Jenseits aller Realität – der Blatter Sepp!

Wie soeben von der Zürcher Kantonspolizei mitgeteilt wurde, ist am Hauptbahnhof ein verwirrter Greis aufgegriffen worden, der von sich behauptete, Sepp Blatter zu sein. Der orientierungslose alte Mann sei auf Bahnsteig 1 herum gelaufen, habe laut geweint und immer wieder ausgerufen, er sei der Papst und der Herrgott des Weltfußballs. Dabei habe er Gelscheine um sich geschmissen, die er zwei schweren Aktentaschen entnahm. Ersten Ermittlungen zufolge sollen die beiden mitgeführten Taschen voller Bargeld gewesen sein, welches die Entlohnung für die jahrelange Beratungstätigkeit eines „sehr guten Freundes“ sei, so der alte Mann. Als der Alte allerdings anfing sich selbst ins Gesicht zu schlagen und den Kopf gegen die Wand zu hämmern, sahen sich die besorgten Beamten gezwungen, das psychiatrische Notfallteam der Uniklinik Zürich/Klöten anzufordern, die den hilflosen Alten in eine elegante weiße Jacke mit schicken langen Ärmeln hüllte, um eine Unterkühlung zu verhindern und ihn in die Klinik zur Fifa-Sitzung zu bringen. Wie weiter verlautbarte, soll der Alte nun für die nächsten zwanzig Jahre unter ärztliche Aufsicht gestellt werden, bis sich sowohl sein geistiger, als auch körperlicher Zustand soweit gebessert habe, dass er erneut für das Präsidentenamt der Fifa kandidieren könne…

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Weihnachtsmärchen oder Fußballfans Alptraum?

Acht Jahre? Acht Jahre nur? Was sind schon acht Jahre? Und fuffzigtausden schweizer Fränkli „Strafe“ für den Blattern-Josef? Naja okay, wahrscheinlich gilt er dann wieder als unbelastet und kann voller Frohsinn und Selbstvertrauen einer weiteren Amtszeit als Fifa-Präservativ ins trübe Auge blicken. Und der Depardieu-Verschnitt Platini, der in der atemberaubenden Aura von Blatters unrasierten Achselhöhlen aufgezogen wurde, ist in acht Jährchen quasi noch immer ein Jüngling mit zwar schütterer werdendem, aber doch immer noch recht lockigem Haar! Und mal ganz im Ernst. Muss es uns wirklich interessieren, welcher der Fifa-Herren nun für die Vergabe der WM 3279 nach Bhutan und der Mongolei bestochen wird? Na also…

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Der Drecksack mit dem Heil´genschein!

In Bayern ist dieser Drecksack ja schon lange eine Ikone und die von ihm eingeführte bayrische Filzwirtschaft, die Filzokratie, die vom Geben, vor allem aber vom Nehmen lebt und die Seilschaften, die sich durch alle Hierarchien auf allen politischen und kommunalen Ebenen ziehen, wie der Rote Faden durch einen guten Krimi, ist heute die tragende Staatsideologie im Freistaat! Es täte mich nicht wundern, wenn sich nun noch jemand findet, der ihm Kontakte zu den Widerständlern während der Nazizeit nachsagt und diese dann auch gleich schlüssig beweist. Denn sowa macht sich in den Lobhudeleien immer gut. Gleichwohl die Politik der CSU nicht nur seit Strauß einen großen Unterschied zur Naziideologie nicht wirklich erkennen lässt. Das mag wohl daran liegen, dass viele gestandene Wendenazis nach der Kapitulation flugs fromm wurden und sich unter den schwarzen Kutten der ehrwürdigen CSU verbargen, genauso wie unter jenen der Schwesterpartei CDU. Und weil wir so schön dabei sind, waren auch Nazis in der SPD (aber deutlich weniger) und in der FDP vertreten (deutlich mehr), was dazu führte, dass durch das langsame Einsickern braunen Gedankenguts in die sogenannte Mitte der Gesellschaft diese verbrecherische Ideologie immer merh akzeptiert wurde., wenn auch in verbal leicht abgewandelter Form und verpackt in so etwas wie Sozialdarwinismus 2.0!
Ist es von Belang, ob er ein Verräter war und ein US-Agent? Ich glaube nicht, denn ihm ging es darum, was für ihn dabei heraus sprang. Und wäre der Preis hoch genug gewesen, er hätte seine eigene Großmutter in die Sowjetunion verkauft! So aber wurde immer der Eindruck eines echten deutschen Patrioten erweckt, dem nichts ferner lag, als Verrat, Hinterlist und Unaufrichtigkeit! In Wahrheit war er ein Charakterschwein ohnegleichen! Und seine Nachfolger, großgezogen und „ausgebildet“ unter seiner Ägide, sind um keinen Deut besser. Vielleicht nicht ganz so intelligent. Das trifft besonders auf den guten alten Stoiber Ede zu, der ganz sicher nicht so intelligent war und ist, wie sein einstiger Chef! Aber große Männer, selbst oder gerade dann, wenn sie Haderlumpen und Drecksäcke sind, umgeben sich gern mit Versagern und Arschlöchern. Dann wirken sie noch größer, noch imposanter…ähm…noch drecksäckiger und das wiederum ist absolut typisch für ihn gewesen, Franz-Josef Strauß, den Schutzpatron der Waffenhändler und Rüstungslobbyisten.

