„Atomkraft ist sicher“

…dies ist das Credo, das wir seit dem Regierungsantritt der schwarzgelben Koalition aus CDU/CSU und FDP unisono zu hören bekommen. In einer beispiellosen Offensive ist es den Lobbies der Stromkonzerne geungen, die Meinung der Regierung zu kaufen (Atomausstieg 2050? Opposition:“Brutaler Lobbyismus“, Artikel auf heute.de vom 26.3.2010). Besonders schön zeigte sich dies in der Hauruck-Aktion, mit der die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen von 19 auf 7 % gesenkt wurden – merkwürdigerweise nachdem ein großer Hotelkonzern der FDP mehr als eine Million Euro „gespendet“ hat! Umweltpolitik findet nur noch im Rahmen von Schönfärberei und als Alibifunktion statt und ist damit völlig aus dem Blickfeld der Mächtigen entschwunden. Umweltminister Röttgen, der noch aus Gründen der Gesichtswahrung mit ein paar bedeutungslosen Rückzugsgefechten den Atomausstieg propagiert (aber nur so leise, dass man ihn kaum noch hören kann), hat mittlwerweile nichts mehr zu melden. Der „unumkehrbare“ Atomausstieg wird umgekehrt und die Laufzeiten – gemäß dem Wunsch der Betreiber der Atommeiler – vermutlich schon bald bis zum St. Nimmerleinstag verlängert.

Zwar bezeichnet man die Laufzeitverlängerung der Atomkraftnutzung als einen notwendigen Akt um die Zeit zu überbrücken, bis der Energiebedarf zu 100 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden könne, erklärt damit die Atomkraft quasi zu einer sogenannten „Brückentechnologie“. Gleichzeitig aber streicht man die Förderung beispielsweise der Solarenergie zusammen und unterstützt die Abholzung von Regenwäldern in der Dritten Welt, um Palmöl zum Verheizen in deutschen Kraftwerken zu gewinnen. Macht das alles irgendeinen Sinn? Kaum anzunehmen!

Wie scheißegal insbesondere den Unionsparteien und erst recht der FDP die Interessen und die Sicherheit der Menschen in diesem Lande sind, zeigt sich in der Tatsache, dass sich bereits unter der Regierung Kohl niemand dafür interessierte, wohin man den radioaktiven Abfall entsorgen soll, der während des reguläre Betriebs der Atommeiler in großer Menge entsteht.  Man schoß sich auf das Salzbergwerk Asse als Endlagerstätte ein und unterdrückte Hinweise darauf, dass dieses für die vorgesehene Endlagerung überhaupt nicht geeignet ist. Selbst als man um 1988 wohl eher zufällig bemerkte, dass Salzlauge von außen in das Bergwerk eindrang und dessen Standfestigkeit gefährdete, wurde vertuscht, unterdrückt, verschwiegen und verleugnet (Atomlager Asse: Regierung Kohl vertuschte Wassereinbruch, Artikel auf Spiegel Online vom 27.3.2010). Die Regierung unter Kohl, der wie man ja weiß, der Meinung war, er stehe über und/oder außerhalb des Gesetzes und dem manche Kräfte in der CDU heute wieder den Ehrenvorsitz der Union antragen wollen, tat das, was sie schon immer am besten konnte – Probleme aussitzen! Diese Praxis lebt bis heute fort und wurde von der Regierung unter Angela Merkel bis zur Perfektion weiter entwickelt! Und um den Energiekonzernen auch weiterhin zu Willen sein zu können, möchte man nun die Laufzeiten verlängern – selbst bei den ältesten Reaktoren – bis diese von ganz allein auseinander fallen (Atompolitik: Koalition erwägt bis zu 60 Jahre Laufzeit, Artikel auf Focus Online vom 26.3.2010).

Da man aber nicht weiß, wohin mit den radioaktiven Abfällen, die während des regulären Betriebes anfallen, sorgt man sich erst recht nicht um die radioaktiv verseuchten Hinterlassenschaften, die es im Fall eines Rückbaus zu entsorgen gilt! Warum auch? Immerhin ist es ja möglich, dass es vorher zu einem GAU passiert. Und dann interessiert sowieso keinen mehr, wo man den Dreck hinbringt!

