Der Fortschritt ist eine Schnecke…

…und sie fährt elektrisch! Niemand, wirklich niemand kann von mir behaupten, ich würde rundweg die E-Mobilität ablehnen. Im Gegenteil ich bin ein absoluter Fan elektrischer Fahrzeuge jeder nur denkbaren Spielart, weil ich an diese Art der individuellen Mobilität in der Zukunft glaube. Nicht in der Art glaube, wie man in der Kirche glaubt, eher deshalb, weil ich überzeugt davon bin, dass dies die vernünftigste aller denkbaren Lösungen ist.

So war ich hocherfreut (das Wort „extatisch“ möchte ich in diesem Zusammenhang aber lieber doch nicht verwenden), als mein Chef mir im Sommer ketzten Jahres eröffnete, dass die nächsten Dienstfahrzeuge elektrische sein würden. Null CO2-Ausstoss! Reichweite „bis zu“ 140 km pro Ladung! Sogar mit Klimaanlage! Und von Renault – ein Kangoo nämlich!

Naja, man kann Renault-Fan sein, muss man aber nicht. Ich hab früher ma den ein oder anderen Renault Kangoo gefahren, mal mit Benzin-, aber auch mit Dieselmotor und ich war immer relativ zufrieden gewesen. In Meiner Jugend war ich eine zeitlang stolzer Besitzer eines Renault R4 gewesen, mit einem Stoffdach, dass einem im Sommer großzügig Sonnenschein im Wagen bot und bei Regen und im Winter jede Mange Wasser und/oder Eis. Aber er fuhr und fuhr und fuhr, fast so wie ein VW Käfer, nur nicht so zuverlässig. Die Urlaube, die ich mit diesem Fahrzeug in der Ardêche verbrachte oder am Mittelmeer, waren legendär und bis heute denke ich mit großer Freude daran zurück.

Aber mit der Zeit steigen die Ansprüche an Komfort und Zuverlässigkeit, was will man machen. Schließlich werden wir alle nicht jünger und bei der komplizierten Automobiltechnik der heutigen Zeit ist es fast aussichtslos, mit einem 25-teiligen Ratschenkasten und ein paar Gabelschlüsseln sämtliche möglicherweise anfallenden Reparaturen auf dem Standstreifen der Autobahn selber durchzuführen.

Kurz nach der fröhlichen Verkündigung, dass unser Betrieb zum Vorreiter der Elektromobilität in Deutschland werden sollte, keimte in mir die Frage auf, wo und wie man denn die Batterien des elektrischen „Renners“ aufladen sollte? Also frug ich meinen Herrn und Meister und erntete einige verwunderte Blicke. Weder am Standort, noch unterwegs (ich befahre regelmäßig ein bestimmtes Gebiet) waren Ladestationen geplant oder vorgesehen und, das erfuhr ich bei dieser Gelegenheit auch gleich, aus Kostengründen war das beantragte Navi, mit dem man eventuell (wenn man die entsprechende Software besorgte) öffentlich verfügbare Ladestationen hätte finden und anlaufen können, wenn der Saft zur Neige ginge, aus Kostengründen gestrichen worden!

Soweit so nicht gut! Nachdem ich diesen ersten herben Dämpfer gerade verdaut hatte, kamen mit nur 4 Monaten Verspätung die ersehnten elektrischen Kangoos endlich an. Ein Autotransporter stellte sie vor der Firma ab und voller freudiger Erregung fuhren wir die Wagen an die vorgesehenen Stellplätze, verlegten Verlängerungskabel und begannen die Batterien zu laden.

 

Renault Kangoo ZE sieht ziemlich schick aus, wie er da so steht…

Die Tatsache, dass die Ladedauer bei Anschluss des Wagens an eine Haushaltssteckdose ca. 12 Stunden betragen sollte, konnte unseren Enthusiasmus nur bedingt dämpfen. Wir, mein Kollege und ich, brannten auf die erste Probefahrt, umweltfreundlich, nachhaltig und elektrisch.

