Atomkraft ist (tot)sicher?

Ach sind das Trottel! Jodtabletten! So ein Müll! Jodtabletten waren gester. Nein, vorgestern! Ducken und verstecken (oder auf gut amerikanisch: Duck and Cover!) heisst die Devise wenn´s kracht und am besten vorher noch Sonnenmilch auftragen. Am besten mit dem Lichtschutzfaktor 10 Million – aber bitte ohne Nanopartikel in der Creme, wegen der nicht kalkulierbaren Spätfolgen!

Dabei ist es doch so einfach. Wer wissen will, wie der Schutz gegen Atomunfälle, Atombombenabwurf richtig aussieht, der kann ganz leicht auf YouTube die passenden Filmchen finden! Ist doch alles kinderleicht. Bert the Turtle macht´s euch vor…

 

…also: Nicht verzagen, Turtle fragen! Natürlich dürfen wir gegen Atomkraftwerek im benachbarten Ausland protestieren, weil die so unsicher sind. Man fand in den belgischen Meilern tausende von feinen Rissen, die sich aber in keinster Weise auf die Stabilität auswirken – sagt Belgien. Und weil unsere Politiker nur unser Bestes wollen, protestieren sie gegen die Atomkraftwerke in Belgien, denn die sind unsicher!

Atomkraftwerk in Deutschland dagegen sind sicher! Deswegen dürfen die auch weiter laufen und jeder, der dagegen ist, will Deutschland von der Energieversorgung, von grundlastfähigen Kernkraftwerekn und vor allem von einer wichtigen Brückentechnologie abschneiden, auf die gerade jetzt und bis 2022 keinesfalls verzichtet werden kann – sagt die Bundesregierung! Und außerdem hat man noch kein Endlager gefunden. Und bezahlen wills auch keiner. Deswegen ist es am Besten, wenn die Atomkraftwerke erstmal weiter laufen, denn dann kann man den ganzen Dreck einfach da drin liegen lassen. Außerdem sind deutsche Atomkraftwerke sicher. Und zwar so sicher, dass man die Kontroll maßnahmen in den Kernreaktoren einfach nur vortäuschte. Niemand hat das gemerkelt – aber die Sicherhiet der Bürger war natürlich nie, zu keinem Zeitpunkt, auch nur im geringsten gefährdet – sagen die Energiekonzerne (die schon mal auf Vorrat anfangen zu heulen, weil sie für den von ihnen hinterlassenen atomaren Dreck nicht bezahlen wollen). Und sagt auch die Bundesregierung! Denn die hat den Konzernen eine Möglichkeit angeboten, sich für ein paar Handvoll Euros aus der Affäre zu ziehen und sich anschließend rasch vom verseuchten Acker zu machen!

Schließlich hängen da Arbeitsplätze dran. Und hat die Atomindustrie nicht wahrhaftig schon genug gelitten? Unter den regenerativen Energien zum Beispiel? Die werden durch Subventionen gefördert, obwohl – das muss hier nun auch endlich einmal erwähnt werden – Subventionen eigentlich nur deshalb erfunden worden sind, um aus der Kernenergie ein saubere, umweltfreundlicher, sichere und vor allem billige Energie zu machen! Und dann kommen da ein paar Idioten mit ihren Windmühlen daher, oder ein paar Hippies mit Solaranlagen, und fordern auch subventioniert zu werden? Energiegewinnung, ohne dass daran Großkonzerne verdienen, so etwas sollte von Rechts wegen verboten werden. Wo bleiben denn da die Shareholder? Niemand konnte vor zehn Jahren ahnen, dass die Gelddruckmaschinen der Energiekonzerne, die man heute in verleumderischer Absicht unsichere Atomkraftwerke nennt, keine Zukunft haben würden.

