Die Profiteure!

Ach es ist zum Heulen. Politik und Wirtschaft sind durch Drehtüren miteinander verbunden, dass man sich nicht wundern braucht, warum die EU (und alle übrigen Regierungen ebenfalls) allem Anschein nach nur das tun, was der Wirtschaft nutzt und frommt! Klagt die Wirtschaft, handelt die EU. Jammert die Versicherungsbranche, entsteht plötzlich die Rentenlücke und die Regierung in Deutschland unterstützt die „private Altersvorsorge“ (auf eigenes Risiko versteht sich). Klagt die Autoindustrie, holt die Regierung in Deutschland die Kaufprämie für Elektroautos aus dem Hut. Heulen die Energiekonzerne, dreht die Bundesregierung den regenerativen Energien den Hahn ab, weil man nicht weiss, wie der Netzausbau zu stemmen, zu finanzieren, oder was auch immer sei. Das Personal wechselt zwischen Politik und Wirtschaft so beliebig und vor allem schnell hin und her, dass man beim zur-Kenntnis-nehmen einfach nur noch abkotzen möchte. Barroso wandert zu Goldman Sex. Mario Draghi, Chef der EZB kam von denen und hat nun seine Pfoten auf dem Geld der EU-Bürger, willens es nicht nur mit vollen Händen, sondern mit der Schaufel aus den Fenstern seines Palastes zu schmeissen, egal wieviel und egal ob notwendig oder gar nützlich oder nicht. Und da gibt es doch tatsächlich Leute, die die Meinung vertreten, das eigentliche Problem sei die zwar verfassungsrechtlich fest geschriebene, aber nie praktizierte, Trennung von Kirche und Staat! Was wirklich fehlt ist die Trennung von Politik und Wirtschaft, nicht mehr und nicht weniger!

Diese Typen, die aus der Wirtschaft in die Politik und aus der Politik in die Wirtschaft wechseln, wollen und können nicht das tun, für was sie in ihre Ämter gehievt wurden. Oder vielleicht doch? Sie haben ausschließlich die Interessen der Wirtschaft im Blick. Alles andere ist von untergeordneter Bedeutung und nur dann von Belang, wenn es sich zufälligerweise einmal mit Wirtschaftsinteressen deckt. Was selten genug der Fall ist. Um nicht zu sagen garnicht! -.-

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Wer gut schmiert, der gut fährt?

Wer bislang noch keine Zweifel hatte, um was für eine Art „Verein“ es sich beim ADAC handelt, der kann sich nun sicher sein – es ist der wohl größte und einflussreichste Lobbyverband der Autoindustrie, und zwar der deutschen Autoindustrie. Und nun wird auch ganz klar, welche Interessen hier vertreten werden, obwohl die „armen“ deutschen Autofahrer für diesen Lobbyverband auch noch Mitgliedsbeiträge in nicht unerheblicher Höhe bezahlen müssen! Ein ziemlich kleveres Geschäftsmodell, zugegeben, aber genauso betrügerisch wie die Behauptung, die Regierung wolle die Energiewende um das Klima zu schützen!

Für gewöhnlich geht man, nicht ganz unbegründet, davon aus, dass die Industrie sich ihre Lobbyverbände eine ganze Stange Geld kosten lässt, um durch andauernd nerviges Anklopfen an den Türen der zuständigen Politiker und dem Verteilen von Geld und guten Gaben eine Politik im Sinne der deutschen Autoindustrie zu erreichen!

Wer mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil Club (kurz ADAC genannt) zusammen unter einer Decke steckt, der kann sich größere Geldausgaben nach dem Gießkannenprinzip jedoch ersparen. Der einfache Feld-, Wald- und Wiesenautofahrer auf Deutschlands Straßen, der meint, mit der Überweisung seines jährlichen Mitgliedsbeitrages an den ADAC wäre sein sauer verdientes Geld gut angelegt und seine Interessen allüberall angemessen vertreten, der sieht sich eines Besseren belehrt.

Wer als Autofahrer sein Geld dem ADAC gibt, der unterstützt damit die notleidende deutsche Automobilindustrie und die lacht sich vermutlich schief über die Dummheit und Naivität der Mitglieder, die tatsächlich davon ausgehen, der „Verein“ würde sich um sie kümmern.

Das muss man der Indutsrie erst mal nachmachen. Kein Geld in die teure und manchmal ineffiziente Lobbyarbeit stecken, sondern die dafür zahlen lassen, die sich eigentlich nur gut und (ver)sicher(t) aufgehoben fühlen wollen, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind!

Endlich mal wieder ein beispielshaftes Stück aus dem bayrischen Tollhaus. Der Filz ist schon bis in die letzten Winkel der Gesellschaft gekrochen. Wundert uns das? Nein, sicher nicht. Schließlich kennen wir ja bereits die bayrischen Gepflogenheiten in der Kommunal- und Landespolitik, zumindest da, wo sie von der alleinseligmachenden CSU beherrscht wird…

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Staubsauger sind Stromfresser – Autos verdienen den Umweltengel? Muddi als SchutzpatronIn der Autobauer!

Natürlich hat die Autoindustrie und ihre Lobby eine ungeheure Macht und nein, es ist selbstverständlich nicht so, dass irgendwelche gigantischen Spenden von Großaktionären auch nur den geringsten Einfluss auf die Entscheidungen der Regierung haben könnten! das glaube ich auch sofort, weil ich ziehe Hosen und Socken jeden Morgen mit einer Kneifzange an! Nur den Schlips kann ich so noch nicht binden…

Es ist beeindruckend, wie reibungslos die Lobbyindustrie funktioniert, wie geschmeidig die Gelder hin und die ausrangierten Politiker her fliessen. Drehtürensystem nennt man das! Manager aus den Unternehmen infiltireren die Ministerien, hinterlassen Geld und gute Worte (jedenfalls gut für die Industrie) und verschwinden dann wieder zu ihren Auftraggebern, den ein oder anderen zwar abgehalfterten, aber deshalb nicht minder einflussreichen Politiker im Schlepptau, der dann als Aufsichtsratsvorsitzender, oder Mitglied des Vorstands seine Netzwerke, die er während seiner aktiven Zeit als (für die Interessen des deutschen Volkes) völlig nutzloser Mandatsträger knüpfte, während ihn das deutsche Volk dafür bezahlte (bezahlen musste!), seine Kontakte zu Nutz und Frommen seines neuen Arbeitgebers einsetzt.

Der üblen Beispiele gibt es gar viele!

  1. Gerhard Schröder sei hier zu nennen, der sich schon immer gern als Genosse der Bosse sah, weniger als der Kanzler aller Deutschen. ihn zog es in den Dienst der russischen Erdgasmafia von Gazprom!
  2. Joschka Fischer, einstens Außenminister, unter dem die deutschen Botschaften in der Ukraine und wo auch immer, Einreisevisa meistbietend an Nutten und Zuhälter verscherbelten. Der einst als grüner Turnschuhminister für die Umwelt und gegen Polizeistaat demonstrierte und Steine für die Demokratie warf. Er vergass und verriet (oder besser verkaufte) alle seine Ideale und wurde u. a. zum Automobillobbyisten!
  3. Eckart Peter Hans von Klaeden, von Muddi zum Staatsminister im KanzlerInnenamt ernannt und in dieser Position so überflüssig wie dem Papst seine Eier, wechselt ohne mit der Wimper zu zucken in das Außenministerium des Daimler-Benz Konzerns!
  4. Kurt Beck, ehemals Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, zog nach dem Rücktritt von seinem Amt als Berater des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim das große Los!

Diese Liste könnte beliebig fortgesetzt werden.Was dabei auffällt ist, dass das Ausmaß des Lobbyismus und seines Einflusses auf die Politik und die Regierungen einen solchen Umfang erreicht haben, dass man davon ausgehen kann, dass im Bundestag kein einziges Gesetz verabschiedet wird, dass nicht nur von den Lobbyverbänden geschrieben, sondern auch noch gleich abgesegnet wurde, ja, dass Gesetze, bevor sie überhaupt diskutiert werden können, erst der Industrie, die davon betroffen sein könnte, zur Genehmigung vorgelegt wurde!

Ich glaube wir machen uns keine wirklichen Vorstellungen davon, was in diesem Lande hinter den Kulissen läuft. Und es ist uns überhaupt nicht klar, wieviel Geld verschoben wird, um Gesetze so hin zu bekommen, wie man sie von Seiten der Industrie gern hätte. Nicht umsonst sind die Budgets der einzelnen Lobbyvertreter so üppig bestückt. Dieses Geld ist meist ziemlich gut angelegt! Und selbst Partei“spenden“ von Unternehmen und Großaktionären, erfüllen immer ihren Zweck, obwohl die Politik geflissentlich das Gegenteil behauptet. Und das Schöne daran ist die Steuergesetzgebung darum herum! Wer spendet kann die Knete auch noch von seiner Steuerlast abziehen und so quasi den Steuerzahler für seine Lobbyvertreter und Einflussnahme bezahlen lassen! Ist das nicht wunderbar?

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eBikes, Elektromotorräder und Elektroautos

Nachdem ich eine Weile durch das www gesegelt bin und dies und das gesucht und dabei etwas anderes gefunden habe, möchte ich Euch ein paar Links vorstellen, die mir ins Auge gestochen sind. Da ich ja selbst und immer noch ein überzeugte Fan und Befürworter der Elektromobilität bin, sogar nachdem ich nun selbst mit einem eher mittelmäßigen Elektroauto (Renault Z.E.) von Dienst wegen gequält und gepeinigt werde, suche ich nach elektrisch betriebenen Teilen, die etwas mehr Zukunft versprechen, als einfach nur ein umgebautes Großserienauto, dem man einen lumpigen Bleiakku verpasst hat!

Eigentlich, und das seh wohl nicht nur ich so, müssen elektrisch betriebene Fahrzeuge nach völlig anderen Prinzipien entwickelt und konstruiert werden, als konventionell mit einer Verbrennungsmaschine angetriebene Fahrzeuge. Dabei spielt das Gewicht, sowohl des Fahrzeugs, als auch des Akkusatzes eine tragende Rolle. Bedauerlicherweise zeichnen sich Akkus dadurch aus, dass sie entweder enorm teuer, mit schlechter Speicherkapazität ausgestattet, oder ungeheuer schwer sind! Die Effizienz des Antriebs ist schon relativ gut und besitzt einen Wirkungsgrad, von dem der Konstrukteur eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor nur träumen kann. 

Aber an der transportablen Speichertechnik für den Strom sieht man deutlich, dass der Elektromobilität knapp 100 Jahre Entwicklungszeit fehlen, eine Zeit, in der sämtliche ingenieurtechnischen Fähigkeiten sich darauf konzentrierten, Verbrennungsmotoren immer effizienter, leichter, sparsamer und stärker zu machen und seit etwa 20 Jahren auch noch immer abgasärmer.

Um die CO2-Effizienz eines Elektromotors braucht man sich nur insofern Gedanken machen, als die Herstellung in Kraftwerken umweltfreundlich zu erfolgen hat. In großtechnischem Massstab ist das ohne weiteres praktikabel, geht aber zu Lasten der Energiekonzerne und das wollen die natürlich nicht.

