The Art of Monkeywrenching

Ja, es ist eine Sache, ob man Recht hat, oder ob man Recht bekommt. In aller Regel ist es in unsererkapitalistischen und vom Geld geprägten Gesellschaft so, dass meist jener Recht bekommt, der sich den besten Anwalt leisten kann und nicht derjenige, der das Recht auf seiner Seite hat.

Wir sollten uns nichts vormachen. Selbst wenn in irgendwelchen Gesetzen in wunderbaren, schön gesetzten und nahezu unverständlich formulierten Sätzen das Recht auf eine saubere Umwelt, eine saubere, geschützte Natur, gesunde Luft, reines Wasser und der Schutz vor Giften und Verschmutzung festgehalten wurde, genießen in unserem System immer wirtschaftliche Interessen den Primat über Menschenrechten. Nicht umsonst nehmen Wirtschaftsverbände mit Hilfe von hochbezahlten und eloquenten Lobbyisten besonders Ernst, um Einfluss auf alle Entscheidungen zu nehmen, die ihre Interessen irgendwie gefährden könnten.

Jeder hat schon mitbekommen, dass Ministerien sich nur allzu gerne, von der Wirtschaft bezahlte Mitarbeiter als ins Haus holen, damit diese ihnen die ungeliebtesten Arbeiten abzunehmen. Dazu gehört auch und vor allem die vermaledeite Arbeit, Gesetze zu formulieren. Der MInisterialbeamte weiß nicht nur nicht, wie der das bewerkstelligen soll, der Lobbyist befürchtet, dass die Gesetzestexte nicht den Erwartungen seines Auftraggebers entsprechen und darum formuliert man die gewünschten Texte außer Haus, um sie dann, mit treuherzigem Augenaufschlag den gestressten Ministerialen zur Verfügung zu stellen. Ganz uneigennützig und nur und ausschließlich im Interesse der Gesellschaft und getragen von der sozialen Verantwortung der Großkonzerne gegenüber dieser Gesellschaft.

Und dann kommt, was kommen muss. Ohne das nötige Verständnis und meist auch ohne die notwendige Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Fallstricken in den juristisch ausgefeilten Texten, reicht man diese an die Minister weiter, welche sie dann in die Gesetzgebung einfließen lassen, möglichst unauffällig (und zu Zeiten, zu denen ihnen nur wenig Aufmerksamkeit sicher ist) wo sie dann meist ohne Wenn und Aber durchgewunken werden. Kommt dann dennoch mal der Verdacht auf, es könnte sich um Gesetze handeln, die nicht nur den eigentlichen Sinn und Zweck umkehren und einseitig Wirtschaftsinteressen bevorzugen, findet sich immer ein gut geschmierter Vertreter der Regierung, der sich mit Verve für die Konzerne in die Bresche schmeißt und die Interessen der Wirtschaft mit vorgefertigten, auswendig gelernten Argumenten vertritt.

Ganz genauso und besonders extrem laufen diese Verfahren dann ab, wenn es um Umwelt- und Gesundheitsschutz der Bevölkerung geht. Nehmen wir zum Beispiel das Fracking, wobei unter Einsatz jeder Menge Chemie, Energie und hohem Druck unterirdische Gas- und Ölvorkommen ausgebeutet werden sollen – natürlich mit möglichst geringen Kosten für die daran beteiligten Konzerne und mit möglichst vielen Ausnahmeregelungen, die die Rechte der Bevölkerung drastisch einschränken. Freilich hat man schon in den USA deutlich gesehen, wohin das Fracking ohne Grenzen führt, aber das interessiert hierzulande niemanden. Etwa dass das Grund- und Trinkwasser verseucht wird, weil die paar unbedeutenden Regelungen einfach nicht eingehalten und im Übrigen auch so gut wie garnicht kontrolliert werden. Weil die Betroffenen nachweisen müssen, dass und welche Unternehmen warum Schuld sein sollen. Weil Wasser aus Wasserhähnen kommt, dass man anzünden kann. Weil Menschen in den Gebieten, in denen Fracking betrieben wird, „aus unerklärlichen Gründen“ erkranken und sterben, genauso wie Vieh auf den Weiden, dass aus Bächen oder Seen Wasser trinkt!

