Monsanto auf dem Holzweg?

Es freut mich außerordentlich, mal einen Post ganz nach meinem Geschmack veröffentlichen zu können. Mag sein, dass es nur ein Etappensieg war und es ist nicht anzunehmen, dass Monsanto sich so einfach geschlagen gibt.  Aber ja, es ist so, Monsanto hat seine Klage vor einem Gericht gegen das Verbot der Aussaat  seines Genmais MON810 verloren. Zurecht jubiliert Greenpeace („Gericht bestätigt Gen-Mais-Verbot“, Artikel vom 5.5.09) ob der erstaunlichen Tatsache, dass endlich mal ein Gericht es wagte,

die Umwelt- und Verbraucheranliegen über die Interessen von Industriekonzernen gestellt. Die Entscheidung ist auch ein Erfolg für die Mehrheit der Verbraucher, die den Anbau von Gen-Pflanzen ablehnt!

Auch FAZNET (Niederlage für Monsanto: Gericht bestätigt Genmais-Verbot, Artikel vom 5.5.09) erkennt an, das…

…nach Auffassung der Richter sind jene Gefahren für die Umwelt vorhanden, wie sie das Gentechnikgesetz für ein solches Verbot verlangt. Dazu müssten keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, aus denen diese Gefahren zweifelsfrei herzuleiten seien. Es genüge, so heißt es in dem Beschluss, wenn sich aus neuen oder zusätzlichen Informationen Anhaltspunkte dafür ergäben, dass Menschen oder Tiere geschädigt werden könnten.

Und die unvermeidliche bayrische Wasserpfeife Horst Seehofer, erkennt ein…

„…unübersehbares Signal an den Agrokonzern Monsanto, der ohne Rücksicht auf Interessen der Bevölkerung handelt.“

Das weiss natürlich jeder, der sich ein wenig mit der Materie beschäftigt. Monsanto, die Konzernkrake aus den USA, der seine gierigen Fangarme nach allen landwirtschaftlichen Flächen dieser Erde ausstreckt, hat nicht das geringste Interesse am Wohlergehen der Menschheit und erst recht nicht an der Gesundheit seiner Mitarbeiter. Das haben diese Verbrecher oft genug bewiesen.

Gleichzeitig lobt Seehofer seine Parteifreundin Aigner über den grünen Klee für ihre mutige Entscheidung, wobei er verheimlicht, dass genau diese Ministerin den Anbau der genveränderten Kartoffel Amflora gestattet hat. Warum auch immer. Vielleicht liegts ja daran, dass Amflora das Lieblingskind von BASF ist und die haben ihren Sitz in Deutschland.  Wer ein klein wenig tiefer in die Wunder der bayrischen Logopädie (Artikel auf FAZNET vom 3.5.2009) einsteigen und die wundersame Wandlung des Seehofer Horst vom Saulus (als Landwirtschaftsminister war er ein glühender Verfechter der Gentechnik) zum Paulus (als bayrischer Ministerpräsident kämpft er nun – dank vergeigter Zweidrittelmehrheit – mit messianischem Eifer gegen die Macht der Genkonzerne, die Gentechnik im allgemeinen und den drohenden Machtverlust) in knappen Worten nachvollziehen will, der lese sich den Artikel durch. Man muss schmunzeln, obgleich man kotzen könnte. Hier sieht man, wie „wandlungsfähig“ Politiker doch sind.

Und wieder muss ich den ollen Konrad Adenauer zitieren, denn sein berühmt-berüchtigter Ausspruch ist heute aktueller denn je…

…“wat schert mich mein Jeschwätz von Jestern!“

Was dann dazu führt, dass Aigner ungerührt erst dem Genmais den Halm durchschneidet um keine zwei Wochen später ein Halleluja auf die Genkartoffel Amflora zu singen. Was tut man nicht alles, um die Macht zu behalten? Richtig, alles!

weiterführende Links:

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Amflora, die BASF-Kartoffel!

BASF, der deutsche Chemieriese, der auch im Markt der Gentechnik einer der Global Player sein will, ist ein wenig angesäuert. Seit 1996 verschleppt die EU-Kommission nun nach Ansicht der BASF die Zulassung für die neue Genpracht auf dem Acker. Dagegen will der Konzern nun klagen.
Die EU-Kommission will die ökologischen und gesundheitlichen Risiken der Genknolle Amflora noch einmal durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA prüfen lassen, obwohl diese bereits eine positive Entscheidung getroffen habe. Der Vorgang zeigt überdeutlich, dass sowohl die EU, als auch die Genkonzerne den Wunsch der Verbraucher nach gentechnikfreier Nahrung schlichtweg ignorieren. Sie sind bereit nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die Umwelt und die Natur auf dem Altar des Kommerz zu opfern!
Das es aber hin und wieder sogar Regierungen gibt, die sich von Vernunft leiten lassen, beweist einmal mehr das Beispiel Österreichs, dass die Einfuhr des Gentech-Maises MON863 per Verordnung verboten hat. Dies meldet Greenpeace heute. Bravo kann ich dazu nur sagen!