Europa, Du erbärmliche Hure!

Ja, da kann einem so richtig das Herz aufgehen. Die islamistischen Terroristen vom IS erobern ein Wüstenkaff nach dem anderen, rufen ein Kalifat aus, besetzen halb Syrien und den Großteil des Irak, schneiden Köpfe ab, ganz nach Lust und Laune und alle sind entsetzt! Die Bevölkerung in diesen Gebieten tut was sie kann, wenn sie es noch kann. Sie flieht! Aber wohin? In die Nachbarländer? Die sind arm und liegen auch noch zu allem Überfluss im Zugriffsbereich des IS. Denn wer wagt zu behaupten, dass diese Verbrecher nicht auch Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien angreifen können?
Und die Menschen werden zwischen den Feinden mit den scharfen Messern und den Schnellfeuergewehren in der Hand und den geschlossenen Grenzen zerrieben! Keiner will sie! Also haben sie keine andere Wahl, als sich in die Hände von Menschenhändlern und Schleuserbanden zu begeben. Aber ist das die Rettung? Nein! Bevor man vielleicht das rettende Deutschland erreicht, muss man, besonders als Frau damit rechnen missbraucht und vergewaltigt zu werden. Kinder schmeisst man bei der Flucht übers Meer ins Wasser, wenn sie weinen! Und wenn die Boote auseinander fallen, weil der Wellengang sie zerschlägt und diese Seelenverkäufer ohne Sprit und mit kaputtem Motor steuerlos in der See treiben, dann ertrinken hunderte von Menschen! Tote Kinder werden an die Strände der Badeorte rund ums Mittelmeer geschwemmt! Tote Frauen, ertrunkene Männer. Sie hatten keine Chance!
Und die EU streitet sich um einen Verteilungsschlüssel für diejenigen, die entgegen aller Wahrscheinlichkeiten doch durch kommen! Aber in Europa werden die Vertriebenen zum Spielball national-egoistischer Machenschaften, wie zum Beispiel im Ungarn des konservativen und faschistoiden Möchtegerndiktators Orban, den die Flüchtlinge genauso viel interessieren, wie ein Stück Scheiße am Schuh! Man will sie nur loswerden! Und die Deutschen sollen halt schauen, wie die das geregelt kriegen!
Wer es bin nach Deutschland geschafft hat, dem wird schnell klar, dass er nicht nur erwünscht ist, von den meisten Menschen. Hier fühlen sich verblödete Ewiggestrige, Neonazis und anderes kackbraunes Gesockse bemüßigt, den vermeintlichen Sozialschmarotzern das Leben zur Hölle zu machen. Und auch wenn eine Mutter ihrem Kind voller Dankbarkeit den Namen der deutschen BundeskanzlerIn Angela Merkel gibt, möchte ich von dieser Muddi mal gerne wissen, was sie außer eisigem Schweigen und beredtem Nichtssagen eigentlich für die Flüchtlinge getan hat? Was ist aus den hehren Rufen geworden, die Hinz und Kunz aus Berlin, als eilige Betroffenheits-Touristen vor den qualmenden Resten abgefackelter Unterkünfte, verängstigter Vertriebener und verletzter Polizisten sehr wohlfeil in die Kameras und die zu dutzenden hingehaltenen Mikrophone riefen! „Mit der ganzen Härte des Rechtsstaates…“, war eine der beliebtesten Sprechblasen, die man zum Besten gab! Und Aufrufe zu Widerstand und Mut gegen den rechten Pöbel, das rechte Pack, oder auch die besorgten Bürger (wer kann das schon so genau unterscheiden?). Und nur, um dem ganzen mal einen farbigen Hintergrund zu geben, weise ich darauf hin, dass es im Fall der Naziangriffe auf ein Flüchtlingsheim in Heidenau, bei dem mindestens 30, in Worten dreißig, Polizisten verletzt wurden, nur ein einziger Tatverdächtiger festgenommen wurde! Einer! Und das Land Sachsen windet sich und alle jammern über die Personalnot bei der Polizei!
Und hören wir in einer Talkshow hinein, dann können wir mit ungläubigem Erstaunen vernehmen, wie bayrische Provinzpolitiker, immerhin im Range eines Innenministers, von dem wunderbaren Neger Roberto Blanco schwafelt, oder ein Staatssekretär des Bundesfinanzministers sich in hirnlosen Phrasen über ein linkes Rollkommando wie die SA ergeht. Man vernimmt, wie sich kein Schwein klar äußert und seinen fetten Arsch vor ein Flüchtlingsheim schleppt, um Notleidenden zu helfen! Solang die Asche noch warm ist, geben sie sich die Klinken in die Hand. Ist der Rauch verweht, sieht man keine Sau mehr. dafür vernehmen wir die weisen Worte eines Herrn De Maiziere, der verkündet, das Grundgesetz ändern zu wollen! Fehlt nur noch einer der auf die Idee kommt, dass das mit Vorratsdatenspeicherung nicht passiert wäre!
Und was geschieht derweil im Orient, wo die IS-Terroristen machen was sie wollen? Westliche Politiker klagen natürlich, lauthals und voller Empörung! Sie verurteilen, drohen undversuchen andere dazu zu überreden, militärisch gegen den Terrorstaat vorzugehen. Vergeblich. jene, die kämpfen könnten und auch wollten, haben nicht genug Waffen und keine Logistik – die Kurden nämlich. Und weil die gerade so günstig herum stehen und sich mit dem Feind in Syrien und im Irak beschäftigen, beschliesst der Zwergsultan der Türkei, Erdogan der Hinterhältige, einen Feldzug gegen den IS, in dessen Verlauf erstmal nur die Kurden hingemetzelt werden! Und niemand nimmt Anstoss daran – jedenfalls nicht ernsthaft. Die Amerikaner und ihre eilig zusammen getrommelte Koalition, die dem Islamischen Staat mit ein paar Bomben auf die Füße treten sollen, scheinen nicht wirklich irgend eine Wirkung zu entfalten. Da kann man noch so sehr vorrechnen, wieviel Sprengstoff abgeworfen wurde. Den IS scheint das nicht weiter zu stören. Das Morden, Plündern und Zerstören geht munter weiter. Ebenso die Fluchtbewegungen der gequälten Bevölkerung! Würde nicht jeder von uns genauso handeln? Würden wir uns den Waffen der mordenden IS-Banden in den Weg stellen und uns die Köpfe abschneiden lassen? Uns in Käfige sperren und verbrennen, oder kreuzigen lassen? Nein, wir würden unsere Lieben nehmen und so schnell wie möglch bei Nacht und Nebel verschwinden – dorthin, wo die Freiheit hoffentlich wohnt, wo man sicher ist und keine Angs tzu haben braucht, dass man den Tag nicht überlebt, oder die kommende Nacht!
Nun warten wir mal ab, was passiert, wenn die IS-Verbrecher in Damaskus eindringen. Werden die westlichen Staaten dann aus lauter Angst den verhassten Assad unterstützen, weil er zwar auch die eigene Bevölkerung mordet, aber doch irgendwie das kleinere Übel zu sein scheint? Es ist eine Frage des Opportunismus, Krieg gewordener Pragmatismus, dem vor Kurzem erst die Kurden geopfert wurden, weil es die USA für vorteilhafter halten die Türkei zu unterstützen, als diejenigen, die an der Front gegen den IS stehen! Wer die Amerikaner zum Freund hat, dass weiss mittlerweile jeder, der es wissen will, der braucht keine Feinde!
Und einstweilen geht das große Sterben im Meer weiter. Kinder sterben, die nie in ihrem kurzen Leben Frieden erleben durften, deren ganze jämmerliche Existenz geprägt war von Not, Verzweiflung und Elend, von Angst, Terror und Krieg!

