Vertical Farming – Nahrung für die Zukunft der Menschheit?

Am Horn von Afrika herrscht Dürre! Somalia ist eines der am heftigsten von der verheerenden Trockenheit betroffenen Gebiete, in dem mehrere Regenzeiten hintereinander ausgeblieben sind. Täglich verhungern Menschen, fliehen zehntausende Hungernde in die ebenfalls nicht von üppigen Ernten gesegneten armen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia.

Die Lage in den Flüchtlingslagern wird immer dramatischer, auch dort leiden die Menschen unter Mangelernährung, den unsäglichen hygienischen Zuständen und den Folgen des Hungers. die Industrienationen haben seit mehreren Jahren die Mittel gekürzt, mit denen die notleidenden Menschen unterstützt werden könnten und heute dürfen wir uns aus berufenem Politikermund anhören, es sei 5 vor 12!

Aktionismus ist angesagt und so erhöht die Bundesregierung prompt ihre „Hilfe“ auf 30 Mio. Euro, die EU insgesamt auf „satte“ 160 Mio. Euro. Angesichts der von der UN veranschlagten 1,6 Mrd. $ (Hungerkrise: „Horn von Afrika braucht 1,6 Mrd. $ Hilfe“ – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) ist dieser Betrag nachgerade lächerlich und entspricht von daher genau der Einstellung kapitalistisch geprägter Staaten wie dem unseren, die eher hunderte von Mrd. Euro als Rettungsschirm über die gebeutelten systemrelevanten Banken aufzuspannen bereit sind, als das Hungerproblem der Welt schnell, effektiv und vor allem nachhaltig zu lösen!
Denn eines scheint klar – Nahrung ist genug vorhanden, aber nicht so verteilt und vor allem nicht so preiswert, dass jeder Mensch sich das kaufen kann, was er zum Leben benötigt. Nahrung ist, dank des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zum Spekulationsobjekt geworden. Wer sich die Preise nicht leisten kann, der hat eben, nach kapitalistischer Lesart, Pech gehabt!

Ein weiterer Aspekt in diesem System der knappen, aber teuren Nahrungsressourcen ist, dass die reichen Industriestaaten ihre eigenen Ackerflächen mehr und mehr für den Anbau hochprofitabler Energiepflanzen (für sog. Biosprit und Bioenergie) nutzen, um die angestrebten Ziele für die CO2-Einsparungen zum Schutze der Umwelt zu erreichen.

Um aber die Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kaufen die reichen Länder gleichzeitig die Nahrungsproduktion in den Ländern der Dritten Welt auf, während große Agrarkonzerne überall in den armen und ärmsten Ländern dieser Erde die besten Ackerflächen auf Jahrzehnte hinaus pachten, oder gar kaufen (nachdem korrupte Regierungen die einheimischen Kleinbauern enteignet und vertrieben und so die gewachsene landwirtschaftliche Kultur zerstört haben) und diese Flächen so der Nahrungsproduktion für die armen Einheimischen entziehen (Geschäfte mit Ackerland: Investoren haben Landlust – Artikel auf FAZ.NET vom 18.7.2011). Hier werden Produkte angebaut, die sich teuer in den Industriestaaten vermarkten lassen, die sich die einheimischen Hilfsarbeiter aber nicht leisten können!

Ist das fruchtbare Land erst weg, verloren an die ausländischen Konzerne, roden die hungernden einheimischen Bauern die letzten verbliebenen Reste des tropischen Regenwaldes, um ein bisschen Ackerland zu gewinnen. Auslaugung und Erosion lassen die Erträge aber rasch sinken und nach wenigen Jahren müssen die Menschen weiter ziehen, noch tiefer in den sterbenden Urwald hinein. Und je mehr sie die Bäume fällen oder abbrennen und neuerdings mit Agent Orange vergiften, desto weniger Regen fällt und lässt das Land verdorren!

Was übrig bleibt eignet sich kaum noch als Weide und doch nutzen große Fleischkonzerne die dürren Halme um Rindviecher für WurgerKing und McDoof zu züchten. Wir fressen nicht nur unsere eigenen Haare vom Kopf, sondern auch die der Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Und was übrig bleibt, verheizen wir in unseren Porsche Cayennes, wenn wir sonntags morgens zum Brötchenholen zu Backshop um die Ecke brettern – da ist Allradantrieb auf Extrembreitreifen und 560 PS unbedingt „state of the art“.

Somalia ist bei alledem aber sowieso außen vor. Zerrissen von einem furchtbaren Bürgerkrieg, der seit nahezu dreißig Jahren in dem Land tobt und der den gesamten Staat unregierbar gemacht hat, in dem Terror, Folter, religiöser Extremismus und Fanatismus an der Tagesordnung sind, in dem Warlords und dutzende fanatisierte Milizen (Horn von Afrika: Tödliche Konsequenzen – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) gegeneinander und gegen alles kämpfen, was vermeintlich westlich ist, wo Kinder zu Mördern abgerichtet werden und das islamische Gesetz der Scharia mit seinen furchtbaren Körperstrafen selbst für die geringsten Vergehen herrscht, müssen die Menschen verhungern, weil sie selbst dann keine Nahrung anbauen könnten, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten!

Nahrungsmangel und extrem gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel führten in den letzten Jahren schon häufiger zu Hungerrevolten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen fast überall im Tropengürtel unseres Planeten!

Wie aber kann dieser verzweifelten Situation sinnvoll begegnet werden?

Ist der Plan der großen Agrarkonzerne eine tragfähige Lösung für die künftige Ernährung der Menschheit, der eine durch und durch industrialisierte Landwirtschaft unter Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts (selbstverständlich patentrechtlich geschützt und für jede Aussaat neu beim Gentechnikkonzern ihres Vertrauens für teures Geld zu erstehen!), schwerer landwirtschaftlicher Maschinen (die natürlich jede Menge Energie benötigen und extrem teuer sind), Unmengen von Düngemitteln, Wasser (mit Hilfe von gigantischen Bewässerungsanlagen bis zur restlosen Versalzung der Böden in heißem Klima über den Ackerflächen versprüht!) und, weil sie so empfindlich sind, mit jeder Menge Herbi-, Fungi- und Pestiziden (bevorzugt dem von Monsanto hergestellten Unkrautvernichtungsmittel Roundup (ein wichtiger Bestandteil von Roundup ist Glyphosat), gegen das praktischerweise die von Monsanto gelieferten GVO-Saaten resistent sind!).

Dass bei dieser Art der „Landwirtschaft“ nicht nur die Ressourcen an Grundwasser geplündert werden und weitere Teile des Landes deshalb von Trockenheit heimgesucht werden und die ehemaligen Landbesitzer nun als billige Hilfskräfte für die Ernte der Agrarerzeugnisse missbraucht und ausgebeutet werden, oder (weil plötzlich landlos geworden) auf der Suche nach Arbeit und Auskommen für ihre Familien in die großen Städte ziehen und dort in gigantischen Slums in Dreck und Unrat, Not und Elend vegetieren müssen, sei hier nur am Rande erwähnt!

Ist das wirklich die „schöne neue Welt“, die wir uns erträumen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Gentech- und Agrarkonzerne weder die Ernährung noch die Gesundheit der Menschheit im Focus haben, sondern ihre (und nur ihre) Profitinteressen?