Die Behauptung, die Energiekonzerne hätten die Entwicklung schlicht verpennt, ist eine infame Falschbehauptung. Sie hat sicha uf die Zusagen der von ihnen geschmierten Politik verlassen, dass sie auch in den nächsten fünfzig bis hundert Jahren jede Menge Geriebenes würden abkassieren können. Und dann das. Ein kleines Erdbeben in Fuckyoushima, eine Flutwelle und ein paar Wasserstoffexplosionen, einige Kernschmelzen in den zerstörten Reaktorblöcken und schon schissen sich die Politclowns in Europa in die nadelgestreiften Hosen, bzw. in die Hosenanzüge. Es ist einfach auf niemanden mehr Verlass. Am allerwenigsten auf die Politiker, die sich gestern noch die zart manikürten Patschpfötchen dezent mit Euros füllen ließen. Ach die Welt kann so ungerecht sein

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The Art of Monkeywrenching

Ja, es ist eine Sache, ob man Recht hat, oder ob man Recht bekommt. In aller Regel ist es in unsererkapitalistischen und vom Geld geprägten Gesellschaft so, dass meist jener Recht bekommt, der sich den besten Anwalt leisten kann und nicht derjenige, der das Recht auf seiner Seite hat.

Wir sollten uns nichts vormachen. Selbst wenn in irgendwelchen Gesetzen in wunderbaren, schön gesetzten und nahezu unverständlich formulierten Sätzen das Recht auf eine saubere Umwelt, eine saubere, geschützte Natur, gesunde Luft, reines Wasser und der Schutz vor Giften und Verschmutzung festgehalten wurde, genießen in unserem System immer wirtschaftliche Interessen den Primat über Menschenrechten. Nicht umsonst nehmen Wirtschaftsverbände mit Hilfe von hochbezahlten und eloquenten Lobbyisten besonders Ernst, um Einfluss auf alle Entscheidungen zu nehmen, die ihre Interessen irgendwie gefährden könnten.

Jeder hat schon mitbekommen, dass Ministerien sich nur allzu gerne, von der Wirtschaft bezahlte Mitarbeiter als ins Haus holen, damit diese ihnen die ungeliebtesten Arbeiten abzunehmen. Dazu gehört auch und vor allem die vermaledeite Arbeit, Gesetze zu formulieren. Der MInisterialbeamte weiß nicht nur nicht, wie der das bewerkstelligen soll, der Lobbyist befürchtet, dass die Gesetzestexte nicht den Erwartungen seines Auftraggebers entsprechen und darum formuliert man die gewünschten Texte außer Haus, um sie dann, mit treuherzigem Augenaufschlag den gestressten Ministerialen zur Verfügung zu stellen. Ganz uneigennützig und nur und ausschließlich im Interesse der Gesellschaft und getragen von der sozialen Verantwortung der Großkonzerne gegenüber dieser Gesellschaft.

Und dann kommt, was kommen muss. Ohne das nötige Verständnis und meist auch ohne die notwendige Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Fallstricken in den juristisch ausgefeilten Texten, reicht man diese an die Minister weiter, welche sie dann in die Gesetzgebung einfließen lassen, möglichst unauffällig (und zu Zeiten, zu denen ihnen nur wenig Aufmerksamkeit sicher ist) wo sie dann meist ohne Wenn und Aber durchgewunken werden. Kommt dann dennoch mal der Verdacht auf, es könnte sich um Gesetze handeln, die nicht nur den eigentlichen Sinn und Zweck umkehren und einseitig Wirtschaftsinteressen bevorzugen, findet sich immer ein gut geschmierter Vertreter der Regierung, der sich mit Verve für die Konzerne in die Bresche schmeißt und die Interessen der Wirtschaft mit vorgefertigten, auswendig gelernten Argumenten vertritt.

Ganz genauso und besonders extrem laufen diese Verfahren dann ab, wenn es um Umwelt- und Gesundheitsschutz der Bevölkerung geht. Nehmen wir zum Beispiel das Fracking, wobei unter Einsatz jeder Menge Chemie, Energie und hohem Druck unterirdische Gas- und Ölvorkommen ausgebeutet werden sollen – natürlich mit möglichst geringen Kosten für die daran beteiligten Konzerne und mit möglichst vielen Ausnahmeregelungen, die die Rechte der Bevölkerung drastisch einschränken. Freilich hat man schon in den USA deutlich gesehen, wohin das Fracking ohne Grenzen führt, aber das interessiert hierzulande niemanden. Etwa dass das Grund- und Trinkwasser verseucht wird, weil die paar unbedeutenden Regelungen einfach nicht eingehalten und im Übrigen auch so gut wie garnicht kontrolliert werden. Weil die Betroffenen nachweisen müssen, dass und welche Unternehmen warum Schuld sein sollen. Weil Wasser aus Wasserhähnen kommt, dass man anzünden kann. Weil Menschen in den Gebieten, in denen Fracking betrieben wird, „aus unerklärlichen Gründen“ erkranken und sterben, genauso wie Vieh auf den Weiden, dass aus Bächen oder Seen Wasser trinkt!

