Rücktritt? Aber nicht doch!

Da habe ich heute morgen doch einmal ganz genau zugehört, was der große Vorsitzende da so von sich gab.Und was soll ich dazu sagen? Naja. Ein bisschen Selbstkritik, denn das kommt immer gut an bei der SPD. Ein wenig Lamento um die soziale Gerechtigkeit und das die Angst der Menschen vor einem Alter in Armut diese umtreibe, denn das ist allgemein bekannt. Und die Erkenntnis, dass es ein Fehler war, Kapitalerträge steuerlich deutlich günstiger zu stellen, als Arbeit, weil man sehr wohl weiss, dass sich daran in den nächsten hundert Jahren mangels Masse sowieso nichts ändern wird. Und dann, in zwei Halbsätzen, das Wort Agenda und sonst nichts weiter, weil man die nach wie vor für richtig und natürlich unverzichtbar hält! Aber nun beginnt ja die Diskussion um „Werte“ in der SPD? Unter anderem mit einem Vortrag des neuen DIW-Chefs Fratzscher! Und zum Schluß noch die bahnbrechende Erkenntnis, dass man den Kampf um die „politische Mitte“ (wo ja nach allgemeinem Verständnis die ganzen benachteiligten Arbeiter, Leih- und Zeitarbeiter, die Arbeitslosen, Rentner und Alleinerziehenden zu finden sind) nun intensivieren wolle. Eine Entschuldigung für all das Leid, dass die Agenda 2010 und Hartz IV mit sich brachten? Achwo, wieso denn auch? Na, denn man tau, Alter!

Dementsprechend ist auch von Rücktritt keine Spur. Jedenfalls jetzt noch nicht. Und gleichwohl der seltsame Herr Markwort nochmal einen drauflegt und sich nun als das Opfer einer Anti-Rücktrittskampagne der SPD sieht. „Gewisse Kreise“ in der SPD haben den Rücktritt von Gabriel verhindern wollen und ihn, Markwort, dazu missbraucht und diese „Information“ an ihn weiter gegeben! Und weil ihm die SPD und das Schicksal der kleinen Leute ja so sehr am Herzen liegen, hat er es dann wohl auch sofort weiter gegeben. Oder, was eher zu vermuten steht, er wollte der SPD noch eins mitgeben? Denn solange Gabriel an der Spitze steht und damit die Agenda 2010 und Hartz-IV personifiziert wie kaum ein zweiter, wird der SPD der Weg in den Abgrund als der leichter gangbare Weg erscheinen. Das „weter so!“ ist ja schon zu dem neuen Credo der Spezialdemokraten geworden!

weiterführende Links: 

Werbeanzeigen

Lügen haben blonde Haare

Gretel Schröder, die weibliche Antwort der Union auf Baron von Münchhausen, lügt dass sich die Balken biegen! Wir wissen zwar nicht, welches Gutachten sie gelesen hat, aber wir empfehlen im Zweifelsfall lieber im Original zu blättern. Dann ist das Ergebnis meist nicht ganz so peinlich! Andererseits sehen wir hier wieder einmal, wie genau es die gesamte Union mit der Wahrheit nimmt, von der wir zwar immer geahnt haben, dass sie nicht nur subjektiv ist, sondern auch selektiv wahrgenommen wird. Aber eine Lüge bleibt eine Lüge – jedenfalls in meinen Augen!

Und da die Institute  DIW, Ifo und ZEW, die von der schwarzgelben Bundesregierung selbst beauftragt wurden, die Wirksamkeit ihrer familienpolitischen Maßnahmen zu überprüfen und zu bewerten, ist das Ergebnis besonders bemerkelnswert. Aus dem Verhalten von Frau Schröder kann ich daher nur einen Schluß ziehen, den ich wie folgt (ein wenig frei) und mit des weisen Christian Morgensterns Worten zitieren will:

Und sie kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt sie messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

weiterführende Links: