Also doch? Geld regiert die Welt!

Mich beschleicht schon seit einiger Zeit ein ganz schlechtes Gefühl, wenn ich diese rasend schnell fortschreitende Ökonomisierung der Politik betrachte. Man hat die Menschen ganz offensichtlich derart verblödet (und zwar ganz gezielt), dass sie nicht nur denken, Staaten ließen sich führen und managen wie Unternehmen, sondern auch glauben, Unternehmer seien die besseren Politiker, weil sie wirtschaftlichen Erfolg haben. Das alleine soll ausreichen, um Staaten zu leneken? Ich fasse es nicht! Es ist keine Demokratie, wenn Menschen mit Geld ihr Geld dafür einsetzen, sich Menschen ohne Geld gefügig zu machen und deren Stimmen mit Werbekampagnen zu kaufen!
bereits seit langer Zeit kämpfe ich gegen diesen kapitalistischen Irrglauben an, das Staaten = Unternehmen sind, nur größer und mit mehr Mitarbeitern. Die Propagandamaschinerie des Kapitalismus macht die Menschen glauben, es sei nur eine Frage des richtigen Managements, um erfolgreich zu sein. Es sei weiter nur eine Frage des richtigen Einsatzes ökonomischen Massnahmen, um Staaten zu gewinnbringenden Unternehmungen zu machen. Man hämmert den Menschen tatsächlich ein, mit den Massnahmen, die ein großes Unternehmen „sanieren“, könne man Staaten „sanieren“. Und man gibt den betroffenen Menschen Sündenböcke, an denen sie sich abreagieren können und so über ihre eigene politische Entmündigung hinweg getäuscht werden.
Unternehmen setzen Mitarbeiter frei (wie man das so schön euphemisierend nennt!) und führen sie dem Arbeitsmarkt wieder zu – auf Kosten der Allgemeinheit!
Staaten grenzen gesellschaftliche Gruppen aus, entziehen ihnen teilweise die Lebensgrundlagen und geben ihnen für ihre Situation selbst die Schuld, um sich aus der sozialen Verantwortung zu stehlen, welche die Unternehmen von vornherein garnicht zu haben glauben!
Unternehmen sparen auf Kosten ihrer Arbeiter und Angestellten, um sich zu sanieren, während das Management in aller Regel ungeschoren davon kommt und mit feisten Prämien bei Laune gehalten wird!
Staaten sparen auf Kosten ihrer Bürger (immer und zuerst der Ärmsten und Bedürftigsten!), während sich die Politik ihre Pfründen sichert und die wirtschaftlichen Eliten sich von Steuern zu befreien und der Steuerpflichten zu entziehen suchen.
Unternehmen haben seit den siebziger Jahren vor allem in der Bundesrepublik Deutschland eine groß angelegten und mit viel Geld gesponsorten Propagandafeldzug gegen den Sozialstaat geführt und der Arbeiterbewegung das Rückgrat gebrochen, indem sie die Gewerkschaften vereinnahmten und letztlich gekauft haben
Der Staat hat sich dem Primat der Wirtschaft ergeben und führt nur noch Scheingefechte, obwohl der Krieg längst verloren ist, um wenigstens halbwegs das Gesicht zu wahren!
Mir bleibt die Spucke weg, wenn ich solche Nachrichten lese und reibe mir verwundert die trüben Augen, dass nicht schon lange der Zorn der Arbeiterschaft dieses ganze korrupte System hinweg gefegt hat! Aber man wird ja noch träumen dürfen, man wird doch noch träumen dürfen, oder?

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Friss und/oder stirb!

Prof. Dr. M. Onsanto hat in einer groß angelegten Studie heraus gefunden, dass Mais fressende Kühe weniger Methan ausstossen als jene, die mit Gras gemästet werden. Dabei hat sich rein zufällig die Maissorte MON 810 ausgezeichnet und hier ganz besonders dann, wenn sie mit dem Pestizid Roundup Ready behandelt wurde, dem die EU-Umweltkommission bekanntlich in Kürze den blauen Umweltengel für die herausragenden ökologischen Eigenschaften von Glyphosat verleihen will!