Der Planet kann eine solche Art der Landwirtschaft nicht lange verkraften. Monokulturen fördern Pflanzenkrankheiten, der Einsatz der riesigen Maschinen die Bodenverdichtung, was wiederum den Einsatz noch größerer Maschinen bedingt und noch tieferes Pflügen. Diese Art der Landwirtschaft geht auf Kosten des Planeten und der gesamten Menschheit! das Prinzip lautet dabei:

Den Profit für die Konzerne, die Folgen für die gesamte Menschheit! (das altbekannte kapitalistische Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten, mithin also dasselbe Prinzip wie das der Rettung der Banken in der weltweiten Finanzkrise!)

Wie aber sehen die Möglichkeiten aus, die Erzeugung von Nahrung für die stetig wachsende Zahl der Menschen auf der Erde in allen klimatischen Zonen sicher zu stellen? Kann man die Ernährung mit Vertical Farms sichern?

Vertical Farm

Was ist überhaupt Vertical Farming? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Technik, Landwirtschaft in Gebäuden zu betreiben, wobei man die Umweltbedingungen mit Hilfe technischer Anlagen kontrollieren und sich damit von den klimatischen Bedingungen der Gebiete, in denen die Vertical Farms errichtet werden, unabhängig machen kann! entwickelt hat diese Idee der US-Professor Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York City im Jahre 1999 mit einigen seiner Studenten. Und die Idee an sich ist einfach bestechend, finde ich!

Vertical Farming Energiegewinnung

Die Kontrolle der Bedingungen in Vertical Farms bezieht sich sowohl auf die Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse usw. und lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten wie z. B. Kontrolle und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Ungezieferbefall. Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich effektiv nutzen und dosieren, Umweltkatastrophen bleiben weitestgehend ohne Einfluss auf die Nahrungserzeugung in den Vertical Farms.

Natürlich kommt auch hier Technik zum Einsatz und es werden auch große Mengen an Energie benötigt (die aber zumindest zum Teil in und mit der Vertical Farm gewonnen werden kann, indem man Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen und aus Biomasse erzeugtes Biogas zur Stromgewinnung nutzt). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Pflanzen ohne Erde (also in Hydrokultur, in einem Substrat wachsend) anzubauen und damit die Umwelt zu schonen. Die Technik ist theoretisch bereits weitgehend zur Nahrungserzeugung nutzbar. Weiterer Forschungsbedarf ist dennoch erforderlich um die Vertical Farms effektiver und energieeffizienter zu gestalten.

Vertical Farming

In solchen Vertical Farms könnten auch, wenn sie als aquaponisches System ausgelegt sind, neben der Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel, Fische gezüchtet und für die menschlichen Ernährung genutzt werden. Theoretisch kann eine Vertical Farm auch als Zuchtbetrieb für die Massentierhaltung genutzt werden. Aber nach meinen Vorstellungen widerspricht das dem Prinzip einer ausgewogenen und gesunden menschlichen Ernährung, sowie den Prinzipien des Tierschutzes, artgerechter Haltung und einem Leben ohne Leid für die Tiere, die der Ernährung der Menschen dienen sollen. Auch Tiere haben Rechte und dazu gehört ein Leben in Würde, in freier Natur und eben ihrer Art und ihrem Wesen gerecht. Das aber kann eine Haltung in Gefangenschaft niemals sein!

Wir können die monokulturelle Landwirtschaft in den Industriestaaten einschränken und die frei werdenden Flächen sinnvoll nutzen, beispielsweise um Wälder zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen. Wir können uns aus der Fläche zurück ziehen und der Natur mehr Raum geben. Aber wir müssen den Boden und die Nahrung der Spekulation entziehen. Das gelingt uns, wenn wir den Großteil der Nahrung in Vertical Farms anbauen, die wir so konzipieren, dass sie weitgehend geschlossene Systeme bilden, die die Umwelt nicht belasten und in denen die Ressourcen sparsam und schonend eingesetzt werden!

Vertical Farms sind teuer. Sie erfordern große Investitionen. Sie sind geeignet für reiche Länder, die über die entsprechende technische Infrastruktur und eine gesicherte Energieversorgung verfügen. Man kann sie mitten in den Ballungszentren der Städte errichten und erpart sich und der Umwelt so Transportwege über hunderte und tausende von Kilometern oder gar mit dem Flugzeug um die halbe Welt. aber genau da, wo sie am dringendsten benötigt würden, in den Hungergebieten der Erde, wo die größte Not, Dürre und Hunger herrschen, kann sie niemand finanzieren, nutzen oder unterhalten!

Um Menschen zu retten, die in Ländern wie Somalia (als Staat kann man dieses Gebilde aus rivalisierenden islamischen Milizen, Privatarmeen und religiöse Fundamentalisten wohl nicht mehr bezeichnen) dem Hungertod entgegendämmern, ist zunächst die Versorgung mit Nahrung und sauberem Trinkwasser gefragt. Die herrschenden Gruppen wollen westliche Hilfe nicht ins Land lassen, weil sie vermutlich gern selber als Retter in der Not dastehen wollen. Gibt man ihnen aber Geld um die Menschen zu versorgen, kaufen sie sicher Waffen damit ein! Tausende werden die rettenden Flüchtlingslager nicht mehr erreichen, elend verreckt auf der Flucht vor Hunger und Verzweiflung! Wie lange wollen wir dem Sterben noch zusehen? Bis es zu spät ist, so scheint es, denn es ist nicht 5 vor 12, nein, es ist bereits 5 NACH 12 und die Politik ist Schuld!!!

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Home- und Windowfarming in Hydrokulturen

Wie kann man in einer Welt wie der unseren die eigene Ernährung und die seiner Familie sichern, oder zumindest sinnvoll und gesund ergänzen?

Bedenkt man, dass die Qualität der Nahrungsmittel und –pflanzen in dem Maße ab und die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen zunimmt, muss es einem Angst und Bange um die eigene Gesundheit und die seiner Lieben werden! Waren ehemals die Bauern die Haupterzeuger von Nahrungsmitteln, wird diese wichtige Aufgabe mehr und mehr von Großkonzernen übernommen, die in industriellem Maßstab und unter Zuhilfenahme enormer Mengen an Chemikalien, Energie, gigantischer Maschinen und Verfahren, deren Auswirkungen auf die Ernährung und die Gesundheit der Menschen noch weitestgehend unbekannt sind.

Der Bauer ist zum Zulieferer der Industrie verkommen und dementsprechend wird er bezahlt. Der Preisdruck, den die Konzerne aufbauen, um vorgeblich wettbewerbsfähig zu bleiben (in Wahrheit aber nur um den Profit zu maximieren!), ist absurd groß, die Qualität sowohl der Rohstoffe, als auch der Produkte leidet darunter in ganz entscheidendem Maße!

Setzen wir voraus, dass die Industrie, obwohl sie um die Gefahren für die Gesundheit weiß, gezielt Solche Stoffe wie Zucker, Salz, Fett, Alkohol, Geschmacks-, Aroma- und Konservierungsstoffe, ja z. T. sogar Nanostoffe den Produkten zusetzt, die vorgeblich der menschlichen Ernährung, ja sogar angeblich der Gesundheit dienen, so kann dies nur einen Grund haben – die Menschen sollen an bestimmte Produkte gewöhnt, von ihnen abhängig gemacht und dann genauso, wie dies bei einem Drogenabhängigen der Fall ist – ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans! Es geht um Profit und noch mehr Profit und sonst um gar nichts!

