Blackout in Japan?

Nun wird er herunter gefahren, der letzte noch am Netz befindliche Atommeiler im Land der aufgehenden Sonne. Und was ist die Folge? Was waren die Folgen, als die anderen 52 Atommeiler Japans, nach der atomaren Katastrophe von Fukushima, deren Zerstörungen und Ausmaße bis heute weder überwunden, noch ganz zu überblicken sind, herunter gefahren wurden? Nun, ähm, nichts! Weder versank Japan in ewiger Dunkelheit, wie von der Atomindustrie und ihrer Lobby prophezeit wurde, noch brach die Wirtschaft infolge Strommangels zusammen… Nun kann man sich fragen, warum man dann die Atommeiler nicht einfach abgeschaltet lässt und auf erneuerbare Energien stzt. Schließlich ist Japan eine Hochtechnologie-Nation und in der Lage, entsprechender politischer Wille voraus gesetzt, auf die Atomenergie zu verzichten und saubere, regenerative Energiequellen zu erschließen. Aber das will man nicht! Warum ist auch klar. Genau wie in Westeuropa und den USA, sind die Regierungen von den großen Konzernen gekauft und stehen unter dem Einfluss von deren ökonomischen Interessen. Konzerne sponsern die politischen Parteien, bezahlen Politiker dafür, dass sie vor erlesenem Publikum uninteressante und vor allem unerhebliche Reden halten und dafür fürstlich entlohnt werden! Wie in Europa und den USA haben die Konzerne ihre Interessenvertreter in den Parlamenten plaziert und beeinflussen mit gezielten Maßnahmen die öffentliche Meinung, während sie der Politik vorgeben, wie die Gesetze auszusehen haben. Um dabei auch ganz sicher zu gehen, schreiben sie oft auch den Mnisterien gleich die kompletten Gesetzestexte, die die „Volks“vertreter dann nur noch abzunicken brauchen! Geld regiert die Welt, gleich nach der Energie, die unsere Wirtschaft am Laufen hält und dafür sorgt, dass die Profite der Konzerne weiter sprudeln! Und Atommeiler sind wahre Gelddruckmaschinen, verschaffen ihren Betreibern die Lizenz zum Geldverdienen! Noch nicht einmal die Baukosten brauchen die Energiekonzerne alleine tragen. Die Regierungen subventionieren sowohl den Bau, als auch (und zwar nahezu zu 100 %) die Entsorgung der radioaktiven Abfälle und Rückstände. Man behauptet einfach, es sei die gesamte Gesellschaft, die für die Entsorgung aufzukommen habe, da die gesamte Gesellschaft von der Atomenergie profitiere. Dabei profitieren lediglich die Konzerne davon. Und die Regierungen tun alles, damit der Eindruck entsteht, atomenergie sei sowohl billig, als auch sauber und umweltfreundlich! Aber alle diese Argumente sind irreführend, weil sie die wichtigsten Probleme bei der Erzeugung von Atomstrom ausblenden! Die schmutzige Gewinnung von Uran in Ländern der Dritten Welt, der Transport des Urans, die Erzeugung des Stroms in Atommeilern, die keine ausreichenden Sicherheitsreserven haben und menschliches Versagen nicht auszuschließen vermögen, sowie die bis heute ungeklärte Frage der Endlagerung von radioaktiven Abfällen! Rechnet man dies alles nicht mit ein, ist der Preis von Atomstrom natürlich günstig. Aber es ist nicht gerecht und schon garnicht vergleichbar mit anderen Formen von Stromgewinnung, die jedoch nicht in den Genuss dieser überbrodenden staatlichen Fürsorge und Subvention für den Atomstroms für sich in Anspruch nehmen können!

