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Arm? Selbst dran Schuld!


Ja, es ist schön in einem reichen Land zu leben. Jedenfalls wenn man reich ist! Noch schöner wäre es vermutlich für die vielen Armen, die der Kapitalismus zu Opfern gemacht hat, weil sie es nicht schaffen, genauso rücksichtslos gegen ihresgleichen vorzugehen, wie diejenigen, die ohne jedes Schuldbewusstsein oder Gewissen, nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und ihrer Wege gehen!
Es ist kein „Verteilungsproblem“, das die Schuld an der rasant steigenden Zahl von Armen trägt. Dazu müsste es etwas zum Verteilen geben. Aber das ist nicht der Fall! Ein paar Tausend Reiche besitzen den Großteil des Volksvermögens und alle Regierungen sind stets eifrig bestrebt, deren Besitz zu mehren und vor jedem Risiko zu bewahren, vor allem aber vor den Steuern. Dafür langt man bei allen hin, die sich mit ihrer Hände Arbeit über Wasser zu halten versuchen. Und dabei hat man freilich Erfolg, ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“! So nimmt man gern dem Rentner einen Teil seiner Rente ab, der Putzfrau ein Gutteil ihres Einkommens, dass auch vor der Besteuerung schon nicht zum Leben reichen wollte! Und allen anderen, die überhaupt kein Einkommen haben, gewährt man großzügig „gesellschaftliche Teilhabe“ an was auch immer, mit einer als vorsätzlich zu bezeichnenden Unverschämtheit und Larmoyanz, die einem die Zornesröte ins Gesicht und die Tränen der Wut ins umflorte Auge treibt! Und mit ein paar lumpigen Euros!
Und dann stehen sie da und tun so, als kümmere sie das Leid der Alten, die Not der Hungerlöhner, oder gar das Elend der vereinsamten Kinder aus Alkoholiker- und Drogenfamilien, aus den Ghettos der Großstädte. Mit geheucheltem, fotogen zur Schau gestelltem Mitleid gehen sie hausieren und haben nichts anderes im Sinn, als ihre Diäten und einen wohltemperierten Sessel in irgendeinem Aufsichtsrat oder Vorstand!
Ihr kotzt mich an, Ihr verdammten Charakterschweine, die immer ein „aber bloss keinen Sozialismus“ oder „das ist ja Kommunismus“ auf den Lippen tragen! Nein, ich habe weder vor dem einen Angst, noch etwa vor dem anderen. Ich habe nichts zu verlieren, außer meinen Ketten…

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