 

…hier wird er „betankt“ per Ladekabel und Steckdose

Der nächste Tag war ein kalter Wintertag. Das Thermometer zeigte satte 0 °C und die digitale Reichweitenanzeige des Tachos, zu unserem großen Erstaunen, trotz einer langen Nacht am Ladekabel und voll aufgeladenem Akku, eine Reichweite von knapp 80 km an! Egal, wer wird denn schon so kleinlich sein, dachte ich bei mir, sprang in den Wagen und surrte davon…

 

Sieht eigentlich ganz normal aus, das Armaturenbrett nebst Lenkrad!

Ich hatte gerade den Parkplatz verlassen und dabei eine Strecke von vielleicht 150 m zurück gelegt, da hatte sich die Reichweite bereits um 4 km verringert. Kurzes Grübeln ließ mich zu dem Schluss kommen, dass das Fahren mit einem Elektrofahrzeug womöglich einen anderen Fahrstil erforderte, als den gewohnten. Etwas mehr Ökonomie konnte sicher nicht schaden, ebenso wenig etwas mehr vorausschauendes Fahren. Aber die rasante Abnahme der Reichweitenanzeige lies sich nicht spürbar verlangsamen und so begann ich leise Zweifel daran zu hegen, ob der Einsatz von Elektrofahrzeugen mit Bleiakkus wirklich eine so gute, nachhaltige Idee war, wie die Hersteller dieser Fahrzeuge es so vollmundig zu behaupten pflegen.

 

Das Lade- und ein Verlängerungskabel sollte man immer dabei haben

Die Möglichkeit elektrische Energie zu speichern, hält sich bis heute in engen Grenzen, wenn man ein elektrisches Fahrzeug in einem halbwegs akzeptablen Preisrahmen halten (und es auch verkaufen) will. Und dabei ist so ein Satz lumpiger Bleiakkus schon recht teuer, wenn man ihn ersetzen muss. Geschätzte 8.000,- bis 10.000,- € muss man dafür hinblättern, oder man least die Batterien für teures Geld gleich mit dem Fahrzeug zusammen. Lithium-Ionen-Akkus, die ein richtig gutes Ladepotenzial aufweisen, sind fast unbezahlbar. Nicht umsonst bewegt sich der Kaufpreis für einen Tesla, der meinen bescheidenen Ansprüchen gerecht werden könnte, in einem Bereich, der weit jenseits der 100.000,- €-Grenze liegt. Aber so viel bin ich meinem Chef (aus nahe liegenden Gründen) nicht wert!

Was nützt als das Gezerfe? Nichts! Genau und deswegen „rauschte“ ich also los, um meiner Arbeit nachzugehen und stellte ziemlich verblüfft nach etwa 10 km fest, dass im Display des Tachos plötzlich die Warnung auftauchte „Bremssystem defekt“ und eine leuchtend rote Anzeige, die mich im Befehlston aufforderte, sofort einen STOP einzulegen! Wer bin ich, dass ich Befehle missachten würde, zumal wenn die eigene Sicherheit davon abhängt und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer? Ich fuhr rechts ran, schaltete den Wagen aus, zog den Zündschlüssel und beschloss, den Wagen von außen zu betrachten, in der Hoffnung auf eine göttliche Eingebung, die aber leider ausblieb. Vermutlich rächt sich nun dass ich schon vor mehr als 20 Jahren aus der Kirche auchgetreten bin.

 

Macht schon was her – das war´s aber auch schon!

Ein besorgter Anruf in der Werkstatt meines Vertrauens brachte die bahnbrechende Erkenntnis, dass die Bremse wieder funktionieren sollte/könnte, wenn man nach einer Wartezeit von ein paar Minuten den Wagen wieder starten würde. Also stezte ich mich wieder hinein, drehte den Zündschlüssel und siehe da, die Anzeige verschwand, das Fahrzeug setze sich problemlos in Bewegung und liess sich sogar bremsen – bis nach drei weiteren Kilometern erneut die Anzeig davor warnte weiter zu fahren. Diesmal war ich bedeutend zorniger, als ich in der Werkstatt anrief und nachdem ich von einer netten Telefonstimme weiblichen Geschlechts zuerst getröste, dann beruhigt und anschließend gebeten wurde die Werkstatt anzufahren (aber nur, wenn das nicht zuviel verlangt wäre…).