Kernkraftwerk Philippsburg/Deutschland (Foto Andrej Ohlmeyer 2012_5_5)

Kernkraftwerk Philippsburg/Deutschland

Das ficht aber die Befürworter des Atomstroms in keinster Weise an. Sie reagieren auf Kritik stets allergisch und mit für den Laien nicht nachvollziehbaren technischen Interpretationen. Und die Regierungen reagieren nur auf ihre Geldbeutel. und wenn die von den fleissigen Lobbyisten der Atomkonzerne ihre schmalen Geldbeutel gefüllt bekommen, ist natürlich die Neigung relativ gering, auf diese zusätzliche Alimentation zu verzichten. Man möchte schließlich als Politiker artgerecht leben und spart darum lieber an der Unterstützung Bedürftiger, die sich in der sozialen Hängematte breit machen um die dekadent-spätrömische Lebensart zu kultivieren! Die japanische Regierung hat jedenfalls schon angekündigt, die Atomreaktoren nach der Revision wieder hochfahren zu wollen. Völlig unbeeindruckt davon, dass ein Teil der Bevölkerung in Tokio das Herunterfahren der Atommeiler mit Freudenfeiern begeht!

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Wächst uns die Asse über den Kopf?

Nun haben sie es endlich geschafft, die Damen und Herren von der Atomlobby. Die Bundesregierung hat sich nun als gütiger und vor allem großzügiger Gönner geoutet und dem Steuerzahler mit der der Übernahme der Asse in die Obhut des Bundes auch gleich die horrenden Kosten der Sanierung und Schließung 2020 aufgebürdet (Das schreibt die netzeitung am 31.1.2009 unter „Bund übernimmt Schließungskosten – Atom“Sauhaufen“ Asse bleibt bis 2020 offen“! Na also, es läuft doch alles wieder so, wie man es gewohnt ist hierzulande!

Also bei mir kömmet da richtig Freude auf, wenn ich so sehe, wie sich die Regierung – me nothing you nothing – von der Atomindustrie über den Tisch ziehen lässt und dann noch damit hausieren geht, als handele es sich um einen gigantischen Erfolg im Namen des Umweltschutzes! Von Verursacherprinzip keine Spur mehr – die Atomindustrie steckt Milliardengewinne ein, preist sich selbst als Retter des Klimas und einer sauberen Umwelt und läßt den Staat und die Bürger für die Entsorgung ihrer hochgiftigen Hinterlassenschaften sorgen und zahlen!

Bin ich, sind die paar Atomkraftgegener die sich gegen den Wahnsinn aktiv engagieren eigentlich wirklich die einzigen, die das sehen? Lügen sich die restlichen Menschen in unserem Land, einschließlich der Regierung und Teilen der Opposition wirklich vor lauter Dummheit (oder ist es Verzweiflung?) selber in die eigene Tasche, um sich nicht der Realität stellen zu müssen?

Wie kann man ernsthaft glauben, man könnte ein sicheres Verfahren für die Entsorgung des hochradioaktiven Restmülls aus den Atommeilern finden, indem man ihn irgendwo in der Erde verbuddelt- sicher für die nächsten zehntausenden von Jahren? Genau das hat man behauptet, als die Asse für den Atommüll geöffnet wurde, obwohl schon damals die behauptete Sicherheit der Anlage nicht wissenschaftlich zu belegen war! Heute steht man vor den Trümmern des Salzstockes und ist froh, wenn er in den nächsten 6 Jahren noch nicht in sich zusammen fällt, damit man ihn wenigsten halbwegs regulär schließen kann und nicht fluchtartig verlassen muss! Kann es sein, dass unter solchen Umständen der Dreck da drinne – es handelt sich sicherlich zu 90% um Müll aus Atomkraftwerken, für dessen sichere Entsorgung  eigentlich die Atomindustrie zahlen und haften müsste – über einen jahrzehntausende dauernden Abklingprozeß „sicher“ ist? Sind unsere Nachkommen vor dieser Scheiße und der Verantwortungslosigkeit der Atomindustrie und der deutschen Regierung sicher? Wenn ja, für wie lange?

Mit der Änderung der Zuständigkeiten („Bundestag schafft Voraussetzung für Asse-Stilllegung“ auf tagesschau.de am 31.1.2009) ändern sich – flugs – die Verantwortlichkeiten und diejenigen, die man zur Kasse bitten wird, aber keineswegs die Gefahr die von dieser Art der „Endlagerung“ ausgeht. Wenn irgendwann in den nächsten 10 oder 20 Jahren die Radioaktivität durch Wassereinbruch in die verseuchten Stollen in die Umwelt gelangt, dann sperren wir vermutlich einfach ein paar hundert oder tausend Quadratkilometer unserer Heimat ab und ziehen einfach um – Deutschland ist ja so schön groß?

