Guerillagardening in der Schweiz?

Man kann den Schweizern viel nachsagen. Zun Beispiel, dass sie nur dem Gelde verpflichtet sind und dass ihnen ihr Steuergeheimnis heilig sei. Bisweilen wird das Ländli sogar als Steueroase bezeichnet, das davon lebe, unredlich verdientes Schwarzgeld wohlhabender aber keineswegs steuerehrlicher Zeitgenossen (nein, keine Eidgenossen, jedenfalls nicht nur…) anzuziehen.

Für besonders aggressive Maßnahmen zum Umweltschutz erwartet man von den Schweizern meist vergeblich. umso erstaunlicher ist der Kampf der Guerillagärtner in Zürich oder anderswo, die sich nächtens heimlich auf die Socken machen, um Brachflächen zu beackern und zu begrünen, oder gar mit Blumen zu verschönern.

Der Sinn des guerillagärtnerns ist der Kampf gegen die Betonwüsten der Städte, gegen Brachen und verwilderte Verkehrsinseln. Meist wollen die Stadtverwaltungen diese freiwillige Leistung ihrer Bürger aber nicht dulden, denn es ist viel einfacher und billiger, auf den meistn freien Flächen ein paar Grassoden und einige Sträucher zu pflanzen, die als Müllfänger dienen. Hin und wieder lässt man diese Flächen von Ein-Euro-Jobbern (jedenfalls in Deutschland) reinigen, ratzt da Gestrüpp so nachhalötig, dass es mehrere Monate braucht, um wieder auf die Beine, bzw. die Wurzeln zu kommen und lässt dann den lieben Gott einen guten Mann sein.

Guerillagärtner sind Anarchisten. Guerillagärtner sind konspirativ und handeln verdeckt. Nicht, dass es wirklich strafbar wäre, ein paar Samen auf Grünflächen zu verstreuen, solange es sich nciht um Hanf, oder andere Drogenpflanzen handelt, an denen sich die Bürger dann gratis bedienen und berauschen könnten (obwohls das auch schon gegeben haben soll. „Spezielle“ Guerillagärtner pflanzten Hanf in städtische Blumenkübel zwischen die regulären Vergißmeinicht und andere Pissnelken und die Stadtgärtner pflegten diese wochenlang mit und gossen sie eifrig, ohne dass jemand merkelte, was da sauberes heranwuchs – bis ein böser Polizist verdacht schöpfte, weil er die scharf gezackten grünen Blätter seltsam vorkamen…).

Die Übeltäter wurde nie gefunden, wenn ich es recht erinnere und das ist auch gut so!

Dieser spezielle schweizerische Guerillagärtner hier in dem Video hat nun schon mehr als 25 Jahre Kampf auf dem Buckel. Nun schiebt er ein Kochbuch nach, in dem er von ihm gegärtnerte und später wieder eingesammelte Guerilla-Pflanzen kocht und damit seinen Speisezettel ein wenig aufmöbelt…

So weit so gut. Aber der Sinn des Guerillagardening ist es nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen und sich zu outen. Handeln ist angesagt und das sich-dran-freuen an dem, was die harten Bedingungen des städtischen Umfelds überlebt und sich vermehrt.

Ich persönlich sehe das Guerillagardening am liebsten in seiner anarchistischen Form – unabahängig von der Duldung und/oder gar Genehmigung dieses Vorgehens durch die städtischen Behörden! Für mich muss eine Stadt essbar sein. Öffentliche Plätze sollten voller Obstbäume und -sträuchern sein, Gemüse (verständlicherweise selbstvermehrend und selbstaussäend) sollten auf allen öffentlichen Plätzen gesät, gesetzt und heimlich gepflegt werden, zur freien Verfügung für die Menschen in der Stadt! Aber man kann ja nicht alles haben. Wir arbeiten aber daran!

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Lest euch schlau – und handelt!

Vor einiger Zeit fand ich einen interessanten Blog, der sich einem meiner Lieblingsthemen widmet – der Permakultur. Es handelt sich um PermaculturePower, in dem sich sehr viel interessante Postings zum Thema finden lassen.

Eine besonders wichtige Ressource fand ich in dem Artikel „100 Best Permaculture & Homesteading Books: The Ultimate Reading List for Sustainable Living“, welcher am 5.12.20122 veröffentlicht wurde und eine dicke Liste Literatur über die Permakultur umfasst. Zwar sind die Werke in englisch geschrieben, aber mit etwas gutem Willen und dem Google-Übersetzer, kann man äußerst wichtige Informationen extrahieren und in seinen Projekten umsetzen.

Die Liste findet Ihr auch direkt unter Permaculture Media Blog und darin enthalten sind echte Klassiker von Masanobu Fukuoka, Bill Mollison und David Holmgren. Einige sind im Vottext zu lesen, andere als kostenlose eBooks down zu loaden, insgesamt mehr als 60 Stück. Also greift zu und informiert euch. Fangt an, Eure Umgebung nachhaltig zu verändern und Euch von der industriellen „Nahrungsmittel“produktion abzukoppeln. Mit Eurem Geld könnt Ihr doch sicher besseres anfangen, anstatt es bis zum letzten Cent den großen Konzernen in den gierigen Rachen zu schmeissen, um deren großtechnisch erzeugten Genfraß zu erwerben und Euch daran krank zu essen, oder?

Vertical Farming – Nahrung für die Zukunft der Menschheit?