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Die Netzfreiheit oder wie der Informationsfluss erdrosselt werden soll!

Marktwirtschaft ist Scheisse, wenn sie den Zugang der Menschen zu Nahrung, Energie, Wohnraum, Kleidung und Information einschränkt! Genau dies versucht derzeit die Telekom!

Was hat der Staat für einen faktischen und praktischen Nutzen, wenn er es lediglich als seine originäre Aufgabe betrachtet, die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Unternehmen (vorzugsweise die großen bis sehr großen Konzerne) „günstig“ produzieren, Arbeiter scham- und hemmungslos (vor allem aber auch folgenlos) ausbeuten können und uneingeschränkten Zugang zu Märkten erhalten, um ihre Profite zu maximieren und die Gier der Aktionäre zu befriedigen, sowie derart an Einfluss zu gewinnen, dass sie die Politik erpressen und unter Druck zu setzen imstande sind, um die Voraussetzungen dann immer weiter zu ihren Gunsten zu verändern?

Das geschieht derzeit überall in den Industrieländern. Die Drosselung des Internets ist daher nur ein Sympthom für die Beschneidung der Freiheit der Menschen und die Erlangung der Kontrolle.

Der Staat aber schöpft Steuern bei den Einkommen seiner Bürger ab, sofern diese nicht genug verdienen, um sich ihrer Steuerpflicht durch Flucht vor dem Finanzamt zu entziehen und verwendet das Geld – nicht dafür, die berechtigten Interessen der Bürger und des Staates zu vertreten, sie zu schützen und ihre Existenz zu sichern, sondernum die Bedingungen für die weirtschaft zu verbessern (und zwar ausschließlich für diese)und gibt damit immer mehr von seiner Entscheidungsfreiheit, seinem Gestaltungsspielraum ab, also vom Primat der Politik über die wirtschaftlichen Interessen!

Dass das nicht auf Dauer gut gehen kann, will derzeit niemand sehen. Aber wenn wir genau hinschauen, dann können wir, trotz der heftigen Dementis der Politik, die sich natürlich frei von jeder Schuld sieht und noch nicht einmal den Ansatz eines Schuldbewusstseins besitzt! Kriminelle Energie natürlich auch nicht, gar keine Frage!

Aber im neoliberalen System der freien Marktwirtschaft, (das Wort „frei“ steht hier für frei von Skrupeln und jeder sozialen Verantwortung) gibt es keinen Platz für Zauderer, verschrobene Sozialromantiker und sonstige Utopisten, die sich dem Fortschritt in den Weg stellen wollen!

In der „schönen“ neoliberalen Welt des Scheins dreht sich alles um Umsatz, Profit und die Erringung einer marktbeherrschenden Stellung, um den „freien“ Markt und die Preise zu kontrollieren. Wieso sollte man Rücksichten nehmen? Man reduziert einfach alles auf einen imaginären Wert, wie zum Beispiel die Wälder und ihre Fähigkeit CO2 zu absorbieren und in der Biomasse zu binden und dafür im Gegenzug Sauerstoff zu produzieren, oder man verteilt großzügig Luftverschmutzungsrechte in Gestalt von CO2-Zertifikaten, wirft sie auf einen Markt, den es nicht gibt und wundert sich, warum die Dinger nichts wert sind und die Unternehmen fleissig weiter die Luft verpesten? Hat man einer ressource einen Wert zugemessen, kann man sie handeln, also auch kaufen, verkaufen, damit spekulieren, manipulieren und damit ist der eigentliche Sinn des Ganzen, nämlich das Klima zu schützen schon wieder am Arsch des Propheten angekommen!

Großkonzerne wie Monsanto beispielsweise versuchen seit Jahrzehnten ihre Dreckpfoten auf die Nahrungsressourcen der Menschheit zu legen und sich Patente auf Saatgut und Leben zu sichern, um die gesamte Menschheit zu zwingen, Lizenzgebühren dafür zu bezahlen, dass sie Nahrungspflanzen anbauen um überleben zu können. Andere wiederum, wie der „Nahrungsmittel“gigant Nestlé, sichern sich den Zugriff auf die Trinkwasserreserven der Erde, um Wasser in Flaschen teuer zu verkaufen – an die, die es sich leisten können, weil sie die Meinung vertreten, sauberes, trinkbares Wasser könne kein Menschenrecht und dürfe schon garnicht kostenlos sein! Veolia Water, Suez Environnement und Thames Water heissen die großen Unternehmen, die den Teil des Markte für Trinkwasser, Versorgung und abwasserentsorgung dominieren, der bislang privatisiert, d. h. der Gier der Wirtschaft geopfert wurde und ein Ende ist nicht abzusehen.