In ihrer Sinnlosigkeit sind die Entscheidungen der Regierung bislang einzigartig in der Geschichte der Bundesrepublik. Öffentliche Interessen werden, ohne mit der Wimper zu zucken, den Interessen der Wirtschaft, oder gar einzelner Konzerne untergeordnet. Alles und jeder ist käuflich geworden in diesem Land! Begründet wird das mit den Arbeitsplätzen, die die Wirtschaft für die Menschen in diesem Lande schafft – oder eben auch nicht, wie sich gezeigt hat! Die Sockelarbeitslosigkeit steigt immer weiter, die Beschäftigungsverhältnisse werden immer prekärer. Soziale Sicherheit ist zu einer leeren Floskel verkommen. Zugleich aber – wer hätte das gedacht – steigen die Gewinne der Unternehmen beständig und immer weiter an.

Es ist ja nun nicht so, dass die Atomkraft völlig aus der Mode gekommen war. Da seien die fleissigen Lobbyisten vor. Aber es zeigt sich, dass die vielen Millionen Euros, die man so sorgfältig in die Abgeordnetenbüros und die Parteizentralen geschleppt hat, gut angelegt waren. Machen wir uns nix vor. Jeder ist käuflich und es ist eben doch alles nur eine Frage des Preises! Und weil es grad so in Mode ist, wollen Unternehmen und sogar Bill Gates (ja, genau, der Blödmann, der Microsoft erfunden und zu einem Softwaregiganten gemacht hat!) Miniatomreaktoren entwickeln, die „saubere“ und „umweltfreundliche“ Energie produzieren sollen. Man buddelt sie vor seinem Haus im Erdboden ein und wenn die Dinger dann ihren atomaren Brennstoff verbraucht haben und den Geist aufgeben, lässt man die einfach da vergammeln, wo man sie eingegraben hat. Ex und Hopp, oder Wegwerfgesellschaft mal etwas anders? Wie blöd geht´s eigentlich noch? Gibt´s für Idioten wirklich keine Grenzen?

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Stoltenberg ist Schuld!

Na endlich! Ein Schuldiger für die Asse ist nun gefunden! Der ehemaliger Forschungsminister Gerhard Stoltenberg ist verantwortlich dafür, dass die Asse als Endlager eingerichtet wurde und damit den Stromkonzernen eine kostengünstige Möglichkeit bot, ihren radioaktiven Restmüll zu entsorgen – auf Kosten der Gesellschaft und nicht der Stromkunden. Denn wären die realen Kosten in den Preis des Atomstrom mit eingeflossen, kein Mensch hätte zugestimmt, sich mit dieser „umweltfreundlichen“ und „klimaschonenden“ Form des Stroms beliefern zu lassen. Jeder hätte auf Grund des Preises gemerkt, was er sich da antut, bzw. seinem Geldbeutel! (Artikel auf SpiegelOnline vom 27.6.2009 „Atommüll: Forscher gibt Stoltenberg Verantwortung für Asse-Skandal“).

Nun ist es also der olle Gerhard Stoltenberg gewesen? Schade nur, dass er 2001 im biblischem Alter von knapp 73 Jahren verblichen ist und darum nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. In den Jahren von 1965 – 1969 war er Bundesminister für wissenschaftliche Forschung und hatte damals bei allen Entscheidungen – vermutlich tatkräftig und moralisch, oder wie auch immer, von den Profiteuren dieser Entscheidungen unterstützt – seine Finger im Spiel!

Nun ist es ja nicht so, dass man jedem politisch tätigen Menschen von vorne herein böse Absicht oder gar Bestechlichkeit und Vorteilsannahme unterstellen will. Aber man kann auch nicht leugnen, dass der intensive Einsatz von Lobbyisten, der damals möglicherweise noch nicht ganz so intensiv war wie heute, unter Berücksichtigung der überzeugenden Wirkung von dicken Geldbeuteln und exquisiten Mitbringseln, durchaus eine sehr überzeugende Wirkung haben kann. Damals wie heute! Vermutlich ist es auch so, dass diejenigen, die von den Zuwendungen großer Konzerne profitieren, zwar nach außen hin die Meinung vertreten, sie würden all ihre Entscheidungen objektiv und ohne jeden Interessenkonflikt treffen können. In Wahrheit ist es aber so, dass die Realität ein klein wenig anders aus sieht. Man beisst – das ist das erte, was Hunde und Politiker vermutlich lernen müssen – nicht in die Hand, die einen füttert! Also kann man auch nicht Entscheidungen treffen, die zu Lasten der Konzerne und ihrer Interessen gehen. Schließlich, das habe ich schon des öfteren betont, steht das Wohlergehen der Wirtschaft über allem.