Der Versuch, sich dagegen zu wehren, führt meist binnen kurzer Zeit zum völligen Ruin derer, die den Aufstand gegen die mächtige Lobby und die Regierungen wagen, mit denen sie um Bunde stehen. So wird also von allen Seiten verschwiegen, vertuscht und geleugnet, bis die Betroffenen tot oder fort gezogen sind und mit den Spätfolgen ihrer oft schweren Erkrankungen so zu kämpfen haben, dass sie den Widerstand aufgeben. Die Interessen der Natur, der Umwelt, der Wildtiere vertritt sowieso niemand. Ab und zu protestieren vielleicht ein paar umweltbewegte Idealisten, die man gern als Ökospinner bezeichnet, meist aber sogar als Kommunisten (denn die sind ja immer an allem Schuld) verunglimpft, weil sie die rechte der Allgemeinheit gefährdet sehen und gegen die Allmacht der Konzerne ankämpfen.

Aber was soll man tun, wenn man mit seinen beschränkten, friedlichen Mitteln einfach nicht weiter kommt? Was hat man für Möglichkeiten, sich gegen die Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen und den Konzernen das Leben schwer zu machen? Zunächst einmal muss man sich organisieren, am Besten dezentral und möglichst breit aufgestellt. Graswurzelbewegung heisst das Schlagwort. Und wie Gras wächst und sich ausbreitet, unterirdisch und unbemerkt, können solche Bewegungen wachsen und am Ende werden sie zur Graswurzelrevolution – hoffentlich.

Wir können uns auch noch gut an die Anti-Atomkraft-Bewegung erinnern, die in Wackersdorf auf die Barrikaden ging, die gegen das Kernkraftwerk in Wyhl kämpften, gegen Atommülltransporte und gegen die Startbahn-West in Frankfurt. Die Menschen standen auf gegen die Stationierung von Atomraketen in Deutschland und Europa. Die Protestbewegung hat eine lange und kämpferische Geschichte! Und immer kämpfte sie nicht nur gegen das Unrecht und die Großkonzerne, die von der Willfährigkeit der Politik profitierten, sondern auch gegen die Politik selbst, die die Protestbewegung kriminalisierte, dämonisierte und mit Repression malträtierte. Immer und seit dem Anfang der Bundesrepublik standen die jeweiligen Regierungen auf Seiten und in Diensten der Wirtschaft und ihrer Interessen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Meist aber mehr, so wie heute!

Darum muss der Kampf gegen die Profiteure der Umwelt- und Naturzerstörung auf allen Ebenen und mit fast allen Mitteln geführt werden! Guerilla Gardening in den Städten, Graffiti (am Besten mit Moos-Graffiti, das ist umweltfreundlich und lässt sich von den benutzten Oberflächen wieder ohne Probleme entfernen). Natürlich kann und will ich hier nicht der Gewalt das Wort reden, weder gegen Dinge, noch erst Recht gegen Menschen. Aber man kann sich über Aktionen informieren, mit denen man die Aktivitäten weitgehend, oder doch teilweise unterbinden kann, die Mensch und Tier gefährden, schädigen und krank machen, deren Lebensräume zerstören und Umwelt und Natur verschmutzen. Manchmal ist ein wenig Nachhilfe nötig. Ein wenig Druck. Informiert Euch hier…

Ecodefense: A Field Guide to Monkeywrenching

…was ihr alles tun könnt. Und ich betone nochmals eindringlich, sich keiner illegalen Aktivitäten zu bedienen, um unsere Ziele zu erreichen. Damit schadet man unserer Sache. Aber es gibt genug Aktionen, die man durchführen kann, um sich gegen die Konzerne zur Wehr zu setzen, die Aufmerksamkeit erregen und mehr Menschen für den Kampf gegen die totale Ökonomisierung der Welt zu mobilisieren. Wer möchte kann den Field Guide ausdrucken und an Mitstreiter verteilen. Der Link darf auch geteilt werden, um zu verhindern, dass die Informationen irgendwie verloren gehen. Besonders gefragt dürfte der Field Guide in Ländern sein, die unter einem totalitären Regime zu leiden haben. Also macht was daraus!

Grüne Revolution

Theoretisch ist ja jetzt gerade Frühling. Auch wenn uns die Realität eines Besseren belehrt und uns neuerlich an der Behauptung zweifeln lässt, die Erde befände sich in einer Phase der menschengemachten Klimaveränderung, bzw. Klimaerwärmung. Überall sind leere Flächen zu finden – Beete, Rabatten, Waldränder, Brachen, Blumenkästen und Pflanzgefäße, sowie Verkehrsinseln. Macht Euch einen Sack voll Samenbomben (in Fachkreisen Seed Bombs genannt), nehmt immer ein, zwei Hände voll in der Tasche mit, wenn ihr das Haus verlasst und schmeisst sie dort hin, wo ihr gerne Blumen oder Gemüsepflanzen sehen und gelegentlich mal abernten wollt! Es kostet nicht viel und ist gut für Eure Seelen und die Umwelt.