Nach dem Untergang des Staatsozialismus feiert der Manchesterkapitalismus fröhliche Urständ! Der Neoliberalismus breitet sich weltweit, besonders in den Industriestaaten aus und sorgt dafür, dass staatliche Infrastruktur, bereits bezahlt und unterhalten mit dem Steuergeld der Bürger, für einen Appel und ein Ei an Privatunternehmen verschleudert wird, oft sogar noch mit staatlich garantierten Mindesteinnahmen, für die dann ebenfalls der Steuerzahler aufkommen muss, wenn der Markt (mir verbiegt sich jedesmal das Keyboard, wenn ich das Wort „Markt“ zu schreiben gezwungen bin) ihn nicht hergibt, warum auch immer.

Aus diesem kühlen Grunde werden Verträge, die zum Zwecke der Privatisierung abgeschlossen werden, auch in aller Regel geheim gehalten. Was das ganze aber mit dem sogenannten freien Markt zu tun haben könnte, entzieht sich meinem Verständnis und wird wohl auf ewig das Geheimnis der verantwortlichen Politiker (und/oder der Lobbyisten) bleiben!

Aber ich bin etwas abgeschweift vom eigentlichen Thema, der Freiheit des Internet und des freien Zugangs zu Informationen, und so möchte ich noch den ein oder anderen Satz dazu loswerden.

Information, also Wissen, ist eine Ressource, und zwar eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste Ressource überhaupt. Jeder sollte uneingeschränkten Zugang dazu haben und es kann nicht sein, das ein Konzern sich das Recht heraus nimmt, diesen Zugang einzuschränken und ihn nur denen zur Verfügung stellt, die dafür bezahlen (können!). Wird das erlaubt, nützt alles boykottieren nichts mehr, denn selbst wenn die Kunden von der Telekom zu anderen Anbietern wechseln, werden diese, etwas später versteht sich, diese Option ebenfalls ziehen und sich die Einnahmen aus dieser Quelle nicht nehmen lassen wollen.

Das Merkwürdige ist, dass dann der Markt funktioniert, wenn es ums Abkassieren geht. Wenn der Markt den Preiswettbewerb anheizen und für sinkende Preise sorgen soll, funktioniert er nicht, weil die Konzerne sofort damit beginnen, ihn auszuhebeln, Monopole zu bilden und Preisabsprachen zu treffen, Kartelle gründen! Wir müssen uns also mit allen Mitteln und jetzt gegen die Beschränkung des freien Zugangs zum Netz und seinen Informationen wehren und gegen die Konzerninteressen kämpfen, als ginge es um unser Trinkwasser, unsere Nahrung, oder was auch immer!

Die Freiheit des freien Marktes hat dort ihr Ende, wo es um lebensnotwendige Ressourcen geht! Aber das muss die Politik erst noch begreifen und bei dem derzeitigen IQ im Bundestag, den Parteizentralen und in den Vorstandsetagen der Konzerne, darf bezweifelt werden, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein könnte. Die einen können nicht, weil sie zu doof sind (oder zu gierig), die andern wollen nicht, weil sie einfach nur geldgeil sind…

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Der WWF als Gralshüter des Umwelt- und Naturschutzes?

Des öfteren wurden schon Vorwürfe laut, der WWF (Artikel auf Wikipedia), der sich den Schutz der Tiere, der Umwelt und der Natur auf die aristokratischen Fahnen geschrieben hat, habe sich mit Großkonzernen eingelassen und an einen Tisch gesetzt. Unter anderem soll auch Monsanto dazu gehört haben und solche Umweltverbrecher wie Coca Cola, Unilever und Shell. Jedenfalls schreibt dies der Journalist Wilfried Huismann in seine neuesten Buch unter dem Titel „Schwarzbuch WWF – dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda„.