Man empfing mich freundlich aber ratlos. Der Mann, der sich mit den Elektrofahrzeugen auskenne sei leider gerade nicht da. Er müsse seinen restlichen Urlaub abbauen, hiess es, aber man könne versuchen, mit dem Computer die Fehlermeldungen auszulesen, dann wäre das Problem wahrscheinlich „erstmal“ behoben. War es auch! Da mein Bedarf an Warnleuchten und nervösen Displays mittlerweile gedeckt war, fuhr ich in den Betrieb, stellte das Fahrzeug ab, hängte es an das Ladekabel (denn mittlerweile war nach nur 30 gefahrenen Kilometern – in Worten „dreißig“!) und fuhr mit meinem guten alten Diesel-Caddy davon!

Heute ist Montag! Wie alle Montage ist es ein beschissener Tag. Ich hatte über das Wochenende beschlossen, es noch einmal neu mit meinem Elektro-Kangoo zu versuchen. Wir hatten vielleicht einfach nur einen schlechten Start erwischt. Also vergeben und vergessen, Ladekabel gezogen, zusammen gerollt und in den (zugegebenermassen) sehr großzügigen Kofferraum geschmissen, Zündschlüssel rein, rumgedreht und losgezerrt, begleitet von einem leisen summenden Geräusch.

Angesichts der nicht vorhandenen Fahrgeräusche frage ich mich schon, wie Fußgänger reagieren, wenn sie das ziemlich große und recht schnelle Fahrzeug nicht hören, aber plötzlich vor neben oder hinter sich gewahr werden. Aber ich kann mich nicht um alles kümmern. Soll ich vielleicht bei Wind und Wetter mit offenem Fenster herum fahren und mit dem Mund laute brummende Geräusche machen, damit man mich hört, so wie wir Kinder es in unserer Jugend mit den Matchboxautos gemacht haben?

A Propos offenes Fenster. Wer sich mit dem Gedanken trägt, im Winter in einem Elektrofahrzeug die Heizung einzuschalten, kann mit großer Freude zur Kenntnis nehmen, dass sich sein Aktionsradius, abhängig von seinem Wärmebedürfnis, noch einmal um etwa die H#lfte verringert. Dasselbe gilt umgekehrt im Sommer für den Einsatz der Klimaanlage. Also verzichtet man genervt auf beides und dreht das Radio leise, um den Akku nicht durch lautes Musik hören über Gebühr zu beanspruchen und lässt sich so fast bis zu den Ursprüngen des Autofahrens in den 50er und 60er Jahren zurück führen. Diese Erfahrung hat – angesichts der heutigen theoretischen technischen Möglichkeiten – schon etwas brachiales, minimalistisches…

Kaum erwähnenswert ist wohl, dass mich nach etwa 7,5 km die grausame Realität in Gestalt der Warnung vor einem defekten Bremssystem im Display einholte. Ich fuhr den Wagen in die Werkstatt, wo man mir eröffnete, dass der Mann, der sich mit den Elektroautos auskennt, zwar nicht mehr im Urlaub ist, nun aber für eine ganze Woche auf einem Seminar zum Thema „Fehlerbehebung am Elektrofahrzeug“ gereist sei. Hoffentlich nicht mit einem Elektroauto von renault, denn sonst kommt er dort sicher nicht an, zumindest in diesem Jahr…

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Elektro-Fahrräder – Mobilität von Morgen!