Wer besonders rabiat und revolutionär eingestellt ist, der kann sich des nachts, oder in der Dämmerung auf die ungewaschenen Socken machen und sich im Guerilla Gardening versuchen. Pflanzt Obstbäumchen, Beerensträucher, oder andere Gehölze dorthin, wo es Euch gefällt. Aber lasst Euch nicht erwischen, denn es ist illegal sinnvolle Dinge für Natur und Umwelt, oder gar für sich und seine Mitmenschen zu tun!

Probierts einfach mal aus! Rebelliert gegen den Beton und die Betonköpfe in den Stadtverwaltungen! Sucht nach Mitstreitern in Eurer Nachbarschaft oder führt Euren Kampf allein und aus dem Untergrund heraus…

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Guerillagardening in der Schweiz?

Man kann den Schweizern viel nachsagen. Zun Beispiel, dass sie nur dem Gelde verpflichtet sind und dass ihnen ihr Steuergeheimnis heilig sei. Bisweilen wird das Ländli sogar als Steueroase bezeichnet, das davon lebe, unredlich verdientes Schwarzgeld wohlhabender aber keineswegs steuerehrlicher Zeitgenossen (nein, keine Eidgenossen, jedenfalls nicht nur…) anzuziehen.

Für besonders aggressive Maßnahmen zum Umweltschutz erwartet man von den Schweizern meist vergeblich. umso erstaunlicher ist der Kampf der Guerillagärtner in Zürich oder anderswo, die sich nächtens heimlich auf die Socken machen, um Brachflächen zu beackern und zu begrünen, oder gar mit Blumen zu verschönern.

Der Sinn des guerillagärtnerns ist der Kampf gegen die Betonwüsten der Städte, gegen Brachen und verwilderte Verkehrsinseln. Meist wollen die Stadtverwaltungen diese freiwillige Leistung ihrer Bürger aber nicht dulden, denn es ist viel einfacher und billiger, auf den meistn freien Flächen ein paar Grassoden und einige Sträucher zu pflanzen, die als Müllfänger dienen. Hin und wieder lässt man diese Flächen von Ein-Euro-Jobbern (jedenfalls in Deutschland) reinigen, ratzt da Gestrüpp so nachhalötig, dass es mehrere Monate braucht, um wieder auf die Beine, bzw. die Wurzeln zu kommen und lässt dann den lieben Gott einen guten Mann sein.

Guerillagärtner sind Anarchisten. Guerillagärtner sind konspirativ und handeln verdeckt. Nicht, dass es wirklich strafbar wäre, ein paar Samen auf Grünflächen zu verstreuen, solange es sich nciht um Hanf, oder andere Drogenpflanzen handelt, an denen sich die Bürger dann gratis bedienen und berauschen könnten (obwohls das auch schon gegeben haben soll. „Spezielle“ Guerillagärtner pflanzten Hanf in städtische Blumenkübel zwischen die regulären Vergißmeinicht und andere Pissnelken und die Stadtgärtner pflegten diese wochenlang mit und gossen sie eifrig, ohne dass jemand merkelte, was da sauberes heranwuchs – bis ein böser Polizist verdacht schöpfte, weil er die scharf gezackten grünen Blätter seltsam vorkamen…).

Die Übeltäter wurde nie gefunden, wenn ich es recht erinnere und das ist auch gut so!

Dieser spezielle schweizerische Guerillagärtner hier in dem Video hat nun schon mehr als 25 Jahre Kampf auf dem Buckel. Nun schiebt er ein Kochbuch nach, in dem er von ihm gegärtnerte und später wieder eingesammelte Guerilla-Pflanzen kocht und damit seinen Speisezettel ein wenig aufmöbelt…

So weit so gut. Aber der Sinn des Guerillagardening ist es nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen und sich zu outen. Handeln ist angesagt und das sich-dran-freuen an dem, was die harten Bedingungen des städtischen Umfelds überlebt und sich vermehrt.

Ich persönlich sehe das Guerillagardening am liebsten in seiner anarchistischen Form – unabahängig von der Duldung und/oder gar Genehmigung dieses Vorgehens durch die städtischen Behörden! Für mich muss eine Stadt essbar sein. Öffentliche Plätze sollten voller Obstbäume und -sträuchern sein, Gemüse (verständlicherweise selbstvermehrend und selbstaussäend) sollten auf allen öffentlichen Plätzen gesät, gesetzt und heimlich gepflegt werden, zur freien Verfügung für die Menschen in der Stadt! Aber man kann ja nicht alles haben. Wir arbeiten aber daran!