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Knapp daneben ist auch vorbei!

Na das kann man doch als echte humanitäre Kriegführung bezeichnen. Flinten, aus denen kein abgefeuerter Schuss den Feind trifft? Die Frage ist nur, wer wurde alles bestochen, damit die Bundeswehr diesen Mist einst für gut befunden und dann auch noch für teures Geld gekauft hat? Wen darf man denn nun mit den Ohren an die Wand tackern? Ach und mir wird auch so langsam klar, wieso der Hersteller dieses teuren Schrotts gleich zu Anfang so dünnhäutig reagierte und von Rufschädigung sprach. Laut neuesten Informationen verfügte der Hersteller Heckler & Koch über die Software, die es ihm ermöglichte, seine eigenen Flinten als „geprüft“ und damit abgenommen zu kennzeichnen! Das gibt dem ganzen Vorgang dann schon eine etwas pikantere Note!

Natürlich ist dieses Debakel nur ein einziger Tiefpunkt in einer ganzen Reihe von Rüstungsskandalen, die sich wie Perlen auf einer Schnur aufreihen, seit die Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Taufe gehoben wurde.

Immer war Bestechung, Korruption und jede Menge kriminelle Energie im Spiel und wir alle erinnern uns noch mit Grausen an den Skandal um die Starfighterbeschaffung durch den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, einen der größten und vermutlich gerade darum in Bayern beinahe schon heilig gesprochenen  korrupten Ikone bayrischer Allmachtsphantasien!

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Die scheinheilige Jule aus der Ukraine

Hmm, um die jammernde Jule aus der Ukraine reisst sich das bundespolitische Deutschland, als scheine ihr die Sonne aus dem parfümierten Arsch. Aber halb verhungerte und vor den Küsten Europas absaufende Flüchtlinge aus Eritrea oder Somalia, Syrien und woher sonst noch, die kriegen einen saftigen Tritt in den schwarzen Arsch! Das ist dann also Gerechtigkeit???

Bei allem Respekt muss ich zu diesem Thema anmerkeln, dass es sich bei Julija Timoschenko nicht um irgendeine arme verfolgte politische Aktivistin handelt, sondern um eine schwerreiche Oligarchin, die ihr Vermögen mit Praktiken erworben hat, die man gelinde gesagt als durchaus zweifelhaft bezeichnen kann. Auch ihre politische Arbeit als stellv. Ministerpräsidentin und später als Ministerpräsidentin ist nicht ganz frei von Kritik.

Aus irgendeinem für mich nicht nachvollziehbaren Grunde, machte man sie nach ihrer Festnahme und Verurteilung wegen Korruption, Bestechung, Amtsmissbrauch während ihrer Amtszeit plötzlich zur Märtyrerin der demokratischen Bewegung der Ukraine! Das Bemühen um ihre Freilassung aus der Haft und das Drängen auf ihre Ausreise zur Behandlung ihrer Rückenbeschwerden in Deutschland, gerieten zu einer regelrechten Farce, als die EU ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine nicht unterzeichnete, was u. a. mit der Inhaftierung Timoschenkos begründet wurde!