Der Versuch, sich dagegen zu wehren, führt meist binnen kurzer Zeit zum völligen Ruin derer, die den Aufstand gegen die mächtige Lobby und die Regierungen wagen, mit denen sie um Bunde stehen. So wird also von allen Seiten verschwiegen, vertuscht und geleugnet, bis die Betroffenen tot oder fort gezogen sind und mit den Spätfolgen ihrer oft schweren Erkrankungen so zu kämpfen haben, dass sie den Widerstand aufgeben. Die Interessen der Natur, der Umwelt, der Wildtiere vertritt sowieso niemand. Ab und zu protestieren vielleicht ein paar umweltbewegte Idealisten, die man gern als Ökospinner bezeichnet, meist aber sogar als Kommunisten (denn die sind ja immer an allem Schuld) verunglimpft, weil sie die rechte der Allgemeinheit gefährdet sehen und gegen die Allmacht der Konzerne ankämpfen.

Aber was soll man tun, wenn man mit seinen beschränkten, friedlichen Mitteln einfach nicht weiter kommt? Was hat man für Möglichkeiten, sich gegen die Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen und den Konzernen das Leben schwer zu machen? Zunächst einmal muss man sich organisieren, am Besten dezentral und möglichst breit aufgestellt. Graswurzelbewegung heisst das Schlagwort. Und wie Gras wächst und sich ausbreitet, unterirdisch und unbemerkt, können solche Bewegungen wachsen und am Ende werden sie zur Graswurzelrevolution – hoffentlich.

Wir können uns auch noch gut an die Anti-Atomkraft-Bewegung erinnern, die in Wackersdorf auf die Barrikaden ging, die gegen das Kernkraftwerk in Wyhl kämpften, gegen Atommülltransporte und gegen die Startbahn-West in Frankfurt. Die Menschen standen auf gegen die Stationierung von Atomraketen in Deutschland und Europa. Die Protestbewegung hat eine lange und kämpferische Geschichte! Und immer kämpfte sie nicht nur gegen das Unrecht und die Großkonzerne, die von der Willfährigkeit der Politik profitierten, sondern auch gegen die Politik selbst, die die Protestbewegung kriminalisierte, dämonisierte und mit Repression malträtierte. Immer und seit dem Anfang der Bundesrepublik standen die jeweiligen Regierungen auf Seiten und in Diensten der Wirtschaft und ihrer Interessen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Meist aber mehr, so wie heute!

Darum muss der Kampf gegen die Profiteure der Umwelt- und Naturzerstörung auf allen Ebenen und mit fast allen Mitteln geführt werden! Guerilla Gardening in den Städten, Graffiti (am Besten mit Moos-Graffiti, das ist umweltfreundlich und lässt sich von den benutzten Oberflächen wieder ohne Probleme entfernen). Natürlich kann und will ich hier nicht der Gewalt das Wort reden, weder gegen Dinge, noch erst Recht gegen Menschen. Aber man kann sich über Aktionen informieren, mit denen man die Aktivitäten weitgehend, oder doch teilweise unterbinden kann, die Mensch und Tier gefährden, schädigen und krank machen, deren Lebensräume zerstören und Umwelt und Natur verschmutzen. Manchmal ist ein wenig Nachhilfe nötig. Ein wenig Druck. Informiert Euch hier…

Ecodefense: A Field Guide to Monkeywrenching

…was ihr alles tun könnt. Und ich betone nochmals eindringlich, sich keiner illegalen Aktivitäten zu bedienen, um unsere Ziele zu erreichen. Damit schadet man unserer Sache. Aber es gibt genug Aktionen, die man durchführen kann, um sich gegen die Konzerne zur Wehr zu setzen, die Aufmerksamkeit erregen und mehr Menschen für den Kampf gegen die totale Ökonomisierung der Welt zu mobilisieren. Wer möchte kann den Field Guide ausdrucken und an Mitstreiter verteilen. Der Link darf auch geteilt werden, um zu verhindern, dass die Informationen irgendwie verloren gehen. Besonders gefragt dürfte der Field Guide in Ländern sein, die unter einem totalitären Regime zu leiden haben. Also macht was daraus!

