Lieber Gott, mach mich fromm…

…dass ich in Muddis Bettchen komm! Und anschließend sangen sie im großkloalitionären Kabinettschor voller Inbrunst „Ein feste Burg is unser Gott!“ und „Jessas meine Zuversicht“? Alle sin voll auf Linie gebracht. Alle? Nein, ein kleiner Trupp von 23 Verrätern stimmte, von geringfügigen Zweifeln geplagt, gegen Muddis 43. Amtszeit als Bundesschabracke! Aber der G´wissenswurm zwackte dann doch nich so arg, als dass man sich offenbart hätte – zu verlockend sind die Posten und Pfründen wohl gewesen. Aber ein klein bisschen Ungehorsam, da wo´s keiner merkelt, das muss eben einfach reichen…

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In ganz schlechter Verfassung!

Na wenn ma so mit Überwachung beschäftigt is, dann hat der Verfassungsschutz mit der dünnen Personaldecke und den beschränkten Ressourcen ja logischerweise auch überhaupt keine Möglichkeit, Spionageabwehr zu betreiben, oder? Hier geht es um die Abwehr des Kommunismus, Sozialismus und noch viel schlimmeren -ismen, die mir nur grad nicht einfallen. Da bleibt einfach keine Zeit für solch überflüssige Dinge wie den Schutz der merkel´schen KanzlerInnen-Privatsphäre! Aber ein kleiner Tipp am Rande, liebe Frau BundeskanzlerIn; nehmen sie sich die freundlichen Hinweise ihres eigenen Innenfriztens zu Herzen und sorgen sie in ihrem eigenen Interesse selbst für die Sicherheit ihrer Daten. Laden sie sich vertrauensvoll den Bundestrojaner herunter, der alle relevanten Daten von Handy, Smartphone und PC/Laptop abgreift und vollautomatisch (und ohne sie mit lästigen Anfragen zu behelligen) an den Verfassungsschutz weiter leitet, wo sie vorab gesichtet, gespeichert und die wichtigen Informationen selbstverständlich durchgängig anonymisiert, an die „Freunde“ von der NSA und 15 weiteren, vertrauenswürdigen US-Nachrichtendienste weiter geleitet werden!

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Mindestlohn! Und dann?

Wie verkaufe ich einen Misserfolg zunächst bei der Bundestagswahl, dem Parteivolk  als einen Triumph? Nun, zunächst muss ich versuchen, den Leuten klar zu machen, dass ein Stimmenplus von 2,5% ein grandioser Erfolg ist, im Gegensatz zu dem historischen Wahldebakel von vor 4 Jahren, als die SPD mit nur 23% der Stimmen sang- aber doch nicht ganz klanglos unterging!

Okay,  2,5% mehr sind 2,5% mehr. Daran gibt es nichts zu deuteln. Aber nach dem schlechtesten Wahlergebnis in der Geschichte der guten alten Tante SPD, gab es diesmal das zweit schlechteste Ergebnis und das ist ja nun wahrhaftig kein Grund um ausgelassen zu feiern und Jubelgesänge oder Hymnen anzustimmen!

Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um so etwas als Erfolg zu verkaufen. Aber an Phantasie mangelte es den Genossen noch nie. Genausowenig wie allen anderen Wahlverlierern, die aus einer krachenden Niederlage einen prachtvollen Erfolg zu zaubern versuchten, welcher politischen Richtung auch immer sie angehören mochten! Da machen auch die Spezialdemokraten keine Ausnahme.
Nichts ist so alt. wie die Zeitung, oder das Wahlergebnis von gestern!

Und nichts ist so nervig wie nörgelnde Mitglieder oder Wähler überhaupt, die mit nichts zufrieden sind. Zwar hat man vor der Wahl vollmundig verkündet, mit den Grünen koalieren zu wollen, auf keinen Fall aber mit der Union, mit der es ja so gar keine Schnittmengen gäbe. Jedoch nach der Wahl wird alles nicht mehr so heiss gegessen, wie es vor der Wahl lauwarm gekocht wurde. Aus den 25,7%,  die  ihre Stimme deshalb der SPD gegeben haben, weil man auf eine Koalitionszusage mit den Grünen vertraute, wird plötzlich eine Kloalition mit der Union gebastelt, mit der man ja nie wollte, aber auf Grund des Wählerwillens eben nun doch koitieren müsse.