Nachdem ich schon den ein oder anderen Artikel zum Thema Fahrrad und Mobilität auf diesem Blog veröffentlicht habe, will ich heute mal ein wenig über die Elektromobilität schreiben. Dabei soll es heute vor allem um elektrisch angetriebene Fahrräder gehen die entweder ganz oder teilweise den pedalierenden Fahrer bei seinem manchmal doch sehr anstregeneden Tun unterstützen. Besonders mit schwerer Beladung, heftigen Anstiegen in bergigen Gegenden und oft auch zunehmendes Alter, können einem die Lust und die Freude an der Bewegung in frischer Luft deutlich verleiden.

Freilich ist so ein Elektro-Fahrrad, besonders, wenn es gewisse Qualitätsstandards erfüllen soll, nicht gerade eine billige Anschaffung, die man mal eben so aus der Portokasse bezahlt. Und auf Qualität sollte man schon achten, wenn man sicher sein will, dass einem das Teil bei der ersten stärkeren Belastung nicht unter dem Arsch zusammen bricht! Und da bietet sich als Alternative ein Bausatz an, den man mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst installieren können sollte. Zumal, wenn einem eine komplette Einbauanleitung mitgeliefert wird. So wird man also in die Lage versetzt, aus einen bereits vorhandenen Drahtesel in ein elektrisch angetriebenes Fahrrad zu verwandeln, mit allen Vorteilen, die das im Allgemeinen bietet! Leise, schnell, weniger eigener Kraftaufwand und eine erhebliche Erweiterung des Aktionsradius. Und erheblich umweltfreundlicher als das Verbrennen fossiler Brennstoffe in einem Auto (hier nenne ich in der Regel als Hinweis auf den verbreiteten automobilen Wahnsinn besonders gern den Porsche Cayenne Turbo mit seinen 500 PS, will aber dieses eine mal ausnahmsweise darauf verzichten o.O)

Wie sieht die Zukunft der Elektromobilität aus?

Nun, ich bin ein großer Freund von Design-Ideen, die futuristische Fahrzeuge zeigen, seien es nun 2-, 3- oder 4-rädrige Gefährte. Aber für meinen Geschmack müssen sie unbedingt elektrisch sein, da ich diese Form die individuellen Mobilität nicht nur für die zukunftsträchtigste, sondern auch für die ökologisch vernünftigste halte. Klar gibt es Leute, die sind da anderer Meinung. Die vertreten den Standpunkt, elektrische Mobilität sei mindestens genauso umweltschädlich wie der Individualverkehr, der sich auf die Verbrennung von fossilen Energieträgern stützt. Schließlich müsse auch die Elektrizität in Kraftwerken erzeugt werden, die von Elektromobilen und Elektrofahrrädern verbraucht wird. Zwar ist das richtig, verschweigt aber bewusst die Tatsache, dass Elektrofahrzeuge möglichst leicht und doch stabil konstruiert werden, weil ihre Akkus in der Regel ein ganz erhebliches Gewicht besitzen, wenn eine größere Reichweite gewährleistet werden soll. Aber die Akkutechnik schreitet voran und die Akkus werden mit jeder neuen Generation leichter und lassen sich immer schneller aufladen.

Betrachtet man den Bereich der Elektro-Fahrräder und der Dreiräder, kann man einen Trend erkennen zu extremem Leichtbau, verbunden mit kleinen Elektrokomponenten und kleinen, leichten Akkus, die eine akzeptable Reichweite garantieren. Die Elektrofahrzeuge der Zukunft sind klein, leicht undbesitzen höchstens 2 Sitzpläze. Mehr werden in der Regel nicht benötigt. Und das diese Teile absolut verschärft designed werden können, zeigen die Bilder, die hier in diesem Bike-Blog zu finden sind. Klickt Euch mal durch und stellt Euch dann vor, mit so einem krassen Teil durch die Gegend zu fegen. Also mir würde das einen Heidenspass machen. Für die täglichen Erledigungen ist eine Reichweite von 50-60 km absolut ausreichend. Morgens zur Arbeit, Abends wieder heim und danach noch zum shoppen in die Stadt (wo man mit so einem kleinen Teil garantiert immer einen Parkplatz bekommt), vielleicht mit der/dem Liebsten. Und Sorgen um die „Umweltzonen“ in vielen Städten braucht man sich auch keine mehr zu machen.