Genauso wenig sind die  Hersteller von Automobilen bereit, großzügig in die Entwicklung effizienter Speichermedien zu investieren, damit die Elektromobilität endlich den Schub bekommt, den die Umwelt so sehr braucht. Aber nach bewehrtem Muster erwarten die Autokonzerne auch in diesem Fall jede Menge staatlicher Entwicklungsgelder für die Grundlagenforschung und die Abfederung oder Vermeidung unternehmerischer Risiken, ist aber nicht bereit, die anschließend zu erwartenden Gewinne mit der Gesellschaft zu teilen, sondern möchte sie ausschließlich ihren Shareholdern zugänglich machen…

Aber es geht auch anders. In kleinerem Massstab, ohne Großserienproduktion, einfach nur mit viel Enthusiasmus. Und es entstehen wunderbare fahrbare Untersätze mit Charakter, innovativem oder Retro-Design und viel Freude am Fahren. Hoffen wir inständig, dass es sich irgendwann in der Großserie niederschlagen wird und die Menschen auch weiterhin individuell mobil sein können…

 

Herstellerlinks

 

GRACE (Michael Hecken baut nahe Berlin tolle eBikes aus hochwertigen Komponenten und je nach Modell schon ab 2.999,- €).

eROCKIT (Stefan Gulas fertigt das absolute Höllengerät für die Straße, das mit atemberaubenden 12 PS und Geschwindigkeiten bis zu 81 km/h das eBike auf eine neue Stufe hebt! Allerdings auch den Preis. Mit deutlich mehr als 12.000,- € ist das eROCKIT wahrlich kein Schnäppchen, das man sich mal eben so leistet. Aber allein das Design erhebt einen weit über das Rentner-Pedelec-Image hinaus! Natürlich darf das eROCKIT keine Fahrradwege benutzen, sondern ausschließlich die Straße, denn es ist als Leichtkraftrad zugelassen und erfordert einen Motorradführerschein).

PG Bikes (abartig schöne eBikes mit Charakter und einem dementsprechenden Preis – das ist sehr schade! Aber es gibt auch echte Customfahrräder)

3Elements (baut das eBike eSpire, ein nicht ganz billiges, aber gut durchgestyltes Elektrobike)

Zero Motocycles (Unternehmen aus Santa Cruz in Kalifornien/USA, das Elektromotorräder herstellt und auch in Europa vertreibt. Die Modelle reichen vom Sportbike bis zur Motocross-Maschine, die Preise bewegen sich zwischen 9.495,- € für die Zero MX Electric Motorcycle Motocross-Maschine, bis 13.995,- € für die Zero DS Dual Sport – und das sind nur die Grundpreise, versteht sich. Aber wer schön sein will, und elektrisch und umweltfreundlich, der muss wohl einfach leiden…)

Brammo (Hersteller von elektrischen Motorrädern aus Oregon/USA mit Vertriebspartnern in Europa und Deutschland. Preise gibt es auf Anfrage, offenbar redet man nich so gern darüber? Naja, die Elektroteile sehen jedenfalls sehr gut aus)

Segway (eine besondere Gattung elektrischer Fahrzeuge stellt der Segway dar, ein Gerät, bei dem man aufrecht steht, während man fährt und mit dem Körper lenkt, indem man das Gewicht verlagert. Die Reichweite ist sehr begrenzt, so dass man die Segways am Besten in der Stadt, oder in städtischer Umgebung einsetzen sollte. Bei einem Preis von deutlich mehr als 7.500,- € können einem allerdings die Sinne schwinden, wenn man die Größe dieses Geräts und seine Reichweite bedenkt. Für eine umweltfreundliche Massenmobilisierung von Stadtbewohnern ist der Segway damit allerdings untauglich…)

Tesla Motors (der, in meinen Augen, ultimative Elektrofahrzeughersteller. Tesla Roadster, Tesla X und Tesla S – so geht Elektromobilität, man muss sie sich nur leisten können).

Renault Z.E. (der französische Automobilhersteller hat ein paar elektrishe Eisen im Feuer, z. B. Den Kangoo Z.E., den Fluence Z.E., den ZOE und, besonders schnuggelisch, der Twizzy, von dem man nicht so recht weiss, für was er gut sein könnte. Ist er ein Motorrad mit vier Rädern? Eine rasende Einkaufstasche ohne Kofferraum? Was auch immer, er sieht aus, als mache er viel Spass).

Elmoto (Elektrokleinkraftrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zum Preis von 3.699,- € in der EnBW-Edition. Ob das jetzt besonders günstig ist, kann ich Euch nicht sagen, da mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, aber ich halte es für fragwürdig genug für einen Energiekonzern Werbung zu fahren, der sein Geld u. a. mit dem Betreiben von Atommeilern verdient!)

KTM (Freeride E, ein echtes Offroad-Motorrad mit Elektroantrieb)

Brutus Electric Motorcycle (Die Brutus 2.0 ist mal ein echtes Motorrad, für echte Biker, davon kriegt man Haare auf der Brust und dieses verdammt geile Drücken im Gesicht – brutales Design! Wäre was für mich. Die Reichweite soll irgendwo bei 60 km liegen, die Endgeschwindigkeit so um die 160 km/h. Ist also wohl eher etwas für Naschkatzen, die sich den Mund wässrig machen wollen und dann, wenn´s so richtig Spaß zu machen beginnt, ist der Akku leer! Scheiße!)