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Essbare Städte sichern die Zukunft

Schaut man sich an, wie es in den Städten Deutschland aussieht, dann bietet sich einem meist einziemlich trotsloses Bild. Beton- und Asphaltwüsten, vielstöckige Häuser, Fabriken und autobahnbreite Straßen, gesäumt von schmalen Bürgersteigen, hin und wieder eine Fußgängerzone, die aber auch nicht von Grün überflutet ist, sondern die Leute lediglich in die Geschäfte bringen soll um zu konsumieren und die Wirtschaft anzukurbeln. Man will Profit machen, um jeden Preis, auch um den Preis unserer Gesundheit, weiter nichts! Vielerorts, wie zum Beispiel in Karlsruhe, rauschen Straßenbahnen, wie an einer Schnur gezogen, so dicht nacheinander durch die Mitte der Fußgängerzone, dass man bisweilen kaum von einer Seite auf die andere wechseln kann.

Geld ist der Treib- und Schmierstoff, der unsere Gesellschaft am Laufen hält.

Aber es gibt genug Menschen, die können an diesem Rennen und Streben nach dem Konsum nicht teilnehmen, einfach, weil ihnen das Geld dazu fehlt. Sie sind arbeitslos, gehören zu den Geringverdienern, oder kriegen nur eine sehr bescheidene Rente. Andere wiederum wollen einfach nicht Teil dieses Konsumwahnsinns sein und koppeln sich ab.

Und während sich die meisten Menschen gut dabei zu fühlen scheinen, wenn sie ihr Geld in die Geschäfte tragen (jedenfalls redet man ihnen das täglich ein) und es dort für Dinge ausgeben, die sie eigentlich nicht brauchen (was die Werbeleute natürlich ganz anders sehen), kämpfen die anderen um´s Überleben mit den wenigen Ressourcen, die sie zur Verfügung haben.

Bekanntermaßen leiden Menschen mit geringen Einkommen häufiger unter ernährungsbedingten Erkrankungen, starkem Übergewicht und anderen Begleiterscheinungen eines Lebens am Rande des Existenzminimus, was vermutlich auf die Tatsache zurück zu führen ist, dass sie sich nur die allerbilligsten Nahrungsmittel (wenn man die überhaupt so nennen kann) kaufen können und die sind in aller Regel viel zu fett, enthalten ungeheure Mengen Zucker und chemische Zusatzstoffe und sind qualitativ derart minderwertig, dass bei ihrer entsorgung eigentlich die Gesetze und Regelwerke zur Behandlung und Entsorgung von Sondermüll angewenet werden müssten.

Obst gehört meist nicht zum Speiseplan der unterprivilegierten Schichten, nicht nur, weil sie es sich kaum leisten können, wenn sie es nicht gerade bei einer Tafel erhalten (so spart sich der „Spender“ die Entsorgung als Restmüll und verschafft sich ein „gutes Gewissen“), sondern weil sie auch oft garnicht darüber im Bilde sind, welche wichtige Funktionen Obst und Gemüse in einer ausgewogenen Ernährung spielen. Und was nciht in Form von Obst und Gemüse auf dem Esstisch landet, das wird durch Fast Food, Chips und Süßigkeiten ersetzt, mit den bekannten Folgen für aussehen, Wohlbefinden und Gesundheit!

Der Wunsch nach gutem, ausgewogenem Essen, wird einem nicht in die Wiege gelegt. Essen ist eine frage der Erziehung, besonders richtiges essen und wer sich mangels ausreichendem Einkommen nicht angemessen nähren kann, der gibt das damit verbundene Mangel- und Halbwissen an seine Kinder weiter. Adipositas und Diabetes, sowie Herz- und Kreislauferkrankungen schon in jungen Jahren, sind die tragischen Folgen!

Und wie kann man dem entgegen wirken, frage ich mich schon seit geraumer Zeit und ich habe darüber sehr intensiv nachgedacht. Das brachte mich auf einen, na sagen wir mal etwas unkonventionellen Gedanken, den man als „essbare Stadt“ bezeichnet. Natürlich ist damit keine wirklich „essbare Stadt“ gemeint, nach dem Motto „knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an mei´m Häuschen?“ Schließlich sind wir keine Hexen und Zauberer, die kleine Kinder fressen, oder sich von aufsässigen Bälgern in den Backofen stecken lassen, um ein grausiges Ende zu finden.