Am Horn von Afrika herrscht Dürre! Somalia ist eines der am heftigsten von der verheerenden Trockenheit betroffenen Gebiete, in dem mehrere Regenzeiten hintereinander ausgeblieben sind. Täglich verhungern Menschen, fliehen zehntausende Hungernde in die ebenfalls nicht von üppigen Ernten gesegneten armen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia.

Die Lage in den Flüchtlingslagern wird immer dramatischer, auch dort leiden die Menschen unter Mangelernährung, den unsäglichen hygienischen Zuständen und den Folgen des Hungers. die Industrienationen haben seit mehreren Jahren die Mittel gekürzt, mit denen die notleidenden Menschen unterstützt werden könnten und heute dürfen wir uns aus berufenem Politikermund anhören, es sei 5 vor 12!

Aktionismus ist angesagt und so erhöht die Bundesregierung prompt ihre „Hilfe“ auf 30 Mio. Euro, die EU insgesamt auf „satte“ 160 Mio. Euro. Angesichts der von der UN veranschlagten 1,6 Mrd. $ (Hungerkrise: „Horn von Afrika braucht 1,6 Mrd. $ Hilfe“ – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) ist dieser Betrag nachgerade lächerlich und entspricht von daher genau der Einstellung kapitalistisch geprägter Staaten wie dem unseren, die eher hunderte von Mrd. Euro als Rettungsschirm über die gebeutelten systemrelevanten Banken aufzuspannen bereit sind, als das Hungerproblem der Welt schnell, effektiv und vor allem nachhaltig zu lösen!
Denn eines scheint klar – Nahrung ist genug vorhanden, aber nicht so verteilt und vor allem nicht so preiswert, dass jeder Mensch sich das kaufen kann, was er zum Leben benötigt. Nahrung ist, dank des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zum Spekulationsobjekt geworden. Wer sich die Preise nicht leisten kann, der hat eben, nach kapitalistischer Lesart, Pech gehabt!

Ein weiterer Aspekt in diesem System der knappen, aber teuren Nahrungsressourcen ist, dass die reichen Industriestaaten ihre eigenen Ackerflächen mehr und mehr für den Anbau hochprofitabler Energiepflanzen (für sog. Biosprit und Bioenergie) nutzen, um die angestrebten Ziele für die CO2-Einsparungen zum Schutze der Umwelt zu erreichen.

Um aber die Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kaufen die reichen Länder gleichzeitig die Nahrungsproduktion in den Ländern der Dritten Welt auf, während große Agrarkonzerne überall in den armen und ärmsten Ländern dieser Erde die besten Ackerflächen auf Jahrzehnte hinaus pachten, oder gar kaufen (nachdem korrupte Regierungen die einheimischen Kleinbauern enteignet und vertrieben und so die gewachsene landwirtschaftliche Kultur zerstört haben) und diese Flächen so der Nahrungsproduktion für die armen Einheimischen entziehen (Geschäfte mit Ackerland: Investoren haben Landlust – Artikel auf FAZ.NET vom 18.7.2011). Hier werden Produkte angebaut, die sich teuer in den Industriestaaten vermarkten lassen, die sich die einheimischen Hilfsarbeiter aber nicht leisten können!

Ist das fruchtbare Land erst weg, verloren an die ausländischen Konzerne, roden die hungernden einheimischen Bauern die letzten verbliebenen Reste des tropischen Regenwaldes, um ein bisschen Ackerland zu gewinnen. Auslaugung und Erosion lassen die Erträge aber rasch sinken und nach wenigen Jahren müssen die Menschen weiter ziehen, noch tiefer in den sterbenden Urwald hinein. Und je mehr sie die Bäume fällen oder abbrennen und neuerdings mit Agent Orange vergiften, desto weniger Regen fällt und lässt das Land verdorren!

Was übrig bleibt eignet sich kaum noch als Weide und doch nutzen große Fleischkonzerne die dürren Halme um Rindviecher für WurgerKing und McDoof zu züchten. Wir fressen nicht nur unsere eigenen Haare vom Kopf, sondern auch die der Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Und was übrig bleibt, verheizen wir in unseren Porsche Cayennes, wenn wir sonntags morgens zum Brötchenholen zu Backshop um die Ecke brettern – da ist Allradantrieb auf Extrembreitreifen und 560 PS unbedingt „state of the art“.

Somalia ist bei alledem aber sowieso außen vor. Zerrissen von einem furchtbaren Bürgerkrieg, der seit nahezu dreißig Jahren in dem Land tobt und der den gesamten Staat unregierbar gemacht hat, in dem Terror, Folter, religiöser Extremismus und Fanatismus an der Tagesordnung sind, in dem Warlords und dutzende fanatisierte Milizen (Horn von Afrika: Tödliche Konsequenzen – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) gegeneinander und gegen alles kämpfen, was vermeintlich westlich ist, wo Kinder zu Mördern abgerichtet werden und das islamische Gesetz der Scharia mit seinen furchtbaren Körperstrafen selbst für die geringsten Vergehen herrscht, müssen die Menschen verhungern, weil sie selbst dann keine Nahrung anbauen könnten, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten!

Nahrungsmangel und extrem gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel führten in den letzten Jahren schon häufiger zu Hungerrevolten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen fast überall im Tropengürtel unseres Planeten!

Wie aber kann dieser verzweifelten Situation sinnvoll begegnet werden?