Die Folgen dieser Gier sind nicht nur für die Verbraucher verheerend, sonder auch für das Gesundheitssystem! Immer mehr Zucker in der Nahrung, die täglich aufgenommen wird, immer mehr Salz und andere, zumindest gesundheitsbedenkliche, Stoffe, führen zu immer mehr chronischen Erkrankungen, wie Übergewicht und Fettleibigkeit, Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes, die zwar relativ unkompliziert zu behandeln, deren Kosten aber exorbitant hoch sind und zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen gehen! Durch die gewollte Fehl- und Mangelernährung der Bevölkerung treten diese meist chronischen Erkrankungen immer früher auf und müssen daher immer länger (denn gleichzeitig steigt die allgemeine Lebenserwartung!) auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden, profitieren auch die Pharmakonzerne durch den Verkauf der Medikamente! So hat jeder etwas von dieser Entwicklung, nur nicht die Betroffenen Menschen! Sie sind krank und sind sich der Tatsache meist nicht bewusst, dass die Ursachen in ihrer Ernährung und damit im Verantwortungsbereich nicht nur jedes Einzelnen, sondern auch und in ganz besonderem Maße in der Verantwortung der Konzerne liegt!

Und hier müssen und wollen wir ansetzen und uns den kleinen Kick Gesundheit geben! Wer einen Garten sein eigen nennt, oder sonst irgendein Grundstück besitzt, dass er für seine Ernährung nutzen kann, ist durchaus schon als ein glücklicher Mensch zu preisen. Die meisten verfügen nicht über diese Möglichkeiten, denn der Boden in unserem Land ist wegen der hohen Bevölkerungsdichte recht teuer und nur wenige können es sich leisten, die benötigten Flächen käuflich zu erwerben und dann zeitaufwendig zu bewirtschaften!

Viele möchten auch einfach gar kein Landwirt, oder Nebenerwerbslandwirt sein. Manche einfach, weil ihnen der grüne Daumen fehlt oder sie nur grundsätzlich nur fünf Daumen an ihren beiden Händen ihr Eigen nennen. Anderen ist diese Art, sich mit der eigenen Ernährung und Gesundheit zu beschäftigen, zu banal. Sie finden es wichtiger, sich mit Apps für ihr iPhone zu beschäftigen, anstatt mit dem Zustand der Natur und der Umwelt!

Also müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen, um unsere Lust nach gesunder Nahrung zu befriedigen! Blumenkästen am Balkon wären eine Möglichkeit, wenn auch nur eine sehr begrenzte, vorausgesetzt, man hat einen Balkon. Einzelne Kästen in der Wohnung sind möglich, aber sie nehmen eine Menge Platz weg und verlangen nach viel Pflege und Aufmerksamkeit. Oft ist auch nicht das Licht ausreichend, nach denen es die Pflanzen verlangt um zu wachsen und zu gedeihen. Die Frage des Anbaus von Nahrung in den eigenen vier Wänden ist also immer auch eine Frage danach, wo man seine private kleine Farm überhaupt unterbringen kann! Natürlich kann man sich an den PC setzen und im Internet nach Equipment für Hydroponic Farming suchen – wenn man über die notwendigen Barmittel verfügt um das zu bezahlen, oder wenn man gewerbsmäßig (und davon sei an dieser Stelle ausdrücklich abgeraten!), Marihuana oder Cannabis anbaut.

Bei diversen Online-Versandhändlern kann man Pflanzschalen, klimatisierte Schränke mit Beleuchtung und Heizung erwerben, außerdem die notwendigen Nährlösungen, um völlig ohne Erde, auf einem geeigneten Substrat und mit jeder Menge THC ausgestattet, seine kleine, ganz private Drogenfarm zu betreiben, oder Schnittlauch und Basilikum anzupflanzen. Allerdings ist doch fraglich, ob der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand, durch die zu erwartenden Ernteerträge, zu rechtfertigen ist. Das ist eine ganz persönliche Entscheidung.

Wir hingegen sollten lieber nach Mitteln und Wegen suchen, wie wir Rohstoffe nutzen können, die man gewöhnlich in den Abfall- oder Wertstofftonnen zu entsorgen pflegt, denn wir wollen unsere „Selbstversorgung“ aus dem eigenen Windowgarden so günstig wie möglich haben und natürlich so wenige Schadstoffe wie irgend möglich in den Nahrungskreislauf einbringen. Unsere Gesundheit sollte uns das wert sein!

Das Substrat

Auf Erde möchten wir gern verzichten, weil dies immer eine Sache ist, die mit Schmutz verbunden ist, insbesondere, wenn wir unsere Wohnräume bepflanzen wollen. Erde soll da bleiben, wo sie entsteht und die Grundlage des Lebens bildet – draußen in der Natur!

Darum müssen wir uns nach einem Substrat umschauen, dass leicht (Gewicht), sauber (frei von Krankheitskeimen, Schädlingen usw.) ist und den Wurzeln unserer Pflanzen einen guten Halt und die Möglichkeit bietet, die Wurzeln weit und problemlos gedeihen zu lassen. Steinwolle käme da in Frage (ist allerdings nicht sehr leicht (vielleicht auch gar nicht) biologisch abbaubar (und die Steinfasern sind, je nach Größe lungengängig, ähnlich wie Asbestfasern und auch dementsprechend gesundheitsschädlich), oder kompostierbar, Kokosfasern, Stoffe, Wolle (Naturwolle und Baumwolle, ohne chemische Farbstoffe, möglichst aus Altkleidung), Schaumgummi (sollte man zumindest mal testen, wie das reagiert, wenn es sich mit der Zeit zersetzt!), Tongranulat (für Hydrokulturen), Sand (der in Verbindung mit dem Gießwasser bzw. Dünger durch die Kapillarwirkung zwischen den Sandkörnchen extrem schwer werden kann), Kies (das ist Stein und damit ebenfalls extrem schwer, insbesondere, wenn er mit Wasser getränkt ist) und dergleichen. Torf wäre auch eine Möglichkeit, sollte aber nicht genutzt werden, da wir unsere letzten Moore lieber schützen und erhalten sollten, anstatt sie abzubauen und für das Window Farming zu nutzen!

Beim Pflanzsubstrat stehen also die folgenden Eigenschaften im Vordergrund:

  • Gewicht (möglichst niedrig, schließlich soll uns das mühsam zusammen gebaute Windowgarden-System nicht in der ersten Nacht von der Decke fallen!).

  • Fähigkeit zur Speicherung von Wasser (ein poröses oder evtl. „wolliges“ Medium bietet sich an, da es relativ große Mengen Wasser aufsaugen und über längere Zeit hinweg speichern kann).

  • Verfügbarkeit (sollte in jeder beliebigen Menge in der näheren Umgebung zu finden und zu transportieren sein).

  • Preis (am besten kostenlos, oder selbst recycelt, bzw. aus Abfallprodukten bestehend).

  • Geruchlos (um störende Gerüche in Wohnbereichen zu vermeiden, in denen die Substrate zur Pflanzenzucht genutzt werden).

  • Frei von gefährlichen, giftigen Stoffen und Verunreinigungen aus Herstellung du Produktion (die ausgasen und/oder ausgewaschen und in die Pflanzen und Früchte eingetragen werden könnten).

Welches Substrat als Medium für die Pflanzen und deren Wurzeln am Besten geeignet ist, findet man durch eigene Versuche heraus – Trial and Error heisst die Devise! Die eigene Erfahrung ist die wichtigste Ressource überhaupt, da auf diesem Gebiet relativ wenig Wissen kursiert. Man könnte fast meinen, wer Erfahrungen gesammelt hat, behält sie für sich!

Die Pflanzgefäße

Um unsere Home- und Windowfarm aufzubauen und zu betreiben, benötigen wir neben dem Substrat, das den Wurzeln unserer Pflanzen Halt bieten soll, auch die entsprechenden Pflanzgefäße.