Und  so  wird  aus einem absoluten „nogo“ mit der CDU/CSU ein bescheidenen, aber dennoch staatstragendes „mustgo“, weil man ja eine gesellschaftliche Verantwortung zu tragen habe, die sich jedoch bedauerlicherweise nicht in hammerharter und unbequemer Oppositionsarbeit erschöpft, oder sogar in rot-rot-grünen Sondierungs-, vielleicht auch Koalitionsgesprächen, sondern im Verschachern von Pöstchen, Sicherung von Pfründen und dem Bestreben, den eigenen Arsch gesellschaftspolitisch an die Wand zu drücken!

Was der Wähler davon hält, wird sich gelegentlich bei Neuwahlen zeigen, die irgendwann unweigerlich  kommen, ob es der SPD und/oder der CDU/CSU nun passt oder nicht!

Und mal ganz ehrlich! Dieses Geschwätz von wegen „wir haben die verantwortung, dem Land eine stabile Regierung zu geben“, völlig egal, wie der Wille des Souveräns, auch Wähler genannt, auch aussehen mag, kann ich nicht mehr hören! Man könnte mit Fug und Recht behaupten, der Wählerwille sei die große Kloalition gewesen, wenn man das vorher angestrebt hätte, also offen gesagt:“Ja, wir wollen mit der Union in ihre schwarzen Bettlaken steigen und es wie die Spechte miteinander treiben, als gäbe es kein morgen!“

Das wäre dann okay gewesen – wenn diese Konstellation eine Mehrheit bekommen hätte.

Aber dem war nicht so. Ganz im Gegenteil, man schrie nach den Grünen und band sich an sie, unterstützte sie und fuhr dann zwar ein beschissenes Wahlergebnis ein, aber dies nicht ohne die zumindest theoretische Möglichkeit einer rot-rot-grünen Koalition! Und nun kommt die SPD, in Gestalt der immer durstigen Andrea Nahles anmarschiert und sagt ganz unverfroren, der Wille des Wählers sei die GroKo gewesen? Bei einer solchen Logik, inklusive einer Verdrehung der Tatsachen, fallen mir echt die Eier ab!

Irgendwie bin ich schon echt froh, dass ich mich rechtzeitig von der alten Tante abgesetzt habe. Denn die Verantwortung für das, was jetzt kommt, die wollte ich nicht mittragen!

Ude, die SPD und das Geheimnis des Erfolgs

Ja, sie ist vorbei, Gott sei´s bedankt, ist man geneigt, zu sprechen, die Bayernwahl! Nach einem grandiosen Sieg des Seedoofer Horst sah es ja vorher schon aus, aber dass es dann doch so kam, wie geweissagt, war für den ein oder anderen dann doch überraschend. Besonders für die FDP, die sich behutsam anschickt, in wohl verdienter Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Keine Frage, dass die SPD nicht nur frohlockt, weil sie fast zwei Prozent mehr „errang“ als bei der letzten Landtagswahl in Bayern, die ihr ein Ergebnis von sagenhaften etwas mehr als 18% beschert hatte! Nicht genug damit, dass man, in Verkennung der Realitäten, von einem guten Ergebnis spricht, man raunt auch von Rückenwind für die Bundestagswahl. Nahles klopft dumme Sprüche, Steinkrück will in dieser Wahl die Fortsetzung eines Trends erkennen, da hier in Bayern die 13. schwarzgelbe Katastrophenkoalition abgewählt worden sei – mit der Folge, dass die Schwarzen nun völlig allein regieren! Ist das jetzt Schönreden aus dem Lehrbuch, oder einfach nur Realitätsverlust?

Aber gute Oppositionsarbeit kann ja auch einiges bewirken, wenn sie stattfindet, so sagt man! Einstweilen müssen wir uns aber wohl damit begnügen auch weiterhin Christian Ude beim Antechen des ersten Fasses Oktoberfestbier zuzusehen und seinen weisen Worten zu lauschen, wenn er verkündet: „O´zapft is!“

Ein desaströses Wahlergebnis ist also nach wie vor kein Grund zum Verzweifeln. So schlecht kann kein Ergebnis sein, als dass man es nicht noch schonreden könnte. Denke ich an die letzte Landtagswahl in Bayern, die der SPD ein historisch beschissenes Ergebnis einbrachte, höre ich noch heute die Stimmen der Parteibonzen, die das Ergebnis ein gutes nannten mit der Begründung, es hätte ja auch schlechter sein können! In der Tat, solange auch nur ein Prozent vor dem Komma steht, hätte es wahrhaftig noch schlimmer kommen können!