Hybrid – elektrisch fahren mit Verbrennungsmotor?

Gerade fräge ich mich, was an einem sogenannten Hybridfahrzeug, mit dem man bestenfalls zwischen 25 und 50 km rein elektrisch fahren kann, eigentlich so umweltfreundlich ist, dass man das von Staats wegen fördern muss? Hat das wirklich etwas mit E-Mobilität zu tun, oder ist das nicht bloß Verarschung? Naja okay, man fährt ja in einem Hybridfahrzeug nicht mit einem Verbrennungsmotor, wenn die Akkus gerade mal (schon) wieder leer sind, man nutzt den Räjndsch-Extender, nicht wahr? Das hat mit Verbrennung scheinbar genauso viel zu tun, wie das Treiben der Bankster mit vertrauensbildenden Massnahmen!
Aber dennoch muss ich die Frage in den Raum stellen, inwieweit ein Fahrzeug, mit dessen Akkukapazität man bestenfalls elektrisch in eine Parklücke zirkeln kann, E-Mobilität repräsentiert? Ja, ich weiss, ich hab halt keine Ahnung. Darum bleibt mir nichts weiter übrig als zu postulieren: Die staatliche Förderprämie für den Kauf eines „Elektroautos“ ist einmal mehr ein Griff ins Klo des kapitalistischen Subventionstheaters! So wie alles andere auch, was diese Kloalition seit ihrer Machtergreifung beschlossen hat.

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Tschernobyl und kein Ende

Heute feiern wir! Und dafür gibt es einen Grund. Ein Jubiläum quasi. Denn vor nunmehr 30 Jahren flog der Reaktor in Tschernobyl in die Luft und verseuchte ein Gebiet so groß wie Polen. Obwohl das ja eigentlich unmöglich war, weil die Wahrscheinlichkeit so verschwindend gering war (und nach Aussage der Atomkraftbefürworter noch immer ist), dass eine solch verheerende Havarie nur alle 10.000 Jahre – oder so – möglich ist.

Nun gut, dann haben wir also die nächsten zehntausend Jahre Ruhe? Brauchen wir keine Angst vor einem Atomdesaster mehr zu haben, weil wir das ja sowieso nicht erleben werden? Jedenfalls nicht persönlich, weil wir dann schon längst tot sind (und weil wir auf Grund des unter das Existenzminimums abgesenkten Rentenniveaus bereits deutlich vorher verhungert sein werden)? Das Problem mit der Wahrscheinlichkeit ist halt, dass nicht nur in zehntausend Jahren das nächste Atomkraftwerk in die Luft fliegen muss, sondern dass dies auch schon morgen (und woanders) passieren kann. Aber lassen wir uns davon nicht irre machen. Glauben wir einfach dem Geschwätz der Wissenschaftler, die die Kernenergie für eine sichere Sache halten, weil sie dafür bezahlt werden. Und sicher ist sie ja auch – todsicher.

Also feiern wir am 26. April das 30-jährige „Jubiläum“ von Tschernobyl und den dreißigsten Geburtstag des atomaren Desasters. Sicher werden wir nicht allein sein. Ehrwürdige Wissenschaftler, mit stolz geschwellter Brust in blendend weißem Laborkittel feiern sicher mit und beteuern ein um´s andere Mal, dass man das so ja nie hatte voraus sehen können und dass letztlich alles nicht nur unmöglich, sonden außerdem eine äußerst unglückliche Verkettung unglücklicher Umstände gewesen sei, die noch dazu durch menschliches Versagen ausgelöst und aus dem wohl kalkulierten Ruder gelaufen war. Ganz genau so, wie zum Beispiel die unsinkbare Titanic, die eigentlich garnicht hätte sinken können, nein dürfen, wenn nicht menschliches Unvermögen dazu gekommen wäre. Aber das kann man ja mathematisch nicht ausreichend genau kalkulieren, weswegen man es erst garnicht versucht. Oder es doch zumindest so manipuliert, dass dieses Risiko vertretbar erscheint.