Man kann hergehen und sein gutes Geld ausgeben, um sich professionelles Equipment zu kaufen, wie es beispielsweise gewerbliche Erzeuger tun, die ihre Produkte in riesigen Hallen und Gewächshäusern anbauen. Einsatz von enormen Mengen an Energie, technischem Aufwand und Chemikalien inklusive. Man kann aber auch auf „Low Budget“ setzen und schauen, wie man mit möglichst geringem finanziellem Einsatz zu einem gleichwertigen, vielleicht sogar besseren Ergebnis kommt, als der Profi! Dazu bedienen wir uns der Rohstoffe und Materialien, die man gemeinhin als Müll, oder im günstigsten Fall als Wertstoff bezeichnet!

Prinzipiell kann man jedes Gefäß benutzen, in das man sein Substrat einfüllen, den Keimling einsetzen und dann regelmäßig gießen kann. Eine leichte Reinigung sollte auch zu den bevorzugten Eigenschaften gehören, da man in gewissen Zeitabständen die Behälter säubern sollte, um beispielsweise Algenbewuchs und Bakterien zu beseitige. Man will ja keine Bakterienschleuder in seinen vier Wänden haben, sondern saubere Behälter mit schmackhaftem Inhalt!

1.) Diese Saftflaschen hab ich auserkoren, um ein zweites Leben in meinem experimentellen Window Garden zu beginnen, als Pflanzgefäße!

Eine Möglichkeit sich sehr günstige Pflanzgefäße zu besorgen ist – selber machen! Damit ist nicht das Töpfern netter Blumentöpfe gemeint, obwohl das nicht nur sehr spannend, sondern auch entspannend sein kann. Was ich meine, ist zuerst das Sammeln alter Einweg-PET-Flaschen, die nicht unter die Pfandverordnung fallen, weil sie z. B. Säfte enthielten.

2.) Ritschratsch mit dem scharfen Taschenmesser - nich in die Pfoten sägen, besser einen Handschuh anziehn! - fertich sind die Pflanzgefäße. Die Feinheiten kommen später!

Nun ist zwar vor einiger Zeit bekannt geworden, dass sich aus eben solchen PET-Flaschen, in denen Mineralwasser verkauft wird, durch den sprudelnden Inhalt das weibliche Hormon Östrogen herauslöst und das abgefüllte Mineralwasser verunreinigt. Die Ursachen liegen in dem Gehalt an Kohlensäure, die den Mineralwässern zugesetzt wird, um den Prickeleffekt hervor zu rufen, den viele Menschen (ich auch) so sehr schätzen. Zunächst würde ich davon ausgehen, dass dieses Herauslösen von Inhaltsstoffen aus dem Material der PET-Flaschen dann nicht erfolgt, wenn keine Kohlensäure zugesetzt wird und das ist bei Gießwasser für Pflanzen und Dünger oder Nährlösung eigentlich nicht der Fall!

Zweifellos sollte man aber dieses Problem nicht ganz außen vor lassen, da auch andere Effekte einen solchen Austrag von Stoffen aus dem PET verursachen könnten!

Die Beleuchtung

Am besten ist – natürlich – natürliches Licht, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit. Das ist in Wohnungen und Häusern, in geschlossenen Räumen überhaupt, meist ein Problem. Für gewöhnlich neigt man das Licht, oder zu viel Licht, besonders im Sommer, draußen zu lassen, indem man die Fenster mit Rollläden verschließt und die Wohnräume so beschattet. Dies dient der Regulierung der Raumtemperatur! Also kann man nur die Winkel der Wohnung zum Anbau von Nahrung nutzen, die nicht komplett vom Licht abgeschnitten sind – oder man schafft künstliches Licht mit Hilfe von Lampen. Die sollten dann aber dem Lichtspektrum des Sonnenlichtes weitestgehend entsprechen und auch für einen Tag- und Nachtrhythmus kann man sorgen. Erstens spart das Strom und zweitens macht es wenig Sinn, wenn man das komplette Haus verdunkelt, nur um dann das Licht elektrisch nach drinnen zu holen!

Elektrische Beleuchtung sollte auf jeden Fall professionell installiert werden, Wer keine Ahnung davon hat, sollte seine unegalen Pfoten besser von der Abisolierzange lassen, sonst befördert ihn ein saftiger Stromschlag womöglich ins jenseits, bevor er noch von den Köstlichkeiten aus dem eigenen Windowgarden knabbern konnte…

Dünger und Nährlösungen

Pflanzen benötigen neben dem Medium, in dem sie ihre Wurzeln verankern können und dem Wasser, mit dem ihnen die lebensnotwendigen Nährstoffe zugeführt werden können, auch eben jene Nährstoffe in ausreichender Menge und in ausgewogener Zusammensetzung.

Es ist natürlich möglich, in einen Baumarkt seiner Wahl zu marschieren und sich dort einen mehr oder weniger passenden Dünger zu besorgen. Das kostet Geld und mitunter gar nicht mal so wenig. Aber da wir unsere Home- oder Window Farm aus recycelten Materialien selber bauen und die Umwelt nicht mehr als unbedingt nötig, belasten wollen, bietet es sich an, die benötigten Dünger und Nährlösungen für unsere Pflanzen selber zusammen zu mischen.

Nicht umsonst umgeben die Chemie- und Pharmakonzerne die Herstellung ihrer „speziellen“ Pflanzendünger mit einer Aura des komplizierten und geheimnisvollen. Sie wollen schließlich Geld verdienen und das können sie nur, wenn die Menschen sich ihren Dünger nicht selbst aus den fast überall billig zu erwerbenden Rohstoffen zusammen rühren! Wir wollen dies aber dennoch tun, denn wir gönnen den Konzernen ihre auf Kosten der Menschen, der Natur und der Umwelt erzielten Profite nicht! Konzerne sind keine sozialen Einrichtungen. Ihr einziger Sinn und Zweck ist das erwirtschaften von Profit und je mehr desto besser. Dabei ist es sowohl dem Management, als auch den Aktionären meist scheißegal, ob die Ressourcen dabei zerstört werden oder nicht.

Aber wir wollen weder die Ressourcen zerstören, noch irgendwelche Schäden an Natur und Umwelt und am allerwenigsten an uns selbst verursachen, wenn wir die Erzeugnisse aus eigenem Anbau genießen, also öffnen wir unseren Experimentierkasten aus Jugendzeiten Typ „Der kleine Chemiker“ (wie ich Dünger und Nährlösungen ganz einfach selbst herstellen kann – 10 leicht verständliche Lektionen für Vollidioten und Akademiker!) und machen uns eifrig ans Werk. Zuvor noch einige kurze Erläuterungen zum besseren Verständnis.

Neben Licht und Wasser, sowie dem Wurzelmedium benötigen alle Pflanzen Nährstoffe, um ihre Stängel, Blätter, Stämme, Rinde, Blüten, Knospen und letztlich die so begehrten Früchte zu bilden. Dazu sind einige Bausteine notwendig, Mineralien und Substanzen, die sie für gewöhnlich aus der Erde mit Hilfe ihres fein verzweigten Wurzelsystems heraus ziehen. Nur wenige Pflanzen sind dazu in der Lage sich die Nährstoffe auf andere Art und Weise zu besorgen, wie z. B. Fleischfressende Pflanzen, oder Epiphyten oder Tillandsien, die sich die Nährstoffe aus den Körpern toter Lebewesen, oder aus der Luftfeuchtigkeit zu holen imstande sind. Alle anderen Pflanzen brauchen regelmäßig Nachschub an Nähr- und Aufbaustoffen in der richtigen Menge. Zu wenig verursacht Mangelerscheinungen und Schädlingsbefall, zu viel führt meist zu Verbrennungen an Wurzeln und Blättern und in der Folge zu einem schrecklichen Tod unserer pflanzlichen Lieblinge.

