wie Du, der hat echte Macht und es ist töricht, diese nicht zu nutzen!

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6 Kommentare zu “Immer auf die Kleinen?

  1. Sie wären so gerne „menschlich“, sehen aber den Menschen nicht.

    Dieses Streik-„recht“, kam es aus einem brennenden Busch, oder den Steintafeln von Moses? In der BRD wurde es nicht mal erkämpft, sondern nach ’47 verordnet als Teil eines interventionistischen, etatistischen Staats.
    Grüße

  2. „…wenn es dieses nicht gäbe, dann gälte es erst Recht, es zu erkämpfen…“ WARUM? Es ist doch gerade dieser Rechtspositivismus, der echte Chancengleichheit verhindert. Das äquivalente „Recht“ des Arbeitgebers wäre die Aussperrung.

    • Und? Das hats noch nie gegeben, Aussperrung? Arbeitnehmer müssen für ihre Rechte kämpfen! Geschenkt wird ihnen nichts, weder vom Staat, noch von irgend einem Arbeitgeber!

  3. Hallo Andrejo,
    Aussperrungen gab es schon lange – sogar (z.B. 2013) in Dänemark.
    Nur wenige Naturrechte stehen auf philosophischen und ethischen Axiomen. Ein Recht welches sich eine Gruppe „nimmt“, schadet einer anderen. Deswegen sind positive Rechte nicht universell, sondern willkürliche Regularien mit denen der Staat meist die Resultate anderer Interventionen auszugleichen sucht. Gerechtigkeit oder Gleichheit lässt sich nicht durch Rechtnahme erzielen, sondern dadurch, dass man die willkürlichen Privilegien der gerade Bevorzugten abbaut.

    Die gesamte Arbeits- und Sozialrechtstruktur gleicht einem Rubik-Puzzle an dem unaufhörlich jeder mal dreht (besonders alle 4 Jahre), ohne dass es jemals eine Lösung für alle 6 Seiten gibt.
    Grüße

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