Und Gottkönig Hoast I. Ihrognaden und höchstselbst, sowie auch persönlich, unumschränkter Herr von Bayern, Schwaben und Franken, stolzieren einstweilen in der Gegend herum wie ein aufgeblasener Pfau, gehüllt in aufwändigst hergestellten Filz, ach nein, feinsten Zwirn und nimmt die Huldigung seiner vom Konservatismus und der katholischen Kirche zurechtgehämmerten Untertanen entgegen. Naja, wenigstens einer, der sich freuen kann, sogar angesichts der holden AignerIn, die mit beinahe frivolem Augenaufschlag verbal in des wahren Herrschers gut geschmierten Analkanal kriecht, um sich dorten einzurichten, bis der Tag der Abrechnung gekommen ist!

Derweil der Aiwanger von den Freien Wählern (ich erlaube mir an dieser Stelle die bescheidene Frage, wovon die eigentlich frei sind, wobei die Antwort wahrscheinlich „Hirn“ lauten muss!) lauthals eine „Dorfmetzgerei-Offensive“ für Bayern fordert. Das ist nicht allzuviel Substanzhaltiges, aber es ist immerhin so etwas wie ein Wahlprogramm. Zwar ist die Eindimensionalität vergleichbar mit derjenigen der Alten Naiven für Deutschland, die erst garnicht angetreten sind, aber wenigstens ist es ein Programm mit Zukunft. Schließlich lässt sich die nach wie vor existente Arbeitslosigkeit nur durch die Schaffung von Arbeitsplätzen weiter senken – und seien es auch nur Arbeitsplätze für füllige Wurst- und FleischereiverkäuferInnen!

Da die Freien Wähler mit ihren grandiosen Forderungen noch vor den Grünen landeten, lässt das nur zwei Schlüsse zu – entweder die Grünen konnten ihr eigenes Programm nicht kommunizieren (was angesichts des verschwurbelten Geschwafels auch nicht verwundern würde), oder der Großteil der bayrischen Wähler ist  tatsächlich so einfältig, wie Seehofer und Aiwanger aussehen!

Schade für die Linken, die mit ihren 2,1% wenigstens die Piraten hinter sich lassen konnten, aber niemand hat daran geglaubt, dass die Linke in BAyern auch nur den Hauch einer Chance hat. In diesem Zentrum des sogenannten Wertkonservatismus, gibt es nichts für Sozialisten zu holen, noch nicht einmal für die durch die Seeheimer geläuterten und zum Marktradikalismus bekehrten Sünder von der SPD. Alles, was die SPD kann, kann die CSU besser. Sie ist populistischer als Berlusconi, verfilzter als der Kölsche Klüngel und erst recht sozialistischer als die Nachfolger der SED, jedenfalls bei Bedarf! Und noch immer gilt in Bayern der alte Grundsatz, das die CSU bestimmt, was konservativ ist. Wer immer noch Zweifel hat, der frage einen echten Bayern und höre staunend die frohgemute Antwort:“Mia san mia!“

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SPD 2.0, oder wenn eine Partei sich selbst zerlegt!

 

Für gewöhnlich ist es so, dass die SPD eine Partei ist, in der man sich gerne mal so richtig fetzt. Ja, manchmal fliegen derart die Fetzen, dass man fast täglich damit rechnet, es könnte sich mal wieder ein Flügel von der guten alten Tante SPD abspalten, wie schon einmal geschehen. Damals trennte sich ein Teil der SPD-Linken von der Sozialdemokratie und bildete mit der WASG eine linke Alternative, die sich später mit der PDS zur „Linken“ zusammenschloss!

 

Dieser Aderlass macht der SPD heute noch zu schaffen, wenn man die politischen Eckpunkte betrachtet. Wirkliche linke Positionen, die die Interessen der Arbeiter und Angestellten vertreten, gibt es nicht mehr. Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener wählen, wenn überhaupt, nur noch die Linke oder rechtsradikale Parteien um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Die SPD leidet nicht nur an Auszehrung, sondern an galoppierender Schwindsucht. Da nützt es überhaupt nichts, wenn man pro forma einen rechten SPD-Kandidaten wie Peer Steinbrück mit einer pseudolinken Programmatik knebelt und ihn in die Kanzlerkandidatur treibt, die ihm wohl von Anfang an nicht schmeckte. Jedenfalls nicht so!