Also müssen wir ihnen das geben was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen und zwar in der richtigen Menge, der korrekten Zusammensetzung, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort!

Für den Anfang sollte man jedoch lieber auf eine „fertige“ Nährlösung, bzw. Nährlösungskonzentrate, zurückgreifen und dann, wenn man etwas Erfahrung hat, kann man mal mit dem Experimentieren beginnen.

Die Pflanzsysteme

Die Möglichkeiten, die uns die Hydrokultur, oder die weiterentwickelte Version Hydroponic bietet, sind gar vielfältig. Hier sollte man sich von seinen Neigungen treiben lassen und einfach ausprobieren, was einem am besten liegt! Wer unbedingt seinen Windowgarden mit Erde betreiben will, der soll es tun. Wie sagte schon der alte Fritz?

 „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!“

  • Es gibt Pflanzsysteme, da schwimmen die Pflanzen in Pflanzschalen mit Löchern auf einer Nährlösung, die mit Hilfe von Pumpen umgewälzt, gereinigt und mit den nötigen Nährstoffen angereichert wird! Hier werden größere Mengen Nährlösung benötigt, deren Verluste in Folge von Verdunstung kontinuierlich ausgeglichen werden müssen.

  • Ein anderes System führt den Pflanzen die Nährstoffe zu, indem sie in Tonpellets gespeichert werden, die über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich an die Pflanzen abgegeben werden, die in einem Hydrogefäß gezogen werden, in dem der Wasserstand auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Das nennt man Hydrokultur und wird in unserer Breiten vorwiegend zur Haltung von Bäumen (die nur in den seltensten Fällen Obstbäume sind, sondern eher Grünpflanzen, die der Luftverbesserung in geschlossenen Räumen dienen sollen!) und Zierpflanzen nutzt. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Nahrungspflanzen anzubauen. Hydrokultur ist aber ein passives System, in dem das Wasser, bzw. die Nährflüssigkeit eingefüllt und dann darin stehen gelassen wird. Eine dauernde Kontrolle des Flüssigkeitsstandes ist hier notwendig, damit die Pflanzen gedeihen können.

  • Die Tropfbewässerung gewährleistet eine Versorgung des Pflanzmediums und der Pflanzen, mit Hilfe von Bewässerungssystemen, die kontinuierlich kleine Mengen Wasser, dem Dünger und Nährstoffe zugesetzt wurden, direkt an die Wurzeln abgibt. Dieses System ist sehr sparsam. Es ist zu beachten, dass die Menge den Bedürfnissen der Pflanzen angepasst wird. Wird mit Hilfe einer Pumpe betrieben, funktioniert aber möglicherweise auch mit Schwerkraft, wobei dann das Problem auftaucht, wie man ein Reservoir sicher nahe der Decke anbringen kann und wie man es regelmäßig wieder füllt!

  • Die Sprühbewässerung versorgt die Wurzeln der Pflanzen von unten mit einem Nährstoffnebel, die diese direkt aufnehmen. Überschüssige Nährlösung kann in einen Sammelbehälter abfließen und wieder verwendet werden. Dieses System benötigt eine elektrische Pumpe, die die Nährflüssigkeit aus dem Sammelbehälter (Reservoir) zu den Wurzeln pumpt.

Dieses System kann sehr professionell aufgebaut und in Wohnungen so platziert werden, dass man quasi eine ganze Wand dazu nutzen kann, seine Nahrung oder Teile davon zu erzeugen! Dazu gibt es wunderbare Fotos, die einem als Anhaltspunkt für die eigenen Konstruktionen dienen können! Googelt mal und lasst euch inspirieren. Ihr werdet überrascht sein, wie viel ihr nur aus einem Foto lernen könnt. Auf Flickr gibt es viele schöne Bilder zum Thema Aquaponic, Hydroponic. Schaut mal rein!

Die Werkzeuge

Weil wir auf dem Spartrip sind und lieber das als Rohstoff verwenden, was andere eher in die Tonne treten, nehmen wir, was in jedem Haushalt so herum liegt! Messer gibt es dort, Scheren, manchmal auch ne Flachzange (nee, ich meine nicht den dämlichen Hausherrn, oder gar die Politiker!), sondern schon das Werkzeug. Ein Hammer für alle Fälle ist auch nicht zu verachten, etwas Kleber, Farbe (am besten so was Lebensmittelfarbenartiges, damit man seine Kräuter und Salate nicht mit Gift verseucht).

Die Philosophie…

…die dahinter steckt? Hm, keine Ahnung. Der Zorn auf die Industriegesellschaft vielleicht und auf den Versuch der Konzerne, durch die Kontrolle der Lebensmittelerzeugung die Menschen zu kontrollieren und auszunehmen. Vielleicht steckt dahinter aber auch der kleine Anarchist in uns allen. Ein bisschen Unabhängigkeit hat noch niemandem geschadet und irgendwie passt das in so manch heimliche Identität als Guerillagärtner, der Sonnenblumen auf Verkehrsinseln aussät, oder Cannabis in die Blumenkübel vorm Rathaus pflanzt, oder der mit selbstgemachten Seedbombs einen Angriff auf die öden und toten Stadtparks unternimmt, weil er diese pseudogrünen Betonwüsten ebenso hasst wie die korrupte Politikerkaste, die sich für unfehlbar und für Vertreter des Volkes halten!

Eins aber weiß ich genau, ich werd mir so einen Windowgarden bauen und – selbstredend – ein paar Fotos dazu schießen! Die werde ich Euch dann hier präsentieren. Wer selber  schon Erfahrungen hat mit Windowgarden-Systemen, Hydroponischen Systemen, Zucht, und Ernte von solcherart gezogenen Pflanzen, der darf hier gern seinen Senf dazu geben, ich freue mich darauf!

Weiterführende Links:

  • Knopsche Nährlösung (Artikel auf Wikipedia zu dem deutschen Agrikulturchemiker Wilhelm Knop, der als einer der Mitbegründer der Methode der Hydrokultur gilt – hier gibt es ein paar Informationen zu Nährlösungen, die man als Grundlage für seine Experimente zu dem Thema aufgreifen kann).

  • Aeroponik (Artikel auf Wikipedia über die 1982 von NASA-Wissenschaftlern entwickelte Anbaumethode von Pflanzen).

  • Vertical Farming (Artikel auf Wikipedia – Windowgardens sind, wenn man so will, eine extreme Form des Vertical Farming).

  • Guerilla Gardening (Artikel auf Wikipedia – in jedem von uns steckt ein Guerilla Gärtner. Wir müssen ihn nur raus lassen und aus unseren versteinerten Städten grünende und blühende Paradiese machen, sozusagen essbare Städte!).

  • Window Garden (Artikel auf Tempel der Gaia vom 31.5.2009 – mit einigen Links zum Thema!).

  • Hydroponische Pflanzenzucht (Homepage zum Thema Hydroponic).

Die Zukunft der Landwirtschaft?

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

weiterführende Links:

Vertical Gardens/Vertikale Gärten (Teil 2)

Warum werden unsere Städte eigentlich nicht einfach grüner, lebendiger gemacht, wenn man doch genau weiss, welche Folgen für´s Mikroklima die vorherrschenden Betonwüsten in unseren Städten haben? Die Antwort darauf ist relativ einfach – es ist zu teuer! Warum? Nun, offene Flächen in Städten und Ballungszentren sind extrem rar und darum sehr teuer. Die Quadratmeterpreise sind eine echte Unverschämtheit! Nicht umsonst muss man ständig auf der Hut sein, dass die wenigen noch vorhandenen Grünflächen nicht doch irgendwann zu Bauland werden und auf Grund akuter Finanznot der ewig klammen Stadtkämmerer meistbietend an irgendwelche großen Konzerne verscheuert werden, die in bester Lage ein repräsentatives Gebäude errichten wollen – möglichst nahe an den Schaltstellen der Macht, damit man so unauffällig wie möglich Einfluss nehmen kann!