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Arm? Selbst dran Schuld!

Ja, es ist schön in einem reichen Land zu leben. Jedenfalls wenn man reich ist! Noch schöner wäre es vermutlich für die vielen Armen, die der Kapitalismus zu Opfern gemacht hat, weil sie es nicht schaffen, genauso rücksichtslos gegen ihresgleichen vorzugehen, wie diejenigen, die ohne jedes Schuldbewusstsein oder Gewissen, nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und ihrer Wege gehen!
Es ist kein „Verteilungsproblem“, das die Schuld an der rasant steigenden Zahl von Armen trägt. Dazu müsste es etwas zum Verteilen geben. Aber das ist nicht der Fall! Ein paar Tausend Reiche besitzen den Großteil des Volksvermögens und alle Regierungen sind stets eifrig bestrebt, deren Besitz zu mehren und vor jedem Risiko zu bewahren, vor allem aber vor den Steuern. Dafür langt man bei allen hin, die sich mit ihrer Hände Arbeit über Wasser zu halten versuchen. Und dabei hat man freilich Erfolg, ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“! So nimmt man gern dem Rentner einen Teil seiner Rente ab, der Putzfrau ein Gutteil ihres Einkommens, dass auch vor der Besteuerung schon nicht zum Leben reichen wollte! Und allen anderen, die überhaupt kein Einkommen haben, gewährt man großzügig „gesellschaftliche Teilhabe“ an was auch immer, mit einer als vorsätzlich zu bezeichnenden Unverschämtheit und Larmoyanz, die einem die Zornesröte ins Gesicht und die Tränen der Wut ins umflorte Auge treibt! Und mit ein paar lumpigen Euros!
Und dann stehen sie da und tun so, als kümmere sie das Leid der Alten, die Not der Hungerlöhner, oder gar das Elend der vereinsamten Kinder aus Alkoholiker- und Drogenfamilien, aus den Ghettos der Großstädte. Mit geheucheltem, fotogen zur Schau gestelltem Mitleid gehen sie hausieren und haben nichts anderes im Sinn, als ihre Diäten und einen wohltemperierten Sessel in irgendeinem Aufsichtsrat oder Vorstand!
Ihr kotzt mich an, Ihr verdammten Charakterschweine, die immer ein „aber bloss keinen Sozialismus“ oder „das ist ja Kommunismus“ auf den Lippen tragen! Nein, ich habe weder vor dem einen Angst, noch etwa vor dem anderen. Ich habe nichts zu verlieren, außer meinen Ketten…