Ist der Plan der großen Agrarkonzerne eine tragfähige Lösung für die künftige Ernährung der Menschheit, der eine durch und durch industrialisierte Landwirtschaft unter Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts (selbstverständlich patentrechtlich geschützt und für jede Aussaat neu beim Gentechnikkonzern ihres Vertrauens für teures Geld zu erstehen!), schwerer landwirtschaftlicher Maschinen (die natürlich jede Menge Energie benötigen und extrem teuer sind), Unmengen von Düngemitteln, Wasser (mit Hilfe von gigantischen Bewässerungsanlagen bis zur restlosen Versalzung der Böden in heißem Klima über den Ackerflächen versprüht!) und, weil sie so empfindlich sind, mit jeder Menge Herbi-, Fungi- und Pestiziden (bevorzugt dem von Monsanto hergestellten Unkrautvernichtungsmittel Roundup (ein wichtiger Bestandteil von Roundup ist Glyphosat), gegen das praktischerweise die von Monsanto gelieferten GVO-Saaten resistent sind!).

Dass bei dieser Art der „Landwirtschaft“ nicht nur die Ressourcen an Grundwasser geplündert werden und weitere Teile des Landes deshalb von Trockenheit heimgesucht werden und die ehemaligen Landbesitzer nun als billige Hilfskräfte für die Ernte der Agrarerzeugnisse missbraucht und ausgebeutet werden, oder (weil plötzlich landlos geworden) auf der Suche nach Arbeit und Auskommen für ihre Familien in die großen Städte ziehen und dort in gigantischen Slums in Dreck und Unrat, Not und Elend vegetieren müssen, sei hier nur am Rande erwähnt!

Ist das wirklich die „schöne neue Welt“, die wir uns erträumen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Gentech- und Agrarkonzerne weder die Ernährung noch die Gesundheit der Menschheit im Focus haben, sondern ihre (und nur ihre) Profitinteressen?

Der Planet kann eine solche Art der Landwirtschaft nicht lange verkraften. Monokulturen fördern Pflanzenkrankheiten, der Einsatz der riesigen Maschinen die Bodenverdichtung, was wiederum den Einsatz noch größerer Maschinen bedingt und noch tieferes Pflügen. Diese Art der Landwirtschaft geht auf Kosten des Planeten und der gesamten Menschheit! das Prinzip lautet dabei:

Den Profit für die Konzerne, die Folgen für die gesamte Menschheit! (das altbekannte kapitalistische Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten, mithin also dasselbe Prinzip wie das der Rettung der Banken in der weltweiten Finanzkrise!)

Wie aber sehen die Möglichkeiten aus, die Erzeugung von Nahrung für die stetig wachsende Zahl der Menschen auf der Erde in allen klimatischen Zonen sicher zu stellen? Kann man die Ernährung mit Vertical Farms sichern?

Vertical Farm

Was ist überhaupt Vertical Farming? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Technik, Landwirtschaft in Gebäuden zu betreiben, wobei man die Umweltbedingungen mit Hilfe technischer Anlagen kontrollieren und sich damit von den klimatischen Bedingungen der Gebiete, in denen die Vertical Farms errichtet werden, unabhängig machen kann! entwickelt hat diese Idee der US-Professor Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York City im Jahre 1999 mit einigen seiner Studenten. Und die Idee an sich ist einfach bestechend, finde ich!

Vertical Farming Energiegewinnung

Die Kontrolle der Bedingungen in Vertical Farms bezieht sich sowohl auf die Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse usw. und lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten wie z. B. Kontrolle und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Ungezieferbefall. Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich effektiv nutzen und dosieren, Umweltkatastrophen bleiben weitestgehend ohne Einfluss auf die Nahrungserzeugung in den Vertical Farms.

Natürlich kommt auch hier Technik zum Einsatz und es werden auch große Mengen an Energie benötigt (die aber zumindest zum Teil in und mit der Vertical Farm gewonnen werden kann, indem man Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen und aus Biomasse erzeugtes Biogas zur Stromgewinnung nutzt). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Pflanzen ohne Erde (also in Hydrokultur, in einem Substrat wachsend) anzubauen und damit die Umwelt zu schonen. Die Technik ist theoretisch bereits weitgehend zur Nahrungserzeugung nutzbar. Weiterer Forschungsbedarf ist dennoch erforderlich um die Vertical Farms effektiver und energieeffizienter zu gestalten.

Vertical Farming

In solchen Vertical Farms könnten auch, wenn sie als aquaponisches System ausgelegt sind, neben der Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel, Fische gezüchtet und für die menschlichen Ernährung genutzt werden. Theoretisch kann eine Vertical Farm auch als Zuchtbetrieb für die Massentierhaltung genutzt werden. Aber nach meinen Vorstellungen widerspricht das dem Prinzip einer ausgewogenen und gesunden menschlichen Ernährung, sowie den Prinzipien des Tierschutzes, artgerechter Haltung und einem Leben ohne Leid für die Tiere, die der Ernährung der Menschen dienen sollen. Auch Tiere haben Rechte und dazu gehört ein Leben in Würde, in freier Natur und eben ihrer Art und ihrem Wesen gerecht. Das aber kann eine Haltung in Gefangenschaft niemals sein!