Wen interessieren dabei schon solche Lapalien wie Umweltschutz, Menschenrechte, oder gar die Würde des Menschen? Wen interessiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn dabei die Profite der Industrie auf dem Spiel stehen! Spätfolgen? Wie man sieht, hat es Stoltenberg genau richtig gemacht – nach mir die Sintflut. Zwar war damals schon bekannt, dass die Asse über kurz oder lang absäuft, aber es gelang allen folgenden Bundesregierungen und zuständigen Behörden, die Erkenntnisse zu verheimlichen und zu verschleiern – bis heute! Aber wie gesagt: jetzt, wo man weiss, wer Schuld ist, kann man nichts mehr machen, weil Stoltenberg bereits den Weg alles irdischen gegangen ist und – da er es sicher in gutem Glauben und mit reinstem Gewissen getan hat – auch garnichts gegen ihn in der Hand gehabt hätte. Oder kennt jemand ein Beispiel dafür, dass jemals ein Politiker für sein Handeln die Verantwortung hätte tragen müssen? Nein!

Aber ich kenn jemanden, der muss nicht nur die Verabtwortung für „unseren“ Atommüll tragen wird müssen – der dämliche Bürger. Denn der muss die Verantwortung ganz sicher mit seinen Steuern tragen, während die Stromkonzerne und Atomkraftwerksbetreiber weiterhin rotzfrech behaupten dürfen, die Atomenergie sei klimaschonend und umweltfreundlich, sicher und sauber und  – sowieso – billig! Die Früchte des Lobbyismus haben in der Union und in der FDP ganz besonders Früchte getragen. Darum kämpfen diese auch ganz engagiert für den intern schon beschlossenen Ausstieg aus dem „unumkehrbaren“ Ausstieg. Aber vor den Verlockungen des Kapitals sind auch die Sozialdemokraten nicht gefeit!

Darum bleibt uns nichts anderes übrig, als selber die Stimme zu erheben und mit drohend erhobenem Zeigefinger auf die Gefahren für die Umwelt, die Menschen und die gesamte Welt hinzuweisen!

Wächst uns die Asse über den Kopf?

Nun haben sie es endlich geschafft, die Damen und Herren von der Atomlobby. Die Bundesregierung hat sich nun als gütiger und vor allem großzügiger Gönner geoutet und dem Steuerzahler mit der der Übernahme der Asse in die Obhut des Bundes auch gleich die horrenden Kosten der Sanierung und Schließung 2020 aufgebürdet (Das schreibt die netzeitung am 31.1.2009 unter „Bund übernimmt Schließungskosten – Atom“Sauhaufen“ Asse bleibt bis 2020 offen“! Na also, es läuft doch alles wieder so, wie man es gewohnt ist hierzulande!

Also bei mir kömmet da richtig Freude auf, wenn ich so sehe, wie sich die Regierung – me nothing you nothing – von der Atomindustrie über den Tisch ziehen lässt und dann noch damit hausieren geht, als handele es sich um einen gigantischen Erfolg im Namen des Umweltschutzes! Von Verursacherprinzip keine Spur mehr – die Atomindustrie steckt Milliardengewinne ein, preist sich selbst als Retter des Klimas und einer sauberen Umwelt und läßt den Staat und die Bürger für die Entsorgung ihrer hochgiftigen Hinterlassenschaften sorgen und zahlen!

Bin ich, sind die paar Atomkraftgegener die sich gegen den Wahnsinn aktiv engagieren eigentlich wirklich die einzigen, die das sehen? Lügen sich die restlichen Menschen in unserem Land, einschließlich der Regierung und Teilen der Opposition wirklich vor lauter Dummheit (oder ist es Verzweiflung?) selber in die eigene Tasche, um sich nicht der Realität stellen zu müssen?