Zümaround (Hybrid Kick Scooter, oder wie man bei uns sagen würde ein Tretroller für Erwachsene, den man auch mit elektrischer Unterstützung haben kann…allerdings derzeit nur in den Staaten zu haben)

Urban Arrow (holländisches Unternehmen, dass Cargobikes baut, die man individuell nach seinen Wünschen und Bedürfnissen konfigurieren kann. Elektrische Unterstützung macht das Radeln mit Lasten etwas weniger anstrengend und dürfte dafür sorgen, dass man die Fitness mit Spass verbinden kann)

Marrs Electric Cycle Co. (als ich zum ersten Mal ein Bild dieses geilen Monsters sah, war ich regelrecht sprachlos – und das passiert mir nicht sehr oft! Exquisites, puristisches Design, Retro at its best und die Preise beginnen bei „moderaten“ 7.500,- $. Diese Teile sind einfach schön. Ob sie auch praktisch sind, kann sich jeder selber überlegen, aber für die Fahrt von zu Hause ins Büro irgendwo in der Stadt, sollte es allemal reichen. Vorausgesetzt, man hat einen gut gesicherten Platz, damit man am Abend auch wieder nach Hause tuckern kann. Mit aufgeladenem Akku und diesem fetten Bike! Natürlich kommt es aus Southern California/USA)

Juicer emotorbikes (noch ein wunderschönes handgefertigtes eBike aus den Staaten, dessen Retro-Design sich an den Anfängen des Motorradbaus orientiert und seinen elektrischen Antrieb in der markanten V-Form eines Harley-Davidson-Triebwerkes stolz zur Schau trägt!

Der Fortschritt ist eine Schnecke…

…und sie fährt elektrisch! Niemand, wirklich niemand kann von mir behaupten, ich würde rundweg die E-Mobilität ablehnen. Im Gegenteil ich bin ein absoluter Fan elektrischer Fahrzeuge jeder nur denkbaren Spielart, weil ich an diese Art der individuellen Mobilität in der Zukunft glaube. Nicht in der Art glaube, wie man in der Kirche glaubt, eher deshalb, weil ich überzeugt davon bin, dass dies die vernünftigste aller denkbaren Lösungen ist.

So war ich hocherfreut (das Wort „extatisch“ möchte ich in diesem Zusammenhang aber lieber doch nicht verwenden), als mein Chef mir im Sommer ketzten Jahres eröffnete, dass die nächsten Dienstfahrzeuge elektrische sein würden. Null CO2-Ausstoss! Reichweite „bis zu“ 140 km pro Ladung! Sogar mit Klimaanlage! Und von Renault – ein Kangoo nämlich!

Naja, man kann Renault-Fan sein, muss man aber nicht. Ich hab früher ma den ein oder anderen Renault Kangoo gefahren, mal mit Benzin-, aber auch mit Dieselmotor und ich war immer relativ zufrieden gewesen. In Meiner Jugend war ich eine zeitlang stolzer Besitzer eines Renault R4 gewesen, mit einem Stoffdach, dass einem im Sommer großzügig Sonnenschein im Wagen bot und bei Regen und im Winter jede Mange Wasser und/oder Eis. Aber er fuhr und fuhr und fuhr, fast so wie ein VW Käfer, nur nicht so zuverlässig. Die Urlaube, die ich mit diesem Fahrzeug in der Ardêche verbrachte oder am Mittelmeer, waren legendär und bis heute denke ich mit großer Freude daran zurück.

Aber mit der Zeit steigen die Ansprüche an Komfort und Zuverlässigkeit, was will man machen. Schließlich werden wir alle nicht jünger und bei der komplizierten Automobiltechnik der heutigen Zeit ist es fast aussichtslos, mit einem 25-teiligen Ratschenkasten und ein paar Gabelschlüsseln sämtliche möglicherweise anfallenden Reparaturen auf dem Standstreifen der Autobahn selber durchzuführen.

Kurz nach der fröhlichen Verkündigung, dass unser Betrieb zum Vorreiter der Elektromobilität in Deutschland werden sollte, keimte in mir die Frage auf, wo und wie man denn die Batterien des elektrischen „Renners“ aufladen sollte? Also frug ich meinen Herrn und Meister und erntete einige verwunderte Blicke. Weder am Standort, noch unterwegs (ich befahre regelmäßig ein bestimmtes Gebiet) waren Ladestationen geplant oder vorgesehen und, das erfuhr ich bei dieser Gelegenheit auch gleich, aus Kostengründen war das beantragte Navi, mit dem man eventuell (wenn man die entsprechende Software besorgte) öffentlich verfügbare Ladestationen hätte finden und anlaufen können, wenn der Saft zur Neige ginge, aus Kostengründen gestrichen worden!

Soweit so nicht gut! Nachdem ich diesen ersten herben Dämpfer gerade verdaut hatte, kamen mit nur 4 Monaten Verspätung die ersehnten elektrischen Kangoos endlich an. Ein Autotransporter stellte sie vor der Firma ab und voller freudiger Erregung fuhren wir die Wagen an die vorgesehenen Stellplätze, verlegten Verlängerungskabel und begannen die Batterien zu laden.

 

Renault Kangoo ZE sieht ziemlich schick aus, wie er da so steht…

Die Tatsache, dass die Ladedauer bei Anschluss des Wagens an eine Haushaltssteckdose ca. 12 Stunden betragen sollte, konnte unseren Enthusiasmus nur bedingt dämpfen. Wir, mein Kollege und ich, brannten auf die erste Probefahrt, umweltfreundlich, nachhaltig und elektrisch.