Wir können die monokulturelle Landwirtschaft in den Industriestaaten einschränken und die frei werdenden Flächen sinnvoll nutzen, beispielsweise um Wälder zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen. Wir können uns aus der Fläche zurück ziehen und der Natur mehr Raum geben. Aber wir müssen den Boden und die Nahrung der Spekulation entziehen. Das gelingt uns, wenn wir den Großteil der Nahrung in Vertical Farms anbauen, die wir so konzipieren, dass sie weitgehend geschlossene Systeme bilden, die die Umwelt nicht belasten und in denen die Ressourcen sparsam und schonend eingesetzt werden!

Vertical Farms sind teuer. Sie erfordern große Investitionen. Sie sind geeignet für reiche Länder, die über die entsprechende technische Infrastruktur und eine gesicherte Energieversorgung verfügen. Man kann sie mitten in den Ballungszentren der Städte errichten und erpart sich und der Umwelt so Transportwege über hunderte und tausende von Kilometern oder gar mit dem Flugzeug um die halbe Welt. aber genau da, wo sie am dringendsten benötigt würden, in den Hungergebieten der Erde, wo die größte Not, Dürre und Hunger herrschen, kann sie niemand finanzieren, nutzen oder unterhalten!

Um Menschen zu retten, die in Ländern wie Somalia (als Staat kann man dieses Gebilde aus rivalisierenden islamischen Milizen, Privatarmeen und religiöse Fundamentalisten wohl nicht mehr bezeichnen) dem Hungertod entgegendämmern, ist zunächst die Versorgung mit Nahrung und sauberem Trinkwasser gefragt. Die herrschenden Gruppen wollen westliche Hilfe nicht ins Land lassen, weil sie vermutlich gern selber als Retter in der Not dastehen wollen. Gibt man ihnen aber Geld um die Menschen zu versorgen, kaufen sie sicher Waffen damit ein! Tausende werden die rettenden Flüchtlingslager nicht mehr erreichen, elend verreckt auf der Flucht vor Hunger und Verzweiflung! Wie lange wollen wir dem Sterben noch zusehen? Bis es zu spät ist, so scheint es, denn es ist nicht 5 vor 12, nein, es ist bereits 5 NACH 12 und die Politik ist Schuld!!!

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Home- und Windowfarming in Hydrokulturen

Wie kann man in einer Welt wie der unseren die eigene Ernährung und die seiner Familie sichern, oder zumindest sinnvoll und gesund ergänzen?

Bedenkt man, dass die Qualität der Nahrungsmittel und –pflanzen in dem Maße ab und die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen zunimmt, muss es einem Angst und Bange um die eigene Gesundheit und die seiner Lieben werden! Waren ehemals die Bauern die Haupterzeuger von Nahrungsmitteln, wird diese wichtige Aufgabe mehr und mehr von Großkonzernen übernommen, die in industriellem Maßstab und unter Zuhilfenahme enormer Mengen an Chemikalien, Energie, gigantischer Maschinen und Verfahren, deren Auswirkungen auf die Ernährung und die Gesundheit der Menschen noch weitestgehend unbekannt sind.

Der Bauer ist zum Zulieferer der Industrie verkommen und dementsprechend wird er bezahlt. Der Preisdruck, den die Konzerne aufbauen, um vorgeblich wettbewerbsfähig zu bleiben (in Wahrheit aber nur um den Profit zu maximieren!), ist absurd groß, die Qualität sowohl der Rohstoffe, als auch der Produkte leidet darunter in ganz entscheidendem Maße!

Setzen wir voraus, dass die Industrie, obwohl sie um die Gefahren für die Gesundheit weiß, gezielt Solche Stoffe wie Zucker, Salz, Fett, Alkohol, Geschmacks-, Aroma- und Konservierungsstoffe, ja z. T. sogar Nanostoffe den Produkten zusetzt, die vorgeblich der menschlichen Ernährung, ja sogar angeblich der Gesundheit dienen, so kann dies nur einen Grund haben – die Menschen sollen an bestimmte Produkte gewöhnt, von ihnen abhängig gemacht und dann genauso, wie dies bei einem Drogenabhängigen der Fall ist – ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans! Es geht um Profit und noch mehr Profit und sonst um gar nichts!

Die Folgen dieser Gier sind nicht nur für die Verbraucher verheerend, sonder auch für das Gesundheitssystem! Immer mehr Zucker in der Nahrung, die täglich aufgenommen wird, immer mehr Salz und andere, zumindest gesundheitsbedenkliche, Stoffe, führen zu immer mehr chronischen Erkrankungen, wie Übergewicht und Fettleibigkeit, Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes, die zwar relativ unkompliziert zu behandeln, deren Kosten aber exorbitant hoch sind und zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen gehen! Durch die gewollte Fehl- und Mangelernährung der Bevölkerung treten diese meist chronischen Erkrankungen immer früher auf und müssen daher immer länger (denn gleichzeitig steigt die allgemeine Lebenserwartung!) auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden, profitieren auch die Pharmakonzerne durch den Verkauf der Medikamente! So hat jeder etwas von dieser Entwicklung, nur nicht die Betroffenen Menschen! Sie sind krank und sind sich der Tatsache meist nicht bewusst, dass die Ursachen in ihrer Ernährung und damit im Verantwortungsbereich nicht nur jedes Einzelnen, sondern auch und in ganz besonderem Maße in der Verantwortung der Konzerne liegt!

