Zwei Grad…

…soll die Grenze des Temperaturanstiegs auf diesem Planeten sein, gegenüber der Durchschnittstemperatur vor der Industrialisierung. Während unsere Bundeskanzlerin strahlend und bester Laune vor die Kameras und ins Blitzlichtgewitter der versammelten Journalisten trat und mit hörbarem Stolz (warum auch immer) verkündete, die G8-Staaten und die Schwellenländer hätten einen Durchbruch im Klimaschutz errungen, widersprach China, moserte Rußland herum und wollten sich die anderen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko nicht festlegen in welchem Zeitraum dieser Temperaturanstieg verhindert werden solle.

Na also, mal wieder viel Wind um nix. Mit solchen „weltbewegenden“ Klimaschutzvereinbarungen, die diesen Namen nicht verdienen, retten wir das Klima sicher nicht. Aber für die Politik ist selbst sowas immer ein Grund sich selbst zu beweihräuchern und sich im strahlenden Glanz dieser vermeintlichen Erfolge zu sonnen. Besonders gern gibt sich offensichtlich unsere Kanzlerin dafür her. Und daheim setzt man derweil fleissig auf Atomernergie (gesponsort von der Atomlobby und den großen Atomkonzernen) und lässt Vattenstörfall schalten und walten wie es denen gut dünkt. Und wer es denn trotzdem wagt, die Sicherheit der deutschen Atomanlagen anzuzweifeln, oder sogar die Lauterkeit und die Zuverlässigkeit der Atomkraftwerksbetreiber, der macht sich nicht nur bei der Union, sondern erst recht bei der FDP unbeliebt!

Aber ich schweife ab. Bringt das die Welt wirklich weiter? Etwa eine solche Vereinbarungen (hier wird das Wort Minimalismus völlig neu definiert!), von denen a) keiner weiss, wie man sie einhalten, b) wie man sie kontrollieren und c) in welchem Zeitraum man sie umsetzen kann? Etwa solche wachsweichen Zusagen, die weder die Treibhausgasemissionen  begrenzen, noch überhaupt festlegen, wie viel Treibhausgas in welchem Zeitraum eingespart werden soll?

Und während man wenigstens dem Anschein nach versucht ein wenig Aktivismus zu zeigen, um die daheimgebliebenen Wähler in Sicherheit zu wiegen, setzt Berlusconi den Neubau von Atomreaktoren in Italien durch (Artikel auf spiegelonline vom 9.7.2009; „Kernkraft: Italien kehrt zur Atomenergie zurück“). Aber wir können beruhigt sein, auch in Italien hat niemand eine Ahnung, wie und vor allem wo der Atommüll endgelagert werden soll.

Ein Tipp von mir: Der Mafiaboss ihres Vertrauens kümmert sich sicherlich gern um die Entsorgung ihrer radioaktiven Müllmassen – gegen einen entsprechenden Obolus versteht sich (genauso, wie sich die schweigenden Herren schon in der Vergangenheit um die „fachgerechte“ Entsorgung von Giftmüll nach Afrika oder sonst wohin gekümmert haben).

Außer heisser Luft hat das G8-Gipfeltreffen nicht viel gebracht. Und heisse Luft gibt es bereits genug. Bedauerlich, dass man nicht versucht hat, die Erwärmung des Klimas bei diesem Pseudo-Umwelt-Klimaschutzgipfel zu vermeiden. Das hätte der Welt sicher gut getan!

weiterführende Links:

Werbeanzeigen

Kampf gegen die Malaria!

Jetzt endlich, nach so vielen Jahren des Elends in den Ländern der sogenannten Dritten Welt, hat man zur Kenntnis genommen, dass es nicht richtig ist, wenn alle 30 Sekunden ein Kind irgendwo auf diesem Planeten an Malaria stirbt! Warum erst jetzt? Wir haben es nicht mit einem neuen Problem zu tun und es hat seinen Grund, warum die Malaria eine Seuche ist, die vor allem da auftritt wo Armut, Hunger und Not herrschen. Sie ist eine Seuche der Armen dieser Welt.
Vermutlich ist dies auch der Grund, warum es noch kein Pharmaunternehmen „geschafft“ hat einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Die Menschen, die ihn brauchen, könnten ihn sich sowieso nicht leisten! Schön, dass Herr Ban Ki Moon, der UN-Generalsekretär, endlich den Welt-Malariatag ins Leben gerufen hat. So können wir alle besser unser Gewissen beruhigen, wenn wir uns einreden können, wir hätten ja was getan und den Betroffenen zu helfen. Schließlich ist es das Geld der reichen Staaten, das die UNO zum Fenster hinaus wirft.
Ein klein wenig mehr Engagement von Seiten der Industrienationen wäre sicher angebracht. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, dass im Zuge der allmählichen Klimaerwärmung die Malaria, das Dengue-Fieber, Leishmaniose und andere gefährliche Infektionskrankheiten in den nächsten 10-20 Jahren zu einem Problem auch der nördlich der Alpen liegenden Staaten werden könnten. Wie man hört, ist der Anophelesmücke, die der Hauptüberträger der Malaria ist, erst kürzlich der Sprung über die Alpen gelungen!

Natürlich hat es malariaähnliche Krankheiten in Nordeuropa auch schon früher gegeben, z. B. in den Niederlanden und an den Küsten Norddeutschlands, wo diese Krankheit als Marschfieber bekannt ist. Bis in die 1950er Jahre war Malaria eine gar nicht so seltene Krankheit in Deutschland. Dann versuchte man überall auf der Welt der Plage mit Hilfe von DDT Herr zu werden – mit dem bekannten Ergebniss! Das DDT sammelte sich im Fettgewebe von Mensch und Tier, die es über die Nahrungskette aufgenommen hatten und die Mücken wurden resistent gegen das Gift. Zwangsläufig verzichtete man auf das DDT und die übriggebliebenen Mücken vermehrten sich wieder explosionsartig. Die Malaria verbreitete sich über die Länder der Dritten Welt und wurde – neben AIDS – zu einer ihrer furchtbarsten Geißeln!