Das macht es aber ebenfalls unmöglich, heute noch bebaute Flächen wieder in Grünflächen umzuwandeln! Zwei Fakten haben wir also nun als wichtig und richtig erkannt! Wir müssen mehr Grün in unsere Städte holen und genau dafür stehen keine Flächen zur Verfügung! Klar ist auch, dass die wenigen vorhandenen Grünflächen so angelegt sind, dass sie für die Kommunen möglichst „pflegeleicht“ sind – d. h. meist riesige Rasenflächen, über die man dann und wann einen Trupp Landschaftsgärtner oder auch Hartz IV-Empfänger mit Rechen und Rasenmäher drüber jagen kann und die ansosnten keiner weiteren Pflege bedürfen! Die paar Bäume, die in diese sogenannten Parkanlagen stehen, sind natürlich nicht in der Lage, nennenswerte Mengen an CO2 zu binden. Dazu sind ganze Wälder notwendig und dafür ist in den Städten erst recht kein Platz vorhanden.

Aber wenigstens das Klima ließe sich verbessern, wenn man für mehr Grünzeug sorgen würde. Aber dabei darf es sich selbstverständlich nicht nur um Rasen handeln, denn der bindet nicht nur nichts, nein, der reinigt auch die staubhaltige und mit Feinstaub versetzte Luft der Innenstädte nicht wirklich wirksam. Dazu bedarf es einer Flora (und natürlich auch Fauna), die artenreich und widerstandsfähig ist! Aber wo soll man diese Pflanzen wachsen lassen, wenn schon keine freien Flächen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?

Die Antwort ist so einfach, wie genial – wir müssen vertikale Gärten anlegen! Wir müssen die Wände als Gärten nutzen und davon gibt es in jeder Stadt jede Mengen – hässliche, graue Wände in allen erdenklichen Formen und Höhen und sie werden in keinster Weise genutzt! Also muss das Motto heissen:“Die Zukunft liegt in der Senkrechten, in der Vertikalen!“ Wir müssen die Wände begrünen, um nicht nur sauberere Luft in unseren Städten zu erhalten, sondern auch noch eine abwechslungsreiche und dem Auge schmeichelnde Umgebung zu schaffen. Wie das genau aussehen könnte, ist bei Biotope City zu sehen, oder auch hier in dem Buch „Vertikale Gärten“, von Jacques Leenhardt, Mario Ciampi, Anna Lambertini. Mit knapp unter 60,- € wird dieses Werk nicht gerade zum Schleuderpreis vertrieben, aber es ist sicher lesenswert, zumal es in deutsch erschienen ist und über weit mehr als 200 Fotos verfügt! Schon das Bild auf dem einband lässt im Betrachter den Wunsch nach „mehr“, nach „viel mehr“ gedeihen!

Das Prinzip der Vertikalen Gärten, der Vertical Gardens ist als ein denkbar einfaches. Wo es keinen Platz gibt, einen Garten „anzulegen, muss man eben mit einer sehr kleinen Grundfläche Vorlieb nehmen und dann die Höhe als maßgebliche Größe hinzu nehmen. Man lehnt seinen Garten also quasi an die Wand und spart so eine Menge Platz. Das funktioniert natürlich auch innerhalb von Gebäuden. Ideen dazu finden sich unter unter anderem auch auch hier im Blog, wo ich sie in verschiedenen Artikeln bereits beschrieben habe! Aber die Möglichkeiten sind nahezu unbeschränkt und die Forschung widmet sich dem Thema auch sehr intensiv. Freilich haben vertikale Gärten auch einen entscheidenden Nachteil – sie sind nicht umsonst zu haben und und niemand will das Geld dafür aufbringen! Deshalb muss noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, um eine grundsätzliche Änderung der Einstellung gegenüber der Natur herbei zu führen. Denn wer einen vertikalen Garten anlegt, weil er die Wandfläche besitzt, der tut ja nicht nur anderen damit etwas Gutes, sondern auch und vor allem sich selbst und seiner Immobilie. Wenn man mal davon ausgeht, dass die bisher für eine Fassadenbegrünung genutzten Kletter- und Schlingpflanzen (wie z.B. Efeu oder Wilder Wein) Die Fassaden eher schädigen, als sie zu begrünen, weil sie ihre Wurzeln naturgemäß in jede noch so kleine Ritze der Fassade zu drängen versuchen (sie sind nämlich sogenannte Lichtflüchter), können sie diese erheblich schädigen! Dazu kommt, dass die Rankgerüste in aller Regel nach wenigen Jahren von den sie bewachsenden Pflanzen verbogen und zerstört werden, sieht das ganze nicht mehr so schön aus. Schade, dass solche berankten Fassaden von Architekten konstruiert werden, die nicht den Hauch einer Ahnung davon haben, was sie damit den Pflanzen, wie auch dem Hausbesitzer antun. Werden Pläne mit fassadenbegrünten Außenwänden visualisiert, sehen sie immer hübsch, gepflegt und edel aus! Die Realität ist dann meist weit von den Plänen und den Wünschen des Investors entfernt! Und so stirbt die Fassadenbegrünung meist mit der ungedüngten und vor dem Haus in den Boden gepflanzten Ranke! Ein wahrhaftig traurige Anblick. Dass den Geldgebern unter solchen Umständen schnell die Lust an der stadtnahen Natur vergeht und sie die Würgepflanzen vor ihren Fassaden nach kurzer Zeit nicht als wichtig für das Stadtklima und als Bereicherung für die Menschen in den Städten ansehen, sondern als Schädlinge, die das Bauwerk angreifen und zerstören, kann man durchaus verstehen. Aber es geht auch anders, wie die Links hier in diesem Artikel und in meinem Post vom Sommer 2009 „Vertical Gardens/Vertikale Gärten“ zeigen.

Freilich ist nicht jeder im Besitz eines Hauses. Mancher lebt, so wie ich auch, zur Miete. Aber auch hier ist es möglich, mit günstig zu erstehendem Material aus dem Baumarkt, seine Wohnung zu begrünen und sich das ein oder andere Gemüse nicht nur auf der Fensterbank, sondern auch an der Wohnzimmerwand zu ziehen. Etwas handwerkliches Geschick ist dabei schon von Vorteil.

weiterführende Links:

Pisse zu Wasser!

Wer schon mal die Bibel gelesen hat, der weiss vermutlich auch, warum Jesus bei seinen Leuten so überaus beliebt war. Nun, wenn Ihr jetzt passen müsst, dann helfe ich euch ein bisschen auf die Sprünge. Es lag nicht nur daran, dass er durch Handauflegen Krankheiten heilen konnte. Er konnte aus Wasser Wein machen – angeblich. Und das grenzt schon an ein Wunder, denn der Mensch ist für gewöhnlich nur in der Lage, Wein in Wasser zuverwandeln. Damals wie heute war also die Fähigkeit des Jesus für viele Leute sicher eine Eigenschaft, die dafür sorgte, dass er mehr Freunde hatte, als ihm vielleicht lieb war.