Eine „essbare Stadt“ könnte aussehen wie eine ganz normale Stadt. Jedenfalls in weiten Teilen, nur nicht in den Grünanlagen, oder dem, was die Stadtverwaltungen als solche bezeichnen. Warum, diese Frage stelle ich mir immer wieder, warum pflanzt man in den Grünanlagen, statt irgendwelchen Gestrüpps und anderem nutz- und sinnlosem Grünzeug, nicht einfach Obstbäume (Äpfel, Birnen, Quitten usw.), Obstbüsche mit allerlei leckeren Beeren (Johannisbeeren, Stachelbeeren usw.), oder gar ein- und mehrjärige Gemüse darunter und drumherum? Sicher finden sich Menschen, die sich nebenbei ein wenig um diese Gewächse kümmern und sie gelegentlich schneiden und pflegen. Damit das Ganze aber auch einen ökologischen Sinn hat, kann man für diese Bepflanzung Obstsorten verwenden, die früher regional weit verbreitet waren und heute durch die industriell angebauten Einheitssorten beinahe ausgestorben sind.

Besonders anbieten würden sich Halb- und Hochstämme, die eine Größe erreichen, die sie davor schützt, einfach von Vandalen umgetreten, oder ausgerissen zu werden. Die blühenden Bäume und Pflanzen würden Bienen und andere Insekten anziehen, die in oder um die Städte mit ihren ausgeräumten Fluren kaum noch Nahrung finden und so die Biodiversität erhöhen. Die Ernten könnte man den Bewohnern der umliegenden Gegenden kostenlos für den Eigenbedarf zur Verfügung stellen, ebenso Menschen, die es sich auf Grund ihres geringen Einkommens nicht leisten können, diese wunderbaren und gesunden Gaben der Natur im Laden zu kaufen.

Man kann Kindern die Natur nahe bringen und sie darüber aufklären, wie wichtig es ist, die Ernährung abwechslungsreich und mit viel Obst und Gemüse, anstatt mit Pommes und Ketchup zu gestalten. Vielleicht bietet ein solcher großer öffentlicher Obstgarten auch die Möglichkeit, die Nachbarschaften zusammen zu bringen, sie zu solidarischem Handeln zu ermuntern und sich mit ihrer Stadt und ihrem Stadtteil auseinander zu setzen. So kann eine Gemeinschaft zusammen wachsen, die heute eher als Ausnahme, denn die Regel zu betrachten ist!

Gleichzeitig kann man mit Guerilla Gardening-Aktionen ungenutzte und brach liegende Flächen in kleine Gärten verwandeln, die Nahrung liefern, Raum zum entspannen bieten und ebenfalls eine wichtige ökologische Funktion erfüllen, manchmal eben auch nur für eine kurze Zeit. Schlecht zu erreichende, eventuell hoch liegende Flächen, bombardiert man heimlich mit Seedbombs/Seedballs, deren Inhalt eine Mischung aus Blumen- und Gemüsesamen enthalten kann. Sie sind leicht selbst herzustellen, unauffällig zu transportieren und jederzeit einsatzbereit.

Zusammen mit einem Netzwerk aus Kleingärten (das einzige störende am Kleingärtnern ist die damit einher gehende Vereinsmeierei, die sicher nicht jedermann´s Sache ist) rund um die Städte herum, kann ein dichtes soziales Netzwerk entstehen, von dem alle, ganz besonders aber die ärmeren Schichten und die Bedürftigen profitieren können! so weckt man sicher mehr Verständnis für die Notwendigkeit des Natur- und Umweltschutzes, als durch abstrakte Gesetze gegen den Klimawandel, der insbesondere Menschen betrifft, die ein Auto fahren und sich bei einer Neuanschaffung ein sparsameres Modell zulegen sollten (was allerdings den deutschen „Premium“-Marken“ wenig bis garnicht gefällt). Wer als Geringvedeiner ein Auto fährt, leistet sich aus nahe liegenden Gründen keinen Neuwagen, sondern kauft gebrauchte CO2-schleudern und fährt sie, bis sie auseinander fallen, ganz genau so, wie wir früher die getragenen Klamotten unserer älteren Geschwister auftragen mussten, oder anderer naher und ferner Verwandter.

Lasst uns also beginnen, unsere Städte grüner, gesünder und eßbarer zu machen, zu Oasen für Pflanzen und Tiere, zu echten grünen Lungen und zu Orten der Erholung und ausgewogener Ernährung.

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Guerilla Gardening – die Offensive gegen den Beton!