 

Was ihm an einer Übernahme der Kanzlerschaft liegt, kann man am sogenannten Kompetenzteam erkennen. Nichtssagende Namen, völlig unbekannte und offensichtlich auch absolut bedeutungslose Personen, die bestenfalls die Aufgabe haben, Steinbrück, den Problempeer, besser dastehen und kompetenter aussehen zu lassen, als sein Team!

 

Dazu gehört nicht sehr viel. Ein Teil der Kompetenzgenossen hat seine besten Tage bereits weit hinter sich gelassen, der Rest hat sie wahrscheinlich noch nicht einmal vor sich.

 

Und Steinbrück, zu Tränen gerührt durch seine Frau, hat auch nicht die geringste Lust, die SPD in die Regierungsverantwortung zu führen. Denn das, was er da führt, mag sicher vieles sein, ein Wahlkampf ist es nicht!

 

Wer nicht einmal mehr empört aufschreit, wenn CDU/CSU, oder die FDP ein ums andere Mal gekonnten, wenn auch sicher ungewollte, Steilvorlagen für heftige Auseinandersetzungen liefern, der hat in den Augen der Wähler resigniert, bevor er überhaupt angefangen hat wahlzukämpfen.

 

Machen wir uns nichts vor. In der SPD gibt es nichts, was einer Führungsfigur auch nur annähernd nahe käme. Es gibt keine jungen und unverbrauchten Kandidaten, die man ins Rennen um ein Amt schicken könnte. Was früher jung, revolutionär aus der SPD-Jugendorganisation der Jusos heraus kam, ist heute aalglatt und rund gelutscht, wie es die Parteibonzen gerne haben. Menschenmaterial, das sich nach ihrem eigenen Vorbild formen lässt und genau das ist die Krux!

 

Unangepasste Jusos sind weder erwünscht, noch gibt man ihnen die Möglichkeit, sich in die Politik einzubringen. Schließlich könnten sie einfache SPD-Mitglieder mit linkem oder gar revolutionärem Gedankengut infizieren und das will schließlich keiner im mittleren und oberen Management der ehemaligen Volkspartei SPD!

 

Dabei brauchen wir weder einen Steinbrück 2.0, noch eine Andrea Nahles mit Seeheimer-Update. Wir brauchen keine akademischen Sesselfurzer, die bereits gleich nach dem Studium ihren Arsch irgendwie an die Wand zu drücken versuchen, um erst einmal die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und erst Recht brauchen wir keine abgehalfterten, verbrauchte und im Dienst ergraute und mittlerweile völlig desillusionierte Funktionäre, die sich hinstellen und alte sozialdemokratische Tugenden beschwören und mit Tränen im Knopfloch das alte Kampflied „Wann wir schreiten Seit´ an Seit`“ zum Gehupe einer Bergmannskapelle schmettern!

 

Wir brauchen Menschen, die aus dem Berufsleben kommen, Handwerker, Facharbeiter, Angestellte, Arbeiter, Menschen also, die ein gewisses Maß an Lebenserfahrung besitzen! Wir brauchen Menschen, die wissen, was es bedeutet, von der eigenen Hände Arbeit zu leben und im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu verdienen, anstatt mit dem güldenen Löffel im Mund geboren zu werden, bevor sie meinen Entscheidungen treffen zu müssen, die für die einfachen Leute bedeuten, dass ihre Rente dramatisch sinkt und sie dadurch im Alter zu Bittstellern degradiert werden.

 

Von Anerkennung der Lebensleistung kann unter solchen Umständen keine Rede sein, geschweige denn von einer Anerkennung für die Erziehung von Kindern!

 

Mit solch banalen Sorgen brauchen sich Abgeordnete nicht zu belasten. Ihre Altersvorsorge ist als durchaus üppig zu bezeichnen und dagegen wäre auch nur dann nichts einzuwenden, wenn sie statt Wasser zu predigen, nicht gleichzeitig lieber Wein saufen würden!

 

All diese Aspekte, die die Sorgen und Nöte einfacher Menschen betreffen, und die sind nun mal die Mehrheit in einem Staat, müssen eine größere Rolle in der Politik spielen. Dabei verlange ich ja noch nicht einmal Privilegien! Ich verlange jedoch auch die Abschaffung von Privilegien für Konzerne, für Unternehmer, für reiche, für Besserverdiener, weil ich nicht einzusehen vermag, dass es unmoralisch sein soll, wenn gut betuchte Menschen prozentual deutlich mehr Steuern zahlen sollen, als Durchschnittsverdiener! Und wenn ich „deutlich“ sage, dann meine ich auch deutlich!