Wieviele Kinder wurden missgebildet geboren und starben unter Qualen nach einem mehr oder weniger kurzen und dennoch kaum erträglichen Leben als Zombies der nuklearen Apokalypse? Wie viele Menschen erkrankten in der Folge an Krebs und siechten dahin, bis sie jämmerlich verröchelten, ohne dass die Regierung jemals die Verantwortung dafür übernommen hätte und sich um die Heilung und wo das nicht (oder nicht mehr) möglich war, wenigstens um eine Linderung der Leiden und eine angemessene Versorgung der Opfer und Hinterbliebenen gekümmert hätte?

Nun ja, man hängte den mutigen Männern und Frauen, die mit lumpigen Blechschaufeln bewaffnet in die havarierten Reaktorblöcke geschickt wurden, um die hoch radioaktiven Abfälle, den Schutt und die Brennstäbe zusammen zu schaufeln mit Orden aus purem Blech und überließ sie anschließend der Strahlenkrankheit. Das Gebiet um den Reaktor wurde großflächig zur Sperrzone erklärt und im Nachhinein gesehen ist das ja ein wahres Glück gewesen. Jedenfalls für den bald im Ostblock eingezogenen Kapitalismus. Denn so kann man heute für satte 80 € pro Nase einen Tagesausflug in die Stadt am Prypjat machen, zum sich gruseln. Das schafft wenigstens ein paar Arbeitsplätze und der morbide Charme der Ruinen ist sicher eine passende Kulisse für jeden Zombiestreifen.

Was das Thema Wahrscheinlichkeit in Theorie und Praxis angeht, so können wir, um das ganze dumme Geschwätz der Energiekonzerne auf der ganzen Welt zu entlarven, noch kurz auf ein paar weitere mehr oder weniger große Havarien verweisen, die nach der Wahrscheinlichkeit auch noch nicht hätten passieren dürfen – und trotzdem eintraten…

  • am 28.3.1979 kam es im Atomkraftwerk Three-Miles-Island bei Harrisburg in Pennsylvania/USA zu einer partiellen Kernschmelze. Die Katastrophe wurde mit INES 5 eingestuft (INES von International Nuclear and Radiological Event Scale). Es gibt 7 INES-Stufen, wobei INES 7 die höchste Stufe ist, mit der katastrophale Unfälle in atomaren Anlagen eingeschätzt werden. Ursache war menschliches Versagen!
  • am 26.4.1986 ereignete sich im Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine/UdSSR ein katastrophaler Unfall (oder ein Super-GAU), der nach INES 7, also der höchsten Stufe eingestuft wurde – mit den oben geschilderten katastrophalen Auswirkungen. Aber das war noch nicht alles. Bereits im Jahr 1982 hatte es eine Havarie der Stufe INES 5 gegeben. Hier, wie auch bei dem genannten Super-GAU, waren neben technischen und konstruktiven Mängeln in erster Linie menschliches Versagen die Ursachen!
  • am 11. März 2011 kam es im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi in Japan infolge eines Seebebens mit anschließendem Tsunami zu einer katastrophalen Havarie der gesamten Atomanlage wegen Stromausfalls. Das Unglück wurde zunächst in INES 5 eingestuft, musste später aber auf INES 7 erhöht werden.

Dies sind nur die allerschwersten atomaren Katastrophen der letzten Jahrzehnte weltweit. Die komplette Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen kann auf Wikipedia eingehend studiert werden. Wer sich das antut, kann sich wirklich nur verwundert die Augen reiben, ob der Dummheit der menschlichen Spezies. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung menschlichen Versagens, oft gepaart mit technischer Unzulänglichkeit und am Anfang mit schlichtem Unwissen und bodenlosem Leichtsinn. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass die Folgen zum einen durch ein totalitäres System zu verantworten waren, zum anderen durch den Kapitalismus und das damit verbundene grenzenlose Profitstreben.