Nun ja, der Einsatz westlicher Demokratien für politisch Verfolgte überall in der Welt ist sicher zu begrüßen. Eine Frage ist jedoch, ob das ausgerechnet bei denjenigen der Fall sein muss, die a.) ein ungeheures Vermögen besitzen, das sie auf mehr oder weniger zweifelhafte Weise erworben haben und b.) unter Bedingungen inhaftiert sind, die in keiner Weise mit denen zu vergleichen sind, denen nicht prominente Widerstandkämpfer ausgesetzt sind?

Was verspricht man sich von einer Frau Timoschenko in bundesrepublikanischen Exil? Sicher kann sie sich aus den ihr immer noch verbliebenen Vermögenswerten durchaus selbst unterhalten. Aber ich habe keine Zweifel, dass sich hier, im Güldenen Westen, genug gönnerhafte Sponsoren finden lassen, die ihr das Leben noch weiter versüßen möchten.

Hingegen ist es schon ziemlich lästig, wenn man diese asylsuchenden Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Herren Länder erst von den vor unseren Küsten absaufenden Seelenverkäufern retten und dann auch noch medizinisch versorgen und unterhalten muss!  Da ist so ein zerbrechliches blondes Muttchen schon sehr viel angenehmer, von dem man sich vielleicht später einmal ein gewisses Maß an Dankbarkeit erhoffen kann, wenn es (unter geänderten Vorzeichen) irgendwann einmal wieder in ihre Heimat zurück kehren kann…oder auch nicht!

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Inhaftierte Oppositionspolitikerin: Ukraine will Timoschenko ausreisen lassen (Artikel auf Spiegel Online vom 17.10.2013)

Korrupt! Korrupt! Korrupt!

Wie wird man eigentlich so ein richtiges Schwein in der Politik? Korrupt, käuflich, bestechlich? Beginnt das schon, wenn man in die Politik einsteigt? Beginnt es, wenn man das Studium beginnt, oder seine Berufsausbildung? Ist es eine Frage der Werte, die keiner mahr hat, von denen aber alle reden? Ist Korrumpierbarkeit abhängig von politischer Gesinnung? Gibt es politische Einstellungen, die der Korruption weniger ablehnend gegenüber stehen und wenn ja, warum dürfen die dann in der Politik überhaupt aktiv sein? Warum, so frage ich mich, wundert sich sich Politik, edel und gut, wie sie nun mal ist, über die Politikverdrossenheit und ist es nicht doch mal Zeit für eine Revolution und einen kompletten Neuanfang???

Oder gibt es die Möglichkeit, dass sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, ja auch und besonders die Wirtschaft, aus sich selbst heraus erneuern können?

Zwei Herzen schlage, ach, in meiner Hühnerbrust! Das eine ist dankbar für die Freiheit, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg geschenkt wurde, für eine Kindheit im Wirtschaftswunder in einer Fanilie, die von einer liebevollen, manchmal etwas überforderten, Mutter versorgt und zusammen gehalten wurde. Für einen treusorgenden, wenn auch bisweilen recht strengen, Vater, der alles tat, weas in seinen Kräften stand, um seiner Familie ein relativ sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Meine lieben Eltern haben mir beigebracht, was es heisst, ehrlich zu sein, zu seinem Wort zu stehen, niemanden zu betrügen und keine Gewalt auszuüben (obwohl letzteres in der Pubertät nicht immer einfach war und zwischendurch vergessen wurde!).

Gibt es das heute nicht mehr? Werden die Werte, auf die sich die Politik bezieht heutzutage durch das Privatfernsehen bestimmt? Heissen die Werte heute konsumieren um jeden Preis, Fast-Food-Fressen, soviel wie reingeht und schau immer dort zuerst, wo´s warm raus kommt, und sei es nur ein warmer Mastdarm?

Das Geld regiert nicht nur die einzelnen Länder, es regiert die ganze Welt! Wer kein Geld hat, ist nichts wert in diesem kapitalistischen System! Aber niemand unternimmt ernsthaft etwas gegen diese Entwicklungen – weil die gesamte Gesellschaft mittlerweile so korrupt und käuflich ist, dass sich überhaupt kein Mensch darüber noch Gedanken macht.