Und die Behauptung, der WWF zeichne sich insbesondere dadurch aus, dass er sich Konzernen und der Industrie an den Hals werfe, ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Schließlich stammt ein Großteil seiner elitären Führungszirkel aus der Wirtschaft! Was Wunder, dass es da Verbindungen gibt, die offenbar nicht ganz koscher sind. Und nicht zuletzt lebt der WWF vornehmlich von großzügigen Spenden aus Kreisen der Wirtschaft und brüstet sich als Schirmherr so zweifelhafter Aktivitäten wie z. B. der seit etwa 2002 in mehreren Kampagnen laufenden Krombacher „Klimaschutz“-Projekten nach dem Motto „Saufen für den Regenwald“!

Bisweilen fallen Repräsentanten des WWF auch in der Öffentlichkeit unangenehm auf. Sein Ehrenpräsident, König Juan Carlos von Spanien, auch bei der Jagd nach Frauen kein Kostverächter, stürzte bei der Großwildjagd auf Elefanten in Afrika und brach sich seine altersschwache Hüfte. Das kann man zwar unter dem Kapitel ausgelcihende Gerechtigkeit verbuchen udn muss nicht gerade vor Mitleid mit diesem alten Sack zerfliessen, aber es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Einstellung der führenden Repräsentanten des WWF zu den von ihm „geschützten“ Umwelt und Natur!

Natürlich will sich der WWF gegen solch schlechte PR wehren und dabei ist ihm wohl jedes Mittel recht! Denn die Folgen könnten katastrophal für den World Wildlife Fund For Nature sein, wenn ihm die Wirtschaft ihre Zuneigung und die üppigen Zuwendungen streicht…

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Vertical Farming – Nahrung für die Zukunft der Menschheit?

Am Horn von Afrika herrscht Dürre! Somalia ist eines der am heftigsten von der verheerenden Trockenheit betroffenen Gebiete, in dem mehrere Regenzeiten hintereinander ausgeblieben sind. Täglich verhungern Menschen, fliehen zehntausende Hungernde in die ebenfalls nicht von üppigen Ernten gesegneten armen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia.

Die Lage in den Flüchtlingslagern wird immer dramatischer, auch dort leiden die Menschen unter Mangelernährung, den unsäglichen hygienischen Zuständen und den Folgen des Hungers. die Industrienationen haben seit mehreren Jahren die Mittel gekürzt, mit denen die notleidenden Menschen unterstützt werden könnten und heute dürfen wir uns aus berufenem Politikermund anhören, es sei 5 vor 12!

Aktionismus ist angesagt und so erhöht die Bundesregierung prompt ihre „Hilfe“ auf 30 Mio. Euro, die EU insgesamt auf „satte“ 160 Mio. Euro. Angesichts der von der UN veranschlagten 1,6 Mrd. $ (Hungerkrise: „Horn von Afrika braucht 1,6 Mrd. $ Hilfe“ – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) ist dieser Betrag nachgerade lächerlich und entspricht von daher genau der Einstellung kapitalistisch geprägter Staaten wie dem unseren, die eher hunderte von Mrd. Euro als Rettungsschirm über die gebeutelten systemrelevanten Banken aufzuspannen bereit sind, als das Hungerproblem der Welt schnell, effektiv und vor allem nachhaltig zu lösen!
Denn eines scheint klar – Nahrung ist genug vorhanden, aber nicht so verteilt und vor allem nicht so preiswert, dass jeder Mensch sich das kaufen kann, was er zum Leben benötigt. Nahrung ist, dank des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zum Spekulationsobjekt geworden. Wer sich die Preise nicht leisten kann, der hat eben, nach kapitalistischer Lesart, Pech gehabt!

Ein weiterer Aspekt in diesem System der knappen, aber teuren Nahrungsressourcen ist, dass die reichen Industriestaaten ihre eigenen Ackerflächen mehr und mehr für den Anbau hochprofitabler Energiepflanzen (für sog. Biosprit und Bioenergie) nutzen, um die angestrebten Ziele für die CO2-Einsparungen zum Schutze der Umwelt zu erreichen.