 

…hier wird er „betankt“ per Ladekabel und Steckdose

Der nächste Tag war ein kalter Wintertag. Das Thermometer zeigte satte 0 °C und die digitale Reichweitenanzeige des Tachos, zu unserem großen Erstaunen, trotz einer langen Nacht am Ladekabel und voll aufgeladenem Akku, eine Reichweite von knapp 80 km an! Egal, wer wird denn schon so kleinlich sein, dachte ich bei mir, sprang in den Wagen und surrte davon…

 

Sieht eigentlich ganz normal aus, das Armaturenbrett nebst Lenkrad!

Ich hatte gerade den Parkplatz verlassen und dabei eine Strecke von vielleicht 150 m zurück gelegt, da hatte sich die Reichweite bereits um 4 km verringert. Kurzes Grübeln ließ mich zu dem Schluss kommen, dass das Fahren mit einem Elektrofahrzeug womöglich einen anderen Fahrstil erforderte, als den gewohnten. Etwas mehr Ökonomie konnte sicher nicht schaden, ebenso wenig etwas mehr vorausschauendes Fahren. Aber die rasante Abnahme der Reichweitenanzeige lies sich nicht spürbar verlangsamen und so begann ich leise Zweifel daran zu hegen, ob der Einsatz von Elektrofahrzeugen mit Bleiakkus wirklich eine so gute, nachhaltige Idee war, wie die Hersteller dieser Fahrzeuge es so vollmundig zu behaupten pflegen.

 

Das Lade- und ein Verlängerungskabel sollte man immer dabei haben

Die Möglichkeit elektrische Energie zu speichern, hält sich bis heute in engen Grenzen, wenn man ein elektrisches Fahrzeug in einem halbwegs akzeptablen Preisrahmen halten (und es auch verkaufen) will. Und dabei ist so ein Satz lumpiger Bleiakkus schon recht teuer, wenn man ihn ersetzen muss. Geschätzte 8.000,- bis 10.000,- € muss man dafür hinblättern, oder man least die Batterien für teures Geld gleich mit dem Fahrzeug zusammen. Lithium-Ionen-Akkus, die ein richtig gutes Ladepotenzial aufweisen, sind fast unbezahlbar. Nicht umsonst bewegt sich der Kaufpreis für einen Tesla, der meinen bescheidenen Ansprüchen gerecht werden könnte, in einem Bereich, der weit jenseits der 100.000,- €-Grenze liegt. Aber so viel bin ich meinem Chef (aus nahe liegenden Gründen) nicht wert!

Was nützt als das Gezerfe? Nichts! Genau und deswegen „rauschte“ ich also los, um meiner Arbeit nachzugehen und stellte ziemlich verblüfft nach etwa 10 km fest, dass im Display des Tachos plötzlich die Warnung auftauchte „Bremssystem defekt“ und eine leuchtend rote Anzeige, die mich im Befehlston aufforderte, sofort einen STOP einzulegen! Wer bin ich, dass ich Befehle missachten würde, zumal wenn die eigene Sicherheit davon abhängt und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer? Ich fuhr rechts ran, schaltete den Wagen aus, zog den Zündschlüssel und beschloss, den Wagen von außen zu betrachten, in der Hoffnung auf eine göttliche Eingebung, die aber leider ausblieb. Vermutlich rächt sich nun dass ich schon vor mehr als 20 Jahren aus der Kirche auchgetreten bin.

 

Macht schon was her – das war´s aber auch schon!

Ein besorgter Anruf in der Werkstatt meines Vertrauens brachte die bahnbrechende Erkenntnis, dass die Bremse wieder funktionieren sollte/könnte, wenn man nach einer Wartezeit von ein paar Minuten den Wagen wieder starten würde. Also stezte ich mich wieder hinein, drehte den Zündschlüssel und siehe da, die Anzeige verschwand, das Fahrzeug setze sich problemlos in Bewegung und liess sich sogar bremsen – bis nach drei weiteren Kilometern erneut die Anzeig davor warnte weiter zu fahren. Diesmal war ich bedeutend zorniger, als ich in der Werkstatt anrief und nachdem ich von einer netten Telefonstimme weiblichen Geschlechts zuerst getröste, dann beruhigt und anschließend gebeten wurde die Werkstatt anzufahren (aber nur, wenn das nicht zuviel verlangt wäre…).

Man empfing mich freundlich aber ratlos. Der Mann, der sich mit den Elektrofahrzeugen auskenne sei leider gerade nicht da. Er müsse seinen restlichen Urlaub abbauen, hiess es, aber man könne versuchen, mit dem Computer die Fehlermeldungen auszulesen, dann wäre das Problem wahrscheinlich „erstmal“ behoben. War es auch! Da mein Bedarf an Warnleuchten und nervösen Displays mittlerweile gedeckt war, fuhr ich in den Betrieb, stellte das Fahrzeug ab, hängte es an das Ladekabel (denn mittlerweile war nach nur 30 gefahrenen Kilometern – in Worten „dreißig“!) und fuhr mit meinem guten alten Diesel-Caddy davon!

Heute ist Montag! Wie alle Montage ist es ein beschissener Tag. Ich hatte über das Wochenende beschlossen, es noch einmal neu mit meinem Elektro-Kangoo zu versuchen. Wir hatten vielleicht einfach nur einen schlechten Start erwischt. Also vergeben und vergessen, Ladekabel gezogen, zusammen gerollt und in den (zugegebenermassen) sehr großzügigen Kofferraum geschmissen, Zündschlüssel rein, rumgedreht und losgezerrt, begleitet von einem leisen summenden Geräusch.

