Voll abgeschottert?

Ist wirklich erstaunlich – wenn man die Gleise schottert, auf denen ein Castor-Transport rollen soll, dann ist das eine Straftat, ebenso der muntere Aufruf, daran teilzunehmen! Ganz anders liegt die Sache jedoch, wenn der Staat, bzw. sein Sozialsystem geschottert wird, also die Kohle des Steuerzahlers aus allen Poren gezogen wird, um sie in die Banken zu pumpen – was man in gewisser Weise auch als „Schottern“ bezeichnen könnte. Das nämlich ist weder strafbar, noch sonst irgendwie ehrenrührig. Nein, es ist eine Heldentat…

Da kann man hundert mal schreien dass, wo Unrecht zu Recht wird, Widerstand zur Pflicht werde! Wenn Du dann vor dem Gericht stehst, dann ist es scheißegal, was Dir Dein Gewissen gesagt hat, weil die Richter nämlich Recht sprechen. Und wenn´s wirklich drauf ankommt, dann ist es mit der Pflicht zum Widerstand nicht mehr weit her.

Natürlich weiss ich, weiss ein jeder, der sich ein wenig damit beschäftigt, das „Schottern“ im Sinne von „den-Schotter-aus-dem-Gleisbett-holen“ kein Kinderspiel ist. Deswegen tun es auch Erwachsene, Menschen, die dem Staat und seinen Vollzugsorganen Widerstand entgegen setzen, weil sie mit dessen Vorgehen nicht einverstanden sind! Aber nicht nur die „Täter“ wissen es, nein, auch die Organe des Staates, die sein Tun schützen (müssen), unabhängig davon, ob es wirklich rechtens ist, oder nicht. Und das „Schottern“ – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – ist gefährlich…für einen mit Fullspeed über das Gleisbett hinweg donnernden ICE. Es kostet allerdings Geld, das Gleisbett im Anschluss an die Aktion wieder in Ordnung zu bringen und das ist die Krux! Das will keiner zahlen. Dafür braucht man einen Dummen, dem man sowas auf´s blaugeklopfte Auge drücken kann – quasi wie eine staatlicherseits verordnete Kühlkompresse nach der gewaltsamen Auflösung einer Demo!

„Schottern“ ist unangenehm! Für die Bahn, den Betreiber des Schienennetzes (wobei es sich oft genug und wunderbarerweise ebenfalls um die Bahn handelt), die Spedition, die den Castor für teuer Geld von „A“ nach „B“ bringen müssen darf, oder auch von Sellafield nach Gorleben, von La Hague nach der Asse, oder wohin auch immer. Ob es aber wirklich gefährlich ist, möge dahin gestellt bleiben. Schließlich erzählt man uns andauernd, wie sicher diese Castoren sind, denen Flugzeugabstürze nichts ausmachen sollen, erst recht keine Entgleisungen und/oder Crashs auf freier Strecke! Aber bitte, Leute, schottert nicht, denn DAS ist gefährlich, denn es untergräbt nicht nur die Gleisbetten, sondern auch – und das dürfte wohl viel schlimmer wiegen – die „Autorität“ dieser Republik.

Es geht schließlich nicht an, dass ein paar behämmerte Öko-Emos den sicheren Transport radioaktiver Abfälle auf diesen unseren Gleisen stören, oder gar verhindern und die Bundesregierung, die Polizei und die Justiz doof aussehen lassen. Das kriegen die ganz prima alleine hin…

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Die Zukunft der Atomkraft! (mal wieder)

Wir steuern im Superwahljahr 2009 auf die Bundestagswahl zu, am 27.  September ist es soweit und schon geht das Gezerre um das Thema Atomkraft wieder los! Eine Weile war Ruhe und nachdem die Asse, Krümmel und der angeblich so umweltfreundliche Atomstrom fast in der Versenkung verschwunden sind, ging es plötzlich um so heftiger wieder los! Nach 2 Jahren Stillstand wegen Problemen mit abgefackelten Trafos, die natürlich von Vattenfall ganz anders – aber auf jeden Fall wie üblich nicht als meldepflichtiger Vorfall – eingestuft wurden. Nachdem trotz allem, man war ja unschuldig und nie hatte zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestanden, hoch und heilig Besserung versprochen worden war, ging man wieder ans Netz. Und? Erneut explodierte ein Trafo! Man hatte schlicht „vergessen“ ein wichtigen Messgerät zu installieren, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hatte. Aber, wer hätte etwas anderes vermutet, niemand war gefährdet und überhaupt war auch das kein meldepflichtiger Vorgang – jedenfalls nach Meinung von Vattenfall!

Bedauerlicherweise sehen das einige Leute ein klein wenig anders. Während der Streit losbrach, warum Vattenfall sich nicht an die erteilten Auflagen hält, hub die Union, allen voran der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger und gleich darauf auch seine Bundeskanzlerin an zu frohlocken, dass alle deutschen Atomkraftwerke sicher seien – offensichtlich wider besseres Wissen. Oder sollte möglicherweise die prallen Budgets der Atomlobby dafür gesorgt haben, dass die Union sich plötzlich ihrer wahren Bestimmung als Vorkämpferin für die „umweltfreundliche“ Atomkraft erinnerte?

Wie dem auch sei. Sigmar Gabriel, ganz eloquenter Bundesumweltminister brachte den vereinbarten Atomausstieg wieder ins Spiel, den die Union ganz offen ablehnt. Bei einer Mehrheit für schwarzgelb im September dürfte es mit diesem Atomausstieg vorbei sein. Vermutlich brechen dann traumhafte Zeiten für die Atomindustrie an. Noch immer kein taugliches Endlager in Sicht, aber „auf Atomkraft setzen um´s Klima zu retten“? Dabei ist das einzige, was gerettet wird, die Boni für die Manager der Atomkonzerne! Und justament zu diesem Zeitpunkt stellt sich auch noch heraus, dass die Asse leckt wie eine Wasserleitung in einem hundert Jahre alten öffentlichen Klo.

Ja, ok, die Asse ist ja nur ein Versuchsendlager gewesen, so wird behauptet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Dreck da unten liegt und jede Menge Wasser fröhlich da durch plätschert. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass das salzige Wasser radioaktive Rückstände aus den undichten Fässern ausspült und sich dann in großen Pfützen auf den Solen sammelt, die so strahlen, wie ein Vattenfall-Manager, wenn er das Wort Umweltschutz in den verlogenen Mund nimmt!

Auch der Uralt-Reaktor Biblis harrt des viel beschworenen Umschwungs zu einer atomfreundlichen Politik unter der CDU/FDP. Verspricht man sich doch wahrhaft goldene Zeiten, wenn die Restlaufzeiten drastisch erhöht werden und die Reaktoren im Prinzip laufen dürfen sollen, bis sie auseinander fallen – was sie ja eigentlich schon jetzt tun. 1 Million Euro Gewinn pro Tag ziehen die Atomkonzerne aus einem abgeschriebenen (also uralten) Atomreaktor! Wen interessiert da noch die Sicherheit außer denen, die neben solchen Schrottanlagen wohnen? Das sind doch sowieso nur Querulanten, Ökospinner und sonstige unzurechnungsfähigen Leute, die keine Ahnung haben!

Bleibt nur meine inständige Hoffnung, dass die Wähler – in ihrer Weisheit – dem selbstmörderischen Energiekurs der Union und der in sie verliebten FDP des Guido Westerwelle eine klare Absage erteilen mögen.

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