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah und mir die Sonne direkt ins Gesicht schien, da dachte ich so bei mir:“Wieso stehen nicht überall Blumen an den Wegen? Und wieso wächst nicht überall Gemüse und Obst, dass sich jeder, der möchte, einfach kostenlos mitnehmen kann?“

Die Antwort war mir auch sofort klar! Weil niemand das anpflanzt und schon war ich wieder mal beim Thema Guerilla Gardening. Und die überall aus zarten Knospen hervor brechende Natur, die saftig grünen Blätter der Bäume und Sträucher, sie rufen uns zu, dass es wieder Zeit ist, für Guerilla Gardening! In den Städten und ihren Betonwüsten, in Baulücken, auf verkommenen Baumscheiben, Verkehrsinseln, grasbestandenen und von verratztem Grünzeug umsäumten sogenannten Parkanlagen, aber auch außerhalb der Städte auf brachliegendem Land, kann man Gemüse säen, Blumen, und sogar Bäumchen setzen.

Wenn man es genau nimmt, könnte man sogar Martin Luther als den ersten Guerilla Gärtner bezeichnen. Denn er war es, der da sagte:

 „Wenn ich wüsste, daß morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

Und das ist ja mal eine klare ansage, auch für jemanden, der mit der Kirche nicht wirklich was am Hut hat!

Freilich wird das von den Verwaltungen der Städte nicht gern gesehen, aber mal ehrlich, wem gefallen schon die „Parkanlagen“, die sich durch nichts anderes auszeichnen, als durch ungepflegte Rasenflächen. Auf denen keine Blume gedeihen mag und Sträucher, die zwar billig in der Anschaffung sind, aber ansonsten lediglich Ratten als Unterschlupf dienen? Sie dienen bestenfalls als halbnatürliches Hundeklo für fußkranke Städter, denen der Zustand der öffentlichen Grünanlagen so sehr am Herzen liegt, wie anderen Leuten ihre Hämorrhoiden, Hauptsache der tiefergelegte Dackel Wastl kann sein Geschäft halbwegs ungestört erledigen.

Niemand, dem die Bedeutung der Natur, grüner Pflanzen und gesunder, natürlicher Nahrung, von leckerem Obst und feinem Gemüse, Beeren, bewusst ist, kann der Zustand unserer Städte egal sein und jeder ist aufgerufen, daran etwas zu ändern! Wer darauf wartet, dass sich die Stadtverwaltung bewegt, der sitzt in dreihundert Jahren immer noch da. Was wir nicht selber in die Hand nehmen, wird nie gemacht!

Wer im Internet unterwegs ist, der findet unendlich viele Informationen zum Thema Guerilla Gardening. Es gibt viele gute Seiten mit Rezepten für die notwendigen Zutaten, um den Grauschleier in unseren Innenstädten zu bekämpfen. Seedballs, Samentütchen, Moosgraffiti, der Möglichkeiten sind gar viele und die Zutaten sind billig, das Angreifen des Betons macht überaus viel Spass, besonders in Aktionen, die man mit Freunden des nachts, bei Dunkelheit und vermummt generalstabsmäßig geplant durchführt!

Macht unsere Städte schöner! Greift den Beton an!

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Vertical Gardens/Vertikale Gärten

Ein sehr wichtiges, weil existentielles Thema ist die Reduktion der CO2-Emissionen, die dazu führen, dass sich unsere Atmosphäre in eine Art Treibhaus verwandelt. Das Ergebnis kann man heute schon beinahe täglich in den Nachrichten sehen: Unwetter bisher unbekannten Ausmaßes, enorme Niederschlagsmengen in kürzester Zeit, die von den steinharten, verfestigten und versiegelten Böden nicht mehr aufgenommen und schon garnicht gespeichert werden können. So reissen die Fluten den noch vorhandenen Boden mit sich fort und sorgen dafür, dass nur nackter Fels, unfruchtbar und ungeeignet für das Gedeihen von Pflanzen zurückbleibt!

Was wollen wir dagegen unternehmen? Oder besser gefragt, was können wir dagegen unternehmen? Nun,  so schwer ist es nicht, hier Lösungen anzubieten. Viel schwerer ist es, die Umsetzung dieser Lösungen und Lösungsansätze auch durchzusetzen. Seit Anfang Juni diesen Jahres lamentieren in Bonn mehr als 3.000 Delegierte aus 190 Nationen über die Rettung des Klimas. Besitzt irgendeiner von Euch genug Mumm, darauf zu wetten, dass sie sich einigen werden? Ich nicht! Greenpeace hat bereits reagiert, als die Konferenz startete, und 100 Jugendliche auf die Teilnehmer losgelassen, um ihnen klar zu machen, dass es um ihre Zukunft geht. Hier ist der Link zu der Petition unser Klima – unsere Zukunft!, die den Delegierten überreicht werden sollte! Seit Kyoto weiss man allerdings, was bei Konferenzen heraus kommt, an denen tausende von Politikern und Wissenschaftlern, und was weiss ich wer noch, teilnehmen – nichts außer noch mehr heißer Luft und die können wir nun wahrhaftig nicht gebrauchen!