Oder vielleicht sollten wir der Radioaktivität sagen, dass sie in der Asse II sicher eingeschlossen und endgelagert ist und sich gefälligst an die Spielregeln zu halten hat!

CSU fordert Verlängerung der Reaktorlaufzeiten!

Während in Frankreich ein atomarer Zwischenfall den andern ablöst – bei einer Havarie in einer Fabrik für Kernbrennstäbe im südfranzösischen Romans-sur-Isère wurden 800 Gramm Uran freigesetzt – versucht sich die CSU vor den Landtagswahlen in Bayern bei der Atomindustrie beliebt zu machen, indem sie sich für eine Verlängerung der Restlaufzeiten alter Atomreaktoren stark macht! Selbstverständlich haben die letzten Atomunfälle in Frankreich, wie üblich, keinerlei Gefahr für die Bevölkerung verursacht und in Deutschland könnte so etwas ja überhaupt nicht passieren, denn die Atomkraft ist sicher! Verzeiht mir bitte meinen sarkastischen Unterton, aber bei so viel politischer Dummheit und vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Energiekonzernen und ihren Geldmaschinen (auch Atommeiler genannt!), kann ich einfach nicht anders!

Sicher, sicherer, Atomkraftwerk, heisst die Steigerung nach Meinung der deutschen Politiker und deshalb ist ja auch die Liste der Havarien in deutschen Atomanlagen so lang wie meine Einkaufsliste am Ende eines jeden Monats, nämlich etwa eineinhalb Meter!
Neben der CSU, der vor den Landtagswahlen in ihrem schwarzen Reich bereits der Arsch mit Grundeis geht, tutet die Union in das selbe Horn und bereitet sich darauf vor, die Bundesrepublik mit „Öko“-Atomenergie für die nächsten zwanzig oder gar dreissig Jahre zu beglücken. Das Rezept dafür lautet:

  1. Mache zuerst richtig Panik in der Bevölkerung, damit du sie ordentlich weich kochst („Die Energieversorgung für die Zukunft ist nicht gesichert, die Preise schiessen in ungeahnte Höhen, der Klimawandel muss gestoppt werden!)
  2. Ignoriere gekonnt die Sorgen in der Bevölkerung was die Sicherheit der Atomanlagen angeht, indem du die eingetretenden Atomunfälle entweder verschweigst, ignorierst oder – wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt – herunterspielst und kleinredest (eine Gefahr für die Bevölkerung besteht selbstverständlich nie und zu keiner Zeit!)
  3. Rede nicht über den „unumkehrbaren“ und „unwiderruflichen“ Atomausstieg, sondern versuche die Bevölkerung mit volksverdummenden Äusserungen und Kommentaren und dem Geld der Energiekonzerne so zu verunsichern und zu verblöden, dass sie nach der nächsten Bundestagswahl den Ausstieg aus dem Ausstieg schweigend hinnehmen, weil sie denken, die Politik wisse schon was sie tue…

..das weiss sie aber keineswegs! Jedenfalls nicht, wenn sie der Atomkraft das Wort redet.
Sie bedient sich nur eines bewährten und probaten Mittels, um demokratische Entscheidungen, die nicht das gewünschte Ergebnis erbringen dadurch zu korrigieren, dass man so lange darüber diskutiert und abstimmen lässt, bis das gewünschte Resultat eintritt! Steter Tropfen höhlt den Stein so zu sagen!
Also unternehmt etwas dagegen. Erhebt Eure Stimme gegen den atomaren Wahnsinn und sagt hinterher nicht, Ihr hättet von nichts gewusst, wenn eines unserer sicheren Atomkraftwerke nach dem Muster von Tschernobyl durchgeht und radioaktiver Fallout unser Land verseucht und die Menschen ins Verderben reisst!
Hier noch ein Link für alle, die glauben, Atommüll könne auf Dauer sicher „endgelagert“werden. Unter der Überschrift „Bundesweite Demonstration gegen Gorleben; Atomdeponien saufen ab“, berichtet die Internetzeitung NGO-Online über die Zustände in den beiden „Endlagern“ Asse II und Morsleben und die sind verheerend schlecht!