Und hier müssen und wollen wir ansetzen und uns den kleinen Kick Gesundheit geben! Wer einen Garten sein eigen nennt, oder sonst irgendein Grundstück besitzt, dass er für seine Ernährung nutzen kann, ist durchaus schon als ein glücklicher Mensch zu preisen. Die meisten verfügen nicht über diese Möglichkeiten, denn der Boden in unserem Land ist wegen der hohen Bevölkerungsdichte recht teuer und nur wenige können es sich leisten, die benötigten Flächen käuflich zu erwerben und dann zeitaufwendig zu bewirtschaften!

Viele möchten auch einfach gar kein Landwirt, oder Nebenerwerbslandwirt sein. Manche einfach, weil ihnen der grüne Daumen fehlt oder sie nur grundsätzlich nur fünf Daumen an ihren beiden Händen ihr Eigen nennen. Anderen ist diese Art, sich mit der eigenen Ernährung und Gesundheit zu beschäftigen, zu banal. Sie finden es wichtiger, sich mit Apps für ihr iPhone zu beschäftigen, anstatt mit dem Zustand der Natur und der Umwelt!

Also müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen, um unsere Lust nach gesunder Nahrung zu befriedigen! Blumenkästen am Balkon wären eine Möglichkeit, wenn auch nur eine sehr begrenzte, vorausgesetzt, man hat einen Balkon. Einzelne Kästen in der Wohnung sind möglich, aber sie nehmen eine Menge Platz weg und verlangen nach viel Pflege und Aufmerksamkeit. Oft ist auch nicht das Licht ausreichend, nach denen es die Pflanzen verlangt um zu wachsen und zu gedeihen. Die Frage des Anbaus von Nahrung in den eigenen vier Wänden ist also immer auch eine Frage danach, wo man seine private kleine Farm überhaupt unterbringen kann! Natürlich kann man sich an den PC setzen und im Internet nach Equipment für Hydroponic Farming suchen – wenn man über die notwendigen Barmittel verfügt um das zu bezahlen, oder wenn man gewerbsmäßig (und davon sei an dieser Stelle ausdrücklich abgeraten!), Marihuana oder Cannabis anbaut.

Bei diversen Online-Versandhändlern kann man Pflanzschalen, klimatisierte Schränke mit Beleuchtung und Heizung erwerben, außerdem die notwendigen Nährlösungen, um völlig ohne Erde, auf einem geeigneten Substrat und mit jeder Menge THC ausgestattet, seine kleine, ganz private Drogenfarm zu betreiben, oder Schnittlauch und Basilikum anzupflanzen. Allerdings ist doch fraglich, ob der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand, durch die zu erwartenden Ernteerträge, zu rechtfertigen ist. Das ist eine ganz persönliche Entscheidung.

Wir hingegen sollten lieber nach Mitteln und Wegen suchen, wie wir Rohstoffe nutzen können, die man gewöhnlich in den Abfall- oder Wertstofftonnen zu entsorgen pflegt, denn wir wollen unsere „Selbstversorgung“ aus dem eigenen Windowgarden so günstig wie möglich haben und natürlich so wenige Schadstoffe wie irgend möglich in den Nahrungskreislauf einbringen. Unsere Gesundheit sollte uns das wert sein!

Das Substrat

Auf Erde möchten wir gern verzichten, weil dies immer eine Sache ist, die mit Schmutz verbunden ist, insbesondere, wenn wir unsere Wohnräume bepflanzen wollen. Erde soll da bleiben, wo sie entsteht und die Grundlage des Lebens bildet – draußen in der Natur!

Darum müssen wir uns nach einem Substrat umschauen, dass leicht (Gewicht), sauber (frei von Krankheitskeimen, Schädlingen usw.) ist und den Wurzeln unserer Pflanzen einen guten Halt und die Möglichkeit bietet, die Wurzeln weit und problemlos gedeihen zu lassen. Steinwolle käme da in Frage (ist allerdings nicht sehr leicht (vielleicht auch gar nicht) biologisch abbaubar (und die Steinfasern sind, je nach Größe lungengängig, ähnlich wie Asbestfasern und auch dementsprechend gesundheitsschädlich), oder kompostierbar, Kokosfasern, Stoffe, Wolle (Naturwolle und Baumwolle, ohne chemische Farbstoffe, möglichst aus Altkleidung), Schaumgummi (sollte man zumindest mal testen, wie das reagiert, wenn es sich mit der Zeit zersetzt!), Tongranulat (für Hydrokulturen), Sand (der in Verbindung mit dem Gießwasser bzw. Dünger durch die Kapillarwirkung zwischen den Sandkörnchen extrem schwer werden kann), Kies (das ist Stein und damit ebenfalls extrem schwer, insbesondere, wenn er mit Wasser getränkt ist) und dergleichen. Torf wäre auch eine Möglichkeit, sollte aber nicht genutzt werden, da wir unsere letzten Moore lieber schützen und erhalten sollten, anstatt sie abzubauen und für das Window Farming zu nutzen!

Beim Pflanzsubstrat stehen also die folgenden Eigenschaften im Vordergrund:

  • Gewicht (möglichst niedrig, schließlich soll uns das mühsam zusammen gebaute Windowgarden-System nicht in der ersten Nacht von der Decke fallen!).

  • Fähigkeit zur Speicherung von Wasser (ein poröses oder evtl. „wolliges“ Medium bietet sich an, da es relativ große Mengen Wasser aufsaugen und über längere Zeit hinweg speichern kann).