Wie kann man ernsthaft glauben, man könnte ein sicheres Verfahren für die Entsorgung des hochradioaktiven Restmülls aus den Atommeilern finden, indem man ihn irgendwo in der Erde verbuddelt- sicher für die nächsten zehntausenden von Jahren? Genau das hat man behauptet, als die Asse für den Atommüll geöffnet wurde, obwohl schon damals die behauptete Sicherheit der Anlage nicht wissenschaftlich zu belegen war! Heute steht man vor den Trümmern des Salzstockes und ist froh, wenn er in den nächsten 6 Jahren noch nicht in sich zusammen fällt, damit man ihn wenigsten halbwegs regulär schließen kann und nicht fluchtartig verlassen muss! Kann es sein, dass unter solchen Umständen der Dreck da drinne – es handelt sich sicherlich zu 90% um Müll aus Atomkraftwerken, für dessen sichere Entsorgung  eigentlich die Atomindustrie zahlen und haften müsste – über einen jahrzehntausende dauernden Abklingprozeß „sicher“ ist? Sind unsere Nachkommen vor dieser Scheiße und der Verantwortungslosigkeit der Atomindustrie und der deutschen Regierung sicher? Wenn ja, für wie lange?

Mit der Änderung der Zuständigkeiten („Bundestag schafft Voraussetzung für Asse-Stilllegung“ auf tagesschau.de am 31.1.2009) ändern sich – flugs – die Verantwortlichkeiten und diejenigen, die man zur Kasse bitten wird, aber keineswegs die Gefahr die von dieser Art der „Endlagerung“ ausgeht. Wenn irgendwann in den nächsten 10 oder 20 Jahren die Radioaktivität durch Wassereinbruch in die verseuchten Stollen in die Umwelt gelangt, dann sperren wir vermutlich einfach ein paar hundert oder tausend Quadratkilometer unserer Heimat ab und ziehen einfach um – Deutschland ist ja so schön groß?

Oder vielleicht sollten wir der Radioaktivität sagen, dass sie in der Asse II sicher eingeschlossen und endgelagert ist und sich gefälligst an die Spielregeln zu halten hat!

Der Bauernkrieg!

Gewöhnlich sieht man die Bauern in unserem Lande ja gern als ein unzeitgemäßes Relikt einer alten Zeit, das nur noch am Subventionstropf der Bundesregierung und der EU hängt. Da gibt es die konventionellen Bauern, die mit Macht an den „überlieferten“ Anbaumethoden festhalten (riesige Maschinen, viel Energieeinsatz, ordentlich Kunstdünger und noch mehr Pestizide…), oder aber die anderen, die nahezu sektiererisch mit natürlichem Landbau oder gar Permakultur experimentieren. Aber eines haben sie gemeinsam – die Hoffnung, die Atomkonzerne in ihre Schranken zu weisen und am Ende aus unserem Lande zu jagen!

Und sie haben ganz schön was zu bieten, unsere Bauern und Bäuerinnen, doch seht selbst

Sie kämpfen nicht nur für ihr eiogenes Land, sondern auch für die Menschen in Deutschland und für eine lebenswerte und gesunde Zukunft, ohne die latente Angst vor radioaktiver Strahlung, die man nicht riecht, nicht sieht, nicht schmeckt, aber die furchtbare Krankheiten auslöst. Besonders die Bauern des Wendlands, deren Heimat von der Bundesregierung und den Atomkonzernen zum Paradies der Endlagerfetischisten erkoren wurde, sind mit großem Eifer und vorbildlich motiviert bei der Sache – eine verlässliche Stütze für diejenigen, die sich ebenfalls dem Kampf gegen die atomare Idiotie widmen.