Um aber die Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kaufen die reichen Länder gleichzeitig die Nahrungsproduktion in den Ländern der Dritten Welt auf, während große Agrarkonzerne überall in den armen und ärmsten Ländern dieser Erde die besten Ackerflächen auf Jahrzehnte hinaus pachten, oder gar kaufen (nachdem korrupte Regierungen die einheimischen Kleinbauern enteignet und vertrieben und so die gewachsene landwirtschaftliche Kultur zerstört haben) und diese Flächen so der Nahrungsproduktion für die armen Einheimischen entziehen (Geschäfte mit Ackerland: Investoren haben Landlust – Artikel auf FAZ.NET vom 18.7.2011). Hier werden Produkte angebaut, die sich teuer in den Industriestaaten vermarkten lassen, die sich die einheimischen Hilfsarbeiter aber nicht leisten können!

Ist das fruchtbare Land erst weg, verloren an die ausländischen Konzerne, roden die hungernden einheimischen Bauern die letzten verbliebenen Reste des tropischen Regenwaldes, um ein bisschen Ackerland zu gewinnen. Auslaugung und Erosion lassen die Erträge aber rasch sinken und nach wenigen Jahren müssen die Menschen weiter ziehen, noch tiefer in den sterbenden Urwald hinein. Und je mehr sie die Bäume fällen oder abbrennen und neuerdings mit Agent Orange vergiften, desto weniger Regen fällt und lässt das Land verdorren!

Was übrig bleibt eignet sich kaum noch als Weide und doch nutzen große Fleischkonzerne die dürren Halme um Rindviecher für WurgerKing und McDoof zu züchten. Wir fressen nicht nur unsere eigenen Haare vom Kopf, sondern auch die der Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Und was übrig bleibt, verheizen wir in unseren Porsche Cayennes, wenn wir sonntags morgens zum Brötchenholen zu Backshop um die Ecke brettern – da ist Allradantrieb auf Extrembreitreifen und 560 PS unbedingt „state of the art“.

Somalia ist bei alledem aber sowieso außen vor. Zerrissen von einem furchtbaren Bürgerkrieg, der seit nahezu dreißig Jahren in dem Land tobt und der den gesamten Staat unregierbar gemacht hat, in dem Terror, Folter, religiöser Extremismus und Fanatismus an der Tagesordnung sind, in dem Warlords und dutzende fanatisierte Milizen (Horn von Afrika: Tödliche Konsequenzen – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) gegeneinander und gegen alles kämpfen, was vermeintlich westlich ist, wo Kinder zu Mördern abgerichtet werden und das islamische Gesetz der Scharia mit seinen furchtbaren Körperstrafen selbst für die geringsten Vergehen herrscht, müssen die Menschen verhungern, weil sie selbst dann keine Nahrung anbauen könnten, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten!

Nahrungsmangel und extrem gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel führten in den letzten Jahren schon häufiger zu Hungerrevolten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen fast überall im Tropengürtel unseres Planeten!

Wie aber kann dieser verzweifelten Situation sinnvoll begegnet werden?

Ist der Plan der großen Agrarkonzerne eine tragfähige Lösung für die künftige Ernährung der Menschheit, der eine durch und durch industrialisierte Landwirtschaft unter Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts (selbstverständlich patentrechtlich geschützt und für jede Aussaat neu beim Gentechnikkonzern ihres Vertrauens für teures Geld zu erstehen!), schwerer landwirtschaftlicher Maschinen (die natürlich jede Menge Energie benötigen und extrem teuer sind), Unmengen von Düngemitteln, Wasser (mit Hilfe von gigantischen Bewässerungsanlagen bis zur restlosen Versalzung der Böden in heißem Klima über den Ackerflächen versprüht!) und, weil sie so empfindlich sind, mit jeder Menge Herbi-, Fungi- und Pestiziden (bevorzugt dem von Monsanto hergestellten Unkrautvernichtungsmittel Roundup (ein wichtiger Bestandteil von Roundup ist Glyphosat), gegen das praktischerweise die von Monsanto gelieferten GVO-Saaten resistent sind!).