Angesichts der nicht vorhandenen Fahrgeräusche frage ich mich schon, wie Fußgänger reagieren, wenn sie das ziemlich große und recht schnelle Fahrzeug nicht hören, aber plötzlich vor neben oder hinter sich gewahr werden. Aber ich kann mich nicht um alles kümmern. Soll ich vielleicht bei Wind und Wetter mit offenem Fenster herum fahren und mit dem Mund laute brummende Geräusche machen, damit man mich hört, so wie wir Kinder es in unserer Jugend mit den Matchboxautos gemacht haben?

A Propos offenes Fenster. Wer sich mit dem Gedanken trägt, im Winter in einem Elektrofahrzeug die Heizung einzuschalten, kann mit großer Freude zur Kenntnis nehmen, dass sich sein Aktionsradius, abhängig von seinem Wärmebedürfnis, noch einmal um etwa die H#lfte verringert. Dasselbe gilt umgekehrt im Sommer für den Einsatz der Klimaanlage. Also verzichtet man genervt auf beides und dreht das Radio leise, um den Akku nicht durch lautes Musik hören über Gebühr zu beanspruchen und lässt sich so fast bis zu den Ursprüngen des Autofahrens in den 50er und 60er Jahren zurück führen. Diese Erfahrung hat – angesichts der heutigen theoretischen technischen Möglichkeiten – schon etwas brachiales, minimalistisches…

Kaum erwähnenswert ist wohl, dass mich nach etwa 7,5 km die grausame Realität in Gestalt der Warnung vor einem defekten Bremssystem im Display einholte. Ich fuhr den Wagen in die Werkstatt, wo man mir eröffnete, dass der Mann, der sich mit den Elektroautos auskennt, zwar nicht mehr im Urlaub ist, nun aber für eine ganze Woche auf einem Seminar zum Thema „Fehlerbehebung am Elektrofahrzeug“ gereist sei. Hoffentlich nicht mit einem Elektroauto von renault, denn sonst kommt er dort sicher nicht an, zumindest in diesem Jahr…

Pack die Sonne in den Tank…

…und hör endlich auf über die hohen Spritpreise zu jammern. Es gibt Alternativen, nur wollen sie weder die Automobilindustrie (wegen der ach so hohen Forschungskosten und Investitionen), noch die Energiekonzerne auf den Markt bringen und fördern (denn nur mit knappen Ressourcen kann man beständig und wunderbar die Preise nach oben schrauben, denn keiner kann nachprüfen, ob der Preisanstieg wirklich – und in dieser Höhe – gerechtfertigt ist).
Wir alle kennen das Spiel. Vor den Osterferien, vor den Sommerferien, ebenso wie vor jedem hohen katholischen oder sonst einem Feiertag, steigen die Spritpreise, genauso wie das Wasser in den Augen der Autofahrer. Und was tun die Autofahrer? Lassen sie ihre Karren stehen? Gehn sie ma ein Stück zu Fuß? Nicht die Spur! Man heult wie ein Hund, dem man auf den Schwanz getreten ist und zahlt JEDEN Preis, den die Tanke verlangt. Und in den Vorstandsetagen der Energiekonzerne sitzen feixend die Manager und lachen sich schlapp über diese ewig nöhlenden Idioten, die trotzdem nicht auf ihr liebstes und für die meisten Fahrten überflüssiges Spielzeug verzichten möchten (oder können, denn es ist ja auch eine Art Abhängigkeit, die Sucht nach dem Auto und das vermeintliche Grundrecht auf unbegrenzte individuelle Mobilität!
Wem fallen denn auf Anhieb ein paar Alternativen zum Benzin verbrennen ein? Kaum jemandem. Mal abgesehen vom Diesel verbrennen. Aber der Unterschied ist nur marginal! Es brennt und es stinkt, egal ob mit Katalysator oder ohne, ob mit Feinstaubfilter – vom Staat subventioniert – oder ohne, Hauptsache Gas geben…
Schaut doch einmal, was die Studenten vom SolarCar Project der Uni Bochum hier auf die Beine gestell haben. heute.de Computer berichtet am 9.4.2012 in dem Artikel Im Sonnenwagen um die Welt – Bochumer Studenten mit Soarauto auf Rekordfahrt, wie eine Gruppe junger innovativer Menschen daran geht, zu beweisen, dass man auch ohne einen Tropfen Benzin oder Diesel um die Erde fahren kann.

SolarWorld GT der Uni Bochum

Man muss eben einfach nur mal den Arsch hoch kriegen und sich was einfallen lassen! wem der bau eines Elektroautos dann doch zu kompliziert ist, der kann aber durchaus mal in den Autosalon seines Vertrauens spazieren und die freundlichen Verkäufer mal ganz gezielt auf alternative Antriebsarten bei ihrer Marke anhauen, oder sogar rotzfrech mal nach den so oft versprochenen und auf Autoshows immer mit viel Vorschusslorbeeren versehenen emissionsfreien Elektroautos zu fragen.
Keine Angst! Ihr werdet nicht gleich ein Elektromobil aufgeschwatzt bekommen. Außer verduzten Gesichtern wird man nicht viel zu sehen bekommen, schon garnichts, was vier Räder (und seien sie auch noch so schmal) und ein oder gleich mehrere Elektromotoren zu bieten hat. Es gibt nämlich nichts dergleichen…oder nicht sehr viel. Etwa den Renault Twizy, Citroen C-Zero/Mitsubishi iMiEV (wobei einem der Preis von 34.390,- € für den Mitsubishi iMiEV schon die Frage aufdrängt, wie lange man eigentlich für 2 €/Liter Benzin tanken kann, um auf dieselbe Investition zu kommen, wenn man sich ein Fahrzeug gleicher Grßenordnung mit Verbrennungsmotor zulegte?). Dagegen mutet der Twizy mit seinen knapp über 7.000,- € doch glatt wie ein Schnäppchen an.

weiterführende Links:

125 Jahre Automobil – ein Grund zum feiern?

Die Entwicklung des Automobils

Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz ein Patent an, dass sich auf einen benzinmotorgetriebenen dreirädrigen Wagen bezog. Für gewöhnlich nimmt man daher dieses Datum als Startpunkt der automobilen Entwicklung in der Welt, obwohl nahezu zeitgleich nicht nur in Deutschland, das damals noch Deutsches Reich hieß, sondern auch in anderen Teilen der Welt, findige Menschen auf die Idee kamen, ihre Kutsche durch einen Benzin-, Gasmotor oder eine Dampfmaschine antreiben zu lassen.