Aber ganz so einfach ist es mit der Elektrifizierung von 2-Rädern nun auch nicht. Es gibt da, wie in unseren Gefilden nun mal üblich, die üblichen bürokratischen Hürden. Zwar sind wir hier angeblich das Land der Dichter und Denker, aber wer hier dichten und denken (und vor allem erfinden und konstruieren will) der sollte dabei tunlichst die einschlägigen Vorschriften und Gesetze beachten. Sonst zieht er am Ende die Aufmerksamkeit der Staatsmacht auf sich und die kennen mit Leuten, die sich ohne Fahrerlaubnis und/oder Zulassung oder was auch immer auf öffentlichen Straßen bewegen kein Pardon – da kann man so umweltfreundlich fahren wie man will. Es gibt die sogenannten Pedelec (das sind Teile, die den Radler mit elektrischer Unterstützung entlasten und nur dann Power geben, wenn gleichzeitig in die Pedale getreten wird). Die sind führerscheinfrei, wenn der Motor bis max. 25 km/h unterstützt. Sogenannte E-Bikes, deren elektrische Antrieb auch ohne die Unterstützung durch einen kräftigen Tritt in die Pedale abgerufen werden kann, sind versicherungspflichtig und es wird ein Mofa-Führerschein aber kein Helm benötigt! Wer´s genauer wissen möchte, sollte sich durch die einschlägigen Publikationen lesen oder bei einem Verein erkundigen, die sich mit der MAterie befassen. Denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

weiterführende Links:

  • Akku Bike.de (Seite, die Umrüstsätze für Fahrräder anbietet, zu relativ moderaten Preisen. Ein Ladengeschäft gibt es nicht, dafür ist die Homepage sehr informativ und man kann auch Probefahrten vereinbaren. Die Einbausätze bewegen sich preislich zwischen 240,- und 255,- €).
  • Energie Technik Silz ETS (Das ETS- Elektro-Bike wird in verschiedenen Versionen als komplettes Rad geliefert und die Preis ebewegen sich zwischen 1.348,- € für ein Klapprad und bis zu 2.398,- € für ein komplettes Dreirad).
  • PDA-Tech (Seite mit Umbausätzen in verschiedenen Preisklassen, z.T. gebraucht, scheint recht günstig zu sein)
  • ExtraEnergy e. V. (Verein für Elektro-Leichtfahrzeuge).
  • akkurad.com Lohmeyer Leichtfahrzeuge (3-rädrige Leichtfahrzeuge und Umrüstsätze für alle möglichen Fahrzeuge)
  • eROCKIT (von mir immer wieder gern präsentierte Homepage zu einem elektrisch betriebenen Zweirad, dass in seiner Konzeption schlicht einmalig sein dürfte. Ich persönlich empfinde dieses Teil als eine der ästhetischsten Fahrmaschinen der neueren Zeit. Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung. Einziges wirkliches Manko dürfte der zu erwartende astronomische Preis von um die 10.000,- € sein!).

Schwachsinn auf Rädern!

Wer gemeint hat, die Automobilkonzerne hätten endlich den Zug der Zeit erkannt und gäben nun in der nahen Zukunft vernünftigen Autos, mit vernünftiger Motorisierung (am besten schon bald mit umweltfreundlichen Hybrid-, Wasserstoff- oder sogar Elektroantrieben) den Vorzug, der muss sich angesichts dieses Monsters von Brabus eines Besseren belehren lassen. Ist der Mercedes Geländewagen der G-Klasse schon ein echter Anachronismus, was sowohl seinen cw-Wert, als auch sein gesamtes Konstruktionsprinzip betrifft und erst recht die sowieso schon üppige Motorisierung, dem verschlägt es bei den veröffentlichten Daten des Brabus G V12 S Biturbo (Artikel bei n-tv.de am 18.2.2009, in dem der Tuner diese Kiste als stärksten Geländewagen der Welt bezeichnet) wirklich die Sprache:

  • V12 Motor mit einem auf 6,3 Litern erweiterten Hubraum aus dem Mercedes S600! – Schade, dass nix größeres am Lager ist?
  • 515 kw/700 PS Leistung! –  Wer braucht das wann und wozu?
  • maximales Drehmoment von 1.320 Nm, das gnädigerweise auf 1.100 Nm abgeregelt wird – warum denn das? Vermutlich damit es einem beim Beschleunigen nicht den gesamten Antriebsstrang in Fetzen reisst?
  • Die Beschleunigung von 0 – 100 km/h soll in 4,3 Sekunden gelaufen sein –  ist das  im Gelände wirklich von großer Bedeutung? Ach ich habe vergessen, in Deutschland ist das Herumheizen im Gelände ja verboten und wer so ein Teil besitzt, der wird sicher damit die Düsseldofer „Kö“ auf und ab fahren?
  • Bei der Höchstgeschwindigkeit soll schon bei nur 240 km/h Schluß sein! – Warum redet hier keiner über den Spritverbrauch?

Möchtet Ihr ein solches Teil hinter Euch im Rückspiegel auftauchen sehen?

Möchtet Ihr ein solches Teil hinter Euch im Rückspiegel auftauchen sehen?

Was soll man dazu sagen? Dagegen sieht der Porsche Cayenne turbo S, den ich schon bei diversen Gelegenheiten als automobilen Hirnriss bezeichnet habe, fast schon aus, wie ein Trabant mit Allradantrieb!

Aber da die Idioten nicht aussterben, finden sich betimmt genug Käufer, die den noch nicht genannten Preis berappen werden, um sich so ein Teil in die Wohngarage zu stellen. Vermutlich werden es aber nicht die sein, die auf die Auszahlung ihres Bausparvertrags warten müssen, oder die welche ihr sauer verdientes Geld bei der Kaupthing-Bank in Island zur wundersamen Vermehrung geparkt haben!

weiterführende Links:

  • Brabus (Unternehmens-Homepage)

Automobiler Hirnriss – oder Vernunft?

Ja, ich weiss, ich bin mir selbst untreu geworden. Aber ich kann das erklären, echt! Im April letzten Jahres hatte ich eine Art Rubrik gestartet, in der ich jeden Monat ein Automobil vorstellen wollte, dass den ökologischen Bedürfnissen  von Gaia so diametral gegenüber steht, dass die Herstellung und der Vertrieb eigentlich verboten gehörte. Dann jedoch, packten mich andere Themen, die ich für genauso oder noch wichtiger gehalten habe und fesselten meine Aufmerksamkeit, so dass ich die Geschichte einfach vergessen habe!

Und nun? Nun ist sie mir wieder eingefallen, nach dem Motto: „…da war doch was gewesen…“ Stoff ist auch reichlich zu finden und los geht´s. Der deutsche Premiumhersteller Porsche, bekannt für seine „nachhaltig produzierten und den höchsten ökologischen Ansprüchen genügenden Automodelle“ (vorsicht, Sarkasmus!), bekannt geworden durch z. B. den Cayenne, den 911er, den Carrera und was weiss ich noch für Wagen, die so überflüssig wie der sprichwörtliche Kropf sind, bringt vermutlich noch in diesem Jahr den brandneuen Panamera auf den Markt. Ein Auto von der Form eines 911er, nur noch ein wenig verquollener und wahrscheinlich stärker motorisiert, soll den Sportwagefahrer mit Familie begeistern, oder so ähnlich. schaut Euch das Video an und urteilt selbst, ob es sich hierbei um ein zeitgemäßes Fahrzeug handelt. Wenn Ihr das genau so seht, solltet Ihr schleunigst Euren Altwagen in die Schrottpresse lupfen und mit den 2.500,- € Umweltprämie zum Porsche-Dealer rennen. Am Besten, bevor die ganzen bescheuerten Kleinwagenfahrer das Budget für die Verschrottung aufgebraucht haben, nur damit sie sich so einen beknackten Dacia Sandero für 5.000,- € auf Raten kaufen können!

