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Wir kriegen nie das, was wir verdient haben!


Ja, das sagt doch einiges über die Zustände in dieser Gesellschaft aus! Wenn ich das richtig interpretiere, dann liegt der durchschnittliche Facharbeiterlohn bei 3.024 Euro im Monat! Und die Leute, die euren Dreck wegmachen, oder euch die Justin-Bieber-Frisuren schneiden (wobei ich das dann wieder verstehen kann), oder eure Kinder erziehen, oder eure geleasten Schwanzprothesen mit 500 PS reparieren, deutlich unter diesem Schnitt. Ist das gerecht? Ist es gerecht, dass ein Gebäudereiniger, oder ein Friseur mit vermutlich nicht einmal 700 oder 800 Euro in Rente gehen darf? Und die regierung dreht immer weiter an der Schraube nach unten und sagt Dir noch rotzfrech ins Gesicht:“Ja hättste mal privat vorgesorgt!“ Von was denn bitte? Und selbst wenn. Nun stündest Du da mit Deiner privaten Riesterrente und kannst zusehen, wie sie bei Minuszinsen, Strafgebühren und selbst bei einer Inflation nahe „Null“ immer weniger wert wird? Mal ganz abgesehen davon, dass sie Dir nach Renteneintritt auch noch Steurn abpressen wollen und Du die Krankenkasse zahlen sollst! Ich meine, wenn man mal ehrlich ist, Du bist selber Schuld daran, wenn Deine Rente nicht reicht. Du hättest einfach einen vernünftigen Beruf lernen müssen. So einfach ist das. Denn Bildung ist der Schlüssel zu einem (fast) sorgenfreien Leben. Falls Du einen unbefristeten Job bekommst. Falls Du nicht als Akademiker in Leiharbeit gepresst wirst. Und falls Du nicht mit Werkvertrag irgendwo im Rahmen erlaubter Selbstausbeutung tätig sein musst! Wenn dann die Rente droht, hast Du jedenfalls die freie Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder Du frißt jeden Tag bis Du satt bist, dann kannst Du aber keine Wohnung mehr bezahlen. Oder die haust irgendwo in einem Wohnklo mit Kochnische, dann bleibt aber kein Geld mehr, mit dem Du Dir was zu Fressen kaufen kannst! Okay, das war gelogen. Du kannst natürlich bei den Tafeln essen gehen und Dir Müll kaufen um ihn zuhause zu verzehren. Und wenn Du Glück hast, dann spendiert Dir Frank Zander zu Weihnachten eine Gänsekeule mit Rotkraut und Knödeln!
Eigentlich ist es die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass seine Bürger unter menschenwürdigen Bedingungen leben können. Vor allem im Alter! Aber da bist Du schief gewickelt. Die Bundesregierung hat sogar die Sozialhilfe privatisiert und sich aus ihrer verdammten Verantwortung gestohlen! Und bei all diesen Entscheidungen, dass man den Reichen, den Banken, den Konzernen die drückende Steuerlast nahm und die Armen, Schwachen, Alleinerziehenden und Rentner in die Verantwortung. Schließlich sind wir es ja, die Jahrzehnte über „unsere Verhältnisse gelebt“ haben, hat die SPD ihr „JA“ und „Amen“ dazu gegeben. Aber die SPD sieht das ganz anders. Sie hat die „Gesundheitsfüsorge“ und die Rente „zukunftssicher“ gemacht – jedenfalls nach den Massstäben der Wirtschaft! Und Schuld sind ja bekanntlich immer nur die anderen (in diesem Falle wohl die Wähler). Doch das trifft freilich auch auf die anderen Parteien zu. Die CDU/CSU, denen es immer um die „Mitte der Gesellschaft“ geht (und um deren braunen stinkenden Rand, den sie euphemistisch als national- oder wertkonservativ bezeichnen! Die FDP, die außer ihrem eigenen Wohl, nur die Interessen der Wirtschaft, der Besserverdienenden und der Leistungsträger vertritt! Und die Grünen, die einmal die linken Vorkämpfer für den Umweltschutz und gesellschaftliche Solidarität waren. Sie sind heute meist grün angestrichene Konservative. Und wenn ich konservativ sage, dann meine ich sehr konservativ! Von Grünen Revoluzzern ist heute weit und breit nichts mehr zu sehen.
Wir leben in einer, wie soll man das ausdrücken, zwangskonservierten Gesellschaft, der jedes Betreben nach Veränderung, sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Fortschritt abhanden gekommen ist. Die Bundesmuddi hat hier den furchtbaren Begriff der marktkonformen Demokratie geprägt und der sagt ja nun wirklich alles aus – wir sind in einer Gesellschaft, in einem gesellschaftlichen System gelandet, in dem sowohl die solidarität, die soziale Gerechtigkeit, aber auch die Menschenwürde und die Menschenrechte auf dem Altar der Ökonomie geopfert wurden! Die eigentliche Macht geht nicht vom Volke aus, sondern von den Interessenvertretetern der Wirtschaft! Das dürfen wir niemals vergessen!

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5 thoughts on “Wir kriegen nie das, was wir verdient haben!

  1. „Wir kriegen nie das, was wir verdient haben!“

    Doch!
    Wenn ich aus einem System raus will, kann ich nicht gleichzeitig von ihm fordern. Genau das ist es, was Sie im Hamsterrad hält. Lesen Sie den berühmten Streit zwischen Marx und Proudhon.

      • Proudhon schreib „Die Philosophie des Elends“. Als Antwort kam das Werk von Marx: “ Das Elend der Philosophie“. Sehr interessante Streitschrift. Ich gebe Ihnen hier den Kern wieder. Vielleicht können Sie davon einen Link auf das Ganze erstellen:
        Es ging um einen „wirklichen“ (Marx) und einen „falschen“ Kommunismus (Praudhon). Proudhon war damals schon für die Umverteilung. Aber Marx, in Essenz, schrieb:
        „…das würde nichts am prinzipiellen Verhältnis der Menschen zu der Sachwelt ändern. Vielmehr würde eine solche Theorie alles vernichten, was nicht fähig ist als Privateigentum von allen in gleicher Weise besessen zu werden.
        Die Bestimmung des Menschen als eines „Arbeiters“ würde dadurch nicht nur nicht aufgehoben, sondern auf alle Menschen ausgedehnt, und das Kapital bliebe die einzige Macht in einer Gesellschaft“.
        Nun bin ich kein Anhänger von Marx, aber diese brillante Logik ist beeindruckend. Es wäre gut, wenn dies auch bei den Anti-Kapitalisten axiomisch in Betracht gezogen würde.

      • Ich danke für den Versuch die Aussagen des Disputs zwischen Marx und Proudhon in Kürze zusammen zu fassen. Mir ist aber dabei bewusst, dass allein das Marx´sche Werk derart umfangreich ist und sicher nicht als „Bettlektüre“ mal eben so konsumiert werden kann. Gleichwohl ich mich schon ziemlich intensiv damit beschäftigt habe, bin ich weit davon entfernt, ein wirklicher, intimer Kenner zu sein. Michbeeindruckt an Marx´ Werk sein wissenschaftlicher Ansatz, einmal abgesehen davon, ob er auch wirklich in jedem Fall treffend und nachvollziehbar ausgeführt ist. Deswegen ist es sicher nicht einfach, so umfangreiche Arbeiten wie jene des Karl Marx so zu kürzen, dass ihre Kernaussagen erhalten bleiben. Was Proudhon angeht muss ich gestehen, dass ich ihn in meine Überlegungen bislang eher nicht mit einbezogen habe, einfach weil ich in meinen Studien nicht so weit fortgeschritten bin, wie ich es mir wünsche. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Mit irgend etwas muss ich mich ja auch intensiv beschäftigen, wenn ich einmal in die „Flexi“-Rente gehen muss.
        Mit freundlichen Grüßen

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