Hunger!

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man „großzügig“ Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die „Entwicklung“ der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge „Pflanzenschutzmitteln“ beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des „Gesundschrumpfens“ sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem „erworbenen“ Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit „Bio“sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit „Bio“sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst „ungenutzt“ (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als „sauberen“ Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will („Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss“; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

weiterführende Links:

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Gen-Raps in Deutschland

Greenpeace berichtet am 16.1.2009 unter „Bioland gewinnt Klage gegen illegalen Gen-Rapsanbau – genaue Standorte müssen offengelegt werden“ über ein Gerichtsurteil zur Offenlegung von Standorten in Deutschland, auf denen 2007 illegal Gen-Raps angebaut wurde. Angestrengt hatte die Klage Der Bio-Anbauverband Bioland, der um seine erträge fürchtete und bei seinem Vorgehen massiv von Greenpeace unterstützt wurde.

Gentechnisch veränderter Raps ist besonders riskant, weil seine Samen sich bis zu 10 Jahren im Boden halten können und der Gen-Raps sich scheinbar ohne große Probleme in herkömmlichen Raps einkreuzen kann. Beim gen-Raps hat der Chemie- und Genkonzern Bayer seine schmutzigen Finger im Spiel.

Der Grund für den Prozess war die Angst von Bio-Imkern, die eine Offenlegung der Gen-Raps-Standorte forderten, um ihre Bienen von diesen fern zu halten. Raps ist üblicherweise eine ideale Bienenweide. Honig mit Pollen von Gen-Rapspflanzen aber ist keinesfalls als Biohonig zu vermarkten und bedeutet daher einen herben Einkommensverlust für die betroffenen Imker. Wie sensibel die kleinen Brummer auf den Einsatz von Gentechnik und der vielgepriesenen „harmlosen“ Pestizide reagieren, hatte sich bereits im Frühjahr 2008 gezeigt, als tausende Bienenvölker wegen des Einsatzes einen sogenannten Beizmittels (ebenfalls von Bayer) eingegangen sind und uns einen nahezu stummen Frühling bescherten!

Bayer ist schon des öfteren unangenehm im Zusammenhang mit nicht zugelassenen – also illegalen – gentechnisch veränderten Pflanzen aufgefallen. So wurde z. B. im Jahr 2006 bei Aldi Nord importierter US-Reis verkauft, der mit der gentechnisch veränderten Sorte LLRice 601 verunreinigt war, obwohl dieser Reis angeblich nur im Versuchsanbau zwischen 1998 und 2001 angebaut worden war. Wie und warum dieses Zeug dann in die Reislieferungen gelangte, konnte – wie üblich – nicht geklärt werden.

Soviel zum Thema: Gentechnik ist sicher und 800m Abstand zu konventionellen Feldern reichen aus um ein Auskreuzen zu verhindern!

weiterführende Links:

  • Unternehmens-Homepage des Bayer-KonzernsArtikel bei Wikipedia (so „wunderschön“ sieht also die neue, gentechnisch veränderte neue Welt der Zukunft aus? WÜRG!).
  • Unternehmens-Homepage von Bayer CropScienceArtikel bei Wikipedia (hier kommt die Genscheiße her und die „phantastischen und umweltgerechten“ Pestizide sowie all das andere Zeug, dass z. B. unsere Bienen auf dem gewissen hat). Der „moderne Landwirt“ kann bei Bayer CropScience übrigens an einem Bonus-System (Premeo) teilnehmen – wer fleissig den Bayer-Chemiemüll auf seine Felder spritzt, bekommt als Bonus ein „spritziges“ Tröpchen, vermutlich von heftigst gespritzten Weinbergen aus dem Ausland, wo man oft weit weniger zimperlich ist als hierzulande!
  • Monsantos Machstrategien (dieses Papier von Greenpeace zeigt auf, wie der Gentechnik-Gigant Monsanto die Landwirtschaft knebelt und kontrolliert. Beileibe ist das kein Einzelfall. Alle Konzerne, die sich an diesem Kartell beteiligen, bedienen sich der gleichen miesen Methoden der Einschüchterung, Verschleierung und Erpressung).