Die Propaganda der Energiewirtschaft machte aus der hochgefährlichen Atomenergie eine „saubere“, „effiziente“ und „umweltfreundliche“ Form der Energiegewinnung und verschwieg geflissentlich, dass a.) die Entwicklung, der Bau und der Betrieb von Atomkraftwerken staatlich gefördert und damit hoch subventioniert wurde, b.) die Gewinne des künstlich verbilligten Atomstroms in die Kassen der Konzerne flossen und c.) die finanziellen Risiken (für Rückbau, Entsorgung, Wiederaufarbeitung und Endlagerung), sowie die Folgen für Gesundheit und Umwelt auf die gesamte Gesellschaft abgewälzt wurden und werden!

Gerade heute, wo regenerative Energien immer konkurrenzfähiger werden und die Bundesregierung (zumindest in Deutschland) den Atomausstieg, nach langem Hin und Her und gegen den verzweifelten Widerstand der Energiekonzerne, bis zum Jahr 2022 beschlossen hat, versuchen sich die Energiekonzerne aus ihrer finanziellen und gesellschaftlichen Verantwortung für ihre atomaren und radioaktiv verseuchten Hinterlassenschaften zu stehlen, in der Regel durch betriebswirtschaftliche Tricks!

In anderen Ländern ist man lange noch nicht so weit, sondern baut eifrig weiter aus, was sich als verheerender Fehler der technologischen Entwicklung erwiesen hat – mit genau denselben Begründungen wie das die Energiewirtschaft in Deutschland jahrzehntelang auch getan hat. Die Unfälle, die sich bis heute ereignet haben und deren Folgen über die Jahrzehnte und bis in die ferne Zukunft hinein kaum einer abzuschätzen vermag, werden bagatellisiert und geleugnet. Noch jeder Energiekonzern behauptet bis heute, steif und fest den Stein der Weisen gefunden zu haben (nämlich das sichere Atomkraftwerk) und noch immer verweist man auf die „Wahrscheinlichkeit“, die es nur einmal alle zehntausend Jahre zulasse, dass es zu einem schweren Unfall in einem Atomkraftwerk kommen könne. Und man verschweigt mit einer ans Unverschämte grenzenden Frechheit, dass dieser Unfall (auch nach der Wahrscheinlichkeit) schon morgen geschehen kann und nicht erst in zehntausend Jahren.

Wieviele Menschenleben wird es noch kosten, bis man bereit ist zuzugeben, dass die Entwicklung und der Bau von Atomkraftwerken ein fataler fehler war? Wieviele weitflächige Gebiete müssen noch zur Sperrzone werden, bis klar wird, dass unsere Erde ein Planet mit Grenzen ist? Nur zwei Dinge scheinen grenzenlos zu sein auf unserem Planeten – die Gier nach Profit und die menschliche Dummheit!

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Das Märchen vom umweltfreundlichen Dieselmotor!

Da hat die Lobby wohl mal wieder ganze Arbeit geleistet. Die Umweltministranten von 5 Bundesländern konnten sich nicht darauf einigen, Steuervorteile und Subventionen für den besonders umweltschädlichen Dieseltreibstoff abzuschaffen. Und warum auch? Schließlich braucht man ja in die Motoren nur die enhtsprechende Software einbauen und schon stimmen die Abgaswerte bei den vorgeschriebenen zweijährlichen Hauptuntersuchungen. Wie es geht, hat VW vorgemacht. Jedoch wäre es ein fataler Irrtum zu glauben, die Volkswagenbauer seien die einzigen, die bescheißen. Sie waren nur so dämlich, sich als Erste erwischen zu lassen. Freilich ist uns allen sonnenklar, dass hier niemand von irgend etwas wusste. Natürlich waren da nur ein paar hundert Einzeltäter am Werk. Von einer systematischen Betrugsabsicht auszugehen, ist dabei ebenfalls nicht zielführend. Wichtig und ich meine wirklich wichtig, sind am Ende des Jahres nur die Boni des Vorstandes und des Managements!

Dieselruss und lungengängiger Feinstaub belastet bekanntermaßen zu einem nicht unerheblichen Teil die Atemwege vor allem beim Menschen, aber auch Tieren. Nicht nur Benzinmotoren sind Dreckschleudern, nein, wer hätte es gedacht, auch Dieselmaschinen sind (trotz des geringeren spezifischen verbrauchs und der deutlich höheren Wirkunsgrades) umweltbelastend. Besonders in der kalten Jahreszeit, entsprechenden Wetterverhältnissen und in Ballungsgebieten sind Dieselruss, Feinstaub und Stickstoffoxid die Hauptverursacher von Smog, neben den Emissionen von Heizanlagen und dem Ausstoß von Abgasen durch die Industrie.

