Kinderspiel…

Das ist ja auch alles kein Ding, solange die Pädophilen bei den Grünen verortet werden und man sie deswegen an die Wand nageln kann und gleichzeitig ihre Umweltschutzthemen vom Tisch zu wischen vermag! Pädophile bei den marktperversen Liberalen, das ist (k)ein Thema, das keine Sau interessiert. Das wird mit viel Geld und Einfluss unter den Teig des liberalen Geschwurbels gehoben und kommt erst später (leider zu spät, wie man sieht) wieder an die Oberfläche, wie eine verfaulende Wasserleiche!

Hei, was war das für ein gar lustiges Kesseltreiben gegen die von den Grünen in den 80er Jahren betriebene Befreiung der Sexualität. Tabus sollten gebrochen werden, alte Zöpfe abgeschnitten und die Sexualität, gleich welcher Spielart, aus ihrer Schmuddelecke geholt werden. Kein Wunder war das Thema bei den Grünen gut aufgehoben.

Gerade frisch gegründet und offen nach allen Seiten (*hust*) fand jede noch so abwegige Forderung Eingang in irgendein Pamphlet, ein Wahlprogramm, oder in ein Grundsatzpapier. Aber das war´s dann auch schon. Im Rahmen parlamentarisch-demokratischer Selbstreinigungsprozesse wurden solche Themen meist relativ achnell ausgemerzt, die Protagonisten verliessen die Partei und versuchten sich anders wo aufzugeilen und zuu befriedigen – beispielsweise beim Kinderschutzbund, den gewisse pädophile Kreise geschickt zu unterwandern versuchten. und das mit einigem Erfolg, wie neulich erst fest gestellt wurde!

Und jetzt also die Liberalen, die Marktverfechter, die edlen Ritter des freien Marktes und der „Eigenverantwortung“, von manchen jedoch böswillig als politisierende Lobbyhuren der Wirtschaft geschmäht und natürlich völlig zu Unrecht der Käuflichkeit bezichtigt. Nun wirft man auch ihnen vor, sich der Kinderfickerei und dem Mißbrauch Schutzbefohlener hingegeben zu haben.

Keine Frage dass die betreffenden Personen längst nicht mehr in der Partei sein sollen. Ansonsten wäre es wohl kaum zu solchen Veröffentlichungen gekommen. Schade nur, dass dieses Thema erst jetzt hochkocht (vermutlich nicht ganz ohne Absicht). Vor der Bundestagswahl hätte das zu einem Desaster für die FDP führen können! Wie gut, dass auch die anderen Themen und die völlige Inkompetenz der Liberalen in nahezu jeder sozialen, wirtschaftlichen und außenpolitischen Frage – und da stehen sie der Kanzlerpartei CDU/CSU in nichts nach – ausgereicht hat, um den Einzug in den Bundestag zu verindern!

Nun haben sie wenigstens ausreichend Zeit, in sich zu gehen, sich zu sammeln (was noch vorhanden ist) und geläutert und mit neuem Elan, dazu versehen mit einer neuen Boygroup an der Spitze, dem Marktradikalismus einmal mehr Bahn zu brechen – falls bei der nächsten Bundestagswahl der Wiedereinzug in den Bundestag gelingt. Mögen uns die Götter gnädig sein und uns davor bewahren!

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Die Zukunft der Atomkraft! (mal wieder)

Wir steuern im Superwahljahr 2009 auf die Bundestagswahl zu, am 27.  September ist es soweit und schon geht das Gezerre um das Thema Atomkraft wieder los! Eine Weile war Ruhe und nachdem die Asse, Krümmel und der angeblich so umweltfreundliche Atomstrom fast in der Versenkung verschwunden sind, ging es plötzlich um so heftiger wieder los! Nach 2 Jahren Stillstand wegen Problemen mit abgefackelten Trafos, die natürlich von Vattenfall ganz anders – aber auf jeden Fall wie üblich nicht als meldepflichtiger Vorfall – eingestuft wurden. Nachdem trotz allem, man war ja unschuldig und nie hatte zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestanden, hoch und heilig Besserung versprochen worden war, ging man wieder ans Netz. Und? Erneut explodierte ein Trafo! Man hatte schlicht „vergessen“ ein wichtigen Messgerät zu installieren, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hatte. Aber, wer hätte etwas anderes vermutet, niemand war gefährdet und überhaupt war auch das kein meldepflichtiger Vorgang – jedenfalls nach Meinung von Vattenfall!

Bedauerlicherweise sehen das einige Leute ein klein wenig anders. Während der Streit losbrach, warum Vattenfall sich nicht an die erteilten Auflagen hält, hub die Union, allen voran der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger und gleich darauf auch seine Bundeskanzlerin an zu frohlocken, dass alle deutschen Atomkraftwerke sicher seien – offensichtlich wider besseres Wissen. Oder sollte möglicherweise die prallen Budgets der Atomlobby dafür gesorgt haben, dass die Union sich plötzlich ihrer wahren Bestimmung als Vorkämpferin für die „umweltfreundliche“ Atomkraft erinnerte?