Dass bei dieser Art der „Landwirtschaft“ nicht nur die Ressourcen an Grundwasser geplündert werden und weitere Teile des Landes deshalb von Trockenheit heimgesucht werden und die ehemaligen Landbesitzer nun als billige Hilfskräfte für die Ernte der Agrarerzeugnisse missbraucht und ausgebeutet werden, oder (weil plötzlich landlos geworden) auf der Suche nach Arbeit und Auskommen für ihre Familien in die großen Städte ziehen und dort in gigantischen Slums in Dreck und Unrat, Not und Elend vegetieren müssen, sei hier nur am Rande erwähnt!

Ist das wirklich die „schöne neue Welt“, die wir uns erträumen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Gentech- und Agrarkonzerne weder die Ernährung noch die Gesundheit der Menschheit im Focus haben, sondern ihre (und nur ihre) Profitinteressen?

Der Planet kann eine solche Art der Landwirtschaft nicht lange verkraften. Monokulturen fördern Pflanzenkrankheiten, der Einsatz der riesigen Maschinen die Bodenverdichtung, was wiederum den Einsatz noch größerer Maschinen bedingt und noch tieferes Pflügen. Diese Art der Landwirtschaft geht auf Kosten des Planeten und der gesamten Menschheit! das Prinzip lautet dabei:

Den Profit für die Konzerne, die Folgen für die gesamte Menschheit! (das altbekannte kapitalistische Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten, mithin also dasselbe Prinzip wie das der Rettung der Banken in der weltweiten Finanzkrise!)

Wie aber sehen die Möglichkeiten aus, die Erzeugung von Nahrung für die stetig wachsende Zahl der Menschen auf der Erde in allen klimatischen Zonen sicher zu stellen? Kann man die Ernährung mit Vertical Farms sichern?

Vertical Farm

Was ist überhaupt Vertical Farming? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Technik, Landwirtschaft in Gebäuden zu betreiben, wobei man die Umweltbedingungen mit Hilfe technischer Anlagen kontrollieren und sich damit von den klimatischen Bedingungen der Gebiete, in denen die Vertical Farms errichtet werden, unabhängig machen kann! entwickelt hat diese Idee der US-Professor Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York City im Jahre 1999 mit einigen seiner Studenten. Und die Idee an sich ist einfach bestechend, finde ich!

Vertical Farming Energiegewinnung

Die Kontrolle der Bedingungen in Vertical Farms bezieht sich sowohl auf die Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse usw. und lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten wie z. B. Kontrolle und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Ungezieferbefall. Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich effektiv nutzen und dosieren, Umweltkatastrophen bleiben weitestgehend ohne Einfluss auf die Nahrungserzeugung in den Vertical Farms.

Natürlich kommt auch hier Technik zum Einsatz und es werden auch große Mengen an Energie benötigt (die aber zumindest zum Teil in und mit der Vertical Farm gewonnen werden kann, indem man Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen und aus Biomasse erzeugtes Biogas zur Stromgewinnung nutzt). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Pflanzen ohne Erde (also in Hydrokultur, in einem Substrat wachsend) anzubauen und damit die Umwelt zu schonen. Die Technik ist theoretisch bereits weitgehend zur Nahrungserzeugung nutzbar. Weiterer Forschungsbedarf ist dennoch erforderlich um die Vertical Farms effektiver und energieeffizienter zu gestalten.

Vertical Farming

In solchen Vertical Farms könnten auch, wenn sie als aquaponisches System ausgelegt sind, neben der Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel, Fische gezüchtet und für die menschlichen Ernährung genutzt werden. Theoretisch kann eine Vertical Farm auch als Zuchtbetrieb für die Massentierhaltung genutzt werden. Aber nach meinen Vorstellungen widerspricht das dem Prinzip einer ausgewogenen und gesunden menschlichen Ernährung, sowie den Prinzipien des Tierschutzes, artgerechter Haltung und einem Leben ohne Leid für die Tiere, die der Ernährung der Menschen dienen sollen. Auch Tiere haben Rechte und dazu gehört ein Leben in Würde, in freier Natur und eben ihrer Art und ihrem Wesen gerecht. Das aber kann eine Haltung in Gefangenschaft niemals sein!