Was also tun gegen die Erwärmung des Klimas durch CO2? Fakt ist, dass die Holzindustrie schneller und effektiver die letzten Urwälder vernichtet, als jemals zuvor und Fakt ist ebenfalls, dass die Ölindustrie sich in einer Art und Weise auf die letzten vermuteten Reserven stürtzt, dass einem Angst und Bange wird. Und keiner von diesen Umweltschweinen zeigt auch nur die Spur von Einsicht, oder gar Verständnis für die Ängste, Nöte und Rechte der Menschen, die davon betroffen sind („Peru: Indios geben ihre Blockade auf“, Artikel auf FAZ.NET vom 7.6.2009). Aber das ist noch lange nicht alles. Die Tierwelt stirbt, weil man ihr die Lebensräume entzieht, die Wälder sterben, weil man sie absägt, die Flüsse vergiftet und den Boden beiseite schiebt, um an die letzten Ressourcen zu gelangen!  Ich weiss, ich habe es schon unzählige Male erwähnt, aber jedesmal, wenn ich dieses Thema anschneide, rege ich mich dermaßen darüber auf, dass ich gänzlich aus der Fassung gerate und noch mehr ärgere ich mich darüber, dass es nach wie vor Menschen gibt, die der Meinung sind, die Erde ist ein Platz, der über unerschöpfliche Ressourcen verfügt und es sei scheißegal, wenn man alles, bis auf den letzten Rest dem Boden entreisst und der Gier der Konzerne überlässt!

Würden in dem gleichen Maß, wie der Wald gefällt wird, neue Bäume gepflnazt  und so die enormen Verluste ausgeglichen, wäre das Problem sicher nicht so groß, wie es sich uns heute darstellt. Aber bedauerlicherweise ist es nun einmal so, dass ein Baum, bis er ausgewachsen ist und Früchte trägt, so dass er sich selber fortpflanzen kann, bis zu mehreren hundert Jahren Zeit benötigt! Abgesägt ist er in 5 Minuten – ein Wunder der Natur, vernichtet in nur 5 Minuten! Aber der Ausgleich für den tragischen Verlust der Wälder, deren gigantische Biomasse unglaubliche Mengen an CO2 bindet, kann nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Wir müssen jetzt etwas tun! Nicht morgen oder gar erst übermorgen oder nächstes Jahr. Wir müssen sofort beginnen, oder unser wunderschöner blauer Planet wird in 50 Jahren nur noch eine ferne Erinnerung alter Leute sein!

In unseren Städten gibt es ein Potenzial an Flächen, dass bisher noch kaum ausgeschöpft ist. Die Dächer der Gebäude, die Wände und Fassaden der Häuser und Fabriken, die Plätze und „Parkanlagen“! Ja klar, es gibt hin und wieder ein paar Häuser, an denen ranken Efeu und Wilder Wein an Klettergerüsten herum, aber das war´s dann auch schon. Unten, wo sie aus den Kübeln oder aus dem Boden wachsen, pinkeln die Hunde dran und düngen das Ganze sehr stickstoffreich und der restliche Erdboden, der nicht zubetoniert worden ist, dient als Abfalleimer. Niemand ist zuständig, keinen interessiert´s. Deutschland ist bekanntermaßen ein Land, in dem alles reguliert und geregelt ist. Warum nicht mal eine sinnvolle gesetzliche Regelung schaffen, die die Hausbesitzer verpflichtet, wenigstens Teile der Fassaden und Dächer zu begrünen und/oder mit Solaranlagen zu versehen? Dabei müssen natürlich Kommunen und Behörden mit gutem Beispiel voran gehen, aber das ist auch schon der Haken – es kostet alles Geld und ja, in Zeiten wo alle verfügbaren, ebenso wie die nicht vorhandenen Geldmittel in die „systemrelevanten“ (das ist mein persönliches Unwort des Jahres!) Konzerne und Banken gepumpt werden müssen, hat der Staat nicht mal Geld, um in ein paar Energiesparlampen zu investieren.