Aber weiterhin beherrschren hehre, warme Worte das politische Tagesgeschäft, obwohl jeder, der sich dafür interessiert, weiss, dass hinter den Kulissen ein Hauen und Stechen um die Fleischtöpfe der Macht stattfindet. Und weil es damit noch lange nicht genug ist, wechseln die Politiker nach ihrer Karriere in Amt und „Würden“ schneller in eine üppig dotierte Position in der Privatwirtschaft, als ein gewöhnlicher Sterblicher seine Unterhosen zu wechseln vermag!

Und dann will man uns allen Ernstes einreden, dies sei nur den ausgezeichneten Qualifikationen des Politikers zu verdanken und nicht seinen Kontakten, seinen Netzwerken und seinem Einfluss, den er zgunsten seines neuen Jobs geltend machen könnte? Sehen wir wirklich so dämlich aus?

Es gibt nicht den Willen in unserem Land, sich gegen diese Entwicklungen ernsthaft einzusetzen. Von keiner Seite! Aber was soll man auch erwarten von einer Politik, bei der alle Parteien vom Kapitalis- und Lobbyismus profitieren, die also aus naheliegenden Gründen kein Interesse daran haben können, dieses System abzuschaffen? Und was soll man erwarten von einer Bevölkerung, die ihren geistigen Horizont am Niveau der Sendungen privater Fernsehsender ausrichten und die Bedeutung ihrer unscheinbaren Existenz nicht daran gemessen sehen wollen, welchen Wert sie für die Gesellschaft haben (und sei es auch nur ein ideeller Wert!), als vielmehr am „Erfolg“ ihrer nuttig aufgemachten Kids bei DSDS.

Berücksichtigt man all diese Aspekte, bleibt einem wohl nicht wirklich viel mehr übrig, als einfach zu verzweifeln…

 

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Nimm was Du kriegen kannst…

…könnte der Leitspruch einer großen Anzahl derer sein, die als akademisch gebildete und approbierte Mediziner auf die Menschheit losgelassen werden. Ärzte, eine gesellschaftliche Klasse, deren Angehörige zwar nicht in jedem Falle unbedingt mit dem güldenen Löffelchen im Munde geboren wird, aber für gewöhnlich doch zu jenen Menschen gehören, die eher den Ruf genießen, in relativ gesicherten Verhältnissen zu leben.

Natürlich glauben das nicht alle, vor allem die Ärzte nicht und man kann ja auch durchaus Verständnis dafür aufbringen, dass jemand, der die Verantwortung für die Gesundheit und oft auch das Leben der sich ihm anvertrauenden Patienten hat, in seinem Job relativ gut bezahlt werden soll. Das eigene Leben sollte einem schließlich schon den ein oder anderen Euro wert sein.

Aber hier wie dort gibt es Ärzte, die den Hals nicht voll genug bekommen können und darum sinnen sie danach, wie sie sich das sichern können, was ihnen ihrer Meinung nach in jedem Falle zusteht. Und das bekommen sie in nicht wenigen Fällen vom Pharmakonzern ihres Vertrauens und zwar in Form von Flachbildfernsehern, „Seminaren“ und „Weiterbildungen“ in bekannten und beliebten mondänen Urlaubsorten, oder einfach nur Bargeld.

Jeder hat bisweilen schon während seines Arztbesuches die dezent gekleideten Außendienstler der Pharmaindustrie gesehen, die nervös am Thresen stehen und für die jeder Arzt sofort zeit findet, noch vor der Behandlung von Privatpatienten. Pharmareferent erscheint mit dicker Aktentasche und/oder Probenkoffer; Arzt kommt aus Sprechzimmer; Arzt bittet Pharmareferent hinein; beide werden längere Zeit nicht gesehen; Pharmareferent verschwindet; Arzt ist anschließend auffallend gut gelaunt!

Naja, von irgendwas muss selbst ein Arzt leben. Und auch bei Ärzten gibt es gewisse Einkommensunterschiede, je nachdem, welches Fachgebiet sie sich als Broterwerb ausgesucht haben. Während der gewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesen-Hausarzt oft verzweifelt um seine Existenz kämpfen muss, kann es ein Facharzt, ein Radiologe beispielsweise, schon recht locker angehen lassen und gleich nach der Eröffnung seiner Praxis beim Porschehändler seines Vertrauens ein Fahrzeug ordern, um seine artgerechte Fortbewegung sicher zu stellen.