Wir können die monokulturelle Landwirtschaft in den Industriestaaten einschränken und die frei werdenden Flächen sinnvoll nutzen, beispielsweise um Wälder zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen. Wir können uns aus der Fläche zurück ziehen und der Natur mehr Raum geben. Aber wir müssen den Boden und die Nahrung der Spekulation entziehen. Das gelingt uns, wenn wir den Großteil der Nahrung in Vertical Farms anbauen, die wir so konzipieren, dass sie weitgehend geschlossene Systeme bilden, die die Umwelt nicht belasten und in denen die Ressourcen sparsam und schonend eingesetzt werden!

Vertical Farms sind teuer. Sie erfordern große Investitionen. Sie sind geeignet für reiche Länder, die über die entsprechende technische Infrastruktur und eine gesicherte Energieversorgung verfügen. Man kann sie mitten in den Ballungszentren der Städte errichten und erpart sich und der Umwelt so Transportwege über hunderte und tausende von Kilometern oder gar mit dem Flugzeug um die halbe Welt. aber genau da, wo sie am dringendsten benötigt würden, in den Hungergebieten der Erde, wo die größte Not, Dürre und Hunger herrschen, kann sie niemand finanzieren, nutzen oder unterhalten!

Um Menschen zu retten, die in Ländern wie Somalia (als Staat kann man dieses Gebilde aus rivalisierenden islamischen Milizen, Privatarmeen und religiöse Fundamentalisten wohl nicht mehr bezeichnen) dem Hungertod entgegendämmern, ist zunächst die Versorgung mit Nahrung und sauberem Trinkwasser gefragt. Die herrschenden Gruppen wollen westliche Hilfe nicht ins Land lassen, weil sie vermutlich gern selber als Retter in der Not dastehen wollen. Gibt man ihnen aber Geld um die Menschen zu versorgen, kaufen sie sicher Waffen damit ein! Tausende werden die rettenden Flüchtlingslager nicht mehr erreichen, elend verreckt auf der Flucht vor Hunger und Verzweiflung! Wie lange wollen wir dem Sterben noch zusehen? Bis es zu spät ist, so scheint es, denn es ist nicht 5 vor 12, nein, es ist bereits 5 NACH 12 und die Politik ist Schuld!!!

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Online-Petition gegen Agro-Gentechnik!

Liebe Freunde und Leser von Tempel der Gaia. Bis zum 19.4.2011 ist noch Zeit, sich dieser Petition anzuschließen, deren Ziel das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft ist. Unter der Pet-ID 16941 könnt Ihr gerne Online teilnehmen, nachdem Ihr Euch kurz registriert habt! Petitions-„Profis“ nutzen die Möglichkeit der Online-Petition regelmäßig und werden oft von Social-Networks und Freunden auf laufende Petitionen aufmerksam gemacht. Oder sie erfahren selber von wichtigen anstehenden Petitionen zu Themen, die sie beschäftigen und die ihnen viel bedeuten.

Die laufende Petition wurde vom NABU veröffentlicht, mit der Bitte um (recht zahlreiche) Unterstützung! Dieser Bitte schließe ich mich ausdrücklich an und habe – selbstverständlich – bereits die Petition unterzeichnet!

Petitionen sind wichtig. Warum? Weil sie die Parteien und auch die Regierung dazu zwingen, sich mit Themen und Themenkomplexen zu befassen, die ihnen auf die Nerven gehen, oder auf den Sack, je nachdem! Und da eine Petition von jedem, absolut jedem, eingebracht werden kann, nutzen wir diese Möglichkeit der politischen (und für die Politik meist unbequemen) Teilhabe gern und oft und zwar für Themen, die die Regierung am liebsten unter den Teppich kehren möchte, weil sie sich bereits diversen Lobbyvereinigungen und Interessenvertretern angedient und unterworfen haben!

Also Leute, macht bitte mit und zwar recht zahlreich! schaut euch mal die umfangreiche Liste der laufenden Petitionen an und unterstützt das, was Ihr für unterstützenswert haltet. Oder diskutiert eifrig mit, wenn Ihr den Eindruck habt, da macht jemand aus ner Mücke einen Elefanten (oder wie heißt das Tier mit dem langen Hals?). Ich danke Euch von Herzen für Eure geschätzte Unterstützung.