Bei Treehugger habe ich jetzt gelesen, dass es offenbar eine Möglichkeit gibt, aus der eigenen Pisse Wasser zu machen. Vermutlich heisst es deshalb, man müsste Wasser lassen, wenn einen der Druck überkommt und man eine Stange an den Baum stellen muss, oder seinen Namen in den Schnee pinkeln. Der Artikel „Pee-to-Water Converter is Neat and Kinda Gross“ (vom 26.5.2009 auf Treehugger). Mein Englisch ist zwar nicht so berauschend, aber das dürfte soviel bedeuten wie:“Der Pisse-zu-Wasser Umwandler is ne tolle Sache“ (wer´s genauer weiss, der kann mir gern ne Email schreiben!). Angesichts der Tatsache, dass trinkbares, sauberes Wasser in Zukunft nicht nur immer knapper, sondern auf Grund der zunehmenden Monopolisierung der kostbaren Ressource, unter der Herrschaft einiger weniger großer Konzerne, auch immer teurer werden dürfte, scheint dies eine Möglichkeit zu sein, das Überleben der Menschheit zu sichern. Warum nicht auf dem Planeten nutzen, was in der Raumstation ISS schon praktiziert wird (Green Your Pee, NASA-Style, Artikel auf GreenPlanet vom 18.211.2008)?
Mal abgesehen davon, dass man im Allgemeinen eine gewisse Abneigung gegen den eigenen Urin hat, besonders wenn es darum geht, ihn zu trinken, ist dies an sich aber eine Flüssigkeit, die neben den weniger edel duftenden Beimengungen einen ganzen Haufen wertvoller Mineralien und Salze enthält, die gewöhnlich in der Toilette verschwinden. Mit jeder Menge Trinkwasser verdünnt, führt man sie in der Kanalisation der Kläranlage zu – oder auch nicht, je nachdem in welcher Gegend der Welt man zu Hause ist – und versucht die Brühe dann mit Hilfe von Hochtechnologie und Bakterien unschädlich zu machen. Anschließend wird sie dann dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Da der Mensch aber nach spätestens 3 Tagen dermaßen ausgetrocknet ist, dass er vor dem Exitus steht, muss er seinen Flüssigkeitsanteil im Körper immer relativ konstant halten und so verwandelt jeder von uns täglich 3 – 5 Liter Wasser in Urin. Ein niemals versiegender Strom, den man ungenutzt im Orkus verschwinden lässt. Sollte sich diese Idee durchsetzen, könnte man sehr viel Trinkwasser sparen – denn in der Toilette wird in den allermeisten Fällen reinstes Trinkwasser zum Spülen verwendet! Angeblich soll das Endprodukt sehr wohlschmeckend sein, wobei nicht ganz klar zu sein scheint, ob das Gerät auch in der Lage ist, das zarte und doch unvergleichliche Aroma nach dem Genuss von 2 kg Spargel zu neutralisieren.
Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit den Urin, sei er nun menschlichen oder tierischen Ursprungs, sinnvoll zu nutzen. Britta & Rebecca, die schon die Idee des Window Garden aus meinem letzten Artikel entwickelt haben, bieten in Seminaren das KnowHow an, das man braucht, um aus seinem eigenen Urin Dünger zu gewinnen. drink.pee.drink.pee nennen sie das Ganze passenderweise und auch das heisst nicht mehr und nicht weniger als:“Trink.Pisse.Trink.Pisse!“ Naja, wenn´s denn so sein soll!

und noch eins

Window Garden

Bei einer meiner endlosen Reisen durch das WorldWideWeb habe ich eine interessante Seite gefunden, die sich mit den Methoden des Hydroponic Gardening beschäftigt, also der Anbaumethode für Nutz- und Nahrungspflanzen, die man in Deutschland für gewöhnlich mit Hydrokultur beschreiben würde. Es scheint aber so, dass die Bedeutung von Hydrokultur mehr das Aufziehen von Nutz- und zierpflanzen meint, Hydroponic dagegen eher das Heranziehen von Nahrungspflanzen wie z. B. Salate, Basilikum, oder auch Bohnenpflanzen und Kiwi meint. Die Seite heisst Window Farm und ist englischsprachig.

Es gibt auch zwei Videos, die ich hier verlinke, damit Ihr Euch mal einen Eindruck von der Idee machen könnt.

und

Die Idee, die dahinter steckt, ist genial, ja genial einfach, kann man sagen. Sie beruht im Prinzip auf dem Gedanken des Home Farming, über den ich schon das ein oder andere Mal berichtet habe. Allerdings ist diese Art der Nahrungserzeugung schon etwas aufwändiger, da man sowohl ein Bewässerungssystem benötigt, als auch Pflanzcontainer, die entsprechende Beleuchtung, gegebenenfalls Belüftung und eine Portion handwerkliches Geschick. Beim Window Garden sieht es anders aus. Hier handelt es sich um eine Vereinfachung der Ideen des Home Farming. Die notwendige Beleuchtung wird dadurch gewährleistet, dass man die zur Verfügung stehenden Fenster  seiner Wohnung nutzen kann – daher auch der Name. Als Pflanzcontainer finden alte Plastikwasserflaschen Verwendung, die mit Hilfe eines Teppichbodenmessers leicht zurecht geschnitten werden können (Aber denkt daran, wenn Ihr mit so einem scharfen Messer hantiert, schützt bitte Eure Hände, damit nicht hinterher die Finger abgetrennt auf dem Boden liegen und Ihr mir die Schuld gebt).

Die Seite WindowFarms hat angekündigt, ab etwa Mitte eine Website zu launchen, auf der man lernen kann, wie eine Window Farm gebaut wird und auf der man seine Erfahrungen mit anderen Window Farmern teilen kann. So kann man leicht den Einstieg finden in das weite Feld der Hydroponic. Denn wie gesagt – wenn wir unsere Umwelt erhalten und die Natur schützen wollen, müssen wir Mittel und Wege finden, die uns von der konventionellen Landwirtschaft zu befreien. Nebenbei bringt das den Vorteil, dass man genau weiss, was in dem selbst gezogenen Gemüse drin ist. Nämlich genau das, was man ihm während des Heranziehens zugeführt hat.

Also, überlegt mal, ob Ihr nicht auf diese Art und Weise in die „Landwirtschaft“ einsteigen könnt!

weiterführende Links:

Aquaponic-Forum.de

Wer sich für Aquaponic oder Hydroponic interessiert, der sollte sich mal das Aquaponic-Forum von Simon ansehen. Das gibt es seit Februar 2009 und hat bereits 14 Mitglieder, die sich zum Thema austauschen. Simon selber baut sich gerade ein Aquaponic-System mit Tilapiazucht auf und berichtet darüber auf seiner Homepage Youpal, wo Ihr auch einige Fotos zum Thema finden könnt. Im Aquaponic-Forum gibt es auch einen Thread, der sich um Hydroponic dreht. Hier können Fragen gestellt oder eigene Erkenntnisse eingebracht werden und da es sich um das wohl erste derartige Projekt im deutschen Sprachraum handelt, sollten sich alle Interessenten anmelden und ihr Knowhow dort einbringen. So kann eine Community entstehen, die über eine Menge praktisches Anwenderwissen verfügt und die Nutzung aquaponischer und hydroponischer Systeme bei uns entscheidend voran bringt

Was ist Aquaponic?

Bei Aquaponic-Systemen handelt es sich um eine Fischzucht, bei der das mit den Fischfäkalien belastete Wasser über einen Fluttisch oder durch ein hydroponisches System gleitet wird, in dem die enthaltenen Nährstoffe für die Zucht von Gemüse, Obst, Kräutern und Früchten genutzt werden. Es ist eine Art geschlossenes Kreislaufsystem, in dem man nur die Verluste an Wasser ersetzen muss. Im Ergebnis kann man sowohl Fisch, als auch die Produkte aus dem Hydroponic-System ernten.