Wo immer es gegen die Atomkraft zu demonstrieren gilt, sind sie dabei und rollen mit ihren Treckern an

Nachdem das Interesse der Naturschützer an der Problematik seit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre nachließ weil der „unumkehrbare Atomausstieg “ proklamiert worden war, steht nun eine Renaissance des Anitatomkampfes bevor. Die Bauern und mit ihnen immer mehr Menschen aus den Städten wollen sich nicht mehr einfach von den Interessen der Atomindustrie und deren gekaufter Politiker überrollen und bevormunden lassen. Die Protestwelle wächst erneut mächtig an

Vielleicht wird aus dem belächelten Widerstand im Wendland eine gewaltige Woge, ein Tsunami der Empörung, der den Verantwortlichen ein für allemal klar macht, woher der Wind (diese wunderbare regenerierbare Energiequelle) weht. Die Menschen auf den Strassen und in den Städten, die Bauern auf dem Land, sie alle wissen, dass man radioaktiven Müll nicht zehntausende von Jahren „sicher endlagern“ kann. In den bis heute als „sicher“ geltenden Salzstöcken von Asse II und in Gorleben, funktionierte die Endlagerung noch nicht einmal 30 Jahre reibungslos!

Bezeichnenderweise wollen ausgerechnet die Bundesländer, die am eifrigsten der Atomlobby in die rosaroten Arschlöcher kriechen, unter keinen Umständen ein Atomendlager auf ihrem Gebiet dulden. Dabei sind deren Gebirgsstöcke mindestens so „sicher“ wie die Asse II oder Gorleben! Ich kann jeden verstehen, der ein ungutes Gefühl hat, wenn er auf oder in unmittelbarer Nähe eines solchen Endlagers leben muss. Darum erkläre ich mich hier und heute solidarisch mit den Demonstranten gegen die Nutzung der Atomkraft

Auch an meinem Haus fährt der Castor hin und wieder vorbei auf seinem Weg durch Deutschland, kurz nachdem er die deutsch-französische Grenze bei Wörth passiert hat. Jedesmal hoffe ich inständig, es möge das letzte Mal gewesen sein.

Steht auf gegen das Unrecht und den Wahnsinn der Atomkraft! Tretet ein für das Recht der Menschen auf eine saubere, lebenswerte und gesunde Umwelt, ohne gefährliche Strahlung!

Mit der Dummheit ist es so: selber merkt man nix davo(n)!

Heute fand ich diesen Artikel in den Greenpeace-News, der mich (aber offensichtlich nicht nur mich allein) so langsam am Verstand einiger führender Wissenschaftler unseres Landes verzweifeln lässt. Wie kann man die Realität derart negieren oder ignorieren? Oder steckt dahinter ein ordentliches Sümmchen der Atomindustrie, die die betreffenden Wissenschaftler die Asse durch eine extrem rosa gefärbte Brille betrachten lässt? Und allen voran stimmt Michael Glos wieder einmal das Loblied auf die Atomenergie und die beispielhafte Sicherheit unserer wunderbaren Reaktoren und der (in Salzlauge absaufenden) Endlagerstätten an. Dabei waren die Mängel in der Asse schon vor der Genehmigung als Atommüllendlager 1956 bekannt, aber die Zeit heilt offenbar alle Wunden, sogar die von undichten Salzstöcken!

Stellt sich nur die Frage, warum der Glos so in die Posaune stösst, dass es einem übel wird? Nun gut, hier ist ein Link zu Abgeordnetenwatch.de. Hier kann man sich einen Überblick über die von Michael Glos besetzten Posten (z.B. bei der DENA, der Deutschen Energie Agentur GmbH, an der die Bundesrepublik zu 50% beteiligt ist und der KfW) verschaffen. Die bekleidet er, obwohl er bei seinem Amtsantritt geschworen hat, den „Nutzen des deutschen Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden“. Fragen, die über abgeordnetenwatch.de an ihn gestellt werden, pflegt er souverän zu übergehen. Und was den Nutzen betrifft, so scheint sein eigener Arsch ihm immer noch näher zu sein, als die unzähligen Ärsche der Wähler! Man sieht allerdings das selbst solche Kapazitäten wie Michael Glos weder in der Lage, noch offenbar willens sind, eine Kontrolle auszuüben, die geeignet ist solche Desaster wie der Fast-Zusammenbruch der IKB (die anschließend für einen Appel und ein Ei an einen Investor verscherbelt wurde) zu verhindern, oder der Atomlobby ihre Grenzen aufzuzeigen. Mein lieber Vater pflegte mir in solchen Fällen früher immer zu sagen: „Wess´ Brot ich ess´, dess´Lied ich sing!“ Was soll man dazu noch sagen?