Wann hat dieser Wahnsinn endlich ein Ende?

sueddeutsche.de berichtet in dem Artikel „Birma – 20 Jahre Haft für Blogger“ vom Schiksal des 28 Jahre alten Nay Myo Kyaw, der unter dem Namen Nay Phone Latt über die unvorstellbaren Zustände in seinem Heimatland Birma berichtet hat. Das Militärregime, welches seit den sechziger Jahren Birma mit eisernem Griff umklammert hält und auf alles schießt, was sich nicht mit der Diktatur abfindet (völlig egal ob es sich um Demonstranten oder friedlich protestierende buddhistische Mönche handelt), ließ bekanntermassen nicht einmal nach dem schweren Tropensturm Nargis westliche Hilfskräfte ins Land. Die verknöcherten und vertrockneten Generäle suhlten sich wie Schweine in dekadentem Luxus, während das birmesische Volk an Infektionen, Hunger und Entkräftung zu zehntausenden in den Überschwemmungsgebieten verreckte.

Nay Myo Kyaw wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt und wer bedenkt, wie die Haftbedingungen in einem Land sind, in dem das Leben eines Menschen so wenig wert ist wie in Birma, der weiss, wie überaus hart und vor allem ungerecht diese Strafe ist! Man sagt immer, jedes Volk habe die regierung die es verdient. Aber was muss das Volk von Birma verbrochen haben, um mit solch einer brutalen Diktatur bestraft zu werden? Wo kommt Hilfe her um diesen Militär-Marionetten, die sich – mit tatkräftiger Hilfe Chinas – an die Macht klammern wie Blutegel an ihre Opfer, dorthin zu schicken, wo sie hin gehören – in den Orkus der Geschichte? Kyaw wird nicht das letzte Justizopfer in Birma gewesen sein. Aber vielleicht erlebt er noch das Ende der Diktatur. Das wünsche ich nicht nur ihm, sondern all den anderen Opfern dieser Willkürherrschaft, derer kaum noch jemand gedenkt, seit Finanzkrise und Klimawandel die täglichen Nachrichten bestimmen und nicht das Schicksal von ein paar Millionen mittelloser Reisbauern aus Birma!

Immerhin bin ich dankbar, dass die sueddeutsche über dieses Unrecht berichtet und mal wieder darauf aufmerksam gemacht hat, wie es in anderen Teilen unserer Welt zugeht. Bedauerlicherweise sind die Links, die ich dort fand fast alle über 1 Jahr alt. Also hab ich selber recherchiert und siehe da – ich hab einiges gefunden.

Hier sind ein paar Blogs, auf denen Ihr mal vorbeisegeln und Euch informieren könnt:

Vielleicht ist es an der Zeit, für Nay Myo Kyaw eine Kampagne zu starten und das Augenmerk der Welt wieder einmal auf Birma zu lenken. Die Welt muss begreifen, dass es Not und Elend auch abseits der Finanzmärkte und der Spekulanten gibt, das Menschen in Unfreiheit leben und unsere Hilfe brauchen!

Ist unsere Mutter Erde, sind wir noch zu retten?

Auf suedeusche.de fand ich heute diesen handlichen Artikel, mit spitzer Feder oder scharfem Keyboard oder wie auch immer geschrieben. Unter der Überschrift „Gesellschaft – Warum retten wir nicht unsere Erde?“ weist der Autor/die Autorin A. Rühle mit geschliffenem Wort auf die Schizophrenie menschlichen Handelns hin. Jeder erwartet vom andern den ersten Schritt zu tun. Keiner will seinen faulen Arsch zuerst bewegen müssen! Und am schlimmsten sind die, die heute im Wohlstand leben. Sie wollen nichts von dem hergeben, was sie im Überfluss haben, damit auch diejenigen, welche in Armut und Elend leben, ein menschenwürdiges Dasein führen können. So ist das in unserer Welt! Lest Euch den Artikel durch und entscheidet dann, was Ihr für die Rettung der Welt tun könnt, tun müsst. Denn wenn Ihr nichts tut und Eure Regierung nicht zwingt etwas zu tun, wird nichts geschehen und der Wandel des Klimas wird die gesamte Menschheit in einem gewaltigen Ozean aus Schmelzwasser ersäufen!

Der Rest der Menschheit wird sich in erbarmungslosen Kriegen um die letzten Ressourcen abschlachten. Also sollten wir jetzt anfangen etwas zu tun, bevor es zu spät ist!