Benz Motorwagen von 1888
Wirklich fortschrittliche Erfinder experimentierten bereits in den Anfangsjahren des Automobilbaus mit dem Elektroantrieb. Aber sie wurden von der Entwicklung der benzingetriebenen Kutschen überholt und schließlich abgehängt. Die entsprechende Technik war einfach noch nicht konkurrenzfähig. Bis heute hat sich an diesem Zustand wenig bis garnichts geändert, was einen nach 125 Jahren Entwicklungsgeschichte schon ein wenig nachdenklich werden lässt!

La Jamais contente, ein Elektrowagen, und
der Konstrukteur Camille Jenatzki 1899

Wollte man nicht oder konnte man nicht? Darüber kann man trefflich streiten, oder sich darauf verständigen, dass es einfach keinen Anreiz gab, leistungsfähige Elektroantriebe und Akkumulatoren mit der entsprechenden Speicherkapazität zu entwickeln. Ich behaupte einfach (und da bin ich mir der drohenden Angriffe der Verfechter des „Freien Marktes“ durchaus bewusst), unter den Bedingungen des Marktes kommt es nicht zur Entwicklung ökologisch verträglicher und umweltfreundlicher Antriebe, solange es billige fossile Energieträger gibt!
Das ist heute auch nicht anders. Investitionen in zukunftstaugliche und umweltfreundliche Antriebstechnologien werden nicht als Investitionen in die Zukunft betrachtet, sondern als Belastung, welche das ShareholderValue schmälert und darum investiert man nur das in die Entwicklung, was der Staat den Konzernen in den Arsch zu schieben bereit ist. Das Ganze wird dann (man weiß ja, was man seiner PR und dem Greenwashing schuldig ist) mit ein paar Euros aus der Firmenkassen aufgepeppt (was sich freilich steuersenkend auf die Unternehmensgewinne auswirkt), damit man wenigstens den Anschein von eigenem Interesse erweckt.
Nun, nach Jahrzehnten vom Staat mit Entwicklungsgeldern gesponsorter Entwicklung „umweltfreundlicher und alternativer“ Antriebstechnologien, ist man immer noch nicht viel weiter, als vor 125 Jahren (die Verbrennung fosslier Energieträger kann man daher offenbar mit dem Unwort des Jahres 2010 als alternativlos bezeichnen, jedenfalls aus Sicht der Automobilkonzerne).

BMW Hydrogen 7 aus dem Jahre 2007
Die Entwicklung des Wasserstoffantrieb, den BMW zunächst favorisierte, wurde mittlerweile eingestellt, nur damit sie von Daimler-Benz wieder aufgenommen werden konnte. Auf dem Markt der Elektroantriebe präferiert man nun den Hybridantrieb, der nicht auf den Verbrennungsmotor verzichtet, aber den Wagen durch die zusätzliche Technik so schwer macht, dass die Verbrauchsvorteile nahezu wieder aufgehoben werden! Besonders die großen SUV´s aus dem Premiumsegmant sollen mit dieser Technik ihren Ruf als spritfressende Straßendinosaurier, oder als Blech gewordener automobiler Hirnriss, verlieren!

Es zeigt sich, das die Automobilindustrie ohne scharfe gesetzliche Abgasvorschriften nicht bereit ist Akzente zu setzen, freier Markt hin, freier Markt her! Kein Wunder, dass die Konzerne dabei mit der ganzen Macht ihrer Lobbyisten vorgehen und das mit Erfolg. Alles, wozu die Konzerne bewegt werden konnten, sind wachsweiche, „freiwillige Selbstverpflichtungen“, die nicht bindend sind! Und die Regierungen nahmen es taten- und hilflos hin.

Die automobile Infrastruktur
In den Anfangsjahren des Automobilbaus nutzten Autos und Fuhrwerke diejenigen Feldwege gemeinsam, die bereits seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden die Handelsrouten der menschen markierten und Städte und Staaten miteinander verbanden.