Und Hydroponic?

Hydroponic ist im Prinzip nichts anderes, als ein Hydrokultur-System. Während im deutschen Sprachraum Hydrokultur für den privaten Bereich eigentlich ausschließlich für die Haltung von Zierpflanzen genutzt wird, kann man in gewerblichen Gartenbaubetrieben und Gärtnereien durchaus hydroponische Systeme zur Zucht von Gemüse und Früchten (z.B. Erdbeeren), Kräutern (z.B. Basilium) finden. Man sagt der Hydroponic (deren Hauptanwendungsgebiet in Europa wohl in den Niederlanden liegen) nach, man könne damit nur sogenannte „Wassertomaten“ ziehen. Vermutlich kommt das daher, dass die Pflanzen eben nur in Wasser, bzw. in einer Nährlösung gezogen werden, wobei der Einsatz von Erde vermieden wird.

Was bringt das denn?

Betrachtet man die Zahl der Menschen auf dieser Erde und die zum Ackerbau geeigneten Flächen, so erscheint die Hydroponic als eine Möglichkeit, die Menschen mit Gemüse zu versorgen, ohne die Landschaft mit industrieller Landwirtschaft zu vergewaltigen. Hydroponische Systeme können in jeder Form und Größe angelegt werden und sogar in den Zentren der Städte in sogenannten Vertical Farms (als Farm genutzte Hochhäuser) eingerichtet werden. Dies hat den unschätzbaren Vorteil, dass die Natur im Umkreis der urbanen Zentren nicht mehr in Ackerland umgewamdelt werden muss, um Nahrungsmittel oder Biospritpflanzen in industriellem Massstab anzubauen. Diese Flächen könnten Gaia zurück gegeben werden, um darauf Wälder wachsen zu lassen (was extrem wichtig ist für die Bindung von CO2). Außerdem fallen die langen Transportwege für die Ackererzeugnisse weg, wenn sie direkt in unseren Städten wachsen und dort auch verarbeitet werden können. Schließlich – so erstrebenswert das auch scheinen mag – ist es unmöglich alle Menschen dieser Erde (immerhin 6 Milliarden und täglich werden es mehr) mit Bioprodukten zu versorgen. Mit Hilfe hydroponischer Systeme könnten wir es immerhin schaffen wenigstens alle Menschen ausreichend und relativ ausgewogen zu ernähren, ohne dabei die gesamte Erde zu zerstören und nebenbei den Genkonzernen auch noch in die Suppe spucken. Denn unter den Bedingungen hydroponischer Systeme dürfte eine Nutzung von genveränderten Pflanzen nicht  notwendig sein.

Weil Hydroponic eigentlich eher im angelsächsischen Sprachraum beheimatet ist, gibt es die meisten Links, interessanten Seiten, sogar Blogs zum Thema eben in Englisch. Es ist also kein Fehler, seine Kenntnisse in Schulenglisch hervor zu kramen, wenn man Informationen braucht. Und genau das ist der Grund, warum wir hier in Deutschland ein echtes Netzwerk brauchen, in dem die notwendigen Informationen gesammelt und der Community zur Verfügung gestellt werden! Übrigens habe ich selber vor, mir ein hydroponisches System zu selber bauen. Die vorgefertigten Systeme, die es am Markt gibt sind mehrheitlich für gewerbliche Betriebe gedacht und von daher recht groß, aufwändig und auch teuer. Da ich der Meinung bin, dass es möglich ist, einen Teil der für die eigenen Ernährung benötigten Nahrungsmittel in der eigenen Wohnung zu erzeugen, möchte ich dies auch praktizieren (und zwar das ganze Jahr hindurch, denn die Wohnungen sind im Sommer sicher warm genug und im Winter werden sie sowieso durchgängig geheizt, denn keiner von uns will sich bei Minustemperaturen den Arsch abfrieren!). Ein Problem stellen lediglich die Lichtverhältnisse innerhalb einer Wohnung dar (aber hier kann man mit Hife von Lampen, die ein dem Licht der Sonne ähnliches Lichtspektrum abgeben, Abhilfe schaffen!). Das Material dazu gibt es in jedem größeren Baumarkt günstig zu kaufen. Sobald ich mit meinen Experimenten beginne, werdet Ihr es hier erfahren.

Wer vorab mal sehen will, wie so ein aqua- oder hydroponisches System aussieht und funktioniert, kann diese Suchbegriffe mal bei YouTube eingeben und wird dann von der Zahl der eingestellten Filme schier erschlagen! Das dabei eine ganze Reihe Leute erläutern, wie man mit diesem System auch Canabispflanzen ziehen kann, hier auch am Rande erwähnt. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies Illegal ist und eine Anzeige wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Folge haben kann!!

weiterführende Links zu diesem umfangreichen Themenkomplex:

Die Linkliste ist beileibe nicht vollständig und wird in der nächsten Zeit öfters erweitert werden. Wer Vorschläge machen möchte, was da hinein gehört, kann mir gern eine Email schreiben (nach eingehender Prüfung des Links, stelle ich ihn dann Online). Die Aufnahme einer Seite, eines Blogs oder eines Händlers beinhaltet keinerlei Wertung!

Hydroponic
Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.
Hydrotip.de
3sat.online
AeroGarden Bargains
American Hydroponics | Home
Chris Jacobs Vertical Farm
Dave’s Hydroponics Experiments
Discount Hydroponics – Hydroponic Systems
Dummies Guide To Precision Farming
Ecoponics – Mother Nature’s ecosystem in your own backyard
eppenberger-media, Webdesign, PR , Journalismus » Afrikanische Buntbarsche lassen Tomaten spriessen
CropKing.com | Helping to Establish and Grow Your Hydroponic Greenhouse Produce Business for Over 25
TreeHugger: Futurama Farming in New York
Garden Blog of a girl growin‘ Southern: Hydroponics for Dummies
GENERAL HYDROPONICS EUROPE GHE
Home Hydroponics Gardening
HydroponicsBay.com
TreeHugger: Aquatic Chicken
4SeasonGreenhouse
Agricare.org
Be Well Hydroponics and Urban Gardening
Esoteric Hydoponics
Compost Guy
Hydroponics – Soil-less gardening
greenroofs.com
Hydrofarm
Hydroponic Gardening
instablogsimages.com/images/2008/03/10/indoor-hydroponic-garden_1333.jpg
GrowBox
Hydroponics Review
HowStuffWorks:“Will there be farms in New York City’s skyscrapers?“
Hydrokultur – Wikipedia
Hydroponics | General Hydroponics and Indoor Gardening information.
Hydroponic.EU
Hydroponics Growing Systems
Hydroponics Online – Hydroponics Frequently Asked Questions
Growco Indoor Garden Supply
Hydroponik Garden Blog
Inhabitat
Ipm
Kweekhuis – Online-Shop
OmegaGarden Hydroponics Designs
Practical Hydroponics & Greenhouses Magazine
Simply-Hydroponics.com
Simple Sand Hydroponics
New York Magazine: Skyfarming
EarthFirst.com: Start Seedlings Indoors with a Recycled PC Case Grow Box |
The Growing Edge Hydroponic Basics
trisystem.pdf (application/pdf-Objekt)
Vertical farming – Wikipedia
Wapedia – Wiki: Hydrokultur
Wassertank IBC und Zubehör
KitchenGardenToday
What is a Vertical Farm?
Ökotau Easy Green GmbH
Hydroponics Farming
Plant´s Stories
Food and Shelter News
Organic Food For All