 

Der Abbau des Sozialstaats, ja die Schleifung der Grundfesten dieses Sozialsystems aber schreitet mit einer Geschwindigkeit voran, die beängstigend ist! Begründet wird das alles mit der Globalisierung, mit der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit., ganz so, als sei ein Staat nur eine andere Art von Unternehmen, quasi ein Großkonzern, der nicht nur genauso geführt werden muss, wie ein Konzern, sondern auch Profit abzuwerfen hat.

 

Wenn dem nicht so ist, wenn also die Gewinne nicht mehr sprudeln, dann wird mit denselben Maßnahmen darauf reagiert, wie man dies bei großen Unternehmen zu tun pflegt, obwohl man sich der Tatsache bewusst ist, dass genau diese Maßnahmen (in aller Regel handelt es sich dabei lediglich um Sparmaßnahmen), den Untergang nicht verhindern, sondern lediglich hinauszuzögern imstande sind! Das Ende kommt meist unausweichlich. Die sogenannten „Rettungsmaßnahmen“ bieten dann nur noch den vormaligen Profiteuren die letzte Gelegenheit, sich die Taschen final voll zu schaufeln!

 

Leidtragende und diejenigen, die die Zeche bezahlen müssen, sind immer die kleinen Leute. Im Konzern werden sie entlassen, während das Management mit üppigen Prämien und Abfindungen ausgestattet nach oben weggelobt, als Bürger eines Landes werden stracks die Steuern erhöht, die Renten gekürzt, die Gesundheitsfürsorge rasiert, die Arbeitslosenhilfe verringert.

 

Und es gibt noch viel mehr, was in den Augen der Politik nicht nur überflüssig, sondern vor allem auch lästig ist. Deswegen setzt man auch hier mit großer Intensität das Streichkonzert fort! Mitarbeiter in Behörden, Justiz, Polizei und Stadtverwaltungen sind nicht nur faul, sondern auch teuer. Öffentliche Dienstleistungen schmälern die Profite, die Infrastruktur muss unterhalten, repariert und erneuert werden, das kann man sich sparen, wenn man PPP-Verträge abschließt (meint man, bis man dann die Rechnungen für das zurück mieten erhält und sie 30 oder mehr Jahre an der Backe hat!).

 

Kultur braucht kein Mensch, wohl aber Sportveranstaltungen nach dem Motto „Brot-und-Spiele“, weshalb man diese Großveranstaltungen auch großzügigst steuerlich begünstigt. Und der dieser Dinge sind noch viele mehr. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

 

All dies hat die SPD nicht mehr auf dem Schirm. Seit den 80er Jahren, als der „Genosse der Bosse“ das Steuer ergriff und den Kurs radikal von stramm links, vorwärts zum Wohle des Volkes, in stramm rechts, volle Kraft zur Profitoptimierung der Wirtschaft änderte! Die Seeheimer setzten sich und ihre Ideen des Pragmatismus durch, was sich in einer bedingungslosen Hörigkeit für wirtschaftliche Interessen äußerte und eine Abkehr von den grundlegenden Prinzipien der Sozialdemokratie zur Folge hatte.

 

Noch heute ist der unselige Einfluss dieses Seeheimer Kreises überdurchschnittlich groß, gemessen an der Zahl seiner Protagonisten. Arbeitnehmerinteressen sind hingegen völlig hinten runter gefallen und finden so gut wie keinerlei Berücksichtigung mehr in der SPD-Programmatik! Nur wenn mal wieder Wahlen anstehen, erinnert man sich daran, dass man nur dann regieren kann, wenn man von einer Mehrheit der Wahlberechtigten gewählt wird. Vorausgesetzt, man will überhaupt regieren.

 

Und dann verspricht man auch schon mal dem Pöbel das ein oder andere Bonbon, das dann nach der Wahl irgendwo zwischen „kann-man-leider-nicht-finanzieren“ und „dafür-gibt-es-im-Bundesrat-leider-keine-Mehrheit“ verloren geht!

 

Wahlkampf ist Kampf! Wahlkampf ist Auseinandersetzung um das beste Programm. Wahlkampf ist Kampf um jede einzelne Wählerstimme, nicht verzagte herumdrucksen und weinerliches Geheule, wie böse doch alle andern sind, wie edel aber man selbst! Wer nicht kämpfen will und nicht kämpfen kann, hat in einem Wahlkampf nichts verloren, schon gar nicht als Spitzenkandidat!