Gelegentlich bekommt man jedoch von seinem Hausarzt Geschichten zu hören, die einen am gesunden Menschenverstand desselben zweifeln lassen können. Von großer Not, von hunderten von Arbeitsstunden in der Woche ist da die Rede und, von wenig Geld…

Nehmen wir meinen Hausarzt beispielsweise. Ein Mann mittleren Alters, seit Jahren im Geschäft, nett, freundlich und in seiner Wahrnehmung so weit von der Realität entfernt, wie die Erde vom Mond, hinter dem er zu leben scheint. Der Name ist natürlich bekannt, aber wir wollen ihn nicht ans grausame Licht der Öffentlichkeit zerren, schließlich wollen und müssen wir uns hin und wieder selbst dort in behandlung begeben und irgendwie hänge ich auch noch an meinem Leben.

Mein Hausarzt weiss natürlich was ich beruflich mache. Es ist ja auch kein Geheimnis. Ich bin in der Reinigungsbranche tätig! Aus irgendeinem Grunde fühlt sich mein Hausarzt immer bemüßigt, wenn ich mit verrotzter Nase, oder grummelndem Magen-Darm-Trakt vor ihm sitze und auf schnelle Heilung hoffe, mich über die nackte Not und die immer mehr um sich greifende Verzweiflung hungernder Ärzte hinzuweisen. Zwar bin ich meist zu mehr fähig, als zu einem matten Nicken, oder einem schwachen „Aha“, aber er ergeht sich in politischen Monologen, während er mich untersucht und erläutert mir regelmöäßig die Vorzüge der privaten Krankenversicherung und der FDP-Pölitik.

Neulich, es ging mir gerade besonders schlecht, verstieg er sich zu der Behauptung, meine Putzfrauen würden mehr verdienen als er selbst und vor allem hätten sie nicht diese brutal auf seinem Gewissen lastende Verantwortung zu tragen. Das Leben einer Putzfrau sei so einfach – zur Arbeit gehen, 8 stunden putzen oder so (das kann ja schließlich jeder), wieder nach Hause gehen und dann das Gehalt mit vollen Händen aus dem Fenster schmeissen…

Er hingegen sei ein wirklich armes Schwein! Sein Stundenlohn sei auch nicht höher, als der einer Putzfrau und jeden Euro den er ausgebe, müsse er zweimal, manchmal dreimal umdrehen. nachdem ich meine Tränen getrocknet hatte, platzte mir der Kragen. Ich sagte ihm, was eine Reinigungskraft in der Stunde verdiene und dass ich keine Frau kenne, die mit diesem Lohn in der Lage sei, drei Autos nicht nur zu kaufen, sondern diese auch noch zu unterhalten. Ich weiss nämlich, dass er über ein Mercedes-Benz Cabrio verfügt, einen Ford Cmax und natürlich – des „Understatements“ wegen – einen original Mini Cooper. Über das Haus in dem er wohnt, möchte ich mich lieber nicht auslassen.

Ich hatte den unbestimmten Eindruck, das war es nicht, was er hatte hören wollen und so erhob ich mich, beschloss spontan zu genesen und ging eilig von hinnen, mit dem festen Vorsatz, so bald nicht mehr krank zu werden.

Als ich neulich doch wieder meinen Arzt aufsuchen musste, hub er von neuem an, sein Klagelied zu singen. Ich ließ ihn nicht ausreden, bot ihm aber freundlicherweise an, in seinem nächsten Urlaub eine Woche lang als meine Putzfrau zu arbeiten, wenn er der Meinung sei, dies sei ein besser bezahlter Job als der seine und ich würde mich gerne auf „Seminaren“ in Biarriz, oder Monte Carlo auf Kosten von Pfizer „weiterbilden“. Auch würde ich ihm gern eines seiner Autos abnehmen, damit er sich die anderen auch weiterhin leisten könne. Einer meiner Reinigungskräfte sei der Wagen verreckt und sie müsse nun, bei Wind und Wetter, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren…

…seitdem reden wir nur noch das Nötigste miteinander!

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