Wenigstens haut Greenpeace nun wieder in der Asse-Sache ordentlich auf die Kacke. Das ist wichtig, damit die katastrophalen Zustände nicht im Sog von Finanzkrise und Obamania, Krise der Automobilindustrie und „Konjunkturpaket“ untergeht! Und hier ist ein Link zum Greenpeace Schwarzbuch Klimaverhinderer, da stehen natürlich der Herr Minister Glos und sein Kumpel Seehofer auch mit drin, ganz klar!

Der Asse steht die Sch..sse bis zum Hals!

Nachdem seit Jahren und Jahrzehnten auf die Gefahren der „sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle“ hingewiesen wurde und die jeweiligen Regierungen ebenso vehement die Meinung vertraten, das habe schon alles seine Richtigkeit und es kann ja nix passieren, stellt sich nun heraus, dass in dem vielgerühmten aber eher berüchtigten „Versuchsendlager Asse II“ Salzlauge schwappt, Fässer verrosten und Radioaktivität austritt! Von wegen sichere Endlagerung für Millionen von Jahren.
Seit einigen Tagen gibt es hektische Aktivitäten um die Asse, die letztlich darin gipfelten der lieben Anette Schavan die Kontrolle über das Endlager zu entziehen und sie in die verantwortungsbewussten Pfoten von Sigmar Gabriel zu legen, seines Zeichens Bundesumweltminister. Betreiberwechsel – obs nun besser wird (Greenpeace beleuchtet diese Vorgänge kritisch!)? das können wir getrost knicken. Denn egal ob jetzt für die Asse das Atomrecht gilt und nicht mehr das laschere Bergrecht, das ändert nichts an dem maroden Zustand dieses Vorzeigeprojektes. Wir müssen uns wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass aus dem mit radioaktiven Abfällen zugemüllten Salzstock über kurz oder lang Radioaktivität freigesetzt wird. Gleichzeitig durften wir heute morgen in den Nachrichten die „weisen“ Worte von Angela Merkel hören, die da öffentlich herumposaunte, mit ihr und der Union sei ein Atomausstieg nicht zu machen und überhaupt verstünde die ganze restliche Welt die Deutschen nicht, die doch die „modernsten“ und „sichersten“ Atomkraftwerke besitzen und als eines der ersten Länder aus dieser Energie (sauber, billig, sicher und umweltfreundlich versteht sich von selbst) wieder aussteigen wollten.
Muss uns das wirklich kümmern, was in diesem Fall die Welt von uns denkt? Kann es nicht einfach mal sein, das Deutschland von Vernunft und Einsicht profitiert und auf diese gefährliche Form der Energieerzeugung verzichtet, oder sind wir es – warum auch immer – den Energiekonzernen schuldig an der Atomenergie festzuhalten, damit die sich dumm und dämlich verdienen können, auf Kosten unserer Mutter Erde und der Gesundheit der Menschen?
Natürlich wird das in unserem Land nicht passieren. Eine Regierung, die von Vernunft geleitet die richtigen Entscheidungen für die Zukunft unseres Volkes trifft, wird es vermutlich auf absehbare Zeit nicht geben. Dazu bestimmen zu sehr die sogenannten Sachzwänge das Geschehen in unserem Land.
Trägt nun jemand die Verantwortung für mehr als 40 Jahre gezielte Desinformation über den Zustand des Atommüllendlagers Asse? Wird irgend ein verbeamtetes Bauernopfer seine Pensionsansprüche verlieren? Mitnichten. Wie wir allewissen, passiert auch hier und in diesem Fall nichts! Keiner ist Schuld, erst recht trägt niemand die Verantwortung ( nicht umsonst erklärt man vorab, die Schuld sei nicht zu klären) und irgendwann wird niemand mehr davon sprechen, wenn das Sommertheater vorrüber ist und die Tagespolitik die Deutschen und ihre Geldbeutel wieder voll in Anspruch nimmt.
Nehmt Euch meine Worte zu Herzen. Gebt den etablierten Parteien einen kräftigen Denkzettel. Engagiert Euch im Umweltschutz und für Gaia. Zeigt denen da oben die rote Karte, damit endlich mal jemand merkt, dass Politik nicht gegen die Vernunft und das Volk funktioniert! Nehmt Euch dabei Mahatma Gandhi (die große Seele) und seine Heiligkeit, den Dalai Lama (offizielle Homepage seiner Heiligkeit) zum Vorbild. Bleibt gewaltfrei aber macht Eurem Unwillen Luft, laut und deutlich!