 

 

Voll abgeschottert?

Ist wirklich erstaunlich – wenn man die Gleise schottert, auf denen ein Castor-Transport rollen soll, dann ist das eine Straftat, ebenso der muntere Aufruf, daran teilzunehmen! Ganz anders liegt die Sache jedoch, wenn der Staat, bzw. sein Sozialsystem geschottert wird, also die Kohle des Steuerzahlers aus allen Poren gezogen wird, um sie in die Banken zu pumpen – was man in gewisser Weise auch als „Schottern“ bezeichnen könnte. Das nämlich ist weder strafbar, noch sonst irgendwie ehrenrührig. Nein, es ist eine Heldentat…

Da kann man hundert mal schreien dass, wo Unrecht zu Recht wird, Widerstand zur Pflicht werde! Wenn Du dann vor dem Gericht stehst, dann ist es scheißegal, was Dir Dein Gewissen gesagt hat, weil die Richter nämlich Recht sprechen. Und wenn´s wirklich drauf ankommt, dann ist es mit der Pflicht zum Widerstand nicht mehr weit her.

Natürlich weiss ich, weiss ein jeder, der sich ein wenig damit beschäftigt, das „Schottern“ im Sinne von „den-Schotter-aus-dem-Gleisbett-holen“ kein Kinderspiel ist. Deswegen tun es auch Erwachsene, Menschen, die dem Staat und seinen Vollzugsorganen Widerstand entgegen setzen, weil sie mit dessen Vorgehen nicht einverstanden sind! Aber nicht nur die „Täter“ wissen es, nein, auch die Organe des Staates, die sein Tun schützen (müssen), unabhängig davon, ob es wirklich rechtens ist, oder nicht. Und das „Schottern“ – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – ist gefährlich…für einen mit Fullspeed über das Gleisbett hinweg donnernden ICE. Es kostet allerdings Geld, das Gleisbett im Anschluss an die Aktion wieder in Ordnung zu bringen und das ist die Krux! Das will keiner zahlen. Dafür braucht man einen Dummen, dem man sowas auf´s blaugeklopfte Auge drücken kann – quasi wie eine staatlicherseits verordnete Kühlkompresse nach der gewaltsamen Auflösung einer Demo!

„Schottern“ ist unangenehm! Für die Bahn, den Betreiber des Schienennetzes (wobei es sich oft genug und wunderbarerweise ebenfalls um die Bahn handelt), die Spedition, die den Castor für teuer Geld von „A“ nach „B“ bringen müssen darf, oder auch von Sellafield nach Gorleben, von La Hague nach der Asse, oder wohin auch immer. Ob es aber wirklich gefährlich ist, möge dahin gestellt bleiben. Schließlich erzählt man uns andauernd, wie sicher diese Castoren sind, denen Flugzeugabstürze nichts ausmachen sollen, erst recht keine Entgleisungen und/oder Crashs auf freier Strecke! Aber bitte, Leute, schottert nicht, denn DAS ist gefährlich, denn es untergräbt nicht nur die Gleisbetten, sondern auch – und das dürfte wohl viel schlimmer wiegen – die „Autorität“ dieser Republik.

Es geht schließlich nicht an, dass ein paar behämmerte Öko-Emos den sicheren Transport radioaktiver Abfälle auf diesen unseren Gleisen stören, oder gar verhindern und die Bundesregierung, die Polizei und die Justiz doof aussehen lassen. Das kriegen die ganz prima alleine hin…

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Die Schere zwischen arm und reich – ein gottgegebenes Recht im kapitalistischen Heilssystem?

Für die meisten Menschen, vor allem, wenn sie „liberal“ und „konservativ“ sind, ist es ja ein geradezu unerhörter Vorgang, wenn man von den Reichen verlangte, sich in irgendeiner Form (womöglich sogar mit Geld) an der Finanzierung des Staates und der Gesellschaft zu beteiligen. Ich meine, Solidargemeinschaft? Das war doch gestern, oder vielleicht sogar vorgestern. Heute gibt es die Ellenbogengesellschaft, die sich bewährt hat und diejenigen bevorzugt, die sich selbst helfen (können, weil sie genug Geld haben). Alle andern gehören zum Pöbel, sind wertloses „Humankapital“, Kostenfaktoren, die es zu verringern, am Besten auszumerzen gilt – wer nichts leistet, baucht nix fressen, lass uns Herr, das nie vergessen. Det ham wa doch ooch schon ma irgendwo gehöert?

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