Macht so ein Geschoß Sinn in einer Zeit, in der die Ölvorräte zur Neige gehen? Wohl kaum. Was für eine sinnlose Verschwendung kostbarer Ressourcen, sowohl was den Bau, als auch was den Betrieb betrifft. Was könnten die Ingenieure von Porsche leisten, wenn man die mal an ein solches Projekt ran ließe? Einstweilen muss man ja fast froh sein, dass der Cayenne jetzt auch mit einem Dieselmotor zu haben sein wird. Ein Ökoauto wird er dadurch aber noch lange nicht!

Aber es gibt auch Lichtblicke, so wie den Aptera, ein zukunftsweisendes elektrisch angetriebenes Fahrzeug, dass auch die Unterstützung von Google findet (und die investieren nicht in Schrott!).

Aptera, ein Einzelfall? Mitnichten, es gibt noch andere, die den Trend hin zu vernünftigen Autos erkannt haben und ihm nachgehen. Die teilweise schon seit Jahren ihre kreativen Fähigkeiten in solche Projekte einbringen und die automobile Zukunft entscheidend beeinflussen wollen.

Da wäre der Loremo zu nennen, ein Leichtfahrzeug (darauf deutet der Name hin. Loremo = Low Resistance Mobile). Ein Projekt, dass seit ca. 2 Jahren viel Aufmerksam keit mit seinen Prototypen erregt, aber hin und wieder dezent durch eine etwas durchwachsene Kommunikationspolitik mit Interessenten und Fans auffällt. Aber die Homepage ist gut gemacht. Ihr solltet sie Euch mal anschauen und könnt auch euren Senf per Kommentar dazugeben!

Sieht doch toll aus, das Teil und vernünftig ist es obendrein! Das Auto soll es mit Elektroantrieb und Verbrennungsmaschine geben, wobei letztere einen Verbrauch von weit unter 2,0 Litern/100 km realisieren soll. Nicht schlecht für den Anfang!

Und hier gibt es noch ein rassiges elektrisch angetriebenes Auto aus der Schweiz. In den 70er und 80er Jahren bekannt als Heimat der gigantischen Monteverdi-Limousinen. Auch hier hielt die Vernunft Einzug und die erkenntnis, dass es auch anders geht!

Schick, oder nicht? Das Gerät nennt sich Mindset (auch hier könnt Ihr Euer Feedback geben, wie Euch dieser Wagen gefällt!) und soll mit elektrischem und Hybridantrieb auf den Markt kommen. Tja, Leute, so sieht die Zukunft aus!

Was wäre gewesen, wenn die Bundesregierung ihr Konjunkturpaket so geschnürt hätte, dass auch solche innovative Unternehmen wie Loremo davon profitierten? Ausgeschlossen? Ja, das glaub ich auch, denn die Jungs und Mädels von Loremo haben sicher keinen Lobbyisten vom Schlage eines Herrn Wissmann, der dafür Sorge trägt, dass die regierung den deutschen Premiumherstellern das Geld hinterher wirft und um Gottes Willen nicht irgendwelchen vernünftigen Projekten. Hätte die Automobilindustrie, insbesondere die deutsche, sich auf die zu erwartenden Veränderungen eingestellt und zukunftsorientierte Fahrzeuge konzipiert, wer weiss, wahrscheinlich bräuchten sie sich heute nicht so viele Sorgen zu machen.

weiterführende Links:

  • ErockIT (echt absolut scharfes Teil, sieht bärenstark aus und lässt richtiges Easyrider-Feeling aufkommen, wenn man´s nur anschaut!).

  • Segway (alternative Fortbewegung at it´s best – allerdings noch keine deutschlandweite Zulassung, ausser Hessen. In anderen Bundesländern nur als Hilfe für Gehbehinderte zugelassen. Was für´n Schwachsinn. Schade dass es keine Denkhilfe für verblödete Beamte gibt!).