CSU fordert Verlängerung der Reaktorlaufzeiten!

Während in Frankreich ein atomarer Zwischenfall den andern ablöst – bei einer Havarie in einer Fabrik für Kernbrennstäbe im südfranzösischen Romans-sur-Isère wurden 800 Gramm Uran freigesetzt – versucht sich die CSU vor den Landtagswahlen in Bayern bei der Atomindustrie beliebt zu machen, indem sie sich für eine Verlängerung der Restlaufzeiten alter Atomreaktoren stark macht! Selbstverständlich haben die letzten Atomunfälle in Frankreich, wie üblich, keinerlei Gefahr für die Bevölkerung verursacht und in Deutschland könnte so etwas ja überhaupt nicht passieren, denn die Atomkraft ist sicher! Verzeiht mir bitte meinen sarkastischen Unterton, aber bei so viel politischer Dummheit und vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Energiekonzernen und ihren Geldmaschinen (auch Atommeiler genannt!), kann ich einfach nicht anders!

Sicher, sicherer, Atomkraftwerk, heisst die Steigerung nach Meinung der deutschen Politiker und deshalb ist ja auch die Liste der Havarien in deutschen Atomanlagen so lang wie meine Einkaufsliste am Ende eines jeden Monats, nämlich etwa eineinhalb Meter!
Neben der CSU, der vor den Landtagswahlen in ihrem schwarzen Reich bereits der Arsch mit Grundeis geht, tutet die Union in das selbe Horn und bereitet sich darauf vor, die Bundesrepublik mit „Öko“-Atomenergie für die nächsten zwanzig oder gar dreissig Jahre zu beglücken. Das Rezept dafür lautet:

  1. Mache zuerst richtig Panik in der Bevölkerung, damit du sie ordentlich weich kochst („Die Energieversorgung für die Zukunft ist nicht gesichert, die Preise schiessen in ungeahnte Höhen, der Klimawandel muss gestoppt werden!)
  2. Ignoriere gekonnt die Sorgen in der Bevölkerung was die Sicherheit der Atomanlagen angeht, indem du die eingetretenden Atomunfälle entweder verschweigst, ignorierst oder – wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt – herunterspielst und kleinredest (eine Gefahr für die Bevölkerung besteht selbstverständlich nie und zu keiner Zeit!)
  3. Rede nicht über den „unumkehrbaren“ und „unwiderruflichen“ Atomausstieg, sondern versuche die Bevölkerung mit volksverdummenden Äusserungen und Kommentaren und dem Geld der Energiekonzerne so zu verunsichern und zu verblöden, dass sie nach der nächsten Bundestagswahl den Ausstieg aus dem Ausstieg schweigend hinnehmen, weil sie denken, die Politik wisse schon was sie tue…

..das weiss sie aber keineswegs! Jedenfalls nicht, wenn sie der Atomkraft das Wort redet.
Sie bedient sich nur eines bewährten und probaten Mittels, um demokratische Entscheidungen, die nicht das gewünschte Ergebnis erbringen dadurch zu korrigieren, dass man so lange darüber diskutiert und abstimmen lässt, bis das gewünschte Resultat eintritt! Steter Tropfen höhlt den Stein so zu sagen!
Also unternehmt etwas dagegen. Erhebt Eure Stimme gegen den atomaren Wahnsinn und sagt hinterher nicht, Ihr hättet von nichts gewusst, wenn eines unserer sicheren Atomkraftwerke nach dem Muster von Tschernobyl durchgeht und radioaktiver Fallout unser Land verseucht und die Menschen ins Verderben reisst!
Hier noch ein Link für alle, die glauben, Atommüll könne auf Dauer sicher „endgelagert“werden. Unter der Überschrift „Bundesweite Demonstration gegen Gorleben; Atomdeponien saufen ab“, berichtet die Internetzeitung NGO-Online über die Zustände in den beiden „Endlagern“ Asse II und Morsleben und die sind verheerend schlecht!