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Wir müssen den Wald retten, sonst vertrocknet der Planet!

Bereits im Jahre 2005 hatte eine verheerende Dürre den Regenwald im Amazonasbecken schwer geschädigt und große Flächen des Waldes zum Absterben gebracht. Im darauf folgenden Jahr blühte der Regenwald dann verstärkt auf, wie Wissenschaftler erstaunt festgestellt haben.
Auch 2010 war für den Amazonas-Regenwald kein gutes Jahr. Eine monatelange Trockenheit von Juli bis Oktober vertrocknete den halben Urwald und auch diesmal könnte das Folgejahr sich durch vermehrtes Wachstum der verbliebenen Baumbestände auszeichnen.
Es darf allerdings bezweifelt werden, dass diese Art des Klimawandels im Endeffekt einen positiven Einfluss auf das Wachstum des gesamten Waldes und auf seine CO2-bindende Wirkung haben könnte. Vermutlich wird es den Regenwald nachhaltig schädigen, wenn er längerfristig und öfter, als in der Vergangenheit durch Phasen großer Trockenheit belastet wird.
Die Agrarindustrie, die sich in Südamerika und anderswo der Regenwälder bemächtigt haben, mit Duldung der jeweiligen Regierungen, werden sich ins Fäustchen lachen, und die vertrockneten Flächen flugs komplett rasieren. Dann lassen sich darauf mit Hilfe von Unmengen Dünger, Roundup ready von Monsanto, riesigen Maschinen (und entsprechendem Energieeinsatz) und den entsprechenden gentechnisch veränderten Saaten Biospritpflanzen, Soja, oder Mais zu gewinnen und sie den besorgten Europäern als Ökotreibstoff anzudrehen!
Und alle schreien Halleluja zu diesem ökologischen Wahnsinn und fahren weiter Auto, dass einem der kalte Schweiß ausbricht!
Verdorrte Wälder sind in jeder Beziehung wertlos. Das Holz ist nicht zu gebrauchen und oft von Schädlingen zerstört. Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch, was zur Folge hat, dass auch keine vollwertigen Wälder nachwachsen können, selbst wenn man die Natur sich selbst überließe. Die CO2-Bindung ist natürlich auch nicht mehr gewährleistet und infolgedessen richten sich die Begehrlichkeiten profitgieriger Konzerne auf diese riesigen brach liegenden Flächen!
Die Ursachen für die Trockenheit der letzte Jahre liegen sicher in den allgemeinen Klimaveränderungen, möglicherweise haben sie auch mit dem El-Nino-Phänomen zu tun, welches in immer kürzeren Abständen zu ungeheuren Überschwemmungen auf der einen Seite der Welt und zu großflächiger Trockenheit und Dürre auf der anderen Seite führt!
Ich glaube, man kann dem Klimawandel am besten dadurch begegnen dass man den CO2-Ausstoss begrenzt und mehr Wälder pflanzt. Wir müssen begreifen, dass wir die letzten Urwälder schonen müssen und bei der Neupflanzung von Wäldern und Wiederaufforstungen nicht nur in eindimensionalem Kosten-Nutzen-Denken verhaftet sein dürfen, sondern zu aller erst von der klimatechnischen Bedeutung der Wälder ausgehen müssen.
Masanobu Fukuoka, der kleine weise Mann aus Japan, der völlig neue Prinzipien in die natürliche Landwirtschaft einbrachte, sagte einmal sinngemäß: „Es ist nicht so, dass die Bäume verschwinden und dann die Wüste kommt. Erst verschwinden die Bäume, anschließend bleibt der Regen aus und dann kommt die Wüste!“
Die Ursachen für die zunehmende Trockenheit liegen also nicht in der Austrocknung und der Zerstörung der Wälder, sondern in der brutalen und rücksichtslosen Abholzung des Regenwaldes seit 5 Jahrzehnten!
Der Schlüssel zur Rettung des Klimas ist der Wald!

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