  • Verfügbarkeit (sollte in jeder beliebigen Menge in der näheren Umgebung zu finden und zu transportieren sein).

  • Preis (am besten kostenlos, oder selbst recycelt, bzw. aus Abfallprodukten bestehend).

  • Geruchlos (um störende Gerüche in Wohnbereichen zu vermeiden, in denen die Substrate zur Pflanzenzucht genutzt werden).

  • Frei von gefährlichen, giftigen Stoffen und Verunreinigungen aus Herstellung du Produktion (die ausgasen und/oder ausgewaschen und in die Pflanzen und Früchte eingetragen werden könnten).

Welches Substrat als Medium für die Pflanzen und deren Wurzeln am Besten geeignet ist, findet man durch eigene Versuche heraus – Trial and Error heisst die Devise! Die eigene Erfahrung ist die wichtigste Ressource überhaupt, da auf diesem Gebiet relativ wenig Wissen kursiert. Man könnte fast meinen, wer Erfahrungen gesammelt hat, behält sie für sich!

Die Pflanzgefäße

Um unsere Home- und Windowfarm aufzubauen und zu betreiben, benötigen wir neben dem Substrat, das den Wurzeln unserer Pflanzen Halt bieten soll, auch die entsprechenden Pflanzgefäße.

Man kann hergehen und sein gutes Geld ausgeben, um sich professionelles Equipment zu kaufen, wie es beispielsweise gewerbliche Erzeuger tun, die ihre Produkte in riesigen Hallen und Gewächshäusern anbauen. Einsatz von enormen Mengen an Energie, technischem Aufwand und Chemikalien inklusive. Man kann aber auch auf „Low Budget“ setzen und schauen, wie man mit möglichst geringem finanziellem Einsatz zu einem gleichwertigen, vielleicht sogar besseren Ergebnis kommt, als der Profi! Dazu bedienen wir uns der Rohstoffe und Materialien, die man gemeinhin als Müll, oder im günstigsten Fall als Wertstoff bezeichnet!

Prinzipiell kann man jedes Gefäß benutzen, in das man sein Substrat einfüllen, den Keimling einsetzen und dann regelmäßig gießen kann. Eine leichte Reinigung sollte auch zu den bevorzugten Eigenschaften gehören, da man in gewissen Zeitabständen die Behälter säubern sollte, um beispielsweise Algenbewuchs und Bakterien zu beseitige. Man will ja keine Bakterienschleuder in seinen vier Wänden haben, sondern saubere Behälter mit schmackhaftem Inhalt!

1.) Diese Saftflaschen hab ich auserkoren, um ein zweites Leben in meinem experimentellen Window Garden zu beginnen, als Pflanzgefäße!

Eine Möglichkeit sich sehr günstige Pflanzgefäße zu besorgen ist – selber machen! Damit ist nicht das Töpfern netter Blumentöpfe gemeint, obwohl das nicht nur sehr spannend, sondern auch entspannend sein kann. Was ich meine, ist zuerst das Sammeln alter Einweg-PET-Flaschen, die nicht unter die Pfandverordnung fallen, weil sie z. B. Säfte enthielten.

2.) Ritschratsch mit dem scharfen Taschenmesser - nich in die Pfoten sägen, besser einen Handschuh anziehn! - fertich sind die Pflanzgefäße. Die Feinheiten kommen später!

Nun ist zwar vor einiger Zeit bekannt geworden, dass sich aus eben solchen PET-Flaschen, in denen Mineralwasser verkauft wird, durch den sprudelnden Inhalt das weibliche Hormon Östrogen herauslöst und das abgefüllte Mineralwasser verunreinigt. Die Ursachen liegen in dem Gehalt an Kohlensäure, die den Mineralwässern zugesetzt wird, um den Prickeleffekt hervor zu rufen, den viele Menschen (ich auch) so sehr schätzen. Zunächst würde ich davon ausgehen, dass dieses Herauslösen von Inhaltsstoffen aus dem Material der PET-Flaschen dann nicht erfolgt, wenn keine Kohlensäure zugesetzt wird und das ist bei Gießwasser für Pflanzen und Dünger oder Nährlösung eigentlich nicht der Fall!

Zweifellos sollte man aber dieses Problem nicht ganz außen vor lassen, da auch andere Effekte einen solchen Austrag von Stoffen aus dem PET verursachen könnten!

Die Beleuchtung

Am besten ist – natürlich – natürliches Licht, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit. Das ist in Wohnungen und Häusern, in geschlossenen Räumen überhaupt, meist ein Problem. Für gewöhnlich neigt man das Licht, oder zu viel Licht, besonders im Sommer, draußen zu lassen, indem man die Fenster mit Rollläden verschließt und die Wohnräume so beschattet. Dies dient der Regulierung der Raumtemperatur! Also kann man nur die Winkel der Wohnung zum Anbau von Nahrung nutzen, die nicht komplett vom Licht abgeschnitten sind – oder man schafft künstliches Licht mit Hilfe von Lampen. Die sollten dann aber dem Lichtspektrum des Sonnenlichtes weitestgehend entsprechen und auch für einen Tag- und Nachtrhythmus kann man sorgen. Erstens spart das Strom und zweitens macht es wenig Sinn, wenn man das komplette Haus verdunkelt, nur um dann das Licht elektrisch nach drinnen zu holen!