Kgl.-sächsische Postkutsche

Das Reisen auf diesen Wegen war sicher kein Vergnügen, Wind und Wetter waren noch lange Jahre die Hauptfeinde der Reisenden und außerdem waren die Autos auf Grund ihres enorm hohen Preises nur einem realtiv kleinen, wohlhabenden Kreis von Menschen vorbehalten. Die Masse nutzte für ihre seltenen Reisen die zur Zeit der ersten Autos bereits flächendeckend ausgebauten Verkehrsnetze der Eisenbahnen.
Aber mit den Jahren stieg die Zahl der Automobile und damit die Nachfrage nach Treibstoff, Ölen und Schmiermitteln, sowie Möglichkeiten die anfällige Technik allüberall reparieren zu können. Es entstanden Werkstätten und Tankstellen. Rund um das Automobil begann sich ein ganzer Industriezweig zu entwickeln und bereits nach kurzer Zeit wollte sich der verwöhnte Autler (so hießen die Autofahrer damals auf „Teutsch“) nicht mehr damit zufrieden geben, nur auf den alten Reiserouten hinter den Fuhrwerken her zu tuckern, nein, man verlangte nach Autostraßen, denn man wollte Gas geben und Spass haben!
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber anstatt Spass zu haben, steht man heute im Stau, weil der Strassenbau mit der Verkehrsentwicklung nicht Schritt hält und man gleichzeitig den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs sowie des Güterverkehrs systematisch zu Gunsten des Strassenverkehr vernachlässigt hat!
Millionen Tonnen Treibstoffe werden durch den Verkehr in die Luft geblasen! Die Feinstaubbelastung (nicht nur aus Industriebetrieben) hat enorm zugenommen und verpestet die Luft in unseren Städten! Autobahnen und Bundesstraßen ziehen hunderte Meter breite Schneisen durch nahezu alle Länder unseres Planeten, sind dabei für Wildtiere kaum zu überqueren und daher eine Todesfalle für die gesamte Natur! Die Abgase des Verkehrs lassen unsere Wälder sterben, der Lärm macht uns alle krank, weil wir dem Verkehrsgetöse an kaum einem Ort entkommen können. Nachts zerschneiden die Xenon-Lichtkegel der Autoscheinwerfer die Dunkelheit, lassen Tiere erstarren und den Autos zum Opfer fallen! Menschen sterben in und durch Autos, verbluten auf Strassen und sterben mit zerschmetterten Knochen und inneren Verletzungen nach Unfällen!

Aber das Auto wurde nicht nur zum bevorzugten Verkehrsmittel für die kleine oder große Reise. Die Entwicklung des Automobils sorgte auch dafür, dass die Armeen von der neuen Erfindung profitieren wollten. Schnell erkannte man das Potenzial des Autos, wenn man es panzerte und ihm Ketten gab – die ersten Panzer entstanden und ich glaube behaupten zu können, ohne den Panzer als eine der Hauptsäulen bewaffneter Auseinandersetzungen, wären die Blitzkriege der Nazis, mit denen sie fast ganz Europa unter ihre Knute zwangen, nicht möglich gewesen!

Panzer IV der Nazi-Wehrmacht 1940
Es gibt kein Entkommen vor dem Auto und dem Straßenverkehr. Aber ist das ein Grund zum feiern?

Die Folgen des Autowahns

Energiekonzerne holzen den Regenwald ab um „Bio“sprit aus riesigen Plantagen in Monokultur zu gewinnen. Mais und Weizen wandert in Anlagen, die daraus ebenfalls „Bio“sprit erzeugen, anstatt als Brot oder Tortillas die hungernde Menschheit zu ernähren! Und die Ökobilanz ist fast genauso beschissen wie die des Benzins oder Diesels aus Erdöl! Was also soll das bringen? Wie immer geht es um Profit, um schnellen Profit! Dabei gibt es keinen Grund, 125 Jahre Automobil zu feiern! Aber sagt das mal den Automobil- und Energiekonzernen, sagt es denen, die vom Automobil leben, vor allem sagt es denen die sich in ihren oversized SUV setzen, um sonntags die Brötchen von der nächsten Ökobäckerei zu holen! Sie werden euch genauso verständnislos anschauen wie ihre Autos…
Es scheint unmöglich, aus diesem Dilemma aus Umweltzerstörung, Umweltverschmutzung, Armut, Ausbeutung, Gewalt, Krieg und Hunger zu entkommen, die das Auto und seine Entwicklung mit sich brachte. In einer globalisierten Welt können wir nicht auskommen ohne eine Verkehrsinfrastruktur und Transportmitteln, mit denen wir Waren von einem Ort zum andern bringen können.
Es wäre absolut illusorisch, sich aus dieser weltweiten Vernetzung zurück ziehen zu wollen. Aber wir können ihre ebenso weltweiten Folgen nicht länger ignorieren. Aber genau das tut die Politik entgegen anderslautender Behauptungen. Nachhaltigkeit in der Verkehrspolitik sind ist nicht mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis, dass da endet, wo die Lobbyisten ihre Geldkoffer öffnen!
Wir können etwas dagegen tun, wenn wir uns Selbstbeschränkung auferlegen, indem wir Fahrräder benutzen, oder sogar unsere eigenen Beine, sofern sie unser Gewicht noch zu tragen im Stande sind. Es steht uns offen, regionale Produkte zu kaufen und so für uns persönlich der Globalisierung unser NEIN entgegen zu schreien! Wir brauchen keine Äpfel aus Chile und Weintrauben aus Südafrika, zu jeder Tages- und Nachtzeit und egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Genauso wie wir kein Fleisch von Tieren brauchen, die durch den halben Kontinent gekarrt wurden, um sie zu schlachten und anschließend mit dem LKW wieder zurück zu bringen. Wir brauchen auch keine Rosen aus Kenia oder Kolumbien, von Arbeiterinnen in einem Nebel aus Insektengift geerntet und mit Flugzeug und LKW heran gekarrt, um sie dann bei ALDI oder LIDL für 1,99 € je Bund zu kaufen und nach uwei Tagen in der Vase auf den Kompost zu schmeißen.
Wenn wir aber glauben, das Auto stehen lassen zu können, nur um dann mit dem Pauschalflieger für 19,90 € nach Malle zum Sangria saufen fliegen zu müssen, sind wir so dämlich, dass uns eigentlich der Blitz beim Scheißen erschlagen müsste, wenn es auch nur eine Spur Gerechtigkeit im Universum gäbe! Aber vielleicht geschehen ja wirklich noch Zeichen und Wunder, ich jedenfalls will nicht aufhören, daran zu glauben!!!

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