Ein besonderes Interesse an einer Beibehaltung des status quo hat natürlich die Logistikwirtschaft und hier besonders die Speditionen. Die haben freilich keine besondere Lust, die Kosten der durch sie verursachten Umweltbelastung auch nur ansatzweise durch eine höhere Steuerlast zu kompensieren, schmälert dies doch die sprudelnden Gewinne. Und wer will darauf schon verzichten. und so sind – wie in vielen anderen Bereichen auch – die wirtschaftlichen Interessen mal wieder deutlich höher angesiedelt, als die Gesundheit der Menschen oder gar der Schutz von Umwelt und Natur.

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1 Million Elektroautos bis 2020?

Wenn die Regierung das fordert, ohne dafür in die Tasche zu greifen und beispielsweise auf die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Elektroautos zu verzichten und/oder andere Kaufanreize auf den Weg zu bringen, dann kann sie auch mit der gleichen Hoffnung auf Erfolg fordern, bis 2020 müssten alle Politiker wenigstens über einen IQ von mindestens 75 verfügen. Oder über einen akademischen Grad, den sie sich NICHT mit unlauteren Mittel erworben haben… o.O

Lust auf Elektromobilität?

Ach ja…wenn´s schee macht! Und Sichmar Gabriel rätselt weiter, gemeinsam mit der Muddi, wie das wohl gehen könnte – Elektromobilisierung ohne den etablierten sogenannten Premiumherstellern in unserem Lande weh zu tun? Denn schließlich wollen die das nicht. Jedenfalls nicht wirklich! Und nicht jetzt gleich. Vielleicht später mal. Irgendwann. Wie auch immer.

Schließlich ist man sich ja auch keineswegs einig, was man denn überhaupt will. Elektromobilität? Brennstoffzellenautos? Infrastruktur zum Laden und Tanken? Wer soll das bezahlen? Die großen Energiekonzerne etwa? Also bitte, Leute – Konzerne sind dazu da Gewinne zu machen. Gewinne sind Profite und nichts anderes wollen die sogenannten Investoren sehen! Kurzfristige Profite am Besten, mit denen man einen schnellen Schnitt realisieren kann!

Nachhaltigkeit? Das sollen mal andere machen. Die Regierungen zum Beispiel. Denn nichts liebt ein Großkonzern so sehr (am besten, wenn er noch dazu notleidend und systemrelevant ist!) wie die Sozialisierung von Verlusten (und natürlich von Investitionen!), die Privatisierung von Gewinnen und freiwillige Selbstverpflichtungen zu nichts und wieder nichts!
Was für einen Sinn hat dann also die Herdprämie für Elektroautos? Wer verzichtet freiwillig auf seinen Wagen mit Verbrennungsmotor, nur um dann mit einem Elektroauto in seiner Stadt herum zu gurken und den schäbigen Rest seiner individuellen Mobilität in unpünktlichen, überfüllten und im Winter meist unbeheizten, im Sommer dagegen nicht gekühlten Zügen der Deutschen Bahn zu verbringen?

Aber davon einmal ganz abgesehen. Wir stehen nun hier nicht nur vor dieser Meldung, sondern auch vor dem Dilemma, dass wir einordnen sollen (nein müssen) ob es sich hierbei mal wieder um eine Ente handelt, um einen Versuchsballon, den man aufsteigen lässt um die Reaktionen zu testen, oder ob der dicke Herr Gabriel mal wieder einen reichlich unausgegorenen Vorschlag macht, nur um nicht ganz aus den Schlagzeilen zu verschwinden.

Dabei hat er doch neulich erst via BLÖD-Zeitung, seinem medialen Hoflieferanten dämlicher Headlines, einige mehr oder weniger passende Kommentare zu diversen bundes- und europapolitischen Fragen abgegeben, während er zu Gast auf Raul und Fidel Castro´s Kuba weilte!

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