Wie dem auch sei. Sigmar Gabriel, ganz eloquenter Bundesumweltminister brachte den vereinbarten Atomausstieg wieder ins Spiel, den die Union ganz offen ablehnt. Bei einer Mehrheit für schwarzgelb im September dürfte es mit diesem Atomausstieg vorbei sein. Vermutlich brechen dann traumhafte Zeiten für die Atomindustrie an. Noch immer kein taugliches Endlager in Sicht, aber „auf Atomkraft setzen um´s Klima zu retten“? Dabei ist das einzige, was gerettet wird, die Boni für die Manager der Atomkonzerne! Und justament zu diesem Zeitpunkt stellt sich auch noch heraus, dass die Asse leckt wie eine Wasserleitung in einem hundert Jahre alten öffentlichen Klo.

Ja, ok, die Asse ist ja nur ein Versuchsendlager gewesen, so wird behauptet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Dreck da unten liegt und jede Menge Wasser fröhlich da durch plätschert. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass das salzige Wasser radioaktive Rückstände aus den undichten Fässern ausspült und sich dann in großen Pfützen auf den Solen sammelt, die so strahlen, wie ein Vattenfall-Manager, wenn er das Wort Umweltschutz in den verlogenen Mund nimmt!

Auch der Uralt-Reaktor Biblis harrt des viel beschworenen Umschwungs zu einer atomfreundlichen Politik unter der CDU/FDP. Verspricht man sich doch wahrhaft goldene Zeiten, wenn die Restlaufzeiten drastisch erhöht werden und die Reaktoren im Prinzip laufen dürfen sollen, bis sie auseinander fallen – was sie ja eigentlich schon jetzt tun. 1 Million Euro Gewinn pro Tag ziehen die Atomkonzerne aus einem abgeschriebenen (also uralten) Atomreaktor! Wen interessiert da noch die Sicherheit außer denen, die neben solchen Schrottanlagen wohnen? Das sind doch sowieso nur Querulanten, Ökospinner und sonstige unzurechnungsfähigen Leute, die keine Ahnung haben!

Bleibt nur meine inständige Hoffnung, dass die Wähler – in ihrer Weisheit – dem selbstmörderischen Energiekurs der Union und der in sie verliebten FDP des Guido Westerwelle eine klare Absage erteilen mögen.

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Was Neues bei den Grünen? Nö!

Der Europaparteitag der Grünen in Dortmund ist in vollem Gange! Was für ein Bild bieten die Jungs und Mädels , die heute in die Fußstapfen von Joschka und Konsorten treten? Gebügelt und gefaltet wird da ans Rednerpult getreten und geschwafelt, ganz im Stile der „etablierten“ und mittlerweile vom Wähler heftigst abgestraften Volksparteien.

Wo sind sie geblieben, die Turnschuhträger, die pulloverstrickenden Abgeordneten, die auf ihrem „Marsch durch die Instanzen“ die Welt verändern wollten? Haben sie die Welt dabei verändert, oder die Welt sie? Wenn man denen so zuhört, drängt sich einen schon der Verdacht auf, dass Macht – so sie denn erst einmal errungen ist – tatsächlich korrumpiert. Wo die Grünen in den deutschen Bundesländern mitregieren dürfen, drehen sie ihr Mäntelchen so schnell in den richtigen Wind, dass es einem schwnndlig zu werden droht. Heute noch Umweltschutz als oberstes Ziel im Programm, morgen schon irgendwelchen „Sachzwängen“ unterworfen, die sogar das Kohlekraftwerk Moorburg akzeptabel machen (Energie: „Grüne Umweltsenatorin genehmigt Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg“, Artikel auf Spiegel Online am 30.9.2008)!

Werden sie uns und unsere Natur retten können mit dieser Einstellung? Ein bunter Farbtupfer in der eintönig grauen Parteienlandschaft sind sie allemal. Ob sie das halten können, was sie uns versprechen, ist trotz allem fraglich. Bündnis 90/Die Grünen und ihre Kandidaten unterscheiden sich äußerlich nur noch durch ihre roten Krawatten von den Abgeordneten der CDU/CSU/SPD/FDP und mit dem Bild mehrerer Karotten (womöglich sogar gentechnikfrei?) wollen sie für „einen klaren Blick“ und Wählerstimmen werben! Nun ja, wem´s gefällt.

Das „Spitzenduo“ für die Bundestagswahl (zu finden übrigens rechts auf der Startseite unter dem bemerkenswerten Slogan: Die_Gruenen: Heute ist Großkampftag – übrigens ein militärischer Diktus aus der Zeit des Kaiserreichs – übrigens eine Idee des „seligen“ Herrn Ludendorff und das sollte schon zu denken geben, oder?), die im Herbst mit Macht auf uns zurollt? Renate Kühnast und Jürgen Trittin? Ob die´s wohl reißen werden? Schaut euch das mal an und urteilt selber.

Ob die Grünen noch das sind, was sie zu sein vorgeben und ob sie noch die gleichen Ideale haben, wie die „GründerväterInnen“ ist zu bezweifeln. Was sie politisch bewegen können und wollen, müssen sie noch beweisen. Was man bisher gesehen hat, war nicht dazu geeignet, mich (aber meine Meinung ist unmaßgeblich) vom Hocker zu reißen. Wenn Ihr das anders seht – es sei Euch gegönnt, eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu vertreten!