Fassadenbegrünungen sind aber nicht nur schön und nützlich, weil CO2-bindend, sie sind auch insofern von nutzen, als sie die Heizkosten senken und das Raumklima verbessern können. Und sie sorgen für ein erheblich besseres Aussehen der Gebäude. Das Blattwerk wirkt gleichzeitig als Staub- und Schadstofffilter für die mit Abgasen belastete Luft der Innenstädte und dürfte so dazu beitragen, dass unsere Städte wieder wesentlich attraktiver werden! Und es gibt da einiges an Möglichkeiten. Schaut Euch mal die Homepage Vertical Garden by Patrick Blanc an. Hier sieht man, welches Potenzial in diesem Prinzip steckt. Das sind tolle Bilder!

Dieses Video zeigt den Typen, der hinter der Idee steckt und einige seiner Arbeiten in Paris…

Wände und Fassaden sind eher zu begrünen als  Dächer, die nicht immer die notwendige Statik aufweisen. Aber zumindest die Installation einer Solaranlage sollte auf keinem Dach ein allzu großes Problem darstellen. Aber auch eine teilweise Begrünung erfüllt schon ihren Zweck und trägt zur Bindung von CO2 bei. Jedes kleine bisschen hilft!

Ein Vertical Garden in Bordeaux

Ein weiterer Punkt, der sehr ärgerlich ist, sind die sogenannten Parkanlagen innerhalb der Städte. Diese sind sehr spärlich und mit irgendwelchem „pflegeleichten“ Gestrüpp bedeckt, dass ausser als Unterkunft für fette Stadtratten, kaum einen nachvollziehbaren Zweck erfüllt. Hier sollten die Stadtverwaltungen dazu gebracht werden, mehr und artenreichere Bepflanzungen vorzunehmen. Um Insekten ein Überleben in unseren Städten zu ermöglichen, sollte man auch davon Abstand nehmen, jeden freien Fleck mit Rasen einzusäen. Hier gibt es keine Blüten und auch sonst nix, woran sich das Auge oder die Insekten erfreuen können. Schnaken und Stechmücken, die einem während der lauen Sommerabende die schlechte Laune verderben, gibt es sowieso, ob wir sie nun wollen oder nicht. Also warum nicht aus jedem Park ein buntes blühendes Paradies machen? Bäume pflanzen in den Parks kann doch nicht so schwer sein, oder? Und warum keine Obstbäume? Warum kein Gemüse, dass sich selber aussät? Blumen, die ihre Samen dem Wind überlassen und sich so verbreiten? Hat man wirklich einen Grund, sich vor der Natur in den Städten zu fürchten? Ich glaube nicht! Denn so sehr wir auch gegen die Natur in unseren Betonwüsten ankämpfen, besiegen können wir sie nicht und auch nicht vollständig verdrängen. Also lassen wir ihr doch mehr Raum und treten ein klein wenig beiseite. Wenn wir dann ein bisschen regulierend eingreifen, können wir selbst in unseren Städten in der Natur und mit ihr leben!

Aber bewegen wird sich nur was in dieser richtung, wenn wir dazu übergehen, einen „Guerillakrieg“ zu führen. Einen „Green Guerilla Gardening War“. Nachts ausschwärmen und Seed Bombs schmeißen, wo man geht und steht und das so lange, bis die Stadtverwaltungen kapitulieren! Kämpfen um jeden einzelnen Baum, der gefällt werden soll, denn die Bäume sind unserer Freunde! Wir müssen die Grüne Revolution ausrufen und dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkel auf dieser Erde noch eine Zukunft haben!

weiterführende Links:

  • EasiestGarden .com (Ist eine Firma aus den USA, die Pläne und DVD´s verkauft. Hier gibt es auch ein Video zu sehen, das zeigt, wie man einen Hydroponic Vertical Garden bauen kann. Sieht ganz interessant aus)
  • Flowall – Pflanzenwand (ein kleines System aus Kunststoff zum an die Wand hängen. Sieht neckisch aus, ist aber meiner Meinung nach mit 49,- € recht teuer geraten. Aber wer Ideen sucht, die er in den eigenen vier Wänden umsetzen kann, holt sich eben ein paar Anregungen zur Inspiration)
  • Bio Tecture Ltd – „Green wall systems and vertical facade greening“ (Ein Unternehmen aus Großbritannien)
  • Grüne Welle (Seed Bombs/Seed Balls-Rezept der GartenPiraten)
  • GuerillaGardening-Forum (hier können sich GuerillaGärtner austauschen und Tips und Trick finden oder veröffentlichen. Is eigentlich in Englisch, es wird aber auch auf deutsch gepostet. schaut mal vorbei!)