Mobilität in der Zukunft? Das sieht doch geil aus!

Für die Autofreaks unter uns habe ich hier einen Link zu einem interessanten Blog aus den USA, dass jede Menge coole Fotos von überaus schrägen und innovativen Fahrzeugen veröffentlicht.  Da es sich meist um Studien handelt, stellt sich die Frage: „Warum reisst sich nicht mal jemand am Riemen und baut so ein geiles Teil endlich?“

Mit großer Klappe und viel Tamtam sind nahezu alle bekannten (noch) großen Automarken vertreten. Wenn´s dann an´s Umsetzen von wirklich neuen und meiner Meinung nach guten Ideen geht, sind die Budgets nicht da, die Technologie ist noch nicht weit genug entwickelt oder auch gar nicht reif für die Großserie und wenn auch das alles nicht mehr hilft, dann gibt es eben keinen Markt dafür – ohne das man jemanden dazu befragt hätte! Mut, meine Herren Konstrukteure, Mut ist das was der Industrie fehlt. Und ich meine damit nicht den schwachsinnigen Mut, Milliardenbeträge mit Spekulationen und Fehlentscheidungen zu verbrennen, sondern den Mut mal etwas zu wagen, was der Mensch haben will – umweltfreundliche, sparsame und innovative Fahrzeuge (am Besten mit Elektroantrieb!).

Hier im ecofriend-Blog findet Ihr auch jede Menge interessante andere Themen, meist reich bebildert.

umweltschonend und trotzdem mobil

Wenn Ihr Euch schon immer gefragt habt, wie man mobil sein kann und trotzdem die Umwelt schont, ohne einfach nur auf Schusters Rappen durch die Lande zu schleichen oder zu joggen, der sollte sich mal diese scharfen Teile anschauen. Die Poweriser oder die 7Meilenstiefel Pro machen Euch nicht nur satte 50 cm größer, sie sorgen auch dafür, dass Euer Kreislauf in Schwung gebracht wird.
Man sagt, bei dieser Art der Fortbewegung handele es sich um eine sehr effektive Art, den Körper zu trainieren und wenn man sich die Bilder springender Sportler so ansieht, ist man geneigt, das zu glauben. Wenn man sich dieses Video betrachtet, ist deutlich zu erkennen, dass dieser Sport richtig schlaucht. Aber andererseits, seht es mal so, wenn ihr so unter den Bäumen entlang jumped und der kleine Hunger kommt Euch plötzlich entgegen, greift Euch einen Apfel vom nächsten Baum und stärkt Euch erst mal, bevor Ihr zusammenbrecht. Das Aufstehen ist mit den Dingern nämlich echt ne Kunst!
Für Leute, denen die Springerei zu sehr auf den Sack geht, hier noch eine umweltschonende Alternative zum Auto, mit Tretantrieb, quasi ein Fahrrad mit vier Rädern. Das dürfte ne ganze Ecke bequemer sein als die Springstiefel. Oder diese Teil hier mit Elektroantrieb aus China und der Segway Centaur Prototyp.
Irgendwie sehen sich die beiden letzten Geräte verdammt ähnlich. Da ich heute mal so richtig gut drauf bin und politische Verwicklungen und diplomatische Querelen mit China unbedingt vermeiden will, behaupte ich an dieser Stelle nicht, dass die Chinesen da mal wieder hemmungslos abgekupfert haben!
Alle, die sich mal ganz allgemein informieren wollen, was fahrrad-, liegerad- und velomobiltechnisch so auf dem Markt ist, sollten sich mal die Homepage von Pedalkraft anschauen. Hier gibt es eine sehr umfangreiche Linkliste mit allen möglichen und unmöglichen Herstellern von Fahrzeugen, Zubehör und Technik. Wirklich sehenswert das Ganze. Steckt ein Haufen Arbeit drin und scheint top aktuell zu sein, obwohl der ein oder andere Link nicht mehr funktioniert.