Elektrische Beleuchtung sollte auf jeden Fall professionell installiert werden, Wer keine Ahnung davon hat, sollte seine unegalen Pfoten besser von der Abisolierzange lassen, sonst befördert ihn ein saftiger Stromschlag womöglich ins jenseits, bevor er noch von den Köstlichkeiten aus dem eigenen Windowgarden knabbern konnte…

Dünger und Nährlösungen

Pflanzen benötigen neben dem Medium, in dem sie ihre Wurzeln verankern können und dem Wasser, mit dem ihnen die lebensnotwendigen Nährstoffe zugeführt werden können, auch eben jene Nährstoffe in ausreichender Menge und in ausgewogener Zusammensetzung.

Es ist natürlich möglich, in einen Baumarkt seiner Wahl zu marschieren und sich dort einen mehr oder weniger passenden Dünger zu besorgen. Das kostet Geld und mitunter gar nicht mal so wenig. Aber da wir unsere Home- oder Window Farm aus recycelten Materialien selber bauen und die Umwelt nicht mehr als unbedingt nötig, belasten wollen, bietet es sich an, die benötigten Dünger und Nährlösungen für unsere Pflanzen selber zusammen zu mischen.

Nicht umsonst umgeben die Chemie- und Pharmakonzerne die Herstellung ihrer „speziellen“ Pflanzendünger mit einer Aura des komplizierten und geheimnisvollen. Sie wollen schließlich Geld verdienen und das können sie nur, wenn die Menschen sich ihren Dünger nicht selbst aus den fast überall billig zu erwerbenden Rohstoffen zusammen rühren! Wir wollen dies aber dennoch tun, denn wir gönnen den Konzernen ihre auf Kosten der Menschen, der Natur und der Umwelt erzielten Profite nicht! Konzerne sind keine sozialen Einrichtungen. Ihr einziger Sinn und Zweck ist das erwirtschaften von Profit und je mehr desto besser. Dabei ist es sowohl dem Management, als auch den Aktionären meist scheißegal, ob die Ressourcen dabei zerstört werden oder nicht.

Aber wir wollen weder die Ressourcen zerstören, noch irgendwelche Schäden an Natur und Umwelt und am allerwenigsten an uns selbst verursachen, wenn wir die Erzeugnisse aus eigenem Anbau genießen, also öffnen wir unseren Experimentierkasten aus Jugendzeiten Typ „Der kleine Chemiker“ (wie ich Dünger und Nährlösungen ganz einfach selbst herstellen kann – 10 leicht verständliche Lektionen für Vollidioten und Akademiker!) und machen uns eifrig ans Werk. Zuvor noch einige kurze Erläuterungen zum besseren Verständnis.

Neben Licht und Wasser, sowie dem Wurzelmedium benötigen alle Pflanzen Nährstoffe, um ihre Stängel, Blätter, Stämme, Rinde, Blüten, Knospen und letztlich die so begehrten Früchte zu bilden. Dazu sind einige Bausteine notwendig, Mineralien und Substanzen, die sie für gewöhnlich aus der Erde mit Hilfe ihres fein verzweigten Wurzelsystems heraus ziehen. Nur wenige Pflanzen sind dazu in der Lage sich die Nährstoffe auf andere Art und Weise zu besorgen, wie z. B. Fleischfressende Pflanzen, oder Epiphyten oder Tillandsien, die sich die Nährstoffe aus den Körpern toter Lebewesen, oder aus der Luftfeuchtigkeit zu holen imstande sind. Alle anderen Pflanzen brauchen regelmäßig Nachschub an Nähr- und Aufbaustoffen in der richtigen Menge. Zu wenig verursacht Mangelerscheinungen und Schädlingsbefall, zu viel führt meist zu Verbrennungen an Wurzeln und Blättern und in der Folge zu einem schrecklichen Tod unserer pflanzlichen Lieblinge.

Also müssen wir ihnen das geben was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen und zwar in der richtigen Menge, der korrekten Zusammensetzung, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort!

Für den Anfang sollte man jedoch lieber auf eine „fertige“ Nährlösung, bzw. Nährlösungskonzentrate, zurückgreifen und dann, wenn man etwas Erfahrung hat, kann man mal mit dem Experimentieren beginnen.

Die Pflanzsysteme

Die Möglichkeiten, die uns die Hydrokultur, oder die weiterentwickelte Version Hydroponic bietet, sind gar vielfältig. Hier sollte man sich von seinen Neigungen treiben lassen und einfach ausprobieren, was einem am besten liegt! Wer unbedingt seinen Windowgarden mit Erde betreiben will, der soll es tun. Wie sagte schon der alte Fritz?

 „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!“

  • Es gibt Pflanzsysteme, da schwimmen die Pflanzen in Pflanzschalen mit Löchern auf einer Nährlösung, die mit Hilfe von Pumpen umgewälzt, gereinigt und mit den nötigen Nährstoffen angereichert wird! Hier werden größere Mengen Nährlösung benötigt, deren Verluste in Folge von Verdunstung kontinuierlich ausgeglichen werden müssen.

  • Ein anderes System führt den Pflanzen die Nährstoffe zu, indem sie in Tonpellets gespeichert werden, die über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich an die Pflanzen abgegeben werden, die in einem Hydrogefäß gezogen werden, in dem der Wasserstand auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Das nennt man Hydrokultur und wird in unserer Breiten vorwiegend zur Haltung von Bäumen (die nur in den seltensten Fällen Obstbäume sind, sondern eher Grünpflanzen, die der Luftverbesserung in geschlossenen Räumen dienen sollen!) und Zierpflanzen nutzt. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Nahrungspflanzen anzubauen. Hydrokultur ist aber ein passives System, in dem das Wasser, bzw. die Nährflüssigkeit eingefüllt und dann darin stehen gelassen wird. Eine dauernde Kontrolle des Flüssigkeitsstandes ist hier notwendig, damit die Pflanzen gedeihen können.

  • Die Tropfbewässerung gewährleistet eine Versorgung des Pflanzmediums und der Pflanzen, mit Hilfe von Bewässerungssystemen, die kontinuierlich kleine Mengen Wasser, dem Dünger und Nährstoffe zugesetzt wurden, direkt an die Wurzeln abgibt. Dieses System ist sehr sparsam. Es ist zu beachten, dass die Menge den Bedürfnissen der Pflanzen angepasst wird. Wird mit Hilfe einer Pumpe betrieben, funktioniert aber möglicherweise auch mit Schwerkraft, wobei dann das Problem auftaucht, wie man ein Reservoir sicher nahe der Decke anbringen kann und wie man es regelmäßig wieder füllt!

  • Die Sprühbewässerung versorgt die Wurzeln der Pflanzen von unten mit einem Nährstoffnebel, die diese direkt aufnehmen. Überschüssige Nährlösung kann in einen Sammelbehälter abfließen und wieder verwendet werden. Dieses System benötigt eine elektrische Pumpe, die die Nährflüssigkeit aus dem Sammelbehälter (Reservoir) zu den Wurzeln pumpt.

Dieses System kann sehr professionell aufgebaut und in Wohnungen so platziert werden, dass man quasi eine ganze Wand dazu nutzen kann, seine Nahrung oder Teile davon zu erzeugen! Dazu gibt es wunderbare Fotos, die einem als Anhaltspunkt für die eigenen Konstruktionen dienen können! Googelt mal und lasst euch inspirieren. Ihr werdet überrascht sein, wie viel ihr nur aus einem Foto lernen könnt. Auf Flickr gibt es viele schöne Bilder zum Thema Aquaponic, Hydroponic. Schaut mal rein!

Die Werkzeuge

Weil wir auf dem Spartrip sind und lieber das als Rohstoff verwenden, was andere eher in die Tonne treten, nehmen wir, was in jedem Haushalt so herum liegt! Messer gibt es dort, Scheren, manchmal auch ne Flachzange (nee, ich meine nicht den dämlichen Hausherrn, oder gar die Politiker!), sondern schon das Werkzeug. Ein Hammer für alle Fälle ist auch nicht zu verachten, etwas Kleber, Farbe (am besten so was Lebensmittelfarbenartiges, damit man seine Kräuter und Salate nicht mit Gift verseucht).

Die Philosophie…

…die dahinter steckt? Hm, keine Ahnung. Der Zorn auf die Industriegesellschaft vielleicht und auf den Versuch der Konzerne, durch die Kontrolle der Lebensmittelerzeugung die Menschen zu kontrollieren und auszunehmen. Vielleicht steckt dahinter aber auch der kleine Anarchist in uns allen. Ein bisschen Unabhängigkeit hat noch niemandem geschadet und irgendwie passt das in so manch heimliche Identität als Guerillagärtner, der Sonnenblumen auf Verkehrsinseln aussät, oder Cannabis in die Blumenkübel vorm Rathaus pflanzt, oder der mit selbstgemachten Seedbombs einen Angriff auf die öden und toten Stadtparks unternimmt, weil er diese pseudogrünen Betonwüsten ebenso hasst wie die korrupte Politikerkaste, die sich für unfehlbar und für Vertreter des Volkes halten!

Eins aber weiß ich genau, ich werd mir so einen Windowgarden bauen und – selbstredend – ein paar Fotos dazu schießen! Die werde ich Euch dann hier präsentieren. Wer selber  schon Erfahrungen hat mit Windowgarden-Systemen, Hydroponischen Systemen, Zucht, und Ernte von solcherart gezogenen Pflanzen, der darf hier gern seinen Senf dazu geben, ich freue mich darauf!

Weiterführende Links:

  • Knopsche Nährlösung (Artikel auf Wikipedia zu dem deutschen Agrikulturchemiker Wilhelm Knop, der als einer der Mitbegründer der Methode der Hydrokultur gilt – hier gibt es ein paar Informationen zu Nährlösungen, die man als Grundlage für seine Experimente zu dem Thema aufgreifen kann).

  • Aeroponik (Artikel auf Wikipedia über die 1982 von NASA-Wissenschaftlern entwickelte Anbaumethode von Pflanzen).

  • Vertical Farming (Artikel auf Wikipedia – Windowgardens sind, wenn man so will, eine extreme Form des Vertical Farming).

  • Guerilla Gardening (Artikel auf Wikipedia – in jedem von uns steckt ein Guerilla Gärtner. Wir müssen ihn nur raus lassen und aus unseren versteinerten Städten grünende und blühende Paradiese machen, sozusagen essbare Städte!).

  • Window Garden (Artikel auf Tempel der Gaia vom 31.5.2009 – mit einigen Links zum Thema!).

  • Hydroponische Pflanzenzucht (Homepage zum Thema Hydroponic).

Die Zukunft der Landwirtschaft?

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

weiterführende Links: