Das Scheissbuch der deutschen Entwicklungshilfe

Ach das hat uns nun gerade noch gefehlt! Nirk Diebel, liberaler „Spitzen“mann im Entwicklungshilfeministerium beweihräuchert sich selbst und seine „hervorragende“ Arbeit im heute vorgestellten Scheissbuch der Entwicklungshilfe. Und weil die Opposition gerade mal wieder über die „Verschlankung“ seines Ministeriums durch Verdreifachung des Personals, nach dem Prinzip „wess Parteibuch ich hab, dess Loblied ich sing“ meckert, erläutert er charmant wie eine Klobürste, dass er seine Leute nach „Können“ aussuche, nicht nach dem liberalen Parteibuch, woraus sich nur ableiten lässt: es sind ausschließlich die Liberalen, die die einzigen fähigen Leute haben…

Wir haben es schon immer geahnt. Silvana Koch-Mehrin, Spitzenfrau im EU-Parlament, zwar neuerdings ohne Doktortitel, dafür immer noch blond! Philipp Rösler, Statthalter der Industrie in der deutschen Politik  und ausgerechnet im Wirtschaftsministerium, Spitzenmann und mit allen Abwässern gewaschen und natürlich gegen die Verteuerung von CO2-Zertifikaten zum Schutz unseres Klimas! Rainer Brüderle, liberaler Spezialist für genuscheltes Politwischiwaschi, Spitzenmann und Weinkönigin der FDP ehrenhalber, unwiderstehlicher (nach eigener Einschätzung) jedoch lediglich selbsternannter Rodolfo Valentino des politischen Afterwork-Nachtlebens. Guido Westerwelle, Spitzenmann, schwer gezeichnet von intellektueller und außenpolitischer Selbstüberschätzung, sowie der nichtssagenden Belanglosig- und/oder Beliebigkeit, Mister „alle-Hartzer-sind-spätrömisch-dekadent“, gewesener Sonnyboy der Springerpresse und rührend besorgt um die wirtschaftlichen Interessen der Geschäftspartner seines Ehemannes, die er gerne mal mit im Regierungsjet auf seine Vergnügungsreisen nimmt…bei solch liberalem Spitzengesocks allüberall, braucht einem um die Zukunft des Entwicklungshilferessorts wahrlich nicht bange zu sein.
In Wahrheit sieht es wohl eher so aus, dass Niebel das gesamte Ministerium mit seinen Arschkriechern unterwandert, um sie nach der drohenden Abwahl als fünfte Kolonne nutzen zu können! Lobbyismus, Käuflichkeit, Vertretung wirtschaftlicher Interessen unter dem Deckmäntelchen der Entwicklungshilfe, natürlich mit deutlich gekürzten Ausgaben zementieren die Stellung der Entwicklungshilfe unter der schwarzgelben Kloalition als Türöffner für die geschäftliche Interessen deutscher und internationaler Konzerne, vorwiegend aus dem Rüstungs- und Chemiebereich.

Wer gedacht hat, Niebel würde tatsächlich sein eigenes Ministerium abschaffen, wie er es noch kurz vor der Übernahme der Amtsgeschäfte angekündigt hatte, sieht sich bitter enttäuscht! Der erst fünfzigjährige geistige Kleinrentner aus der FDP sieht nun keinen Grund mehr dafür, sich und sein unnötiges Ministerium auch weiterhin für obsolet zu halten.

weiterführende Links:

„terre des hommes“ kritisiert deutsche Entwicklungspolitik – „Niebel operiert mit Instrumenten von gestern“ (Artikel auf tagesschau.de vom 17.4.2013)

Werbeanzeigen

Holz-„Hacker“ meucheln den Regenwald!

Auf Yahoo.de habe ich diese Meldung von der Nachrichtenagentur glp gefunden: „Hacker tragen zur Regenwaldabholzung am Amazonas bei„. In der Meldung heisst es, 107 Holzfällerfirmen seien in einen Skandal verwickelt, bei dem eigens engagierte Hacker sich in die staatlichen Computernetzwerke einklinken und dort im Auftrag der Unternehmen, die bereits exportierten Holzmengen verändern. So erschleichen sich die Holzfirmen immer neue Ausfuhrgenehmigungen und verkaufen mehr Holz, als sie eigentlich dürften. Das dieses Vorgehen nicht besonders gut für den Amazonas-Regenwald ist, brauch an dieser Stelle nicht besonders hervorgehoben werden! Aufgedeckt hat dieses Verbrechen gegen den Wald, gegen Mutter Erde und gegen die Menschen einmal mehr Greenpeace! Bravo Leute, weiter so!

Eigentlich sollte den Firmenbossen klar sein, dass sie so noch viel schneller das Ende der Fahnenstange erreichen, als es selbst die pessimistischsten Prognosen befürchten lassen. Wenn sie den letzten Baum abgesägt und in die USA oder nach Europa verschifft haben, würde mich echt mal interessieren, was sie dann abzuholzen gedenken? Oder satteln sie dann mit EU-Hilfsgeldern und Entwicklungshilfe auf Rinderzucht um, indem sie die freigewordenen Flächen beweiden lassen? Vielleicht machen sie aber auch den großen Reibach mit Zuckerrohrplantagen gigantischen Ausmaßes. Sigmar Gabriel wird sicher dankbar den dort erzeugten „Biosprit“ annehmen und ihn dem Benzin beimischen. Schließlich will man ja seinen Audi Q7  oder Porsche Cayenne turbo S „umweltfreundlich“ betreiben. 8 oder 10 Zylinder wollen schließlich gefüttert werden und das gute Umweltgewissen darf man ja auch nicht vernachlässigen, nicht wahr?

Was aus den armen Holzfällern wird, die mit Feuereifer bei der Sache mitwirken und Baum um Baum ermorden (meist mit Hilfe deutscher Qualitätswerkzeuge wie z.B. Stihl Motorsägen)? Wen interressiert das schon? Die Verbrecher an der Konzernspitze sicher nicht!

weiterführende Links:

Was ist ein Menschenleben wert?

In einer Zeit, da die Regierungen der reichsten Staaten dieses Planeten den „notleidenden“ Banken unzählige Milliarden Euro oder Dollar in den Arsch blasen, als sei es Staubzucker, muss die Frage erlaubt sein, warum man nicht wenigstens mit einem Teil dieses Geldes den Kampf gegen Hunger und Armut finanziert? In 33 Ländern verhungern Menschen (Artikel auf sueddeutsche.de), weil sie nicht genug zu Essen, geschweige denn sauberes Wasser zum Trinken haben!

Natürlich ist es furchtbar, wenn der Manager einer Bank sein Institut durch Dummheit und Selbstüberschätzung an die Wand fährt. Und ebenso furchtbar ist es, wenn bei der anschliessenden Pleite hunderttausende von Sparern ihren letzten Cent verlieren, weil sie ihn der Bank anvertraut haben, um im Alter ein gesichertes Auskommen zu haben. Schließlich war der Staat nicht in der Lage die Renten zu garantieren und jeder – ob er nun über die finanziellen Ressourcen verfügt oder nicht – muss jetzt eben selbst privat vorsorgen. Der Zusammenbruch des sowieso verkorksten Finanzsystems ist somit fatal für die Menschen, die auf ihre Ersparnisse im Alter angewiesen sein werden! Da nimmt es schon wunder, woher ein Staat wie der unsere plötzlich derart viele Milliarden Euro nimmt, nur um sie den Banken hinterher zu schmeißen und eben noch hörten wir von einem Tag zum nächsten neue Hiobsbotschaften und die Aufforderung unser Gejammer auf hohem Niveau endlich zu beenden und unsere Gürtel enger zu schnallen?

Die Manager aber, die diesen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems zu verantworten haben, sitzen weiter in ihren Chefetagen, fahren mit gepanzerten Limousinen in der Gegend herum und arbeiten für die Regierung ein Rettungspaket aus, dass alle bekannten Dimensionen sprengt, anstatt ihrer Ämter enthoben zu werden und ins Kittchen zu wandern, wie man es wohl mit jedem gewöhnlichen Gauner machen würde. Aber wie man sieht, es gibt immer Menschen, die sind gleicher als die andern und können  sich dementsprechend mehr erlauben. Und Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, seines Zeichens noch bis vor kurzem der Erzkapitalist, der sich eine Einmischung des Staates in die Geschäfte der Banken aufs heftigste verbat, singt nun als einer der Ersten Hosianna und greint nach staatlicher Hilfe (aber selbstverständlich ohne jede messbare Gegenleistung).

Bei solch fundamentalen Meldungen im Fernsehen, den lieben langen Tag, erschreckt von einer Horromeldung nach der anderen, geht leicht der Blick für die Menschen verloren, die sowohl unter den ständig steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen, als auch unter dem zusammenbrechenden Finanzsystem am meisten zu leiden haben – die Hungernden der Dritten Welt! Während man sich hier Gedanken darüber macht, ob man jetzt ein neues Auto kaufen soll oder lieber doch erst nächstes JAhr, kämpfen diese Menschen jeden Tag um das nackte Überleben. Verbrannt von der sengende Sonne, ausgebeutet von den Konzernen und verraten von den eigenen Regierungen, die sich die Taschen mit den Geldern aus der Entwicklungshilfe vollstopfen. Sie haben kein sauberes Wasser zum Trinken und um sich zu waschen. Die Kinder erkranken und sterben an Infektionskrankheiten, die durch die katastrophalen sanitären Bedingungen verursacht werden. Die Rechte dieser Menschen werden mit Füssen getreten. Niemanden interessiert es scheinbar, dass in einer Zeit wie dieser Menschen vom Hungertod dahin gerafft werden!

Für mich ist es kein Unterschied, ob man die plötzich auf wundersame Weise auftauchenden Milliarden und Abermilliarden Euro in den Taschen der Banken verschwinden, oder in den Taschen korrupter Eliten, denn das dürften eh dieselben Taschen sein. Aber der echte Wille zur Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen scheint immer noch nicht da zu sein und so sterben sie still und abseits der öffentlichen Berichterstattung einen gruasamen und sinnlosen Tod!

weitere Artikel zum Thema: