1 Million Elektroautos bis 2020?

Wenn die Regierung das fordert, ohne dafür in die Tasche zu greifen und beispielsweise auf die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Elektroautos zu verzichten und/oder andere Kaufanreize auf den Weg zu bringen, dann kann sie auch mit der gleichen Hoffnung auf Erfolg fordern, bis 2020 müssten alle Politiker wenigstens über einen IQ von mindestens 75 verfügen. Oder über einen akademischen Grad, den sie sich NICHT mit unlauteren Mittel erworben haben… o.O

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Lust auf Elektromobilität?

Ach ja…wenn´s schee macht! Und Sichmar Gabriel rätselt weiter, gemeinsam mit der Muddi, wie das wohl gehen könnte – Elektromobilisierung ohne den etablierten sogenannten Premiumherstellern in unserem Lande weh zu tun? Denn schließlich wollen die das nicht. Jedenfalls nicht wirklich! Und nicht jetzt gleich. Vielleicht später mal. Irgendwann. Wie auch immer.

Schließlich ist man sich ja auch keineswegs einig, was man denn überhaupt will. Elektromobilität? Brennstoffzellenautos? Infrastruktur zum Laden und Tanken? Wer soll das bezahlen? Die großen Energiekonzerne etwa? Also bitte, Leute – Konzerne sind dazu da Gewinne zu machen. Gewinne sind Profite und nichts anderes wollen die sogenannten Investoren sehen! Kurzfristige Profite am Besten, mit denen man einen schnellen Schnitt realisieren kann!

Nachhaltigkeit? Das sollen mal andere machen. Die Regierungen zum Beispiel. Denn nichts liebt ein Großkonzern so sehr (am besten, wenn er noch dazu notleidend und systemrelevant ist!) wie die Sozialisierung von Verlusten (und natürlich von Investitionen!), die Privatisierung von Gewinnen und freiwillige Selbstverpflichtungen zu nichts und wieder nichts!
Was für einen Sinn hat dann also die Herdprämie für Elektroautos? Wer verzichtet freiwillig auf seinen Wagen mit Verbrennungsmotor, nur um dann mit einem Elektroauto in seiner Stadt herum zu gurken und den schäbigen Rest seiner individuellen Mobilität in unpünktlichen, überfüllten und im Winter meist unbeheizten, im Sommer dagegen nicht gekühlten Zügen der Deutschen Bahn zu verbringen?

Aber davon einmal ganz abgesehen. Wir stehen nun hier nicht nur vor dieser Meldung, sondern auch vor dem Dilemma, dass wir einordnen sollen (nein müssen) ob es sich hierbei mal wieder um eine Ente handelt, um einen Versuchsballon, den man aufsteigen lässt um die Reaktionen zu testen, oder ob der dicke Herr Gabriel mal wieder einen reichlich unausgegorenen Vorschlag macht, nur um nicht ganz aus den Schlagzeilen zu verschwinden.

Dabei hat er doch neulich erst via BLÖD-Zeitung, seinem medialen Hoflieferanten dämlicher Headlines, einige mehr oder weniger passende Kommentare zu diversen bundes- und europapolitischen Fragen abgegeben, während er zu Gast auf Raul und Fidel Castro´s Kuba weilte!

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Rolling Strom!

Ja Donnerwetter! Elektroautos werden in Zukunft ein „E“ im Kennzeichen tragen? Das wird den Markt revolutionieren, denke ich! Wen interessiert es da schon, dass sich die Reichweite bislang so gut wie überhaupt nicht zum Positiven hin entwickelt hat?

Da kommt die Möglichkeit zum kostenlosen Parken gerade Recht. Schließlich muss man ja sein Auto irgendwo abstellen können, wenn der Akku im unpassendsten Moment in die Knie geht und da wäre es ja wirklich unangenehm, wenn man dafür auch noch Parkgebühren zahlen müsste, nicht wahr? Subventionierung von Elektroautos durch die Regierung kommt aber wohl nicht in Frage.

Man will das, was die Regierung in Norwegen erreicht hat, nämlich einen regelrechten Boom auszulösen, indem sie deftige Zuschüsse für die Fahrzeuge bezahlt, mit der bekannten schwäbischen Knickerigkeit und ein paar ebenso überflüssigen wie absurden Gimmicks erreichen. Denn als „schwäbische Hausfrau“ ehrenhalber, möchte Muddi verhindern, dass ihr rollender Wolfgang mit Geld um sich schmeisst. Wer weiss schon, wann die nächste Bank gerettet werden muss?

Und mal im Ernst. Die Automobilindustrie, besonders die Deutsche, hat doch nicht das geringste Interesse an der Elektromobilität. Alle anders lautenden Behauptungen sind nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse. Oder sieht irgendwer irgendwo den Willen, ein Speichermedium für Elektrofahrzeuge zu entwickeln oder gar zu bauen? Nein, im Gegenteil.

Die Autoindustrie will sich nur ein klein bisschen engagieren, wenn die Bundesregierung mit kräftigen Subventionen die Entwicklungen bezahlt. Vermutlich sind schon unzählige Milliarden in diesem Bereich verpulvert worden. Messbare Ergebnisse oder serienreife Produkte haben die Konzerne nicht vorzuweisen. Das ist bezeichnend.

Daneben gibt es so gut wie kein Modell, mit einem halbwegs brauchbaren Elektroantrieb und einer akzeptablen Reichweite. Wäre ja auch schade, wenn die ganzen Verbrenner, hochentwickelt wie sie heute sind, nicht mehr verkauft werden könnten, weil die Kunden sich auf umweltfreundliche Technologien einließen.

Was passiert also? Die großen, vorzugsweise die deutschen Premiumhersteller, werfen jetzt ein paar Hybridmodelle auf den Markt, um den Flottenverbrauch zu senken und wenigstens so zu tun, als seien sie fleissig am forschen und entwickeln. Stattdessen werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf Hybrid umgestellt, was den rein elektrischen Betrieb für etwa 50 km, vielleicht auch 60 km sicher stellt. Das Ganze wird mit einem deutlich höheren Gewicht erkauft und konterkariert damit den  Trend hin zu einem kleineren ökologischen Fußabdruck. Aber auch das interessiert wohl nur am Rande.

Auch die Verbrennungsmotoren, die immer stärker werden, wenn sie auch derzeit weniger Hubraum haben und auf den ein oder anderen Zylinder verzichten, müssen sich mittlerweile deutlich mehr mit den immer schereren Autos abmühen. Und natürlich will heute keiner mehr ein Auto fahren, das nicht wenigstens 220 km/h auf der Autobahn schafft. Und damit die eitlen Käufer dieser ökologischen Wahnsinnsmobile  ein bisschen was gegen ihr schlechtes Gewissen tun können, lügen die Autokonzerne den Verbrauchern die Hucke voll mit an den Haaren herbei gezogenen Verbräuchen, die kein Menssch im normalen Fahrzyklus erreichen kann. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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125 Jahre Automobil – ein Grund zum feiern?

Die Entwicklung des Automobils

Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz ein Patent an, dass sich auf einen benzinmotorgetriebenen dreirädrigen Wagen bezog. Für gewöhnlich nimmt man daher dieses Datum als Startpunkt der automobilen Entwicklung in der Welt, obwohl nahezu zeitgleich nicht nur in Deutschland, das damals noch Deutsches Reich hieß, sondern auch in anderen Teilen der Welt, findige Menschen auf die Idee kamen, ihre Kutsche durch einen Benzin-, Gasmotor oder eine Dampfmaschine antreiben zu lassen.

Benz Motorwagen von 1888
Wirklich fortschrittliche Erfinder experimentierten bereits in den Anfangsjahren des Automobilbaus mit dem Elektroantrieb. Aber sie wurden von der Entwicklung der benzingetriebenen Kutschen überholt und schließlich abgehängt. Die entsprechende Technik war einfach noch nicht konkurrenzfähig. Bis heute hat sich an diesem Zustand wenig bis garnichts geändert, was einen nach 125 Jahren Entwicklungsgeschichte schon ein wenig nachdenklich werden lässt!

La Jamais contente, ein Elektrowagen, und
der Konstrukteur Camille Jenatzki 1899

Wollte man nicht oder konnte man nicht? Darüber kann man trefflich streiten, oder sich darauf verständigen, dass es einfach keinen Anreiz gab, leistungsfähige Elektroantriebe und Akkumulatoren mit der entsprechenden Speicherkapazität zu entwickeln. Ich behaupte einfach (und da bin ich mir der drohenden Angriffe der Verfechter des „Freien Marktes“ durchaus bewusst), unter den Bedingungen des Marktes kommt es nicht zur Entwicklung ökologisch verträglicher und umweltfreundlicher Antriebe, solange es billige fossile Energieträger gibt!
Das ist heute auch nicht anders. Investitionen in zukunftstaugliche und umweltfreundliche Antriebstechnologien werden nicht als Investitionen in die Zukunft betrachtet, sondern als Belastung, welche das ShareholderValue schmälert und darum investiert man nur das in die Entwicklung, was der Staat den Konzernen in den Arsch zu schieben bereit ist. Das Ganze wird dann (man weiß ja, was man seiner PR und dem Greenwashing schuldig ist) mit ein paar Euros aus der Firmenkassen aufgepeppt (was sich freilich steuersenkend auf die Unternehmensgewinne auswirkt), damit man wenigstens den Anschein von eigenem Interesse erweckt.
Nun, nach Jahrzehnten vom Staat mit Entwicklungsgeldern gesponsorter Entwicklung „umweltfreundlicher und alternativer“ Antriebstechnologien, ist man immer noch nicht viel weiter, als vor 125 Jahren (die Verbrennung fosslier Energieträger kann man daher offenbar mit dem Unwort des Jahres 2010 als alternativlos bezeichnen, jedenfalls aus Sicht der Automobilkonzerne).

BMW Hydrogen 7 aus dem Jahre 2007
Die Entwicklung des Wasserstoffantrieb, den BMW zunächst favorisierte, wurde mittlerweile eingestellt, nur damit sie von Daimler-Benz wieder aufgenommen werden konnte. Auf dem Markt der Elektroantriebe präferiert man nun den Hybridantrieb, der nicht auf den Verbrennungsmotor verzichtet, aber den Wagen durch die zusätzliche Technik so schwer macht, dass die Verbrauchsvorteile nahezu wieder aufgehoben werden! Besonders die großen SUV´s aus dem Premiumsegmant sollen mit dieser Technik ihren Ruf als spritfressende Straßendinosaurier, oder als Blech gewordener automobiler Hirnriss, verlieren!

Es zeigt sich, das die Automobilindustrie ohne scharfe gesetzliche Abgasvorschriften nicht bereit ist Akzente zu setzen, freier Markt hin, freier Markt her! Kein Wunder, dass die Konzerne dabei mit der ganzen Macht ihrer Lobbyisten vorgehen und das mit Erfolg. Alles, wozu die Konzerne bewegt werden konnten, sind wachsweiche, „freiwillige Selbstverpflichtungen“, die nicht bindend sind! Und die Regierungen nahmen es taten- und hilflos hin.

Die automobile Infrastruktur
In den Anfangsjahren des Automobilbaus nutzten Autos und Fuhrwerke diejenigen Feldwege gemeinsam, die bereits seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden die Handelsrouten der menschen markierten und Städte und Staaten miteinander verbanden.

Kgl.-sächsische Postkutsche

Das Reisen auf diesen Wegen war sicher kein Vergnügen, Wind und Wetter waren noch lange Jahre die Hauptfeinde der Reisenden und außerdem waren die Autos auf Grund ihres enorm hohen Preises nur einem realtiv kleinen, wohlhabenden Kreis von Menschen vorbehalten. Die Masse nutzte für ihre seltenen Reisen die zur Zeit der ersten Autos bereits flächendeckend ausgebauten Verkehrsnetze der Eisenbahnen.
Aber mit den Jahren stieg die Zahl der Automobile und damit die Nachfrage nach Treibstoff, Ölen und Schmiermitteln, sowie Möglichkeiten die anfällige Technik allüberall reparieren zu können. Es entstanden Werkstätten und Tankstellen. Rund um das Automobil begann sich ein ganzer Industriezweig zu entwickeln und bereits nach kurzer Zeit wollte sich der verwöhnte Autler (so hießen die Autofahrer damals auf „Teutsch“) nicht mehr damit zufrieden geben, nur auf den alten Reiserouten hinter den Fuhrwerken her zu tuckern, nein, man verlangte nach Autostraßen, denn man wollte Gas geben und Spass haben!
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber anstatt Spass zu haben, steht man heute im Stau, weil der Strassenbau mit der Verkehrsentwicklung nicht Schritt hält und man gleichzeitig den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs sowie des Güterverkehrs systematisch zu Gunsten des Strassenverkehr vernachlässigt hat!
Millionen Tonnen Treibstoffe werden durch den Verkehr in die Luft geblasen! Die Feinstaubbelastung (nicht nur aus Industriebetrieben) hat enorm zugenommen und verpestet die Luft in unseren Städten! Autobahnen und Bundesstraßen ziehen hunderte Meter breite Schneisen durch nahezu alle Länder unseres Planeten, sind dabei für Wildtiere kaum zu überqueren und daher eine Todesfalle für die gesamte Natur! Die Abgase des Verkehrs lassen unsere Wälder sterben, der Lärm macht uns alle krank, weil wir dem Verkehrsgetöse an kaum einem Ort entkommen können. Nachts zerschneiden die Xenon-Lichtkegel der Autoscheinwerfer die Dunkelheit, lassen Tiere erstarren und den Autos zum Opfer fallen! Menschen sterben in und durch Autos, verbluten auf Strassen und sterben mit zerschmetterten Knochen und inneren Verletzungen nach Unfällen!

Aber das Auto wurde nicht nur zum bevorzugten Verkehrsmittel für die kleine oder große Reise. Die Entwicklung des Automobils sorgte auch dafür, dass die Armeen von der neuen Erfindung profitieren wollten. Schnell erkannte man das Potenzial des Autos, wenn man es panzerte und ihm Ketten gab – die ersten Panzer entstanden und ich glaube behaupten zu können, ohne den Panzer als eine der Hauptsäulen bewaffneter Auseinandersetzungen, wären die Blitzkriege der Nazis, mit denen sie fast ganz Europa unter ihre Knute zwangen, nicht möglich gewesen!

Panzer IV der Nazi-Wehrmacht 1940
Es gibt kein Entkommen vor dem Auto und dem Straßenverkehr. Aber ist das ein Grund zum feiern?

Die Folgen des Autowahns

Energiekonzerne holzen den Regenwald ab um „Bio“sprit aus riesigen Plantagen in Monokultur zu gewinnen. Mais und Weizen wandert in Anlagen, die daraus ebenfalls „Bio“sprit erzeugen, anstatt als Brot oder Tortillas die hungernde Menschheit zu ernähren! Und die Ökobilanz ist fast genauso beschissen wie die des Benzins oder Diesels aus Erdöl! Was also soll das bringen? Wie immer geht es um Profit, um schnellen Profit! Dabei gibt es keinen Grund, 125 Jahre Automobil zu feiern! Aber sagt das mal den Automobil- und Energiekonzernen, sagt es denen, die vom Automobil leben, vor allem sagt es denen die sich in ihren oversized SUV setzen, um sonntags die Brötchen von der nächsten Ökobäckerei zu holen! Sie werden euch genauso verständnislos anschauen wie ihre Autos…
Es scheint unmöglich, aus diesem Dilemma aus Umweltzerstörung, Umweltverschmutzung, Armut, Ausbeutung, Gewalt, Krieg und Hunger zu entkommen, die das Auto und seine Entwicklung mit sich brachte. In einer globalisierten Welt können wir nicht auskommen ohne eine Verkehrsinfrastruktur und Transportmitteln, mit denen wir Waren von einem Ort zum andern bringen können.
Es wäre absolut illusorisch, sich aus dieser weltweiten Vernetzung zurück ziehen zu wollen. Aber wir können ihre ebenso weltweiten Folgen nicht länger ignorieren. Aber genau das tut die Politik entgegen anderslautender Behauptungen. Nachhaltigkeit in der Verkehrspolitik sind ist nicht mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis, dass da endet, wo die Lobbyisten ihre Geldkoffer öffnen!
Wir können etwas dagegen tun, wenn wir uns Selbstbeschränkung auferlegen, indem wir Fahrräder benutzen, oder sogar unsere eigenen Beine, sofern sie unser Gewicht noch zu tragen im Stande sind. Es steht uns offen, regionale Produkte zu kaufen und so für uns persönlich der Globalisierung unser NEIN entgegen zu schreien! Wir brauchen keine Äpfel aus Chile und Weintrauben aus Südafrika, zu jeder Tages- und Nachtzeit und egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Genauso wie wir kein Fleisch von Tieren brauchen, die durch den halben Kontinent gekarrt wurden, um sie zu schlachten und anschließend mit dem LKW wieder zurück zu bringen. Wir brauchen auch keine Rosen aus Kenia oder Kolumbien, von Arbeiterinnen in einem Nebel aus Insektengift geerntet und mit Flugzeug und LKW heran gekarrt, um sie dann bei ALDI oder LIDL für 1,99 € je Bund zu kaufen und nach uwei Tagen in der Vase auf den Kompost zu schmeißen.
Wenn wir aber glauben, das Auto stehen lassen zu können, nur um dann mit dem Pauschalflieger für 19,90 € nach Malle zum Sangria saufen fliegen zu müssen, sind wir so dämlich, dass uns eigentlich der Blitz beim Scheißen erschlagen müsste, wenn es auch nur eine Spur Gerechtigkeit im Universum gäbe! Aber vielleicht geschehen ja wirklich noch Zeichen und Wunder, ich jedenfalls will nicht aufhören, daran zu glauben!!!

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